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Allgemein
Die BRAU UNION AG hält direkt oder indirekt 100 % der Anteile an der BRAU UNION Österreich Aktiengesellschaft, der Vereinigten Kärntner Brauereien GmbH, der BRAU UNION Financial Services GmbH und der Brau Union Export GmbH & Co KG.
Darüber hinaus hält die BRAU UNION AG 70 % der Anteile an der Rudolf Ammersin Gesellschaft m.b.H., die im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr unverändert blieben. Die BRAU UNION AG erwarb weitere 25 % der Anteile der Fohrenburg Beteiligungs-Aktiengesellschaft und besaß im Jahr 2025 99,4 % der Gesamtaktien.
Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage der BRAU UNION AG
Das Jahr 2025 stellte die BRAU UNION Gruppe erneut vor große Herausforderungen. Der fortschreitende Strukturwandel in der österreichischen Gastronomie erforderte, strategische Anpassungen vorzunehmen. Dieser Wandel, kombiniert mit einer verringernden Kaufkraft der Bevölkerung, führte zu einem Rückgang der Konsumausgaben – rückläufige Gästezahlen in der Gastronomie wirkten sich direkt auf den Absatz von Bier und anderen Getränken aus. Mit der Einführung des Einweg-Pfands waren auch wesentlich Verschiebungen im Lebensmittelhandel zu beobachten. Besonders in Grenzgebieten im Süden und Osten Österreichs zu Nachbarländern mit keinem bzw. niedrigerem Pfand ist die Veränderung nachhaltig spürbar.
Mit unserer Strategie EverGreen konzentrierten wir uns auch 2025 auf Wachstum und Profitabilität. Um den sich wandelnden Marktanforderungen gerecht zu werden, entwickelten wir neue Spezialitäten wie die hauseigene Limonade Trixi oder alkoholfreie bzw. alkoholreduzierte Alternativen wie das Zipfer 0.0. Zusätzlich konnten wir mit Produkten wie zum Beispiel dem Fohrenburger Jubiläum Spezial renommierte Preise wie unter anderem den European Beer Star gewinnen.
Umsatz
Die Umsatzerlöse der BRAU UNION AG beliefen sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 3,5 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €), davon 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) aus Mieteinnahmen und 2,8 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) aus Konzernumsätzen.
Investitionen
Die Investitionen erfolgten im Jahr 2025 mit dem Erwerb von 25% Anteilen im Wert von 3,0 Millionen Euro, die ausschließlich mit dem Kauf der Anteile an der Fohrenburg Beteiligungs- Aktiengesellschaft in Zusammenhang stehen.
Ertragslage
Das verbesserte Betriebsergebnis, das sich von einem Verlust von 0,2 Mio. € im Vorjahr auf einen Gewinn von 4,6 Mio. € erhöhte, resultierte aus den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus den Pensionsrückstellungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden (Geschäftsjahr 2025: Gewinn von 2,4 Mio. €; Vorjahr: Verlust von 0,3 Mio. €). Darüber hinaus wurden vom österreichischen Finanzamt für einen ehemaligen Mitarbeiter Quellensteuererträge in Höhe von 0,4 Mio. € erstattet.
Die Erträge aus Kapitalanlagen stiegen um 25,8 Mio. € von 62,1 Mio. € auf 87,9 Mio. €. Darin enthalten sind Dividenden der Tochtergesellschaften BRAU UNION Österreich Aktiengesellschaft, Brau Union Export GmbH & Co KG, Vereinigte Kärntner Brauereien GmbH, Rudolf Ammersin Gesellschaft m.b.H. und Brau Union Export GmbH sowie der von der BRAU UNION Financial Services GmbH übertragene Gewinn. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf höhere Gewinnübertragungen der BRAU UNION Österreich Aktiengesellschaft und der BRAU UNION Financial Services GmbH im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen.
Die Zinserträge beliefen sich 2025 auf 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €), ein Rückgang um 0,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.
Die Zinsaufwendungen beliefen sich auf 32,3 Mio. € (Vorjahr: 36,2 Mio. €) und sanken damit um 3,9 Mio. € gegenüber dem Geschäftsjahr 2024. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf niedrigere Zinssätze zurückzuführen.
Die Ertragsteuereinnahmen für das Geschäftsjahr 2025 beliefen sich auf 5,8 Mio. € (Vorjahr: 7,8 Mio. €).
Der Jahresüberschuss betrug 66,2 Mio. € (Vorjahr: 34,0 Mio. €). Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr ergibt sich ein Jahresüberschuss von 67,3 Mio. € (Vorjahr: 35,1 Mio. €).
Vermögens- und Finanzlage
Das Anlagevermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1 Mio. € auf 1.314,55 Mio. €. Diese Veränderung ist auf Zugänge in Höhe von 3,0 Mio. € (Vorjahr: 0,00 Mio. €) aus der Investition in die Fohrenburg Beteilinguns-Aktiengesellschaft, den Abgang von Sachanlagen in Höhe von 2,0 Mio. €, Abschreibungen in Höhe von 0,08 Mio. € (Vorjahr: 0,08 Mio. €) und Wertberichtigungen in Höhe von 0,03 Mio. € (Vorjahr: 0,06 Mio. €) zurückzuführen. Das Anlagevermögen entspricht 94,1 % des Gesamtvermögens (Vorjahr: 95,5 %).
Das Umlaufvermögen stieg von 61,3 Mio. € auf 81,7 Mio. € und setzte sich wie folgt zusammen: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €), Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 67,0 Mio. € (Vorjahr: 45,9 Mio. €), sonstige Forderungen und Vermögenswerte in Höhe von 14,3 Mio. € (Vorjahr: 14,8 Mio. €) sowie liquide Mittel in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,44 Mio. €).
Die latenten Steueransprüche reduzierten sich von 1,1 Mio. € im Vorjahr auf 1,0 Mio. € im laufenden Jahr. Dies ist hauptsächlich auf temporäre Differenzen bei den Rückstellungen für Mitarbeiter zurückzuführen.
Das Aktienkapital blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert bei rund 67,5 Millionen Aktien. Das Eigenkapital einschließlich der Gewinnrücklagen betrug 247,9 Mio. € (Vorjahr: 215,8 Mio. €). Die Eigenkapitalquote, berechnet als Quotient aus Eigenkapital und Gesamtkapital, liegt bei 17,8 % (Vorjahr: 15,7 %).
Das Fremdkapital, das gegenüber dem Vorjahr um 11,0 Mio. € gestiegen ist, beläuft sich auf insgesamt 1.149,3 Mio. € und setzt sich im Wesentlichen aus Rückstellungen (3,9 Mio. €, Vorjahr: 6,1 Mio. €), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (0,014 Mio. €, Vorjahr: 0,000 Mio. €), Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (1.144,4 Mio. €, Vorjahr: 1.153,1 Mio. €) und sonstigen Verbindlichkeiten (1,0 Mio. €, Vorjahr: 1,0 Mio. €) zusammen.
Der operative Cashflow im Geschäftsjahr 2025 betrug 7,8 Mio. € und lag damit um 2,2 Mio. € über dem Vorjahreswert von 5,6 Mio. €. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf 69,9 Mio. € (Vorjahr: 91,0 Mio. €), der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf -78,0 Mio. € (Vorjahr: -96,2 Mio. €).
Voraussichtliche Entwicklung
Für das Jahr 2026 zeichnet sich für Österreich nach einer längeren Schwächephase eine wirtschaftliche Erholung und ein leicht beschleunigtes Wachstum ab. Die Prognosen gehen davon aus, dass die Rezession überwunden wird und sowohl Exporte als auch der Binnenkonsum wieder anziehen. (BIP Wachstum: 0.9% - 1.2%).
Aufgrund der weiterhin schwierigen makroökonomischen Umstände wird das Jahr 2026 wiederum sehr herausfordernd. Diverse Kostensteigerungen wird bestmöglich versucht mit Optimierungsmaßnahmen auszugleichen.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die BRAU UNION AG unterliegt nachfolgend angeführten wesentlichen Risiken und Ungewissheiten:
Finanzielle Risiken
Die Steuerung von finanziellen Risiken wird vom regionalen Treasury wahrgenommen. Risikopolitik, Risikostrategie sowie Handlungsrahmen des regionalen Treasury sind in Konzernrichtlinien klar geregelt. Dabei ist die BRAU UNION AG mit folgenden Risiken im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten konfrontiert:
Zinsänderungsrisiko
Für die Gesellschaft besteht für die variabel verzinsten Verbindlichkeiten in Höhe von 388.9 Mio. € (Vorjahr: 400,1 Mio. €) ein Zinsänderungsrisiko. Die variabel verzinsten Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr zur Gänze in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko bei Forderungen gegenüber Kunden ist in unserer Gesellschaft von untergeordneter Bedeutung.
Liquiditätsrisiko
Eine nicht fristenkongruente Finanzierung stellt grundsätzlich ein Liquiditätsrisiko dar. Aufgrund der Bonität der Gesellschaft und des Konzerns ist die laufende Refinanzierung der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten nach Einschätzung des Vorstands nicht gefährdet.
Währungsrisiko
Das Risiko aus der Veränderung von Fremdwährungskursen, Aktien oder anderen Substanzwerten ist für die Gesellschaft von untergeordneter Bedeutung.
Kartellrechtliche Untersuchungen
Logistikpartner:innen brachten gegen die BRAU UNION Österreich Aktiengesellschaft und die BRAU UNION AG (zusammen die „BRAU UNION“) Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) wegen des Vorwurfs des Marktmachtmissbrauches und wettbewerbswidriger Vereinbarungen ein. In diesem Zusammenhang fand im April 2022 eine Hausdurchsuchung der BWB am Sitz des Unternehmens statt. Im Juni 2024 reichte die BWB beim Kartellgericht einen Bußgeldantrag ein. Das Verfahren ist derzeit noch am Laufen. Für das daraus resultierende Risiko wurde bereits im Jahresabschluss 2023 aufgrund des Vorsichtsprinzips eine Rückstellung in Höhe von T€ 15.500 bei der Brau Union Österreich AG eingebucht, welche zu jedem Bilanzstichtag neu beurteilt wird.
Nachhaltigkeit & Verantwortung
Bier ist mehr als nur ein Getränk – Bier ist ein wichtiger Teil der Lebenskultur. Als Muttergesellschaft des größten Brauunternehmens Österreichs ist es für die BRAU UNION AG selbstverständlich, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen.
Das globale HEINEKEN-Nachhaltigkeitsprogramm „Brew a better World“ hat drei Säulen mit neun Schwerpunkten:
• Environmental: Net Zero Emissionen bis 2040 erreichen // Schutz von Wasserressourcen forcieren // Maximierung der Zirkularität weiterverfolgen • Social: Weiter Fokus auf DEI setzen // Sicherheit am Arbeitsplatz als Priorität verfolgen // Positiven sozialen Impact schaffen • Responsible: Vermehrtes Angebot an alkoholarmen und -freien Alternativen schaffen // proaktives Adressieren von Alkoholmissbrauch // Verantwortungsvollen Genuss in Maßen „cool“ machen
In jedem dieser Bereiche hat sich die BRAU UNION Gruppe ehrgeizige jährliche sowie längerfristige Ziele gesetzt. Diese umfassen beispielsweise für jede Brauerei Ziele zur Senkung des Wasser- sowie des Strom- und Wärmebedarfes. Dadurch fördert die BRAU UNION Gruppe das Umweltbewusstsein, schützt die wertvolle Ressource Wasser und reduziert CO2- Emissionen.
Bericht über Zweigniederlassungen
Die BRAU UNION AG verfügt zum Bilanzstichtag über keine Zweigniederlassungen.
Forschung und Entwicklung
Die BRAU UNION AG ist im Bereich Forschung und Entwicklung derzeit nicht tätig.
Linz, am 09. Juni 2026
Der Vorstand:
Hans Eranciscus Böhm
Sebastian Strobl