Inhaltsverzeichnis
Freudenthaler GmbH & Co KG
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1 Allgemeines
Das Unternehmen ist in den Bereichen Entsorgung, Abfallbehandlung, Sanierung und Tankanlagen tätig. Das Tätigkeitsfeld umfasst vor allem die Sammlung und Behandlung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen sowie Gewerbeabfällen, die Wartung und Reinigung von Ölabscheidern, die Reinigung und Sanierung von Tanks sowie den Handel mit Tanks.
1.2. Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2025 sind die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 9,9% gestiegen. Das Rohergebnis beträgt EUR 12.151.392 und ist gegenüber dem Vorjahr um 4,8% gestiegen.
Im Aufwandsbereich erhöhen sich die Löhne und Gehälter gegenüber dem Vorjahr um EUR 515.500 bzw. 12,7%. Darin enthalten sind jedoch auch die Gehaltsaufwendungen für die Führungskräfte der Komplementär-GmbH in Höhe von EUR 922.000,00. Ohne Berücksichtigung der Gehaltsaufwendungen der Führungskräfte haben sich die Löhne und Gehälter um EUR 406.500,00 gegenüber dem Vorjahr vermindert. Der Materialaufwand und die Aufwendungen für bezogene Leistungen erhöhen sich um EUR 1.684.315 bzw. 15,3%. Die Abschreibung reduziert sich um EUR 64.994.
Das Jahresergebnis beträgt EUR 3.069.044 (Vorjahr EUR 3.318.356).
Die Bilanzsumme beträgt EUR 11,259 Mio. (Vorjahr EUR 10,573 Mio.). Aktivseitig entfallen davon auf das Anlagevermögen EUR 5,296 Mio. (Vorjahr EUR 5,306 Mio.), auf das Umlaufvermögen EUR 5,654 Mio. (Vorjahr EUR 5,001 Mio.) und auf die aktive Rechnungsabgrenzung EUR 0,308 Mio. (Vorjahr EUR 0,267 Mio.).
Auf der Passivseite der Bilanz wird ein Eigenkapital von EUR 3,819 Mio. (Vorjahr EUR 4,075 Mio.) ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf insgesamt EUR 4,664 Mio. (Vorjahr EUR 3,112 Mio.).
1.3 Analyse mittels der wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren
Kennzahlen der Vermögensstruktur
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Anlagevermögen * 100 Anlagenintensität (in %) | ||
| Gesamtvermögen | 47,04 | 50,18 |
| Sachanlagenintensität (in %) Sachanlagevermögen * 100 | ||
| Gesamtvermögen | 46,78 | 49,67 |
| Finanzanlagevermögen * 100 Finanzanlagenintensität (in %) | ||
| Gesamtvermögen | 0,17 | 0,00 |
| Vorräte * 100 Lagerintensität (in %) | ||
| Gesamtvermögen | 0,04 | 0,04 |
Kennzahlen der Kapitalstruktur
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Vertikale Kapitalstruktur (in %) | ||
| Eigenkapital (adaptiert) * 100 Eigenkapitalanteil (adaptiert) | ||
| Gesamtkapital | 34,73 | 39,76 |
| Fremdkapital * 100 Fremdkapitalanteil | ||
| Gesamtkapital | 65,27 | 60,24 |
| Horizontale Kapitalstruktur (in %) | ||
| Anlagendeckungsgrad I Eigenkapital (adaptiert) * 100 | ||
| Anlagevermögen | 73,82 | 79,22 |
| (EK (adapt.) + langfr. FK) * 100 Anlagendeckungsgrad II | ||
| Anlagevermögen | 83,40 | 91,32 |
Kennzahlen der Kreditstruktur
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| Anteil des kurzfristigen | kurzfristiges Fremdkapital | ||
| Fremdkapitals (in %) | Summe Fremdkapital | 93,09 | 89,92 |
| Anteil des langfristigen | langfristiges Fremdkapital | ||
| Fremdkapitals (in %) | Summe Fremdkapital | 6,91 | 10,08 |
Cash-Flow
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| Ergebnis vor Steuern | 3.079.471 | 3.334.881 |
| +Abschreibungen des Anlagevermögens | 688.804 | 753.798 |
| -Auflösung von Investitionszuschüssen | -44.089 | -22.228 |
| +Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen | 0 | 583 |
| Gewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen | -67.377 | -229.408 |
| -/+Beteiligungserträge, Erträge aus Wertpapieren sowie | ||
| sonstige Zinserträge/sonstige Zinsaufwendungen | -40.270 | -62.635 |
| Cash-Flow aus dem Ergebnis | 3.616.539 | 3.774.990 |
| -/+Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen a L+L | ||
| sowie anderer Aktiva | -911.267 | -52.322 |
| +/-Zunahme/Abnahme von Rückstellungen | -572.406 | -38.882 |
| +/-Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten a L+L | ||
| sowie anderer Passiva | 1.552.613 | -28.744 |
| -Zahlungen für Ertragsteuern/Steuerumlage | -10.427 | -16.524 |
| Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit | 3.675.052 | 3.638.518 |
| Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit | -563.550 | -388.413 |
| Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit | -3.326.865 | -2.926.413 |
1.4. Nachtragsbericht
Nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2025 sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.
2. Bericht über die zukünftige Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1. Zukünftige Entwicklung des Unternehmens
Wie in den Vorjahren, ist das vorrangige Ziel, die Qualität der Leistungen und Produkte fortlaufend zu ergänzen und zu optimieren, um die bestehende Vorreiterrolle im Entsorgungsbereich in den kommenden Jahren weiter auszubauen und sich ausreichend Markanteile zu sichern. Das Jahr 2025 ist zwar wiederum gut angelaufen, jedoch haben sich die Kosten für die Entsorgung massiv erhöht. Die wirtschaftliche Stimmung in Österreich und insbesondere in der Industrie mahnt zu vorsichtigem Umgang in allen Kostenbereichen. In Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen Lage erachten wir es als sehr große Herausforderung, das Ergebnis des Vorjahres zu halten.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das Unternehmen erstellt jährlich eine SWOT Analyse, aus der die Chancen und Risken ersichtlich sind unter anderem sind dies:
Mitarbeiter:
Das Unternehmen verfügt über eine Belegschaft langjähriger Mitarbeiter mit entsprechend großer Fach- und Marktkenntnis. In den kommenden Jahren gilt es qualifizierte Mitarbeiter, welche in den Ruhestand gehen werden, vorzeitig gut nachzubesetzen und das jahrelang aufgebaute Know-How durch ein aktuelles Business Excellence System, Einschulungspläne und gute Integration, zu sichern. Ein klares Risiko besteht weiterhin in Bezug auf die Personalbeschaffung bzw. das Problem geeignetes Personal am Arbeitsmarkt zu finden. Es sind hier jedoch Tendenzen erkennbar, dass es am Arbeitsmarkt Veränderungen gibt, welche dazu führen, dass mehr Personen nach Arbeit suchen bzw. suchen müssen.
Investitionen:
Das Konzept, im Bereich innovativer Technologien (Hightechanlagen) fortlaufend Investitionen zu tätigen, wird konsequent weiterverfolgt. Da ist einerseits eine der wesentlichen Voraussetzungen, dass vom Unternehmen eine effiziente Entsorgung und somit der Schutz der Umwelt garantiert werden kann andererseits wird diese Weiterentwicklung auch vom Markt gefordert. Das Unternehmen hat in den vergangen zwei Jahren auch umfangreiche Investitionen in den nicht operativen Bereich wie Büroflächen und Ausstattung investiert und damit attraktive Arbeitsplätze geschaffen.
Kundenbindung:
Die Kundenbindung wird mit dem Angebot einer lückenlosen Gesamtentsorgung aus einer Hand und dem konsequenten Eingehen auf Kundenwünsche kontinuierlich umgesetzt. In Bezug auf die schwächelnde Konjunktur gilt es jeden Kunden zu halten und vor allem auch über Neukundenakquise Marktanteile zu sichern bzw. auszubauen.
Sicherheitsstandards:
Um den hohen Sicherheitsanforderungen in der Abfallbranche zu entsprechen ist die ständige Evaluierung des Istzustandes des gesamten Firmengeländes und der Fahrzeugflotte notwendig, um daraus laufend Maßnahmen zur Verbesserung abzuleiten. Entsprechende Personalressourcen bzw. Geschäftsbeziehungen mit externen Partnern sind dafür bereitgestellt.
Brandrisiko:
Der sogenannte Future Waste – wie zB die Lithium-Ionen-Batterien stellen die Entsorgungsbranche im gesamten vor riesige Herausforderungen. Hier wurde von den Produzenten nicht von der Wiege bis zur Bahre gedacht – dh. es hat sich niemand über die Entsorgung Gedanken gemacht. Das Brandrisiko ist hier unvergleichlich hoch und hält nach wie vor die Entsorgungsbranche in ganz Europa in Atem. Fehlerwürfe können nicht vermieden werden. Geschultes und aufmerksames Personal in Zusammenhang mit der neuesten Technik in Bezug auf Branderkennung und Brandbekämpfung können das Risiko in vertretbaren Grenzen halten, aber nicht ausschließen.
Inflationsrisiko:
Das Inflationsrisiko war zu Beginn vom Jahr 2025 noch voll gegeben. Im Jahr 2025 zeigt sich eine leicht positive Entwicklung in Bezug auf die Inflation bzw. eine Wirkung der politischen bzw. zinspolitischen Maßnahmen. Inwiefern die wirtschaftliche Belastung durch diese Maßnahmen hier nachhaltige Auswirkungen nach sich zieht, ist nicht abschätzbar. Ob in Zukunft mit einer Erhöhung der nicht einbringlichen Forderungen zu rechnen ist bleibt abzuwarten – aktuell sind hier jedoch keine Tendenzen zu erkennen.
2.3. Finanzielle Risiken und Risikobericht bezüglich originärer (z.B. Aktien, Anteile, Anleihen, Darlehen) und derivativer (z.B. Optionen, Swaps, Futures) Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden im Unternehmen derzeit nicht eingesetzt.
Forderungsausfälle und dadurch entstehende Liquidationsrisiken stellen durch die herausfordernde wirtschaftliche Situation in Bezug auf Kostensteigerungen ein größeres Risiko als in den Vorjahren dar. Demzufolge werden verstärkt Bonitätsauskünfte von Kunden eingeholt. Im Normalbetrieb ist das Forderungs- und Mahnwesenmanagement sehr gut aufeinander abgestimmt, sodass negative Veränderungen in diesem Bereich sofort erkennbar wären.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Ein Großteil der übernommenen Abfälle wird in eigenen Anlagen behandelt. Die betriebliche Forschung und Entwicklung ist in erster Linie darauf ausgerichtet, die jeweils umweltschonendsten und ressourcensparendsten Methoden bei der Behandlung von Abfällen zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit Universitäten wird laufend gesucht, Kongresse und Messen besucht und Projekte im Bereich des Recyclings umgesetzt. Der Weg vom Abfallbehandler zum Ressourcenmanager wird – wo immer möglich – konsequent verfolgt.
4. Bericht über Zweigniederlassungen
Der Sitz der Firma ist Inzing (Europastraße Zirl). Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
Inzing, am 05.08.2026
Ingeborg Freudenthaler