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Lagebericht 2025

Kontron Transportation GmbH

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Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 19. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine wirtschaftliche Lage 2025

Nach der wirtschaftlichen Abschwächung im Jahr 2024 zeigt sich in der Europäischen Union im Jahr 2025 eine moderate Erholung – die wirtschaftliche Entwicklung bleibt jedoch weiterhin herausfordernd. Belastende Faktoren wie die anhaltende geoökonomische Fragmentierung, erhöhte Unsicherheit im Welthandel infolge abrupter Kurswechsel in der US-Handelspolitik sowie strukturelle Schwächen in zentralen Volkswirtschaften wirken weiterhin dämpfend. Zusätzlich belasten die anhaltende geopolitische Instabilität im Nahen Osten sowie der fortdauernde Krieg in der Ukraine die Lage. In China bleibt das wirtschaftliche Umfeld aufgrund der anhaltenden Immobilienkrise, deflationärer Tendenzen und schwacher Inlandsnachfrage fragil.

Laut Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission (Mai 2025) wurde das Wirtschaftswachstum für 2025 zunächst auf 0,9 % (Euroraum) bzw. 1,1 % (EU) projiziert. Die Herbstprognose vom November 2025 revidierte diese Werte nach oben: Das prognostizierte Wirtschaftswachstum im Euroraum verbesserte sich auf 1,3 %, in der gesamten EU auf 1,4 % – ein Zeichen dafür, dass die europäische Wirtschaft die Erwartungen im Jahresverlauf übertroffen hatte. Die starke Entwicklung war zunächst durch einen Anstieg der Exporte im Vorgriff auf US-Zollerhöhungen bedingt, setzte sich jedoch auch im dritten Quartal fort. Laut endgültigen Eurostat-Daten wuchs das BIP im Gesamtjahr 2025 tatsächlich um 1,4 % im Euroraum und um 1,5 % in der EU – nach jeweils 0,9 % bzw. 1,1 % im Vorjahr 2024.

In Österreich, dem Heimatmarkt der Kontron Transportation GmbH (KTA), ist das BIP im Jahr 2025 um 0,6 % gewachsen – nach einem Rückgang von 0,7 % im Vorjahr. Die Herbstprognose der Europäischen Kommission hatte für Österreich lediglich ein Plus von 1 % erwartet, womit das tatsächliche Ergebnis die Prognose übertraf. Im Verlauf des Jahres 2025 beschleunigte sich die Wachstumsdynamik quartalsweise, wobei das dritte Quartal mit einem Anstieg von 0,4 % gegenüber dem Vorquartal die stärkste Expansion des Jahres verzeichnete.

In China ist das BIP im Jahr 2025 auf 5,0 % gewachsen – nach 5,2 % im Vorjahr. Trotz resilienten Wachstums bleiben die Ungleichgewichte erheblich, geprägt von schwacher Inlandsnachfrage und deflationären Tendenzen. Für Russland prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2025 eine deutliche Abschwächung des Wachstums auf unter 1 %, nachdem die Wirtschaft im Vorjahr noch deutlich stärker gewachsen war. Als wesentliche Ursachen gelten die restriktive Geldpolitik sowie die Auswirkungen westlicher Sanktionen. Für die USA prognostiziert der IWF für das Jahr 2025 ein Wirtschaftswachstum von rund 2 %.

Die US-Notenbank (Fed) senkte ihren Leitzins im Jahr 2024 und 2025 insgesamt um 1,75 Prozentpunkte und verfolgte seither angesichts anhaltender Inflationsrisiken sowie erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit eine abwartende geldpolitische Haltung. Der aktuelle Zielkorridor liegt bei 3,50–3,75 %. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihren Lockerungskurs fort und senkte die Zinsen zum achten Mal in Folge im Juni 2025 um weitere 0,25 Prozentpunkte. Die Leitzinsen liegen seither bei 2,00 % (Einlagefazilität), 2,15 % (Hauptrefinanzierungssatz) und 2,40 % (Spitzenrefinanzierungssatz).

Seit Juli 2025 hält die EZB die Zinssätze unverändert und beobachtet die weitere wirtschaftliche Entwicklung sowie die Auswirkungen internationaler Handelskonflikte. Die Inflationsraten entwickelten sich im Jahr 2025 weiter rückläufig. In der Eurozone wird die Inflation auf rund 2,1 % projiziert, nachdem sie im Vorjahr bei 2,4 % gelegen hatte. In den USA lag die Inflationsrate im Jahr 2025 bei rund 2,7 % und damit weiterhin über dem Zielwert der Federal Reserve. Für die Eurozone wird erwartet, dass sich die Inflation dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 % weiter annähert und dieses im Jahresverlauf erreicht.

2. Wirtschaftliche Lage der Branche

Die Kontron Transportation Gruppe (KTG), in der die KTA eine zentrale Rolle einnimmt, ist ein weltweit führender Anbieter von End-to-End-Telekommunikationslösungen. Ziel von KTA ist es, die Weiterentwicklung spezialisierter Telekommunikationsnetze aktiv mitzugestalten – insbesondere für Bahnbetreiber, den öffentlichen Personennahverkehr, Behörden und große privatwirtschaftliche Netzbetreiber. Das Unternehmen bietet innovative, betriebs- und sicherheitskritische Produkte, Technologien und Services, gestützt auf eigene Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie durch Kooperationen mit ausgewählten Partnern.

KTA verfügt über umfassende Expertise im Bereich der nächsten Generation von Telekommunikationsnetzwerken, der Digitalisierung von Bahnsystemen und der Virtualisierung von Kommunikationsinfrastrukturen. Als verlässlicher Partner profitieren Kunden weltweit von einem breiten Dienstleistungsspektrum, maßgeschneiderten Lösungen und einem rund um die Uhr verfügbaren technischen Support. Mit starker Innovationskraft, strategischen Partnerschaften in Europa und Asien sowie einer belastbaren Supply-Chain ist KTA ein zentraler Know-how-Träger in allen Geschäftssegmenten.

Der langfristige Trend zu nachhaltiger Mobilität und der europaweite Ausbau des öffentlichen Verkehrs führen weiterhin zu Investitionen im Bahnumfeld. Insbesondere technologische Entwicklungen wie das ERTMS (European Rail Traffic Management System) erzeugen zusätzlichen Bedarf an leistungsfähiger, zukunftssicherer Infrastruktur. Die Aussichten sind für KTA positiv, da in den kommenden Jahren sowohl kapazitätserweiternde Neuinstallationen als auch Serviceaufträge im Rahmen langfristiger Instandhaltungsvereinbarungen bis mindestens 2035 (Long Term Support) erwartet werden.

EU-Förderprogramme mit Fokus auf ERTMS, welches GSM-R als europaweiten Standard für Bahnkommunikation definiert, werden konsequent weitergeführt. Die Weiterentwicklung dieser Technologie – unabhängig von den öffentlichen GSM-Netzen, die mittlerweile kaum noch verwendet werden – stellt einen wichtigen Pfeiler für das Geschäftspotenzial von KTA dar. Da GSM-R-Netze gemäß aktuellen Planungen bis mindestens 2035 und darüber hinaus in Betrieb bleiben, ist mit einem stabilen Technologiewandel im Rahmen langer Lebenszyklen zu rechnen.

Die Bahnkommunikationsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, geprägt von der Einführung neuer Technologien wie FRMCS (Future Railway Mobile Communication System), der Digitalisierung kritischer Infrastrukturen und zunehmenden Anforderungen im Bereich Cyber-Security. Die europäische Forschungsinitiative Shift2Rail sowie deren Nachfolger Europe’s Rail haben sich dabei als zentrale Plattform zur Förderung von Innovation und technologischem Fortschritt im Bahnsektor etabliert. Projekte wie „Morane 2“ treiben zudem die Ablösung des bisherigen GSM-R-Standards durch 5G-basierte Kommunikationstechnologien maßgeblich voran.

3. Wirtschaftliche Lage der Kontron Transportation GmbH

Die KTA mit Sitz in Wien ist die zentrale Gesellschaft der KTG, und steuert von dort aus die operativen Aktivitäten der Niederlassungen in ganz Europa. KTA ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Kontron AG und innerhalb der Kontron Gruppe dem Business-Segment „Software and Solutions“ zugeordnet. Dieses Segment vereint die Softwareeinheiten der Kontron Gruppe sowie die Unternehmen der KTG unter dem gemeinsamen Fokus auf intelligente, sicherheitskritische Kommunikationslösungen.

Zu Beginn des Jahres 2024 erfolgte innerhalb der Kontron Gruppe eine bedeutende strategische Investition durch die Akquisition der KATEK-Gruppe, die künftig als eigenständige Einheit innerhalb der Gruppe agieren wird. Aus heutiger Sicht hat diese Transaktion keine direkten Auswirkungen auf die Aktivitäten der KTG.

Im Bahnbereich, dem Kerngeschäft der KTG, betreut KTA ein breites Lösungsportfolio – darunter bewährte Technologien sowie neue strategische Themen wie „Cybersecurity“, „FRMCS – Future Railway Mobile Communication System“ und „Digitalisierung“. Die steigenden Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Interoperabilität im Schienenverkehr erfordern eine zuverlässige, skalierbare Netzwerkinfrastruktur – exakt in diesem Umfeld positioniert sich KTA als führender Lösungsanbieter.

Die Telekommunikationslösungen von KTA gehen über den etablierten GSM-R-Standard hinaus und decken sämtliche Anforderungen an Sprach- und Datenkommunikation im Bahnbetrieb ab. Sie sind für höchste Geschwindigkeiten (>500 km/h) getestet – ohne Kommunikationsverluste – und tragen maßgeblich zur betrieblichen Sicherheit bei. Seit mehr als 20 Jahren entwickelt, implementiert und betreibt die KTG End-to-End-Kommunikationslösungen im Bahnumfeld. Aktuell betreut die Gruppe Kommunikationsnetze auf mehr als 84.000 Bahnkilometern in Europa, Afrika und Asien.

Diese langjährige Kompetenz sowie das Bekenntnis zur nachhaltigen Betreuung bestehender Systeme sichern KTA die Rolle als strategischer Partner großer europäischer Bahngesellschaften sowie weiterer staatlicher und privater Betreiber proprietärer Kommunikationsinfrastrukturen. Durch den konsequenten Fokus auf Key Opportunities, verstärkte lokale Präsenz – auch über Partner – und einen konsistenten End-to-End-Ansatz strebt KTA den Erhalt und Ausbau ihrer starken Marktposition im Bereich GSM-R / ERTMS an.

KTA hat sich im Rahmen der europäischen Forschungsinitiative Shift2Rail und deren Nachfolger Europe’s Rail strategisch positioniert und sich insbesondere in den Schlüsselbereichen „Adaptable Communications“, „Zero Onsite Testing“ und „Cyber Security“ etabliert. Die aktive Mitwirkung in Standardisierungsgremien sowie die Beteiligung an internationalen Forschungsprojekten wie „5G-Rail“ und der Plattform „Morane 2“ unterstreichen die technische und organisatorische Kompetenz des Unternehmens im Bereich Bahnkommunikation. Durch die führende Rolle bei der Entwicklung der 5G-basierten Nachfolgetechnologie für GSM-R und die konsequente Ausrichtung auf FRMCS stärkt KTA gezielt seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Darüber hinaus trägt das frühzeitige Engagement in den Bereichen Digitalisierung und Cyber-Security dazu bei, den steigenden Anforderungen an Verfügbarkeit, Sicherheit und technologische Zukunftsfähigkeit gerecht zu werden. Die starke Innovationskraft sowie die aktive Projektbeteiligung sichern dem Unternehmen eine stabile Position in einem dynamisch wachsenden Marktumfeld.

Mit der vollständigen Integration der Comlab Unternehmensgruppe in die KTG wurde ein weiterer bedeutender Schritt zur Stärkung der Marktpräsenz vollzogen – insbesondere in der Schweiz, Deutschland und China. Comlab bringt ein eigenständiges Produktportfolio, starke Entwicklungskapazitäten und eine bewährte Marktposition mit ein. Die Produkte von Comlab, insbesondere Signalverstärker und -repeater für kritische Kommunikationsnetze, ergänzen das bestehende Portfolio von KTA ideal.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Das Geschäftsjahr 2025 erstreckte sich über den Zeitraum von 1. Januar bis 31. Dezember 2025.

(a) Ertragslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die KTA ihre Position als globaler Anbieter in ihren Kernmärkten erfolgreich behaupten. Das Unternehmen ist weiterhin mit eigenen Tochtergesellschaften in Westeuropa (Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Vereinigtes Königreich, Schweiz, Belgien) und Osteuropa (Tschechien, Polen) präsent. Weitere wichtige Märkte – wie etwa China und Indien – werden über lokale Partner bearbeitet.

Die Umsatzerlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf EUR 100,3 Mio. (VJ: EUR 80,3 Mio.) und verzeichneten damit erneut ein signifikantes Wachstum. Trotz der spürbaren Auswirkungen eines volatilen wirtschaftlichen Umfelds konnte KTA mehrere wichtige Projektaufträge verbuchen und aktiv umsetzen. Ein wesentlicher Anteil der Umsätze resultierte aus der Verrechnung von Operations- und Distribution-Chargen an Konzerntöchter der KTA.

Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen betrug EUR 55,3 Mio. (VJ: EUR 37,6 Mio.) und fiel damit höher aus als im Vorjahr.

KTA fungiert innerhalb der KTG sowohl als operatives Zentrum für die Lieferung von Core- und Access-Komponenten sowie Application Platforms, als auch als Holdinggesellschaft mit zentraler Steuerungsfunktion.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf EUR 4,9 Mio. (VJ: EUR 4,0 Mio.). Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr ist auf ein temporär höheres Fördervolumen im Jahr 2025 zurückzuführen.

Der Personalaufwand stieg auf EUR 20,1 Mio. (VJ: EUR 18,3 Mio.) – bedingt durch Personalaufbau und Gehaltsanpassungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf EUR 8,1 Mio. (VJ: EUR 8,0 Mio.) und spiegeln die gestiegene operative Aktivität sowie inflationsbedingte Preissteigerungen wider.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei EUR 22,8 Mio. (VJ: EUR 17,9 Mio.) und konnte somit deutlich gesteigert werden. Ausschlaggebend hierfür waren höhere Umsätze mit verbesserten Margen, eine insgesamt verbesserte Ergebnissituation in der KTG (über Transfer Pricing in Österreich wirksam), sowie ein weiterhin konsequentes Kostenmanagement.

Die Umsatzrentabilität (Return on Sales) lag bezogen auf das EBIT bei 22,7 % (VJ: 22,3 %) und bezogen auf den Jahresüberschuss bei 19,6 % (VJ: 16,2 %). Der Anstieg des Jahresüberschusses ist zusätzlich durch Dividenden aus Tochtergesellschaften begründet.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug EUR 21,8 Mio. (VJ: EUR 13,6 Mio.). In dieser Position sind sowohl Dividendenzahlungen als auch Abwertungen auf Beteiligungen enthalten.

(b) Vermögenslage

Die Bilanzsumme der KTA zum 31. Dezember 2025 belief sich auf EUR 133,1 Mio. Davon entfielen:

• EUR 40,6 Mio. (30,5 %) auf das Anlagevermögen

• EUR 92,5 Mio. (69,5 %) auf das Umlaufvermögen inkl. Rechnungsabgrenzungsposten

Das Anlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken, da Ausleihungen zurückgezahlt werden konnten. Das Umlaufvermögen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Anstieg, der im Wesentlichen auf das organische Wachstum zurückzuführen ist.

Im Zuge des Jahresabschlusses 2025 wurden Barwertberechnungen für alle wesentlichen Beteiligungen vorgenommen – insbesondere für jene, bei denen der Beteiligungsbuchwert das Eigenkapital überstieg. In zwei Fällen ergab sich daraus eine Wertberichtigung.

(c) Finanzlage

Die Eigenkapitalquote der KTA erhöhte sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf 41,8 % (Vorjahr: 27,2 %). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das positive Jahresergebnis zurückzuführen, das vollständig in der Gesellschaft verblieben ist.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit der KTA verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen Mittelzufluss von EUR 20,4 Mio. (Vorjahr: EUR 3,1 Mio. Mittelabfluss). Die deutliche Verbesserung ist insbesondere auf die positive Ergebnisentwicklung im Berichtsjahr zurückzuführen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf einen Mittelabfluss von EUR 4,3 Mio. (Vorjahr: EUR 3,9 Mio. Mittelabfluss). Dieser resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in das Anlagevermögen sowie aus der Gewährung von Ausleihungen an eine Tochtergesellschaft.

Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss von EUR 13,8 Mio. (Vorjahr: EUR 12,4 Mio. Mittelzufluss). Ein wesentlicher Teil der zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Verbindlichkeiten entfällt auf konzerninterne Beziehungen. Als Cash-Pooling-Leader übernimmt die KTA die zentrale Steuerung der Liquidität innerhalb der gesamten KTG

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren aus einem bei der Österreichischen Kontrollbank AG (OeKB) aufgenommenen Exportkredit und beliefen sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt EUR 10 Mio.

Die KTA hat im Geschäftsjahr Vorräte von einer Tochtergesellschaft in Höhe von EUR 8,6 Mio. erworben. Der Kaufpreis wurde durch Verrechnung mit einer bestehenden Ausleihung an die Tochtergesellschaft beglichen. Die Transaktion führte zu einer Reduktion der Ausleihung um EUR 8,6 Mio., hatte jedoch keine Auswirkungen auf die Liquiditätslage der Gesellschaft, da kein Zahlungsmittelfluss erfolgte.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die nachhaltige Wertschöpfung der Kontron Transportation GmbH wird durch mehrere zentrale Faktoren bestimmt, die im Geschäftsjahr 2025 maßgeblich zur Entwicklung des Unternehmens beigetragen haben:

(a) Kundenstamm

Im Geschäftsjahr 2025 konnte der Kundenstamm sowohl national als auch international weiter ausgebaut werden. Besonders im Bereich kritischer Infrastrukturen und Bahntechnologie wurden neue strategische Partnerschaften geschlossen. Die Anzahl aktiver Kunden ist gegenüber dem Vorjahr um rund 14% gestiegen.

(b) Umsatz pro Kunde

Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt und ist um einen hohen einstelligen Prozentsatz gestiegen. Diese Entwicklung reflektiert sowohl die erfolgreiche Vermarktung neuer Lösungen als auch höhere Auftragsvolumina im Bestandskundengeschäft.

(c) Auftragslage

Die Auftragslage zum Bilanzstichtag war weiterhin sehr robust. Der Auftragsbestand belief sich auf EUR 77 Mio. (VJ: EUR 108 Mio.) und gewährleistet eine solide Auslastung für die kommenden Quartale. Wesentliche Aufträge stammen aus langjährigen Rahmenverträgen mit Infrastrukturbetreibern sowie aus neuen Projekten im europäischen Ausland.

(d) Umwelt

Die KTA und der überwiegende Teil ihrer Tochtergesellschaften verfügen über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001:2015. Das Umweltmanagementsystem, welches den strukturellen Rahmen für die Einhaltung sämtlicher umweltgesetzlicher Vorgaben und die kontinuierlichen Verbesserungen in den Bereichen Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Umweltschutz bildet, ist jedoch unabhängig von der externen Zertifizierung an allen Standorten implementiert. Nachhaltigkeit ist als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie verankert und wird in sämtlichen Unternehmensbereichen berücksichtigt – von der Produktentwicklung über die Lieferkette bis hin zum operativen Betrieb. Zusätzlich zur Umweltmanagementzertifizierung wird die jährlich zu erneuernde EcoVadis Evaluierung mit Fokus auf den ESG- Bereich durchgeführt, wo KTA unter den Top 15 % der bewerteten Unternehmen liegt. Zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben im Bereich Abfallentsorgung ist die KTA unter anderem Mitglied bei der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) sowie beim Umweltforum Haushalt (UFH). Zusätzlich besteht ein definierter Abfallentsorgungsprozess, der regelmäßig überprüft und verbessert wird. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen wird im Arbeitsalltag aktiv gefördert, u. a. durch Schulungen, bewusste Materialwahl und nachhaltige Lieferantenauswahl. Die Teilnahme an Railsponsible, einer Initiative zur Sicherstellung einer nachhaltigen Lieferkette in der Bahnindustrie, verdeutlicht zusätzlich das Commitment der KTA zur nachhaltigen Unternehmensführung.

Im Sinne der zunehmenden Bedeutung nachhaltiger Geschäftsmodelle arbeitet KTA laufend an der Erfassung und Bewertung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten im Rahmen der EU-Taxonomie-Verordnung. KTA strebt mittelfristig eine transparente Berichterstattung über taxonomiekonforme Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben an. Zudem wird im Rahmen der unternehmensweiten ESG- -Fußabdruck geachtet. auf den

Die Unternehmensleitung bekennt sich klar zur Einhaltung der ESG-Kriterien und zur schrittweisen Erhöhung der ökologischen und sozialen Standards in sämtlichen Bereichen.

(e) Arbeitnehmer

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KTA bilden das Fundament des Unternehmenserfolgs. Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden der Belegschaft stehen dabei im Zentrum der Personalstrategie. Ein umfassendes Arbeitsschutzmanagementsystem gewährleistet die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben sowie darüber hinausgehender Maßnahmen. Dazu gehören regelmäßige Unterweisungen und Schulungen in Arbeitssicherheit, die Einbindung externer Experten, insbesondere Arbeitsmediziner und Sicherheitsfachkräfte, sowie ergonomische Arbeitsplatzgestaltung.

Die Geschäftsführung der KTA bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausdrücklich für ihr außerordentliches Engagement und ihre Leistungsbereitschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ihre Kompetenz, Flexibilität und Innovationskraft tragen entscheidend zur Positionierung der KTG als führender Anbieter im Bereich Bahntechnologie und Telekommunikation bei.

4. Risikoberichterstattung

Die KTA ist durch ihre internationale Geschäftstätigkeit einer Vielzahl unternehmerischer Risiken ausgesetzt. Diese Risiken werden im Rahmen eines strukturierten und kontinuierlich weiterentwickelten Risikomanagementsystems identifiziert, bewertet, überwacht und – wo möglich – aktiv gesteuert. Ziel des Risikomanagements ist es, nicht nur konkrete Maßnahmen zur Risikovermeidung oder -minimierung umzusetzen, sondern auch das Risikobewusstsein innerhalb der Organisation zu stärken und gezielt durch Compliance Schulungen zu erkennen und zu nutzen.

(a) Finanzielle Risiken

Das Management finanzieller Risiken, insbesondere im Hinblick auf Liquidität, Zinsen und Fremdwährungen, erfolgt im spezialisierten Treasury-Bereich.

• Liquiditätsrisiken werden durch eine gruppenweite, rollierende Liquiditätsplanung über alle Kontron- Transportation-Gesellschaften hinweg überwacht. Potenzielle Engpässe können dadurch frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen abgefedert werden. • Währungsrisiken werden auf Basis einer konzernweit gültigen Richtlinie möglichst durch natürliche Absicherungen minimiert. Spekulative Finanztransaktionen sind dabei ausdrücklich ausgeschlossen. • Zinsänderungsrisiken sind für KTA derzeit von untergeordneter Bedeutung, werden jedoch regelmäßig im Rahmen des Konzern-Risikoreportings mitüberwacht.

(b) Operative Risiken und internes Kontrollsystem (IKS)

KTA legt großen Wert auf den Schutz des Unternehmensvermögens, die Effizienz betrieblicher Abläufe sowie die Verlässlichkeit der finanziellen Berichterstattung. Zu diesem Zweck ist ein internes Kontrollsystem (IKS) implementiert, das im Rahmen der Integration in die Kontron Gruppe weiterentwickelt und konzernweit harmonisiert wurde. Das IKS gewährleistet eine ordnungsgemäße und einheitliche Erfassung, Verarbeitung und Bilanzierung der Geschäftsfälle, die Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips, sowie eine klare Funktionstrennung in sensiblen Prozessen. Die IKS-Richtlinien der KTA orientieren sich an den Vorgaben der Kontron Gruppe. Im Berichtsjahr wurde KTA im Rahmen einer planmäßigen Prüfung durch die interne Revision der Kontron AG auditiert.

(c) Projektrisiken

Da die Geschäftstätigkeit von KTA größtenteils projektbasiert ist, werden sämtliche Projekte durch ein etabliertes internes Projektcontrolling begleitet. Bereits in der Angebotsphase erfolgt eine strukturierte Risikoprüfung (Pre-Sales Risk Assessment). Während der Projektdurchführung werden Kosten, Zeit, Qualität und Risikoindikatoren kontinuierlich analysiert. Bei erkennbaren Abweichungen zur ursprünglichen Planung werden unverzüglich Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Dieses Vorgehen hat sich besonders bei komplexen internationalen Projekten als effektives Steuerungsinstrument bewährt.

(d) Bonitäts- und Ausfallrisiken

Die Hauptkunden der KTA sind überwiegend staatliche oder ehemals staatliche Bahngesellschaften sowie Netzbetreiber. Daraus ergibt sich ein insgesamt niedriges Forderungsausfallrisiko. Dennoch erfolgt eine laufende Überwachung der Bonität sowohl neuer als auch bestehender Kunden. Projektspezifische Risiken wie Ausfall oder Schadensfälle werden durch geeignete Versicherungen (z. B. Projekt- oder Haftpflichtversicherungen) abgesichert.

(e) IT- und Cybersicherheitsrisiken

Das Management von Risiken im Bereich IT-Infrastruktur, Software- und Systemsicherheit wurde an die Kontron AG als spezialisierte Muttergesellschaft ausgelagert. Die Qualität und Verfügbarkeit der Systeme werden durch verbindliche Service-Level-Agreements (SLAs) abgesichert und regelmäßig geprüft. Darüber hinaus achtet KTA auf hohe physische Sicherheit der Gebäude und Anlagen sowie systematische Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Cyberrisiken.

(f) Personalrisiken

Die KTA ist auf qualifiziertes Fach- und Führungspersonal in den Bereichen Systementwicklung, Engineering, Projektmanagement, Forschung & Entwicklung und Vertrieb angewiesen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Wettbewerbs um qualifizierte Arbeitskräfte in der Technologie- und Infrastrukturbranche bestehen entsprechende Personalrisiken.

Bewertung des Gesamtrisikos

Die Geschäftsführung bewertet das derzeitige Risikoprofil der KTA als kontrollierbar und beherrschbar. Es liegen keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Das Risikomanagementsystem wird laufend an neue gesetzliche, wirtschaftliche und technologische Rahmenbedingungen angepasst und als integraler Bestandteil der Unternehmensführung verstanden.

5. Forschung und Entwicklung

Die KTA ist eine treibende Kraft in der Weiterentwicklung und Digitalisierung betriebs- und sicherheitskritischer Kommunikationsnetze im Bahnsektor. Durch ihre ausgeprägte Innovationskraft und technologische Führungsrolle trägt KTA maßgeblich zur Zukunftssicherung der Branche bei.

Die KTG hat weltweit bereits mehr als 15 führende Eisenbahnbetreiber mit zukunftsfähigen IP-basierten Core- Netzwerken auf GSM-R-Basis ausgestattet. Diese Lösungen ermöglichen es den Kunden, Effizienz, Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit ihrer Kommunikationsinfrastruktur erheblich zu steigern.

Als erstes Unternehmen der Branche hat KTA ihre speziell für den Bahnbereich entwickelten Basisstationen erfolgreich auf LTE- und 3GPP-Kompatibilität getestet und diese bereits in großem Umfang – über 1.000 Einheiten – in den aktiven Netzbetrieb bei zahlreichen Bahngesellschaften integriert.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Gruppe wird zentral aus Wien (Österreich) koordiniert. Unterstützt wird KTA dabei von eigenen F&E-Standorten in Paris (Frankreich) und Aveiro (Portugal) sowie durch strategisch eingebundene Outsourcing-Partner in Bangalore (Indien). Dieses international aufgestellte Netzwerk ermöglicht es, Skaleneffekte zu nutzen, ein breites Produktportfolio effizient weiterzuentwickeln und die technologische Wettbewerbsfähigkeit langfristig abzusichern.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf EUR 10,5 Mio. (VJ: EUR 9,2 Mio.) und wurden gezielt in die Weiterentwicklung markt- und zukunftsorientierter Technologien investiert. Der Personalstand im Entwicklungsbereich erhöhte sich bei KTA auf 89 Mitarbeitende (VJ: 84), und konzernweit innerhalb der KTG auf 171 Mitarbeitende (VJ: 158). Die Entwicklungstätigkeiten erfolgen standortübergreifend und im Rahmen integrierter Projektstrukturen. Für das Geschäftsjahr 2026 sind Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Höhe von EUR 11 Mio. für die KTA und EUR 22,9 Mio. für die KTG budgetiert. Damit bewegen sich die geplanten Ausgaben auf dem Niveau des Vorjahres.

KTA engagiert sich aktiv in nationalen und internationalen Standardisierungsgremien und ist dadurch frühzeitig in die Weiterentwicklung technischer Normen und Spezifikationen eingebunden. Dies stärkt die technologische Roadmap und reduziert Investitionsrisiken. Der Bereich Forschung & Entwicklung (F&E) ist strukturell in einer gruppenweiten Entwicklungsorganisation gebündelt, die sowohl interne als auch externe Ressourcen koordiniert. Das F&E-Budget entspricht weiterhin über 10 % des Konzernumsatzes – ein Beleg für den strategisch hohen Stellenwert von Innovation im Unternehmen. Aktuell befinden sich zahlreiche Next-Generation-Programme in aktiver Umsetzung. Diese Projekte werden im Rahmen eines konzernweit standardisierten Produktlebenszyklusprozesses geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft. Darüber hinaus stellt die Organisation einen globalen 24/7-Support für kritische Anwendungen sicher.

Die Forschungskosten werden größtenteils als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Aufgrund der Anwendung des Gesamtkostenverfahrens sind diese Kosten unter verschiedenen Positionen ausgewiesen, insbesondere unter Materialaufwand, Personalaufwand und Sonstige betriebliche Aufwendungen.

6. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.

7. Ausblick

Die KTG – und damit auch die KTA – wurde im Jahr 2019 erfolgreich in die Kontron Gruppe integriert und konnte sich seither technologisch wie wirtschaftlich positiv weiterentwickeln. Bis einschließlich 2025 zeigte sich KTA als stabiler und wachstumsstarker Bestandteil des Kontron-Konzerns. Auf Basis der herausragenden technologischen Kompetenz sowie des umfassenden Know-hows ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwartet die Geschäftsführung auch für das Geschäftsjahr 2026 und die folgenden Perioden steigende Umsätze.

Grundlage für diese positive Entwicklung sind insbesondere die fokussierte Betreuung der bestehenden Kundenbasis, das Serviceangebot zur Unterstützung bestehender Technologien (z. B. GSM-R) bis mindestens 2035, ein konsistenter

End-to-End-Ansatz im Bereich Mission-Critical-Kommunikation für Bahnbetreiber, die aktive Mitgestaltung des laufenden Technologiewandels, insbesondere im Übergang zu FRMCS, sowie die gezielte platzierung neuer Lösungsthemen, etwa in den Bereichen Cyber-Security, Digitalisierung und Netzvirtualisierung. Darüber hinaus vertolgt KTA konsequent die Strategie, durch gezielte Investitionen in eigene Produkte die Unabhängigkeit, Innovationskraft und Differenzierungsfähigkeit am Markt weiter zu stärken.

Zum Bilanzstichtag 2025 lag die Mitarbeiterzahl bei KTA bei 207 (VJ: 192) und spiegelt damit das kontinuierliche Wachstum des Unternehmensstandorts wider. Ein wesentlicher Teil des Personalzuwachses entfiel aut den Bereich Forschung und Entwicklung - einem strategischen Schwerpunkt von KTA. Konzernweit stieg die Zahl der Mitarbeitenden innerhalb der KTG auf 730 (VI: 697). Dieser Zuwachs unterstreicht die dynamische Geschäftsentwicklung und das internationale Wachstum des Konzerns – getragen von einer hohen Nachfrage nach digitalen und zukunftstahigen Lösungen.

Die KTG wird sich auch künftig aktiv in nationale und europäische Initiativen zur Modernisierung des Bahnverkehrs einbringen - sowohl im Bereich Forschung und Entwicklung als auch im Kontext der Standardisierung zukünftiger Kommunikationsarchitekturen. Damit unterstreicht KTA ihren Anspruch, auch langfristig ein führender Anbieter für kritische infrastrukturlösungen im Bahnsektor zu bleiben.

men, C.R. 202 6

Die Geschäftsführung:

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Michael Jigske

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