← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 26. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens

Die Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste GmbH (WS APFL) führte 2025 folgende Dienstleistungen durch:

Heimhilfe Hauskrankenpflege Besuchsdienst Mehrstündige Alltagsbegleitung (MAB) Betrieb des Tageszentrums Anton Benya

Betreuung von Seniorinnen und Senioren in Wohngemeinschaften

Insgesamt verzeichneten die Dienstleistungen ein positives Ergebnis. Die Entwicklung im Detail stellt sich wie folgt dar:

In der Heimhilfe unterschritt das Unternehmen die Rahmenmengen von 832.000 Stunden um 5,3%. Der Überschuss beträgt für diesen Bereich EUR 814.248,46 (VJ EUR 442.002,51).

In der Hauskrankenpflege war 2025 ein negatives Bereichsergebnis in Höhe von EUR -239.624,31 (VJ EUR 12.288,76) zu verzeichnen. Die Rahmenmengen von 245.000 Stunden wurden um 2,2% unterschritten.

Der Besuchsdienst verzeichnete ein negatives Bereichsergebnis in Höhe von EUR -246.498,19 (VJ EUR -222.678,74). Die Rahmenmengen des Besuchsdienstes von 60.000 Stunden wurden um 8,5% unterschritten.

In der Mehrstündigen Alltagsbegleitung wurde das vereinbarte Kontingent von 21.000 Stunden um 37,1% unterschritten. Der Abgang beträgt EUR -55.624,92 (VJ EUR -54.877,28).

Das Tageszentrum Anton Benya verzeichnete einen Abgang in Höhe von EUR -70.758,96 (VJ EUR -152.067,29).

Die Wohngemeinschaften für Senior:innen verzeichneten einen Abgang in Höhe von EUR -6.245,19 (VJ EUR -36.197).

Vermögens- und Ertragslage

Die Gesellschaft erzielte einen operativen Betriebserfolg in Höhe von EUR 446.268,64 (VJ EUR 149.180,70) und einen Finanzerfolg in Höhe von EUR 71.357,09 (VJ EUR 146.593,41). Somit ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 517.625,73 (VJ EUR 295.774,11). Das Eigenkapital ist auf EUR 6.424.564,25 (VJ EUR 5.906.938,52) gestiegen. Die Bilanzsumme ist auf EUR 18.861.191,66 (VJ EUR 19.061.005,95) gesunken. Die Eigenkapitalquote ist nach § 23 URG auf 34,19% gestiegen (VJ 31,21%).

Finanzlage

Die Veränderung der liquiden Mittel stellt sich wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20252024
EUREUR
Cashflow aus dem operativen Bereich-325.91079.179
Cashflow aus Investitionstätigkeit-127.88671.816
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit00
Ergibt eine Veränderung der liquiden Mittel-453.796150.995

2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Vertragliche Situation Hauptauftraggeber

Für das Jahr 2025 wurden die Kontingente in Absprache mit dem Fachbereich Pflege und Betreuung des FSW festgelegt und die Tarifanpassung in der Höhe von insgesamt 4,2% über alle Leistungen abgeschlossen. Eine Gewichtung innerhalb der Leistungen konnte vom Unternehmen festgelegt werden. Die Zielmengen wurden in allen mobilen Leistungen unterschritten. Die nicht ausreichende Stundenzuteilung durch den Fördergeber war in diesem Jahr der Hauptfaktor für die sinkende Stundenleistung, mit Ausnahme der Hauskrankenpflege. Hier war der Personalstand der begrenzende Faktor. Insgesamt verzeichneten die mobilen Dienste dennoch einen Überschuss von EUR 272.501,04, der insbesondere auf die laufende Optimierung der Einsatzplanung mit entsprechender Kostenreduktion sowie auf den Abbau von Alturlaubsständen zurückzuführen ist.

Tageszentrum Anton Benya

Die Auslastung des Tageszentrums konnte im Geschäftsjahr 2025 weiter gesteigert werden und zeigt einen tendenziellen Anstieg. Maßnahmen zur Erhöhung der Auslastung werden weiterhin verfolgt. Die tarifliche

Bedeckung des Fördergebers entspricht grundsätzlich den benötigten Tarifen, die jedoch eine Auslastung von 98% vorsehen. Die Abgänge entstehen somit durch zu wenig Besucher:innen.

Wohngemeinschaften für Senior:innen

Die Versorgung der Klient:innen in den Wohngemeinschaften für Senior:innen wird durch Heimhilfe, Besuchsdienst und Hauskrankenpflege gewährleistet. Die Aufwendungen für die Dienste und Einnahmen durch den FSW werden nicht gesondert abgerechnet, sondern sind in den jeweiligen Diensten beinhaltet. Für die Wohnungskosten und die Reinigung kommen die Bewohner:innen separat auf. Laufende geringe Investitionen werden über einen Zuschlag zur Miete finanziert. Es erfolgt eine jährliche Anpassung der Vorschreibungen entsprechend den steigenden Miet- und Betriebskosten.

Mit 31.12.2025 stehen in 9 Wohngemeinschaften 44 Zimmer zur Verfügung. Im Durchschnitt betrug die Auslastung im Jahr 2025 97,2%.

Qualitätssicherung

Im Rahmen von sieben Heimhilfekursen (vier interne und drei externe Kurse) haben im Jahr 2025 128 Personen die Heimhilfeausbildung gestartet. Die verlängerte Form der Heimhilfeausbildung wurde von fünf Personen in Anspruch genommen. 36 Personen konnten die Pflegeassistenzausbildung abschließen, während 89 weitere diese Ausbildung im Geschäftsjahr 2025 begonnen haben. Das sich in Wien immer stärker abzeichnende Entlohnungsgefälle zwischen dem stationären und dem mobilen Bereich (hier vor allem beim Personal der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflege) stellt eine zunehmend große Herausforderung dar.

3. Risikomanagement

Allgemeines Risiko

Refinanzierungsrisiko

Die Gesellschaft steht weiterhin vor der großen Herausforderung, vom Fördergeber Fonds Soziales Wien (FSW) auch zukünftig ausreichende budgetäre Bedeckung zu erhalten. Die allgemeine angespannte budgetäre Lage, sowohl im Bund als auch in der Stadt Wien, erschweren es dem FSW offensichtlich, die Trägerorganisationen mit ausreichenden Mitteln auszustatten. Sollte der Fördergeber beginnend ab dem Jahr 2026 deutlich weiterhin zu niedrig valorisieren, entsteht für die beiden URG Kennzahlen (Eigenmittelquote, fiktive Schuldentilgungsdauer) im Jahr 2027 ein spürbares Gefährdungspotenzial.

Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste GmbH

Darüber hinaus besteht grundsätzlich das Risiko, dass sich weitere Rückgänge bei Leistungsstunden abzeichnen. Verminderte Deckungsbeiträge sowie eine Instabilität in der operativen Planung wären die Folgen.

Personelles Risiko

Abgesehen von der Stundenzuteilung durch den Fördergeber korrelieren die Leistungsstunden unmittelbar mit der Anzahl der zur Verfügung stehenden Mitarbeiter:innen. Eine relativ hohe Fluktuation (auch in den stationären Bereich) sowie eine hohe Altersstruktur der Mitarbeiter:innen stellen die Gesellschaft vor große Herausforderungen.

Finanzinstrumente

Aufgrund der geringen Anzahl der nicht durch den FSW geförderten Kundinnen und Kunden wurde kein spezielles Forderungsmanagement eingerichtet. Jede Kundenforderung wird einzeln bewertet und bei Bedarf wertberichtigt. Die an den Fördergeber FSW gelegten Zahlungsaufforderungen werden grundsätzlich innerhalb eines Monats überwiesen.

Es besteht kein Fremdwährungsrisiko. Die liquiden Mittel werden bis auf Weiteres als Festgelder am Geldmarkt veranlagt.

4. Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung wird in der Gesellschaft nicht betrieben.

5. Vorschau 2026

Die Tarifgestaltung, die Stundenzuteilung durch den Fonds Soziales Wien sowie die Personalstruktur sind weiterhin die grundlegenden Parameter für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Die äußerst angespannte Budgetsituation der Stadt Wien mit eventuell daraus folgenden geringeren bewilligten Betreuungsstunden, sowie die inflationsbedingt teilweise hohe finanzielle Belastung der pflege- und betreuungsbedürftigen Personen könnten möglicherweise zu weiter sinkenden Stunden führen. Tarifvalorisierungen unter der Erhöhung der Löhne und Gehälter laut Kollektivvertrag würden das Unternehmen zunehmend in eine schwierige wirtschaftliche Situation bringen. Vorhandene Rücklagen können einen Abgang 2026 noch abdecken, die Entwicklung der Tarifgestaltung durch den Fördergeber in den Folgejahren ist jedoch von größter Bedeutung für die zukünftige wirtschaftliche Stabilität.

Die bisher gesetzten Maßnahmen zur Entlastung der Mitarbeiter:innen inklusive der begleitenden Kostenreduktion mit gleichzeitig möglichst hoher Stundenleistung sollen weiterhin fortgeführt werden. Ziel ist zumindest eine Stabilisierung des Status Quo, da das zusätzliche Optimierungspotential in der Planung nicht mehr sehr hoch ist. Um dem limitierenden Faktor des Personalstands in der Hauskrankenpflege

entgegenzuwirken, werden in diesem Bereich die Ausbildungsmaßnahmen erhöht. Im Bereich der Heimhilfe muss aus aktueller Sicht eine Stabilisierung des Personalstands erreicht werden.

Die Auslastung des Tageszentrums Anton Benya ist weiterhin spürbar im Steigen und führt somit zu einer optimistischen Prognose der Leistung. Ausgenutztes Einsparungspotential und eine weitere Suche nach Synergien mit anderen Leistungen sollen die wirtschaftliche Lage weiter verbessern.

Bei den Wohngemeinschaften für Senior:innen scheint eine kostendeckende Führung der Standorte weiterhin möglich zu sein, sofern keine größeren Investitionsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Die seit Jahren durch den Fonds Soziales Wien nicht gedeckten Kosten des Basispakets stellen die Schwierigkeit in der wirtschaftlichen Gebarung der Wohngemeinschaften dar. Die Konzeptionierung auf lediglich 44 Plätze beruht auf einer verstärkten Betreuung der Bewohner:innen und führt noch zu höheren anteiligen Kosten. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, wurden bereits weitere personelle Maßnahmen getroffen.

Gemäß Aufsichtsratsbeschluss vom 18.03.2026 wird die SOZIAL GmbH, Gesellschaft für soziale Dienste, als übertragende Gesellschaft mit der Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste GmbH, als übernehmende Gesellschaft verschmolzen. Als Stichtag für die Verschmelzung wird der 31.12.2025 vereinbart. Der Betriebsübergang soll bis längstens 30.09.2026 stattfinden.

6. Bestehende Zweigniederlassungen der Gesellschaft

Es bestehen keine Zweigniederlassungen der Gesellschaft.

Wien, am 08. Mai 2026

Die Geschäftsführung

Mag.a Marianne Hengstberger, MA

Mag. (FH) Martin Krankl

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.