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Lagebericht 2024/25

BRP-Rotax GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Jän. 2025 · Eingereicht am 30. Okt. 2025

Inhaltsverzeichnis

BRP-Rotax GmbH & Co KG Rotaxstraßše 1 A-4623 Gunskirchen, Austria T: +43 7246 6010 F: +43 7246 6370 www.brp.com www.rotax.com Firmenbuch-Nr.: 217491s Landesgericht Wels UID-Nr.: ATU53018309 DVR: 0381080 OBERBANK, BLZ 15130 Konto 283-0701/00 IBAN AT70 1513 0002 8307 0100 SWIFT: OBKLAT2L

1. ÜBERBLICK

Die BRP-Rotax GmbH & Co KG ist eine 100 % Tochter der BRP Holdings (Austria) GmbH, während die BRP-Powertrain Management GmbH als Arbeitsgesellschafterin fungiert.

Die Produktion erfolgt an zwei Standorten in Gunskirchen, Österreich und Querétaro, Mexiko.

2. ERLÄUTERUNGEN ZUR VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

Ertragslage

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 verringerte sich um 18,6 % auf 1.061,3 Mio. EUR (VJ: 1.303,3 Mio. EUR).

Die Gesellschaft war zum überwiegenden Teil – und zwar in Höhe von 88,0 % (VJ: 90,8 %) des Umsatzes – für den BRP-Konzern tätig. Die Umsätze mit der BRP-Gruppe betreffen die Lieferung von Motoren für Schneeschlitten, Boote, All-Terrain-Vehicles, Side-by-Side-Vehicles und Roadster.

Der konzernexterne Umsatz entspricht 12,0 % vom Gesamtumsatz und entfiel im Wesentlichen auf Ultraleichtflug- und Kartmotoren. Die RPS (Rotax Propulsion Systems) Umsätze erfuhren gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 6,4 % (im Jahr davor einen Anstieg von 13,7 %).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Ski-Doo
Lynx
Sea-Doo
Evinrudə
Rotax
Can-Am

Die Exportquote betrug 99,52 % (VJ: 99,64 %).

Umsatzentwicklung des Unternehmens (in Mio. EUR):

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
1.400
1.300
1.200
O Außenumsätze gesamt 1.100• davon Konzernumsätze
1.000
900
800
700
600
500
400
300
200
100 -
0
2014/152015/162016/172017/182018/192019/202020/212021/222022/232023/242024/25

Der Jahresüberschuss liegt mit 91,7 Mio. EUR (VJ: 112,6 Mio. EUR) unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Das Betriebsergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr um 23,4 Mio. EUR von 120,4 Mio. EUR auf 97,0 Mio. EUR. Das niedrigere Ergebnis ist vor allem auf die niedrigeren Umsätze des Geschäftsjahres zurückzuführen.

Der Rückgang des Ergebnisses spiegelt sich auch in den Rentabilitätskennzahlen wider, die im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2024/252023/24
Umsatzrentabilität (Return on Sales)9,1 %9,2 %
(Betriebsergebnis zu Umsatzerlöse)
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity)40,4 %47,6%
(Jahresüberschuss zu durchschnittlichem Eigenkapital ohne
Investitionszuschüsse)
Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investments)13,3 %16,4 %
(Betriebsergebnis zu durchschnittlichem Gesamtkapital)

Vermögens- und Finanzlage

Das Nettoumlaufvermögen (= kurzfristiges Umlaufvermögen einschließlich aktive Rechnungsabgrenzungen minus kurzfristiges Fremdkapital) beträgt zum Bilanzstichtag 14,2 Mio. EUR (VJ: 82,7 Mio. EUR).

Veränderungen der Bilanzpositionen

Das Anlagevermögen ist vorwiegend aufgrund von niedrigeren Investitionen und den höheren Abschreibungen (inkl. außerplanmäßiger Abschreibung) im Vergleich zum Vorjahr von 352,9 Mio. EUR um 7,4 Mio. EUR (VJ: +32,7 Mio. EUR) auf 345,5 Mio. EUR bzw. um 2,1 % (VJ: +10,2 %) gesunken.

Das Umlaufvermögen ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 % (VJ: -12,7 %) gestiegen. Der Anstieg von 15,1 Mio. EUR ist vor allem durch folgende Sachverhalte begründet:

• Anstieg der konzerninternen Forderungen um 15,9 Mio. EUR, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 2,7 Mio. EUR sowie der sonstigen Forderungen um 5,4 Mio. EUR • kompensiert durch den Rückgang des Vorratsvermögens um 4,3 Mio. EUR: o Die unfertigen Erzeugnisse (-5,3 Mio. EUR) und fertigen Erzeugnisse und Waren (-7,1 Mio. EUR) sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. o Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (+3,4 Mio. EUR) sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Die Eigenkapitalquote zum Stichtag 31.01.2025 beläuft sich auf 27,6 % (VJ: 34,7 %).

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote1 entsprechend der Berechnung der AWS- Garantieerklärung (P1603070-KMG04 vom 31.12.2016 + Präzisierung der Auslegung der Ausschüttungsbeschränkung vom 03.11.2022) beläuft sich auf 35,7 % (VJ: 34,3 %).

Die Rückstellungen und die Verbindlichkeiten des Unternehmens sind im Geschäftsjahr 2024/2025 um 11,8 % von 472,3 Mio. EUR auf 528,2 Mio. EUR gestiegen (VJ: -9,8 %).

1 Verhältnis von Eigenkapital (§223 Abs 3A UGB) zuzüglich allfälligen eigenkapitalähnlichen konditionierten Finanzierungsmittel und dem Gesamtkapital (§224 Abs 3 UGB) vermindert um die nach § 225 Abs 6 UGB von den Vorräten absetzbaren erhaltenen Anzahlungen und vermindert um den absoluten Betrag des Saldos aus den Forderungen aus Cash-Pooling minus den Verbindlichkeiten aus Cash-pooling. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote errechnet sich aus dem Durchschnitt aus der Eigenmittelquote zum Ende des Geschäftsjahres und der Eigenmittelquote zum Jahresende des vergangenen Geschäftsjahres.

Wesentliche Gründe hierfür ist der Anstieg der Rückstellungen um 7,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich erhöhten sich die Verbindlichkeiten um rund 48,4 Mio. EUR:

o Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind um 96,1 Mio. EUR gestiegen, was vor allem aus dem Anstieg der Cash-Pool-Verbindlichkeiten resultiert o kompensiert durch:

o Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 25,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr gesunken, was vor allem auf das niedrigere Einkaufsvolumen zurückzuführen ist. o Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind um 22,9 Mio. EUR gesunken (durch die Rückzahlung der regulären Tilgungen aufgrund von Rückzahlungsplänen von sonstigen Kreditverbindlichkeiten).

Aus den obigen Ausführungen erklärt sich auch der Anstieg der Nettoverschuldung (verzinsliches Fremdkapital2minus flüssige Mittel)3 von 247,0 Mio. EUR auf 315,0 Mio. EUR. Das Gearing (Nettoverschuldung zu Eigenkapital) steigt von 0,98 auf 1,56.

² Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Rückstellungen für Abfertigungen, für Pensionen, für Jubiläumsgelder und für Altersteilzeit, sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling.

3 Wertpapiere des Anlagevermögens werden von den Pensionsrückstellungen in Abzug gebracht, da diese zur Deckung der Pensionsrückstellung dienen, die als verzinslich in die Schulden einbezogen sind.

Cash-flow-Kennzahlend

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
2024/252023/24
Mio. EURMio. EUR
Nettogeldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit154,5227,5
Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit-80,3-103,6
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-171,0-130,2
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes-96,8-6,3
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode *)-46,8-40,5
Finanzmittelbestand am Ende der Periode *)-143,6-46,8

*) Im Sinne einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise wurden die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber dem Konzern-Cashpool in Höhe von -144,2 Mio. EUR (VJ: -47,6 Mio. EUR) im Finanzmittelbestand mitberücksichtigt.

Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit verringerte sich vor allem durch den gesunkenen Jahresüberschuss, die Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und durch den Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr auf 149,9 Mio. EUR.

Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 75,7 Mio. EUR (VJ: 103,6 Mio. EUR) wurde vorwiegend von Investitionen in das Anlagevermögen sowie von Finanzierungen gegenüber einem Lieferanten in Höhe von 4,6 Mio. EUR (VJ: 5,5 Mio. EUR) geprägt.

Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung (Tilgung und Neuaufnahme) der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Eine Gewinnverteilung an die Kommanditistin erfolgte im aktuellen Wirtschaftsjahr in Höhe von 141,7 Mio. EUR (VJ: 83,1 Mio. EUR).

* Die Berechnung erfolgte nach KFS/BW 2.

3. PERSONAL

Der durchschnittliche Personalstand sank von 1.384 im Geschäftsjahr 2023/2024 auf 1.382 Mitarbeiterlnnen im Geschäftsjahr 2024/2025 (ohne Berücksichtigung des Fremdpersonals).

Es wurde keine Einmalzahlung basierend auf dem Ergebnis des Wirtschaftsjahres 2023/2024 geleistet.

Für die erfolgreiche Bewältigung der Aufgaben im vergangenen Jahr waren Einsatzbereitschaft, Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiterlnnen und der Belegschaftsvertreterlnnen eine wesentliche Voraussetzung.

An dieser Stelle möchte die Geschäftsführung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistungen und ihre Einsatzbereitschaft danken.

4. RISIKOMANAGEMENT

Die wesentlichen Risiken des Unternehmens liegen im Bereich des Absatzes und der Rohstoffpreise.

BRP-Rotax GmbH & Co KG erzielt 88,0 % (VJ: 90,8 %) des Umsatzes mit verbundenen Unternehmen und den Rest mit größeren Einzelkunden. Der umsatzstärkste Kunde ist das oberste Mutterunternehmen mit einer offenen Forderung zum 31.01.2025 von 123,6 Mio. EUR. Die Insolvenz des Konzerns würde daher wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben.

Der größte Markt der Endkonsumenten ist die USA. Das Risiko von Währungsschwankungen ist an die Konzernzentrale ausgelagert, indem die Verrechnung mit dem Konzern hauptsächlich in Euro erfolgt. Dort werden die Währungsrisiken durch Währungsabsicherungen konzernweit gemanagt.

Da die Materialkosten einen sehr hohen Anteil an den Herstellkosten der Motoren darstellen, ist BRP-Rotax GmbH & Co KG vor allem von den Aluminium- und Stahlpreisen abhängig. Die Verfolgung der Rohstoffmärkte und eventuelle Einkaufsstrategieentwicklungen sind eine unabdingbare Notwendigkeit für BRP-Rotax GmbH & Co KG bzw. für den BRP-Konzern.

Zinsänderungsrisiko:

Das Unternehmen verfügt über Bankverbindlichkeiten in Höhe von 86,3 Mio. EUR (VJ: 109,1 Mio. EUR), davon sind 20,5 Mio. EUR (VJ: 25,3 Mio. EUR) kurzfristig und 65,8 Mio. EUR (VJ: 83,8 Mio. EUR) langfristig. Da die Verzinsung der Mehrheit der Kreditverträge an den 3-Monats-Euribor gekoppelt ist, ist ein gewisses Zinsänderungsrisiko gegeben.

Eine Anderung des Zinsniveaus hat zudem wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen.

Liquiditätsrisiko:

Die Gesellschaft hat mit 139,4 Mio. EUR (VJ: 123,7 Mio. EUR) hohe Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, die im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

Zur Absicherung der Einbringlichkeit der offenen Konzernforderungen hat die Konzernobergesellschaft Bombardier Recreational Products Inc., Valcourt, Kanada, eine harte Patronatserklärung der Gesellschaft gegenüber abgegeben. Die Patronatserklärung ist für zumindest 18 Monate ab dem Datum der Unterzeichnung des Jahresabschlusses zum 31. Jänner 2025 gültig.

Delkredererisiko:

Die wesentlichen Forderungen sind Konzernforderungen, die unter die oben genannte Patronatserklärung fallen.

5. GESCHÄFTSVERLAUF UND WESENTLICHE EREIGNISSE WÄHREND DES GESCHÄFTSJAHRES 2024/25

Die Marktsituation hat sich im Geschäftsjahr 2024/25 stabilisiert, wobei die ersten drei Quartale von erhöhten Lagerbeständen bei unseren Händlern gekennzeichnet waren. Demnach wurde Produktion zurückgenommen, um die Händlerbestände moderat zu halten. Markt und Lagersituation haben sich im 4. Quartal dann weiter stabilisiert.

Die größten Herausforderungen in diesem Geschäftsjahr waren sicherlich:

o Erhöhte Lagerbestände bei den Händlern, in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2024/25, wobei wir in den letzten Wochen vor Bilanzstichtag eine Reduzierung wahrnehmen können. o Durch die gegebene Marktsituation und die Kostenentwicklung in Europa lag ein wesentlicher Fokus darauf, unsere Lieferanten in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. o Die gestiegene Inflation mit den Auswirkungen auf der Kostenseite und damit einhergehender hoher Kollektivvertragserhöhungen, welche die ohnehin schwierige Wettbewerbssituation noch brisanter machen.

Die Folge daraus war ein leichter Rückgang von Umsatz und Ergebnis, aber noch immer auf sehr hohem Niveau.

Die detailliert über alle Unternehmensbereiche aufgesetzten internen Kontrollsysteme, speziell für finanzielle Belange, haben lückenlos funktioniert.

6. PRODUKTENTWICKLUNG

Das Geschäftsjahr 2025 war grundlegend von den Auswirkungen der globalen Rezession geprägt. Aufgrund der schwächeren Marktlage im Bereich rein elektrifizierter Produkte wurden die Entwicklungsaktivitäten in diesem Segment der Nachfrage am Markt angepasst. Dem globalen Trend folgend, wurden Entwicklungsprojekte im Verbrenner- und auch im Hybridbereich forciert. Die Vorentwicklung von innovativen Lösungen für Antriebsstränge wurde weiter vorangetrieben, um bei steigender Marktakzeptanz rasch mit einer Serienumsetzung reagieren zu können.

Die Rezession spiegelte sich auch in einer volatilen Supply Chain wider. Als Konsequenz mussten verstärkt Lieferantenwechsel mit den damit verbundenen Freigabeaktivitäten durchgeführt werden. Dies hatte zur Folge, dass das Prüffeld voll ausgelastet war und externe Ressourcen zusätzlich genutzt werden mussten.

Freie interne Kapazitäten konnten erfolgreich für Entwicklungsaktivitäten im Bereich Steuergeräte umgeschichtet werden. Dadurch konnte ein früheres Outsourcing in ein wirtschaftlich günstigeres Insourcing umgewandelt werden. Hierbei arbeiten die Entwicklungsstandorte Gunskirchen, Kottingbrunn und Taiwan bereits in enger Kooperation an einem Serienprojekt.

Produktneuigkeiten:

Erfolgreicher Launch zweier Elektromotorräder mit vollständig im Haus entwickelten Antriebskomponenten (E-Motor und Inverter). Die Modelle Pulse und Origin wurden im Rahmen der 82. EICMA (internationale 2-Rad-Fachmesse) in Mailand der Offentlichkeit präsentiert.

Für Side-by-Side-Fahrzeuge, welche einen 3-Zylinder-Hochleistungsmotor mit Doppelkupplungsgetriebe beinhalten, konnte eine innovative Aufladetechnologie erfolgreich getestet werden.

Der neue CAN-AM Maverick R feierte im Januar 2025 sein erfolgreiches Debüt bei der Rallye Dakar und konnte dabei 10 von 12 Etappen gewinnen.

Beim berühmten King of the Hammers Race, welches jährlich in der kalifornischen Wüste in Johnston Valley stattfindet, konnte sich der Maverick R ebenfalls auszeichnen. Vor über 90.000 Zusehern konnte in der „Unlimited Class 4400" der Gesamtsieg eingefahren werden. Dabei ist hervorzuheben, dass der performante 1-Liter 3-Zylindermotor im Maverick R deutlich stärker motorisierte Fahrzeuge mit 4-Liter V8-Motoren und einer Leistung von 850PS hinter sich lassen konnte.

Organisatorische Weiterentwicklung:

Im Rahmen der R&D Vision 2028 wurden folgende Prozessinitiativen weiter vorangetrieben:

o Automotive SPICE (ASPICE) o Functional Safety (FUSA) o Cybersecurity (CS)

Besonders hervorzuheben ist hierbei das Thema Cybersecurity. Innerhalb der Europäischen Union wurde am 23. Oktober 2024 der sogenannte „Cybersecurity Resilience Act" verabschiedet. Dies ist eine Verordnung der Europäischen Union, mit der die Regeln zur Cybersicherheit von Produkten mit digitalen Elementen EU-weit vereinheitlicht werden.

Dadurch soll ein hohes Cybersicherheitsniveau in der Union sichergestellt und der freie Verkehr von Produkten mit digitalen Elementen im europäischen Binnenmarkt gewährleistet werden. Die Verordnung trat am 10. Dezember 2024 in Kraft und gilt ab dem 11. Dezember 2027.

Für BRP-Rotax bedeutet dies, dass alle Produktlinien, welche ein elektronisches Steuergerät oder digitale Schnittstellen (Displays, etc…) beinhalten, auf die neuen Cybersecurity-Anforderungen ertüchtigt werden müssen. BRP-Rotax wird sicherstellen, dass alle Produkte diesen neuen Anforderungen entsprechen, um auch in Zukunft ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit für den Endkunden bereitzustellen.

7. PRODUKTION

Das Geschäftsjahr 2024/25 stand weiterhin unter dem Einfluss der Auswirkungen der globalen Teuerung. Zusätzlich wirkten sich die globalen Unsicherheiten herausfordernd auf unser Geschäft aus.

Darüber hinaus war das abgelaufene Geschäftsjahr auch aufgrund von weiteren zahlreichen Neuanläufen und Auslastungsschwankungen eine Herausforderung. So galt es, die laufenden Reduktionen zu managen. Durch eine hohe Flexibilität in der Fertigungs- und Montageplanung und dem weiterhin überdurchschnittlichen Einsatz unserer gesamten Belegschaft konnte das schwankende Produktionsvolumen weitgehend ohne Verzögerungen an die Kunden ausgeliefert werden. Die Gesamtzahl der produzierten Motoren von BRP-Rotax lag in Summe um rund 33.000 Stück niedriger als im Vorjahr.

Die Produktqualität konnte dieses Geschäftsjahr wieder verbessert werden. Die Anlieferqualität der Motoren aus Gunskirchen hat sich von 1400 ppm auf 626 ppm reduziert, was eine deutliche Optimierung darstellt. Dies resultierte primär aus Verbesserungen am Motor 996. Alle anderen Motoren blieben auf dem gewohnt hohen Qualitätsniveau.

Darüber hinaus ist der Anteil von Right the First Time (RFT) in Gunskirchen von 94,3% auf 98,7% gestiegen. Dies bedeutet, dass wir bei der ersten Prüfung einen höheren Prozentsatz an fehlerfreien Motoren erreicht haben. Der größte Einflussfaktor waren in diesem Fall schadhaft gelieferte Teile eines Lieferanten. Unsere internen Qualitätssysteme haben diesen Mangel jedoch rechtzeitig erkannt, sodass dieser nicht zu unseren Kunden gelangen konnte.

Für alle Themen wurden Problemlösungen und Masterpläne erstellt, um die Qualität unserer Prozesse und Produkte wieder in kürzester Zeit auf Weltklasseniveau zu verbessern.

Im Bereich Supply Chain war das Geschäftsjahr 2025 von Lieferanten in finanziellen Schwierigkeiten geprägt, was zu einigen Verlagerungen zu alternativen Lieferanten führte. Insbesondere waren erneut europäische Aluminium- und Stahl-Gießer im Fokus. Trotz wieder gefallener Energiekosten standen viele Lieferanten durch massiv gestiegene Lohnkosten, hohe Inflation und geringer Auslastung unter Druck.

Zu den besonderen Ereignissen dieses Geschäftsjahres zählen:

o Inbetriebnahme einer neuen Montagelinie für Marine Motoren (Anlagen wurden im Zuge des Verkaufs der Sparte Marine vollständig abgewertet). o Serienanlauf unserer zweiten Generation des Doppelkupplungsgetriebes bei BRP für Offroad Anwendungen, welches unseren Kunden das perfekte Fahrerlebnis beschert. o Die Implementierung eines automatisierten Final Inspektors mit künstlicher Intelligenz in der Zylinderkurbelgehäuse-Fertigung sowie die Umsetzung verschiedener Automatisierungslösungen über alle Fertigungseinheiten hinweg, werden unsere Technologieführerschaft und Wettbewerbsfähigkeit auch künftig stark wachsen lassen.

8. DIE WEITERE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Das Geschäftsjahr 2025/26 wird voraussichtlich geprägt sein von viel diskutierten Zollthemen zwischen den verschiedenen Parteien und Ländern, was Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben könnte bzw. einen wesentlichen Kostenfaktor darstellen könnte.

Wir beobachten in den letzten Wochen auch eine weitere Kostensteigerung bei Energie und Gas in Osterreich, aber auch in allen anderen europäischen Ländern, wo wir mit strategischen Lieferanten zusammenarbeiten. Dies hat wiederum einen negativen Effekt auf die Konkurrenzfähigkeit unserer Produkte. Somit gilt es, speziell auch im nächsten Geschäftsjahr, den Blick auf Innovation, aber auch auf Effizienz zu lenken. Eines unserer wesentlichen Ziele für das Geschäftsjahr 2025/26 wird es sein, agiler, schneller und kostengünstiger zu werden, um auch langfristig im Marktumfeld sehr erfolgreich bestehen zu können.

Die größten Risikofaktoren, die wir heute sehen, sind:

o Zunehmende politische Instabilitäten (z.B. Zölle und Kriege) und dementsprechende Unsicherheiten der Weltwirtschaft. o Stetig steigende Produktionskosten, speziell im europäischen Kontext, welche unsere Wettbewerbsfähigkeit somit belasten.

Strategien,

Diese weltweiten Faktoren immer im Auge behaltend, werden wir unsere Entwicklungsprojekte und alle strategischen Projekte weiter vorantreiben und unsere Marktpräsenz in der Powersportwelt weiter untermauern.

Gunskirchen, am 25. April 2025

BRP-Rotax GmbH & Co KG

(5)

Ing, Mario Gebetshuber Geschäftsführer BRP-Powertrain Management GmbH

‘Ing. Mag. Peter Ölsinger

Geschäftsführer

BRP-Powertrain Management GmbH

DI Stefan Arndt Geschäftsführer BRP-Powertrain Management GmbH

Mağ. Monika Moser-Koglgruber Prokuristin BRP-Rotax GmbH & Co KG

|pl.-Ing. (FH) Markus Niederwimmer Prokurist BRP-Rotax GmbH & Co KG

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