Inhaltsverzeichnis
der Geschäftsführung der
GE Healthcare Austria GmbH & Co OG
Das Unternehmen gliedert sich im Wesentlichen in den Geschäftsbereich Ultraschall - Entwicklung und industrielle Herstellung von Ultraschallgeräten, insbesondere für die Bereiche Frauenheilkunde und Handheld, sowie die Endkundenkonfiguration am Sitz der Gesellschaft in Zipf mit einem Jahresumsatz von EUR 292,454,955.70 im abgelaufenen Geschäftsjahr (Vorjahr TEUR 302,834) sowie in den Geschäftsbereich Healthcare Vertrieb Osterreich mit einem Jahresumsatz von EUR 44,718,355.61 (Vorjahr TEUR 31,595), welcher von Wien aus geleitet wird.
1. WIRTSCHAFTSBERICHT
1.1. Geschäftsbereich Ultraschall - Entwicklung und Herstellung im Bereich Frauenheilkunde sowie Endkonfiguration (LPC)
Technologisches Highlight des Geschäftsjahres war die Einführung der Voluson Expert 22 BT25, welche eine wichtige Weiterentwicklung der Modellreihe darstellt. Mit der Technologieführerschaft einher geht die Marktführerschaft im Premium Segment im Bereich Frauenheilkunde, die so auf den meisten Märkten weiter gefestigt werden konnte.
Die Voluson Expert 22 ist nicht nur technologisch, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht das wichtigste Einzelprodukt des Unternehmens mit dem höchsten Umsatzanteil. In Sachen LPC – Late Point Configuration – ist die Palette an unterstützten Produkten unverändert hoch. Die im vorangegangenen Wirtschaftsjahr neu aufgenommenen Modelle Venue Go / Fit als auch die Erweiterung um wichtige afrikanische Länder mit in Zipf endkonfigurierten Ultraschallgeräten hat sich bewährt.
Regional haben sich die Umsätze dabei recht unterschiedlich entwickelt. Der Bereich Europa, Middle East & Africa war weitgehend stabil mit nennenswerten Rückgängen in Spanien und Italien, dem standen Anstiege in Afrika (vornehmlich Algerien und Agypten) und Großbritannien gegenüber. Der Rückgang der Umsätze in die Vereinigten Staaten von Amerika sowie der erneute Rückgang der Umsätze nach China sind bedeutende Wehrmutstropfen, die für einen Großteil des leichten Umsatzrückganges des Geschäftsjahres verantwortlich sind. „Buy Local Policies“ (chinesische Krankenanstalten sind verpflichtet, einen großen Prozentsatz ihrer Einkäufe „made in China“ zu tätigen) und langfristige Zulassungsverfahren sind wichtige Gründe dafür, die das Geschäft mit China behindern. Auf vielen Märkten ist weiters ein zunehmend preissensibleres Kundenverhalten zu beobachten. Das und der weltweit bemerkbare Rückgang der Geburten, der durch die Covid Pandemie verstärkt wurde, sind Faktoren, die auf die Umsatzentwicklung nachhaltig bremsend wirken.
Neben der Voluson Expert 22/20/18 befanden sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter die ebenfalls in Zipf, Oberösterreich entwickelte und hergestellte Voluson E Serie mit den Modellen E10, E8 und E6 sowie rund 30 Ultraschallmodelle asiatischer Herkunft im Bereich LPC im Verkaufsprogramm. Ein wichtiger Umsatzbringer ist weiterhin die Vscan Air, ein vollwertiges Ultraschallgerät nur etwas größer als ein Mobilfunkgerät, das die Bilder kabellos an ein Smartphone, Tablet o.ä. überträgt.
Die Voluson Expert und E Serie sind Konsolenplattformen, deren Leistungsmerkmale und klinischer Nutzen in der Frauenheilkunde unerreicht sind. Die im Sommer/Herbst 2022 eingeführte Voluson Expert 22 ist eine konsequente Weiterentwicklung der Voluson E Serie und stellt unverändert das Flaggschiff-Produkt unseres Hauses dar.
Die Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen rund 292 Mio EUR (2022 303 Mio EUR), was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 3.4% (Vorjahr Anstieg von 4.5%) entspricht.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden gut zwei Drittel der Umsätze, konkret rund 68%, in Europa einschließlich Mittlerer Osten und Afrika (2023 65%) erzielt, etwa 9% in Asien (2023 11%) und 23% in Nord- und Südamerika (2023 24%).
Die Investitionen in neue Technologien und Produkte, die in den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen ihren Ausdruck finden, betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 33.4 Mio EUR, ein erneuter Anstieg gegenüber den Investitionen des vorangegangenen Geschäftsjahres (2023 32.8 Mio EUR) und ein klares Bekenntnis der Unternehmens- und Konzernleitung für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Zipf.
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 5,0 Mio EUR (2023 5.1 Mio EUR), was erneut einen historisch sehr hohen Wert darstellt. Investitionen in die Erweiterung des F&E Gebäudes, bauliche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Oberflächenwasserableitung, Maschinen, Spritzgussformen und Werkzeuge machen hierbei das Gros der Investitionen aus. Zu nennen sind auch erneut Investitionen in eine grüne Zukunft, insbesondere die Fertigstellung der Sole-Wärmepumpe im Herbst 2024, die die Gasheizung vollständig (!) ersetzt.
Der Geschäftsbereich agiert als Entwicklungs- sowie Produktionsstätte und stellt im Rahmen von GE Healthcare – Ultrasound das „3D/4D Center of Excellence“ für diagnostische Ultraschallgeräte dar. Neben dem klassischen Fokus in der Weiterentwicklung und der Produktion von 3D/4D Ultraschallgeräten in der Gynäkologie/Geburtshilfe sind weitere Anwendungen im Bereich Frauenheilkunde geplant. Durch die konsequente Weiterverfolgung der jährlichen „Breakthrough“-Philosophie sowie einer weitergehenden Produktdiversifizierung soll die Technologie- und Marktführerschaft erhalten bzw. weiter ausgebaut werden.
Der Geschäftsbereich Ultraschall wird innerhalb der globalen GE Healthcare Organisation als Wachstumsmotor gesehen, was der Gesellschaft weiterhin hohe Investitionen in Neuentwicklungen erlaubt, die auch von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft wirksam gefördert werden. Das Unternehmen investiert weiters massiv in die digitale Zukunft, Stichwort: Artificial Intelligence.
Der Standort Zipf hat durch Einführung der Marke „Voluson Valley“ an Attraktivität im globalen Umfeld deutlich gewonnen.
Der Bereich Gleichberechtigung, Inklusion und Diversität hat große Bedeutung. Neben der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung spielt auch eine Rolle, dass bereits einige Fachkräfte aus dem (nahen und fernen) Ausland als Mitarbeiter beschäftigt werden. DE&I Beauftragte wurden eingesetzt, Deutsch- aber auch Englischkurse für Mitarbeiter verstärkt durchgeführt und allgemeine Informationen an die Mitarbeiterschaft erfolgen mittlerweile grundsätzlich zweisprachig. Ferner wurde eine Vertrauensperson in Sachen Belästigung und Mobbing eingesetzt. Wie in vielen technischen Bereichen sind Frauen in der Minderheit, bei der Personalrekrutierung werden daher Frauen gezielt angesprochen. Generell haben die Aktivitäten des Personalmarketings stark zugenommen, wir sind in regem Austausch mit Universitäten, Fachhochschulen und diversen HTLs.
Den Bereichen Qualitäts- und Aufsichtswesen sowie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit wird ein außerordentlich hoher Stellenwert eingeräumt. Die Gesellschaft ist mit dem „Global Star“ ausgezeichnet – eine konzerninterne Auszeichnung für Arbeitssicherheit auf höchstem Niveau. Ebenfalls verfügt der Standort über das Gütesiegel der betrieblichen Gesundheitsförderung. Der Standort ist nach ISO 14001, der internationalen Umweltmanagementnorm, sowie nach ISO 45001, der internationalen Norm für Arbeitsschutzmanagementsysteme, zertifiziert. Als Maßnahme zur CO2 Einsparung wurde neben der bereits bestehenden Luft-Wärmepumpe eine große Sole-Wärmepumpenanlage in Betrieb genommen. Während das Modell Fahrräder gegen Gehaltsumwandlung („Firmenradl“) schon länger realisiert ist, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Modell E-Auto gegen Gehaltsumwandlung mit einem Leasingunternehmen umgesetzt („Social Car“), es wurden im Zuge dessen 48 E-Autos im ersten Halbjahr ausgeliefert. Mit den erfolgten Maßnahmen ist es gelungen, als erster GEHC Standort in Europa CO2 Neutralität zu erreichen.
Der Geschäftsbereich verfügt über keinen eigenen Vertrieb, die Vertriebsfunktion wird durch die weltweiten GE-Schwestergesellschaften wahrgenommen.
1.2. Geschäftsbereich Healthcare Vertrieb Österreich
Die Gesellschaft verfügt über eine eingetragene Zweigniederlassung in Wien, Technologiestraße 10, der Sitz des Geschäftsbereiches Healthcare Vertrieb Österreich. Die Geschäftstätigkeit besteht im Handel mit und dem Service von medizinischen Geräten, insbesondere jenen der bildgebenden Diagnostik.
Der Umsatz im Bereich der bildgebenden diagnostischen Großgeräte lag im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich über den Umsätzen des vorangegangenen Geschäftsjahres. Der reine Verdrängungsmarkt und die schwierige Marktposition im Geschäftsjahr stellten zwar eine große Herausforderung dar, das Segment profitierte aber von einem hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr und konnte darüber hinaus von großen Aufträgen profitieren. So konnte der erste PET- CT Omni Legend sowie der erste 3D SPECT/CT mit 12 Digital-Focus Detektoren im Land an der Universitätsklinik Graz platziert werden. Weiters wurden 2 CT Projekte in der NÖ Holding für das Unternehmen entschieden – ein wichtiger Einstieg von Imaging in Niederösterreich.
Im Bereich Ultraschall konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr der Umsatz des vorangegangenen Geschäftsjahres um rund 25% (!) gesteigert werden. Nach Marktdaten des FEEI der Sparte Medizintechnik stieg das Marktvolumen um gut 7%, sodass der Marktanteil im Inland erneut
deutlich ausgeweitet werden konnte. Der Bereich Ultraschall bleibt jedenfalls weiter das mit Abstand wichtigste Segment im Österreich-Vertrieb, dies sowohl umsatz- als auch ertragsmäßig. GE Healthcare bleibt im Bereich bildgebender Ultraschall deutlicher Marktführer mit Marktanteilen von weit über 50%. Mit einem erfahrenen Team in Vertrieb und Service, mit einem umfassenden Produktportfolio und speziell aufgrund unserer weiterhin im Vergleich kurzen Lieferzeiten konnten wir unseren Kunden als verlässlicher Partner zu Seite stehen.
Der Geschäftsbereich der vormaligen BK Medical Austria GmbH (die Gesellschaft wurde rückwirkend zum 30. Juni 2024 auf die GE Healthcare Austria GmbH & Co OG verschmelzend umgewandelt) wird bis auf weiteres separat vom Bereich Ultraschall geführt. Das abgelaufene Geschäftsjahr verlief gut, aber sehr volatil, gerade das 4. Quartal zeigte einen massiven Umsatzanstieg.
Der Bereich Service entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr überaus stark im Bereich der Großgeräte, im Bereich Ultraschall konnte der Vorjahresumsatz gehalten werden. Generell zeigen sich Einbußen beim Nicht-Vertragsgeschäft. Das Geschäftsfeld Sonden-Reparatur und Austausch war leider rückläufig, hier ist verstärkter Wettbewerbsdruck spürbar.
Die Umsatzerlöse dieses Geschäftsbereichs im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen rund 44.7 Mio EUR (2023 31.6 Mio EUR), was einem Umsatzanstieg von mehr als 40% entspricht (2023 Anstieg von 5%).
1.3. Zusammenfassung
Die Umsatzerlöse der Gesellschaft betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 337.1 Mio EUR (2023 334.4 Mio EUR), das Bruttoergebnis vom Umsatz betrug 79.5 Mio EUR (2023 74.8 Mio EUR), was einer Bruttorendite von 23.6% (2023 22.3%) entspricht. Das Betriebsergebnis lag im Geschäftsjahr bei 18.9 Mio EUR (2023 20.3 Mio EUR).
Der Jahresgewinn im Geschäftsjahr ist trotzt des Verschmelzungsverlustes resultierend aus dem Zusammenschluss mit der BK Medical Austria GmbH zum 30.6.2024 in Höhe von 1.7 Mio gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Es erfolgte keine Ausschüttung von Dividenden aus den Anteilen an verbundenen Unternehmen (2023 3.3 Mio EUR). Der Jahresgewinn betrug damit rund 14.0 Mio EUR (2023 8.7 Mio EUR). Im vorangegangenen Geschäftsjahr schlug die außerplanmäßige Abwertung der Anteile an verbundenen Unternehmen im Betrag von 12.0 Mio EUR negativ zu Buche. Ohne Berücksichtigung dieser Faktoren betrüge der Jahresgewinn 15.7 Mio EUR (2023: 20.8 Mio EUR). Das entspricht einer bereinigten Umsatzrendite von rund 4.7% (2023 6.2%), was leicht unter dem langjährigen Schnitt liegt.
Zur außerplanmäßigen Abwertung aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr sei angemerkt, dass der Zugang der Anteile an den Healthcare Gesellschaften in Saudi Arabien im Herbst 2022 zu einem Zeitpunkt erfolgte, als sich der Wechselkurs zugunsten von USD bzw SAR auf einem 20 Jahres Hoch befand.
Die General Electric Medical Services Company wurde zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 mit der General Electric Healthcare Arabia Company Limited verschmolzen. Damit wurde die lange geplante Restrukturierung umgesetzt. Eine Ausschüttung von Gewinnen unterblieb insbesondere wegen dieser Neuaufstellung.
Die Sachanlagenzugänge im Betrag von 5.0 Mio EUR (2023 5.1 Mio EUR) erfolgten zur Gänze im Geschäftsbereich Ultraschall-Entwicklung und Herstellung am Standort Zipf, Oberösterreich. Wir verweisen auf die in Punkt 1.1. getroffenen Aussagen.
Im Bereich Working Capital kam es zu einem Anstieg von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auch der Vorräte und zu einem Anstieg bei den Verbindlichkeiten.
Im vergangenen Geschäftsjahr wurde eine Gewinnausschüttung im Betrag von 8.5 Mio EUR an die Gesellschafterin vorgenommen (2023 20.0 Mio EUR).
Als Folge der genannten Entwicklungen betrug der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1.7 Mio EUR (2023: 25.2 Mio EUR), aus der Investitionstätigkeit -0.0 Mio EUR (2023 3.9 Mio EUR) und aus der Finanzierungstätigkeit -19.8 Mio EUR (2023 -31.0 Mio EUR).
Das Unternehmen betreibt unverändert ein echtes Cash-Pooling im Rahmen des konzernweiten Cash Managements, die Forderungen aus dem Cash-Pooling betrugen zum Bilanzstichtag 31.7 Mio EUR (2023 49.5 Mio EUR). Es wird kein Factoring von Kundenforderungen betrieben.
Das Eigenkapital der Gesellschaft erhöhte sich auf 45.8 Mio EUR (Stand 2023: 40.4 Mio EUR). Die Veränderung entspricht dem Jahresgewinn des abgelaufenen Geschäftssjahres abzüglich der erfolgten Gewinnausschüttung. Die Eigenmittelquote betrug zum Bilanzstichtag damit 19.0% (2023 17.6%). Unter Berücksichtigung des Genussrechtskapitals, das vom Mutterunternehmen bereitgestellt wurde, beträgt eine solcherart ermittelte erweiterte Eigenmittelquote 51.3% (2023: 51.6%).
2. PROGNOSEBERICHT
Zentrale Zielsetzung für die kommenden Jahre ist im Bereich Entwicklung die Festigung und der weitere Ausbau unserer Führungsposition auf dem 3D-/4D - Ultraschall-Markt durch:
• Weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung zur Wahrung des Technologievorsprungs. • Stärkung der Zusammenarbeit mit der bestehenden globalen GEHC-Vertriebsorganisation sowie unseren Referenzärzten und Ausbau des weltweiten Marktanteiles. • Kooperation mit anderen GEHC Organisationen bei der Weiterentwicklung von neuen Technologien im Ultraschallbereich. • Entwicklung von neuen Produktlinien sowohl im oberen wie auch im mittleren und unteren Preissegment.
Im Allgemeinen ist die Strategie auf eine konsequente Ausrichtung als allumfassender Anbieter von Ultraschallprodukten im Bereich Women’s Health ausgerichtet.
Während die Covid 19 Pandemie (und ihre globalen Auswirkungen) schon weiter zurückliegt, ist doch eines geblieben: ein in vielen Ländern nachhaltiger Rückgang der Geburtenraten, was sich
für das Unternehmen, dessen Produkte vornehmlich im Bereich Geburtshilfe und Gynäkologie Einsatz finden, tendenziell negativ auswirkt. Die Auswirkungen der „Buy Local Policies“ insbesondere in China, haben seit 2022 zu deutlichen Umsatzrückgängen geführt, die sich so auch nicht ausgleichen haben lassen. Im Gegenzug profitiert der Standort aber von Vorhaben, die Produktion mancher Produkte nach Europa zu holen (in the region –— for the region). Die Abhängigkeit im Beschaffungssektor von China soll zurückgedrängt und lokale Fertigung forciert werden. Ein Thema, das uns bzw den Konzern noch einige Jahre beschäftigen wird.
Ende des vergangenen Geschäftsjahres wurde von der Konzernleitung die Entscheidung gefällt, die neuen Produkte im Bereich CardioVascular Ultrasound im High End- bzw Premium Bereich statt am bisherigen Standort Horten in Norwegen am Unternehmenssitz in Zipf zu fertigen. Dies stellt eine bedeutende Weichenstellung dar und unterstreicht das Vertrauen, dass der Standort konzernweit genießt. Damit ist man dem Ziel, im Unternehmensverbund der Hauptstandort in Europa im Bereich Ultraschall zu sein, ein Stück näher gekommen. Die Entscheidung wird sich positiv auf Umsatz und Beschäftigung auswirken.
Im laufenden Geschäftsjahr sind erneut hohe Investitionen in den Geschäftsbereich, insbesondere im Bereich der Forschung und Entwicklung vorgesehen. Bei Investitionen in das Sachanlagevermögen ist dagegen ein Rückgang zu erwarten.
Im Geschäftsbereich Ultraschall - Entwicklung und Herstellung im Bereich Frauenheilkunde sowie Endkonfiguration (LPC), erwarten wir insgesamt ein schwieriges Geschäftsjahr, aber doch leicht steigende Umsätze. Die Auswirkungen der Zollpolitik der gegenwärtigen US Administration sind dagegen – insbesondere wegen der Volatilität der getroffenen (bzw. kommunizierten) Maßnahmen - weiter nicht absehbar. Letztlich wird es davon abhängen, welche Maßnahmen Bestand haben werden und wie hoch die Zollbelastung (oder andere Handelshemmnisse) bei US Exporten aus Europa im Vergleich zu solchen aus anderen Weltregionen sein werden.
Im Österreich Vertrieb wird für 2024 von leicht steigenden Umsätzen ausgegangen. Sehr positiv wird hierbei der Bereich Ultraschall gesehen. Hier hat das erste Quartal 2025 sehr gut begonnen, und der Ausblick für das erste Halbjahr’25 ist äußerst positiv. Problematisch dagegen ist, dass mit Q2’25 mehrere Rahmenvertragsvereinbarungen auslaufen und es bis dato noch keinen konkreten Plan seitens der Einkaufsgesellschaften gibt, ob diese verlängert bzw. neu ausgeschrieben werden müssen – abhängig davon wird sich der Geschäftsverlauf im 2. Halbjahr 2025 zeigen.
Wie bereits auch die letzten Jahre gezeigt haben, gibt es primär aus budgetären Gründen den Trend die Ultraschallsysteme länger im Einsatz zu haben, und somit verzögert sich das Austauschgeschäft sowohl im niedergelassenen als auch öffentlichen Bereich.
Im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe (Voluson) wird es zwei neue Produktvorstellungen im “Low-End” Segment mit Ende April’25 geben, und im Bereich der Kardiologie (CVUS) wird im Sommer’25 ein neues “High-End” System erwartet – beide Produktneuheiten lassen uns hoffen, dass wir im zweiten Halbjahr unsere Marktposition “verteidigen” und im besten Falle weiter ausbauen können.
Das was für Ultraschall ausgeführt ist, trifft im wesentlichen auch auf den Geschäftsbereich der vormaligen BK Medical Austria zu. Die fragile Lage der Staatsfinanzen mit hohem Sparbedarf wird unweigerlich Auswirkungen auf das mehrheitlich öffentliche österreichische Gesundheitssystem haben und somit auch auf unseren Geschäftsbetrieb.
Im Bereich Großgeräte bei dem Großaufträge eine entscheidende Rolle spielen, erwarten wir dagegen dass die Umsätze des abgelaufenen Geschäftsjahres nicht gehalten werden können.
Im Bereich Service ist aus aktueller Sicht für das laufende Geschäftsjahr nur ein geringes Wachstum zur erwarten. Grundlage des Wachstums ist eine Steigerung der installierten Systeme und ein weiterer Ausbau des Vertragsgeschäftes. Risiken für das aktuelle Geschäftsjahr sind dagegen Kostensteigerungen im Bereich der Gehälter als auch bei den Ersatzteilen. Dies wird sich negativ auf das Ergebnis in diesem Bereich auswirken.
3. FORSCHUNGSBERICHT
Der Hauptschwerpunkt in der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Gesellschaft liegt einer evolutionären Entwicklungsstrategie folgend im kontinuierlichen Weiterentwickeln der 3D/4D Ultraschalltechnologie. Dies umfasst einerseits die Erschließung neuer Applikationsfelder mit dezidiert darauf abgestimmten Produktleistungsmerkmalen, die kontinuierliche Verwertung der Fortschritte in den für die Ultraschalltechnik relevanten Basistechnologien wie Mikroelektronik, PC-Technik, Ultraschallsensortechnik, Feinfügetechnik, sowie andererseits den Ausbau der Produktpalette im 3D/4D Ultraschall zum Abdecken eines größeren Kundensegments.
Diese Entwicklungsstrategie wird in jährlichen "Breakthrough"-Schritten für unsere Produkte zum Erhalt bzw. Ausbau der Technologie und Marktführerschaft konsequent umgesetzt. Während technologische „Breakthroughs“ jährlich realisiert werden, erfolgt die Entwicklung neuer Produktplattformen in größeren Abständen.
Neben dem absoluten Schwerpunkt 3D/4D Ultraschall im Bereich Frauenheikunde hat das Unternehmen auch an der Entwicklung des ersten kabellosen Handheld Ultraschallgerätes mitgewirkt, das unter dem Namen Vscan Air im Frühjahr 2021 auf dem Markt eingeführt wurde. Die Forschungs- unf Entwicklungstätigkeit wird auch in diesem Bereich konsequent fortgesetzt. Die Gesellschaft ist bereit, trotz der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter in Forschungsund Entwicklungsprojekte zu investieren, um die Technologie- und Marktführerschaft mittel- und langfristig abzusichern.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten die Forschungs– und Entwicklungsaufwendungen einen historischen Höchststand mit 33,4 Mio EUR (Vorjahr 32,8 Mio EUR). Das Unternehmen beschäftigte im Jahresschnitt nunmehr rund 173 Mitarbeiter (Vorjahr: 172 Mitarbeiter) in der Forschung & Entwicklung. Die Investitionen unterstreichen die große langfristige Bedeutung des Standortes für die Unternehmensgruppe.
4. RISIKOBERICHT
Das wirtschaftliche Umfeld ist gekennzeichnet durch neue Technologien, einer deutlichen Zunahme des Wettbewerbs- und Kostendrucks sowie durch zunehmend strengere regulative Bestimmungen. Unter diesen Gegebenheiten kann ein Unternehmen nur dann erfolgreich agieren, wenn geeignete Risikomanagement-Strukturen in der Organisation implementiert sind, womit frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung getroffen werden. In dieser Hinsicht ist die Gesellschaft dem globalen Risikomanagementprozess der GE HealthCare Gruppe unterworfen, wobei die Risiken auf Unternehmensebene erkannt und auf höherer Ebene entweder kundenspezifisch, industriebezogen, regionalbezogen bzw. übergreifend diskutiert und entschieden werden.
Zusätzlich hat die GE HealthCare Konzernleitung einen dynamischen internen Kontrollprozess implementiert, der einerseits eine zuverlässige finanzielle Berichterstattung sicherstellt und andererseits auf den Vermögensschutz – einschließlich des geistigen Eigentums – abzielt. Zusätzlich verfügt die GEHC-Gruppe über eine Interne Revisionsabteilung, die sowohl Finanz-, als auch Einhalte- und Prozessprüfungen durchführt.
Die Umsatzerlöse, welche in USD erzielt werden, und die Einkäufe in diesen Währungen sind von unterschiedlicher Höhe. Zur Absicherung der daraus resultierenden Fremdwährungsrisiken wurden im Geschäftsjahr in Abstimmung mit dem globalen Risikomanagement der GE HealthCare-Gruppe derivative Finanzinstrumente zum Einsatz gebracht. Ziel hierbei war eine teilweise Reduktion des Fremdwährungsrisikos. Die den Kontrakten zugrundeliegenden Annahmen über die zu erwartenden Geldflüsse in Fremdwährung werden regelmäßig überprüft und dokumentiert.
Zipf, am 16. Juni 2025
Geschäftsführung
(Mag. Gèratđ Sqifriedsberger)
(Helmut Erlbacher, MBA)
(Harald Riedner)