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Lagebericht 2025

MAGNA Presstec GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 26. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

MAGNA Presstec GmbH LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2025

Lage des Unternehmens

Die seinerzeitige MAGNA Presstec Autozubehör Ges.m.b.H. wurde 1989 als Joint Venture zwischen dem Magna-Konzern und der Voest Alpine Stahl Linz Ges.m.b.H. ins Leben gerufen. 2001 ist daraus die MAGNA Presstec AG entstanden, welche mit Hauptversammlungsbeschluss vom 23. September 2015 in die MAGNA Presstec GmbH umgewandelt wurde. Operativ ist die MAGNA Presstec GmbH innerhalb des Magna-Konzerns der Cosma International angegliedert. Zu Cosma zählen weltweite Standorte, die Karosserie- und Fahrwerkssysteme für die Automobilindustrie entwickeln und produzieren.

Neben Volkswagen und BMW als Hauptkunden werden bekannte Automobilhersteller wie Mercedes, Audi, Porsche, Seat, Skoda, Stellantis und Volvo beliefert. Durch ständige Verbesserungen und Veränderungen zählt die MAGNA Presstec GmbH heute zum engeren Kreis der Lieferanten, die von der Automobilindustrie bereits in der Entwicklungsphase mit einbezogen werden. Das Produktspektrum hat sich im Laufe der Zeit vom einfachen Pressteil zu intelligenten Produkten hin entwickelt. Heute wird der Hauptanteil des Umsatzes mit komplexen Schweißkomponenten und Montagebaugruppen erzielt.

Einen jüngeren Meilenstein in der Geschichte der MAGNA Presstec GmbH stellen Achsträger aus Stahl und Aluminium sowie Lenker im Fahrwerksbereich dar. Schon vor Jahren wurde mit der Entwicklung solcher Komponenten begonnen, welche mittlerweile erfolgreich in der Serie eingesetzt werden.

Neben Pressen mit einer Presskraft von 100 bis 1600 Tonnen besteht der Maschinenpark aus in Robotersysteme integrierte Impuls-, MAG- und Punktschweißanlagen sowie Niet- und Klebeanlagen. Die Fertigung in Weiz erfolgt in zwei Werken mit einer Gesamtfläche von ca. 40.000 m². Diese Immobilien befinden sich größtenteils im Besitz der Granite Austria GmbH. Die Fertigung in Lebring erfolgt auf einer Gesamtfläche von ca. 15.000 m². Diese Immobilien befinden sich im Besitz der Griffner Pulverbeschichtungsgesellschaft m.b.H..

Das abgelaufene Geschäftsjahr

Für 2025 konnte ein reduziertes Produktionsvolumen festgestellt werden, wodurch im Gesamtjahr 2025 ein Rückgang des Produktionsumsatzes im Vergleich zum Vorjahr um 6% verzeichnet wurde.

Der Umsatz mit Entwicklungs- und Werkzeugprojekten 2025 hat sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls reduziert. Neue Projekte befinden sich zudem in der Entwicklungsphase und werden in den folgenden Jahren in die Serienproduktion übergehen.

Beschaffungsmarktseitig sind die Rohmaterialpreise im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Allerdings wurden die lieferantenseitigen Preissenkungen auch an die Kunden weitergegeben.

Die Energiepreise sind im Jahr 2025 weitgehend stabil und befanden sich annähernd auf dem Preisniveau des Vorjahres.

Die Audits für die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems nach IATF 16949, für das Umweltsystem nach ISO 14001 und das Sicherheitsmanagement-System nach ISO 45001

konnten ohne Abweichungen abgeschlossen und die Zertifikate entsprechend verlängert werden.

Die MAGNA Presstec GmbH hat im Jahr 2025 keine Zweigniederlassungen unterhalten.

Die MAGNA Presstec GmbH hält jeweils 100% Beteiligungen an der Magna Exteriors (Bohemia) s.r.o., der Magna Cartech spol.s.r.o., der Slomatec s.r.o. und der Formpol Sp.z.o.o.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Durch die laufende Geschäftstätigkeit wurde ein positives Ergebnis vor Steuern von € 121.361.772,21 (VJ T€ 125.286) erwirtschaftet. Daraus ergab sich ein Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit in der Höhe von € 61.932.888,61 (VJ T€ 13.314). Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich auf € 106.794.424,51 (VJ T€ € -6.941). Der Netto- Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2025 € -112.471.314,03 (VJ T€ -2.543).

Grundsätzlich ist die Finanzierung durch die Teilnahme am Magna Cashpool gesichert.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse betrugen in 2025 € 346.764.551,78 (VJ T€ 384.053).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich in 2025 auf € 123.438.687,11 (VJ T€ 127.830).

EBIT = Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand

Die Umsatzrentabilität (Return on Sales – ROS) betrug in 2025 35,60% (VJ 33,28%)

ROS = Betriebserfolg / Umsatzerlöse

Innerhalb des Magna-Konzerns stellt der Return on funds employed (ROFE) die wichtigste Kapitalrentabilitätskennzahl dar. Diese Kennzahl verbindet das erzielte Ergebnis mit dem eingesetzten Kapital. Der ROFE belief sich in 2025 auf 10,83% (VJ 8,90%)

ROFE = Betriebserfolg / (Nettoumlaufvermögen + Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagen)

Weiters wurde in 2025 eine Eigenkapitalrentabilität in Höhe von 55,05% (VJ 58,74%) erzielt Eigenkapitalrentabilität = Ergebnis vor Steuern / Eigenkapital

Die Gesamtkapitalrentabilität betrug in 2025 34,59% (VJ 37,80%)

Gesamtkapitalrentabilität = EBIT / Bilanzsumme

Vermögens- und Finanzlage

Mit flüssigen Mitteln in der Höhe von € 60.877.359,96 (VJ T€ 4.621) und einem verzinslichen Fremdkapital in der Höhe von € 59.379.110,64 (31.12.2024: T€ 60.454) belief sich die Nettoverschuldung in 2025 auf € 1.498.249,032 (VJ T€ -55.832). Die flüssigen Mitteln betreffen Cashpool Forderungen.

Nettoverschuldung = verzinsliches Fremdkapital – flüssige Mittel

Das kurzfristige Nettovermögen betrug in 2025 € 154.791.941,01 (VJ T€ 141.182).

Kurzfristiges Nettovermögen = Umlaufvermögen + aktive Rechnungsabgrenzungsposten – kurzfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Rückstellungen.

Die Eigenkapitalquote belief sich in 2025 auf 61,77% (VJ 63,07%)

Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Bilanzsumme.

Investitionen

Als Maßstab für die Investitionstätigkeit werden die Anlagenzugänge dem EBITDA (Earnings before interests, taxes, depreciation and amortization) gegenübergestellt. Die Zugänge 2025 betrugen € 3.635.331,13 (VJ T€ 6.941) und betrafen im Sachanlagevermögen im Wesentlichen Zugänge für neue Schweißanlagen und im immateriellen Anlagevermögen Zugänge für neue ERP Software. Die Summe der Zugänge dividiert durch das EBITDA in Höhe von € 135.226.879,29 (VJ T€ 137.437) = 2,69% (VJ 5,05%). Im EBITDA sind Dividendenerträge in Höhe von € 100.000.000,00 (VJ T€ 110.035) enthalten.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die MAGNA Presstec GmbH hat im Jahr 1996 das Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 und im Jahr 2001 das Arbeitssicherheitsmanagementsystem eingeführt. In diesen Systemen werden in geregelten Abläufen sicherheits- und umweltrelevante Ziele und Programme erstellt und abgearbeitet. Darüber hinaus werden konzernintern durch die Magna Services International die Sicherheits- und Umweltbelange jährlich auditiert.

Die Mitarbeiter/innen sind der Schlüssel zum Erfolg. Die MAGNA Presstec GmbH sieht eine Hauptaufgabe in der konsequenten, effektiven und nachhaltigen Personalentwicklung. Für Ausbildung und Schulungen der 745 (VJ 826) vollzeitäquivalenten Fixmitarbeiter/innen wurden 2025 € 262.669,43 (VJ T€ 318) aufgewendet.

Die MAGNA Presstec GmbH ist zur Einhaltung der Magna Mitarbeiter Charta verpflichtet, in der u.a. die Sicherung des Arbeitsplatzes, Sicherheit am Arbeitsplatz, Fairness, Gleichbehandlung, Kommunikation/Information, marktgerechte Entlohnung, Mitarbeiterbeteiligung, eine europaweite und eine internationale Mitarbeiterhotline geregelt sind. Der Zufriedenheitsgrad der Mitarbeiter/innen wird mittels des jährlich anonym durchgeführten Meinungsspiegels erhoben. Daraus abgeleitet werden Detailprogramme, um den Zufriedenheitsgrad ständig weiter zu verbessern.

Risikomanagement

Die MAGNA Presstec GmbH ist im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeiten einer Reihe von unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Generell definiert das Unternehmen Risiko als Abweichung von festgelegten Unternehmenszielen (klassische Definition) bzw. als Entgang von potenziellem Gewinn.

Grundsätzlich lassen sich die für das Unternehmen relevanten Risiken in folgende vier Kategorien einteilen:

 Markt- und Geschäftsrisiken: z.B. Markteintritt neuer Mitbewerber, Preiskurve, Beschaffungs-, Produktions- und Investitionsrisiken, Rohstoffpreise etc.  Personalrisiken: Betriebliche Altersvorsorge, Fluktuation, Krankheit, etc.  Finanzrisiken: Fremdwährungsrisiken, Finanzierungsrisiken  Andere Risiken: z.B. rechtliche Risiken oder Umweltrisiken

Auf Grundlage der heute bekannten Informationen bestehen bei der MAGNA Presstec GmbH keine den Bestand des Unternehmens gefährdende Einzelrisiken, welche die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage entscheidend belasten könnten. Den maßgeblichen Risiken, denen die MAGNA Presstec GmbH ausgesetzt ist, wird mit einer Reihe kontinuierlich angepasster Absicherungsmaßnahmen Rechnung getragen.

Markt- und Geschäftsrisiken

Es ist eine Usance der Automobilindustrie, dass Verträge nur zu Festpreisen abgeschlossen werden. Man geht davon aus, dass Kostensteigerungen vom Zulieferer durch Einsparungen und Rationalisierungsmaßnahmen abgefedert werden können. Andererseits ist die Stahlindustrie kaum zur Vereinbarung von Festpreisen bereit. Kommt es nun zu einer signifikanten Kostenerhöhung, gerät der Automobilzulieferer zwischen die Fronten und es sind schwere Verhandlungen zu führen, damit alle Mehrkosten vom Kunden vergütet werden, was nicht garantiert werden kann.

Ein ähnliches Risiko besteht bei Veränderungen des Verkaufspreises für den Stanzschrott, der je nach Weltwirtschaftslage starken Schwankungen unterliegt. Der Verkauf des Stanzschrottes ist eine wesentliche Komponente in der Ergebnis/Kosten-Struktur. Sinkt der Schrottpreis und kann die Auswirkung nicht in den Kundenpreis umgelegt werden, führt das zu empfindlichen Ergebniseinbußen.

Ein weiteres Risiko stellen neben den jährlich fixen Preisnachlässen, die in der Branche üblichen „pay to play“ Rabatte dar, die vom Kunden bei Auftragsvergabe mehr oder weniger diktiert werden.

Um etwaige beschaffungsmarktseitige Risiken der Materialversorgung im speziellen von Aluminiumblechen zu minimieren, wurden längerfristige Abnahmeverträge ausverhandelt.

Der langfristige Auftragsstand der MAGNA Presstec GmbH ist ausreichend abgesichert. Der Planumsatz 2026 ist zu 100 %, 2027 zu 98 % und 2028 zu 95 % im Auftragsbestand abgedeckt. Das Absatzrisiko ist also unter Vernachlässigung der Entwicklung der Weltwirtschaftsrisiken als gering zu bewerten.

Personalrisiken

Aufgrund des laufend steigenden Durchschnittsalters der Mitarbeiter wird besonders auf die Gesundheitsförderung geachtet. Dazu werden verschiedene Programme wie Ergonomie am Arbeitsplatz, Förderung von Betriebssportaktivitäten,... implementiert. Diese tragen neben der Gesundheitsförderung letztendlich auch indirekt zur Motivation und Leistungssteigerung der Mitarbeiter bei.

Um die Krankenstandsrate möglichst gering zu halten, werden in Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin und der Betriebspsychologin Krankenstandsrückkehrgespräche geführt, um Rückschlüsse auf krankheitsfördernde Umgebungsbedingungen ziehen zu können.

Finanzrisiken

Die Finanzrisiken, denen die MAGNA Presstec GmbH ausgesetzt ist, können als gering angesehen werden:

 Forderungen und Verbindlichkeiten bestehen fast ausschließlich nur in EURO, womit Währungsrisiken ausgeschlossen sind.

 Bei den Forderungen ist das Ausfallsrisiko durch Vornahme von Einzelwertberichtigungen weitgehend abgedeckt.  Auch das Zinssatzrisiko ist überschaubar, zumal die langfristige Fremdfinanzierung der MAGNA Presstec GmbH über fix verzinste konzerninterne Darlehen erfolgt.  Durch die Teilnahme am Magna Cash-Pooling ist auch das Liquiditätsrisiko als gering zu betrachten.

Es existieren keine derivativen Finanzinstrumente.

Andere Risiken

Umwelt- oder rechtliche Risken sind aufgrund der Art der Fertigung von untergeordneter Bedeutung. Trotzdem werden sie laufend beobachtet, analysiert und bewertet.

Da Magna International Inc. an der New Yorker Börse notiert ist, sind alle Konzernmitglieder verpflichtet, ein internes Kontrollsystem gemäß dem Sarbanes-Oxley-Gesetz zu unterhalten. Sinn ist die Früherkennung von Risiken, Risikobewertung, Dokumentation der risikorelevanten Prozesse und Prüfschritte sowie die laufende Prüfung der formalen und operativen Funktionsfähigkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems.

Forschung und Entwicklung

Im Bereich der Forschung und Entwicklung wird die MAGNA Presstec GmbH weiterhin den Schwerpunkt auf die Gewindetubentechnologie für hochfeste Verbindungen einerseits und auf Achskomponenten aus Stahl und Aluminium andererseits legen. Die MAGNA Presstec GmbH kann sich auf Grund der Erfolge auf diesen Gebieten eines hohen Bekanntheitsgrades in der Automobilindustrie erfreuen. Es bestehen Forschungskooperationen mit dem Frank Stronach Institut an der TU Graz und der COSMA Engineering Europe GmbH.

Prognosebericht

Für 2026 kann ein reduziertes Produktionsvolumen festgestellt werden, wodurch im Gesamtjahr 2026 ein leichter Rückgang des Produktionsumsatzes im Vergleich zum Plan erwartet wird.

Im Jahr 2026 kann im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzanstieg der Entwicklungs- und Werkzeugprojekte erwartet werden. Neue Projekte befinden sich zudem in der Entwicklungsphase und werden in den folgenden Jahren in die Serienproduktion übergehen. Die Energiepreise befinden sich im Jahr 2026 annähernd auf dem Vorjahresniveau. Die Rohmaterialpreise sind im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Der im Jahr 2026 aufgetretene Nachostkonflikt hat derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung. Die weitere Entwicklung wird fortlaufend verfolgt, um auf mögliche Änderungen der Rahmenbedingungen unverzüglich reagieren zu können.

Organisatorisch wird sich die MAGNA Presstec GmbH den sich laufend ändernden Rahmenbedingungen des Marktes stellen und die Organisation entsprechend ausrichten. Durch diese sich ändernden Strukturen sollen Abläufe optimiert und vereinfacht werden, um immer am Puls der Zeit zu bleiben.

Eines der von Frank Stronach, dem Gründer des Magna-Konzerns, formulierten Ziele ist es, "ein besseres Produkt zu einem besseren Preis zu schaffen". Die MAGNA Presstec GmbH ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Unternehmen durch kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen sehr gut in der Lage ist, dem Preisdruck in der Branche zu begegnen und sich auf dem Markt zu behaupten. Das immer im Bewusstsein, dass der Erfolg zum größten Teil einer gut motivierten und routinierten Belegschaft zu verdanken ist.

Weiz, am 26.06.2026

Thomas Wurzwaller

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