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Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens:
Im Geschäftsjahr 2025 hat die Gesellschaft die Entwicklungskapazitäten und Einrichtungen weiterhin erfolgreich eingesetzt und konsolidiert.
Die Investitionsschwerpunkte lagen in der Kapazitäts- und Kompetenzerhaltung zur Entwicklung von elektrifizierten und mechatronischen Systemen (z.B. für innovative Elektro-Antriebe im Hochvoltbereich) und insbesondere im Ausbau der dafür erforderlichen Testeinrichtungen. Einen wesentlichen Anteil hatte der Aufbau eines Testraums für die Entwicklung von Powermodulen. Außerdem wurde in die Adaptierung der Montagelinie für die Produktion des bestehenden Projektes Powerline zur Effizienzsteigerung investiert. Weiters erfolgten Investitionen in präventive Arbeitsschutzmaßnahmen (zB Brandschutz, Wasserstoffarbeitsplatz, Notbeleuchtung, usw), Design, Elektronik, Simulation und Berechnung aber auch für neue Versuchsanlagen in bestehenden Prüffeldern wurde weiter investiert.
Die Schwerpunkte von Forschung und Entwicklung lagen insbesondere in der Konzeptentwicklung für neue Technologien und die Weiterführung von innovativen Lösungen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge inkl. deren Modulen/Komponenten/Systemen in den Fahrzeugen. Auch die Bereiche Methodenentwicklung, Thermalmanagement, Simulation, und die erforderlichen Kompetenzen in Elektrik/Elektronik/Mechatronik wurden weiter forciert.
Die Umsätze aus der Durchführung von Entwicklungsleistungen (Engineeringumsätze) konnten durch Fertigstellung von Aufträgen auf hohem Niveau finalisiert werden. Weiters konnte die Basisentwicklung wesentlicher Aufträge im Bereich Kabinen-, Chassis und Prüfstandsentwicklung erfolgreich abgeschlossen werden. Die Serienproduktion in 2025 konnte durch Stückzahlerhöhungen gegenüber dem Vorjahr erhöht werden. Insgesamt betrug der Umsatz im Berichtsjahr damit EUR 168,9(vgl. EUR 174,8 Mio in 2024) und lag somit um -3% leicht unter dem Niveau des Vorjahres.
Das Jahresergebnis nach Steuer war mit insgesamt EUR +10,9 Mio deutlich positiv und +68% über dem Vorjahr. Trotz einem weiteren Abbau von Personal und einer gesteigerten Effizienz, aber insbesondere auch durch die Erhöhung der Auslastung der Prüfstände kam es zu dieser hohen Ergebnissteigerung (vgl. Ergebnis Vorjahr: EUR + 6,5 Mio). Die Akquisition von Kundenprojekten für die Engineering Center Steyr Gesellschaft m.b.H. & Co KG (kurz: „ECS“) war durch Laufzeitverlängerungen und Stückzahlerhöhungen für die Serienproduktion erfolgreich, sodass der Auftragsstand zum Jahresende einen guten Stand erreicht hat; neue Großprojekte im externen Engineering konnten neben einer weiteren großen Konzernbeauftragung im Bereich der eDrive Entwicklung aber noch keine abgeschlossen werden.
Die Eigenmittelquote inkl. Investitionszuschüsse verringerte sich von 51,0 % auf 49,5%. Die fiktive Schuldentilgungsdauer betrug 3,1 Jahre (vgl. 2024: 3,9 Jahre). Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit betrug EUR +12,1 Mio (Vorjahreswert: EUR +29,8 Mio), und jener aus der Investitionstätigkeit -3,7 Mio (Vorjahr: EUR -4,9 Mio), sodass der operative Cashflow nach Investitionen EUR +8,5 Mio betrug (Vorjahreswert: +24,9 Mio) Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
Im Unternehmen sind keine Zweigniederlassungen vorhanden.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens:
Der Forecast 2026 zeigt einen leicht erhöhten Umsatz aus dem operativen Geschäft von ca. EUR 170 Mio, (WJ 2025: 168,8 Mio) wobei dieser Umsatz durch den hohen Auftragsstand in der Produktion bereits gut abgesichert ist,
im Engineering aber intensive Akquisitionsaktivitäten erfordert. Im Drittkundengeschäft werden die Geschäftsfelder Motor-, Getriebe- und Fahrzeugengineering inklusive Simulationsdienstleistungen und Software weiterhin die externen Umsätze der Gesellschaft bestimmen.
Die Konsolidierung des Engineering im Bereich von eDrive Antrieben und New Mobility Themen im Rahmen von Konzernbeauftragungen wird weiterhin ein strategischer Schwerpunkt sein und voraussichtlich zu einer stabilen Mitarbeiterbasis führen. Auf der Basis dieser Vorentwicklung und den weitergeführten Entwicklungsleistungen befindet sich die Magna Powertrain bei mehrere Großprojekte für Kunden der internationalen Automobilindustrie im eDrive Segment in der finalen Akquisitionsphase für Serienproduktion und -entwicklung.
In der Kleinserienmontage von Komponenten/Modulen im Antriebsbereich werden in 2026 insgesamt vier Produktionslinien zum Einsatz kommen. Aufgrund von Verzögerungen bei einem Kunden werden die Produktionsumsätze 2026 gegenüber 2025 nicht weiter ansteigen und auf hohem Niveau konsolidieren
Die angestrebten Ergebnisse aus dem Normalgeschäft werden weiterhin deutlich positiv sein, sodass die ECS KG im Jahr 2026 einen Jahresüberschuss von EUR +10,2 Mio erwarten kann. Zusammen mit Abschreibungen von EUR +7,6 Mio ergibt dies einen operativen Cash Flow von EUR +17,8 Mio abzgl. der Investitionen von EUR -3,4 Mio € einen positiven Cashflow total von EUR +14,4 Mio (excl. Veränderungen im Working Capital etc.).
Risikoberichterstattung:
Die Produktion konnte voll durchgeführt werden und es wird derzeit stabil im 2-Schichtbetrieb produziert. Mit Produktionsstillständen aufgrund mangelnder Teileverfügbarkeit (v.a. Elektronikkomponenten) primär auf der Kundenseite ist derzeit nicht zu rechnen, wiewohl die unsichere Weltwirtschaftslage (Ukraine, Iran, Naher Osten, Taiwan) immer wieder zu neuen Störungen führen könnte.
Im Engineering-Bereich konnten jedenfalls alle Aufträge bisher fristgerecht erledigt oder einvernehmlich mit dem Kunden verlängert werden.
Risiken bestehen weiterhin in der Konsolidierung im Automobilsektor, der zu einer Reduktion der Auftragsvergabe an Zulieferer führt. Darüber hinaus ergibt sich ein erhöhtes Risiko aus sog. Cyberangriffen, die erhebliche negative Auswirkungen für unser Unternehmen haben könnten. Wir begegnen diesem Risiko durch state of the art IT- Sicherheitsmaßnahmen.
Alle vertraglichen Verpflichtungen mit Kunden konnten bisher aber stets erfüllt werden und ausgehend von der aktuellen Planung kommt es diesbezüglich auch zu keinen vertraglichen Verletzungen, auch weil die Gesellschaft auf eine weiterhin stabile Lieferantenbasis zurückgreifen kann.
Wesentliche Forderungsausfälle sind bisher keine aufgetreten. Die weitere Entwicklung der Auftragslage bzw. der erforderliche Auftragseingang bleiben jedoch abzuwarten.
Die Einbindung im konzerneigenen Cashpool birgt gleichzeitig Chancen und Risiken. Die Risiken werden auch in diesem Zusammenhang durch einen laufenden Cash-Forecast laufend evaluiert. Aus Konzernsicht sind ausreichend Mittel vorhanden und gegebenenfalls könnte daher bei Bedarf auch ein Zugriff auf Konzernmittel über den Cashpool erfolgen. Ausgehend vom aktuellen Forecast und der eigenen finanziellen Mittel sehen wir allerdings keine Notwendigkeit für den laufenden Betrieb.
Verträge mit Kunden und Lieferanten werden größtenteils in der Hauswährung EUR abgeschlossen. Bei einzelnen wesentlichen Kundenverträgen in Fremdwährungen werden zur Absicherung Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag existieren keine derartigen Geschäfte.
Der Marktwert der flüssigen Mittel, kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der täglichen oder kurzfristigen Fälligkeit im Wesentlichen dem Buchwert. Für derartige Finanzinstrumente werden aufgrund der täglichen oder kurzfristigen Fälligkeiten keine Sicherungsgeschäfte gegen das Preisänderungsrisiko abgeschlossen.
Bei den Forderungen findet das Ausfallsrisiko durch Vornahme von Einzelwertberichtigungen Berücksichtigung.
Das Risiko betreffend Guthaben bei Kreditinstituten ist als gering anzusehen.
Die Risikokonzentration ist in Bezug auf die verbundenen Unternehmen Magna Powertrain GmbH & Co KG und Magna International Europe GmbH mit Forderungen von EUR 5,4 Mio. bzw EUR 30,3 Mio beträchtlich, ein konkretes Ausfallsrisiko wird aber von der Geschäftsführung diesbezüglich nicht gesehen.
Für das zinsbedingte Cashflow-Risiko, das als Risiko steigender Aufwands- oder -sinkender Ertragszinsen definiert ist, werden keine derivativen Finanzinstrumente abgeschlossen. Das Risiko wird jedoch als gering eingestuft,
da die Gesellschaft in ein Konzern-Cash-Pooling eingebunden ist. Folglich wird auch das Liquiditätsrisiko als gering angesehen und daher nicht gesondert abgesichert.
Neben den allgemeinen Risken wie der Entwicklung von Rohstoff- oder Energiepreisen, kollektivvertraglichen Lohnsteigerungen und der Änderung von gesetzlichen Rahmenbedingungen, die insgesamt als eher gering gesehen werden, muss v.a. das Einzelprojektrisiko größerer Entwicklungsprojekte laufend erhoben, bewertet und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen im Projektmanagement minimiert werden.
Umwelt:
Die Gesellschaft konnte im Jahr 2025 die erfolgreiche Zertifizierung nach dem Standard ISO 14001/45001 wiederholt bestätigen, das Thema Umwelt wird demnach auch in den Folgejahren einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmenspolitik bilden (MAGNA-interne Auditierung etc.).
Seit 2025 ist die ECS KG CO2 neutral.
Arbeitnehmerbelange:
Die Arbeitssicherheit bildet einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmenspolitik. Die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems nach IATF 16949 bzw. ISO 9001/14001/45001 im Jahr 2025 ebenfalls neuerlich bestätigt. Die TISAX Zertifizierung (IS-Standard der deutschen Automobilindustrie) zur Absicherung der Informationssicherheit (IS) im Unternehmen wurde in 2024 bestätigt und die Verlängerung des Zertifikates für 3 weitere Jahre erreicht.
Dr. GernotSteinmair
St. Valentin, am 29.05.2026