Inhaltsverzeichnis
Geschäftsverlauf
Im Jahr 2024 verzeichnete der Zoo Salzburg das besucherstärkste und umsatzstärkste Jahr seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen. Der Zoo konnte nicht nur das hohe Niveau der Vorjahre halten, sondern sich auch weiterhin als eines der Top-Ausflugsziele im Bundesland Salzburg behaupten.
Besucherzahlen 2024
Im Jahr 2024 besuchten zum dritten Mal seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen mehr als 400.000 Personen den Zoo Salzburg.
Die Gesamtbesucherzahl belief sich auf 413.600, was im Vergleich zum Vorjahr (406.340 Besucher) ein geringfügiges Plus von 7.260 Besuchern (1,79 %) darstellt. Mit 62.770 Besuchern war der August 2024 der besucherstärkste Monat. Zudem verzeichnete der Zoo Salzburg im Februar (29.256) und im März (46.104) zwei Rekordmonate.
Kooperationen und pädagogische Angebote
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 989 Führungen, Kindergeburtstage, Workshops, Spezialführungen und Tieraufsichten von den Zooguides durchgeführt. Besonders beliebt waren die Kindergeburtstage mit 445 Buchungen. Auch die bewährten Ferienprogramme, die während der Oster- und Sommerferien angeboten wurden, sowie die Abendführungen für Kinder erfreuten sich großer Beliebtheit und liefen sehr erfolgreich.
Der Nachtzoo 2024 war, auch dank des schönen Wetters, ein großer Erfolg. Die Abendveranstaltungen an den Wochenenden im August erzielten einen absoluten Besucherrekord. Insgesamt wurden 9.925 Personen gezählt, die entweder an den Kurzführungen teilnahmen oder die einzigartige Atmosphäre genossen. Damit konnten die Zahlen vom Vorjahr um mehr als verdoppelt werden.
Von großem Interesse waren zudem die großen Events am Ostersonntag, an Halloween und an Heiligabend. Zu den aufwändigsten Veranstaltungen zählte der im September durchgeführte Artenschutztag. Im Mai fand der gemeinsam mit der Raiffeisen Salzburg organisierte Sumsi Bienentag statt, und im Oktober ging Bullis Zootag erfolgreich über die Bühne.
Im Jahr 2024 freuten wir uns über 603 Privat- und 77 Firmenpatenschaften, die den Zoo Salzburg als Tierpaten unterstützen. Die jährliche Patenveranstaltung, ein exklusives Abendevent für alle Privat- und Firmenpaten mit Begleitung, wurde erfolgreich an zwei Terminen im September durchgeführt.
Ebenso konnten wieder zahlreiche Kooperationspartner wie Spar, Dehner, Aqua Salza u.a. gewonnen werden.
Zoologischer Bericht und Ereignisse
Aus zoologischer Sicht gibt es rückblickend einiges näher zu berichten.
Zunächst musste sich der Zoo Salzburg leider von seinem, sich im fortgeschrittenen Alter befindlichen, Löwenmännchen verabschieden.
Fast zeitgleich erfolgte die Aufnahme einer neuen, vom Aussterben bedrohten Tierart. Es handelte sich um ein Zuchtpaar der Bayerischen Kurzohrmaus. Damit beteiligt sich der Zoo Salzburg an einem sehr wichtigen Artenschutzprojekt. Mit gezielten Nachzüchtungen soll die Population eines der seltensten Säugetiere der Welt wieder aufgebaut werden. Nach ihrer Wiederentdeckung im Jahr 1962 galt der kleine Nager bis Anfang des neuen Jahrtausends als ausgerottet.
Im April gab es doppelten Nachwuchs bei den Polarwölfen. Zu sehen waren die beiden Rüden im Alter von etwa zwei Monaten. Außerdem konnten erstmals nach elf Jahren wieder Pumajungtiere begrüßt werden. Ende Mai wurden zwei männliche Tiere sowie ein weiblicher Berglöwe geboren. Durch seinen unbändigen Spieltrieb bereitet das muntere Trio den Besucherinnen und Besuchern bis heute viel Freude. Von Interesse war zudem der zweifache Nachwuchs bei den Zwergseidenaffen.
Mit dem Nordamerikanischen Baumstachler konnte nicht nur ein neuer Bewohner, sondern auch eine neue Tierart im Zoo begrüßt werden.
Neuzugänge gab es zudem auf der Anlage der flugunfähigen Geier. Ende Juli kamen sechs Gänsegeier aus dem südlichen Spanien in Salzburg an.
Im Herbst 2024 ging ein logistisch aufwändig geplanter Nashornumzug reibungslos über die Bühne. So wurde die am 3. Juni 2020 im Zoo Salzburg geborene junge Nashomkuh im Oktober in einen westlich von Bilbao gelegenen Wildpark transportiert. Im Austausch erreichte ein ebenfalls vier Jahre altes weibliches Breitmaulnashorn aus Deutschland etwa drei Wochen später ihr neues Zuhause. Schon wenige Tage nach ihrer Ankunft wurde die junge Nashornkuh gemeinsam mit den bereits seit 2009 in Salzburg lebenden älteren Kühen auf die Außenanlage gelassen.
Schließlich konnten im Dezember 2024 noch zwei junge weibliche Waldrentiere im Zoo Salzburg begrüßt werden.
Investitionen und Sanierungen 2024
Wegen des unzureichenden Wasserabflusses war eine dringende Sanierung der Präriehundanlage erforderlich, die im Frühjahr 2024 durchgeführt wurde.
Der Baustart für zusätzliche Sicherheitsadaptierungen auf den Nashornanlagen- und Ställen erfolgte im April 2024. Ein geschützter Kontakt zu den Nashörnen ist nur noch in den Trainingsbereichen möglich.
Im Vorfeld des Einzugs eines Nordamerikanischen Baumstachlers im späten Frühjahr 2024 musste die Anlage der Muntjaks für die Co-Haltung entsprechend vorbereitet und adaptiert werden.
Zur Unterstützung der von der EAZA initiierten Vietnamazing-Kampagne zogen zwei neue vietnamesische Tierarten ins Gibbonhaus ein. Für die vietnamesischen Moosfrösche und die Krokodilschwanzechsen wurde ein Terrarium neu errichtet und ein weiteres entsprechend angepasst.
Auch die vier Afrikahütten gegenüber der Gepardenanlage wurden im Sommer 2024 saniert und der Außenbereich mit Feuerstelle, Sitzmöglichkeiten und einer Holzbrücke neugestaltet.
Später als ursprünglich geplant wurde das Skelett einer Ende 2020 verstorbenen Nashornkuh gegenüber der Stachelschweinanlage aufgestellt, nachdem der Bereich entsprechend vorbereitet wurde.
Da die geplante Sanierung des Tropenhauses nicht umsetzbar war, entstand an dieser Stelle ein Multifunktionsraum inklusive Lagermöglichkeiten im Untergeschoss. Dadurch wurden zusätzliche Sitzplätze für das Restaurant geschaffen. Die Eröffnung erfolgte im Februar 2025.
Im Frühjahr 2024 fand die Umstellung des bestehenden Mail-Servers auf Microsoft Office 365 statt. In weiterer Folge muss die IT-Infrastruktur (Datensicherheit, laufende Wartung und Betreuung, Auslagerung von Systemen, Erweiterung der vorhandenen Kapazitäten usw.) neu aufgestellt werden, um einen höheren Stellenwert in unseren Geschäftsprozessen einzunehmen und alle technischen Anforderungen zu erfüllen.
Im Oktober 2024 erfolgte ein Relaunch der Website des Zoo Salzburg, inklusive der Einrichtung eines Datenmanagementsystems. Neuigkeiten, Veranstaltungen und Ankündigungen werden übersichtlich auf der neuen Website dargestellt. Derzeit werden vermehrt Videoinhalte eingepflegt, um die Verweildauer der Nutzerinnen und Nutzer zu erhöhen.
Forschung und Entwicklung
Der Einsatz für den Schutz und Erhalt von Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen bildet weiterhin eine der zentralen Aufgaben einer modernen, wissenschaftlich geführten Institution wie dem Zoo Salzburg. Deshalb beteiligt er sich schon seit Jahren an diversen Forschungs-, Natur- und Artenschutzprogrammen.
So lief auch im Jahr 2024 die Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) Berlin - Forschungsarbeit zur Reproduktion beim Breitmaulnashom (Oozyten Gewinnung und In-vitro-Fertilisation, künstliche Besamung, Kryokonservierung von Nashornsperma, Embryotransfer beim Breitmaulnashorn) weiter. Ebenso wurden im vergangenen Jahr verschiedene Forschungsprojekte der Universitäten in Salzburg, Wien, Prag oder Uppsala in Schweden betreut.
Darüber hinaus wurde die aktive Beteiligung an Erhaltungszuchtprogrammen (EEP & ESB) der EAZA weitergeführt und ausgeweitet. Aktuell ist der Zoo Salzburg an 42 Erhaltungszuchtprogrammen - vom Himmelblauen Zwergtaggecko über den Brillenpinguin und Schneeleoparden bis zum Südlichen Breitmaulnashorn - beteiligt.
Der Zoo Salzburg und der Alpensteinbock sind durch eine jahrhundertelange Geschichte miteinander verbunden. Diese besondere Beziehung wurde im Sommer 2024 durch die erneute Beteiligung an einer Auswilderungsaktion in Hüttschlag unterstrichen.
Der Zoo Salzburg setzt sich nicht nur für die Erhaltung der Artenvielfalt ein, sondern fördert auch das Bewusstsein und die Wertschätzung für die Natur und ihre Bewohner. Die erfolgreiche Wiedereinführung der Alpensteinböcke in die Alpen ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Zoos eine aktive Rolle im Naturschutz spielen und gleichzeitig die historische Verbindung zwischen Mensch und Tier ehren können.
Jahresergebnis 2024
Der Gesamtumsatz betrug im Jahr 2024 € 4.524.406,04, das bedeutet eine Steigerung von 6,1% im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 4.263). Diese Steigerung ist in erster Linie auf die Erhöhung der Eintrittspreise zurückzuführen.
Die Erlöse aus dem Verkauf von Eintrittskarten und Jahreskarten betrugen im Jahr 2024 € 3.761.233,71, und stellen im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 3.516) ein Plus von 7,0% dar. Die Summe der Personalkosten lag im Jahr 2024 bei € 3.605.462,63, was im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 3.290) eine Steigerung von 9,6 % darstellt.
Die planmäßige Abschreibung auf Sachanlagen inkl. GWG betrug € 884.391,23 (Vorjahr TEUR 884). Nach Verwendung der Investitionszuschüsse von Stadt- und Land Salzburg sowie den Zuschüssen aus Förderungen in der Höhe von € 573.757,64 (Vorjahr TEUR 536) ergab sich eine Abschreibung von € 310.633,59 (Vorjahr TEUR 347).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf € 1.541.356,29 und lagen im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 1.761) um 12,5% niedriger.
Nach Berücksichtigung des Finanzerfolges ergab sich ein Jahresfehlbetrag von € -248.558,56 (Vorjahr TEUR -71) der, vorbehaltlich der Zustimmung der Generalversammlung, nach Auflösung der Gewinnrücklage in der Höhe von € 153.444,99 sowie der nicht gebundenen Kapitalrücklage in der Höhe von € 95.113,57 zu einem Bilanzgewinn/-verlust von € 0,00 führt. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 75 auf 76. Auf Vollzeitäquivalente berechnet, entsprach dies im Jahr 2024 einer Anzahl von 57 Mitarbeitern, im Vergleich zu 56 im Vorjahr.
Die Eigenmittelquote (Eigenkapital x 100 dividiert durch das Gesamtkapital abzüglich Investitionszuschüsse) ist von 82,0% (Vorjahr) auf 70,4% gesunken.
Geldflussrechnung zum 31.12.2024
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| 1. Ergebnis vor Steuem | -248 559 | -70 906 |
| 2. +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Bereich | ||
| Investitionstätigkeit | 859 867 | 857 019 |
| +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapier des | ||
| 3. Umlaufvermögens | 0 | 172 |
| 4. +/- Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des | ||
| Bereichs Investitionstätigkeit | 3 263 | 4 543 |
| 5. +/- sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen / Erträge | -657 602 | -598 574 |
| 6. NETTO-GELDFLUSS aus dem betrieblichen Ergebnis | -43 031 | 192 254 |
| 7. -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte | 268 | 11 356 |
| 8. -/+ Zunahme/Abnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -27 867 | -27 092 |
| 9. -/+ Zunahme/Abnahme anderer Aktiva | -6 374 | -1 427 |
| 10. +/- Zunahme/Abnahme von Rückstellungen | 16 799 | 85 960 |
| 11. +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 149 420 | 85 803 |
| 12. +/- Zunahme/Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten | 1 811 | -2 063 |
| 13. +/- Zunahme/Abnahme anderer Passiva | 527 655 | -304 291 |
| 14, NETTO-GELDFLUSS aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuem | 618 681 | 40 500 |
| 15. - Zahlungen für Ertragsteuem | 0 | 0 |
| 16, NETTO-GELDFLUSS aus der betrieblichen Tätigkeit | 618 681 | 40 500 |
| 13. Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 0 | 0 |
| 17. + Einzahlungen aus Investitionszuschüsse | 809 419 | 1 465 000 |
| 18. + Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 2 917 | 1 000 |
| 19. + Einzahlungen aus Finanzanlagenabgang | 0 | 43 000 |
| 20. - Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -731 717 | -578 240 |
| 21. - Auszahlungen für Finanzanlagenzugang | 0 | -57 016 |
| 22, NETTO-GELDFLUSS aus der Investitionstätigkeit | 80 619 | 873 744 |
| 19. Einzahlungen von Eigenkapital | 0 | 0 |
| 20. – Rückzahlungen von Eigenkapital | 0 | 0 |
| 21. – ausbezahlte Ausschüttungen | 0 | 0 |
| 22. – Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und Finanzkrediten | 0 | 0 |
| 23. – Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 0 | 0 |
| 23. NETTO-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 0 | 0 |
| zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und | ||
| 24. Zahlungsmitteläquivalente (Z 12 + 15 + 16) | 699 300 | 914 244 |
| 25. + Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Periode | 2 596 864 | 1 682 620 |
| 26. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode | 3 296 164 | 2 596 864 |
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken aller Arten gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Geschäftsführung und der leitenden Angestellten. Zu diesem Zweck sind bereits seit vielen Jahren zahlreiche Maßnahmen sowie Verfahrens- und Arbeitsanweisungen im Einsatz.
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Laut Statistik Austria ist die Inflationsrate 2024 mit 2,9 % deutlich zurückgegangen, nachdem sie im Vorjahr noch bei 7,8 % lag. Damit sind die Auswirkungen der Teuerung zwar spürbar, jedoch einfacher zu kompensieren. Aufgrund möglicher Strafzölle bleibt die Entwicklung der Inflation jedoch weiterhin schwer vorhersehbar.
Ein weiterer Faktor, der den Zoo seit der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Energiekrise beschäftigt, ist die durchgängige Versorgung mit Wärme und Strom. Um auf mögliche Energieengpässe oder einen „Blackout" vorbereitet zu sein, hat der Zoo Salzburg ein Notstromaggregat angeschafft.
Während Schönwetterperioden und milde Wintermonate für mehr Besucher sorgen, haben immer stärker werdende Unwetter mit Starkregen einen doppelt negativen Effekt. Erstens muss der Zoo unter Umständen geschlossen bleiben, um Schäden zu beseitigen, weshalb Einnahmen durch Besucher ausbleiben. Zweitens steigen die Kosten für Personal und Fremdfirmen durch diese wetterbedingten Ereignisse stark an.
Besonders drastisch gestaltete sich das Wetter im September 2024. Er war mit einem Niederschlag von 244 I/m² in ganz Österreich der landesweit nasseste September der Messgeschichte. Im Zoo sorgte der sich über Tage hinziehende Starkregen dafür, dass der den Vogelpark begrenzende Steinwall, auf dem zudem der Besucherweg verläuft, unterspült wurde und absackte. Demzufolge wurde eine Sondersanierung der Stützkonstruktion notwendig. In weiterer Folge stürzte im Herbst 2024 auch ein Teil der historischen Mauer auf Höhe des Vogelparks ein.
Grundsätzlich birgt auch eine etwaige Unterspülung von Wurzelbereichen des Baumbestandes durch Starkregenereignisse ein realistisches Risiko, denn dadurch kann die Standsicherheit akut gefährdet sein. Um das Risiko abzumildern wurde 2024 beispielsweise die große Esche in der Polarwolfanlage durch eine aufwändige Stützkonstruktion gesichert. Ende 2023 wurde der benachbarte Baum entwurzelt und stürzte auf den Zaun, wodurch dieser erheblich beschädigt wurde.
Zu weiteren Risiken zählen auch übergreifende Tierseuchen wie die Maul- und Klauenseuche (MKS) oder die Vogelgrippe (Geflügelpest oder Aviäre Influenza), die insbesondere im Frühjahr und Herbst vermehrt ausbricht und in ganz Österreich auftritt.
Aufgrund eines möglichen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche wurde ein Notfallplan ausgearbeitet und es findet ein kontinuierlicher Austausch mit den Behörden statt.
Als Risiko ist auch der unwahrscheinliche Ausbruch eines gefährlichen Tieres zu werten.
Personelle Risiken
Krankheitsbedingte Ausfälle bilden ein unverändert hohes Risiko für personelle Engpässe. Vor allem im Winter 2024 nahmen grippebedingte Krankenstände zu. Zudem beinhalten langwierige Krankheiten oder Verletzungen mit anschließender Wiedereingliederung und somit reduzierter Arbeitskraft einen beständigen Unsicherheitsfaktor.
Grundsätzlich besteht bei den im Zoo anfallenden Arbeiten, sei es im Bereich der Tierpflege oder im Baubereich, immer eine gewisse Unfallgefahr.
Durch den steigenden Fachkräftemangels gestaltet sich die Personalsuche zunehmend schwieriger und langwieriger.
Finanzielle Risiken
In Bezug auf die finanziellen Risiken steht das mögliche Ausbleiben von Besuchem nach wie vor an erster Stelle. Ein Rückgang der Besucherzahlen kann verschiedene Gründe haben, die oft nur begrenzt beeinflussbar sind. Ein häufiger Grund dafür sind längere Schlechtwetterperioden, oder der Ausbruch von Tierseuchen.
Weitere Gründe für einen Rückgang der Besucherzahlen können die begrenzten finanziellen Möglichkeiten bestimmter Bevölkerungsschichten sein.
Ein Blick in die Zukunft zeigt zudem, dass die Generation Z (zwischen 1997 und 2012 geborene Menschen) oft eine kritische Einstellung gegenüber Zoos hat. Der Verband der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ), dem auch der Zoo Salzburg angehört, versucht diesem Trend mit gezielten und langfristig angelegten Social-Media-Kampagnen entgegenzuwirken (Quelle: VdZ - Verband der Zoologischen Gärten e.V.). Darüber hinaus hat der Zoo Salzburg seine Präsenz in den sozialen Medien weiter ausgebaut und wird das Portfolio um ein Konto bei TikTok erweitern, um gezielt die junge Zielgruppe anzusprechen.
Darüber hinaus ist der Zoo Salzburg auf die finanzielle Unterstützung seiner Gesellschafter angewiesen. Für das Jahr 2025 wurde dankenswerterweise eine Erhöhung der Zuschüsse zum laufenden Betrieb zugesagt.
Voraussichtliche Entwicklung
Energieeffizienz und Unabhängigkeit: Die Energiekrise, die durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst wurde, mag zwar überwunden sein, aber die aktuellen Strompreise bleiben hoch. Daher ist es weiterhin von größter Bedeutung, die Energieeffizienz zu maximieren. Die bestehenden Photovoltaik-Anlagen und die Investition in ein Notstromaggregat stellten einen wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen dar.
Klimawandel und Extremwetterereignisse: Der Klimawandel und die damit einhergehenden Extremwetterereignisse stellen einen schwer kalkulierbaren Risikofaktor dar. Die Liste der verheerenden Wetterereignisse ist bereits lang, und auch im Jahr 2025 könnten entsprechende Auswirkungen auf den Zoo Salzburg zu erwarten sein.
Besucherzahlen 2025: Der milde Winter hat dem Zoo Salzburg bisher sehr geholfen. Mit 72.527 Besuchern waren die Monate Januar bis März 2025 gut besucht, allerdings konnten die Besucherzahlen nicht an den Rekord von 90.515 Besuchern im Vorjahr herankommen.
Maul- und Klauenseuche 2025: Der grenznahe Ausbruch der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS) stellt für einige Tiere des Zoo Salzburg eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Am Freitag, dem 11. April 2025, wurde der Streichelzoo geschlossen und der Verkauf von Tierfutter an den Kassen vorübergehend eingestellt. Zudem wurden die Sicherheitsstandards deutlich erhöht, und der Zugang zum Zoo ist nur über Seuchenteppiche
möglich. Welche finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen diese Maßnahmen auf den Zoo Salzburg haben, ist derzeit noch nicht vorhersehbar.
Investitionen 2025
Aufgrund gravierender Mängel an der Stützkonstruktion des Besucherweges (Steinwall) über dem Vogelpark, wurde ein umfassendes Sanierungskonzept entwickelt, das nach umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen ab Frühjahr 2025 in Angriff genommen wird.
Auch die WC-Räumlichkeiten neben der Anlage der Präriehunde mussten komplett saniert werden. Die Fertigstellung erfolgte im April 2025.
Ende Februar 2025 begannen im Zoo Salzburg die Arbeiten an der Südostasien WG, ein weiterer Meilenstein in Richtung Zukunft. Für den im nördlichen Teil des Zoos gelegenen Bereich wird die geplante Anlage für drei südostasiatische Tierarten in Gemeinschaftshaltung einen neuen Anziehungspunkt bilden. Nach Fertigstellung werden auf der bisher wenig genutzten Fläche Schopfmakaken, Hirscheber und Zwergotter in einer tierischen Wohngemeinschaft zusammenleben.
Zur Verbesserung der Löwenhaltung wird, unter Einhaltung des aktuell geltenden Tierschutzgesetzes, die Außenanlage um 365 qm vergrößert. Zudem ist außen- wie innen ein zusätzlicher Absperrbereich vonnöten. Das Projekt kann durch eine Erbschaft finanziert werden.
Da die derzeitige Vogelhaltung im Vogelpark zukünftig nicht mehr zulässig ist und der weitläufige Bereich als kaum genutztes Juwel wenig zur Geltung kommt, wurde ein vierstufiger Plan für den Vogelpark entwickelt, der eine erhebliche Steigerung der Attraktivität mit sich bringen wird.
Beim Tapirhaus ist ein weiterer Nutzwasserbrunnen geplant, wodurch ein höherer Gesamtwasserdruck erzielt werden kann. Die entsprechenden Bohrungen erfolgten im März 2025.
Zweigniederlassung
Außerhalb des Ortes der Zoo Salzburg Gemeinnützigen GmbH bestehen keine Zweigniederlassungen.
Finanzinstrumente
Es bestehen keine derivative Finanzinstrumente.
Anif, am 30. April 2025
Grebner Sabine, 02.05.2025 10:33
Die Geschäftsleitung Mag. Sabine Grebner