Inhaltsverzeichnis
LOHN.SICHER.SERVICE.
1 Einleitung – Insolvenzsituation in Österreich
Das Insolvenz- und Insolvenzentgeltsicherungsgeschehen in Osterreich im Jahr 2025 lässt sich vor dem Hintergrund der makroökonomischen Rahmenbedingungen wie folgt skizzieren1:
• Nach zwei Jahren anhaltender Rezession - im Jahr 2023 mit einem rückläufigen Bruttoinlandsprodukt iHv. -0,8 % sowie im Jahr 2024 iHv. -0,7 % erholte sich die österreichische Wirtschaft im Jahr 2025 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 0,6 %. • Die Industrie verzeichnete nach dem signifikanten Rückgang im Vorjahr iHv. 5,6 % im Jahr 2025 ein BIP-Wachstum in Höhe von 1,2 %. Neben dem industriellen Sektor gab es auch im Handel eine Zunahme des Wachstums in Höhe von 0,9 %2. Die Entwicklung der Ausrüstungsinvestitionen verlief mit einem Wachstum von 9,2 % 3 sehr dynamisch, während die Bauwirtschaft nach wie vor mit -2,9 % rückläufig war. • Die Dynamik am Arbeitsmarkt war im Berichtsjahr 2025 weiterhin hoch. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2024 auf 7,0 % nochmals auf 7,4 % im Jahr 2025 4. • Im Jahr 2025 wurde erneut eine Zunahme der Unternehmensinsolvenzen registriert. Laut KSV1870 ist die Zahl der Firmeninsolvenzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 3,4 % auf 6.810 Insolvenzfälle angestiegen. Gleichzeitig wurde ein Anstieg der Zahl der mangels kostendeckendem Vermögen nicht eröffneten Insolvenzverfahren um rund 8 % auf 2.624 Fälle verzeichnet3. • Im Gesamtjahr 2025 wurden bei der IEF-Service GmbH 24.099 Antragsteller:innen (ASt) verzeichnet®, was einem Rückgang von 27,5 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Auch der KSV1870 meldete mit 21.900 betroffenen Arbeitnehmer:innen einen deutlichen Rückgang von rund 26 % im Vergleich zum Vorjahr2. Damit hat sich die Entwicklung der Antragsteller:innenzahlen im Jahr 2025 empirisch von der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen abgekoppelt. • Im Gegensatz zum Jahr 2024 wurden im Jahr 2025 keine Großinsolvenzen mit mehr als 1.000 ASt registriert. Von den im Berichtsjahr bei der IEF-Service GmbH eingegangenen 3.030 Sicherungsfällen entfielen lediglich 3,5 % auf die Unternehmensinsolvenzen 31 bis 100 ASt und 0,6 % (entspricht 19 Sicherungsfällen) auf die Unternehmensgröße mit über 100 ASt“®.
¹ Quelle: IEF-Service GmbH, WIFO sowie Kreditschutzverband 1870
² Quelle: WIFO-Konjunkturprognose 1/2026 vom April 2026 für die Jahre 2026 bis 2027.
3 Quelle: WIFO-Konjunkturprognose 1/2026 vom April 2026 für die Jahre 2026 bis 2027, Übersicht 7.
4 Quelle: WIFO-Konjunkturprognose 1/2026 vom April 2026 für die Jahre 2026 bis 2027. Arbeitslosenquote nach nationaler Defini-
tion des Arbeitsmarktservice
5 Quelle: KSV1870 Insolvenzstatistik des Jahres 2025 final, 13.01.2026.
6 Quelle: IEF-Service GmbH.
7 Quelle: KSV1870 Insolvenzstatistik des Jahres 2025 final, 13.01.2026.
9 Quelle: IEF-Service GmbH. Sicherungsfälle sind alle Insolvenzen, in denen zumindest ein Antrag auf Insolvenzentgelt bei der IEF-
Service GmbH eingebracht wird.
• Dennoch verzeichnete der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) mit einem Auszahlungsvolumen in Höhe von € 305,5 Mio. (zum Vergleich das Jahr 2024: € 270,3 Mio.) das historisch höchste Niveau an Insolvenzentgelt-Auszahlungen seit Gründung der IEF-Service GmbH im Jahr 2001. Hauptverantwortlich dafür sind die Auszahlungen für die Großinsolvenzen der KTM-Gruppe sowie des Möbelhandelsunternehmens Kika-Leiner, deren Eröffnungen Endes des Jahres 2024 erfolgten. In diesen Fällen wurden die Anträge auf Insolvenzentgelt durch die Beschäftigten größtenteils noch im Jahr 2024 eingebracht, während die Auszahlungen, insbesondere der Ansprüche aus der Beendigung von Arbeitsverhältnissen überwiegend im Jahr 2025 erfolgtena.
2 Schwerpunkte des Jahres 2025
2.1 Absicherung der Betriebspflicht
Für die Rechenzentren am Standort Wien wurde eine auf zehn Stunden Betriebsdauer ausgelegte Notstromversorgung mittels Batterie in Betrieb genommen. Diese ist ein wesentlicher Baustein zur Absicherung der Erfüllung der Betriebspflicht für den Eintrittsfall eines Brown-Out-Szenarios (partielle Abschaltung des Stromnetzes zur Vermeidung eines Blackouts).
2.2 Standortezusammenführung
Im Rahmen des Projektes abschließende Standortereform war die Zusammenlegung der Standorte Salzburg mit Linz sowie des Standortes Klagenfurt mit Graz zum Stichtag 01.01.2026 vorgesehen. Auf Weisung des Aufsichtsministeriums wurde die Projektabwicklung sistiert und als neuer Umsetzungstermin der Stichtag 01.01.2028 festgelegt. Dementsprechend wurden in wirtschaftlich bestmöglicher Weise die aufschiebbaren Projektabschnitte identifiziert und die zwischenzeitlich bereits in Angriff genommenen Umbauarbeiten und Investitionen finalisiert bzw. am neuen Umsetzungsstichtag ausgerichtet.
2.3 Verbesserung der Cybersecurity
Im Jahr 2025 wurde eine sogenannte Sandbox zur automatisierten Überprüfung von E-Mail-Attachements auf Schadsoftware vor Einlangen bei den einzelnen User:innen implementiert.
2.4 Verbesserung der IT-Architektur
Im Berichtsjahr wurde die Erneuerung des Datenübertragungsnetzwerkes und die Virtualisierung der Datenleitungen finalisiert.
2.5 Überarbeitung des Risikoinventars
Im Jahr 2025 erfolgte eine Uberarbeitung des Risikoinventars. Dabei wurden folgende Chancen- /Risikofelder identifiziert, die in einem Zeitrahmen bis Ende 2028 mit Maßnahmen zur Risikominimierung bearbeitet werden:
• Sicherstellung der Betriebspflicht; • Schaden durch Cybercrime; • Finanzielle Risiken; • Absicherung einer qualitativ und quantitativ ausreichenden Ausstattung mit Mitarbeitenden zur Aufgabenerfüllung.
◦ Auf die genannten Großinsolvenzen entfielen rund € 60 Mio. an Insolvenzentgelt-Auszahlungen im Jahr 2025. Solche zeitversetzten Auszahlungen treten grundsätzlich jährlich auf, waren im Jahr 2025 jedoch aufgrund dieser Insolvenzen besonders ausgeprägt.
Im Jahr 2027 erfolgt die erneute, tourliche Überarbeitung des Risikoinventars.
2.6 Veranlagungen des IEF
Infolge des zur Abdeckung der laufenden Ausgaben bestehenden IESG-Zuschlagssatzes in Höhe von 0,1 % und der daraus resultierenden Einnahmen-Ausgabenrelation verringerte sich der Gesamtmittelbestand des IEF von € 648,5 Mio. im Jahr 2023 auf € 385,3 Mio. im Jahr 2024 und in weiterer Folge auf € 197,4 Mio. zum Stichtag 31.12.2025. Trotz des signifikanten Mittelabbaus konnten durch konsequente (Wieder-)Veranlagung freier liquider Mittel und mittels des aufgebauten Anleihenportfolios (mit etwas höheren Renditen als im Geldmarkt) Zinszuflüsse in Höhe von rund € 6,5 Mio. erzielt werden. Die EZB hat ihren Zinssenkungszyklus, der im Jahr 2024 begonnen hat, im Berichtsjahr fortgesetzt und den Einlagenzinssatz auf 2,0 % gesenkt. Die konsequente Wiederveranlagung der maximal frei verfügbaren Liquidität hat zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 2,23 % zum Stichtag 31.12.2025 geführt. Entsprechend den für die Zukunft zu erwartenden Liquiditätserfordernissen des IEF wurde die durchschnittliche Laufzeit im Portfolio sukzessive in den sehr kurzfristigen Bereich umgeschichtet. Zum Stichtag 31.12.2025 betrug sie zwei Monate. Sämtliche Vorgaben und Anforderungen der Veranlagungsrichtlinie wurden eingehalten.
2.7 Finanzielle Kennzahlen
Im Jahr 2025 beliefen sich die Gesamtaufwendungen der IEF-Service GmbH auf € 15.415.147,47 und lagen damit um 1,6 % unter den Gesamtaufwendungen des Jahres 2024 iHv. € 15.665.732,25.
Die gegenständliche Entwicklung ist maßgeblich auf die um 1,8 % oder € 233.603,15 verringerten Personalkosten aufgrund der anhaltenden Ruhestandsversetzungen von Beamt:innen sowie die um 18,9 % oder € 43.034,00 verminderten Aufwendungen für Abschreibungen, u.a. wegen der Sistierung der Umsetzung der Standortezusammenführung, zurückzuführen.
Da die IEF-Service GmbH nicht gewinnorientiert tätig ist und der Gesamtaufwand vom IEF zu tragen ist, sind Rentabilitäts- oder Ertragskennzahlen nicht aussagekräftig.
2.8 Nicht-finanzielle Kennzahlen
2.8.1 Entwicklung der Anträge auf Insolvenzentgelt
| Antragsbearbeitung | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Neuzugänge von Antragsteller:innen | 24.099 | 33.221 | -27,5% |
| Erledigte Geschäftsfälle | 28.355 | 28.125 | 0,8% |
| In Bearbeitung stehende Geschäftsfälle zum 31.12 | 7.765 | 12.255 | -36.6% |
| - davon mit Teilerledigung | 3.680 | 3.820 | -3,7% |
| - davon ohne Teilerledigung | 4.085 | 8.435 | -51,6% |
| Eingelangte Anträge | 31.442 | 40.783 | -22,9% |
| Erteilte Bescheide | 52.549 | 53.269 | -1,4% |
| - davon Zuerkennungsbescheide | 47.996 | 48.519 | -1,1% |
| - davon Abweisungsbescheide | 4.553 | 4.750 | -4,1% |
Das vorrangige Ziel der raschen Existenzsicherung der von Insolvenzen betroffenen Arbeitnehmer:innen konnte weiterhin erfolgreich sichergestellt werden.
| Durchschnittliche Bearbeitungsdauer | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Enderledigung | 2,83 Mon. | 2,57 Mon. |
| Erstzahlung | 1,72 Mon. | 1,57 Mon. |
2.8.2 Entwicklung der Forderungsbetreibung des IEF
Die IEF-Service GmbH ist gemäß den gesetzlich definierten Aufgaben auch für die Betreibung der auf den IEF übergegangenen Forderungen, die aus ausbezahlten Insolvenzentgelten resultieren, zuständig.
Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die einbringlich gemachten Regresszahlungen insolventer Unternehmen im Berichtsjahr um 47,2 % auf € 49,8 Mio. (inkl. Superquoten). Zum Vergleich: Im Jahr 2024 beliefen sich die Regresszahlungen auf € 33,8 Mio.!
Hauptverantwortlich für diese Entwicklung ist die langfristige Ausrichtung des Forderungsmanagements der IEF-Service GmbH und die Verteilung der Quoteneingänge aus den übergegangenen Forderungen über mehrere Jahre sowie die vergleichsweise hohen Barquoten1o, die im Berichtsjahr insbesondere im Falle von Großinsolvenzen vereinnahmt werden konnten.
3 Wirtschaftsbericht
3.1 Unternehmensrisiken
3.1.1 Geschäftstypische Unternehmensrisiken
Nach § 3 Abs. 1 IEF-Service-GmbH-Gesetz (IEFG) ist der Unternehmensgegenstand der IEF- Service GmbH die Besorgung von Aufgaben auf dem Gebiet der Insolvenzentgeltsicherung. Gemäß § 3 Abs. 5 IEFG besteht für diese nicht auf einen Markt oder auf Gewinn ausgerichtete Tätigkeit eine Betriebspflicht. Die Risikodefinition der IEF-Service GmbH umfasst sämtliche internen sowie externen Ereignisse, Umstände und Entwicklungen, die eine Erfüllung des Unternehmenszwecks und die Erreichung festgelegter Ziele positiv oder negativ beeinflussen können oder die das Vermögen der Gesellschaft oder des IEF schädigen könnten.
3.1.2 Finanzielle Risiken
Die IEF-Service GmbH ist kein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen, da der Insolvenz-Entgelt-Fonds den gesamten finanziellen Aufwand der Gesellschaft zu übernehmen und der Gesellschaft die erforderliche Liquidität zur Verfügung zu stellen hat (§ 4 Abs. 1 IEFG). Aus diesem Grund ist eine Cash-Flow-Analyse sowohl in absoluten Werten als auch in Relation zur Betriebsleistung nicht aussagekräftig.
Gemäß § 4 IEFG ist der IEF zur Tragung jenes finanziellen Aufwandes verpflichtet, der der IEF- Service GmbH aus der Betriebspflicht des § 3 Abs. 5 IEFG entsteht. Dabei ist es der Gesellschaft untersagt, einen Gewinnaufschlag zu verrechnen. Die Erfüllung dieser gesetzlichen Pflicht zur Kostentragung ist in der Finanzplanung des IEF für das Jahr 2026 sichergestellt.
19 Das Mindesterfordernis des IEF ist eine Barquote von zumindest 5 %, was einem Viertel der gesetzlichen Mindestquote eines Sanierungsplanes (ohne Eigenverwaltung) entspricht. Das konsequente Beharren des IEF auf diesen Mindestquoten hat mittlerweile dazu geführt, dass dieses Erfordernis bei Sanierungsplänen als Standard von den Schuldnervertretern und Insolvenzverwaltern angesehen wird.
Die Gesellschaft ist nicht auf dem Markt tätig, keiner Konkurrenz ausgesetzt und unterliegt keinen Einkaufs- oder Beschaffungsrisiken. Da der Verkauf von Leistungen nicht Unternehmensgegenstand ist, existiert auch kein Preis- oder Absatzrisiko.
Im Jahr 2025 wurden von der Gesellschaft keine Finanzinstrumente verwendet. Veranlagungen tätigt die Gesellschaft entsprechend § 3 Abs. 4 IEFG ausschließlich im Namen und auf Rechnung des IEF.
Aufgrund der oben angefühten gesetzlichen Rahmenbedingungen sind keine den Bestand der Gesellschaft bzw. deren Finanz- oder Ertragslage gefährdende Risiken absehbar.
3.1.3 Risiken für die Geschäftstätigkeit
Im Hinblick auf die erforderliche Ressourcenausstattung für die optimale Erledigung der operativen Aufgabenstellungen sowie die Gewährleistung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Insolvenz-Entgelt-Fonds sind für die Geschäftstätigkeit der IEF-Service GmbH im Jahr 2026 nachstehende Risiken relevant:
• Ein signifikanter Konjunktureinbruch: Ein angemessen hoher Liquiditätsbestand der Gebarung IEF ist pro futuro eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Funktionserfüllung des Insolvenz-Entgelt-Fonds als automatischer staatlicher Stabilisator. Infolge der nicht abschätzbaren weiteren makroökonomischen Auswirkungen der verschiedenen geopolitischen Krisen insbesondere im Hinblick auf die starke internationale Verflechtung der österreichischen Volkswirtschaft kann eine sprunghafte Insolvenzspitze bzw. -welle nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Derzeit liegen aber keine Hinweise oder Informationen für die skizzierte Entwicklung vor. Eine anhaltend dynamische Insolvenzentwicklung mit einer Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer:innen am oberen Ende der historischen Bandbreite im Jahr 2026 ist vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage, insbesondere der weltwirtschaftlichen Auswirkungen des Iran- Krieges, nicht auszuschließen. • Ein Blackout bzw. Brownout: Das Risiko von Stromnetzabschaltungen (Brownout) bzw. eines überregionalen Stromausfalls bis hin zu einem totalen Blackout hat sich insbesondere aufgrund geopolitischer Konflikte deutlich erhöht.
4 Forschung und Entwicklung
Im Berichtsjahr fanden keine Forschungsaktivitäten statt.
5
Ausblick auf das Jahr 2026
Im 1. Quartal 2026 verzeichnete der KSV187011 insgesamt 1.769 Unternehmensinsolvenzen, dies einem Rückgang um 1,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings erhöhte sich die Anzahl der mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffneten Insolvenzen um 9,5 % von 661 auf 724 Insolvenzfälle, während sich die eröffneten Insolvenzen um 7,8 % (von 1.134) auf 1.045 Insolvenzfälle rückläufig entwickelten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wurde bei der Anzahl der betroffenen Beschäftigten ein Rückgang um 1,7 % (von 5.800) auf 5.700 betroffene Dienstnehmer:innen verzeichnet.
Im gleichen Zeitraum verzeichnete die IEF-Service GmbH 7.289 Antragsteller:innen, dies entspricht einem Anstieg um 4,9 % gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Demgegenüber entwickelten sich die Insolvenzentgelt-Auszahlungen im Vergleich zum Vorjahresquartal mit € 62,2 Mio. um 30,0 % deutlich rückläufig.
11 KSV Insolvenzstatistik des 1. Quartals 2026 final, 15.04.2026
Die österreichische Wirtschaft befindet sich laut der rezenten Konjunkturprognose des WIFO12 nach zwei Jahren der Rezession weiterhin in einer verhaltenen Erholungsphase. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Anstieg der Energiepreise wirkt dämpfend auf den Konjunkturaufschwung der Weltwirtschaft, darüber hinaus sind die Zölle der USA weiterhin ein Down-Side-Risiko für die Prognose der makroökonomischen Entwicklung1a.
Für das Jahr 2026 wird vom WIFO im Hauptszenario ein reales Wirtschaftswachstum von 0,9 % und für 2027 von 1,3 % erwartet. Die Arbeitslosenquote verharrt gemäß dieser Prognose im Jahr 2026 auf dem hohen Niveau des Vorjahres iHv. 7,4 % und wird erst im Jahr 2027 auf 7,1 % sinken.
Vor den skizzierten Rahmenbedingungen sowie Konjunkturprognosen deuten erste empirische Abschätzungen darauf hin, dass im Jahr 2026 mit einer Bandbreite von rund 25.000 bis 29.000 Antragsteller:innen und im Jahr 2027 mit einer Bandbreite mit rund 24.000 bis 29.000 Antragsteller:innen gerechnet werden muss.
Für das Jahr 2026 sind für die IEF-Service GmbH insbesondere folgende Tätigkeitsschwerpunkte relevant bzw. prioritär:
• Projektstart für die Überarbeitung und technologische Neuausrichtung des zentralen Insolvenzbearbeitungsprogrammes Acta Nova; • Weitere Optimierungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Cybersecurity, insb. im Schulungsbereich; • Absolvierung des Brownout-Tests, in dessen Rahmen mit dem SMS-Gateway auch ein Mitarbeiter:innen-Notfallinformationssystem getestet wird; • Vorbereitung für das am 30.09.2026 in Kraft tretende NIS-2-Gesetz, nachdem die IEF-Service GmbH vom Aufsichtsministerium als wesentliche Einrichtung eingestuft wurde; • Durchführung der alle drei Jahre stattfindenden Mitarbeiter:innenbefragung; • Weiterentwicklung des Managementinformationssystems; • Ausbau des Employer Brandings; • Absicherung der Finanzierung des IEF.
Wien 8. Juni 2026
Mag. Wolfgang Pfabigan Geschäftstührer
fil Mag. Richard Fuchsbichler, MBA Geschäftsführer
12 WIFO-Konjunkturprognose 1/2026 vom April 2026 für die Jahre 2025 bis 2027.
13 Die Zahlenangaben aus der rezenten Konjunkturprognose des WIFO beziehen sich auf das Hauptszenario, sofern nicht explizit anders angeführt.