Inhaltsverzeichnis
Der vorliegende Lagebericht wurde für Zwecke der Offenlegung auf die gesetzlich erforderlichen Angaben reduziert.
A. Geschäftsverlauf
1. Allgemeine Wirtschaftsentwicklung1
Osterreich kann im Jahr 2025 die hartnäckige zweijährige Rezession endlich hinter sich lassen. Durch eine leichte konsumgetriebene Erholung kam es zu einem BIP-Wachstum von 0,6% (2024: -0,7%). Die weltweiten geo- und handelspolitischen Rahmenbedingungen sowie die strukturellen Herausforderung im Inland tragen jedoch dazu bei, dass die Rückkehr auf den Wachstumspfad verhaltener ausfällt als in früheren Erholungsphasen und belasten die mittelfristigen Wachstumsaussichten. Für das Jahr 2026 wird dennoch ein unterdurchschnittlicher Aufschwung erwartet.
Osterreich war das einzige Land in der EU mit zwei Rezessionsjahren in Folge. Auch im laufenden Jahr verharrte die heimische Wirtschaftsleistung in der Stagnation, während das EU27-BIP um 1,6% im Jahr 2025 zulegen durfte. Der Dienstleistungssektor entwickelt sich seit geraumer Zeit besser als der produzierende Bereich, so auch im Jahr 2025. Während die Herstellung von Waren sowie der Bau nochmals Wertschöpfungsrückgänge von -0,5% erleiden, verzeichnen einige Dienstleistungsbranchen Zuwächse, allen voran der stark expandierende öffentliche Sektor (+2,5%). Mit einer breiten Branchenbelebung wird erst im Jahr 2026 gerechnet, das WIFO erwartet im nächsten Jahr ein BIP-Plus von 1,1% bzw. das IHS einen BIP-Zuwachs von 0,9%.
Die Verbraucherpreise in Osterreich haben sich im Jahresdurchschnitt 2025 um +3,6% gegenüber 2024 erhöht. Österreichs Inflation liegt damit weiterhin deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt (+2,1%). Durch die Rezessionsjahre und die kräftigen Lohnsteigerungen wurden die Finanzpolster der Unternehmen geschmälert und so kam es zu weniger Erweiterungsinvestitionen. Die Bruttoanlageninvestitionen bewegen sich 2025 insgesamt um die Nulllinie: Das WIFO erwartet einen leichten Rückgang um -0,3% während das IHS von einem moderaten Zuwachs um 0,3% ausgeht.
2. Ertragslage
Die JAF International Services GmbH ist eine reine Servicegesellschaft für sämtliche Konzerngesellschaften der JAF Gruppe. Sie unterstützt die Gruppenmitglieder durch zentral bereitgestelltes Personal länderübergreifend und transportiert damit die JAF-Strategie in alle Tochterunternehmen.
In Summe ergibt sich für die Gesellschaft ein positives Unternehmensergebnis nach Steuern in Höhe von TEUR 333,0 (Vorjahr TEUR 227,0).
1 Quellen:
3. Vermögenslage
Die Bilanzsumme per 31.12.2025 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR +184,2 (+1,3%).
Aktivseitig ist das im Wesentlichen auf einen Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen EUR +7,7 Mio., der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR +7,6 und einen Rückgang des Anlagevermögens von EUR -7,4 Mio. zurückzuführen.
Die Passivseite weist Erhöhungen der sonstigen Rückstellungen von TEUR +320,8, der Rückstellungen für Abfertigungen von TEUR +71, und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR +114,1 auf. Dem gegenüber steht ein Rückgang der Verbindlichkeiten aus verbundenen Unternehmen von TEUR -685,8.
Es ergibt sich folgende Bilanzstruktur:
| Anteil 2025 | Anteil 2024 | Anteil 2025 | Anteil 2024 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in % | in % | in % | in % | |||
| Anlagevermögen | 27,2 | 78,9 | Eigenkapital | 12,6 | 10,4 | |
| Umlaufvermögen | 72,8 | 21,1 | Fremdkapital | 87,4 | 89,6 |
4. Finanzlage
Die folgende Geldflussrechnung wurde in Anlehnung an die AFRAC-Stellungnahme 36: Geldflussrechnung (UGB) (Juni 2020) erstellt.
Der Nettogeldfluss wird mittels der indirekten Methode ermittelt. Als Finanzmittelfonds wurde der Fonds der flüssigen Mittel gewählt
JAF INTERNATIONAL SERVICES GMBH
für das Geschäftsjahr 2025
| 2025 2024 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| in TEUR in TEUR | |||||
| Ergebnis vor Steuern | 399,6 416,9 | ||||
| Abschreibungen/Zuschreibungen | auf | Gegenstände | des | ||
| Investitionsbereiches | 984,9 855,9 | ||||
| Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen | |||||
| des Investitionsbereiches | 0,3 25,1 | ||||
| Beteiligungserträge, Erträge aus anderen Wertpapieren und | |||||
| Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie sonstige Zinsen | |||||
| und ähnliche Erträge/Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -161,5 -240,1 | ||||
| Geldfluss aus dem Ergebnis | 1.248,2 1.033,0 | ||||
| Zunahme/Abnahme | der | Vorräte, der | Forderungen | aus | |
| Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva | -7.591,3 -477,9 | ||||
| Zunahme/Abnahme von Rückstellungen | 392,0 1.393,0 | ||||
| Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und | |||||
| Leistungen sowie anderer Passiva | -571,6 860,9 | ||||
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern | -6.522,8 2.809,0 | ||||
| Zahlungen für Ertragsteuern | -189,9 -66,6 | ||||
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | -6.589,3 2.619,1 | ||||
| Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 0,0 3,4 | ||||
| Einzahlungen aus | Finanzanlagenabgang | und | sonstigen | ||
| Finanzinvestitionen | 23.452,0 20.587,0 | ||||
| Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -2.312,6 -1.573,5 | ||||
| Auszahlungen für | Finanzanlagenzugang | und | sonstige | ||
| Finanzinvestitionen | -14.711,0 -21.828,0 | ||||
| Einzahlungen aus Beteiligungs-, Zinsen- und Wertpapiererträgen | |||||
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | -6.591,8 -2.568,5 | ||||
| Einzahlungen von Eigenkapital | 0,0 0,0 | ||||
| Rückzahlungen von Eigenkapital | 0,0 0,0 | ||||
| Auszahlungen aus der Bedienung des Eigenkapitals | 0,0 0,0 | ||||
| Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme | |||||
| von Finanzkrediten | -48,0 -0,6 | ||||
| Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und Finanzkrediten | |||||
| Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -2,6 -1,9 | ||||
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -50,6 -2,5 | ||||
| Summe Nettogeldfluss | 0,0 0,0 | ||||
| Fonds 01.01. | 0,0 0,0 | ||||
| Fonds 31.12. | 0,0 0,0 | ||||
| Veränderung liquider Mittel | 0,0 0,0 | ||||
B. Risikosituation
Die Gesellschaft übt Servicefunktionen für sämtliche Konzerngesellschaften aus und wirkt nicht direkt an der operativen Handelstätigkeit der restlichen Gesellschaften mit.
Die laufenden Aufwendungen bestehen zum größten Teil aus Personalkosten und mit diesen in Zusammenhang stehenden Kosten. Einnahmenseitig werden Umlagekosten an die Konzerngesellschaften verrechnet. Das Ertragsrisiko aus dem laufenden Geschäft ist daher als gering einzustufen.
Die wesentlichen Risikoaspekte der Gesellschaft betreffen das Qualitäts- sowie das IT- Risiko. Zur Gewährleistung einer branchenüblichen Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität werden dazu Maßnahmen in den Bereichen der technischen, menschlichen und organisatorischen Sicherheit getroffen.
Die Mitarbeiter stellen die wichtigste Ressource der JAF-Gruppe dar. Im Geschäftsjahr 2016 wurde die JAF-Akademie gegründet, welche durch ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm neben dem kontinuierlichen Aufbau von fachlichem Knowhow auch die persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter fördern und sicherstellen soll.
Das Liquiditätsrisiko wie auch das Kreditrisiko der Gesellschaft können aufgrund der quartalsweisen Verrechnungen an die Konzerngesellschaften als gering eingestuft werden.
C. Die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die geopolitische Situation hat sich 2026 weiter zugespitzt. Sie ist geprägt von der Neuausrichtung der USA unter Trump, vom andauernden Ukraine-Krieg, der Spannung im Nahen Osten und dem verstärkten Wetbewerb um Ressourcen. All dies hat Auswirkungen auf die Nachfrage, Warenströme, (Treibstoff-)Kosten und Zinsen.
Auf der Suche nach weiteren Beschaffungsmöglichkeiten kann sich die JAF-Gruppe als internationaler Holzgroßhändler auch weiterhin auf seine Beschaffungskompetenz und sein langjährig gewachsenes internationales Lieferanten-Netzwerk verlassen. So wird Holz künftig wohl auch weiterhin verstärkt aus dem europäischen Raum, wie etwa Skandinavien, aber auch aus Ubersee, wie beispielsweise Vietnam, China und Indonesien, importiert werden. Die Versorgungssicherheit ist jedoch weitestgehend gesichert. Angesichts der volatilen Marktlage wird sich die JAF-Gruppe zudem in Zukunft noch stärker auf regionale Bezugsquellen stützen, die bereits jetzt eine zentrale Rolle im großen Produktportfolio des Holzhändlers spielen.
Vertriebsseitig konnte ein guter Start in das Jahr 2026 verzeichnet werden. Der vor allem durch den Nahost-Konflikt entstehende Kostendruck wird zwar durch den Preisanstieg gebremst, dürfte jedoch trotzdem die Investitionskraft schwächen.
D. Forschung und Entwicklung
Es sind im Geschäftsjahr 2025 keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung angefallen.
E. Zweigstellen
Das Unternehmen verfügt im Geschäftsjahr 2025 über keine Zweigstellen. Die Errichtung von Zweigstellen ist nicht geplant.
F. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Es wird Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette - ökologisch, sozial und in der Unternehmensführung – übernommen.
Umwelt: Holz als Teil der Lösung
Holz ist für die JAF-Gruppe der klimaaktive Baustoff der Zukunft. Im Geschäftsjahr 2025 wurden mit den gehandelten Holzprodukten rund 1,3 Mio. Tonnen CO2 temporär gebunden. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die eigenen Emissionen systematisch zu senken. Die marktbasierten Scope-1- und Scope-2-Emissionen lagen 2025 bei 16.486 t CO2e und damit 8,55% unter dem Basisjahr 2022.
Ein zentraler Hebel hierfür ist die Energie- und Logistikoptimierung:
- Seit 2023 3,7 Mio. Euro Investitionen in PV-Anlagen - Ausbau der Photovoltaik auf 35 Anlagen - 74% der Staplerflotte elektrisch
Zudem wird auf nachhaltige Forstwirtschaft, transparente Lieferketten, regionale Beschaffung und zertifizierte Produkte gesetzt. Über 50% der Produkte werden bereits als FSC®- oder PEFC-zertifizierte Ware bezogen. 85% der Niederlassungen sind FSCzertifiziert.
Soziales: Attraktiver Arbeitgeber mit Entwicklungsperspektive
Zentrale Stärke des Unternehmens sind die Mitarbeitenden. Es werden Menschen aus 37 Nationen beschäftigt, die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 10 Jahren. Im Angestelltenbereich beträgt die Frauenquote 44%, 29% der Landesorganisationen werden von Frauen geführt.
Im Jahr 2025 investierte die JAF-Gruppe gezielt in Aus- und Weiterbildung, Führungskräfteentwicklung, Onboarding und E-Learning. Im Durchschnitt wurden 10,9 Trainingsstunden pro Mitarbeitenden absolviert; in Osterreich kamen 1.793 E-Learning- Lernstunden hinzu. Mit 57% der Mitarbeitenden wurden bereits strukturierte Mitarbeitergespräche geführt.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bleiben zentrale Handlungsfelder. 2025 wurden gruppenweit 61 dokumentierbare Arbeitsunfälle verzeichnet, es gab einen schweren Arbeitsunfall.
Governance: Verlässliche Standards und verantwortungsvolle Unternehmensführung Die JAF-Gruppe stärkt seine Governance-Strukturen laufend. ESG-Themen sind organisatorisch in der Geschäftsführung verankert; Teile der variablen Vergütung orientieren sich an der Erreichung der CO2-Reduktionsziele. Ergänzt wird dies durch gruppenweite Richtlinien, ein Hinweisgebersystem, regelmäßige Schulungen sowie verbindliche Compliance-Vorgaben.
Im Berichtsjahr 2025 gab es keine bestätigten Korruptionsfälle und keine Rechtsverfahren aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens. 100% der Mitarbeitenden sollen schrittweise in die Compliance- und Code-of-Conduct-Systematik eingebunden werden.
JAF INTERNATIONAL SERVICES GMBH für das Geschäftsjahr 2025
Ausblick
Nachhaltigkeit ist ein langfristiger Entwicklungsprozess. Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 zeigt: Die JAF-Gruppe hat wesentliche Strukturen aufgebaut, Fortschritte erzielt und messbare Ziele definiert. Damit wird die Position als verantwortungsvoller Partner für den nachhaltigen Baustoff Hoz und als Unternehmen gestärkt, das ökonomischen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbindet.
Stockerau, am 20.Mai 2026
(Wilfrid Fabjani)
(Werner Stix)
Mal As
(Miroslav Malkenickyj