Inhaltsverzeichnis
A. Allgemeines
Die Allgemeine Unfallversicherungs-Betriebsgesellschaft m.b.H. (AUVB) ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der AUVA und mit der Erbringung von Leistungen im technischen und infrastrukturellen Facility Management sowie der Betriebsführung betraut.
Die Leistungserbringung erfolgt überwiegend für die AUVA auf Basis entsprechender vertraglicher Vereinbarungen unter Einsatz überlassener Mitarbeiter:innen.
Darüber hinaus werden in untergeordnetem Umfang Leistungen für Dritte erbracht, insbesondere in den Bereichen Parkraummanagement, Vermietung, Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) sowie Gastronomie.
Mit Jahresbeginn 2025 wurde das Verrechnungssystem zwischen AUVB und AUVA planmäßig auf einen Leistungs- und Verrechnungspreiskatalog (LVPK) umgestellt. Dadurch wurde eine verursachungsgerechte Verrechnung auf Vollkostenbasis eingeführt.
B. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
B.1 Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2025 konnte die AUVB ihre Umsatzerlöse deutlich steigern und erzielte einen Gesamtumsatz von 90,8 Mio. EUR. Dies entspricht einem Anstieg von rund 23,8% gegenüber dem Vorjahr (2024: 73,4 Mio. EUR).
Diese positive Entwicklung ist primär auf das Kerngeschäft im Bereich Dienstleistungen zurückzuführen, das mit 68,3 Mio. EUR (2024: 56,6 Mio. EUR) den größten Anteil an den Gesamterlösen ausmacht.
Mit 01.01.2025 erfolgte die Umstellung auf ein neues Verrechnungssystem LVPK. Als Basis dafür wurde das Finanzsystem der AUVB hinsichtlich Konten und Kostenstellen komplett neu aufgesetzt. Im Sinne von Profit Center kann der Erfolg der einzelnen Produkte und sonstiger Leistungen auf Vollkostenbasis (Personal- und Sachkosten) ermittelt werden.
Im Bereich Küche wurden mit Jahresbeginn 2025 die Nahrungsmittelkosten planmäßig von der AUVA übernommen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt im Bereich Technik lag 2025 auf der effizienten Nutzung der Facility-Management-Software WAVE als zentralem Steuerungsinstrument. Aufbauend auf ein Pilotprojekt in der Region Ost wurde eine österreichweite Expertengruppe etabliert, die den regelmäßigen Austausch zu Anforderungen, Best Practices und Standardisierungen sicherstellt.
Die zunehmende Bündelung von Know-how und Verantwortlichkeiten innerhalb der AUVB fördert Innovation und Effizienz. So wurde das Projekt Steuerung der OP-Lüftung durch Bewegungsmelder des UKH Klagenfurt vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz mit dem Best Practice Award ausgezeichnet. Dieses Projekt ermöglicht Einsparungen von rund 80.000 kWh elektrischer Energie jährlich sowie eine Reduktion der CO -Emissionen um etwa 16.000 kg.
Im Bereich Reinigung wurde die Übernahme der Eigenreinigung durch die AUVB mit Jahresbeginn 2025 abgeschlossen.
In der Region Ost werden detaillierte Raumbücher erstellt und auf Basis eines neu definierten Reinigungshandbuchs sowie standardisierter Reinigungsprogramme eine differenzierte Verrechnung nach vier Produktkategorien (OP, Intensivstation, Bettenstation, Allgemeinbereiche) eingeführt.
Allgemeine Unfallversicherungs-Betriebsgesellschaft m.b.H. (AUVB), Wien Beilage II/2
Zusätzlich wurde die Gesamtverantwortung für die Reinigung in der Region Ost ausgeweitet: Nach umfassender Analyse bestehender Kostenstrukturen und Verträge wurde auch die Fremdreinigung in den Verantwortungsbereich der AUVB übernommen. Diese Umstellung wurde mit 01.11.2025 abgeschlossen.
Im Bereich Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) zeigt sich der Vorteil einer standortübergreifenden Steuerung durch die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Regionen (Ost: Meidling/Lorenz Böhler; West: Linz/Salzburg; Süd: Graz/Klagenfurt). Dies ermöglicht Effizienzsteigerungen, insbesondere durch höhere Unabhängigkeit im Notfallmanagement, interne Aufbereitung sowie optimierten Personaleinsatz.
Die Erlöse im Bereich Vermietung gingen im Jahr 2025 leicht zurück (1,4% gegenüber dem Vorjahr). Dabei handelt es sich jedoch um eine moderate Abschwächung ohne strukturelle Auswirkungen.
Im Herbst 2025 wurde im Verwaltungsrat der AUVA beschlossen, eine nicht betriebsnotwendige Liegenschaft in Klagenfurt im Wege einer Sachausschüttung an die AUVA zu übertragen.
B.2 Finanzielle Leistungsindikatoren
Da die AUVB überwiegend Budgets der AUVA verwaltet und die entsprechenden Kosten weiterverrechnet werden, sind die Entwicklungen in Bilanz (Forderungen und Verbindlichkeiten) sowie Gewinn- und Verlustrechnung (Erlöse und Kosten) maßgeblich von den genehmigten Budgets und dem jeweiligen Verrechnungsstand zum Bilanzstichtag abhängig.
Hinsichtlich der Entwicklung der Sach- und Personalkosten wird auf die Ausführungen im Abschnitt Geschäftsverlauf verwiesen.
Die Kapitalflussrechnung zeigt im Geschäftsjahr 2025 eine positive Entwicklung der Liquidität. Der Finanzmittelbestand erhöhte sich insbesondere aufgrund des positiven Netto-Geldflusses aus der laufenden Geschäftstätigkeit von TEUR 3.465 auf TEUR 6.638 zum Bilanzstichtag:
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | ||
| 1. Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | |||
| Ergebnis vor Steuern | 1.658 | 1.012 | |
| Überleitung auf den Netto-Geldfluss aus der | |||
| gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | |||
| Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des | |||
| Investitionsbereiches | 712 | 732 | |
| Verlust aus dem Abgang von | |||
| Vermögensgegenständen | 5 | -39 | |
| Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus | |||
| Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva | -11.069 | 1.457 | |
| Zunahme von Rückstellungen | 108 | 10 | |
| Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen | |||
| und Leistungen sowie anderer Passiva | 14.852 | -1.929 | |
| Netto-Geldzufluss aus der gewöhnlichen | |||
| Geschäftstätigkeit | 6.266 | 1.243 | |
| Zahlungen für Ertragsteuern | -349 | -207 | |
| Netto-Geldzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 5.917 | 1.036 | |
| 2. Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | |||
| Einzahlungen aus | |||
| Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 12 | 0 | |
| Auszahlungen für | |||
| Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -227 | -241 | |
| Auszahlungen für Investitionszuschüsse | -1 | -1. | |
| Netto-Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit | 216. | 242 | |
| 3. Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | |||
| Auszahlungen aus der Bedienung | |||
| des Eigenkapitals | -2.527 | 0 | |
| Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und | |||
| Finanzkrediten | 0 | 0 | |
| Netto-Geldabfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -2.527 | 9 | |
| zahlungswirksame Veränderung des | |||
| Finanzmittelbestandes (Z 1.+2.+3.) | 3.174 | 794 | |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 3.465 | 2.671 | |
| 4. Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 6.638 | 3.465 | |
B.3. Personal- und Sozialwesen
Per 31. Dezember 2025 beschäftigt die AUVB 775,63 (Vorjahr 811,32) VZA oder 740 (Vorjahr 862) überlassene Köpfe. Darüber hinaus waren im Jahresdurchschnitt 9 Angestellte (Vorjahr: 11 Angestellte) direkt bei der Gesellschaft beschäftigt.
Die Mitarbeiter:innen sind in den Bereichen Technik, Küche, Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP), Reinigung, Buffets sowie allgemeine Verwaltung tätig.
B.4 Bericht über Zweigniederlassung
Im Geschäftsjahr bestanden keine Zweigniederlassungen.
C. Bericht über die voraussichtliche Unternehmens Entwicklung und die Risiken des
C.1 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten sowie voraussichtliche Entwicklung
Die Geschäftstätigkeit der AUVB basiert im Wesentlichen auf dem mit der AUVA abgeschlossenen Facility-Management- und Betriebsführungsvertrag. Als 100%ige Tochtergesellschaft ergeben sich daraus keine wesentlichen Risiken, insbesondere keine Kredit- oder Liquiditätsrisiken. Auch die bestehenden Vertragsverhältnisse mit Dritten sind von untergeordneter Bedeutung und begründen kein nennenswertes Ausfallsrisiko.
Die Anzahl der durchgeführten Operationen bildet die Grundlage für den Leistungsumfang in der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP). Abhängig von der Komplexität der Eingriffe wird eine Systematik mit vier Instrumentenkategorien (normaler und erhöhter Arbeitsaufwand, Leihinstrumente, Express-Aufbereitung) ab 01/2026 implementiert.
Die Analyse der Bistrobetriebe zeigte strukturelle Herausforderungen, insbesondere geringe Frequenzen bei gleichzeitig hohen Personalkosten. In der Folge wurden alternative Betriebsmodelle (z. B. Fremdvergabe oder Automatenlösungen) geprüft.
Aufgrund dieser Entwicklung sowie altersbedingter Personalabgänge wurde beschlossen, das Buffet Graz mit Ende Jänner 2026 zu schließen. Eine weitere Schließung des Buffets Meidling ist mit Mitte August 2026 vorgesehen.
Die Rückübertragung des sanierten und voll vermieteten Personalwohnheims in Klagenfurt an die AUVA erfolgt planmäßig mit 01.01.2026.
C.2 Verwendung von Finanzinstrumenten
Das Unternehmen setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein. Zu den im Unternehmen bestehenden originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus der operativen Tätigkeit, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
D. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung durchgeführt.
Wien, am 4. August 2026
Signiert von: Andreas Edenhauser Datum: 18.08.2026 19:20:31 Underzeichner Dam and Urzeit Thomas Andreas Mück 18.08.2026, 11:53 (GMT+02:00) *] ID Austria Discs Dol A TR
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