Inhaltsverzeichnis
1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
1.1
Geschäftsverlauf
Nach den starken Wachstumsjahren 2021/2022 in der Photovoltaikbranche in Europa reduzierte sich die Nachfrage im Standardmodulbereich marktseitig signifikant. Auslöser dafür waren vor allem die davor aufgebauten Lager-Überkapazitäten in Europa aufgrund vorangegangener Verfügbarkeitsprobleme. In weiterer Folge kam es auch zu einem deutlichen Preisverfall sowohl bei den Rohstoffen (Zellen) als auch bei der Fertigware aus China, da die chinesischen Hersteller ebenso Überkapazitäten hatten und daher mit Dumpingpreisen nach Europa exportierten.
Dies führte zu einem Umsatzrückgang von rund 60 %. Die vorhandene Nachfrage wurde zu großen Teilen aus dem vorhandenen Vorratsvermögen bedient. Dadurch kam es notwendigerweise zu einer Einschränkung der Produktionstätigkeit am Standort St. Veit an der Glan, da hier das von der Krise betroffene Standardmodul produziert wird. Ebenso waren rigorose Einsparungen im Bereich der Strukturkosten unausweichlich.
Trotz der frühzeitig getroffenen Maßnahmen konnte ein Jahresverlust nicht abgewendet werden. Wesentliche Gründe dafür waren die zeitversetzte Wirkung der Restrukturierungsmaßnahmen sowie notwendigen Lagerabwertungen. Durch die hohen Investitionskosten der Vorjahre und dem starken Umsatzrückgang sind sehr hohe Finanzverbindlichkeiten vorhanden.
In Anbetracht der schwierigen Finanz- und Ertragslage beauftragte die Geschäftsführung die Management Factory Corporate Advisory GmbH bereits im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2024 mit der Erstellung einer Fortbestehensprognose.
Zur Beurteilung der möglichen Fortführung stützt sich die Fortbestehensprognose auf einen Businessplan für den Zeitraum 2025 bis 2027, mit dem Schwerpunkt einer integrierten Planrechnung, bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung, welche mit den Eigentümern und den wesentlichen finanzierenden Banken abgestimmt ist. Die Planrechnung basiert auf Marktanalysen und detaillierten Teilplänen, welche entsprechende Sanierungsmaßnahmen enthalten.
Als Sanierungsmaßnahme wurde unter anderem bereits im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die Zufuhr eines Gesellschafterzuschusses in Höhe von EUR 2.000.000,00 von der Muttergesellschaft Sonnenkraft GmbH beschlossen. Dieser Gesellschafterzuschuss wurde im vorliegenden Jahresabschluss unter Kapitalrücklagen ausgewiesen. Die Gesellschafter der Muttergesellschaft der Sonnenkraft Energy GmbH haben sich darüber hinaus verpflichtet, im Jahr 2025 einen Gesellschafterzuschuss von EUR 1.000.000,00 an die Sonnenkraft GmbH zu leisten, um der Unternehmensgruppe ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Zuführung aller Gesellschafterzuschüsse wurde im April 2025 abgeschlossen.
Die Fortbestehensprognose aus 2024 wurde im März 2025 mit den Werten des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2024 noch einmal durch die Management Factory Corporate Advisory GmbH evaluiert. Auf Basis der Ergebnisse wurde durch die Restrukturierungsberaterin bestätigt, dass laut Prognosemodell die Zahlungsfähigkeit der Sonnenkraft Energy GmbH bis Ende 2027 gesichert ist, die Gesellschaft voraussichtlich all ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen kann und zu diesem Zeitpunkt auch keine Sanierungshindernisse bekannt sind, die gegen die Unterzeichnung eines Restrukturierungsvertrages sprechen würden.
Auf Basis dieser evaluierten Fortbestandsprognose wurde Anfang April 2025 eine Restrukturierungsvereinbarung zwischen der Sonnenkraft Energy GmbH, der Sonnenkraft GmbH, den Eigentümern der Sonnenkraft GmbH und den involvierten Banken (RLB Kärnten, Raiffeisen- Landesbank Steiermark AG, Raiffeisenverband Salzburg eGen und Raiffeisenbank Mittelkärnten eG) abgeschlossen. Die wesentlichen Vertragsbestandteile sind neben der Zufuhr der bereits beschriebenen Gesellschafterzuschüsse, die Umwandlung eines kurzfristigen Kontokorrentkredits in einen Abstattungskredit, eine Stand-Still-Vereinbarung für Altverbindlichkeiten und Vereinbarungen hinsichtlich deren Rückführung und zu bestehenden Sicherheiten, die Gewährung eines Stabilisierungsdarlehens durch den KWF und Vereinbarungen hinsichtlich Sondertilgungen aus einer Excess-Cashflow Berechnung sowie etwaiger Verwertungserlösen aus dem Verkauf von Vermögenswerten des Anlagevermögens. Weiters hat sich die Sonnenkraft Energy GmbH zu einem externen begleitenden Restrukturierungs-Monitoring durch die Management Factory Financial Advisory GmbH verpflichtet.
Da alle geforderten Bedingungen erfüllt werden konnten, wurden mittels dieser Restrukturierungsvereinbarung die bestehenden Kreditlinien bis Ende 2027 abgesichert. Weiters wurden hierdurch alle Voraussetzungen für das zusätzliche KWF-Darlehen erfüllt und erfolgreich umgesetzt. Die Gesellschaft verfügt aus heutiger Sicht über ausreichende Zahlungsmittelreserven, um ihren finanziellen Verpflichtungen auch zukünftig jederzeit vollständig und fristgerecht nachkommen zu können.
Bei plankonformer Unternehmensentwicklung und Verlängerung der kurzfristigen Linien durch die finanzierenden Banken ist ein positiver Fortbestand des Unternehmens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen konnten auch die bestehenden Kreditlinien bei der finanzierenden Bank prolongiert werden. Sollte es im Geschäftsverlauf zu wesentlichen Planungsabweichungen und damit zu Liquiditätsengpässen kommen oder die finanzierenden Banken die kurzfristigen Kreditlinien nicht verlängern bzw. fällig stellen, müssten zur Aufrechterhaltung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung weitere Kapitalmaßnahmen oder Finanzierungen mit den Eigentümern bzw. Dritten vereinbart werden.
1.2 Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
1.2.1 Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2024 sind die Umsatzerlöse von TEUR 100.690 auf TEUR 41.100 gesunken. Der Jahresfehlbetrag der Sonnenkraft Energy GmbH beträgt TEUR 11.547 (Vorjahr: Jahresüberschuss TEUR 344).
Als Hauptursachen für die wesentlichen Änderungen werden mehrere Faktoren angesehen. In der Vergangenheit wurden Überkapazitäten am PV-Markt aufgebaut, die 2024 in auf ein zurückhaltendes Investitionsverhalten der Endkunden trafen. Gleichzeitig kam es zu einem massiven Preisverfall von Rohstoffen (Zellen) und Fertigwaren aus China, da auch diese Hersteller Überkapazitäten hatten und zu Dumpingpreisen den europäischen Markt mit ihren Produkten überschwemmten. Der Großhandel brach als Folge massiv ein, die Sonnenkraft Energy GmbH verlor den wichtigsten PV-Kunden in Deutschland.
Weiters wurde – rückwirkend betrachtet - eine Technologieänderung (TopCon Umstellung) zu spät umgesetzt, dies führte zusätzlich zu Abwertungen von veralteten Beständen im Bereich Roh- und Fertigware. Die Folge all dieser Entwicklungen waren hohe, nicht werthaltige Lagerbestände, die zu einer übermäßigen Belastung der Liquidität führten und hohe Lagerkosten verursachten.
Die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Eigenkapital) ist negativ (Vorjahr: 4,27 %). Die Umsatzrentabilität (Betriebsergebnis im Verhältnis zum Umsatz) im Geschäftsjahr 2024 beträgt -25,56 % (Vorjahr 1,27 %).
1.2.2 Vermögens und Finanzlage
Die Bilanzsumme reduzierte sich im Geschäftsjahr 2024 um 34,85 % von TEUR 43.441 auf TEUR 28.304. Das langfristige Vermögen ist im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 16.806) annähernd gleichgeblieben und beträgt TEUR 16.912.
Das kurzfristige Vermögen reduzierte sich insbesondere aufgrund des erhöhten Vorratsbestandes im Vorjahr von TEUR 26.521 auf TEUR 11.285. Das Eigenkapital (inklusive Sonderposten für Investitionszuschüsse) reduzierte sich von TEUR 12.857 auf TEUR 4.090.
Die Bankverbindlichkeiten stiegen auf TEUR 20.543, die restlichen kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich von TEUR 10.656 auf TEUR 1.979 reduziert. Die Verbindlichkeiten sind insgesamt um 20,02 % im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr gesunken.
Der Netto-Geldfluss aus Laufender Geschäftstätigkeit war mit TEUR - 3.621 negativ. Die Ursachen wie Überkapazitäten am PV- Markt, Preisverfall und Technologieänderung werden in Punkt 1.2.1 Ertragslage ausführlich erläutert. Der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit betrug TEUR - 1.417 und resultiert hauptsächlich aus der Fertigstellung der neuen Produktionsanlage am Standort Wies. Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit betrug TEUR 5.038, davon stammen TEUR 2.000 aus einem Gesellschafterzuschuss.
1.3
Investitionen
Die Buchwerte des Anlagevermögens entwickelten sich wie folgt:
| Immaterielles | ||||
|---|---|---|---|---|
| in TEUR | Vermögen | Sachanlagen Finanzanlagen | Gesamt | |
| Stand 01.01.2024 | 0 | 16.806 | 0 | 16.806 |
| Zugänge | 119 | 1.633 | 0 | 1.752 |
| Abgänge | 0 | 89 | 0 | 89 |
| Abschreibung | 6 | 1.551 | 0 | 1.557 |
| Stand 31.12.2024 | 113 | 16.799 | 0 | 16.912 |
Die wesentliche Investitionstätigkeit war die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Produktionsanlage “Linie 3“ am Standort in Wies. Die Produktionslinie in Sankt Veit an der Glan wurde auf die neueste Zelltechnologie umgerüstet.
1.4
Personal
Im Geschäftsjahr 2024 waren durchschnittlich 114 Mitarbeiter bei der Sonnenkraft Energy GmbH beschäftigt. Dies entspricht einer Reduktion von rd. 24 % gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Arbeiter veränderte sich um 27,8 % (von 133 auf 96) und die Anzahl der Angestellten liegt bei 18 Mitarbeitern (Vorjahr 17 Mitarbeiter).
Mitarbeiterstand
| (im Jahresdurchschnitt) | |||
|---|---|---|---|
| 160 | |||
| 140 - | |||
| 120 - | |||
| 100 - | |||
| 80 - | |||
| 60 - | |||
| 40 - | |||
| 20 - | |||
| 0 - | |||
| Arbeiter | Angestellte | GESAMT | |
| • 2024 | 96 | 18 | 114 |
| • 2023 | 133 | 17 | 150 |
1.5 Umweltbelange
Die Umsetzung, den Fuhrpark zu 100 % auf Elektromobilität umzurüsten und in Kombination mit dem Photovoltaik-Carport eine CO2 neutrale Fortbewegungsmethode zu schaffen wurde konsequent weiter fortgesetzt.
1.6
Standorte
Im Geschäftsjahr 2024 war das Unternehmen neben seinem Stammsitz in St. Veit an der Glan auch in Wies/Steiermark tätig.
2. Forschung und Entwicklung
Gemeinsam mit führenden Forschungsinstituten und technischen Universitäten im Bereich der erneuerbaren Energien bzw. innovativen Partnern aus der Industrie wurden 2024 schwerpunktmäßig die Projekte „Sol4City – Phase 2“ , welches sich mit integrierten solaren Versorgungskonzepten für klimaneutrale Gebäude der „Stadt der Zukunft“ auseinandersetzt, „PV- ReValue“ zur weiteren Vertiefung der Langzeitverwertungsstrategie von PV-Modulen und dem Implizieren eines Kreislaufwirtschaftsprozesses für alle Komponenten in einem PV-Modul, „BIM4BIPV“ zum Thema BIM-Planung und Tageslichtoptimierung für BIPV Photvoltaik, „PV- DETECT“ mit Schwerpunkt auf die Beschleunigung von PV-Modul-Entwicklungen für spez. Umwelteinflüsse oder spez. Anwendungen, „SolPol-6“ mit Fokus auf der Entwicklung von umweltfreundlichen/recyclebaren Technologien bzw. von maßgeschneiderten, funktionalen Polyolefinen für Glas-Glas Photovoltaik Module, „Renvelope“, welches sich mit der Transformation bestehender Gebäude hin zu emissionsarmen, energieaktiven Teilnehmern und der Entwicklung einer kosteneffizienten, kreislauffähigen und modularen Lösungen für Upgrade des Gebäudebestands durch Sanierung über die Gebäudehülle beschäftigt und das Projekt „Blendreduktion“, welches sich mit der Optimierung des Blendverhaltens von Photovoltaikmodulen beschäftigt, bearbeitet.
Zusätzlich wurden mit den Projekten „BIPV-Booster“ (Ziele: Erstellung eines Katalogs für nachweisfreie Konstruktionen hinsichtlich Brandschutz; Auslotung möglicher Optimierungen im Moduldesign und anderer Randparametern), „FILD PV“ (Ziele: Erarbeitung eines umfassenden Verständnisses der Vor- und Nachteile der State-of-the-Art farbgebenden PV-Materialien/Komponenten; Implementierung von Modellen zur akkuraten Vorhersage des Erscheinungsbilds sowie der erwartbaren Modulleistung basierend auf den optischen Eigenschaften; Erforschung des Alterungsverhaltens und der Langzeitstabilität von PV-Modulen mit verbauten farbigen Komponenten) und „ColourBIPV“ (Ziel: Entwicklung verschiedenfarbiger BIPV-Lösungen, die sich leicht in Gebäude (Dächer und Fassaden) und Infrastruktur integrieren lassen und gleichzeitig langfristige Zuverlässigkeit und Haltbarkeit bei minimalen Leistungsverlusten gewährleisten) vertiefende Forschungstätigkeiten im Bereich der gebäudeintegrierten Photovoltaik gestartet.
Gemeinsam mit den Mitgliedern der „Technologieplattform Photovoltaic“ und des „GreenTech Clusters“ wurden Konzepte zur Stärkung der österreichischen Photovoltaiklandschaft durch den Fokus auf innovative Anwendungsgebiete – wie etwa BIPV oder Agri PV – und auch Initiativen/Kooperationen mit Fokus auf Nachhaltigkeit weiter vertieft.
3. Risikomanagement
Die Sonnenkraft Energy GmbH ist ein produzierendes Unternehmen mit internationalen Kunden. Dementsprechend werden die Risiken bewertet und dementsprechend ist das Risikomanagement aufgebaut. Potenzielle Risiken werden frühzeitig erkannt und geeigneten Vorsorgeund Sicherungsmaßnahmen getroffen. Hierfür evaluiert das Management der Gesellschaft in regelmäßigen Abständen die Chancen und Risiken in Bezug auf die allgemeine Geschäftsentwicklung. Zudem ist ein wöchentliches und monatliches Reporting eingerichtet, welches ein frühzeitiges Erkennen von Risiken ermöglicht (u.a. Umsatz und Deckungsbeiträge auf Produkt- und Kundenebene, Auftragsstand, Qualität, Materialverfügbarkeit und Liquidität).
Zur Abdeckung von Feuer-, Haftpflicht-, Betriebsunterbrechungs- und Produkthaftungsrisiken wurden umfangreiche Versicherungsverträge abgeschlossen. Diese werden laufend mit Unterstützung eines Maklers bewertet und optimiert.
Im Folgenden sind die relevanten Risiken einzeln dargestellt:
Konjunkturrisiko
Eine schwache Konjunkturlage in den europäischen Zielmärkten (primär Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Slowenien und Schweden) und geringe Investitionsneigungen seitens der Unternehmen haben wesentlichen Einfluss auf die Absatz- und Auftragslage der Gesellschaft. Relevant sind auch die jeweiligen nationalen Förderrichtlinien für regenerative Energien.
Absatzrisiko
Absatzrisiken ergeben sich aus witterungsbedingten saisonalen Schwankungen und bei einer etwaigen Abhängigkeit von einzelnen Großkunden. Den saisonalen Schwankungen wird im Rahmen des Budgetierungsprozesses Rechnung getragen. Auch ist die Abhängigkeit von einzelnen Kunden überschaubar. Eine gute Vernetzung mit den Kunden sowie ein enges Partnerprogramm wirkt diesem Risiko entgegen.
Preisrisiko (Verkaufspreise)
Durch die zunehmende Internationalisierung der Märkte und die damit verbundene höhere Wettbewerbsintensität in den Kernmärkten kann es zu Nachfrageverschiebungen bei den Kunden kommen, die Ihre Kaufentscheidung ausschließlich aufgrund des Preises treffen. Diesem Risiko tritt die SK Energy GmbH in vielfacher Weise entgegen:
1) Qualität Made in Europe unter der bekannten Marke Sonnenkraft; 2) Intelligente Produkte mit Mehrwert im BIPV-Bereich; 3) Fokus auf Alleinstellungsmerkmale (Glas/Glas, Alpin, Deflect, Maxim Module).
Preisrisiko (Einkaufspreise)
Aufgrund der Volatilität des Marktes kommt es immer wieder zu teilweise beachtlichen Preisschwankungen bei den Vormaterialien und bei der Handelsware. Diesen Risiken wird durch die Kooperation mit mehreren Lieferanten und durch langfristige Verträge entgegengetreten.
Bei den strategisch wichtigen Rohstoffen wird durch Kooperation mit mehreren Lieferanten in unterschiedlichen Ländern eine Multi- & Global-Sourcing Strategie verfolgt (im Gegensatz zu einer Single-Sourcing Strategie). Die steigenden Energiepreise führen zwar ebenfalls zu erhöhten Produktionskosten, sie befeuern allerdings auch die Nachfrage nach den Produkten der SK Energy GmbH.
Beschaffungsrisiko
Eine tiefe und umfassende Kenntnis über den Beschaffungsmarkt ist die Basis der Unternehmensinternen Strategie in diesem Bereich. Wesentliche Entwicklungen am Beschaffungsmarkt werden laufend überwacht. Beschaffungsrisiken im Sinne von Lieferverzögerungen sind grundsätzlich eher gering. Die SK Energy kann auf stabile und langjährige Partnerschaften mit Vorlieferanten zurückgreifen.
Liquiditätsrisiko
Dem Liquiditätsrisiko wird durch umfassende Planung im Rahmen des Budgetierungsprozesses sowie durch eine monatliche Cash-Planung Rechnung getragen. Die mittelfristige Planung basiert aktuell auf der im Jahr 2024 erstellten und im März 2025 neu evaluierten Fortbestehensprognose.
Die Gesellschaft überwacht und steuert die Liquidität laufend. Im täglichen Geschäft wird ein wöchentlicher Zahlungsdurchlauf im 4-Augen-Prinzip durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Zahlungen korrekt und rechtzeitig erfolgen. Darüber hinaus erfolgt das Kreditoren- und Debitorenmanagement täglich und vollständig. Die Forderungen sind durch eine Factoringvereinbarung in großem Ausmaß vorfinanziert und im Zuflusszeitpunkt präzise planbar. Sämtliche Lieferungen sind versichert und bewegen sich innerhalb der vereinbarten Kreditlimite. Derzeit können alle Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllt werden.
Einmal im Monat wird geprüft, ob die Cash-Planung noch aktuell ist oder angepasst werden muss. Absehbare Entwicklungen auf den jeweiligen Absatz- und Beschaffungsmärkten und deren Auswirkungen auf die Liquiditätslage werden in den laufend aktualisierten Finanzplänen entsprechend berücksichtigt. Mitte 2025 wird zusätzlich eine weitere umfassende Evaluierung und Überarbeitung der Fortbestehensprognose inklusive mittelfristiger Liquiditätsplanung erfolgen.
Durch die im Jahr 2025 mit den involvierten Banken unterfertigte Restrukturierungsvereinbarung ist zudem eine langfristige Absicherung der bestehenden Kreditlinien bis Ende 2027 gewährleistet. Alle Voraussetzungen für ein zusätzliches KWF-Darlehen wurden erfüllt und erfolgreich umgesetzt. Die Gesellschaft verfügt aus heutiger Sicht über ausreichende Zahlungsmittelreserven, um ihren finanziellen Verpflichtungen auch zukünftig jederzeit vollständig und fristgerecht nachkommen zu können.
Sollte es im Geschäftsverlauf zu wesentlichen Planungsabweichungen und damit zu Liquiditätsengpässen kommen oder die finanzierenden Banken die kurzfristigen Kreditlinien nicht verlängern bzw. fällig stellen, müssten zur Aufrechterhaltung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung weitere Kapitalmaßnahmen oder Finanzierungen mit den Eigentümern bzw. Dritten vereinbart werden.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Verlusten führen kann.
Die Risikominimierung wurde durch die weitere Verbreiterung des Kundenstammes weiter forciert. Marktfokus ist weiterhin Mitteleuropa mit den Kundenzielgruppen Großhandel, Photovoltaikspezialisten und Projekt Errichter. Die Gesellschaft schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab und verwendet Factoring für die zeitnahe Umwandlung der Forderungen in Cash. Alle Kunden, die mit der Gesellschaft Geschäfte abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen und über eine Kreditversicherung abgesichert. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht.
Währungsänderungsrisiko
Aufgrund der Tatsache, dass Rohstoffe wie bspw. Photovoltaikzellen aus dem USD-Raum (Asien) zum größten Teil in Euro bezogen werden, ergibt sich ein sehr geringes Risiko aus Fremdwährungsgeschäften. Da alle europäischen Hersteller von Photovoltaikmodulen, welche asiatische Photovoltaikzellen aus dem USD-Raum einsetzen, demselben Risiko unterliegen, können etwaige Wechselkursschwankungen im Produktpreis abgebildet werden.
Zinsänderungsrisiko
Der Zinssatz von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten wird regelmäßig angepasst. Die anderen Finanzinstrumente der Gesellschaft sind nicht verzinslich und unterliegen folglich keinem Zinsänderungsrisiko. Die Tilgungen und Zinsen sind aufgrund der gewählten Finanzierungsstruktur (lange Laufzeiten, niedrige Zinsen) über den operativen Cashflow bedienbar.
Bonitätsrisiko
Die SK Energy verfügt trotz der Verluste im aktuellen Geschäftsjahr über ein positives Eigenkapital und bezahlt die Verbindlichkeiten überwiegend pünktlich.
4. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die strategische Ausrichtung auf den Heimmarkt Österreich und die angrenzenden Märkte in Europa wird konsequent fortgesetzt.
Es wird für die Folgejahre ein moderates Wachstum prognostiziert. Die Prognosen deuten nicht auf einen generellen Rückgang des PV Marktes hin. Der Bedarf an erneuerbaren Energien wächst kontinuierlich und Förderanreize für „Made in Europe“ Produkte unterstützen dies. ZuSätzlich ist zu berücksichtigen, dass in den nächsten Jahren alte PV Anlagen vermehrt mit neuen und leistungsstärkeren Modulen auf- bzw. umgerüstet werden, sowie bestehende Anlagen um einen Batteriespeicher erweitert werden. Auch das spricht für ein weiteres Wachstum in der Nachfrage nach PV Modulen.
Ziel ist es die Position als Systemanbieter mit Qualität „Made in Europe“ unter der bewährten Marke SONNENKRAFT weiter auszubauen. Wir setzen weiterhin einen Fokus auf intelligente Produkte mit Mehrwert sowie den Bereich Gebäudeintegrierter Photovoltaik um uns von der Massenware aus China abzugrenzen.
Für die nächsten Jahre wird jährlich von einem leichten Umsatzwachstum ausgegangen. Die Ertragssituation wird sich durch die eingeleiteten Maßnahmen wieder entsprechend verbessern. Im Jahr 2025 ist eine deutliche Reduktion des Jahresverlustes geplant. Ab dem Jahr 2026 wird wieder von einem positiven Jahresüberschuss ausgegangen.
St. Veit an der Glan, am 9. Mai 2025
Die Geschäftsführer
Peter Prasser
Posterke DI Reinhard Pasterk