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Lagebericht 2024/25

Himmelfreundpointner Maschinen und Fertigungstechnik GmbH

Original-PDF

Stichtag 30. Sep. 2025 · Eingereicht am 03. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

für das Geschäftsjahr 2024/2025

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

a) Geschäftsverlauf

Himmelfreundpointner wurde 2001 gegründet und ist ein dynamisches Unternehmen im Bereich der zerspanenden Metallbearbeitung. Durch die hohe Fertigungstiefe entwickelte sich das Unternehmen zum Systemlieferanten für den Anlagen-, Maschinen- und Motorenbau. Fertigungstechnologien wie Automaten- und Vertikaldrehen, Verzahnen, Sandstrahlen, Fräsen, Schleifen sowie Montage von Baugruppen werden ständig erweitert, um Komplettlösungen mit höchsten Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Für Einzelteile, Vorrichtungen und Kleinserien steht ein interner Werkzeugbau mit modernstem Maschinenpark zur Verfügung.

Der Großteil des letzten Geschäftsjahres 2023/2024 war geprägt von geopolitischen Unruhen, hoher Inflation und Zinsen sowie dem Kollektivabschluss geprägt. Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher bekamen unsere Kunden über alle Branchen hinweg zu spüren und führte zu einem nochmals verstärkten, signifikanten Wirtschaftsabschwung. Hohe Lagerbestände und unsichere Planbarkeit bei unseren Kunden führte dazu, dass Bestellungen und Abrufe deutlich reduziert wurden und Mengenvorschauen nur sehr kurzfristig erfolgten.

Im aktuellen Geschäftsjahr verstärkte sich dieser Trend nochmals. Unsichere Marktlage durch Zölle, hohe Unsicherheit in Hinblick auf die Weltwirtschaft, geopolitische Unruhen und Konsumzurückhaltung bekamen unsere Kunden als auch wir zu spüren, indem sich neben geringeren Umsätzen auch der Kostendruck erhöhte.

Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurde ein Umsatz von T€ 47.588 (VJ: T€ 57.242) generiert, was einer Reduktion von 16,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Betriebsleistung 2024/2025 belief sich auf T€ 47.192 (VJ: T€ 55.381) und reduzierte sich somit um 14,8% verglichen mit dem vorigen Geschäftsjahr. Aufgrund des wirtschaftlich heraufordernden Umfeldes wurde der Vertrieb bzw, die Neuakquisition von Projekten gestärkt und zusätzliche Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung bzw. weiteren Kostensenkung wurden ergriffen. Zahlreiche Neuprojekte führten zu hohen Aufwendungen und schlug sich negativ in der Produktivität nieder. Die erfolgreich akquirierten Neuprojekte sind essenziell für die künftige Aufstellung und Diversifizierung. Gleichzeitige Investitionen in Digitalisierung und punktuell in Fertigungsanlagen sollten die Marktposition absichern und stärken. Die gesetzten Maßnahmen und Initiativen konnten jedoch den signifikanten Umsatz- und somit Ergebnisrückgang nicht vollständig kompensieren.

b) Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren:

Das Geschäftsjahr 2024/2025 hat Himmelfreundpointner mit einem negativen Ergebnis vor Steuern in Höhe von T€ -4.412,4 (VJ: T€ -643,4) abgeschlossen.

Der Jahresabschluss weist zum Stichtag 30.09.2025 einen Jahresfehlbetrag von (VJ: Jahresüberschuss T€ -642,1) auf.

T€ -3.752,7

Das Finanzergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr verbessert werden und beläuft sich auf T€ -175,3 (VJ: T€ -140,7).

Durch die signifikante Reduktion der Betriebsleistung wurde das Net Working Capital und dementsprechend auch die Bilanzsumme reduziert. Der Vorratsbestand reduzierte sich um T€ 734. Ebenso reduzierten sich die Forderungen aus L&L um T€ 513 gegenüber dem Vorjahrszeitraum. Die Verbindlichkeiten aus L&L reduzierten sich um T€ 204 gegenüber dem Vorjahr. In Summe ergab sich eine Reduktion des Net Working Capital um T€ 1.043. Durch die signifikante Reduzierung der Betriebsleistung und und entsprechend negativem Ergebnis beträgt der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bei T€ -1.527 (VJ: T€ -640), Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich auf T€ +440 (VJ: T€ -765) aufgrund Maschinenverkäufe, Investitionen wurden aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage nochmals deutlich reduziert. Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug T€ 1.089 (VJ: T€ 1.392), wesentlich dabei war der Aufbau des Betriebsmittelrahmens in der laufenden Geschäftstätigkeit.

Eine höhere Ausnützung des Kontokorrentrahmens führte zu einem Anstieg der Bankverbindlichkeiten gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr um T€ 1.089 auf T€ 3.735.

Die Eigenkapitalquote gem. UGB liegt bei 36,5 % (VJ: 51,7 %).

Einschließlich des Jahresfehlbetrags 2024/2025 beträgt der Bilanzgewinn nunmehr T€ 6.883,7 per 30.09.2025.

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren haben sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
2024/20252023/2024
Betriebsleistung (exkl. sonstige Erträge)47.192 T€55.381 T€
Rohertrag I25.343 T€31.512 T€
Rohertrag I in % zur Betriebsleistung53,7 %56,9 %
Rohertrag II2.024 T€7.445 T€
Rohertrag Il in % zur Betriebsleistung4,3 %13,4 %
EBITDA-3.347 T€448 T€
EBITDA-Marge in % zur Betriebsleistung-7,1 %0,8 %
Betriebsergebnis-4.237 T€-503 T€
Betriebsergebnis in % zur Betriebsleistung-9,0 %-0,9 %
Eigenkapitalquote36,5 %51,7 %
Net Working Capital (Ford. L&L, Vorräte, Verb. L&L)14.249 T€15.293 T€
in % zur Betriebsleistung30,2 %27,6 %

Das Eigenkapital It. Bilanz beträgt zum Stichtag T€ 6.979,5 (VJ: T€ 10.732,2).

Als zertifiziertes Unternehmen für Energiemanagement (ISO 50001:2018) liegt ein wesentlicher Fokus auf dem effizienten Einsatz von Energie. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Energieverbrauch um 7%, der Energieverbrauch in kWh zur Betriebsleistung betrug 17,3% (VJ: 13,8%). Die Erhöhung des Prozentanteils ist trotz erfolgreich umgesetzter Maßnahmen zur Energieeinsparung dem hohen Erstfertigungsaufwand im Zuge des Anlaufs von Neuprojekten und einer vergleichsweise geringeren produktiven Auslastung der Anlagen geschuldet. Die Kundenzufriedenheit im Schulnotensystem konnte gegenüber dem Vorjahr auf 1,60 (VJ: 1,81) verbessert werden

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

a) Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Für das Geschäftsjahr 2025/2026 wurde im Juli 2025 mit einer steigenden, vorsichtig optimistischen Betriebsleistung von € 59,4 Mio. geplant. Das wirtschaftliche Umfeld war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor angespannt, wobei die Planabrufe der Kunden ab September eine positive Tendenz aufwiesen. Mit Oktober 2025 war man noch auf Planniveau. Leider hat sich die Gesamtwirtschaft im weiteren Verlauf wieder eingetrübt, was in Form von geringeren Abrufzahlen der Kunden für November und Dezember zu Buche schlug, Die Rezession (verhaltenes Konsumverhalten, hohe Lagerbestände bei Händlern, hohe Lohnstückkosten...) hält sich hartnäckig, sodass die ursprünglich realistisch geplante Betriebsleistung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden kann.

Das Ergebnis vor Steuern wurde mit rund T€ 201 geplant und berücksichtigt niedrigere Margen aufgrund der enormen Personalkosten bzw. Lohnstückkosten aufgrund der kollektivvertraglichen Verhandlungen der letzten Jahre sowie nach wie vor relativ hohen Material- und Energiekosten. Die geänderten Rahmenbedingungen müssen im ersten Quartal 2026 neuerlich analysiert und basierend darauf, eine neue Planung und Maßnahmen erstellt werden.

Für 2025/2026 wurde ein Investitionsvolumen für Geräte, Maschinen, Werkzeuge, Einrichtungen und EDV von rund T€ 437 geplant.

Der Aufsichtsrat und der Geschäftsführer fassten den Beschluss, auf Basis der Ergebnisse der aktualisierten Vorschauplanung ein Restrukturierungsprojekt aufzusetzen. Fußend auf den Analysen der letzten Monate und den bereits erfolgreich eingeleiteten Maßnahmen wird vorsorglich ein umfangreiches Maßnahmenpaket definiert. Wesentliche Eckpunkte des Projektes werden unter anderem umfassen:

- Komplexitätsreduktion des Produkt- und Kundenportfolios - Pricing Maßnahmen - Reduktion der Personalkosten im indirekten Bereich (u.a. durch Streamlining des Portfolios) - Produktivitätsaspekte (Programmstabilität, Monitoring Engpässe und Output)

Erweitert wird diese Restrukturierung um das Zukunftsthema Künstliche Intelligenz (KI), um mittel- bis langfristig Teilbereiche – vor allem den Indirekten Bereich – schlanker, effizienter und wettbewerbsfähiger aufzustellen.

b) Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Rechtliche, wirtschaftliche und technische Risiken werden bereits im Angebotsstadium sorgfältig analysiert und evaluiert. Die implementierte digitalisierte Machbarkeitsanalyse, welche gepaart mit der Arbeitsvorbereitung bereits im Angebotsstadium und Serienanlauf Risiken weiter minimiert, wurde verfeinert. Technische Risiken werden ebenso durch die Machbarkeitsanalyse sowie durch eine laufende Eingangs- und Ausgangskontrolle und konsequente Aufzeichnungen minimiert. Alle Fertigungsabläufe, egal ob Serien- oder Einzelteile, durchlaufen festgelegte Qualitätsstandards. Außerdem werden Risiken im Bereich der laufenden Geschäftstätigkeit durch Versicherungen (Betriebsunterbrechung, Produkthaftung, Rückruf) abgedeckt. Der Bedrohung durch Cyber-Security wurde insofern entgegengewirkt, als dass es zusätzliche Investitionen zur Eindämmung der Risiken gab. Unsicherheiten gibt es gesamtwirtschaftlich vorwiegend in Verbindung mit der Ukraine Krise, dem Nahost Konflikt bzw. andere schwelende geopolitische Krisenherde und der hohen Inflationsrate, dem Marktumfeld sowie potenzielle Lieferkettenprobleme und hohen Energiepreiskosten. Aus politischer Sicht kann zudem eine Auswirkung potenzieller Zölle zwischen Staaten noch eine Unsicherheit beinhalten. Ein breiter Branchenmix reduziert dieses Risiko.

c) Finanzielle Risiken

Eine fristenkongruente Finanzierung und ausreichende Liquidität auf Basis der Planung sowie partnerschaftliche Beziehungen zu finanzierenden Banken reduzieren das Risiko erheblich.

Ein Zinsrisiko ist nur bei einer Zinssatzänderung gegeben und aktuell überschaubar. Längerfristige, hohe Finanzierungen wurden Großteils mit Fixzins abgeschlossen.

Risiken im Forderungsbereich sind – angesichts der wirtschaftlichen Lage - gegeben und steigen, bewegen sich aber aufgrund der namhaften Kunden und dem implementierten Risikomanagement in einem überschaubaren Rahmen. Potenzielle Neukunden werden durch Kreditauskünfte auf deren Risiko überprüft.

Das Fremdwährungsrisiko ist nicht gegeben, da aufgrund der Kunden- und Lieferantenstruktur alle Zahlungen in EUR abgewickelt werden.

Unter Berücksichtigung des freien Liquiditätsrahmens sind zur Abdeckung der laufenden Verbindlichkeiten ausreichend finanzielle Mittel vorhanden.

3. Forschung und Entwicklung

Ein Schwerpunkt wird auf die gesamte Technologie gelegt. Im Rahmen der Produktion wird die Entwicklung neuer Verfahren und Maschinen bzw. Automatisierung vorangetrieben.

4. Zweigstellen

Es werden keine Zweigstellen betrieben.

Wels, am 16.3. 2ch6

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