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Lagebericht 2025

Lebenshilfe Salzburg gemeinnützige GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 15. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensauftrag

Der Unternehmensauftrag der Lebenshilfe Salzburg gGmbH besteht darin, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Dies geschieht durch eine Vielzahl von Dienstleistungen und Unterstützungsangeboten, die den Betroffenen helfen, ihre Fähigkeiten einzusetzen und ihre Lebensqualität zu steigern. Die Lebenshilfe Salzburg bietet dabei unterschiedliche Wohnangebote und differenzierte Arbeits- und Beschäftigungsmaßnahmen an, mit dem Ziel, Barrieren abzubauen und Inklusion zu fördern.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
DienstleistungenEinrichtungen
•Beratung• Fach- / Werkstätten
•Begleitung•Wohneinrichtungen
•Betreuung•Ambulatorien
•Bildung•Frühförderstellen
• Förderung•Kindergarten
•Assistenz•Persönliche Assistenz
• Pflege
• Beschäftigung
•Arbeit
•Behandlung
•Therapie

Zusätzlich setzt sich die Lebenshilfe Salzburg für die Bewusstseinsbildung und Aufklärung über die Belange von Menschen mit Behinderungen ein und arbeitet eng mit Angehörigen, Fachkräften und anderen sozialen Einrichtungen zusammen. Sie versteht sich als sozialer Dienstleister, der in der Region Salzburg zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen beiträgt.

Bei der Planung und Realisierung ihrer Dienstleistungen orientiert sie sich an einem objektiv feststellbaren Bedarf an Unterstützung und Hilfe für Menschen mit intellektuellen und/oder mehrfachen Behinderungen jeden Alters sowie Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsauffälligkeiten und deren Angehörigen.

Durch ihre Arbeit unterstützt sie diese Personengruppe darin, ein möglichst selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft zu führen und so ein hohes Maß an Lebensqualität zu erreichen. Die Angebote gelten unabhängig von Alter und Schwere der Beeinträchtigung.

In der Erbringung der Dienstleistungen wird darauf geachtet, das Prinzip der Selbstbestimmung zu verwirklichen und die Menschen mit Behinderungen in der Wahrnehmung ihrer Menschenrechte gemäß der am 26.10.2008 von Österreich ratifizierten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen.

Nach wie vor ist die Lebenshilfe Salzburg gGmbH im Bundesland Salzburg die größte Anbieterin von Dienstleistungen für Menschen mit intellektuellen Behinderungen. Die Leistungen werden auf Basis von personenbezogenen, rechtmäßigen Bescheiden gemäß dem Salzburger Teilhabegesetz erbracht.

Leistungszeitraum 2023 - 2025

Auch im Berichtsjahr 2025 konnte zwischen der Abt 3 des Landes Salzburg und der Lebenshilfe Salzburg gGmbH keine schriftliche Vertragsvereinbarung rückwirkend für den Leistungszeitraum 2023 – 2025 abgeschlossen werden. In den Jahren zuvor wurden Verträge mit einer dreijährigen Vertragsdauer abgeschlossen, zuletzt für die Jahre 2020 – 2022.

Bereits im Jänner 2025 wurden hingegen die Leistungstarife und Pauschalen für das neue Leistungsjahr 2025 auf Basis des § 13 Salzburger Teilhabegesetz angepasst und auch die bis dato gültigen Abfertigungs-Refundierungen fortgeführt, wodurch der Vertragspartner Land Salzburg weiterhin ein konkludentes Vertragsverhalten zeigte.

Die Gespräche über die Vertragsperiode 2026 - 2028 wurden seitens der Lebenshilfe Salzburg im Verlauf des Jahres 2025 aufgenommen und sind zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung noch in einem laufenden Aushandlungsprozess. Schwerpunkte der Verhandlungen sind gegenwärtig von Seiten des Landes die Rückzahlung von Uberschüssen aus den Vorjahren, die Einführung von Abwesenheitstarifen in Werkstätten und Wohneinrichtungen sowie generell die Tarifvalorisierung in den Jahren 2026 - 2027 unter den Gehaltsabschlüssen des SWÖ-Kollektivvertrages.

Geschäftsverlauf 2025

Die Personalsituation - gemessen am Verhältnis Offene Stellen zu Planstellen - war im Geschäftsjahr 2025 ähnlich wie im Vorjahr 2024. Von 654 Planstellen konnten im Jahresschnitt 24 nicht besetzt werden, was einer Quote von 3,7 % offener Stellen entspricht (2024: 3,5%; 2023: 4,8%; 2022: 3,2%; 2021: 3,0%).

Trotz unten angeführter Gegensteuerungsmaßnahmen hat sich somit die jährliche Personallücke auf hohem Niveau stabilisiert:

• Überdurchschnittliche Gehaltserhöhungen: Die Gehälter der Arbeitnehmer:innen sind zwischen 2022-2025 um rd. 25% gestiegen. Dies ist einerseits durch hohe Kollektivvertragsabschlüsse (2023: + 8%; 2024: + 9,2%; 2025: + 4%;) andererseits durch Finanzierung zusätzlicher Zulagen für Mitarbeiter:innen im „Betreuungsdienst" durch die öffentliche Hand bedingt. Der Bund finanziert Arbeitnehmer:innen mit Pflegeausbildung eine Zulage in der Höhe von rd. € 140 mtl. und zusätzlich übernimmt das Land Salzburg die Kosten für eine Erschwerniszulage idHv von € 241 mtl. • Bereits im Herbst 2023 wurde eine breit angelegte Social-Media-Kampagne zur Mitarbeiter:innenakquisition gestartet.

Im Bereich der Sachkosten und insbesondere bei den Transport- und Verpflegungskosten sind die Aufwände 2024 und 2025 in Folge der Inflationsentwicklung, aber auch durch die „Normalisierung" der Geschäftstätigkeit nach Abflauen der COVID-19-Pandemie wieder stärker angestiegen. Hingegen lagen erfreulicherweise die finanziellen Aufwendungen für die Energiekosten im Geschäftsjahr insgesamt um ca. 5 % unter dem Vorjahr 2024 bzw. 10 % unter 2023.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Pos.202520242023[+/-]
Transporte1.544.198112%1.384.361109% € 1.265.953118.408
Verpflegung1.939.157105%1.841.118102% € 1.797.26643.852
Energiekosten605.71494%643.52696%€ 671.46243.852
(Strom, Wärme, Treibstoffe)

Steigenden Personal- und Sachaufwänden stehen aber ebenso stark steigende Erlösen in fast allen Geschäftsbereichen gegenüber. Gegenüber 2024 sind die Umsatzerlöse um 7,8 % auf € 59,5 Mio. gestiegen.

Bereich Werkstätten

Zum Stichtag 31.12.2025 wurden im Bereich Werkstätten 758 Menschen mit Behinderung begleitet. 64 Personen haben ein tagesstrukturierendes Angebot in einem Wohnhaus („TB WS im WH") in Anspruch genommen.

Unterstütztes Arbeiten

Stichtag 31.12.2025

• Werkstätten

• Fachwerkstätten und IAB

• Senioren:innen-Betreuung

• Schulbuffets

• TB WS im WH

Im Jahr 2025 wurden keine neuen Standorte eröffnet; abgeschlossen wurde 2025 hingegen die Generalsanierung der Außenstelle der Werkstatt Schwarzach (barrierefreier Umbau und thermische Sanierung).

Liegenschaftsprojekte 2026:

• Fertigstellung des neuen Werkstättenstandortes Saalfelden • Adaptierung einer neuen Außenstelle der Werkstatt Abtenau • Erweiterung der Werkstatt Radstadt • Umbau und Sanierung der Werkstatt Fürbergstraße • Umbau und Sanierung der Werkstätte Seekirchen

Bereich Wohnen

Im Bereich Wohnen wurden zum Stichtag 31.12.2025 392 Menschen mit Behinderung in unseren Angeboten begleitet (31.12.2024: 384).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Bewohner:innen - Stichtag 31.12.2025
10

• Vollbetreutes Wohnen • Senior:innen Wohnen • Teilbetreutes Wohnen • Mobile Wohnbegleitung

Ausblick: In Planung befinden sich gegenwärtig (Mai 2026) noch der Ersatzstandort Adolf-Schemel-Straße in der Stadt Salzburg für die Wohnhäuser Salzburg/Meierhofweg und Salzburg/Ernst-Grein-Straße sowie das Wohnhaus Oberndorf II (Ersatzstandort für das Wohnhaus Anthering).

Mit der Ubergabe der beiden neuen Wohnhäuser ist im Jahr 2029 zur rechnen.

Bereich Eltern-Kind-Familie

In Salzburg ist die Lebenshilfe einziger Anbieter von Frühförderung und Familienbegleitung. Von der Geburt bis zum vierten Lebensjahr begleitet die Frühförderung und Familienbegleitung Kinder und deren Familien.

Im Jahr 2025 konnten 450 (2024: 457) Familien begleitet werden.

Der Kindergarten war mit insgesamt 52 Kindern (davon 24 Kinder mit Behinderung) im Alter von 3 bis 6 Jahren voll belegt. Kinder mit ASS (Autismus-Spektrum- Störung) stellen dabei den Kindergarten vor große Herausforderungen.

Bereich Ambulatorien

Das Ambulatorium für Entwicklungsdiagnostik und Therapie bietet medizinische Diagnose und ärztliche Behandlung, psychologische Diagnostik und Beratung, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Musiktherapie und Sozialberatung an. Zielgruppe sind einerseits Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder Entwicklungsverzögerungen, andererseits Erwachsene in den Werkstätten der Lebenshilfe Salzburg.

Im Jahr 2025 wurden 2.018 (2024: 1.904) Kinder, Jugendliche und Erwachsene behandelt.

Besondere Entwicklungen im Berichtsjahr:

• Im Herbst 2024 konnte nach jahrelanger Verzögerung endlich der neue Standort in Salzburg/Itzling bezogen werden. Eine große Herausforderung bestand dabei darin, die rechtlichen, technischen und hygienischen Anforderungen nach dem Salzburger Krankenanstaltengesetz am neuen Standort umzusetzen. Die offizielle Eröffnungsfeier 2025 fand mit großer medialer Resonanz statt. • Im Jahr 2025 konnte erstmals in allen Bezirken eine frühe, intensivierte autismusspezifische Behandlung nach ESDM1 umgesetzt werden. • Die personelle Herausforderung lang 2025 vor allem an der Stellenbesetzung „Logopäd:innen“, da der FH Studiengang Logopädie noch nicht umgesetzt wurde.

Persönliche Assistenz

Die Persönliche Assistenz ist eine Leistung zur selbstbestimmten und unabhängigen Lebensführung für Menschen mit Behinderungen, die in einer eigenen Wohnung oder im Familienverband leben.

Im Frühjahr 2017 haben die Lebenshilfe Salzburg und die Caritas Salzburg den Zuschlag für die Durchführung des Pilotprojektes „Persönliche Assistenz im „Dienstleister:innenmodell" erhalten. Nach dem Auslaufen der Pilotprojektphase Ende April 2019 wurde das Projekt in ein reguläres Dienstleistungsangebot übergeführt.

Ende des Jahres 2025 nahmen 41 Personen die Persönliche Assistenz (maßgeschneiderte Unterstützung zu Hause und in der Freizeit) der Lebenshilfe Salzburg in Anspruch. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr 2024 um 408.000 (+ 19,8 %) auf € 2.466.000. Insgesamt 85 Assistent:innen (2024: 71) standen dafür im Einsatz.

¹ ESDM steht für Early Start Denver Model. Es ist ein wissenschaftlich fundiertes, verhaltenstherapeutisches Frühinterventionsprogramm für Kleinkinder

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
4115Summe Salden FiBu - Konten
JahrErlöse Stundensatz Persönliche Assistenz (PA)
20252.466
20242.058
2023
2022
2021033
2020
2019
2018
2017 80
500 Werte in EUR 1.0001.0001.5002.0002.500

Für das Jahr 2026 wird ein weiteres Umsatzwachstum erwartet.

Das Geschäftsergebnis und die Ertragslage

Die Umsatzerlöse haben sich von € 55.137.515,58 im Jahr 2024 um 7,8 % auf € 59.457.818,17 erhöht. Dies ist – wie bereits 2024 - v. a. auf die jährliche Erhöhung der Leistungstarife und einer Mengensteigerung (zusätzliche Klient:innen) zurückzuführen.

Im September 2014 wurde mit dem Land Salzburg vertraglich vereinbart, dass im Zusammenhang mit Abfertigungsleistungen durch das Land Salzburg die noch nicht erfolgten (abgezinsten) Differenzzahlungen in den Jahresabschlüssen als Eventualverbindlichkeiten darzustellen sind. Seit diesem Jahr folgt der Jahresabschluss der Lebenshilfe Salzburg gGmbH dieser Vereinbarung.

Die Eigenkapitalquote liegt mit 26,6 % (2024: 31,2 %) über dem URG-Richtwert von 8 %.

In dieser positiven URG-Kennzahl für 2025 kommt zum Ausdruck, dass es trotz aller finanzieller und organisatorischer COVID-19-Herausforderungen in den Jahren 2020 - 2022 und des seit dem Februar 2022 massivsten Krieges auf europäischen Boden seit 1945 - auch dank öffentlicher Förderungen und Unterstützungen - gelungen ist, die letzten Geschäftsjahre 2020 – 2025 jeweils mit einem Jahresüberschuss abzuschließen.

Aufgrund der hohen Eigenmittelquote und des sehr hohen Finanzmittelbestandes wird der Forderung des Landes Salzburg zur Rückzahlung von „Uberschüssen" Rechnung getragen und 2025 erstmals bilanziell eine „Rückstellungsforderung Land Salzburg" in Höhe von EUR 1.861.000,00 ausgewiesen.

Neben einer äußerst vorsichtigen ausgabenseitigen Geschäftsgebarung und rollierender Neuplanung und -budgetierung waren die unter dem Punkt Geschäftslauf 2025 ausgeführten Faktoren maßgeblich für das positive Jahresergebnis verantwortlich.

Die Liquidität des Unternehmens ist für das Jahr 2025 als sehr gut zu bezeichnen. Höhere Zinserlöse durch kurz- und mittelfristige festverzinste Termineinlagen konnten erzielt werden.

Aufgrund der anhaltend hohen Zahlungsmoral des Landes Salzburg bestand zu keiner

Zeit die Notwendigkeit Fremdkapital zur Bedienung von Verbindlichkeiten aufzunehmen.

Die Gesamtsumme der liquiden Mittel hat sich im Jahr 2025 im Ausmaß von rd.

€ 2.291.000 gegenüber 2024 erhöht.

Finanzlage

ZAHLEN 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
2025
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit2 464 517
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit-167 296
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-6 196
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbe-
2 291 026
standes
Stand zum 1.1.20254 047 997
+ zahlungswirksame Veränderung2 291 026
Stand zum 31.12.20256 339 022

Aufgrund der Darstellung kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.

Vermögenslage ZAHLEN 2025

BILANZ 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Verände-
31.12.202531.12.2024rung
TETE0TC
A K T I V A
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögens-
gegenstände1911,42272,1-36
Sachanlagen1 1908,61 28611,7-96
Finanzanlagen10,010,00
Summe Anlagevermö-
gen1 38210,01 51413,7-132
Umlaufvermögen
Vorräte20,010,01
Lieferforderungen5 50339,95 06945,9434
Sonstige Forderungen4813,53433,1138
Flüssige Mittel6 33946,04 04836,72291
Summe Umlaufvermö-
gen12 32589,49 46185,82864
Rechnungsab-720,5580,514
grenzungsposten
Summe Aktiva13 779100,011 033100,02746

BILANZ 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
Verände-
31.12.202531.12.2025rung
Te%Te%TC
P A S S I V A
Eigenkapital
Stammkapital700,5700,60
Rücklagen3 23023,42 81425,5416
Bilanzgewinn/-verlust120,11411,3-129
Investitionszuschüsse1 3359,71 32312,012
Summe Eigenkapital4 64733,74 34839,4299
Fremdkapital
Rückstellungen für
Abfertigungen8806,49929,0-112
Sonstige Rückstellungen4 87235,42 51122,82361
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten00,000,0
Lieferverbindlichkeiten5273,86886,2-161
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen7415,45745,2167
sonstige Verbindlichkeiten2 035 8 17514,8 59,31 859 5 63216,8 51,0176 2543
Rechnungsabgren-
zungsposten770,6610,616
Summe Fremdkapital9 13266,36 68560,62447
Summe Passiva13 779 100,011 033100,02746

Aufgrund der Darstellung in TC kann es sowohl aktiv- als auch passivseitig zu Rundungsdifferenzen kommen.

Forschung und Entwicklung

Eigene Forschungs- und Entwicklungsbereiche werden nicht unterhalten.

Zweigniederlassungen

Die Lebenshilfe Salzburg gGmbH betreibt im Bundesland Salzburg an rund 90 Standorten2 Frühförderungs- sowie Familienbegleitungseinrichtungen, einen integrativen und heilpädagogischen Kindergarten in der Stadt Salzburg, ein Ambulatorium für Entwicklungsdiagnostik und Therapie, diverse Werkstätten sowie differenzierte Wohnangebote zur Förderung und Unterstützung von Menschen mit intellektueller und mehrfacher Behinderung.

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise ab 2020 sowie des im Frühjahr 2022 noch folgenden Ukrainekrieges kam es in den vergangenen Jahren bei der Lebenshilfe Salzburg im Geschäftsverlauf zunächst zu starken Kostensteigerungen im Sachkostenbereich (siehe dazu auch die Ausführungen im Lagebericht - Seite 3) – eine wesentliche Ursache dafür war die sehr stark gestiegene Inflation, die insbesondere durch stark steigende Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise getrieben wurde und wird.

Zwischenzeitlich – und das gilt auch noch für 2025 – konnten durch konzertierte Maßnahmen auf europäischer Ebene die Energiekosten-Explosion abgemildert werden. Die Preise für Energie und daraus gewonnenen Produkten wie Treibstoffe bleiben aber dennoch auf einem hohen Niveau, die sowohl Private als auch Unternehmen sehr stark belasten. Der erst Ende Februar 2026 neu ausgebrochene IRAN-USA-Krieg hat zu einem weiteren massiven Preisanstieg bei den Treibstoffen geführt und belastet sowohl nationale Haushalte, Unternehmen als auch Private stark.

Positiv war, dass das Land Salzburg dieser Entwicklung bereits ab 2023 Rechnung getragen hat und die Leistungstarife bereits in diesem Jahr um 9,62% und 2024 um 8,57 % erhöht hat, womit einerseits die kollektivvertragliche Erhöhung der Gehälter sowie andererseits der starke Inflationsschub im Sachkostenbereich ausgeglichen werden konnte.

Ein Vertragsabschluss mit dem Land Salzburg für den Vertragszeitraum 2023 – 2025 konnte nicht erreicht werden. Bereits im Jänner 2025 hat aber die Sozialabteilung des Landes Salzburg die Leistungstarife 2025 auf Basis der üblichen Valorisierungsregeln angehoben hat und auch die Abfertigungs-Refundierungen wie in den Vorjahren vorgenommen.

Aufgrund der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte und dem daraus resultierenden hohen Konsolidierungsbedarf ist unsicher, ob das Land Salzburg in naher Zukunft bereit ist, Mehrjahresverträge abzuschließen. Es ist davon auszugehen, dass die Tarifanpassungen jährlich neu zu verhandeln sind und diese in den Jahren 2026 und 2027 deutlich unter der Inflationsrate bzw. den SWÖ-KV-Abschlüssen liegen werden.

Interne Berechnungen ergeben einen Einsparungsbedarf von rd. € 1,0 Mio. für die Jahre 2026 und 2027.

Die Lebenshilfe strebt an, dass zumindest die materiell-rechtlichen Vertragspunkte, insbesondere aber die Abfertigungsregelung, schriftlich in einem Mehrjahresvertrag fixiert werden.

Mittelfristige Entwicklungen

Ein Paradigmenwechsel von institutioneller Versorgung hin zu individueller Unterstützung wird weiter voranschreiten und die Lebenshilfen werden daher ihre Dienstleistungen noch stärker an die individuellen Wünsche, Bedarfe und Lebensentwürfe von Menschen mit Behinderungen ausrichten (z. B. Persönliches Budget, Assistenzmodelle, selbstbestimmtes Wohnen). Die Digitalisierung und neue Technologien verändern Unterstützungsangebote und fordern, dass Lebenshilfen auch in digitale Infrastrukturen investieren, Mitarbeitende sowie Klient:innen digital schulen und sich darüber hinaus mit dem Einsatz von KI-Systemen auseinandersetzen.

Grundsätzlich werden alle unsere Dienstleistungen nach wie vor, insbesondere aber in den Bereichen Werkstätten, Wohnen und Persönliche Assistenz, stark nachgefragt. Die Verbreitung des Inklusionsprinzips bleibt uns dabei ein zentrales Anliegen.

Im Marktumfeld der Lebenshilfe Salzburg gGmbH sind seit einigen Jahren auch andere Mitbewerber tätig. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser – im Sinne einer Wahlfreiheit für die Klient:innen – begrüßenswerte Trend weiter verstärken wird.

Risikomanagement

Sowohl die Covid-19-Krise ab dem Jahr 2020, der auch im Berichtszeitraum fortdauernde Ukraine-Krieg ab dem Februar 2022 als auch der 2026 neu entflammte IRAN- USA-Krieg haben gezeigt, dass Bedrohungen, die als unwahrscheinlich und in weiter Ferne liegend wahrgenommen wurden, schnell zu sehr unmittelbaren Problemen führen können.

Für die Lebenshilfe Salzburg gGmbH lassen sich folgende allgemeine Risikofelder feststellen:

• Umfeldrisiken aufgrund externer Einflüsse:

Geplante, notwendige Sparmaßnahmen im öffentlichen Bereich auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene, die demographische Entwicklung und ein anhaltend niedriges Wirtschaftswachstum werden die finanzielle Basis sozialer Unternehmen auf weitere Jahre erheblich belasten. Wir gehen daher davon aus, dass es in den kommenden Jahren zu spürbaren Kürzungen bei den Leistungsentgelten kommen wird und mit einem entsprechenden Konsolidierungskurs gegengesteuert werden muss.

Neue Verordnungen im Bereich Arbeits-, Daten- und Gebäudesicherheit sowie im Bereich des Heimaufenthaltsgesetzes, die mit erheblichen Mehrkosten verbunden sind und im gegenwärtigen Tarifmodell nicht gedeckt werden. Diese betreffen

• Leistungswirtschaftliche Risiken:

insbesondere die barrierefreie Gestaltung der Einrichtungen sowie Lift- und Bädersanierungen.

• Personalrisiken: fachlich qualifiziertes Personal (Pflegekräfte, Leitungskräfte) ist aufgrund hoher Konkurrenz und eines allgemeinen Arbeitskräftemangels in allen Wirtschaftsbereichen, insbesondere aber im Gesundheits- und Sozialsektor schwer zu finden (’War for Talents’). Im Geschäftsjahr 2025 waren konstant 24 (3,7%) von 654 Plandienstposten nicht besetzbar, 2024 waren es 22 Plandienstposten.

Positiv kann sich hingegen weiterhin auswirken, dass sowohl der Bund als auch das Land Salzburg eine überkollektivvertragliche Erhöhung der Gehälter für das Betreuungspersonal finanzieren.

Ab 2026 und den Folgejahren besteht wieder das Risiko, dass die Gehaltsabschlüsse des Kollektivvertrags der Sozialwirtschaft Österreich (deutlich) über den Tarifanpassungen gemäß dem Leistungsvertrag mit dem Land Salzburg liegen werden.

• Personalkostenrisiken: • Allgemeine operative Risiken: • Strategische Risiken: • Finanzielle Risiken:

Cybercrimerisiken und IT-Ausfälle sowie fehlerhafte Prozesse oder mangelnde Kontrollen könnten die Erbringung der Dienstleistungen verhindern bzw. erschweren.

Durch den Verlust von Schlüsselpersonen (frühzeitiges Ausscheiden bzw. Pensionierungen ohne rechtzeitige Nachbesetzungen) könnte es im Bereich des Humankapitals zum Verlust eines strategisch wichtigen Wissenstandes kommen.

Durch den Ausfall von Schuldnern (Debitoren) besteht in einem zum Gesamtumsatz geringen Umfang auch ein finanzielles Risiko. Hierbei kann es sich sowohl um den Zahlungsausfall von erbrachten Dienstleistungen im Betreuungssettings handeln (z. B. Teilnahme an Urlaubsaktionen oder Gastwohnen) als auch im Kontext von Produktionsleistungen (Produktverkäufe, Auftragsleistungen).

All diesen potenziellen Geschäftsrisiken wird grundsätzlich durch systematische Planungen und Budgetierungen sowie laufende Soll-Ist-Analysen als auch durch das Mahnwesen entgegengewirkt.

Nicht finanzielle Leistungsfaktoren

Die Lebenshilfe Salzburg gGmbH hatte mit Stichtag 31.12.2025 einen Personalstand von 981, davon aktiv 941 (2024: 907) Mitarbeiter:innen. Der weibliche Anteil am Gesamtpersonalstand betrug 72,0 % (2024: 70,1 %).

84,8 (2024: 84,0) Prozent der Mitarbeiter:innen waren teilzeitbeschäftigt.

Salzburg, am 29. Mai 2026

Guidc Güntert

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