Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T
der ARTELIA Austria GmbH zum 31.12.2025
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Das Geschäftsmodell der ARTELIA Austria GmbH (im Folgenden: ARTELIA) beinhaltet die Ausübung des Baumeistergewerbes, insbesondere das Projektmanagement für Bauvorhaben, das Planen, das Berechnen und das Leiten diverser Bauarbeiten.
1.1 Geschäft und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die österreichische Wirtschaft zeigte im Jahr 2025 nach zwei Jahren rückläufiger Wirtschaftsleistung eine leichte Erholung. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,6 %, womit die österreichische Wirtschaft erstmals seit 2022 wieder ein moderates Wachstum verzeichnete. Die konjunkturelle Entwicklung blieb jedoch insgesamt verhalten. Insbesondere die weiterhin schwache Entwicklung der Industrie und des Bauwesens belastete die wirtschaftliche Dynamik, während sich einzelne Dienstleistungsbereiche positiver entwickelten. Die privaten Konsumausgaben stiegen real um 1,0 %, die Bruttoanlageinvestitionen um 1,4 %, während die Exporte lediglich um 0,3 % zunahmen.1
Die Inflationsentwicklung blieb im Berichtsjahr ein wesentlicher Einflussfaktor. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in Österreich 2025 bei 3,6 % und damit über dem Wert des Vorjahres von 2,9 %. Maßgeblich für den neuerlichen Anstieg waren insbesondere höhere Energiepreise infolge des Auslaufens staatlicher Unterstützungsmaßnahmen, während auch die weiterhin vergleichsweise hohe Dienstleistungsinflation den Preisauftrieb stützte.2
Insgesamt war das wirtschaftliche Umfeld in Österreich im Jahr 2025 somit von einer beginnenden konjunkturellen Stabilisierung, jedoch weiterhin niedriger Wachstumsdynamik, einer erhöhten Inflation sowie einer angespannten Arbeitsmarktsituation geprägt. Zusätzlich wirkten geopolitische und handelspolitische Unsicherheiten.
Das Geschäftsjahr 2025 startete für die ARTELIA nicht zufriedenstellend. Rückläufige Umsätze mit einem Großkunden konnten weder durch neue Projekte noch mit bestehenden Kunden kompensiert werden. Dennoch konnte trotz abnehmender Gesamtleistung das prognostizierte Ergebnis erreicht werden.
1.2 Marktentwicklung und Branchenanalyse
Österreich deckt derzeit rund ein Drittel seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen, vor allem durch Wasserkraft und Biomasse. Im Verkehrsberech sowie bei der Erzeugung von Wärme (Heizung, Warmwasser, Industrie) ist der Bedarf an fossilen Energien hoch, weshalb insgesamt noch zwei Drittel des Energiebedarfs nicht erneuerbar sind. Um den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf mindestens 57 Prozent zu heben, wird vor allem der Ausbau von Photovoltaik und Wind für die Erzeugung von Strom stark angekurbelt. Zusätzlich
gilt es, den Verkehrs- und Wärmesektor auf Erneuerbaren-Kurs zu bringen, unter anderem mit klimafreundlichen und energieeffizienten Technologien wie zum Beispiel Wärmepumpen oder E-Fahrzeugen. Auch erneuerbare Gase wie Biomethan und Wasserstoff sind notwendig, um die Erneuerbaren-Anteile zu steigern.
Um den europäischen Green Deal voranzubringen und die damit verbundenen Ziele als Mitgliedsstaat zu erreichen, muss Osterreich den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf mindestens 57 Prozent steigern. Da sich Österreich zum Ziel gesetzt hat, bis 2040 klimaneutral zu sein, muss auch der Energieverbrauch bis dahin soweit möglich – also nahezu 100 Prozent - auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Diese ambitionierten Ziele erfordern eine drastische Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger.3
Insgesamt leitet die Geschäftsleitung daraus für ARTELIA ab: Für den Geschäftsbereich Multi- Site ist mit der Umsetzung der Verkehrswende und der technoökonomischen Überlegenheit von batteriebasierten Antrieben gegenüber anderen Technologien wie beispielsweise der direkten Nutzung von grünem Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen der Bedarf an den angebotenen Leistungen eindeutig. Mit dem Beschluss des EU-Parlaments zum Verkaufsverbot neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge ab 2035 ist auch politisch die Entscheidung zur Reduktion der THG-Emissionen im Verkehrssektor gefallen. Für ARTLIA bedeuten diese Trends, dass zukünftig der Bedarf an Ladeinfrastruktur mit der Anzahl an Elektroautos in Osterreich erheblich steigen wird, was wiederum zu einem weiterhin hohen Auftragsbestand der ARTELIA führt.
1.3 Geschäftsergebnis, Ertragslage (inkl. Kennzahlen)
Die Umsatzeriöse in Höhe von T€ 13.886 sind gegenüber 2024 um ca. 58,0 % gesunken. Dennoch wurde der geplante Umsatz, unter Bereinigung der Umsatzerlöse aus Pass-Through, in Höhe von T€ 2.430 mit T€ 2.546 um 4,8 % leicht übertroffen.
Der Rohgewinn (Umsatzerlöse abzüglich Materialauwand bereinigt um Bestandsveränderungen) ist leicht von T€ 1.635 auf T€ 1.765 gestiegen. Der Personalaufwand beträgt T€ 1.151 (Vorjahr: T€ 1.018). Der Anstieg der Personalaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus Gehaltsanpassungen und einem leichten Mitarbeiteraufbau.
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresgewinn von T€ 58 (Vorjahr: T€ 337) erzielt.
1.4 Finanzlage (inkl. Kennzahlen)
Aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 einen Cashflowa von T€ 972 (Vorjahr: T€ - 116) erwirtschaftet. Zur Finanzierung von Investitionen wurden im Geschäftsjahr Finanzmittel in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 8) verwendet. Aus der Finanzierungstätigkeit war ein Mittelabfluss in Höhe von T€ 251 (Vorjahr: T€ 21) zu verzeichnen. Dem standen positive Liquiditätseffekte aus der stärkeren Inanspruchnahme von Zahlungszielen bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber.
3 https://energie. gv. al/energiewende/wie-schreitet-der-ausbau-von-emeuerbaren-energien-in-oesterreich-voran
4 Die Ermittlung des Cashflows erfolgte gem. AFRAC-Stellungnahme 36 Geldflussrechnung
Insgesamt erhöhte sich der Bestand an liquiden Mitteln im Berichtsjahr um T€ 716 und entwickelte sich damit gegenüber dem Vorjahr positiv.
Das Working Capital stellt das kurzfristige Finanzierungspotential dar und ist mit T€ 244 positiv (Vorjahr: T€ 434). Die Finanzlage der ARTELIA ist daher als stabil und ausgewogen zu bezeichnen.
Die Eigenmittelquote gem. § 23 URG beträgt 4,26 % (Vorjahr: 8,68 %), die fiktive Schuldentilgungsdauer beträgt 55,9 Jahre (Vorjahr: 9,8). Beträgt die Eigenmittelquote weniger als 8 % und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre, so liegt ein gesetzlich vermuteter Reorganisationsbedarf vor.
1.5 Vermögenslage (inkl. Kennzahlen)
Die Bilanzsumme hat sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 gegenüber dem 31.
Dezember 2024 um T€ 817 auf T€ 5.940 erhöht. Ursächlich für diesen Anstieg ist im Wesentlichen die Zunahme der liquiden Mittel.
1.5.1
Anlagevermögen
Die Investitionsdeckung als Relation der Investitionen in das Sachanlagevermögen zu den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen beträgt 75,01 % (Vorjahr: 51,51 %). Das bedeutet, dass die im Geschäftsjahr 2025 gegebene Kapazität nich! aufrechterhalten wurde.
1.5.2
Umlaufvermögen
Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von T€ 2.030 im Jahr 2024 auf T€ 1.936 resultiert im Wesentlichen aus abnehmendem Volumen aus dem Pass-Through Geschäft.
Die liquiden Mittel haben sich gegenüber dem Vorjahr moderat erhöht. Gleichzeitig sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen moderat gestiegen. Der Anstieg der Verbindlichkeiten ist insbesondere auf die stärkere Inanspruchnahme von Zahlungszielen zurückzuführen, wodurch sich zum Bilanzstichtag ein positiver Liquiditätseffekt ergab.
1.6 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres
Das Jahr 2026 startete mit einem Umsatz leicht unter Plan.
1.7 Forschung und Entwicklung
Auf Ebene der Gesellschaft wird entsprechend dem Geschäftsgegenstand keine Forschung und Entwicklung betrieben.
Auf Konzernebene hat die ARTELIA-Gruppe diverse Forschungsachsen definiert, welche sich vereinzelt auch auf den Geschäftszweck auf Gesellschaftsebene widerspiegeln. Diese Wäre im Folgenden:
• Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel • Energiewende • Multimodale Mobilität
Generell entwickelt die Gruppe ihre Forschungsstrategie und ihre Verantwortung im Hinblick auf die gesellschaftlichen und ökologischen Fragen dieses Jahrhunderts weiter: Energiewende, kohlenstoffarmes Design, Ressourceneinsparung und Kreislaufwirtschaft.
2. Prognosebericht (voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens)
Die österreichische Wirlschaft ist im Vorjahr stärker gewachsen als in der WIFO- Konjunkturprognose vom April 2026 zugrunde gelegt. Damit ist die Ausgangslage für das laufende Jahr günstiger. Der Iran-Krieg hinterlässt allerdings Spuren. Die Inflation ist deutlich gestiegen und die Stimmung hat sich eingetrübt. Mit dem Rückgang der Energiepreise wird die Konjunktur ab der zweiten Jahreshälfte wieder an Schwung gewinnen. Osterreichs Wirtschaft dürfte in den Jahren 2026 und 2027 jeweils um etwa 1% wachsen.5
Die Geschäftsleitung geht für die eigene Planung davon aus, dass der Umfang des Gesamtgeschäfts, insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Großkunden SHELL, leicht reduziert wird. Trotz der positiven Auftragslage mit weiteren Kunden erkennt die Geschäftsleitung jedoch auch die bestehenden Unsicherheiten und Risiken. Wie bisher wird die ARTELIA den Markt daher genauestens beobachten, um cen von ihren Kunden gewohnten Anspruch hinsichtlich Service, Qualität und Verfügbarkeit gerecht zu werden.
Für die weitere Unternehmensentwicklung wird von einer weiterhin stabilen personellen Ausstattung ausgegangen. Der Mitarbeiterbestand hat sich in den vergangenen Jahren nur unwesentlich verändert. Wesentliche Veränderungen des Personalbestands sind zudem im Prognosezeitraum derzeit nicht vorgesehen. Personalengpässe, die die Geschäftsentwicklung wesentlich beeinträchtigen könnten, sind derzeit nicht erkennbar.
Hinsichtlich des Umweltschutzes sind für die weitere Unternehmensentwicklung derzeit keine wesentlichen Veränderungen oder besonderen Entwicklungen absehbar. Umweltbezogene Anforderungen werden im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit berücksichtigt. Wesentliche Auswirkungen auf die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens werden derzeit nicht erwartet.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet ARTELIA nach Abwägung aller Einflussfaktoren und unter Berücksichtigung der bisherigen Geschäftszahlen leicht steigende Umsatzerlöse verbunden mit einer zunehmenden Gesamtleistung verbunden mit einem moderat positiven Ergebnis.
3. Risikoberichterstattung
3.1 Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
Als wesentliche Risiken tür den Geschäftsverlauf der ARIELIA sind insbesondere das Risiko einer Minderauslastung sowie Haftungsrisiken zu nennen.
Ein weiteres Risiko sieht die ARTELIA in der aktuell herausfordernden Situation der Baubranche, in der – getrieben durch die aktuelle globale Entwicklung – geplante Investitionen in Bauprojekte kurzfristig verschoben oder gar gestoppt werden können. Dies kann zu einer geringeren Nachfrage nach Planungs- und Beratungsleistungen und damit zu einer Beeinträchtigung der Auslastung führen.
5 https://www.wifo.ac.at/wp-content/uploads/upload-8165/mb_2026_07_01_konjunkturprognose.pdf
Zur Abdeckung allfälliger Haftungen aus Arbeitsunfällen und Sachbeschädigungen besteht
seitens der ARTELIA Austria GmbH eine Haftpflichtversicherung mit ausreichender
| Deckungssumme. | ||||||||||
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| Den genannten Risiken stehen insbesondere Chancen aus der weiteren Entwicklung des | ||||||||||
| Bau- | und | Planungssektors | gegenüber. | Insbesondere | der | Bedarf | an | |||
| Sanierungs-, | ||||||||||
| Modernisierungs- und Infrastrukturmaßnahmen kann zu einer zusätzlichen Nachfrage | ||||||||||
| nach | ||||||||||
| Planungs- und Beratungsleistungen führen. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der | ||||||||||
| fachlichen Expertise der ARTELIA sowie der Gewinnung neuer Kunden und Projekte. | ||||||||||
| Zur Nutzung dieser Chancen verfolgt die ARTELIA eine aktive Akquisition von Projekten, | ||||||||||
| die Pflege bestehender Kundenbeziehungen sowie die kontinuierliche Beobachtung der | ||||||||||
| Markt- und Branchenentwicklung. Durch eine möglichst breite Ausrichtung des | ||||||||||
| Projektportfolios sollen zusätzliche Marktpotenziale erschlossen und eine stabile | ||||||||||
| Auslastung | ||||||||||
| erreicht werden. | ||||||||||
| Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts sind keine weiteren wesentlichen Risiken | ||||||||||
| oder Chancen erkennbar, die über die genannten Sachverhalte hinausgehen. | ||||||||||
| Sa 1.0 Wigh/am 24.03.2026 | ||||||||||
Mathieu Chevereau Geschäftsführer
Sebastien Pailhes Geschäftsführer