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Lagebericht 2025

Nemak Altenmarkt GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 30. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

Nemak Altenmarkt GmbH & Co KG

(vormals firmierend unter GF Casting Solutions Altenmarkt GmbH & Co KG)

zum Jahresabschluss per

31.12.2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
1 ALLGEMEINES
Die Gesellschaft ist eine 99,67% Tochtergesellschaft der Nemak Austria Services GmbH,
Herzogenburg.
2 GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DES UNTERNEHMENS
2.1ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS
Das Geschäftsjahr 2025 war weiterhin geprägt von der herausfordernden Gesamtsituation in der
Automobilbranche. Vor allem der weiter voranschreitende Wandel von Abgasmotoren hin zu E-
Mobilität macht den OEM´s zu schaffen. Dieser betrifft nicht nur Europa, sondern auch den
amerikanischen Markt. Auch die weiterhin wirkenden Zollimplikationen mit den USA tragen nicht
zur Beruhigung bei und werden über weitergehende Zölle der USA für EU-Importe noch weiter
angeheizt.
Parallel dazu haben sich im Geschäftsjahr 2025 die Wirkungen der Ukraine-Krise und die sich
daraus ergebenden Thematiken in den Bereichen Energieversorgung, Energiekosten,
Materialkosten und Lieferketten schrittweise weiter normalisiert.
Speziell die in den letzten Jahren zum Teil dramatischen Preisbewegungen bei Strom, Gas und
Rohmaterialien konnten im Geschäftsjahr 2025 gut gesteuert werden.
Das aktuelle Geschäftsjahr hat in diesem Zusammenhang wieder gezeigt, dass daraus jedoch auch
entsprechende Chancen entstehen können, was sich in kurzfristigen Auftragsakquisitionen für die
Gesellschaft manifestiert hat.
Grundsätzlich zeigte das Umsatzvolumen im Jahresvergleich eine weiterhin robuste Tendenz. Dies
ist neben anderen Effekten, im Gegensatz den vergangenen Geschäftsjahren, nicht auf eine
relevante Preisanpassung im Bereich der Rohmaterialien zurückzuführen, die auf Basis der
bestehenden vertraglichen Rahmenbedingung an die Kunden zum Großteil weitergegeben werden
konnten, sondern auf eine entsprechende stabile Entwicklung der Produktions- und Logistik-
Wertschöpfung an sich. Des Weiteren konnten die angeführten kurzfristigen Akquisitionen
technisch sehr rasch umgesetzt werden und haben so zur Stabilisierung des Gesamtumsatzes
relevant beigetragen.
Losgelöst von den Wirkungen der Ukraine-Krise ist übergreifend davon auszugehen, dass speziell
durch die weiter steigenden Anforderungen im Zuge der EU-Abgasrichtlinien der Trend zu
Elektrofahrzeugen bzw. Hybridantrieben weiterhin fortbestehen wird. Zusätzlich dazu verstärkt sich
dieEntwicklungzueinemvermehrtenEinsatzvonLeichtmaterialienspeziell im

Strukturteilesegment. Das weiterhin bestehende Hauptaugenmerk Richtung Gewichts- und Verbrauchreduktion wird in den nächsten Jahren weiter relevant bleiben, flankiert durch die weiterführende Marktdurchdringung von E-Mobilitätslösungen, die ebenfalls verstärkt darauf aufbauen werden.

2.2 BRANCHENSEGMENT UND TÄTIGKEIT

Die technische Entwicklung im Leichtmetall-Druckguss-Segment, in dem der Standort tätig ist, zeigt weiter eine klare Tendenz in Richtung Strukturteile aus Aluminium in Kombination mit einer Stagnation im Magnesiumbereich. Dieser Trend wirkt derzeit speziell im Verbindungsbereich zwischen Karosserie und Fahrwerk als auch im Cockpit- und Front-End-Bereich. Im relevanten Produktsegment der Leichtmetall-Federbeinstützen ist weiterhin ein stabiles Marktumfeld gegeben, da vor allem im Mittelklasse- und Luxussegment, die Verbreitung dieser technischen Lösung weiter voranschreitet. Dies wird weiter verstärkt durch den sich im weiter verbreiternden Einsatz dieser Produktlösungen bei neuen OEMs. Des Weiteren zeigt sich weiterhin, dass der integrierten Abbildung von weiterführenden Wertschöpfungsschritten, hier vor allem Bearbeitung und Beschichtung, einen strategischen Stellenwert besitzt. Daraus ist für die Zukunft verstärkt die Anforderung nach kompletten Problemlösungen abzuleiten. Die markttechnischen Entwicklungen im Bereich „Giga-Casting“ wurden teilweise bereits umgesetzt, wobei hier vor allem die logistischen Anforderungen entsprechende technische als auch betriebswirtschaftliche Grenzen setzen.

Durch die in den letzten Jahren erfolgreich realisierten Projekte konnte auch die Entwicklung im Marktsegment „E-Mobility“ weiter fortgeführt werden. Aktuell werden am Standort Leichtmetallbauteile für E-Antriebsmotoren und spezielle Strukturbauteile hergestellt. Vor allem in diesen beiden Segmenten ist zukünftig mit weiterem relevanten Wachstum zu rechnen.

Der Anteil des Magnesiumdruckgusses, für den der Standort das Kompetenzzentrum im Konzern bildet, zeigt im abgelaufenen Geschäftsjahr eine stagnierende Entwicklung auf einem Niveau von < 30% des Gesamtumsatzes. Unabhängig davon bleibt der Werkstoff Magnesium am Standort ein langfristig tragendes Element.

2.3 UMSATZENTWICKLUNG

Die Umsatzzahlen am Standort zeigen für das Geschäftsjahr 2025 einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr von -3,7% auf 216,0 Mio. €.

Somit konnten im Geschäftsjahr 2025 die Effekte der Ukraine-Krise bzw. die Wirkungen durch das gesamtwirtschaftlich herausfordernde Umfeld vor allem einerseits durch die erfolgreich realisierten Neuaufträge und andererseits durch die stringente Weitergabe von Mehrkosten im Rohmaterialund Energiebereich gut bewältigt werden. Vor allem im Energiekostenbereich konnten weiterhin relevante Wirkungen durch entsprechende vertragliche Rahmenbedingungen zum Teil vermieden werden.

Weiters trugen die bereits angeführten kurzfristigen Akquisitionen, speziell im Aluminium- Antriebsstrang-Bereich, mit einem relativen Umsatzanteil von 10% relevant zur Umsatzstabilisierung. Parallel dazu konnte das USA Strukturteilegeschäft auf hohem Niveau gehalten werden. Die sich hieraus ergebenden Wirkungen der US-Zollpolitik haben auf Grund der vereinbarten Lieferkonditionen relevante Kostenwirkungen verursacht, die jedoch durch einen

überaus stabilen und effizienten Produktionsprozess, gepaart mit einer professionellen Logistikkette, teilweise kompensiert werden konnten.

Daneben zeigten die in der Branche zum Teil weiterhin wirkenden Lieferketten-Thematiken nur sekundäre Effekte, die auf Grund des strategisch diversifizierten Kundenportfolios gut ausgeglichen werden konnten.

Parallel dazu konnte das bestehende UK-Geschäft auch im Geschäftsjahr 2025 stabil fortgeführt werden.

Die im Geschäftsjahr 2025 erfolgreich umgesetzten Neuprojekte im Bereich der Produktion von E- Motor-Tragkomponenten bzw. der mechanischen Bearbeitung eines LKW-Getriebegehäuses trugen ebenfalls relevant zur Umsatzstabilisierung bei, ergänzt um das Insourcing des vollen Beschichtungsumfanges des US-Strukturteilegeschäftes.

Des Weiteren konnte bei den Werkzeug- und Projektumsätzen eine stabile Entwicklung verzeichnet werden.

2.4 AUFTRAGSLAGE

Im Geschäftsjahr 2025 hat sich das Volumen der Auftragseingänge trotz sämtlicher Markteinflussfaktoren, ergänzt um die weiter oben dargestellte Nutzung von Geschäftschancen, nur leicht negativ entwickelt. Der Jahresendstand liegt bei 209,4 Mio. €, was gegenüber dem Vorjahr eine Reduzierung von -4,0 % bedeutet.

Für das Geschäftsjahr 2026 zeigt der Auftragsbestand eine stabile jedoch weiterhin leicht rückläufige Entwicklung. Die Abrufzahlen unserer Stammkunden zeigen gesamthaft eine hohe Stabilität, ergänzt um die Volumina aus den zusätzlichen Auftragsakquisitionen im Aluminium- Antriebsstrang-Bereich bzw. E-Mobility. Somit erwarten wir für das Geschäftsjahr 2026 ein Auftragsvolumen gemäß letztgültiger Erwartungs-Rechnung in Höhe von 204,1 Mio. €, was eine weitere leichte Verringerung von -5% gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 bedeutet.

2.5 PRODUKTIONSENTWICKLUNG

Das Produktionsjahr 2025 war wiederum durch die weitere Stabilisierung und Optimierung der Produktionsprozesse gekennzeichnet. Zusätzlich dazu wurden bestehende Neuprojekte fertig entwickelt und in die Serienfertigung überführt bzw. konnten kurzfristige Auftragsakquisitionen technisch kurzfristig realisiert werden. Des Weiteren konnten zusätzliche Prozessoptimierungsprojekte in Kombination mit Strukturanpassungen im Produktionsbereich umgesetzt werden, die auch im Geschäftsjahr 2026 entsprechende Wirkungen vor dem Hintergrund der Produktionseffizienz aufweisen werden.

Trotz der herausfordernden Produktionsrahmenbedingungen, vor allem in Bezug auf kurzfristige Kundenabrufschwankungen, in Kombination mit den sich nun im vollen Produktionsvolumen befindlichen Neuprodukten, konnten die bisher auf hohem Niveau liegenden Kennzahlen stabil gehalten werden. Die Gesamtanlageneffizienz der Gießerei konnte somit trotz der hohen Anforderungen der Projekte aus dem Strukturteilebereich und trotz der aufwendigen technischen

Umsetzung der kurzfristigen Neuakquisitionen weiterhin auf einem im Branchenvergleich überaus ansprechenden Niveau (~78 %) gehalten werden. Der interne Produktionsausschuss konnte trotz der hohen Qualitäts- und Umsetzungsanforderungen der Neuprojekte und beeinflusst durch die umgesetzten Produktportfolioänderungen weiterhin auf sehr ansprechendem Niveau (4,3%) gehalten werden.

Für das kommende Geschäftsjahr gehen wir auf Basis der weiterführenden Stabilisierungs- und Effizienzmaßnahmen davon aus, dass die Prozesskennzahlen auf dem bereits hohen Niveau gehalten werden, um negative Auswirkungen auf die direkten Produktergebnisse zu vermeiden und somit nachhaltig die Ertragskraft des Unternehmens auf dem erreichten hohen Niveau zu halten.

2.6 BESCHAFFUNG

Die Preise für Rohmaterial haben sich im letzten Geschäftsjahr auf Grund der globalen Angebotsund Nachfragesituation in Kombination mit den Wirkungen aus der Ukraine-Krise weiter normalisiert. So kam es beispielsweise im Magnesiumbereich im Jahresvergleich zu einer weiteren Preisreduktion von ~-15%, die auf Grund der bestehenden Preisanpassungsklauseln mit unseren Kunden weitergegeben wurde.

Die Hauptlegierungen im Aluminiumbereich weisen im gleichen Zeitraum eine vollständig stabile Preisentwicklung auf. So haben sich die Preise im Jahresvergleich unter der 1%-Grenze verändert. Etwaige unterjährige Preisveränderungen können ebenfalls an die Kunden weitergegeben werden.

Im Energiebereich konnte der technisch realisierte Umstieg von Öl auf Gas weiter positiv genutzt und zusätzlich ausgeweitet werden. Die preisliche Entwicklung war vor allem geprägt durch die anhaltenden Wirkungen der Ukraine-Krise. So sind die Preise für Flüssiggas weiterhin auf überdurchschnittlichem Niveau, haben sich jedoch gegenüber dem Vorjahr um weitere knapp -10% reduziert. Die aktuelle Tendenz im Bereich Flüssiggas ist auf Grund der gegebenen Rahmenbedingungen derzeit nur schwer abzuschätzen. Jedoch wirken auch hier entsprechende Langzeitverträge, die etwaige Preiswirkungen abfedern sollten.

Parallel dazu haben sich die Preise im Strombereich erheblich verändert. Hier kam es im Jahresvergleich zu einer weiteren Preisveränderung von +20% gegenüber dem Vorjahr. Hauptverantwortlich hierfür ist die Wiedereinführung der Elektrizitätsabgabe im Geschäftsjahr 2025, in Kombination mit einer 10%-Steigerung der Netzkosten. Die reine Erhöhung des durchschnittlichen Strompreises liegt hier im Jahresvergleich bei +5%.

2.7 ERGEBNISENTWICKLUNG

Das Ergebnis vor Steuern stand auf Grund der überaus hohen Komplexitätsanforderungen der zu stabilisierenden Hochlaufproduktion der Neuprojekte, der globalen Marktentwicklung und der schwankenden Abrufsituation unserer Kunden unter relevantem Druck.

Jedoch konnte durch die erfolgreich umgesetzten Neuprojekt-Hochlaufmaßnahmen, die technisch effizienten Produktionsprozesse, die vertragliche Möglichkeit Kostensteigerungen zu kompensieren und trotz weiterhin anhaltender Marktherausforderungen ein Jahresüberschuss von +24,2 Mio. € realisiert werden.

2.8 INVESTITIONEN

Durch die technisch hochwertigen Produktionsanlagen, die zur Fertigung des aktuellen Produktportfolios benötigt werden, ist das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2025 weiterhin auf relevantem Niveau. In Summe wurden 7,9 Mio. € in Sachanlagen investiert. Der Schwerpunkt betraf dabei vor allem die Ausweitung der Volumina und Kompetenzen in der Fertigung von Strukturbauteilen (Federbeinstützen und Magnesiumkomponenten) ergänzt um Fertigungsmaschinerie im neuen Produktsegment E-Mobility. Das Volumen der Investitionen erstreckte sich neben dem Bereich der Mechanische Bearbeitung (Produktionsanlagen) auch auf Qualitätssicherungsinvestitionen (Röntgen-, CT-Anlage) und Nachhaltigkeit (Energierückgewinnungssysteme).

2.9 EIGENKAPITALSITUATION

Das Eigenkapital liegt bei 37,2 Mio. €. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von rd. 26,5 % nach Berechnung der Eigenmittelquote gemäß § 23 URG.

2.10 PERSONALENTWICKLUNG

Die Personalplanung war auch im Geschäftsjahr 2025 überaus herausfordernd, da die Ukraine- Krise, in Kombination mit der Verfügbarkeit von Vormaterialien und den gesamtwirtschaftlichen europäischen Rahmenbedingungen, in der Automobilbranche weiterhin zu sehr volatilem unterjährigem Abrufverhalten geführt hat. Unabhängig davon konnte auf Basis der sich in Umsetzung befindlichen langfristigen Neuprojekte, verstärkt durch kurzfristige Auftragsakquisitionen, die Anpassung des Personalstandes moderat gehalten werden. So lag die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2025 bei 623 Mitarbeitern (- 51 gegenüber Vorjahr).

Die Verfügbarkeit von Fachpersonal ist weiterhin von großer Bedeutung, weshalb die interne Lehrlingsausbildung im Geschäftsjahr 2025 weiter forciert wurde.

2.11 UMWELTSCHUTZMASSNAHMEN

Der nach EN ISO 14001 zertifizierte Standort Altenmarkt weist ein hohes Niveau in Umweltfragen auf. Der hohe Standard im Bereich Umweltschutz und die Aktivitäten durch die KVP-Gruppen wurden beim jährlichen TÜV-Audit wieder bestätigt. Im Zusammenhang mit den Umweltzielen werden weitere Verbesserungen im Bereich Hilfs- und Betriebsstoffe und beim Energieverbrauch angestrebt. Im Geschäftsjahr 2025 wurden hierzu Projekte im Bereich Photovoltaik und Energierückgewinnung erfolgreich umgesetzt, die zu einer Optimierung des eingesetzten Energie- Mixes positiv beigetragen haben.

2.12 FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Einheit20252024
Eigenmittelquote*%26,528,7
Fiktive Schuldentilgungsdauer**Jahre3,12,6
ROS***%12,013,1
LagerumschlagshäufigkeitTagen5775
DSOTagen4442
Geldfluss-Kennzahlen****:
Netto-Geldflussrechnung aus lfd. GeschäftstätigkeitTEUR45.12038.701
Netto-Geldflussrechnung aus InvestitionstätigkeitTEUR-15.278-18.204
Netto-Geldflussrechnung aus FinanzierungstätigkeitTEUR-29.422-20.497
Zahlungswirksame Veränderung desTEUR4200
Finanzmittelbestandes
gemäß § 23 URG
** gemäß § 24 URG
*** gemäß KFS/BW3
**** gemäß KFS/BW2

Die Veränderung des Cash-Pooling-Guthabens in Höhe von EUR +7.706.269,49 ist im Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit enthalten.

2.13 NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Einheit20252024
Gesamtausschuss%4,34,9
GAE Gießerei%78,177,7
Gesamt Fehlzeitquote%6,46,1

3

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG

3.1 VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Der Wettbewerbsdruck in der Automobilzulieferindustrie im Allgemeinen und im Leichtmetalldruckguss im Speziellen wird im kommenden Jahr weiter auf hohem Niveau bleiben. Vor allem bei technisch einfachen Produkten wird sich dies zusätzlich weiter verschärfen. Somit wird es in Zukunft verstärkt nötig sein, sich vom Wettbewerb durch technologische Entwicklung und Kompetenz zu unterscheiden. Hier sind in weiterer Folge vor allem die zukunftsträchtigen Produktgruppen der Strukturteile zu nennen bzw. der weiterhin relevante Einsatz von Magnesium als Werkstoff sowie die Vertiefung der Wertschöpfungskette.

Vor allem die gewonnenen Neuaufträge im Bereich Aluminium-Strukturteile und E-Mobilität in Kombination mit den Umsatzvolumen auf Basis der kurzfristig genutzten Akquisitionschancen zeigen für das nächste Geschäftsjahr leicht reduzierte Produktionsvolumen. Vor allem der erfolgreiche Einstieg in das Produktsegment der E-Mobilität zeigt weiteres Volumensteigerungspotential für die Zukunft.

Aufbauend darauf, wird weiter der Ausbau von Kernkompetenzen vertiefend umgesetzt. So wird daran gearbeitet, mit technologisch hochwertigen Prozessen und der Einbindung von bisher externen Wertschöpfungsaktivitäten im strategischen Strukturteile- und E-Mobility-Segment Kundenanforderungen verbessert und kostenoptimiert umzusetzen und neuartige Produktlösungen zu entwickeln.

Das Jahr 2026 wird durch die Wirkungen aus weiterhin bestehenden Ukraine- Krise, der aktuellen Iran-Krise und der politischen Lage in den USA weiterhin beeinflusst bleiben. So werden die krisenbedingten Preisveränderungen bei Rohmaterialien und Energie eine Herausforderung für die Profitabilität darstellen, ergänzt um weiterlaufende Handelshemmnisse der US-Regierung. Auch wenn ein Teil der Preisschwankungen bei den Rohmaterialien für den Gussprozess (Aluminium und Magnesium) über entsprechende Preisklauseln an die Kunden weiterverrechnet werden kann, so gilt das nicht für alle Einsatzmaterialien.

Die Wirkungen im Bereich der Energieversorgung zeigen sich weiterhin relevant, wobei die reine Versorgungssicherheit im Zuge der Ukraine-Krise an Stabilität zugelegt hat bzw. sich die betroffenen Preisniveaus ebenfalls weiter normalisiert haben. Etwaige Wirkungen hierauf durch die aktuelle Iran-Krise können derzeit noch nicht seriös abgeschätzt werden.

3.2 WESENTLICHE RISIKEN UND UNGEWISSHEITEN

Personalrisiken: Die konjunkturelle Situation in Kombination mit der geografischen Lage verstärkt den Druck, qualifiziertes Produktions- und Entwicklungspersonal zu akquirieren, um den aktuell hohen technischen Standard weiter ausbauen zu können. Um diese kritischen Personalressourcen halten zu können, sind entsprechende Anreizsysteme weiter zu entwickeln. In Bereichen, in denen kein entsprechendes Personal verfügbar ist, muss dieses intern ausgebildet werden. Die Lehrlingsausbildung wird daher auch zukünftig integraler Bestandteil der Personalentwicklung bleiben. Parallel dazu werden Aktivitäten im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung weiter intensiviert und die Beziehung zu schulischen Einrichtungen weiter ausgebaut. Das neu errichtete „Technology und Social Center“ zeigt hier eine nachhaltige, positive Wirkung.

Operative Risiken: Der nachhaltig hohe Wettbewerbsdruck zwingt zu entsprechender Ressourcenplanung in allen Bereichen, um weiterhin eine stabile und konkurrenzfähige Kostenstruktur sicherzustellen. Der eingeschlagene Weg in Richtung neuer Produktionstechnologie und Ausweitung der internen Wertschöpfungskette erhöht zwar das qualitative Prozessrisiko, bietet jedoch die Chance durch einen technologischen Know-How-Vorsprung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil weiter auszubauen und somit die Marktposition weiter zu stärken bzw. auf hohem Niveau zu stabilisieren.

Geschäftsrisiken: Für das Geschäftsjahr 2026 wird es nach wie vor wichtig sein, die Prozesseffizienz weiterhin auf hohem Niveau zu halten und die relevanten Hochlaufvolumina, vor allem im Aluminium- und Strukturteilebereich, prozesstechnisch optimiert umzusetzen. Es wird des Weiteren nötig sein, auf eventuell eintretende Auslastungsschwankungen (potentielle Wirkungen der aktuellen Krisensituationen, weitere Effekte aus US-Zollthematiken) flexibel und rasch reagieren

zu können und zusätzliche Chancen kurzfristig zu nutzen. Zusätzlich dazu ist die Preisentwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten genau zu beobachten, um etwaige Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können und entsprechende Maßnahmen einzuleiten, wie es im Geschäftsjahr 2025 erfolgreich der Fall war. Ein mögliches Versorgungsrisiko auf Grund der potentiellen Einschränkungen von Energielieferungen über die Energieversorger, hier vor allem im Bereich Gas, ist aktuell noch nicht seriös einschätzbar.

Um der erwarteten Konkurrenzsituation im Zulieferbereich entgegenzuwirken, werden neben weiteren strukturellen Anpassungen in allen Unternehmensbereichen die Konzentration und der Ausbau von Kernkompetenzen für das kommende Geschäftsjahr weiter vertieft. So wird versucht, vor allem im strategischen Strukturteilesegment mit technologisch hochwertigen Prozessen und der Einbindung von bisher externen Leistungen, Kundenanforderungen verbessert und kostenoptimiert umzusetzen und neuartige Produktlösungen zu entwickeln.

Liquiditätsrisiko: Die Finanzierung der Konzerngesellschaften erfolgt derzeit ausschließlich durch Intercompany-Darlehen. Die Konzerndarlehen dienen primär der Finanzierung der laufenden Investitionen und können von den einzelnen Gesellschaften zeitnah abgerufen werden. Das bestehende Cash-Pooling bei der UniCredit dient nur zum Ausgleich der kurzfristigen Schwankungen der Cash-Bestände.

Ausfalls-/Bonitätsrisiko: Die Gesellschaften beliefern überwiegend die europäischen OEMs der Mittel- und Oberklasse und zu einem geringeren Teil die großen Zulieferanten für Fahrzeugkomponenten. Das Ausfalls- und Bonitätsrisiko ist daher unter dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld der Branche als sehr gering einzustufen. Es wurden auch entsprechende Wertberichtigungen gebildet.

Die Gesellschaft ist im Geschäftsjahr keine derivativen Finanzinstrumente eingegangen.

4 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren durchschnittlich 20 Mitarbeiter mit Produktentwicklung beschäftigt. Außerdem werden die Leistungen des F&E Bereiches der Nemak Solutions Division in Schaffhausen in Anspruch genommen. Die Schwerpunkte liegen bei der Umsetzung von innovativen Werkzeugkonzepten in Zusammenarbeit mit der Produktentwicklung der Kunden und in der Entwicklung von Produkt- und Prozessinnovationen.

Nemak

5 ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Altenmarkt bei Sankt Gallen, 21. Juli 2026

gez..

Ing. Christian Heigl Geschäftsführer

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