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Lagebericht 2024/25

Rhomberg Sersa Rail GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2025 · Eingereicht am 20. Nov. 2025

Inhaltsverzeichnis

Rhomberg Sersa Rail GmbH (vormals: Bahnbau Wels GmbH), Wels

L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr

vom 01.04.2024 bis 31.03.2025

Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Rhomberg Sersa Rail Holding GmbH und ein in Osterreich und Deutschland agierendes Bahntechnikunternehmen. Die Tätigkeit umfasst im Wesentlichen die Durchführung von Gleiserhaltungs- und Erneuerungsarbeiten.

Die Rhomberg Sersa Rail GmbH (vormals Bahnbau Wels GmbH) hält weiters 100% der Anteile an zwei in Österreich sowie 94% an einem in Deutschland ansässigen Unternehmen, welche im gewerblichen und maschinellen Gleisbau sowie im Fahrleitungsbau tätig sind. Es werden keine weiteren Zweigniederlassungen betrieben.

Die Rhomberg Sersa Rail Holding GmbH ist unter Einbeziehung ihrer Tochterunternehmen eines der größten Bahntechnikunternehmen in ihrem Spezialgebiet in Europa mit internationaler Präsenz.

Die Unternehmensgruppe kann auf eine langjährige Geschichte zurückblicken und ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner für Staats- und Länderbahnen, privatrechtlich organisierte Bahnen sowie Industrieunternehmen mit Anschlussgleisen. Die Rhomberg Sersa Rail Gruppe (RSRG) übernimmt somit Mitverantwortung für die Entwicklung des schienengebundenen öffentlichen Verkehrs.

Aufbauend auf den Heimmärkten Deutschland, Osterreich und Schweiz bestehen Standorte bzw. Niederlassungen in den Kernmärkten Australien, Nordamerika, Großbritannien, Irland, Kanada, USA und Dänemark.

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1 Wirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft ist an einem kritischen Punkt angelangt. Anzeichen für eine Stabilisierung, die sich über weite Strecken des Jahres 2024 abzeichneten, nach einer langen und herausfordernden Periode von unvorhergesehenen Schocks. Die Inflation folgte einem allmählichen, wenn auch holprigen Rückgang in Richtung der Ziele der Zentralbanken. Die Arbeitsmärkte normalisierten sich, wobei die Arbeitslosen- und Leerstandsquoten auf ein präpandemisches Niveau zurückgehen. Das Wachstum schwankte in den letzten Jahren um die 3 Prozent, und die globale Produktion näherte sich dem Potenzial der Vergangenheit.

Das globale Wachstum, das für 2024 auf 3,3 Prozent geschätzt wird, wird den Prognosen zufolge in den Jahren 2025 mit 2,8% und 2026 mit 3,0% geringer ausfallen.

Das Wachstumstempo ist im historischen Vergleich niedrig, was sowohl auf kurzfristige Faktoren wie die immer noch hohen Kreditkosten und die Rücknahme der fiskalischen Unterstützung als auch auf die längerfristigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine, das schwache Produktivitätswachstum und die zunehmende geoökonomische Fragmentierung zurückzuführen ist. Die globale Gesamtinflation wird voraussichtlich von einem Jahresdurchschnitt von 6,8 Prozent im Jahr 2023 auf 5,9 Prozent im Jahr 2024 und 4,5 Prozent im Jahr 2025 sinken, wobei die fortgeschrittenen Volkswirtschaften ihre Inflationsziele früher erreichen werden als die Schwellen- und Entwicklungsländer.

In den Heimmärkten der RSRG Deutschland und Osterreich sank das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2024, die Schweiz erzielte mit 1,3% ein Wachstum. Irland verzeichnete nach mehrjährigen hohen Wachstumsraten mit 1,2% ein deutlich geringeres Wachstum.

Für das Jahr 2025 ergibt der Ausblick des IMF in allen Märkten der Rhomberg Sersa Rail Gruppe ein Wachstum, wobei für Österreich ein Wirtschaftsrückgang von -0,3% prognostiziert ist.

Es wird erwartet, dass sich das globale Wachstum abschwächt und die Abwärtsrisiken im Zuge wichtiger politischer Veränderungen zunehmen werden. Nach einer langen und beispiellosen Reihe von Schocks schien sich die Weltwirtschaft zu stabilisieren, mit stetigen, wenn auch wenig überzeugenden Wachstumsraten. Die Landschaft hat sich jedoch verändert, da die Regierungen auf der ganzen Welt ihre politischen Prioritäten neu ordnen und die Unsicherheiten einen neuen Höchststand erreicht haben. Die Prognosen für das globale Wachstum wurden im Vergleich zum World Economic Outlook (WEO) Update vom Januar 2025 deutlich nach unten korrigiert, da die effektiven Zollsätze so hoch sind wie seit einem Jahrhundert nicht mehr und das Umfeld äußerst unberechenbar ist. Es wird erwartet, dass die globale Gesamtinflation etwas langsamer zurückgehen wird als noch im Januar erwartet.

Reales Bruttoinlandsprodukt (IMF April 2025)

D2024 2025 Ausblick

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2.8%
2.3%
1,8%
1,6%
1.5%4%
,0%1,3%1,1%,1%1,2%
0,9%
I
0,3%-0,2%
-1,2%
AustraliaAustriaGermanySwitzerlandUnitedIrelandCanadaUnited States
Kingdom

Marktentwicklung Bahnindustrie

Die Konjunktur bzw. Auftragslage der Bahnindustrie entwickelt sich erfahrungsgemäß und strukturell bedingt mitunter stark abweichend zur wirtschaftlichen Lage in den Ländern.

Obwohl der Schienenverkehr durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beeinträchtigt wurde, bleibt er ein zuverlässiger, nachhaltiger und effizienter Verkehrsträger, der mittel- und langfristig weiter wachsen dürfte.

Die Bahnindustrie zeigt sich nach wie vor resilient und attraktiv basierend auf der World Rail Market Study2 (WRMS) 2024-29. Gemäß der WRMS 2024-29 wird für die Rail Supply Industrie eine durchschnittliche Wachstumsrate in Höhe von 3.0% p.a. bis 2029 erwartet. Das totale Marktvolumen wird voraussichtlich bis 2029 auf rund € 241 Milliarden p.a. ansteigen.

Das größte Marktwachstum im Zeitraum 2023 bis 2029 wird mit € 14,6 Milliarden in der Region Asia Pacific erwartet (ø 3,2% p.a.), gefolgt von € 7,6 Milliarden in der Region Nordamerika (ø 3,2% p.a.) und Westeuropa mit € 6,9 Milliarden (ø 1,8 % p.a.).

Der weltweit für alle Marktteilnehmer zugängliche Markt für Infrastruktur (Neubau) wächst um durchschnittlich 1,76% p.a., der weltweit für alle Marktteilnehmer zugängliche Markt für Services (Rolling Stock, Infra Services) wächst um durchschnittlich 2,86% p.a.

Mehrere Trends, deren langfristiger Charakter die Bahnindustrie stützt, unterstreichen die zu erwartende positive Entwicklung zudem:

• Megatrends wie Urbanisierung, Bevölkerungswachstum, steigendes Umweltbewusstsein erhöhen die Anzahl der Passagiere und das Güteraufkommen • Digitalisierung und Automatisierung bieten Chancen für Innovationen (Shift2Rail) und werden die Attraktivität des Eisenbahnsektors verbessern (ökologisch, sicher, schnell, zuverlässig, komfortabel, wirtschaftlich)

² UNIFE: World Rail Market Study (Oct. 2024) – Forecast 2024 to 2029: https://www.unife.org/newsresources/wrms/

• Nach dem die EU das Jahr 2021 zum „Europäischen Jahr der Eisenbahn" als Teil ihres europäischen Green-Deal-Programms (Ziel: -90% CO2 in 2050) erklärte, steigt die Aufmerksamkeit für die Vorteile der Bahnmobilität und dem Mehrwert der Bahn für den Transportsektor (Shift2Rail). Dieser macht mit rund ¼ aller CO2 Emissionen in Europa eine der Haupteinflussgrößen für die Treibhausgas-Reduktion aus.

Die Megatrendstudie3 des Zukunftsinstituts erklärt 14 Trends mit Einfluss für die Zukunft der Mobilität. Für die Tätigkeitsfelder der Rhomberg Sersa Rail Gruppe ergeben 6 Trends eine positive Wechselwirkung für die zukünftige Geschäftsentwicklung der Gruppe:

• Rail Alignment: Standardisierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen unterstützen den Bahnsektor zunehmend dabei, Kapazitätsengpässe zu überwinden, die Interoperabilität zu fördern und sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr effizienter zu gestalten. • Inclusive Mobility + Liveable Cities d.h. Mobilitätsplanung, die sich stärker auch an den speziellen Bedürfnissen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen orientiert und der Verbesserung der Lebensqualität in Städten • Seamless Mobility: Vernetzte Systeme, in denen verschiedene Verkehrsträger nahtlos ineinandergreifen, ermöglichen zunehmend reibungslose, flexible und intuitive Mobilitätserlebnisse. • Green Shift: Der Trend Green Shift bündelt die Trendkonzepte Dekarbonisierung und Systemische Transformation • Mobility as a Service d.h. die flexible Nutzung verschiedener Mobilitätsdienste löst zunehmend den Besitz einzelner Verkehrsmittel ab. • Electrified Mobility mit Elektromobilität im Straßen- und Schienenverkehr

1.2 Geschäftsverlauf

Die Betriebsleistung einschließlich anteiliger Arbeitsgemeinschaften und Beteiligungen sowie Bestandsveränderungen erhöhten sich im Vergleich zum vorhergehenden Vergleichszeitraum um 13.392 TEUR auf insgesamt 73.289 TEUR. Hauptkunden neben den OBB, DB sowie Landesbahnen sind im Wesentlichen private Anschlussbahnunternehmen.

Maschineller Gleisbau:

Aufgrund der existierenden Rahmenverträge mit den OBB sind die Großmaschinen mehrheitlich gebunden. Die Laufzeit des MDZ-Rahmenvertrages beträgt in Summe sechs Jahre und endet im April 2026.

Die Rahmenverträge für Schienenschleifarbeiten und Kranleistungen liefen mit 31.12.2024 aus und wurden neu ausgeschrieben. Für beide Rahmenverträge erhielt die Rhomberg Sersa Bahnbau GmbH den Zuschlag (RV Kranleistungen in einer Arbeitsgemeinschaft). Die Laufzeit beträgt sechs Jahre und endet somit am 31.12.2030.

Die langjährige ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn spiegelt sich in unterschiedlichen Kooperationsverträgen wider.

3 MEGATRENDSTUDIE MOBILITAT, April 2025 (Herausgeber: Zukunftsinstitut GmbH mit Norton Rose Fulbright LLP; ISBN 978-3-911642-01-9.

Gewerblicher Gleisbau:

Die Hauptleistung für den viergleisigen Ausbau der Strecke Linz – Wels soll laut Planung bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Zusätzlich erfolgte die Optionsziehung bis 2032. Somit stellt dieses Projekt eine gute Basisauslastung des gewerblichen Bereiches für die nächste Jahre dar.

In einer Arbeitsgemeinschaft bearbeitet die Rhomberg Sersa Rail GmbH den Rahmenvertrag der ÖBB Fahrweginstandhaltung. Die Laufzeit beträgt 6 Jahre (bis Ende 2028).

Im süddeutschen Raum konnte eine Vielzahl von Projekten erfolgreich abgewickelt werden.

Maschinen-Instandhaltung:

Als zertifizierte Werkstatt für Schienenfahrzeuge werden neben dem eigenen Maschinenpark stetig mehr Maschinen fremder Unternehmen fachmännisch gewartet und instandgesetzt.

Gesamtaussage:

Zum Stichtag 31. März 2025 betragen die Eigenmittel 22,29 MEUR und entsprechen somit einer Eigenmittelquote von 52,04%.

Die Inflation ist in den letzten Monaten deutlich gesunken von 7,8 % im Jahr 2023 auf 2,9% in 2024a. Es kommt zu Veränderungen in der Zins- und Finanzierungsstruktur. Geplante Investitionen werden einer neuerlichen Prüfung unterzogen.

Trotz vieler Herausforderungen wie der starken Konkurrenz, steigender Preise und begrenzter Verfügbarkeit bestimmter Baumaterialien, ist unsere Vermögens-, Finanz und Ertragslage äußerst positiv.

Diesen Erfolg verdanken wir maßgeblich unseren Mitarbeitenden. Es hat sich erneut gezeigt, dass wir mit der Verankerung eines kontinuierlichen Veränderungsprozesses und dem kontinuierlichen Lernen in unserer Firmenkultur den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Unser Fokus liegt auf nachhaltiger Profitabilität. Deshalb ist es unerlässlich, verantwortungsbewusst zu handeln, um einen angemessenen, die Kosten übersteigenden Ertrag zu erzielen. Daher behalten wir die Kosteneffizienz stets im Blick – auf allen Führungsebenen des Unternehmens.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die dargestellten Kennzahlen basieren auf den Werten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz des Jahresabschlusses gemäß den Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB).

Nach UGB erfolgt der Ausweis einer Leistung in der Gewinn- und Verlustrechnung als Umsatzerlöse erst bei vollständiger Erbringung oder Lieferung der Leistung. Eine Teilgewinnrealisierung vor Fertigstellung ist nicht zulässig. Die entsprechende Berücksichtigung der aufgelaufenen Herstellungskosten erfolgt unter der Position „2. Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen“.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
TEUR
Kennzahlen2023/242024/25deltain % Berechnung
Umsatzerlöse59 89768 2408 34314% Umsatz gem. UGB Definition
Umsatzerlöse und Bestandsveränderung59 89773 28913 39222% Umsatz + Bestandsveränderung
Gesamtleistung60 45074 55914 10923% Ges amtleistung (GKV)
Personalaufwand16 579-21 973-5 39433% Pers onalaufwand
Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern,
EBITDA3 2683 69242413% Abschreibungen;
EBIT2 5233 03551220% Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern;
EBT4 6804 8872064% Ergebnis vor Steuern
Ergebnis4 1694 228591% Jahresüberschus s/-fehlbetrag
EBITDA-Marge in % der Gesamtleistung5,4%5,0%-0,5%-8% EBITDA / Gesamtleistung (GKV)
EBIT-Marge in % der Gesamtleistung4,2%4,1%-0,1%-2% EBIT / Gesamtleistung (GKV)
EBT-Marge in % der Gesamtleistung7,7%6,6%-1,2%-15% EBT / Gesamtleis tung (GKV)
Mitarbeiteranzahl1802224223%
Personalaufwand je Beschäftigte92-9977% Pers onalaufwand / Mitarbeiteranzahl
Bilanzsumme37 60642 8295 22314% Bilanzsumme
Eigenkapital20 63622 2871 6518% Bilanzielles Eigenkapital
EK-Quote in %54,9%52,0%-2,8%-5% Bilanzielles Eigenkapital / Bilanzsumme
ROE - Eigenkapitalrentabiltität22,3%20,5%-1,8%-8% Ergebnis / Eigenkapital der Vorperiode
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
Free Cash-Flow5 7772 703 -3 074-53% + Netto-Geldfluss aus Investitions tätigkeit
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-2 656-2 916-26010%

1.3 Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Keine

2. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Das vergangene Geschäftsjahr war für unseren Bereich Forschung & Entwicklung (acht Mitarbeitende) erneut von hoher Innovationskraft, interdisziplinärer Zusammenarbeit und strategischer Weitsicht geprägt. Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds, insbesondere durch inflationsbedingte Kostensteigerungen, konnten wir wichtige Meilensteine erreichen und unsere Projekte planmäßig vorantreiben.

In den R&D Entwicklungsfeldern wurden weitere wesentliche Fortschritte im Bereich der Digitalisierung der Verfahren und Abläufe erzielt. Das betrifft das Thema BIM (Building Information Modelling) allgemein, wobei bereits in ersten Aufträgen Schlüsselleistungen unter diesem Titel laufen bzw. bei neuen Aufträgen die BIM Tätigkeit beginnend mit der Modellierung, Ausführungsplanung bis hin zur As-built Dokumentation in elektronischer Form erfolgen bzw. zu liefern sind, aber auch in der Ausführung von Leistungen werden bereits die ersten Baustellen mit sogenannter Maschinen-3D Steuerung (abgeleitet von 3D Modellen) ausgeführt. Speziell im sogenannten „Reality Capture Bereich" (der Daten und Geometrie Ist-Aufnahme) wurden die Möglichkeiten der Vermessung von Baustellen bzw. Bereichen mittels Drohnen-Befliegung erweitert und an die Baustellen ausgeliefert. Durch die Erweiterung der Fähigkeiten werden Kommunikationswege verkürzt und Ist-Daten im Bauablauf nicht nachher gemessen, sondern im Produktionsprozess protokolliert und direkt ausgewertet, was uns in der Bauausführung dem Gedanken des Total Quality Zieles wesentlich näherbringt und somit die Präzision der Leistung im ersten Durchgang erhöht und Nacharbeiten verringert. Die Ist-Daten Ermittlung wird schrittweise von Handmethode (Senkblei, Maßband etc.) auf digitale Methoden umgestellt und die Daten elektronisch in die Baudokumentation integriert.

Im Bereich Fahrwegdiagnose wurde zusammen mit Partnern die erste Einheit erfolgreich in Betrieb genommen und validiert und die ermittelten Ist-Daten in Datenbanksystemen visualisiert und zur leichteren Instandhaltungsplanung an der Infrastruktur verdichtet und dem Kunden bzw. Eigentümer der Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Die Rhomberg Sersa Rail GmbH spezialisiert sich in diesem Bereich auf die Digitalisierung des Maschinenbetriebes bzw. -einsatzes (unter anderem MIM – Machine Information Modelling). Ziel ist die Integration von Bestands(Telematik)systemen in die vorherrschende Datenlandschaft sowie das modellbasierte Visualisieren und Aufbereiten der Daten.

Mit der Implementierung einer Instandhaltungssoftware soll die Instandhaltungstätigkeiten der Sonderfahrzeuge und Güterwaggons optimal abgewickelt werden. Die Cloud-basierte Software bietet eine effiziente Kommunikation zwischen Planung und Ausführung entsprechend der ECM-Vorgaben. Bei allen entwickelten Lösungen wurde auf eine Integration und Vernetzung der Datenströme mit Hilfe der hauseigenen Daten- und IT Strukturen größten Wert gelegt, um die ermittelten Informationen vielseitig und mehrfach auswerten und einsetzen zu können.

3. Bericht über Risikomanagement und internes Kontrollsystem

3.1 Risikomanagementsystem

Um den langfristigen Erfolg der Wachstums-, Ertrags- und Wertsteigerungsstrategie der Rhomberg Sersa Rail Gruppe sicherzustellen, ist es notwendig, Chancen zu nutzen und Risiken einzugehen. Um die Potentiale bzw. Risiken möglichst früh zu erkennen und abzuwägen, ist ein unternehmensweites Chancen- und Risikomanagement installiert.

Das Unternehmen hat ein dezentrales Risikomanagementsystem, da Risiken am besten dort identifiziert, bewertet und gemanagt werden, wo sie auftreten. Die Organisation baut dabei auf ein projektbezogenes Baustellen- und Projektcontrolling auf. Zusätzlich sind in den jeweiligen Geschäftsbereichen (Märkte) Risiko Management Ausschüsse tätig, die die länderspezifischen Aspekte abdecken.

3.2 Risikobericht

Branchenspezifische Risiken

Die gesamte Industrie ist zyklischen Schwankungen unterworfen und reagiert regional und nach Sparten unterschiedlich empfindlich. Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Entwicklung der Wettbewerbssituation aber auch die Verhältnisse am Bau können zu Risiken führen.

Die Risiken werden vom Risikomanagement Komitee und den operativ Verantwortlichen kontinuierlich überwacht und notwendige Adaptierungen der strategischen und operativen Planung aufgezeigt.

Rechtliche Risiken

Bei den vielfältigen Rechtsgeschäften ergeben sich Risiken bei der Gestaltung von Verträgen. Die zentral angesiedelte Rechtsabteilung steht allen Geschäftsbereichen zur Verfügung und begleitet diese in allen vertraglichen Fragen.

Im Rahmen des Risikomanagementprozesses wurden bereichsbezogene Vertragsrisiko/Checklisten ausgearbeitet, die ab einer bestimmten Projektgröße zwingend anzuwenden sind.

Projektbezogen wird je nach Komplexität mit externen Spezialisten zusammengearbeitet, um Risikopotentiale zu reduzieren.

Es besteht ein zertifiziertes Compliance Management System inklusive e-Learning, um Risiken im Zusammenhang mit Compliance-Themen aus Kartell- und Korruptionsstrafrecht zu minimieren.

Finanzrisiken

Erhebliche Anderungen der Zinssätze können Rentabilität, Liquidität und die Finanzlage der Gruppe beeinträchtigen. Um möglichst günstige Finanzierungskonditionen zu erreichen, wird eine transparente Informationspolitik gegenüber den Banken gepflegt.

Die Entwicklung des Zinsniveaus wird laufend beobachtet, um auf Veränderungen rasch reagieren zu können. Aktuell werden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Durch Liquiditätsmanagement wird die Sicherung der Zahlungsfähigkeit gewährleistet. Liquiditätsplanungen werden eingesetzt, um das Unternehmen jederzeit mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten bzw. Liquiditätsüberschüsse risikofrei zu veranlagen.

Personalrisiken

Die Mitarbeiter:innen und ihre Fähigkeiten sind für den zukünftigen Erfolg von grundlegender Bedeutung. Das vorhandene Vergütungssystem und das Personalentwicklungsprogramm haben die Maximierung der Mitarbeiter:innenleistung und Minimierung des Risikos durch Mitarbeiter:innenabgang vor allem in Schlüsselpositionen zum Ziel.

Betriebsrisiken

Kundenrisiken entstehen aufgrund der Abhängigkeit von wichtigen Kunden sowie dem Bonitätsrisiko. Die Bonitätsrisiken werden durch geeignete Zahlungspläne und entsprechend den QM Vorgaben eingeforderten Zahlungsgarantien reduziert.

Zu den Projektrisiken zählen die komplexen Risiken der Auftragsauswahl und der Auftragsabwicklung. Die Auftragsauswahl wird auf Basis eines definierten Ablaufprozesses durchgeführt, wobei zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle entsprechend der internen Geschäftsordnung zu genehmigen sind.

Beschaffungsrisiken beinhalten Qualitäts- und Kostenrisiken sowie das Risiko der Abhängigkeit von Subunternehmern.

Bei Fixpreisangeboten bestehen aufgrund der großen Schwankungsbreiten bei Subunternehmer und Rohstoffpreisen große Risikopotentiale. Die verantwortlichen Geschäftsfeldleiter sind daher angewiesen, bei Angebotskalkulationen drohende Kostensteigerungen über Indexklauseln abzusichern.

Gesamtrisiko

Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikosituation ergibt, dass im Berichtszeitraum keine Risiken identifiziert wurden, die für die Rhomberg Sersa Rail Gruppe und somit auch für die Rhomberg Sersa Rail GmbH einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen haben könnten.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bringt keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Geschäft der Rhomberg Sersa Rail Gruppe mit sich, da die Gruppe in Osteuropa nicht tätig ist. Die mittelbaren Auswirkungen aus diesem bewaffneten Konflikt sind schwer einzuschätzen, da sich die Effekte mit den globalen Wechselwirkungen und Nachwirkungen der Covid-19 Pandemie vermengen. Die Verfügbarkeit von Materialien durch Engpässe in den globalen Lieferketten sowie die gestiegenen Energiepreise werden im Zuge der Auftragsabwicklung laufend beobachtet und entsprechende Maßnahmen gesetzt.

4. Nachhaltigkeit, Umwelt- und Mitarbeiter:innenbelange

Nachhaltigkeit und Umwelt

Die Unternehmensgruppe versteht unter Nachhaltigkeit eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt und die Möglichkeit zukünftiger Generationen verbessert. Eine nachhaltige Entwicklung steht für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft, die gleichzeitig ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt.

Wir sind uns unserer Verantwortung, die wir gegenüber Umwelt, Ressourcen und zukünftigen Generationen haben, bewusst und stellen diese ins Zentrum unseres täglichen Tuns. Okonomie und Ökologie sind für uns kein Widerspruch, sondern stellen die Basis für eine nachhaltige Wertschöpfung dar.

Umweltschutz und unternehmerische Nachhaltigkeit sind somit integraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik und fest in unserem Leitbild, unserer Unternehmensstruktur und unserer Gruppenstrategie verankert.

Wir streben danach, unsere Umweltleistungen durch unser Umweltprogramm fortlaufend zu verbessern. So beinhalten unsere Umweltleistungen Reduktionsmaßnahmen in folgenden Bereichen: Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch, negative Einwirkungen auf lokaler Ebene sowie Biodiversitätsverlust. Darüber hinaus optimieren wir den Einsatz von Ressourcen und Stoffkreisläufen. Durch den Einsatz innovativer und kreativer Lösungen möchten wir zudem den Einsatz alternativer bzw. „grüner“ Produkte steigern.

Die folgenden Schwerpunkte stehen in der gesamten Rhomberg Sersa Rail Group im Fokus und sind die Treiber unserer Vision „#railtozero":

• Energie aber nachhaltig: Steigerung und Förderung nachhaltiger Energiesysteme im Unternehmen (durch: Photovoltaikanlagen, Okostrom, Fernwärme, ..) • Vom Abfall zum Wertstoff: Steigerung Wertstoffanteil im Abfallaufkommen für das Recycling (durch: sortenreines Trennen, …) • Fuhrpark geht grüner: Reduktion des Treibstoffverbrauchs im Fuhrpark (durch: Anschaffung effizienterer Autos mit niedrigem Treibstoffverbrauch, Förderung der E-Mobilität, .…) • Kampf den Treibhausgasemissionen: Auf Basis unserer Vision Klimaneutralität in der RSRG, erarbeiten wir eine RSRG-Klimastrategie, mit dem Fokus den CO2-Fußabdruck der RSRG sukzessive zu reduzieren, nach dem Motto: „Messen – Reduzieren – Kompensieren – Kommunizieren und Motivieren“.

Damit unsere Bemühungen und Leistungen auch einer objektiven Betrachtung unterzogen werden, lassen wir unsere Leistungen im Bereich der Nachhaltigkeit jährlich von EcoVadis bewerten. Die Bewertung umfasst 21 Kriterien in den vier Themenbereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung.

Folgende Unternehmen der RSRG wurden bereits mit EcoVadis Gold oder Silber bewertet:

x Gold: o Rhomberg Sersa Bahntechnik x Silber: o Rhomberg Sersa Gleisbau GmbH o Rhomberg Sersa Rail AG o Donatsch und Söhne o Rhomberg Sersa Rail GmbH o Rhomberg Sersa Rail Machine AG o Rhomberg Sersa Rail Tec AG o Rhomberg Sersa UK o Rhomberg Sersa Ireland

Ziel ist es, EcoVadis in allen Märkten auszurollen, sowie in Zukunft flächendeckend den Gold-Status zu erreichen.

Klimastrategie

Die RSRG setzt derzeit eine umfassende Strategie um, um ihre Klimagasemissionen sukzessive deutlich zu reduzieren. Damit macht sich die Gruppe fit für die Zukunft - und für die Anforderungen und Erwartungen ihrer Kunden. Im Rahmen einer Reihe von Workshops mit allen RSRG-Märkten wurde ein gemeinsamer Standard für die Klimagasbilanzierung definiert, der alle Bereiche des GHG- Protokolls abdeckt. Darüber hinaus wurden in jedem Unternehmen Klimagasabsenkpfade ausgearbeitet. Ziel ist es von nun an, eine Messung und Reduzierung der Klimagasemissionen in allen RSRG-Unternehmen durch ein jährliches Kontinuum zu erreichen. Mut zu neuen Technologien und Innovationen sowie ein gesteigertes Bewusstsein für Klima- und Ressourcenschutz im Unternehmen sind dafür entscheidende Kriterien.

Mitarbeiter:innenbelange

Die permanent zunehmende Komplexität der Projekte und die Forderung nach Optimierung der Qualität bei Einhaltung enger wirtschaftlicher Grenzen stellen hohe Anforderungen an das Personal. Das Management legt daher großen Wert auf entsprechende Qualifikation und Weiterbildung aller Beschäftigten. Um den hohen Anspruch - für die jeweilige Aufgabe die bestmöglich ausgebildeten Mitarbeiter:innen einzusetzen - zu erreichen, werden die Mitarbeiter:innen intern und extern ausgebildet. Die Kommunikation wird im Rahmen der Mitarbeiter:innenführung durch fortlaufendes, gegenseitiges Feedback und durch strukturierte Mitarbeiter:innengespräche sichergestellt. Themenstellungen sind unter anderem Verbesserungsvorschläge, Schwachstellenanalysen, Weiterbildungsmaßnahmen und die Karriereplanung.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei allen Führungskräften, Projektleiter:innen etc. zu. Daher werden diese in der RSRG Leadership Academy qualifiziert, die folgende Ziele verfolgt:

x Die Führungskräfte der RSRG leben unsere Werte und Führungsgrundsätze mit einem einheitlichen Verständnis. x Das Führungsverhalten der RSRG wird zum Wettbewerbsvorteil und zieht neue Talente an. x Es entsteht eine Vertrauens- und Lernkultur, die Innovation und Wachstum fördert. x Die RSRG Führungskräfte lernen sich kennen und vernetzen sich untereinander.

Im Baustellenbereich wird großes Augenmerk auf Arbeitssicherheit und Unfallverhütung gelegt. Um präventiv für Sicherheit und Gesundheit Sorge zu tragen, erfolgt die Bereitstellung von Arbeitsausrüstung, die Durchführung von Unfallverhütungsseminaren und die Bestellung und Unterstützung der Sicherheitsbeauftragten.

5. Datenschutz und Cybersecurity

In den ersten beiden Quartalen des Jahres 2024 wurde das Ziel eine "State-of-the-Art"-Cybersecurity in erste konkrete Strategien umgesetzt.

Zu dieser Strategie gehört der Ausbau des bestehenden Security Operation Centers (SOC).

Dank der strategischen Entscheidung, vorrangig auf Cloud-Technologien zu setzen, profitiert das Unternehmen in der Cybersecurity von der dadurch zur Verfügung stehenden Threat Intelligence. Diese ist essenziell, um neuartige Angriffe zu erkennen und die Basis für effektive Abwehrmaßnahmen zu schaffen.

Die fortschrittliche Extended Detection and Response (XDR) ermöglicht es, Angriffe frühzeitig zu erkennen und zu mitigieren.

Die bestehenden unternehmensweiten Awareness-Maßnahmen werden laufend validiert und weiterentwickelt. Diese beinhalten einen 360°-Ansatz, der sich an die Mitarbeiter:innen richtet und E- Learnings, News-Artikel und Seminare zu informationssicherheitsrelevanten Themen umfasst. Diese reichen von der Clear Desk Policy über Phishing bis hin zu neuartigen Bedrohungen durch den Missbrauch von KI. Die vermittelten Inhalte und daraus abzuleitenden Gefahren werden durch theoretische Wissensabfragen und durchgeführte Phishing-Simulationen bewertet.

Ein wesentlicher Teil der Strategie besteht darin, bestehende Unternehmensrichtlinien und die dazugehörigen Abläufe konform und auditierbar für die geplante EU-Richtlinie NIS2 zu gestalten. Dazu wird intensiv an einem Information Security Management System (ISMS) gearbeitet.

6. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die Nachhaltigkeit eines Unternehmens basiert auf vergangenen Gewinnen. Trotz diverser Herausforderungen bleibt unser strategisches Ziel ein kontinuierliches Wachstum.

Das Management rechnet mit einer stabilen Ertragsentwicklung und erwartet ein positives Jahresergebnis. Insbesondere hat die Fokussierung auf die Beibehaltung der stetigen Entwicklungen in der Maschinentechnik, auf Projektmanagementprozesse sowie die fachliche Ausbildung der Mitarbeiter und Führungsthemen dazu geführt, dass die in der Branche unvermeidbaren kaufmännischen und technischen Risiken reduziert werden konnten.

Insgesamt gehen wir zum aktuellen Zeitpunkt von einer stabilen Unternehmensentwicklung aus, mit folgenden strategisch zentralen Eckpunkten:

• Profitables Ergebnis auf aktuellem Leistungsniveau • Wir investieren kontinuierlich in die 3 Säulen für unseren zukünftigen Erfolg: o Innovation, insbesondere in Digitalisierung und Automatisierung: rund 2% des o o Umsatzes investieren wir mit R&D in zukünftige und smarte Innovationen Maschinen: rund 7% des Umsatzes gehen in (Gleisbau-) Maschinen und Technik Mitarbeitende: mit wertschätzendem Führen, potentialgerechtem Fordern und individuellem Fördern wollen wir das Potential jedes einzelnen heben. Dazu werden wir gezielt in die individuelle Aus- und Weiterbildung von unseren Sach-, Fach- und Führungskräften investieren.

Eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit ist ein permanenter Teil strategischer Überlegungen, derzeit jedoch nicht geplant.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 plant das Unternehmen mit einer Bauleistung von rund 67,4 MEUR und aufgrund der langfristigen Verträge eine ähnliche Ertragslage.

Die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen ARGEN, Rohstoffe, Lieferverfügbarkeit und Mitarbeitergewinnung beobachten wir laufend, um umgehend Korrekturmaßnahmen ergreifen zu können.

Dank unserer technischen Kompetenz und unserer Strategie 2025+, welche in diesem Jahr auf das Jahr 2030 ausgerichtet wird, sind wir gut positioniert, um zukünftige Möglichkeiten zu nutzen. Unser Ziel ist es, die Position unseres Unternehmens im Kernmarkt weiter zu stärken und Wachstumschancen im Markt zu nutzen. Unsere Unternehmenskultur und unsere Werte bilden ein solides Fundament, um diese Ziele zu erreichen.

Wels, am 9. Juli 2025

Die Geschäftsführung

Ing.Ar

esenhofer, MSc MBA

Ing. Thomas Bachhofner

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