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Lagebericht 2025

Austria Wirtschaftsservice Gesell- schaft mit beschränkter Haftung

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

ANLAGE

Inhaltsverzeichnis

1 Bericht über den Geschäftsverlauf ............................................................. 3 1.1 GESCHÄFTSVERLAUF ........................................................................................................................... 3 ............................................................................................................ 3 ........................................................................................................ 5 1.2 FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN ............................................ 11 ................................................................................................................ 11 ......................................................................................................... 15 ..................................................................... 16 .................................................................................................................................... 18 1.3 ZWEIGNIEDERLASSUNGEN ................................................................................................................ 19 2 Bericht über voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens ........................................................................................... 20 2.1 VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS ...................................................... 20 2.2 WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN .......................................................................... 20 3 Bericht über die Forschung und Entwicklung .......................................... 24

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bilanzkennzahlen .................................................................................................... 11 Tabelle 2: Kennzahlen zur GuV ............................................................................................... 13 Tabelle 3: Garantieleistungen .................................................................................................. 14 Tabelle 4: aws Finanzierungszusagen ..................................................................................... 15 Tabelle 5: Finanzierungsleistung nach Finanzierungsinstrumenten ........................................ 15 Tabelle 6: Instrument Coaching & Beratung ............................................................................ 16 Tabelle 7: aws verbundene Unternehmen ............................................................................... 17 Tabelle 8: Neu eingegangene Beteiligungen und Folgeinvestitionen ...................................... 17 Tabelle 9: Personalressourcen ................................................................................................. 18

1 Bericht über den Geschäftsverlauf

1.1 Geschäftsverlauf

1.1.1 Rahmenbedingungen

Während die Institute WIFO und IHS im Frühjahr 2025 noch mit einem dritten Rezessionsjahr in Folge rechneten, zeigten sich im Jahresverlauf vermehrt Anzeichen für eine leichte konjunkturelle Erholung. Nach einem starken dritten Quartal erwarteten die beiden Institute in ihren Dezemberprognosen bereits für das Jahr 2025 einen leichten Anstieg des realen BIP um 0,5 % und für das Jahr 2026 eine weitere moderate Beschleunigung des Wachstums auf 1,0 % (IHS) bzw. 1,2 % (WIFO). Die ebenfalls im Dezember vorgelegte Prognose der OeNB geht von einer weiteren Stabilisierung der Konjunktur „in einem herausfordernden Umfeld" aus. Demnach soll das reale BIP-Wachstum 2025 bei 0,6 % und 2026 bei 0,8 % liegen. Im Gegensatz zum Rezessionsjahr 2024 sollen in den Jahren 2025 bis 2027 nicht nur die privaten Konsumausgaben, sondern auch die Investitionen und die Exporte real steigen. Selbst wenn die österreichische Wirtschaft – wie das WIFO meint – „Licht am Ende des Tunnels” sieht, bleibt die Erholung auf absehbare Zeit fragil.

Prognosen vom Dezember 2025 zur Wirtschaftsentwicklung für 2025 bis 2027

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
WIFOIHS
2024202520262027202520262027
Veränderung gegen das Vorjahr in %
BIP, real– 0,7+ 0,5+ 1,2+ 1,4+ 0,5+ 1,0+ 1,1
Private Konsumausgaben, real+ 1,0+ 0,7+ 0,8+ 0,9+ 0,8+ 0,8+ 1,0
Bruttoanlageinvestitionen, real– 4,3+ 1,0+ 1,5+ 2,1+ 0,7+ 1,6+ 1,8
Ausrüstungen1)– 2,8+ 2,5+ 2,6+ 2,9+ 3,0+ 2,0+ 2,0
Bauten– 5,9– 0,8+ 0,2+ 1,0– 2,0+ 1,0+ 1,5
Exporte gesamt, real– 2,3- 0,7+ 1,2+ 1,9– 1,6+ 1,2+ 2,1
Warenexporte– 4,5- 1,7+ 0,7+ 1,7- 2.6+ 0,8+ 2,0
Importe gesamt, real- 2.6+ 1,4+ 1,4+ 1,8+ 1,3+ 1,2+ 2,2
Warenimporte- 5.3+ 2,0+ 1,3+ 1,8+ 1,2+ 0,9+ 2,3
Verbraucherpreise+ 2,9+ 3,5+ 2,6+ 2,4+ 3,6+ 2,5+ 1,9
Unselbständig aktiv Beschäftigte+ 0,2+ 0,2+ 0,7+ 0,9+ 0,2+ 0,5+ 0,6
Arbeitslosenquote, in % der
unselbständigen Erwerbspersonen7,07,47,37,07,47,37,1
Finanzierungssaldo, in % des BIP- 4.7– 4,6– 4,2– 4,0– 4,4– 4,2– 4,0

Quelle: WIFO, IHS

1) Einschließlich militärischer Waffensysteme und sonstiger Anlagen

Sowohl das WIFO als auch das IHS rechnen für den Prognosezeitraum mit einem weiterhin merkbaren Beitrag des privaten Konsums zum Wirtschaftswachstum. Während sich die dynamische Einkommensentwicklung im Jahr 2024 in einer Steigerung der Konsumausgaben niederschlug, entfalteten im Jahr 2025 ein Anstieg der Verbraucherpreise um 3,5 % und die stagnierenden Nettoreallöhne eine leicht dämpfende Wirkung auf die Haushaltseinkommen und in weiterer Folge auf die Konsumausgaben. Aufgrund der moderaten Lohnabschlüsse im Herbst 2025 lassen rückläufige Reallöhne und -gehälter die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte im Jahr 2026 stagnieren. Erst im Jahr 2027 – bei leicht verbesserter Beschäftigungslage – steigen sie wieder. WIFO und IHS gehen davon aus, dass der private Konsum trotz der schwachen Entwicklung der Realeinkommen auf absehbare Zeit eine wichtige Stütze der Konjunktur bleiben wird. Aus Sicht des IHS wird insbesondere eine kontinuierlich fallende Haushaltssparquote zu einem Wachstum des privaten Konsums beitragen. Auch die OeNB geht in ihrer Prognose davon aus, dass die Nettosparquote von 11,6 % (2024) auf 9,4 % (2028) sinken und sich damit dem längerfristigen Durchschnitt seit dem Beitritt zum Euroraum annähern wird.

Im Jahr 2025 lieferte die internationale Nachfrage einen ungenügenden Beitrag zur konjunkturellen Aufhellung. Laut der OeNB sanken die realen Exporte zwischen Ende 2022 und Mitte 2025 um 6,2 %, während die Exportmärkte im selben Zeitraum um 2,4 % wuchsen. Dies deutet auf deutliche Marktanteilsverluste der heimischen Unternehmen hin, die laut OeNB auch mit der Entwicklung der Lohnkosten zusammenhängen. Immerhin stiegen die Lohnstückkosten in Österreich zwischen 2019 und 2024 um 30 %, was deutlich über dem Euroraumdurchschnitt von 20 % liegt. Im Zusammenhang mit der Mittelfristprognose wies das WIFO auf Wettbewerbsnachteile hin, von denen insbesondere die energieintensive Exportwirtschaft betroffen ist. Diese beruhen auf einem im Vergleich zu anderen europäischen Ländern merkbar höheren Anstieg der Energiepreise und Lohnstückkosten. Darüber hinaus nennt das WIFO die schwache internationale Nachfrage nach Investitionsgütern sowie die Importzölle der USA.

Das WIFO und das IHS sind sich einig, dass der Rückgang der österreichischen Exporte im Jahr 2025 nicht mehr so stark ausfallen wird wie 2024. Die Statistik Austria weist für den Zeitraum von Januar bis Oktober 2025 einen Rückgang der Warenexporte um 1,6 % auf 161,4 Mrd. Euro aus. Im Vergleich zur Vorjahresperiode zeigen sich dabei die Exporte nach Deutschland mit einem Rückgang von 1,8 % nur geringfügig verändert. Deutlichere Rückgänge sind bei den Exporten in die USA (-20,8 %), nach China (-6,3 %), Frankreich (-5,8 %) und Polen (-4,5 %) zu verzeichnen. Für das Gesamtjahr 2025 sehen die Prognosen reale Rückgänge der Warenexporte zwischen −1,7 % (WIFO) und −2,6 % (IHS) vor. Dienstleistungsexporte, insbesondere im Reiseverkehr, zeigen sich dagegen robuster. Erst im Jahr 2026 ist wieder mit deutlichen Impulsen der Warenexporte für die Konjunktur zu rechnen. Dazu trägt aus Sicht des WIFO ein nachlassender Kostendruck bei, der mit Lohnsteigerungen in den Vorjahren sowie Aufwertungen des Euro zusammenhängt.

Ab 2026 könnten die Investitionen zunehmend zu einer Stütze der Konjunktur werden. Bis zur Sommerprognose 2025 waren WIFO und IHS aufgrund mehrerer nachwirkender belastender Faktoren

von einer verhaltenen Entwicklung der Investitionen im Jahr 2025 ausgegangen. Beide Institute verwiesen auf die eingeschränkte Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen, die auf die schwache Ertragslage nach zwei Jahren Rezession zurückzuführen ist. Zusätzlich betonte das WIFO, dass Ausrüstungsinvestitionen dem Konjunkturverlauf typischerweise nachhinken und Unternehmen abwarten, ob sich die Nachfrage nachhaltig erholt. Die von Statistik Austria veröffentlichten VGR-Daten für das dritte Quartal 2025 zogen eine deutliche Aufwärtsrevision der Ausrüstungsinvestitionen für das Jahr 2025 in den Dezemberprognosen nach sich. Beide Institute rechnen nunmehr für das Jahr 2026 mit einer moderaten Belebung der Investitionstätigkeit. Das WIFO prognostiziert eine reale Steigerung der Bruttoanlageinvestitionen um 1,5 % und der Ausrüstungsinvestitionen um 2,6 %. Die Prognose des IHS fällt bei den Ausrüstungsinvestitionen mit +2,0 % für die Jahre 2026 und 2027 etwas vorsichtiger aus. Allerdings geht auch das IHS davon aus, dass günstigere Finanzierungsbedingungen, Ersatzbedarf und verbesserte Konjunkturaussichten in der Industrie die Investitionsnachfrage im Prognosezeitraum stärken werden.

1.1.2 Geschäftsentwicklung

Die heimische Wirtschaft befand sich 2025 nach zwei Jahren negativen Wirtschaftswachstums in einer Phase vorsichtiger Stabilisierung. Auch wenn erste Erholungssignale sichtbar wurden, bleibt das Umfeld für viele österreichische Unternehmen herausfordernd – geprägt von höheren Kosten (insbesondere Personal und Energie), gedämpfter Nachfrage, angespannten Exportmärkten und einer weiterhin zurückhaltenden Investitionstätigkeit. Vor diesem Hintergrund trägt die aws als Förderbank des Bundes maßgeblich dazu bei, Finanzierungsrisiken zu reduzieren und Unternehmen auch in Phasen gedämpfter Nachfrage Investitionen zu ermöglichen. Mit ihren Kernprogrammen – geförderte Kredite, Garantien, Zuschüsse, Eigenkapital, Coachings und umfassende Vernetzungsangebote – begleitet sie Unternehmen in allen Entwicklungsphasen und unterstützt sie bei der Transformation hin zu einem nachhaltigen, digitalen und resilienten Wirtschaftsmodell. Die Finanzierungsleistung der aws im Kerngeschäft hat sich im Jahr 2025 fast verdoppelt und liegt bei ca. EUR 1,6 Mrd. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf die Finanzierungsleistung bei den großen europäisch ausgerichteten Zuschussprogrammen wie European Chips Act bzw. Wasserstoffförderung, einer Steigerung bei aws erp-Krediten sowie bei aws Garantien zurückzuführen. Anzumerken ist, dass sich das Vergleichsjahr 2024 auf einem historischen Tiefstand befand.

Insbesondere auch durch den gezielten Einsatz budgetschonender Förderinstrumente zur Unterstützung der Unternehmensfinanzierung wie aws Garantien und aws erp-Krediten trug die aws dazu bei, Investitionen zu ermöglichen und gleichzeitig eine effiziente Nutzung öffentlicher Mittel sicherzustellen. Beide Instrumente ermöglichen eine langfristige, planbare Finanzierung von Investitionen.

aws Garantien

Bei den Garantien im Kerngeschäft zeigt sich 2025 nach Jahren der Zurückhaltung eine leichte Belebung der Nachfrage. Mit 1.421 Garantieanträgen lag die Nachfrage +2,5 % über dem Vorjahreswert. Auch die Anzahl der Zusagen stieg auf 846 Garantiezusagen (+13,0 %). Im langfristigen Kontext unterstreicht der 10 Jahresdurchschnitt von 1.716 Anträgen und 1.059 Zusagen die strukturelle Bedeutung des Instruments, während die Entwicklung 2025 eine klare Rückkehr zu steigender Nachfrage signalisiert. Besonders markant ist die Zunahme des Garantievolumens, das sich von EUR 237,6 Mio. auf EUR 300,0 Mio. erhöhte – ein Plus von 26,3 %. Ursache ist insbesondere die Stärkung und Erweiterung der aws Garantien nach Garantiegesetz im Rahmen des Regierungsprogramms und somit auch die Unterstützung von größeren Projekten. Höhere Haftungsobergrenzen, erweiterte garantiefähige Branchen, attraktive Konditionen für ökologische Vorhaben sowie verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für nicht aktivierungsfähige Wachstums- und Innovationskosten erhöhen die Wirksamkeit dieses budgetschonenden Instruments deutlich. Damit leisten Garantien 2025 einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung von Investitionen und Innovationsund Wachstumsprojekten in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld.

aws erp-Kredite

Die Nachfrage nach aws erp-Krediten hat sich 2025 deutlich belebt. Mit 1.242 Anträgen lag die Zahl der Einreichungen 48,2 % über dem Vorjahr, die Zusagen stiegen um über 73,8 %, das zugesagte Volumen um rund 89,9 %. Auch hier lässt sich im Vergleich zum 10 Jahresdurchschnitt mit 1.484 Anträgen und 1.114 Zusagen eine ähnliche Entwicklung wie bei den aws Garantien feststellen. Besonders stark war der Anstieg bei Investitionen über EUR 1 Mio. im Segment Industrie, Gewerbe & Dienstleistungen. Die aws trägt damit wesentlich zur Umsetzung von Zukunftsinvestitionen bei – insbesondere im Bereich Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Modernisierung produktiver Infrastruktur. Die Mittel des Jahresprogramms wurden zu rund 95 % ausgeschöpft.

Neue Impulse setzte die aws 2025 insbesondere mit einer Reihe von Zuschuss-Programmen wie TWIN Transition, Green Frontrunner, der Weiterentwicklung der Digitalisierungsförderungen, einem verstärkten Engagement im Bereich KI sowie Quantentechnologien sowie aws Preseed | Seedfinancing. Auch im Bereich der großvolumigen, europäisch ausgerichteten Programme mit kleinen Stückzahlen – etwa IPCEI, Chips Act oder Wasserstoffförderung – fungierte die aws weiterhin als operative Drehscheibe für zentrale Zukunftsthemen.

Mit TWIN Transition konnten seit Programmstart 36 genehmigte Projekte mit einem Zuschussvolumen von rund EUR 172,7 Mio. unterstützt werden, womit der Fokus auf digitale und grüne Transformation stark an Relevanz gewonnen hat. Mit KMU.DIGITAL 4.0 und dem neu eingeführten KMU.DIGITAL 4.0 & GREEN wurde die Digitalisierungsförderung neu aufgesetzt. Insgesamt wurden bisher in beiden Modulen über 8.000 Beratungsanträge gestellt sowie mehr als 1.400 Umsetzungsprojekte gefördert.

Das Programm Green Frontrunner unterstützte 2025 insgesamt 17 Unternehmen mit Zuschüssen von rund EUR 10 Mio. bei Entwicklungs- und Forschungsüberleitungsprojekten. Bei aws Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse wurden 34 Projekte mit rund EUR 20 Mio. genehmigt, wobei im Rahmen eines spezifischen Calls ein Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt wurde.

Ein nachhaltig erfolgreicher Wirtschaftsstandort erfordert nicht nur technologische Spitzenleistungen, sondern auch Geschäftsmodelle, die gesellschaftlichen und/oder ökologischen Mehrwert schaffen. Mit dem aws First Incubator sowie der kontinuierlichen Begleitung der regionalen AplusB Zentren setzt die aws zudem auf zwei ineinandergreifende Initiativen, die gezielt die ganz frühe Phase des Entrepreneurships adressieren und Gründer*innen von der Ideenentwicklung bis zur Unternehmensgründung nachhaltig begleiten.

Mit dem Programm aws Preseed | Seedfinancing unterstützt die aws gezielt Start-ups, die in diesen zukunftsweisenden Bereichen aktiv sind. Die Förderung erfolgt je Programmlinie in zwei Modulen: Für die frühe Phase steht das Modul Preseed, für die spätere Phase das Modul Seedfinancing zur Verfügung. Zur gezielten Stärkung von Female Entrepreneurship ist ein Genderbonus in Höhe von 10 % der Förderungssumme vorgesehen.

Im Rahmen von aws Preseed | Seedfinancing – DeepTech wurden u.a. Schwerpunkte auf Life Sciences und Green Tech gelegt und 35 Gründungsprojekte mit Förderungszusagen von insgesamt EUR 18,7 Mio. unterstützt. Start-ups und innovative Gründungsideen, die über die Unternehmensgrenzen einen positiven gesellschaftlichen Mehrwert generieren, wurden 2025 mit aws Preseed | Seedfinancing – Innovative Solutions finanziert und begleitet – dies betraf 35 Vorhaben mit einer Fördersumme von rund EUR 7,4 Mio. Dabei zeigt sich, wie wesentlich eine frühzeitige Innovationsschutz Beratung ist: Mit dem neuen Programm Advanced.IP unterstützen wir gezielt Schlüsseltechnologien und konnten insbesondere innovative KMU dabei begleiten, ihr geistiges Eigentum strategisch abzusichern und nachhaltig zu verwerten.

Die zentralen, europäisch ausgerichteten Spezialprogramme wurden 2025 intensiv weitergeführt und wesentlich ausgebaut. Im Rahmen von IPCEI erfolgten vertiefte Prüfaktivitäten, darunter zehn Vor-Ort-Audits in Österreich, um die ordnungsgemäße Umsetzung der Vorhaben sicherzustellen. Im Rahmen des EU Chips Acts konnte der erste Fördervertrag abgeschlossen und erste Auszahlungen an Unternehmen vorgenommen werden – ein wichtiger Schritt zur Stärkung der europäischen Halbleiterkompetenz.

Auch im Bereich der Energiewende setzte die aws bedeutende Impulse: Durch die nationale Umsetzung des Wasserstoffförderungsgesetzes (WFöG) wurden EUR 274,8 Mio. an Fördermitteln zugesagt.

Das Programm Quantum to Market (Qu2M) unterstützte vier Projekte mit insgesamt EUR 3,7 Mio., um quantentechnologische Innovationen schneller in marktfähige Anwendungen zu überführen. Mit Building(s) Tomorrow wurde der Aufbau einer Innovations-Community vorangetrieben und radikale Innovationsprojekte im Gebäudesektor gezielt gefördert. Ebenso leistete die aws mit dem

Förderprogramm für Primärversorgungseinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der medizinischen Grundversorgung.

Auch der Aufbau strategischer Ökosysteme etwa in den Bereichen Sustainable Food Systems oder Spin-offs bzw. AI spielte für die aws 2025 eine große Rolle. Die aws Sustainable Food Systems Initiative setzte 2025 besonders starke Akzente bei Community Aufbau, Open Innovation und der Förderung transformativer Projekte, insbesondere wurden 21 ausgewählte Vorhaben mit einem Zuschussvolumen von EUR 1,0 Mio. unterstützt.

Im Rahmen der aws Digitalisierung-Initiative setzt die aws mit den drei Fördermodulen AI-Start, AI- Adoption und AI-Wissen einen systematischen Ansatz zur Stärkung der Schlüsseltechnologie künstliche Intelligenz in Österreich um. Diese Module begleiten Unternehmen entlang der gesamten Entwicklungskette: In der Programmperiode lag der Schwerpunkt zunehmend auf der Abwicklung genehmigter Projekte und der nachhaltigen Verstetigung der Wirkung. Nachdem die letzten Zusagen auch im Modul AI-Adoption erfolgt sind, richtet sich der Fokus nun zunehmend auf Community Building und Netzwerkaktivitäten.

Entwicklung Gründungs & Innovationsökosystem

Die aws Spin-off Initiative verfolgt das Ziel, ein leistungsfähiges und nachhaltig wirksames Ökosystem für akademische Spin-offs und Spin-ins in Österreich zu etablieren. Im Zentrum steht dabei die Verbesserung des Zugangs potenziell VC-fähiger Spin-offs zu privatem Risikokapital sowie der systematische Aufbau professioneller Ausgründungsstrukturen an Hochschulen. Modul 1 der Initiative dient als Anschubförderung für den Aufbau und die Weiterentwicklung solcher professioneller Spin-off- Strukturen. Nach Abschluss der Ausschreibungs- und Auswahlphase lag der Schwerpunkt im Jahr 2025 auf der Umsetzung der genehmigten Vorhaben. Modul 2 der Initiative hat die Zielsetzung, mehr privates Kapital für akademische Spin-offs verfügbar zu machen, indem sich die aws an (bestehenden oder neu geschaffenen) marktüblichen Risikokapitalgesellschaften beteiligt. Im vierten Quartal 2025 erfolgten bereits erste Auszahlungen für Investments in Spin-offs.

Die Weiterentwicklung des österreichischen Innovationsökosystems war auch 2025 ein zentraler Schwerpunkt. Mit 3.245 registrierten Nutzer*innen bestätigte aws Connect erneut seine führende Rolle als zentrales unabhängiges Netzwerk für Start-ups, Investor*innen, Inkubatoren sowie mittelständige Unternehmen und stärkte die Vernetzung dieser Akteur*innen maßgeblich.

Im Rahmen der i2 Business Angels Plattform konnten neun Investments mit einem Gesamtvolumen von EUR 2,4 Mio. realisiert werden. Das Programm Industry Startup.Net unterstützte 15 Kooperationen zwischen Industrieunternehmen und innovativen Start-ups und stärkte damit die industrielle Innovationskraft.

Über GIN Austria nahmen 48 Start-ups an Internationalisierungsprogrammen teil und erhielten Zugang zu globalen Märkten und internationalen Innovationsnetzwerken. Der KI-Marktplatz entwickelte sich

dynamisch weiter und verzeichnete 260 Anbieter*innen sowie 150 Anwender*innen, wodurch das Matchmaking zwischen KI-Lösungen und anwenderseitigen Bedürfnissen weiter an Relevanz gewann. Ergänzend dazu setzt die aws mit ihren Signature Veranstaltungen – von Jugend Innovativ für junge Talente über den Staatspreis Innovation und das Verified Social Enterprise Label bis hin zum Gründungspreis Phönix – Impulse entlang zahlreicher innovationstreibender Zielgruppen und Lebensphasen. Darüber hinaus wickelt die aws mit Kooperationspartner*innen den MINT Regionen Service Hub ab, der österreichweit MINT Regionen unterstützt. Durch diese Initiativen stärkt die aws das Gründungs- und Innovationsökosystem nachhaltig und schafft Strukturen, die Österreichs Innovationsleistung langfristig erhöhen.

Sonderprogramme und Abwicklung von Hilfsmaßnahmen

Auch 2025 war die aws mit der finalen Abwicklung jener Unterstützungsmaßnahmen befasst, die in den vergangenen Jahren zur Abfederung extremer wirtschaftlicher Belastungen implementiert wurden.

Der Energiekostenzuschuss für Unternehmen, der seit 2022 eine zentrale Rolle bei der Unterstützung energieintensiver Betriebe spielte, wurde 2025 organisatorisch abgeschlossen. Bis zum 31.12.2025 wurden insgesamt 41.164 Zusagen mit einem Zuschussvolumen von über EUR 1,5 Mrd. ausbezahlt.

Die aws Covid Überbrückungsgarantien, eine zentrale Säule während der Pandemie, laufen seit Ende 2024 weitgehend aus. Insgesamt wurden seit 2020 21.641 Überbrückungsgarantien mit einer Haftung von rund EUR 4,013 Mrd. bereitgestellt. Die Garantieausfälle lagen auch per Ende 2025 deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Mit der Übernahme der Regressforderungsbetreibung der 100 %- Garantien nach Auflösung der COFAG hat die aws außerdem eine zusätzliche Verantwortung für die geordnete Nachbetreuung dieser Maßnahmen übernommen.

Die aws Investitionsprämie bleibt das größte Förderprogramm der aws Unternehmensgeschichte. Im Jahr 2025 wurden weitere 259 Auszahlungen in der Höhe von EUR 367,7 Mio. geleistet. Über die gesamte Laufzeit hinweg wurden 171.336 Investitionsprämien mit Zuschüssen von EUR 3,0 Mrd. ausbezahlt.

Auch der Energiekostenzuschuss NPO, der gemeinnützige Organisationen bei hohen Energiekosten entlastet, wurde 2025 abgeschlossen: Insgesamt wurden 1.743 Zusagen in Höhe von rund EUR 12,4 Mio. erteilt.

Ausblick 2026

2026 wird die aws die Umsetzung des Arbeitsprogramms der Bundesregierung sowie die im Jänner 2026 vorgestellte Industriestrategie Österreich 2035 zur Stärkung des heimischen Wirtschaftsstandortes weiter maßgeblich begleiten. Hierzu zählen exemplarisch genannt der weitere Ausbau von budgetschonenden Finanzierungsinstrumenten, wie der aws Garantie und dem aws erp- Kredit. Diese konnten bereits durch neue Richtlinien und attraktive Konditionen zielgerichtet gestärkt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt und klarer Fokus der aws wird auch das Setzen von konkreten Impulsen in Bezug auf Schlüsseltechnologien entlang der Industriestrategie Österreich 2035 sein. Die aws wird strategische Zukunftsbereiche adressieren und ihren Beitrag dazu leisten die technologische Souveränität zu stärken und zentrale Schlüsseltechnologien nachhaltig in Österreich zu verankern. Weiters leistet die Umsetzung des Standortabsicherungsgesetzes einen wesentlichen Beitrag dazu, Standortherausforderungen für energieintensive Unternehmen in Österreich zu verringern.

Die Innovationskraft Österreichs weiter zu steigern, bleibt dabei eine beständige Zielsetzung des Handelns der aws. Innovative Unternehmen in allen Phasen ihrer Entwicklung von der ersten Idee bis hin zum internationalen Markterfolg zu unterstützen und Wachstums und Innovationssprünge zu ermöglichen, steht im Zentrum unserer Aktivitäten. Die aws ist mit ihren Kernprogrammen gut aufgestellt. Dabei stärkt die aws insbesondere auch Unternehmen bei wichtigen Zukunftsthemen wie Entwicklung europäischer Wertschöpfungsketten entlang der zentralen Schlüsseltechnologien, Transformation, Digitalisierung oder auch bei der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle mit gesellschaftlichem Mehrwert.

1.2Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1.2.1 Finanzkennzahlen

Bilanzkennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
in TEUR20252024 Veränderung
Bilanzsumme522.633664.481-141.848
Anlagevermögen54.117110.264-56.147
Forderungen61.54484.342-22.798
Guthaben bei Kreditinstituten +
Wertpapiere Umlaufvermögen396.652460.375-63.723
Eigenkapital108.923137.692-28.769
Sonderposten Rücklage
Schadloshaltung KMU-FG10.061010.061
Rückstellungen8.76710.105-1.338
Verbindlichkeiten389.061508.306-119.245
Rechnungsabgrenzungsposten5.8228.378-2.556
Off-Balance1.447.7031.726.773-279.070

Tabelle 1: Bilanzkennzahlen

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR -141,8 Mio. reduziert.

Das Anlagevermögen liegt um EUR -56,1 Mio. unter dem Jahr 2024. Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind aufgrund von plangemäßen Tilgungen um rd. EUR -51,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr gesunken. Kapitalrückführungen gab es beim aws Gründerfonds (EUR -6,3 Mio.) und beim aws Mittelstandsfonds (EUR -0,4 Mio.). Gleichzeitig erfolgten Investitionen beim Gründungsfonds II (EUR +4,4 Mio.), beim aws Gründerfonds (EUR +1,4 Mio.) und beim TRC-KHAN (EUR +0,6 Mio.). Abwertungen gab es beim aws beim Business Angels Fonds (EUR -1,8 Mio.), beim aws Gründungsfonds II (EUR -2,3 Mio.) und beim TRC-KHAN (EUR -0,5 Mio.). Beim aws Gründerfonds erfolgte eine Zuschreibung (EUR +0,4 Mio.).

Die Forderungen liegen um EUR -22,8 Mio. unter dem Vorjahr; die Reduktion ist im Wesentlichen auf geringere Forderungen gegenüber Bundesministerien (EUR -26,5 Mio.) aus Mittelanforderungen für Fördermittel zurückzuführen (davon entfallen EUR -17,6 Mio. für das Programm Gasdiversifizierung und EUR -4,0 Mio. auf TWIN Transition). Die Verrechnungen mit der aws Venture liegen um EUR 2,4 Mio. über dem Vorjahr.

Die Guthaben bei Kreditinstituten und die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind um EUR -63,7 Mio. gesunken. Es handelt sich dabei um von den Auftraggebern zur Verfügung gestellte Mittel für noch nicht ausbezahlte Förderungen – rd. EUR -42,0 Mio. sind auf geringere Treugelder für die EFRE Abwicklung zurückzuführen.

Das Eigenkapital ist um EUR -28,8 Mio. niedriger als im Vorjahr. Von dieser Reduktion entfallen EUR -14,9 Mio. auf die Verrechnung des Bilanzgewinns des Vorjahres, EUR -17,8 Mio. auf die Umbuchung in den Sonderposten Rücklage gemäß KMU-FG sowie auf die Dotierungen beim aws Gründungsfonds II (EUR +6,9 Mio.). Auf die Anpassungen im Zuge der Bewertungen des aws Gründerfonds und des aws Gründungsfonds II entfallen insgesamt EUR -1,9 Mio.

Der Sonderposten Rücklage Schadloshaltung KMU-FG ist ein im Jahr 2025 neu eingeführter Posten, der die Regelungen des Schadloshaltungsvertrages für das Kerngeschäft KMU-FG aus 2023 noch transparenter abbildet.

Die Rückstellungen sind aufgrund des Verbrauchs der Rückstellungen für Körperschaftssteuer und geringeren Rückstellungen für drohende Verluste und Personalkosten um EUR -1,3 Mio. gesunken.

Die Verbindlichkeiten liegen um EUR -119,2 Mio. unter dem Vorjahr wobei der Treuhand-Anteil bei den Verbindlichkeiten um EUR -43,9 Mio. gesunken ist und v.a. auf niedrigere Fördermittel für die Abwicklung der EFRE Zahlstelle (EUR -42,0 Mio.) bzw. geringere Verbindlichkeiten im Zuge der Abwicklung des Business Angels Fonds (EUR -1,8 Mio.) zurückzuführen ist. Die erhaltenen, aber noch nicht zur Auszahlung gelangte Finanzierungsmittel haben die Position Verbindlichkeiten (gegenüber Bund und Nationalstiftung) um EUR -73,7 Mio. reduziert und sind v.a. durch das Auslaufen der Sonderprogramme begründet.

Die Rechnungsabgrenzungen liegen EUR -2,6 Mio. unter dem Vorjahr und sind vor allem auf geringere bereits von den Auftraggebern im Voraus bezahlte Mittelanforderungen für Abwicklungskosten für das 1. Quartal 2026 für Sonderprogramme zurückzuführen.

Die unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten, bestehend aus den Garantien nach Garantiegesetz und KMU-Förderungsgesetz, haben sich aufgrund plangemäßer Tilgungen insbesondere infolge des Auslaufens der Überbrückungsgarantien um EUR -279,1 Mio. von EUR 1.726,8 Mio. auf EUR 1.447,7 Mio. reduziert.

Kennzahlen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
in TEUR20252024 Veränderung
Umsatzerlöse138.167170.121-31.954
davon Abdeckung Bund für Garantieleistungen82.911111.770-28.859
Sonstige betriebliche Erträge2.3254.324-1.999
Personalaufwand-28.713-32.0053.292
Sonstige betriebliche Aufwendungen-111.913-160.99649.083
davon Steuern, soweit sie nicht Steuern vom
Einkommen bzw. vom Ertrag sind-120-15-105
davon Garantieleistungen (abzüglich Rückflüsse)-93.111-147.27754.166
davon Sachaufwand-18.682-13.704-4.978
Bilanzgewinn23.80014.9008.900

Tabelle 2: Kennzahlen zur GuV

Die Reduktion der Umsatzerlöse um EUR 32,0 Mio. gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus einer geringeren Abdeckung des Bundes für Garantieleistungen in Höhe von EUR 28,9 Mio. und geringeren Entgelten Dienstleistungen in Höhe von EUR -2,2 Mio. – dv. stammen EUR -6,4 Mio. aus den planmäßig auslaufenden Sonderprogrammen Ukraine-Krieg und CoVid-19; das Kerngeschäft liegt rd. EUR +4,2 Mio. über dem Vorjahr. Der Rückgang bei der Abdeckung des Bundes für Garantieleistungen ist auf geringere Ausfälle bei den Überbrückungsgarantien in Höhe von EUR -45,7 zurückzuführen, dem gegenüber stehen höhere Ausfälle im Kerngeschäft in Höhe von EUR +16,8 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen um EUR 2,0 Mio. unter dem Vorjahr und sind v.a. auf Erträge aus der Auflösung von Treugutverbindlichkeiten und aus der Auflösung von Verbindlichkeiten zurückzuführen.

Der gegenüber dem Vorjahr um EUR 3,3 Mio. (= -10,3 %) gesunkene Personalaufwand ist im Wesentlichen auf einen niedrigeren Mitarbeiter*innenstand für die Ukraine-Krieg-Sonderprogramme (v.a. Energiekostenzuschuss) und die CoVid-Hilfsprogramme (v.a. Investitionsprämie) zurückzuführen; dem gegenüber stehen kollektivvertragliche Valorisierungen. Der VZÄ-Stand für die CoVid- Hilfsprogramme (v.a. Investitionsprämie) und die Ukraine-Krieg-Sonderprogramme (v.a. Energiekostenzuschuss) hat sich programmgemäß gegenüber dem Vorjahr reduziert; der Großteil der Beschäftigten in diesen Sonderprogrammen hat befristete Dienstverträge, die mit Abreifen der Programme sukzessive beendet werden.

In der Position Steuern in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind v.a. Gerichtsgebühren für Anmeldungen zum Insolvenzverfahren für die Betreibung von Regressforderungen enthalten.

Die Garantieleistungen (exkl. Rückflüsse) liegen v.a. aufgrund geringerer Ausfälle um EUR -45,7 Mio. unter dem Vorjahr (davon entfallen rund EUR -34,9 Mio. auf die Überbrückungsgarantien und -10,8 Mio. auf das Kerngeschäft). Die Rückflüsse sind um EUR 8,5 Mio. gegenüber dem Vorjahr gestiegen (davon

entfallen EUR 10,5 Mio. auf die Überbrückungsgarantien, das Kerngeschäft liegt EUR -2,0 unter dem Vorjahr) und liegen 2025 bei rd. EUR 22,6 Mio.

Der Sachaufwand ist um EUR 5,0 Mio. gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Davon entfallen EUR 3,7 Mio. auf höhere Verrechnungen im Rahmen der Venture Capital Initiative mit der Nationalstiftung und EUR 2,0 Mio. auf Verrechnungen im Rahmen der Clean Tech Initiative; der laufende Sachaufwand ist um EUR 0,2 Mio. gestiegen.

Die Auflösung der Rücklage des aws Gründerfonds (EUR 15,3 Mio.) und des aws Mittelstandsfonds (EUR 8,5 Mio.) führt – nach UGB-Erfordernissen – zu einem Bilanzgewinn in der Höhe von EUR 23,8 Mio. in der aws. Die umgewidmeten Mittel des Bundes werden gemäß einer Vereinbarung mit dem Auftraggeber für den aws Gründungsfonds II verwendet. Entsprechend dem Grundsatz der Vollausschüttung wird im Jahr 2026 die Ausschüttung nach Feststellung des Jahresabschlusses erfolgen.

Garantieleistungen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 14
in TEUR20252024 Veränderung
Garantieleistungen durchgeführt-93.110-147.27754.166
abzüglich Garantieentgelte netto8.93811.469-2.531
= Nettogarantieleistung-84.172-135.80851.635
dv. Abdeckung Bund Kerngeschäft GG-8.399-15.5117.112
dv. Abdeckung Bund Kerngeschäft KMU-FG-16.205-16.617412
dv. Abdeckung Bund Überbrückungsgarantien-50.535-96.26045.725
dv. Rücklagen-Auflösung Kerngeschäft GG-450-3.6393.189
dv. Rücklagen-Auflösung Kerngeschäft KMU-FG-7.772-4.644-3.128
dv. Rücklagen-Dotierung Überbrückungsgarantien863-863
dv. Rücklagen-Auflösung Überbrückungsgarantien-812-812
Eventualverbindlichkeiten Garantien1.447.7031.726.773-279.069
Nettogarantieleistungen zu Eventualverbindlichkeiten
Garantien5,81%7,86%-2,05%

Tabelle 3: Garantieleistungen

Bei den durchgeführten Garantieleistungen nach Garantiegesetz und KMU-Förderungsgesetz ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von EUR 54,2 Mio. zu verzeichnen. Die Reduktion ist v.a. auf geringere Ausfälle in Höhe von EUR 45,7 Mio. bzw. auf höhere Rückflüsse in Höhe von EUR 8,5 Mio. zurückzuführen; wobei die Garantieausfälle nach Abzug der Rückflüsse im Kerngeschäft eine Reduktion von EUR 8,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr verzeichnen und die Überbrückungsgarantien eine Reduktion von EUR 45,4 Mio.

Die niedrigeren Garantieentgelte in Höhe von EUR 2,5 Mio. (= -22,1 %) sind auf geringere Garantieentgelte im Kerngeschäft mit EUR 1,2 Mio. sowie auf niedrigere Garantieentgelte bei den Überbrückungsgarantien mit EUR 1,3 Mio. (auslaufendes Programm) zurückzuführen.

Das Volumen der Eventualverbindlichkeiten auf EUR 1.447,7 Mio. reduziert und ist im Überbrückungsgarantien.

EUR 279,1 Mio.

aus Garantien hat sich um Wesentlichen bedingt durch das Auslaufen von

1.2.2 Leistungskennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 15
Anzahl Finanzierungszusagen
2025%2024%
Garantie8466,0%7497,7%
Kredit * Kredit8746,2%5035,2%
Zuschuss12.25387,5%8.46186,8%
Beteiligung300,2%350,4%
Summe14.003100,0%9.748100,0%

Tabelle 4: aws Finanzierungszusagen

* Da zu den Aufgaben der aws gem. §2 (2) aws-Gesetz auch die Besorgung der Aufgaben und Geschäfte des ERP-Fonds zählt, werden unter den Leistungskennzahlen auch die ERP-Kredite dargestellt.

Die Leistungsentwicklung zeigt insgesamt eine Erhöhung der Finanzierungszusagen für 2025 um 43,6 % gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtbild sind bei den Zusagen die Zuschüsse mit einer Erhöhung von 44,8 % verantwortlich - v.a. bedingt durch aws Digitalisierung (+2.542 Zusagen bzw. +34,5 %) sowie höhere Zuschüsse beim Sonderprogramm Ukraine-Krieg Energiekostenzuschuss NPO (+1.388 Zusagen bzw. +391,0 %). Die Nachfrage nach Krediten (+371 Zusagen bzw. +73,8 %) und Garantien (+97 Zusagen bzw. +13,0 %) ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich gestiegen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 15
Finanzierungsleistung [Mio. EUR]Finanzierungsbarwerte [Mio. EUR]
2025%2024%2025%2024%
Garantie300018,7%237,626,8%21,42,4%14,43,2%
Kredit *473,229,5%249,128,1%39,84,5%29,26,6%
Zuschuss827,751,7%399,745,0%827,793,1%399,790,2%
Beteiligung1,60,1%1,00,1%0,00,0%0,00,0%
Summe1.602,5100,0%887,4100,0%888,9100,0%443,3100,0%

Tabelle 5: Finanzierungsleistung nach Finanzierungsinstrumenten

Da zu den Aufgaben der aws gem. § 2 (2) aws-Gesetz auch die Besorgung der Aufgaben und Geschäfte des ERP-Fonds zählt, werden unter den Leistungskennzahlen auch die ERP-Kredite dargestellt.

Die Finanzierungsleistung liegt um 80,6 % bzw. EUR 715,1 Mio. über dem Vorjahresniveau. Von dieser Abweichung entfallen EUR 693,2 Mio. auf das Kerngeschäft und EUR 21,9 Mio. auf zeitlich befristete und programmgemäß auslaufende Sonderprogramme. Die Erhöhung im Kerngeschäft ist im Wesentlichen auf eine höhere Finanzierungsleistung bei den Zuschüssen (EUR +406,2 Mio.) zurückzuführen bzw. sind die Kredite (EUR +224,1 Mio.) sowie die Garantien (EUR +62,4 Mio.) aufgrund einer höheren Nachfrage deutlich gestiegen. Bei den Zuschüssen ergibt sich die Erhöhung v.a. aus den Programmen European Chips Act mit EUR +215,0 Mio., Wasserstoffförderung mit EUR 274,8 Mio., TWIN Transition mit EUR 25,2 Mio., EFRE Zuschüsse mit EUR +17,3 Mio., IBW Forschungs- und Transferkompetenzen mit EUR 16,0 Mio. und Primärversorgungseinrichtungen mit EUR +9,3 Mio.). Dem gegenüber stehen geringere Beauftragungen bei ICPEI EUR -129,7 Mio. sowie beim Programm Filmstandort Austria EUR -30,5 Mio.

Der Finanzierungsbarwert ist insgesamt um rd. 100,5 % auf EUR 888,9 Mio. gestiegen und ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Finanzierungsleistung bei den Zuschüssen zurückzuführen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 16
Coaching /
Förderungsberatung
20252024
Coaching3.0713.355
Förderungsberatung1.0601.209
Teilnehmende25.09419.632

Tabelle 6: Instrument Coaching & Beratung

Die Coachingleistungen liegen im Jahr 2025 um -8,5 % unter dem Vorjahr wobei die Reduktion v.a. auf das ausgelaufene Programm aws Equity Finder (-266 Coachingleistungen) zurückzuführen ist. Die persönliche Förderungsberatung liegt -12,3 % unter dem Vorjahr – der Rückgang der qualifizierten Beratungen ist v.a. bedingt durch geringere konkrete Investitionsprojekte aufgrund der anhaltend schwachen Konjunktur.

Die Anzahl der Teilnehmenden liegt aufgrund von regem Interesse an Teilnahmen an physischen Veranstaltungen für die Bereiche Wachstum und Industrie sowie Gründung und junge Unternehmen um 27,8 % über dem Vorjahr.

1.2.3

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die aws Gründerfonds Beteiligungs GmbH & Co KG und die aws Gründungsfonds II Beteiligungs GmbH & Co KG halten direkte Beteiligungen an Unternehmen; die aws Venture Fonds GmbH ist über Fondsgesellschaften bzw. treuhändig an Unternehmen beteiligt.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 17
UnternehmenAnteilEigenkapitalJahresergebnisGeschäfts-Buchwert
in %in EURin EURjahr31.12.2025
in EUR
aws Fondsmanagement
GmbH, Wien100,003.298.287,8395.029,80202535.000,00
aws Gründerfonds
Beteiligungs GmbH & Co94,8918.592.105,12417.357,92202517.405.836,02
KG, Wien
aws Gründungsfonds II
Beteiligungs GmbH & Co100,006.020.319,00-2.318.233,3220256.020.319,00
KG, Wien
aws Mittelstandsfonds
Beteiligungs GmbH & Co100,008.620.894,98337.505,9720254.763.353,40
KG, Wien
aws Venture Fonds GmbH,
Wien100,00935.901,94567.682,562025363.364,27
European Angels Fund
S.C.A. SICAR - aws
Business Angel Fonds61,549.264.754,00-569.421,0020255.701.387,00
(Austria), Luxemburg

Tabelle 7: aws verbundene Unternehmen

In den genannten Beteiligungs- und Fondsgesellschaften werden Eigenkapitalprogramme abgewickelt. Die nachfolgende Tabelle zeigt Anzahl und Volumen von in 2025 neu eingegangenen Beteiligungen und Folgeinvestitionen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 17
Beteiligungsvolumen
ProgrammeAnzahl[Mio. EUR]
2025202420252024
aws-Gründerfonds *7121,20,9
aws-Gründungsfonds II *352,53,6
aws-Venture Capital Initiative *32260,90,6
Summe *42434,6 4,65,2

Tabelle 8: Neu eingegangene Beteiligungen und Folgeinvestitionen

* Davon

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 17
imJahr202535 (2024: 35) Folgeinvestitionenmit

EUR 2,3 Mio. (2024: EUR 1,4 Mio.)

einem Beteiligungsvolumen von

Entwicklung der Personalressourcen

Zum Stichtag 31.12.2025 waren in der aws 250 Personen beschäftigt, dies entspricht einem Vollzeitäquivalent (VZÄ) von 228,5. Im Jahresdurchschnitt 2025 lagen die Vollzeitäquivalente bei 261,5. Der Rückgang der Beschäftigtenzahlen resultiert aus dem Outphasing der krisenbedingten Sonderprogramme (Energiekostenzuschuss, Energiekostenzuschuss NPO, Investitionsprämie, NPO- Fonds und Überbrückungsgarantien). Für die Umsetzung dieser Sonderprogramme wurden zusätzliche Mitarbeitende für Sachbearbeitung und Projektmanagement mit überwiegend befristeten

Anstellungsverträgen eingestellt. Mit 31.12.2025 endeten in diesem Zusammenhang die Dienstverhältnisse von 20 weiteren befristeten Mitarbeitenden. Die Beschäftigtenzahlen werden somit 2026 noch weiter zurückgehen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 18
20252024+/- abs.
Headcount (jeweils zum 31.12.)250,0346,0-96,0
Vollzeitäquivalente (jeweils zum 31.12.)228,5316,2-87,7
Jahres-Durchschnitts-VZÄ261,5329,6-68,1

Tabelle 9: Personalressourcen

Kompetenzentwicklung

Weiterbildung nimmt in einer Service- und Dienstleistungsorganisation wie der aws einen sehr hohen Stellenwert ein. Das interne Bildungsangebot bietet allen Zielgruppen entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen. Neben fachlichen Themen stehen auch persönlichkeitsfördernde Inhalte im Fokus. Im Jahr 2025 wurde ein besonderer Schwerpunkt auf den Bereich Künstliche Intelligenz, unter anderem mit der Durchführung der Schulungsreihe „Fit für KI“ und einem KI Reverse-Mentoring- Konzept, gesetzt. Darüber hinaus fanden auch zahlreiche fachspezifische Schulungen zu betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Themen sowie Workshops zur Weiterentwicklung der methodischen und persönlichen Kompetenz (z.B. Projektmanagement) statt.

Förderung der Gesundheit

Die aws fördert mit verschiedenen Maßnahmen die physische und psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden. Neben der betriebsärztlichen Betreuung werden arbeitspsychologische Maßnahmen angeboten. Einen Schwerpunkt bildete der aws Gesundheitstag 2025, dieser stand unter dem Motto „train your brain“ und hat den Mitarbeitenden die verschiedenen Möglichkeiten näher gebracht, wie die geistige Leistungsfähigkeit erhalten und aktiv gesteigert werden kann.

Gender & Diversity

Vielfalt ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor: Diverse Teams sind nachweislich innovativer, kreativer und erfolgreicher – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die aws setzt sich seit Jahren aktiv für Chancengerechtigkeit, Diversität und Inklusion ein und wird dabei von

einem eigenen internen Beirat begleitet. Im Jahr 2025 wurde unter anderem für alle interessierten Mitarbeitenden ein Diversity Breakfast zum moderierten Austausch über Generationen, Gender, Arbeitswelten und Organisationskultur und ein Workshop zu „Diversity in der Führungsarbeit“ für alle Führungskräfte durchgeführt. Als weiteres zentrales Format wurde der seit Jahren etablierte Women Mentoring Circle als Maßnahme zur Stärkung von Frauen in der aws fortgeführt und drei weibliche High Potentials wurden im Rahmen des Programms EmpowerWomen@aws mit einem Weiterbildungs- und Mentoringangebot unterstützt. Mit Stichtag 31.12.2025 erreicht die aws einen Frauenanteil von 47,8 % in Führungsfunktionen.

Mobilität und Nachhaltigkeit

Seit 2021 werden in der Kernstrategie „green aws“ Maßnahmen identifiziert und weiterentwickelt, um unsere Organisation noch nachhaltiger zu gestalten. Weiters haben wir als zentrale Handlungsfelder Soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden, Nachhaltige Beschaffung & Energieeffizienz und Nachhaltige Mobilität identifiziert, über die wir auch 2025 wieder im Rahmen unseres freiwilligen Nachhaltigkeitsberichtes informieren.

1.3 Zweigniederlassungen

Der Firmensitz der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist in Wien. Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

2 Bericht über voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

2026 wird die aws als Förderbank der Republik in ihrem Kerngeschäft der heimischen Wirtschaft rd. EUR 1,3 Mrd. an Finanzierungsleistung anbieten – für Kredite, Garantien, Zuschüsse, Beteiligungen sowie Coaching. Die aws verbessert mit ihren Förderungen die Finanzierungsbasis für unternehmerische Innovations- und Wachstumsprojekte und liefert einen wichtigen Beitrag zentrale Schlüsseltechnologien nachhaltig in Österreich zu verankern.

2.2

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Makroökonomisches Umfeld und Insolvenzentwicklung1

Die österreichische Wirtschaft steht unter erheblichem Druck. Mit 6.810 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025 verzeichnete Österreich einen Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – das entspricht täglich 19 Firmenpleiten. Besonders besorgniserregend ist, dass 39 Prozent dieser Verfahren mangels Kostendeckung gar nicht erst eröffnet werden konnten, wodurch Gläubiger leer ausgehen und alle Arbeitsplätze verloren gehen. Die seit Dezember 2024 deutlich gestiegene Inflation belastet die Kaufkraft massiv und führt bei zwei Dritteln der Betriebe zu rückläufigen oder stagnierenden Umsätzen. Gleichzeitig verschlechtert sich die Bonitätsstruktur: Während 2019 noch 15,4 Prozent der Unternehmen in den beiden besten Ratingklassen vertreten waren, sind es heute nur noch 12,6 Prozent. Für 2026 prognostiziert der KSV1870, trotz einer langsamen Stabilisierung der Konjunktur, ein ähnlich hohes Insolvenzniveau wie 2025, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht grundlegend verbessern.

Branchenspezifische Gefährdungslagen1 1

Bestimmte Wirtschaftszweige zeigen sich als besonders krisenanfällig. Der Handel führt mit 1.192 Insolvenzen die Statistik an, gefolgt von der Bauwirtschaft mit 1.080 Fällen. Auffällig ist die Entwicklung im Immobiliensektor: Das Grundstücks- und Wohnungswesen verzeichnete einen Anstieg von 35 Prozent auf 447 Fälle. Rund die Hälfte aller Großinsolvenzen mit Passiva über 10 Millionen Euro weist einen direkten Bezug zur Immobilienbranche auf. Die anhaltenden Probleme der Bauwirtschaft – schwache Auftragslage, hohes Kostenniveau und Personalmangel – übertragen sich auf den gesamten Immobiliensektor und führen häufig zu Kettenreaktionen, bei denen die Insolvenz einer Muttergesellschaft Folgeinsolvenzen bei Projektgesellschaften auslöst.

¹ 1 KSV1870, Unternehmensinsolvenzen 2025, Pressemitteilung vom 13.01.2026

Rechtliche und strukturelle Herausforderungen2

Neben den konjunkturellen Belastungen drohen zusätzliche Risiken aus geplanten Gesetzesänderungen. Das Gesetzespaket zur Betrugsbekämpfung 2025 könnte einen massiven Eingriff in den seit über 40 Jahren geltenden Gleichbehandlungsgrundsatz darstellen, indem Sozialversicherungsbeiträge sowie Lohn- und Umsatzsteuer von der Anfechtung durch Insolvenzverwalter ausgenommen würden. Dies könnte zu weniger Gläubiger- und Schuldneranträgen führen und die Quoten für Gläubiger weiter reduzieren. In Kombination mit der hohen Zahl an nicht eröffneten Verfahren verschärft sich damit die volkswirtschaftliche Schadensdimension. Die Tatsache, dass 40 Prozent der insolventen Unternehmen seit 2020 gegründet wurden, deutet zudem auf strukturelle Schwächen bei jüngeren Betrieben hin, die nach dem Ende staatlicher Fördermaßnahmen besonders gefährdet sind.

Hinzuweisen ist darauf, dass diese Prognosen jedenfalls mit einer erheblichen Unsicherheit verbunden sind, da die weiteren Auswirkungen des Ukraine-Krieges, aber auch der Entwicklungen in den USA auf die österreichische, aber auch auf die europäische, Wirtschaft nach wie vor schwer abschätzbar bleiben.

Risikomanagement

Obwohl die aws seit Ende 2013 kein Kreditinstitut (gemäß BWG) mehr ist, hat sie sich in ihrem Gesellschaftsvertrag verpflichtet, interne Regeln und Maßnahmen (Standards) zu etablieren und auf deren Einhaltung hinzuwirken, die sich unter Beachtung der besonderen Struktur und Anforderung einer Förderbank des Bundes inhaltlich an den für Kreditinstitute mit vergleichbarer Geschäftstätigkeit geltenden Standards orientieren. Beispiele dafür sind die Risikoprüfung des Kreditrisikos inklusive Rating (im Sinne des § 39 BWG) bzw. des operationellen Risikos (im Sinne des § 39 BWG) oder die aufbau- und ablauforganisatorische Trennung von Markt und Marktfolge.

Kreditrisiko

Zur Bestimmung des Kreditrisikos existiert ein internes Rating-System, mit dem aws-Kund*innen mit Garantieobligo aus dem Kerngeschäft regelmäßig geratet werden. Dieses Ratingsystem bildet auch die Basis für die notifizierte Methode zur Berechnung des Förderungsbarwertes (Bruttosubventionsäquivalent) der Garantien. Das EU-Wettbewerbsrecht verlangt diese Umrechnung jeder Förderung in ihren monetären Wert, bezogen auf den Beginn des geförderten Projektes.

Bei den Überbrückungsgarantien wird die 1 Jahres-PD aus deren Bankenrating auf die aws-Masterscala gemappt.

Zusätzlich wird für das Kerngeschäft und für die Überbrückungsgarantien quartalsweise ein Value at Risk (jener Verlust, der – bezogen auf die Laufzeit und auf ein definiertes Konfidenzniveau – bei einem Portfolio maximal eintreten kann) berechnet.

2² KSV1870, Unternehmensinsolvenzen 2025, Pressemitteilung vom 13.01.2026.

Der Risikoappetit für das Kreditrisiko des Kerngeschäfts wird in einem jährlichen Termin mit dem Bundesministerium für Finanzen und dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus abgestimmt.

Im Kreditgeschäft besteht die Vorgabe, dass Kredite nur gegen eine erstklassige Besicherung vergeben werden dürfen. Als erstklassige Besicherungen werden ausschließlich aws-Garantien und Bankgarantien österreichischer Banken akzeptiert. Daher besteht in diesem Bereich ein Kreditrisiko lediglich aus der Besicherung bei österreichischen Banken, wobei für die Bewertung ein internes Bankenscoring herangezogen wird.

Im Gegensatz zu einer Geschäftsbank kann die aws für die Risiko/Ertragsrelation nicht die Optimierung des Zins- und Entgeltertrags aus Garantien und Krediten als Ziel der Geschäftstätigkeit heranziehen, sondern die Erreichung der wirtschaftspolitischen Finanzierungs- und Förderungsziele. Daher wurde als Gegenpol zum Kreditrisiko seit 2014 die Bewertung der volkswirtschaftlichen Wirkung für jedes geförderte Projekt (unabhängig davon, ob es sich um Garantien, Kredite oder Zuschüsse handelt) in Form eines standardisierten Scorecard-Modells etabliert. Dabei fließen Fragen aus den vier Dimensionen Innovation, Wachstum & Beschäftigung, Umweltrelevanz und gesellschaftliche Auswirkungen ein. Seit 2020 wird zusätzlich auch noch die Abdeckung der strategischen Schwerpunktfelder aus dem jeweiligen Mehrjahresprogramm durch die Projekte in der volkswirtschaftlichen Wirkung bewertet. Detailergebnisse der Bewertung der volkswirtschaftlichen Wirkung fließen auch in die Messung der Steuerungs- und Wirkungsindikatoren ein. 2024 wurde im Zuge des Mehrjahresprogramms 2024-2026 ein Indikator „Anteil der Innovationen mit Umweltrelevanz an den Gesamtinnovationen“ neu eingeführt, welcher aus der Bewertung der volkswirtschaftlichen Wirkung befüllt wird.

Die allgemeine Risikostrategie ist durch den europäischen und nationalen Förderungsauftrag determiniert und in den Richtlinien der jeweiligen Auftraggeber*innen festgelegt.

Operationelles Risiko

Die Identifikation und Bewertung der operationellen Risiken, die auch das Rechts- und das Reputationsrisiko umfassen, wurden 2022 gemeinsam mit externer Expertise evaluiert und an die neuesten Erkenntnisse angepasst. Operationelle Risiken werden durch jährliche dezentrale Assessments identifiziert, bewertet und zentral auf aws-Ebene zusammengeführt sowie laufend gemonitort. Schäden aus operationellen Risiken werden in eine Datenbank eingetragen. Wie geplant, wurde der gesamte Prozess im Jahr 2025 erfolgreich digitalisiert.

Das interne Kontrollsystem (IKS) beinhaltet Kontrollen in den Prozessen und in den Kernsystemen. Zur Unterstützung des IKS ist ein IT-Tool im Einsatz, das einen Überblick über das IKS System bietet und die Dokumentation der internen Kontrollen sicherstellt.

Für die Dokumentation und Einhaltung der erforderlichen Schritte bei der Einführung von neuen, oder der Änderung bzw. Verlängerung von bestehenden, Förderprogrammen dient ein standardisierter und digitalisierter Prozess mit laufenden internen Kontrollen.

Liquiditäts- und Marktrisiko

Das Liquiditätsrisiko wird durch eine standardisierte aws-weite Liquiditätsplanung, für Fördermittel und Abwicklungskosten, gesteuert.

Marktrisiken und das Zinsänderungsrisiko sind für die aws nur von untergeordneter Bedeutung da Veranlagungen nur bei Banken mit einem externen Rating, verliehen durch eine EBA-zertifizierte Ratingagentur, bzw. bei Bundesschatz für öffentliche Unternehmen vorgenommen werden.

3 Bericht über die Forschung und Entwicklung

Im Bereich Forschung und Entwicklung wurden von der aws folgende Aktivitäten gesetzt:

• Die interne oder externe wissenschaftliche Evaluierung von technologischen Trends und ihrem volkswirtschaftlichen Potential zur Setzung neuer Themenschwerpunkte • Erstellung von Studien zu den gesellschaftlichen Herausforderungen und deren Marktpotential • Beiträge zur Strategieentwicklung der Eigentümer, z.B. im Rahmen der Künstlichen Intelligenz, Industriestrategie 2035, FTI Strategie 2030 sowie dem FTI Pakt • Initiativen zur Verstärkung des Wissenstransfers und der Steigerung von universitären Spin-offs bzw, Spin-offs von außeruniversitären Forschungsgesellschaften (Kooperation mit CDG) • Teilnahme an zahlreichen Jurys zur Beurteilung und Prämierung österreichischer Innovationsprojekte • Mitgliedschaft in der "European Association of Guarantee Institutions" (AECM), im "Global Network of Guarantee Institutions" (GNGI), sowie Kooperation im Rahmen des Enterprise Europe Networks (EEN) • Aktionär des Europäischen Investitionsfonds (EIF) zum internationalen Austausch von Erfahrungswerten

Wien, 9. März 2026

Minn Mag. Gerfried Brunner Geschäftsführer DI Bermhard Sagmeister Geschäftsführer

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