Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftliches Umfeld
Die österreichische Bauwirtschaft war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von einer verhaltenen konjunkturellen Entwicklung geprägt. Die reale Bauleistung entwickelte sich im Jahresvergleich leicht rückläufig und lag bei rund –0,5 %, wobei sich im Jahresverlauf eine Stabilisierungstendenz abzeichnete.
Insbesondere der Hochbau, und hier vor allem der Wohnbau, verzeichnete einen weiteren Rückgang. Die Bauleistung im Wohnbausegment reduzierte sich um etwa –1,5 % bis –2,0 %, bedingt durch ein weiterhin erhöhtes Zinsniveau, gestiegene Baukosten sowie eine zurückhaltende Nachfrage nach Neubauprojekten. Dies führte zu Projektverschiebungen und einer insgesamt reduzierten Bautätigkeit.
Der Tiefbau entwickelte sich hingegen vergleichsweise stabil und konnte teilweise leicht zulegen (rund +1 %), gestützt durch laufende Infrastrukturmaßnahmen. Diese Entwicklung war jedoch nicht ausreichend, um die rückläufige Dynamik im Hochbau vollständig auszugleichen.
Die Kostensituation blieb angespannt. Während die Baukosten weiterhin auf erhöhtem Niveau lagen, entwickelte sich die Preisdynamik bei Bauleistungen moderater, wodurch sich ein anhaltender Margendruck entlang der Wertschöpfungskette ergab.
Für den Stahlhandel, insbesondere im Bereich Betonstahl, resultierte daraus ein insgesamt gedämpftes Marktumfeld, da die Nachfrage maßgeblich vom Wohnbau abhängt.
2. Bericht über die Zweigniederlassungen
Sitz der Gesellschaft:
- 4030 Linz, Lunzerstraße 105
Verkaufsabteilungen:
- 2512 Traiskirchen, Handelsstraße 3; - 8020 Graz, Waagner-Biro-Straße 47; - 9020 Klagenfurt, Thomas-Bohrer-Straße 11; - 3100 St. Pölten, Gutenbergstraße 18;
Lager:
- 2512 Traiskirchen, Handelsstraße 3; - 9020 Klagenfurt, Thomas-Bohrer-Straße 11; - 3100 St. Pölten, Gutenbergstraße 18;
3. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
3.1. Geschäftsverlauf
Im Februar 2025 kam es zu einem Wechsel in der Unternehmensführung.
Die Geschäftsentwicklung der European Staal Neptun GmbH war im Geschäftsjahr 2025 wesentlich durch die anhaltend schwache Baukonjunktur geprägt.
Insbesondere die Nachfrage im Bereich Betonstahl entwickelte sich im Zuge des rückläufigen Wohnbaus unterdurchschnittlich. Projektverschiebungen sowie eine insgesamt geringere Neubautätigkeit führten zu reduzierten Absatzmengen und verzögerten Abrufen. Auch die teilweise stabilere Entwicklung im Tiefbau konnte diese Effekte nicht vollständig kompensieren.
Der Wettbewerb im Stahlhandel blieb im gesamten Geschäftsjahr intensiv. In Verbindung mit einem weiterhin erhöhten Kostenniveau und eingeschränkten Möglichkeiten zur Weitergabe von Preissteigerungen ergab sich eine angespannte Margensituation.
Das Geschäftsjahr war darüber hinaus durch eine erhöhte Volatilität in den Kundenabrufen sowie durch eine eingeschränkte Planungssicherheit geprägt, was erhöhte Anforderungen an Disposition und Lagersteuerung stellte.
Ab dem dritten Quartal, insbesondere ab September 2025, zeigte sich eine spürbare Stabilisierung der Geschäftsentwicklung. In den letzten Monaten des Geschäftsjahres konnten wiederholt positive Monatsergebnisse erzielt werden. Diese Entwicklung ist insbesondere auf eine verbesserte Auftragslage sowie auf eine erhöhte Marktdynamik zum Jahresende zurückzuführen.
Insgesamt reflektiert der Geschäftsverlauf des Jahres 2025 damit ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld mit einer im zweiten Halbjahr einsetzenden Stabilisierungstendenz.
3.2. Beteiligungen
Aufgrund der gesunkenen Produktion der Tochtergesellschaft European Staal zimmermann GmbH schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem leicht negativen Ergebnis ab.
Um Synergien bestmöglich nutzen zu können, ist für das Jahr 2026 die Verschmelzung mit European Staal Neptun GmbH geplant.
3.3. Kennzahlen
1.
Kennzahlen zur Ertragslage
1.1.
2. Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Earnings before Interest and Tax – EBIT) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Werte in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Delta | Delta in % | |
| Ergebnis vor Steuern | 351 | -2.265 | 2.616 | -116% | |
| + Zinsen und ähnliche Aufwendungen gem. § 231 Abs 2 Z 15 bzw. Abs 3 Z 14 UGB | 46 | 67 | -21 | -31% | |
| = Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 397 | -2.199 | 2.596 | -118% | |
| 1.2. Kapitalrentabilität | |||||
| 1.2.1 Gesamtkapitalrentabilität (Return on Invenstment - ROl) | |||||
| Werte in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Delta | Delta in % | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 397 | -2.199 | 2.596 | -118% | |
| / Gesamtkapital | 16.786 | 16.211 | 574 | 4% | |
| = Umsatzrentabilität | 2,37% | -13,56% | 15,93% | -117% | |
| 2.1. Nettoverschuldung (Net Debt) | |||||
| Werte in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Delta | Delta in | % |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 0 | 0 | 0% | |
| Rückstellungen für Abfertigungen | 299 | 285 | 15 | 5% | |
| Rückstellungen für Pensionen | 632 | 749 | -118 | -16% | |
| Rückstellungen für Jubiläumsgelder | 155 | 149 | 6 | 4% | |
| Summe verzinsliches Fremdkapital | 1.087 | 1.184 | -97 | -8% | |
| – flüssige Mittel | -1.740 | -1.195 | -545 | 46% | |
| = Nettoverschuldung | -653 | -11 | -642 | 5836% | |
| 2.2. Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | |||||
| Werte in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Delta | Delta in | % |
| Umlaufvermögen | 15.578 | 15.364 | 214 | 1% | |
| + kurzfristige aktive Rechnungsabgrenzungsposten | 155 | 8 | 146 | 1825% | |
| = kurzfristiges Umlaufvermögen | 15.733 | 15.372 | 361 | 2% | |
| – kurzfristiges Fremdkapital | 2.620 | 1.604 | 1.016 | 63% | |
| = Nettoumlaufvermögen | 13.113 | 13.768 | -656 | -5% | |
| 2.3. Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | |||||
| Werte in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Delta | Delta in | % |
| Eigenkapital | 12.021 | 11.731 | 290 | 2% | |
| / Gesamtkapital | 16.786 | 16.211 | 574 | 4% | |
| = Eigenkapitalquote | 71,61% | 72,36% | -0,75% | -1% | |
| 2.4. Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | |||||
| Werte in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Delta | Delta in | % |
| Nettoverschuldung | -653 | -11 | -642 | 5836% | |
| / Eigenkapital | 12.021 | 11.731 | 290 | 2% | |
| = Nettoverschuldungsgrad | -5,44% | -0,10% | -5,34% | 5340% | |
| Cash-flow-Kennzahlen 3. | |||||
| Werte in TEUR | 31.12.2025 | 31.12.2024 | Delta | Delta in % | |
| Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 720 | -3.746 | -3.026 | 81% | |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -175 | -16 | -159 | 994% | |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 0 | -356 | 356 | -100% | |
| zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 545 | -4.118 | -3.573 | 87% | |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 1.195 | 5.313 | -4.118 | -78% | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 1.740 | 1.195 | 545 | 46% | |
4. Mitarbeiter
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2025 betrug insgesamt 32 (Vorjahr: 29), davon 10 (Vorjahr: 9) Arbeiter, 22 (Vorjahr: 20) Angestellte.
Im Arbeiterbereich ist eine Person in Klagenfurt geringfügig als Reinigungskraft beschäftigt; alle anderen Arbeiter sind vollzeitbeschäftigt. Im Angestelltenbereich sind 21 (Vorjahr: 18) Personen vollzeitbeschäftigt und 1 (Vorjahr: 2) Person ist teilzeitbeschäftigt.
Unter Berücksichtigung des Beschäftigungsgrades errechnet sich ein durchschnittlicher Mitarbeiterstand von 30,53 (Vorjahr: 28,22) Personen.
5. Forschung und Entwicklung
Als Handelsunternehmen betreibt die European Staal Neptun GmbH keine Forschung und Entwicklung.
6. Risikomanagement
Die European Staal Neptun GmbH betreibt ein operatives Risikomanagementsystem. Durch die Leiter der einzelnen Organisationseinheiten (Einkauf/Verkauf, Lager, Finanz/Controlling, Personal, Recht) werden regelmäßig, u.a. mit Hilfe von Checklisten bzw. entsprechenden aktuellen Vorfällen, Risiken identifiziert. Die identifizierten Risiken werden in geeigneter Form dokumentiert, um mittels geeigneter Maßnahmen die Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. die Schadenshöhe zu reduzieren. Regelmäßiges Reporting durch die Bereichsleiter im Führungskreis und bei den Aufsichtsgremien soll die Integration im Unternehmen sicherstellen.
Berichterstattung zu Finanzinstrumenten:
Risikomanagementziele und -methoden zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken, sowie Preisänderungs-, Ausfalls-, Liquiditäts- und Cashflow-Risiken.
• Liquiditätsrisiko
Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine exakte Finanzplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Zudem wird wöchentlich eine Liquiditätsvorschau durchgeführt. Die Liquiditätsplanung zeigt, dass für den Fortbestand des Unternehmens nach Aufstellung der neuen Finanzierungslinie ausreichend Liquidität vorhanden ist.
• Bonitätsrisiko
Der Forderungsbereich ist für ein Handelsunternehmen einer der wesentlichen Posten im Jahresabschluss, weshalb durch Maßnahmen das Ausfallsrisiko von Kundenforderungen minimiert werden muss. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitgehend abgesichert.
• Bestandsrisiken
Die Ergebnisse der letzten Jahre haben zu einer sehr komfortablen Eigenkapitalbasis des Unternehmens geführt, die den Fortbestand des Unternehmens auch im Falle unerwarteter Krisen sichert.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
7. Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2026 wird in der österreichischen Bauwirtschaft eine moderate Erholung mit leicht steigender Bauleistung im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet. Während der Hochbau, insbesondere der Wohnbau, weiterhin verhalten bleibt, wird von einer schrittweisen Stabilisierung im Jahresverlauf ausgegangen. Der Tiefbau dürfte weiterhin stützend wirken.
Vor diesem Hintergrund geht die European Staal Neptun GmbH – aufbauend auf der bereits im zweiten Halbjahr 2025 eingetretenen Stabilisierung und den zuletzt erzielten positiven Monatsergebnissen – für 2026 von einer insgesamt moderat positiven Geschäftsentwicklung aus. Erwartet wird eine leichte Belebung der Nachfrage, insbesondere im Projektgeschäft, sowie eine sukzessive Verbesserung der Auslastung. Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine konsequente Vertriebssteuerung und eine weiterhin flexible Lager- und Bestandsbewirtschaftung.
Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2026 eine schrittweise Verbesserung von Umsatz und Ergebnis erwartet, bei weiterhin bestehenden, jedoch rückläufigen Marktunsicherheiten.
Linz, am 30. März 2026
Der Geschäftsführer
Karl-Heinz Sebian
Kart Heinz Sebian