Inhaltsverzeichnis
Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Entwicklung der Gesellschaft
BEST hat sich in den vergangenen mehr als 20 Jahren erfolgreich als wissenschaftliches Rückgrat der österreichischen Biomasseindustrie und als eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen in verschiedenen Bereichen der Bioenergie etabliert. In der jüngeren Vergangenheit rücken aber die Themen der nachhaltigen Bioökonomie und der Kreislaufwirtschaft verstärkt in den Fokus der Forschungsaktivitäten und mit ihnen die Fragen der Kreislaufführung von Reststoffen, Abfällen und CO2. Zusätzlich wurden an zwei Standorten erfolgreich Gruppen aufgebaut, die sich einerseits mit der Automatisierung und Regelung von Prozessen und Anlagen und andererseits mit energiewirtschaftlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Planung, Optimierung und Regelung von Mikronetzen und (regionalen) Energiegemeinschaften beschäftigen. Diese beiden Gruppen bilden auch den Kern der stark wachsenden Digitalisierungsaktivitäten bei BEST.
Neben dem COMET-Bereich verfügt BEST über einen Non-COMET-Bereich von beachtlicher Größe. Der COMET-Bereich ist der kooperativen Forschung vorbehalten. Im Non-COMET Bereich werden neben kooperativer Forschung auch innovative Auftragsforschung (sowohl gefördert als auch direkt beauftragt) abgewickelt.
Das Zentrum positioniert sich mithilfe des Non-COMET-Bereichs als One-Stop-Shop entlang der Wertschöpfungskette – von der Idee und gegebenenfalls Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung neuer Produkte.
Geschäftsverlauf 2024/25 und Zweigniederlassungen
Das Geschäftsjahr 2024/25 brachte insgesamt ein moderates Wachstum. Nach Jahren intensiver Investitionstätigkeiten erfolgten in 2024/25 in erster Linie kleinere Investitionen zur Vervollständigung des Portfolios an Versuchsanlagen und Ersatzinvestitionen für in die Jahre gekommene Analysegeräte.
COMET-Bereich:
Das Geschäftsjahr 2024/25 war das zweite Jahr der aktuellen (vierjährigen) COMET-Periode. Die Betriebsleistung im COMET-Bereich betrug im abgelaufenen Jahr 6,79 M€. Sie liegt sowohl für das aktuelle Jahr (deutlich) als auch kumuliert (geringfügig) über Plan.
Non-COMET-Bereich:
Im Geschäftsjahr 2024/25 betrug der Umsatz 4,89 M€. Zugleich erhöhte sich der Stand von noch nicht abrechenbaren Leistungen in diesem Bereich um rund 0,49 M€.
Zweigniederlassungen:
BEST hatte im Berichtsjahr keine im Firmenbuch eingetragene Zweigniederlassung.
Kooperation mit Unternehmen und wissenschaftlichen Partnern
Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 sind 16 (bei Einzelzählung der österreichischen Universitäts-Institute) wissenschaftliche Partner (11x O, 4x EU, 1x USA) und 47 Unternehmen (38x O, 8x EU, 1x USA) dem COMET Agreement für die aktuell laufende Förderperiode beigetreten. Hinzu kommen über 100 Partner (Unternehmen und wissenschaftlich) aus Kooperationen im Rahmen von Non-COMET-Projekten. Aufgrund der aktuellen Projektlage ist davon auszugehen, dass diese Situation stabil bleibt.
Patente und Lizenzen
Mit dem Wirtschaftsjahr 2024/25 bestehen 3 Lizenz- oder/und Patentnutzungsverträge:
- Patentnutzungsvertrag über die Nutzung des Patents Wärmepumpe und/oder Heizeinrichtung - Lizenzvereinbarung über die Nutzung des Source Codes von vorbestandenem Wissen im Bereich Energiemanagementsysteme Know-How-Nutzungsvertrag zur CO-Lambda-Regelung
Finanzielle Leistungsindikatoren
Geschäftsergebnis, Ertragslage
Die Erlöse der Gesellschaft resultieren aus dem COMET-Forschungsprogramm und aus Non-COMET- Aktivitäten. Die Erlöse aus dem COMET-Forschungsprogramm (öffentliche Förderung, wissenschaftliche Partner und Unternehmenspartner) betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 6,794 M€ (Vorjahr: 5,704 M€).
Der Non-COMET-Bereich erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Bestandsveränderung) in der Höhe von 5,380 M€ (Vorjahr: 6,000 M€). Erlöse (inkl. der
Auf Basis der Forschungs- und Entwicklungsaufgaben der BEST ergibt sich eine Forschungsprämie in der Höhe von 1,100 M€ (Vorjahr: 0,915 M€). Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2024/25 sonstige betriebliche Erträge in der Höhe von 1,579 M€ (Vorjahr: 0,981 M€) erzielt.
| Kennzahlen | 2024/25 [M€] | 2023/24 [M€] |
|---|---|---|
| Betriebsleistung (exkl. Sonst. Betr. Erträge) | 12,199 | 11,714 |
| Davon Erlöse öffentliche Förderungen | 3,762 | 5,625 |
| Jahresüberschuss | 0,194 | 0,211 |
| Vermögens- und Finanzlage, Eigenkapitalquote |
| Kennzahlen | 2024/25 [M€] | 2023/24 [M€] |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 2,495 | 2,301 |
| Gesamtkapital | 11,353 | 11,139 |
| Eigenkapitalquote | 23,39% | 22,52% |
Das Gesamtkapital ist in den letzten Jahren durch Inbetriebnahme der Gaserzeugungsanlage und weitere Investitionen (Projekt GreenCarbon Lab, FT-Synthese und Feingasreinigung) angestiegen. Nach diesen Großinvestitionen war die Investitionsquote in den letzten beiden Jahren geringer. Zugleich wurden die daraus entstandenen Schulden zum Teil zurückbezahlt. Dadurch ist die Eigenkapitalquote angestiegen und liegt aktuell bei 23,4%. Zum Bilanzstichtag weist die Gesellschaft ein rechnerisches Working Capital von -0,066 M€ (VJ: -0,900 M€) aus.
Kapitalflussrechnung
| Kennzahlen | 2024/25 [M€] | 2023/24 [M€] |
|---|---|---|
| Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | -0,715 | -0,368 |
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | -0,234 | 0,090 |
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 0,344 | -1,084 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | -0,605 | -1,362 |
Bericht über die Risiken und die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Risiken und Ungewissheiten
Risiken durch die aktuelle geopolitische Lage
BEST hat aktuell keine direkte Zusammenarbeit mit russischen oder ukrainischen Partnern. Von Auswirkungen (zB EU-Sanktionen) auf Partner hat BEST derzeit keine Kenntnis. Sanktionsregelungen werden aber laufend beobachtet. Das gilt auch für eine Zusammenarbeit mit palästinensischen (aktuell keine) und israelischen Partnern (drei abgeschlossene Direktaufträge, Zahlungen eingelangt). Allfällige Herausforderungen im Bereich von Beschaffungsketten und der Anstieg von Energiekosten werden laufend beobachtet und es wird entsprechend reagiert. Gleiches gilt für die aktuell sehr volatile internationale Zollpolitik und deren Auswirkungen.
Entwicklung des Non-COMET-Bereichs
Um auf die laufenden Veränderungen in den Forschungsförderungslandschaften und beim Forschungsbedarf von Unternehmen zu reagieren, verfolgen wir – nicht erst seit 2024/25 – die folgende Strategie:
• den Bereich der Auftragsforschung kontinuierlich ausbauen, • in attraktive Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsinfrastrukturen investieren, • unser Forschungs- und Technologieentwicklungsportfolio weiterhin und laufend an die sich verändernden Forschungsförderungsschwerpunkte anpassen, • in der Politikberatung die Themenlandschaft der Forschungsförderung mitgestalten • und die Forschungsförderungsinstrumente breiter streuen (seit 2023/24 wurde insbesondere auf Länderinstrumente und Interreg verstärkt gesetzt).
Im Ausblick auf das WJ 2025/26 bildet sich diese Strategie entsprechend ab. Sowohl im geförderten Bereich, als auch im Auftragsforschungsbereich zeichnet sich ein weiteres Wachstum ab.
Liquidität
Die Großinvestitionen der letzten Jahre (Gaserzeuger, GreenCarbon Lab, etc) waren eine Herausforderung für die Liquidität. Durch die fristenkongruente Finanzierung war diese aber immer gegeben und kam es nie zu einem Engpass. Durch das Auszahlungssystem im Non-COMET-Bereich, die Reduktion der COMET-Rate für das erste Jahr und die Verschiebung mehrerer größerer Zahlungen von Unternehmenspartnern kam es im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2023/2024 zu einem Liquiditätsengpass. Dieser war schon in der Planung berücksichtigt worden, wurde im Herbst 2024 mit dem Aufsichtsrat besprochen und deshalb für das erste Halbjahr 2025 eine Zwischenfinanzierung in der Höhe von 300 TEUR genehmigt und umgesetzt.
Das Finanzergebnis in der Höhe von 200 T€ (Vorjahr: 266 TEUR) ist auf Grund der fallenden Leitzinsen besser als im Vorjahr, hat jedoch immer noch einen wesentlichen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Ab dem Geschäftsjahr 2025/26 sollte es zu einer laufenden erheblichen Verbesserung kommen.
Standort und Pilotanlage in Wien-Simmering
Die Attraktivität der Pilotanlage(n) (Gaserzeuger und Fischer-Tropsch-Synthese) werden durch nationale, wie internationale Nachfrage laufend nachgewiesen. Um die Verfügbarkeit der Anlagen entsprechend zu gewährleisten, wird laufend in angemessene Instandhaltungsmaßnahmen sowie in die Lagerhaltung betriebskritischer Komponenten investiert. Um den Nachfragen nach Dauerversuchen (2- 3 Monate statt Kampagnenbetrieb über 3-4 Wochen je Kampagne) gerecht zu werden, werden für den Fall der Beauftragung der Dauerversuche weitere Automatisierungsmaßnahmen an den Anlagen umgesetzt.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Kurzfristig
Die aktuelle COMET-Periode (2023-2027) läuft gut. Der leichte Rückstand an Inkinds konnte aufgeholt und kumuliert mit dem abgelaufenen Jahr übererfüllt werden. Unser Fokus liegt im Geschäftsjahr 2025/26 auf der Definition letzter Projekte und dem Abschluss der mit diesen Projekten verbundenen neuen Kooperationsverträge.
Im Non-COMET Bereich ist weiterhin geplant, dass über alle Unternehmensbereiche vorgesehene Umsatzwachstum zu realisieren. Mit diesem geplanten Wachstum können die allgemeinen Kostensteigerungen zu einem weiten Teil kompensiert und der Personalstand weiter leicht angehoben werden.
Im Jahr 2025 wird ein umfassender Strategieprozess durchgeführt, der Basis für die nächste COMET- Periode und die mittelfristige Entwicklung des Zentrums ist.
Mittelfristig
Zur Absicherung der mittel- und langfristigen Entwicklung ist die weitere Stärkung der Eigenkapitalbasis und damit indirekt die Sicherung der Finanzierung von Projekten geplant.
Im aktuell laufenden Strategieprozess wird die Basis für die mittel- und langfristige Entwicklung erarbeitet.
Graz, am 10.06.2025
Die Geschäftsführung
DI Dr. Walfer Haslinger
Dr. Román Schmid