Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf
Überblick-Zusammenfassung
Das Jahr 2025 blieb aus wirtschaftlicher Sicht herausfordernd. In Österreich lag die Inflationsrate 2025 laut Statistik Austria bei 3,6 % und damit über dem Wert des Vorjahres von 2,9 %. Wesentliche Treiber waren insbesondere höhere Strompreise infolge des Auslaufens preisdämpfender Maßnahmen; zugleich nahm der Preisdruck bei Nahrungsmitteln wieder zu. Für die österreichische Gesamtwirtschaft erwartete WIFO nach zwei Rezessionsjahren für 2025 eine Stagnation des BIP und erst für 2026 wieder Wachstum von rund 1,2 %.
Im Jahresabschluss 2025 sind keine umgründungsbedingten Sondereffekte wie im Vorjahr ersichtlich; die Vergleichbarkeit zum Jahr 2024 ist daher wesentlich stärker gegeben als im Vorjahr. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 13,14 Mio. € auf 14,35 Mio. €, im Wesentlichen durch den Anstieg des Anlagevermögens und der liquiden Mittel.
Die Umsatzerlöse lagen mit knapp 24,5 M€ um nur 21 T€ unter dem Vorjahr. Gleichzeitig verringerte sich die Materialaufwandsquote von 60,6% auf 58,4 %. Diese Verbesserung ist neben den umgesetzten Preisanpassungen insbesondere auch auf operative Optimierungsmaßnahmen, eine verbesserte Planung und Steuerung sowie die erhöhte Transparenz durch das 2024 eingeführte ERP-System zurückzuführen.
Durch den Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl bei annähernd gleichbleibendem Umsatz verschlechterte sich die Personalaufwandsquote von 22,3% auf 24%.
Der Anstieg der sonstigen Aufwendungen um rund 395 T€ liegt primär in der gebildeten Rückstellung für Zollkosten iHv 600 T€, wohingegen der Transportaufwand sich um rund 160 T€ und der Instandhaltungsaufwand sich um rund 174 T€ verringert.
Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahrs
Der Jahresfehlbetrag sank im Vergleich zum Vorjahr um 89 T€ und beläuft sich auf -1.052 M€. Die EBIT- Rendite beträgt -3,7% und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,2% Punkte verbessert.
Finanzielle Leistungsindikatoren
| Eigenkapital | ||
|---|---|---|
| 2025 | 2024 | |
| Eigenkapital | 4.711.709,30 | 5.764.187,19 |
| Investitionszuschüsse | 185.482,24 | 211.637,96 |
| Eigenkapital inkl. I-Zuschüsse | 4.897.191,54 | 5.975.825,15 |
Eigenkapitalquote Eigenkapital Eigenkapital quote - gesamtkapital
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapital inkl. I-Zuschüsse | 4.897.191,54 | 5.975.825,15 |
| Rückstellungen | 1.264.596,11 | 755.172,66 |
| + Verbindlichkeiten | 8.191.646,90 | 6.405.365,27 |
| = Fremdkapital | 9.456.243,55 | 7.160.537,93 |
| Gesamtkapital | 14.353.434,55 | 13.136.363,08 |
| Eigenkapitalquote | 34,12% | 45,49% |
| Eigen kapitalrentabilität | ||
|---|---|---|
| Eigenkapitalrentabilitat - Eigenkapital | a | |
| 2025 | 2024 | |
| Ergebnis vor Steuern | -1.070.462,91 | -1.143.143,23 |
| Eigenkapital inkl. I-Zuschüsse | 4.897.191,54 | 5.975.825,15 |
| Eigen kapitalrentabilität | -21,86% | -19,13% |
| Cashflow gem. AFRAC 36 | ||
| 2025 | 2024 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 1.807.287,45 | -1.119.545,34 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -1.825.011,57 | -864.565,47 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 1.034.632,19 | 2.207.709,53 |
| Umsatzrentabilität nach Steuern | ||
|---|---|---|
| 2025 | 2024 | |
| Ergebnis nach Steuern | -1.052.477,89 | -1.141.905,24 |
| Umsatzerlöse | 24.462.921,08 | 24.483.863,33 |
| Umsatzrentabilität nach Steuern | -4,30% | -4,66% |
| Working Capital (Nettoumlaufvermögen) | ||
| 2025 | 2024 | |
| Umlaufvermögen | 5.988.148,07 | 5.676.055,41 |
| -langfristiges Umlaufvermögen | -3.780,00 | 0,00 |
| =kurzfristiges UV | 5.984.368,07 | 5.676.055,41 |
| -kurzfristiges Fremdkapital | -9.254.510,45 | -4.293.852,82 |
| =Nettoumlaufvermögen | -3.270.142,38 | 1.382.202,59 |
Nach dem Bilanzstichtag wurde durch die Gesellschafterin eine Maßnahme zur nachhaltigen Stärkung des Eigenkapitals der Gesellschaft in Höhe von MEUR 6,5 umgesetzt.
Nettoverschuldungsgrad Nettoversℎuldungsgrad = = Nettoversℎuldung Eigenkapital
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| verzinsliches Fremdkapital | 5.425.267,87 | 4.216.838,15 |
| -liquide Mittel | -1.290.775,48 | -273.867,41 |
| Nettoverschuldung | 4.134.492,39 | 3.942.970,74 |
| Eigenkapital inkl. I-Zuschüsse | 4.897.191,54 | 5.975.825,15 |
| Nettoverschuldungsgrad | 84,43% | 65,98% |
Absatzbereich
Im Geschäftsjahr 2025 entwickelte sich der Bereich Schaf/Ziege gegenüber dem Vorjahr positiv. Die Umsatzsteigerung ist dabei nicht ausschließlich auf Preis- bzw. Mixeffekte zurückzuführen, sondern wurde auch von einer positiven Absatzentwicklung getragen. Das Umsatzwachstum liegt bei ca. 9%, das Absatzvolumens in kg ist um ca. 8% gestiegen. Dies bestätigten die weiterhin gute Marktakzeptanz und die erfolgreiche Positionierung der Schaf- und Ziegenmilchprodukte.
Im veganen Segment blieb das Marktumfeld hingegen herausfordernd. Während das Absatzvolumen gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil blieb, lag der Umsatz ca. 3% unter dem Niveau des Vorjahres. Dies verdeutlicht den anhaltenden Wettbewerbs- und Preisdruck in diesem Marktsegment.
Unser Produktmix – davon ca. 60% im Segment Vegan und 40% im Segment Schaf/Ziege – ist weitestgehend stabil geblieben.
Es besteht ein klarer Fokus auf die Produktion und profitable Vermarktung von Joghurts mit dem Rohstoff Bio-Schaf- und Bio-Ziegenmilch im tierischen Segment und den pflanzlichen Basen Kokos, Mandel und Hafer im veganen Segment.
Investitionsbereich
Im Geschäftsjahr wurden Investitionen in Höhe von rund 1.95 M€ vorgenommen. Investitionsbereiche waren vor allem die Produktion und Gebäudeinfrastruktur.
Personalwesen
Die Personalaufwandsquote beträgt 24 % und ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,7% Punkte gestiegen.
Die durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitern beträgt 80 und hat sich um 5 Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr erhöht.
Die Lohnstückkosten standen aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation unter Druck.
Die Organisation blieb auch 2025 von einem angespannten Arbeitsmarkt, Fachkräftebedarf und kollektivvertraglichen Kostenentwicklungen geprägt. Die Weiterentwicklung der Organisation und die Stabilisierung der personellen Ressourcen bleiben daher zentrale Steuerungsthemen.
2. Geschäftschancen
Allgemeines Geschäftsrisiko
Jedes unternehmerische Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Aus diesem Grund ist ein wirksames Management von Chancen und Risiken der Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmens.
Branchen- und Preisrisiko
Das Branchenrisiko liegt in der Preisbildung am Absatz- und Beschaffungsmarkt. Das frühzeitige Erkennen sich abzeichnender Entwicklungen sind wichtige Bestandteile der Geschäftssteuerung.
Lager- und Bewertungsrisiko
Der Lagerbestand wird in Wartberg verwaltet. Das Risiko besteht insbesondere im falschen Zeitpunkt der Warenbeschaffung, in Preisvolatilität bei Rohstoffen und Verpackungen sowie in möglichen Wertberichtigungen bei schwer absetzbaren Beständen.
Risikomanagement
Das Unternehmen sieht sich außerhalb der operativen Unternehmenstätigkeit als äußerst risikoavers. Zur Risikovermeidung und -bewältigung werden im Unternehmen bewusst ausschließlich nur Risiken im operativen Geschäft eingegangen und dabei immer das Verhältnis zum möglichen Gewinn analysiert. Die wichtigsten Instrumente des Risikomanagements sind der Planungs- und Controllingprozess, die Einhaltung des Gesellschaftsvertrags und Gesellschafterbeschlüsse, die Einhaltung der österreichischen Gesetzgebung sowie die laufende, monatliche interne Berichterstattung gegenüber der Eigentümerin.
Finanzmanagement
Ein wesentliches Ziel des Finanzmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und die finanzielle Flexibilität sicherzustellen. Zu diesem Zweck wird eine Liquiditätsreserve in Form von ungenützten Kreditlinien von verbundenen Unternehmen bereitgestellt.
Das zinsbedingte Cash-flow-Risiko, das als das Risiko steigender Aufwands- oder sinkender Ertragszinsen definiert ist, wird vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Gesamtsituation als gegeben angesehen.
Ausfall- und Kreditrisiken
Der Forderungsbestand des Unternehmens begründet ein Forderungsausfallrisiko. Das Risiko besteht insbesondere in unerwarteten Ausfällen an Zahlungsmitteln und/oder Erträgen, sofern der Kunde nicht in der Lage ist, seinen Verpflichtungen innerhalb der vereinbarten Fälligkeit nachzukommen. Dem Bonitätsrisiko von Neukunden wird mittels Bonitätsauskunft und angepasster Zahlungsmodalitäten begegnet. Für bestehende Kunden wird das Ausfallsrisiko durch unmittelbar an die Fälligkeit angeknüpfte Mahnläufe und persönlichen Kontakt der Key Account Manager reduziert.
Darüber hinaus wird das Delkredererisiko im Wesentlichen durch externe Versicherungsdienstleister ausgelagert.
Währungsrisiken
Sind nicht gegeben, da sämtliche Geschäfte in Euro abgeschlossen werden.
Gesamtbeurteilung der Risiken
Die Risikolandschaft des Unternehmens hat sich im Geschäftsjahr 2025 weiter verschärft. Im veganen Segment prägen einerseits tiefere Marktpreise die Situation, andererseits verteidigt der Lebensmitteldiscount seine Rolle als Preisführer durch entsprechende Preispolitik. Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ergibt sich aus der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken des Unternehmens.
Forschung und Entwicklung
Die Innovations- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf die Themen Wohlbefinden („gut-health) und Produkte mit gesundheitlichem Zusatznutzen (Protein, Bifidus, Kefir, etc.). Durch unsere Expertise im tierischen und pflanzlichen Bereich können wir dem Konsumenten einen klaren Mehrwert bieten, den wir künftig noch stärker nutzen werden.”
Ausblick
Die Gesellschaft arbeitet derzeit an mehreren Produktentwicklungen und der Erweiterung bestehender Kundenbeziehungen. Darüber hinaus liegen konkrete Anfragen bedeutender Kunden vor, die zusätzliche Absatzpotenziale erwarten lassen. Vor diesem Hintergrund geht die Gesellschaft von einem Wachstum der Absatzmengen und einer positiven Umsatzentwicklung in den kommenden Geschäftsjahren aus.
Parallel dazu werden die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität konsequent fortgeführt. Die im Geschäftsjahr 2025 erzielte Verbesserung der Materialaufwandsquote bestätigt die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen. Schwerpunkte liegen insbesondere in der weiteren Reduktion von Schwund und Abfällen, der Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit sowie der Verringerung von ungeplanten Stillständen.
Die Investitionstätigkeit wird in den kommenden Jahren fortgesetzt. Für 2026 sind Investitionen in Höhe von rund 3,1 Mio. EUR vorgesehen, insbesondere im Zusammenhang mit der Erneuerung der CIP-Anlage sowie der Abfüllinfrastruktur. Für 2027 sind weitere Investitionen von rund 1,9 Mio. EUR geplant. Neben der kontinuierlichen Modernisierung der Produktionsanlagen stehen dabei auch Maßnahmen zur Unterstützung des künftigen Wachstums und zur Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten im Fokus.
Auf Basis der erwarteten Umsatzentwicklung, der laufenden Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie eines konsequenten Kostenmanagements wird für das Geschäftsjahr 2026 eine deutliche Verbesserung der Ertragslage gegenüber dem Vorjahr erwartet. Gemäß der aktuellen Mittelfristplanung soll sich die Ergebnisentwicklung weiter positiv fortsetzen, wobei für das Geschäftsjahr 2027 erstmals wieder ein positives operatives Ergebnis (EBIT) erwartet wird.
Die Finanzierung der gepianten Investitionen sowie des laufenden Geschäftsbetriebs ist durch die bestehende Finanzierung der Gesellschafterin und die nach dem Bilanzstichtag umgesetzte Stärkung der Kapitalstruktur sichergestellt.
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