Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf
Das Wirtschaftsjahr 2025/26 konnte, trotz vieler unbeeinflussbarer Rahmenbedingungen, positiv abgeschlossen werden. Der Geschäftsverlauf im abgelaufenen Geschäftsjahr war insgesamt von einer weitgehend ähnlichen Entwicklung wie im Vorjahr geprägt. Die allgemeine Markt- und Auftragslage blieb grundsätzlich stabil. Insbesondere das weiterhin herausfordernde wirtschaftliche Umfeld, die verhaltene Entwicklung in Teilen der Bauwirtschaft sowie der anhaltende Kosten- und Preisdruck wirkten sich auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft aus. Die Betriebsleistung verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 6,74%.
Die Umsätze wurden fast ausschließlich in Österreich erzielt.
Ein besonderes Ereignis im abgelaufenen Geschäftsjahr stellte ein Cyberangriff am 23.01.2026 auf die Gesellschaft dar. Der Vorfall führte zu Beeinträchtigungen der betrieblichen IT-Infrastruktur und machte organisatorische und technische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Systeme und Arbeitsabläufe erforderlich. Trotz dieser zusätzlichen Belastung konnte die operative Geschäftstätigkeit fortgeführt werden. Die vorhandenen betrieblichen Strukturen und die breite Leistungsaufstellung ermöglichten es, die Auswirkungen des Vorfalls auf den laufenden Geschäftsbetrieb entsprechend zu begrenzen. Nachhaltige Beeinträchtigungen der Geschäftstätigkeit werden aus heutiger Sicht nicht erwartet.
Insgesamt ist der Geschäftsverlauf als verbessert im Vergleich zum Vorjahr zu beurteilen. Wesentliche strukturelle Veränderungen in der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht ergeben. Unabhängig von der Entwicklung ist die Firma Walter Keil Transporte und Erdbewegungen Gesellschaft m.b.H. & CoKG weiterhin sehr bestrebt, durch Investitionen in Fuhrpark und Betriebsanlagen die Qualität der Arbeit zu steigern. Auch sollen durch weitere Investitionen die Betriebsabläufe verbessert und automatisiert werden.
2. Finanzielle Leistungsindikatoren
Umsatzrentabilität
Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Steuern und Zinsen und den Umsatzerlösen.
| Berechnung: | 2025/2026 | 2024/2025 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) x | ||
| 100 | 2,09 % | 2,25 % |
| Umsatzerlöse |
Eigenkapitalrentabilität
Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zum Eigenkapital.
| Berechnung: | 2025/2026 | 2024/2025 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern x 100 | ||
| Eigenkapital zum 1.2.2025 | 7,00 % | 4,51 % |
Gesamtkapitalrentabilität
Die Gesamtkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern zum Gesamtkapital.
| Berechnung: | 2025/2026 | 2024/2025 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| Gesamtkapital zum 1.2.2025 | 3,87 % | 3,69 % |
Verwendung von Finanzinstrumenten
Es erfolgte im Geschäftsjahr kein Einsatz von Finanzinstrumenten.
3. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Für das Wirtschaftsjahr 2026/2027 geht die Geschäftsführung grundsätzlich von weiterhin herausfordernden, jedoch gegenüber den Vorjahren verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Ein wesentlicher Einflussfaktor bleibt dabei das Zinsniveau. Die Europäische Zentralbank hat im Juni 2026 die Leitzinsen wieder angehoben; der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte liegt seither bei 2,40 %. Gleichzeitig geht die OeNB für Osterreich von einer weiterhin verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung aus und erwartet für 2026 ein Wirtschaftswachstum von rund 0,6 %. Dennoch bleibt die Lage aufgrund der strengen Kreditvergaberegelungen im Bausektor angespannt, da die Finanzierungskosten damit zwar deutlich unter den zwischenzeitlichen Höchstständen liegen, eine Rückkehr zum langjährigen Niedrigzinsumfeld derzeit jedoch nicht absehbar ist. Für die Gesellschaft bedeutet dies, dass insbesondere bei größeren Bauvorhaben weiterhin mit einer erhöhten Sensibilität der Auftraggeber hinsichtlich der Finanzierungskosten und der Wirtschaftlichkeit von Projekten zu rechnen ist, wodurch eine verlässliche Prognose des Geschäftsergebnisses weiterhin erschwert ist.
Eine weitere wesentliche Einflussgröße für die Bauwirtschaft stellt die Finanzierung von Wohnbauprojekten dar. Die von Juli 2022 bis Juni 2025 geltende KIM-Verordnung hatte aufgrund ihrer Vorgaben zur Eigenmittelausstattung, Schuldendienstbelastung und Kreditlaufzeit zu einer restriktiveren Vergabe von Wohnimmobilienkrediten beigetragen. Mit dem Auslaufen der Verordnung besteht seit Juli 2025 zwar grundsätzlich wieder mehr Spielraum für die Banken; die bisherigen Vergabestandards gelten jedoch weiterhin als maßgebliche Orientierung für eine nachhaltige Kreditvergabe. Dadurch kann sich die Finanzierung von Wohnbauvorhaben gegenüber der Zeit der verbindlichen KIM-V zwar erleichtern, gleichzeitig bleiben Bonität, Eigenkapitalausstattung und Leistbarkeit für die Kreditentscheidung der Banken von wesentlicher Bedeutung. Eine vollständige Belebung des privaten Wohnbaus ist daher nicht automatisch zu erwarten. Für ein Erdbauunternehmen kann dies insbesondere bei der Erschließung von Wohnbauprojekten zu einer weiterhin verhaltenen Nachfrage führen.
In Reaktion auf diese Herausforderungen wird auch künftig ein besonderes Augenmerk auf effizientes Kostenmanagement gelegt. Die Nutzung betrieblicher Synergien soll weiter optimiert werden, um die Wirtschaftlichkeit zu steigern. Die Geschäftsführung ist überzeugt, dass durch konsequente Nutzung aller Einsparungspotenziale eine positive Entwicklung des Unternehmens langfristig gesichert ist.
Dank kontinuierlicher Investitionen verfügt das Unternehmen über einen hochmodern ausgestatteten Fuhrpark, der eine stetige Steigerung der Leistungsfähigkeit ermöglicht. Dadurch hat sich die Firma im klassischen Erdbau als verlässlicher Partner für große Baukonzerne sowie lokale Bauunternehmen etabliert. Investitionen sollen weiterhin bedarfsorientiert und unter Berücksichtigung der Liquiditäts- und Auftragslage erfolgen.
Positiv ist hingegen die regionale Wirtschaftsstruktur im Pinzgau zu beurteilen. Der Tourismus stellt einen
bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Region dar und generiert eine hohe Nachfrage nach Investitionen und Bauleistungen. Für die Gesellschaft ergeben sich daraus sowohl Chancen als auch Abhängigkeiten. Eine anhaltend gute touristische Entwicklung unterstützt Investitionen in Hotels, Beherbergungsbetriebe, Freizeitanlagen, Infrastruktur und private Immobilien und kann damit zu einer stabilen Nachfrage nach Erdbewegungs-, Aushub-, Abbruch- und sonstigen Tiefbauleistungen beitragen. Gleichzeitig besteht eine erhöhte Abhängigkeit von der Entwicklung des Tourismus im Pinzgau. Eine Abschwächung der Gästezahlen, eine Zurückhaltung bei touristischen Investitionen oder eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Beherbergungsbetriebe könnte sich entsprechend auf das regionale Bauvolumen und damit mittelbar auf die Auftragslage der Gesellschaft auswirken.
Daher werden weiterhin die Kerntätigkeiten in den Bereichen Transport, Erdbewegung sowie Straßen- und Brückenbau ausgebaut.
Die Walter Keil Transporte und Erdbewegungen Gesellschaft m.b.H. & CoKG überzeugt weiterhin durch hohe Qualität und ein breites Leistungsspektrum. Als einer der führenden Anbieter im Erdbewegungs- und Transportsektor rechnet die Geschäftsführung - trotz konjunkturellen und finanzwirtschaftlichen Unsicherheiten - mit einer stabilen Entwicklung.
4. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Im Wirtschaftsjahr 2026/2027 ist das Unternehmen weiterhin einem wesentlichen gesamtwirtschaftlichen Risiko aus der Entwicklung des Zinsniveaus ausgesetzt. Ein weiterhin erhöhtes oder weiter steigendes Zinsniveau kann sich für die Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht nachteilig auswirken. Einerseits verteuern sich die Finanzierungskosten für Investitionen in Baumaschinen, Lkw und sonstige Betriebsmittel. Andererseits können höhere Finanzierungskosten die Investitionsbereitschaft der Auftraggeber reduzieren beziehungsweise zu einer Verschiebung geplanter Bauvorhaben führen. Dies betrifft insbesondere private Wohnbauprojekte sowie fremdfinanzierte Investitionen von Gewerbe- und Tourismusbetrieben. Daraus können sich Risiken hinsichtlich der Auftragslage, des Preisdrucks und der Auslastung der betrieblichen Kapazitäten ergeben.
Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit ist die Walter Keil Transporte und Erdbewegungen Gesellschaft m.b.H. & CoKG folgenden Risiken ausgesetzt:
• Abhängigkeit von den Treibstoffpreisen, die stark schwanken und nicht immer vollständig an Kund:innen weitergegeben werden können. • Auslastung des Maschinen- und Fuhrparks, deren Fixkosten auch bei einer geringen Beschäftigung weitgehend bestehend bleiben, • sowie deren Investitions- und Finanzierungsrisiko aufgrund des Spannungsfeldes der erheblichen Anschaffungskosten, regelmäßigen Erneuerung und der notwendigen Modernisierung, • und Abhängigkeit von der allgemeinen Konjunktur, insbesondere der Baukonjunktur, die derzeit durch steigendes Zinsniveau, hohe Finanzierungskosten und zurückhaltende Investitionstätigkeit belastet ist. • Spezialtiefbau, insbesondere im Tunnelbau, ist mit erhöhten Risiken wie Baustellenunfällen, Maschinenausfällen, Wasserschäden und geologischen Unwägbarkeiten verbunden. • Transportgewerbe, das durch die Gefahren des Straßenverkehrs sowie durch gesetzliche Anderungen und Umweltauflagen beeinflusst wird. • Personal- und Fachkräfterisiko, welche zu Kapazitätsengpässen, erhöhten Personalkosten oder einer
stärkeren Abhängigkeit von Subunternehmen führen kann, • Cyber und IT-Risiken, aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der betrieblichen Abläufe,
Die Risiken und ihre potenziellen Auswirkungen werden laufend erhoben, analysiert und durch geeignete Maßnahmen minimiert. Aus heutiger Sicht besteht durch das weiterhin hohe Zinsniveau ein erhöhtes Risiko einer schlechteren Auftragslage, insbesondere im Bereich des privaten und gewerblichen Hochbaus. Durch laufende Kostenkontrolle, eine risikoorientierte Auftragskalkulation und ein laufendes Liquiditätsmanagement wird versucht, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und deren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage der Gesellschaft entsprechend zu begrenzen,
5. Forschung und Entwicklung
Aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft in den Bereichen Erdbau und Transporte werden keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im klassischen Sinne durchgeführt.
Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der laufenden Weiterentwicklung und Optimierung der betrieblichen Abläufe. Dies betrifft insbesondere den effizienten Einsatz des Maschinen- und Fuhrparks, die Verbesserung von Arbeits- und Baustellenabläufen, den Einsatz moderner Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Maßnahmen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit, Arbeitssicherheit und Energieeffizienz. Darüber hinaus werden technische Entwicklungen und neue Einsatzmöglichkeiten im Bereich von Baumaschinen, Transportfahrzeugen, Digitalisierung und Maschinensteuerung laufend beobachtet und – soweit wirtschaftlich sinnvoll – in den betrieblichen Ablauf integriert. Wesentliche Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Sinne eigenständiger Forschungs- oder Entwicklungsprojekte sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht angefallen.
6. Zweigniederlassung
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassung.
, Unterschrift des Geschäftsführers/ der Geschäftsführer