Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Weltwirtschaft zeigt sich 2025 widerstandsfähig, steht jedoch unter erheblichem Druck. Das globale Wachstum soll laut IWF etwa 3 % betragen, bleibt aber von Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen geprägt. Auch wenn die Inflation in vielen Regionen sinkt, bleibt sie in den USA über dem Zielwert und beeinflusst die Geldpolitik damit weiterhin. Handelskonflikte, insbesondere neue US- Zölle, belasten den internationalen Handel, parallel dazu gewinnen nationale Interessen und eine stärkere Regionalisierung der Wertschöpfungsketten an Bedeutung. Die hohe Staatsverschuldung vieler Länder schränkt den finanzpolitischen Spielraum ein und erschwert Investitionen in Zukunftsbereiche wie Klimaschutz und Digitalisierung. Dennoch treiben technologische Innovationen und neue Handelsabkommen den internationalen Austausch voran. Einige Schwellenländer – allen voran Indien – profitieren von demografischem Wachstum, während China mit strukturellen Herausforderungen kämpft. In manchen Regionen, etwa im Euroraum, wird die Geldpolitik seitens der Zentralbanken gelockert, um den Konsum zu stützen. Insgesamt bleibt die Weltwirtschaft damit auf einem fragilen Erholungspfad, dessen Verlauf stark von politischen Entscheidungen abhängt. Für den Euroraum wird in diesem Umfeld nach einem Plus von 0,9 % im Jahr 2024 für 2025 mit moderaten Wachstumsraten zwischen 0,9 % und 1,3 % und für 2026 mit Zuwächsen zwischen 1,0 % und 1,4 % gerechnet.
Die österreichische Wirtschaft befindet sich 2025 weiterhin in einer schwierigen Phase. Nach zwei Jahren der Rezession zeichnet sich eine Stabilisierung ab, ein echter Aufschwung zeichnet sich jedoch vorerst nicht ab. Das Bruttoinlandsprodukt stagniert und dürfte 2025 lediglich um 0,3 % wachsen. Gleichzeitig bleibt die Inflation mit rund 4,0 % hoch und liegt damit weit über dem EU-Durchschnitt von 2,3 %. Der Arbeitsmarkt zeigt sich zwar robust, die Arbeitslosigkeit steigt jedoch weiter an und liegt derzeit über 7 %. Für 2026 wird eine moderate Konjunkturerholung mit einem Plus von etwa 1,0 % erwartet; Österreich bleibt damit weiterhin unter dem EU-Wachstum.
2. Rechtliches Umfeld
Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) bzw das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) hat erstmals im Jänner 2024 sowie letztlich im Juli 2025 einen Begutachtungsentwurf einer umfassenden Reform des Strommarktes veröffentlicht. Dabei soll das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) das bisherige Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz 2010 (ElWOG) ablösen, welches insbesondere auf eine stärkere Kundenorientierung, Digitalisierung und Integration neuer Marktrollen wie Aggregatoren
und Energiegemeinschaften abzielt. Das neue Gesetz dient der Umsetzung insbesondere der Richtlinie (EU) 2019/9441 („Strombinnenmarktrichtlinie“), darüber hinaus der Richtlinie (EU) 2018/20012 („Erneuerbare-Energien-Richtlinie“ bzw „RED II“) sowie der Richtlinie (EU) 2023/19713 („Energieeffizienzrichtlinie“ bzw „EED III“), welche bereits in nationales Recht hätten umgesetzt werden müssen. Parallel dazu soll das Energiearmuts-Definitions-Gesetz (EnDG) eingeführt werden, welches erstmals eine gesetzliche Definition von Energiearmut samt Indikatoren und Unterstützungsmechanismen enthält. Auch hierzu wurde im Juli 2025 ein Begutachtungsentwurf vorgelegt.
Ende 2024 sind zahlreiche zentrale Entlastungsmaßnahmen wie insbesondere die Strompreisbremse (SKZG – sowie die Senkung von Abgaben auf Strom und Gas) ausgelaufen. Ab 2025 wurde bzw. wird der Erneuerbaren-Förderbeitrag und die Förderpauschale wieder eingehoben. Weiters wurden die Systemnutzungsentgelte mit Wirkung zum 1.1.2025 relevant erhöht und sind zukünftig weitere Erhöhungen zu erwarten. Durch die angeführten Änderungen sind Kunden mit höheren Kosten im Zusammenhang mit dem Energiebezug konfrontiert, was wiederum Auswirkungen auf Energielieferanten hat (insbesondere hinsichtlich Bonität, Preissensibilität und Zufriedenheit der Kunden).
Das Bundesgesetz zur Abmilderung von Krisenfolgen und zur Verbesserung der Marktbedingungen im Falle von marktbeherrschenden Energieversorgern ist bereits seit Sommer 2024 in Kraft ist und soll Ende 2027 wieder außer Kraft treten. Mit diesem Gesetz wurde eine Beweislastumkehr für Energieversorgungsunternehmen mit marktbeherrschender Stellung bei potenziell marktmissbräuchlichem Verhalten eingeführt. Die Gesellschaften der EnergieAllianz-Gruppe sind dementsprechend sensibilisiert.
Auch europarechtlich ist eine Vielzahl an Projekten in der nationalen Umsetzungsphase, von denen die EnergieAllianz-Gruppe betroffen ist. Durch die Richtlinie (EU) 2023/24134 („Renewable Energy Directive“ bzw „RED III“) soll der Anteil an Erneuerbaren Energien erhöht werden, indem Verfahren zur Genehmigung von erneuerbaren Energieanlagen gekürzt werden. Da diese Richtlinie noch nicht in nationales Recht umgesetzt wurde, hat die Europäischen Kommission im Juli 2025 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich eingeleitet.
¹ 1 Richtlinie (EU) 2019/944 mit gemeinsamen Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Änderung der Richtlinie 2012/27/EU (Neufassung), ABl. Nr. L 158 vom 14.06.2019 S. 125, in der Fassung der Richtlinie (EU) 2024/1711, ABl. L, 2024/1711, 26.06.2024 S. 1.
2 ² Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (Neufassung), ABl. L 328, 21.12.2018 S. 82, in der Fassung der Richtlinie (EU) 2024/1711, ABl. L, 2024/1711, 26.06.2024 S.
3 ³ Richtlinie (EU) 2023/1791 zur Energieeffizienz und zur Veränderung der Verordnung (EU) 2023/955,
ABl. L 231, 20.09.2023 S. 1.
4 ⁴ Richtlinie (EU) 2023/2413 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Oktober 2023 zur Änderung der Richtlinie (EU) 2018/2001, der Verordnung (EU) 2018/1999 und der Richtlinie 98/70/EG im Hinblick auf die Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen und zur Aufhebung der Richtlinie (EU) 2015/652 des Rates, ABl. L 2023/2413, 31.10.2023.
Mit der Richtlinie (EU) 2022/25555 („NIS-2 Richtlinie“) soll ein höheres Cybersicherheitsniveau geschaffen werden. Von der NIS-2 Richtlinie betroffen sind mittlere und große Unternehmen6 gesellschaftsrelevanter Sektoren. Als große Energieversorgungsunternehmen sind alle Gesellschaften der EnergieAllianz-Gruppe von der NIS-2 Richtlinie betroffen.
Schließlich soll mit dem EU-ETS2-System bis voraussichtlich 2027 ein eigenständiges Emissionshandelssystem geschaffen werden. Davon umfasst sind CO2-Emissionen aus der Überführung von Brennstoffen in den steuerrechtlich freien Verkehr durch Handelsteilnehmer7, die zur Verbrennung in bestimmten Sektoren verwendet werden. Als Handelsteilnehmer im Energiesektor betreffend den Brennstoff Erdgas sind alle Gesellschaften der EnergieAllianz-Gruppe (ausgenommen die Naturkraft Energievertriebsgesellschaft m.b.H.) vom Anwendungsbereich erfasst.
Auf Ebene relevanter energierechtlicher Judikatur ist v.a. das Urteil des OGH v. 28.3.25, 8 Ob 115/24f („VKI vs. Verbund“), hervorzuheben, über welches medial berichtet wurde. Gegenstand der Entscheidung war eine Vertragsklausel, welche den Wortlaut des gesetzlichen Preisänderungsrechts gem. § 80 Abs 2a ElWOG wiedergibt. Für die Gesellschaften der EnergieAllianz-Gruppe ist diese OGH-Entscheidung nicht unmittelbar einschlägig, da die EnergieAllianz-Gruppe weder ein gesetzliches noch ein vertraglich vereinbartes Preisänderungsrecht gemäß dem Gesetzeswortlaut anwendet. Festgehalten wurde vom OGH darüber hinaus – unter Berufung auf OGH 3.4.24, 3 Ob 26/24f – dass § 80 Abs 2a ElWOG nicht auf „Floating-Tarife“ anwendbar ist. Höchstgerichtlich unklar bleibt jedoch weiterhin, wie der Begriff „Floating-Tarife“ definiert wird. Auch bisher ergangene erst- und zweitinstanzliche Entscheidungen diesbezüglich sind weiterhin uneinheitlich.
3. Schwerpunkte des Geschäftsjahres 2024/25
3.1.
Vertrieb
Die Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit der EAA-GmbH lagen auch im Geschäftsjahr 2024/25 in der Belieferung von Kunden mit elektrischer Energie und Erdgas.
Die Hauptaufgaben der EAA-GmbH als Komplementärgesellschaft umfassten die einheitliche strategische und operative Führung der Vertriebsgesellschaften der EAA-Gruppe und den operativen Vertrieb in den verschiedenen Kundensegmenten.
Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde die SWITCH Energievertriebsgesellschaft m.b.H. in die EAA-GmbH verschmolzen, im aktuellen Jahr lag weiterhin der Fokus auf dem Aufbau der Marke SWITCH sowie in der aktiven Marktbearbeitung im SWITCH-Kundensegment.
5 Richtlinie (EU) 2022/2555 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Dezember 2022 ⁵ 6 ⁶
über Maßnahmen für ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau in der Union, zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 910/2014 und der Richtlinie (EU) 2018/1972 sowie zur Aufhebung der Richtlinie (EU) 2016/1148 (NIS-2-Richtlinie). Die Definition richtet sich nach den in Art 2 des Anhangs der Empfehlung 2003/361/EG genannten
Obergrenzen.
7 ⁷ Als Handelsteilnehmer gelten natürliche und juristische Personen, die Brennstoffe im Rahmen einer in Anhang 10 oder 11 EZG 2011 genannten Tätigkeit in den steuerlich freien Verkehr bringen, durch deren Verbrennung mindestens eine Tonne CO2 Äquivalent freigesetzt wird, vgl § 3 Z 23 EZG 2011.
3.2. Handel
Die Schwerpunkte der Handelstätigkeit lagen in der Optimierung der Beschaffung sowie in der Ausweitung der Handelstätigkeiten in kürzer werdenden Fristigkeiten.
Die vernetzte Marktbearbeitung durch den Vertrieb und den Handel ermöglicht es der EAA-GmbH Produkte und Dienstleistungen kundenorientiert und flexibel zu gestalten und für die Geschäftspartner die Vorteile des Energiegroßhandelsmarktes transparent und effizient verfügbar zu gestalten.
Einerseits handelt es sich dabei um die Sicherstellung additiver Kundenvorteile durch die Teilnahme an Regelenergiemärkten und anderseits auch um die Nutzung neuer Flexibilitäten auf den immer liquider werdenden Intraday-Märkten.
3.3. Prozessoptimierung
Die bestehenden Management- & Monitoringsysteme werden einer laufenden Effizienzevaluation und entsprechenden Verfeinerungs- und Aussteuerungsmaßnahmen unterworfen.
Die entlang des gesamten Wertschöpfungsprozesses der EAA-GmbH durchgeführten Prozessoptimierungsmaßnahmen haben weiterhin gute Erfolge erzielt.
Das Management-Ziel- und Projekt-Monitoring garantiert die Umsetzung der intendierten Optimierungsmaßnahmen und das Erreichen festgelegter Ziele. Die gesetzten Qualitätsziele wurden im Geschäftsjahr 2024/25 in allen wesentlichen operativen Bereichen erreicht.
4. Ergebnisse der EAA-GmbH im Geschäftsjahr 2024/25
4.1. Verkaufsmengenentwicklung
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte die EAA-GmbH Stromlieferungen in der Höhe von 5.608 GWh (6.880 GWh), davon 1.136 GWh (2.189 GWh) in Deutschland.
Im Gasgeschäft wurden im Geschäftsjahr 2024/25 in Summe 744 GWh (758 GWh) verkauft, davon 77 GWh (264 GWh) in Deutschland.
Die geringeren Absatzmengen im Geschäftsjahr 2024/25 sind generell auf den schrittweisen Ausstieg aus dem Deutschlandgeschäft, auf die steigende Eigenerzeugung sowie Energieeffizienzmaßnahmen beim Kunden zurückzuführen.
4.2.
Handel
Das Volumen im Stromhandel in österreichischen und deutschen Regelzonen betrug im Berichtszeitraum 25.158 GWh (30.369 GWh), wobei davon 14.794 GWh (16.338 GWh) im Inland (österreichische Regelzonen) verkauft wurden und 10.364 GWh (14.031 GWh) in deutschen Regelzonen.
Das Volumen im Gashandel in österreichischen und deutschen Regelzonen betrug im Berichtszeitraum 1.805 GWh (2.857 GWh), wobei davon 1.696 GWh (2.424 GWh) im Inland (österreichisches Marktgebiet) verkauft wurden und 109 GWh (433 GWh) im Ausland (deutschen Marktgebiet).
In den angegebenen Mengen sind auch jene des Orderhandels enthalten, die in der Gewinn- und Verlustrechnung saldiert dargestellt werden. (Strom: AT 12.968 GWh (13.672 GWh), DE 5.901 GWh (9.135 GWh); Gas: AT 1.616 GWh (1.871 GWh), DE 109 GWh (314 GWh)).
Emissionszertifikate im Ausmaß von 1.126 kT (2.408 kT) und Cerficates of Origin (Herkunftsnachweise Strom) in der Höhe von 11.595 GWh (12.862 GWh) wurden gehandelt.
4.3.
Faktoren der Ergebnisentwicklung
Das Betriebsergebnis (EBIT) der EAA-GmbH ist im Geschäftsjahr 2024/25 durch folgende Punkte geprägt:
Energievertrieb: deutlich positive Deckungsbeitragsentwicklung rückläufige Mengenentwicklung in Deutschland konstante Mengenentwicklung in Österreich Das Groß- und Businesskundengeschäft befindet sich in den gereiften Märkten in einer extrem kompetitiven Marktsituation. leicht rückläufige Ergebnissituation im Energiehandel im Vergleich zum Vorjahr Aufbau und Etablierung der Marke SWITCH am Markt führen zu Mehraufwendungen.
Insgesamt hat sich die Ergebnissituation zum Vorjahr verbessert.
4.4. Kennzahlen zur Ertragslage
Die Unternehmenskennzahlen der EAA-GmbH unterlagen gegenüber dem Vorjahr einer deutlichen Veränderung, vor allem durch die oben beschriebenen Effekte im abgelaufenen Geschäftsjahr.
| Umsatzerlöse | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Umsatzerlöse | 1.110.048 | 1.742.962 | - 632.914 | - 36 % |
Die Umsatzerlöse der EAA-GmbH aus dem Vertriebsgeschäft betrugen im Geschäftsjahr 2024/25 742,4 MEUR (1.053,8 MEUR). Die Reduktion ist v.a. auf die gesunkenen Marktpreise zurückzuführen. In den Umsatzerlösen sind aus der Auslandsgeschäftstätigkeit Stromerlöse in der Höhe von 172,2 MEUR (352,8 MEUR) und Gaserlöse im Ausmaß von 5,6 MEUR (13,8 MEUR) enthalten. Im Handelsgeschäft wurde im GJ 2024/25 ein Umsatz in der Höhe von 353,1 MEUR (673,8 MEUR) realisiert. Die Reduktion ist v.a. auf die gesunkenen Großhandelspreise und den reduzierten Handel mit Emissionszertifikaten zurückzuführen.
Unter Berücksichtigung des operativen positiven Ergebnisses der Zweigniederlassung in der Höhe von 125,9 TEUR (negatives Ergebnis von 13.043,8 TEUR) beläuft sich das positive Betriebsergebnis der EAA-GmbH im GJ 2024/25 auf 6.740,5 TEUR (negatives Ergebnis von 2.789,5 TEUR).
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Ergebnis vor Steuern (vormals EGT) + | 7.227 | - 416 | 7.643 | 1837 % |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen des Finanzergebnisses | - 2.088 | - 2.920 | 832 | - 28 % |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 9.316 | 2.504 | 6.811 | 272 % |
| Umsatzrentabilität | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern / | 9.316 | 2.504 | 6.811 | 272 % |
| Umsatzerlöse | 1.110.048 | 1.742.962 | - 632.914 | - 36 % |
| Umsatzrentabilität | 0,8 % | 0,1 % | ||
| Eigenkapitalrentabilität | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Ergebnis vor Steuern (vormals EGT) / | 7.227 | - 416 | 7.643 | 1837 % |
| durchschnittliches Eigenkapital | 45.610 | 41.955 | 3.655 | 9 % |
| Eigenkapitalrentabilität | 15,8 % | 1,0 % - | ||
| Gesamtkapitalrentabilität | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern / | 9.316 | 2.504 | 6.811 | 272 % |
| durchschnittliches Gesamtkapital | 310.837 | 494.186 | - 183.349 | - 37 % |
| Gesamtkapitalrentabilität | 3,0 % | 0,5 % |
Die Rentabilitätskennzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert, was auf das erfolgreiche Geschäftsjahr 2024/25, sowie das deutlich gesunkene Gesamtkapital zurückzuführen ist. Die Reduktion des Gesamtkapital begründet sich im Wesentlichen in den geringeren Großhandelspreisen zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr.
4.5. Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
Das verzinsliche Fremdkapital der EAA-GmbH setzt sich aus den Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder, aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie aus den Festgeldern zusammen.
| Nettoverschuldung | 30.09.2025 | 30.09.2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Verzinsliches Fremdkapital | 68.215 | 5.181 | 63.035 | 1217 % |
| - Flüssige Mittel | - 9.700 | - 21.840 | 12.140 | - 56 % |
| Nettoverschuldung | 58.515 | - 16.660 | 75.175 | - 451 % |
Die im Geschäftsjahr weiter gesunkenen Energiepreise haben einen Rückgang der flüssigen Mittel zur Folge.
| Nettoumlaufvermögen | 30.09.2025 | 30.09.2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Umlaufvermögen | 261.492 | 316.777 | - 55.285 | - 17 % |
| - langfristiges Umlaufvermögen | - 4.822 | - 5.664 | 842 | - 15 % |
| = kurzfristiges Umlaufvermögen | 256.670 | 311.113 | - 54.443 | - 17 % |
| - kurzfristiges Fremdkapital | - 228.387 | - 290.222 | 61.835 | - 21 % |
| = Nettoumlaufvermögen | 28.284 | 20.892 | 7.392 | 35 % |
Die Verringerung des kurzfristigen Umlaufvermögens ist im Wesentlichen auf den geringeren CO2- Vorrat zurückzuführen. Zusätzlich führten die Auszahlungen aufgrund Variation Margins zu einem Rückgang der liquiden Mittel.
Der Rückgang im kurzfristigen Fremdkapital beruht überwiegend auf den gegenüber dem Vorjahr weiterhin gesunkenen erhaltenen Sicherheitsleistungen aus Finanzinstrumenten den geringeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie gegenüber beteiligten Unternehmen.
| Eigenkapitalquote | 30.09.2025 | 30.09.2024 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Eigenkapital / | 49.031 | 42.189 | 6.842 | 16 % |
| Gesamtkapital | 282.878 | 338.795 | - 55.917 | - 17 % |
| Eigenkapitalquote | 17,3 % | 12,5 % |
Aufgrund der gesunkenen Marktpreise zum Bilanzstichtag verringerte sich die Bilanzsumme. Im Geschäftsjahr liegt Eigenkapitalquote weiterhin über der 8% Grenze gemäß § 22 URG.
4.6. Geldflussrechnung
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 2024/25 | 2023/24 | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|
| [T.Euro] | [T.Euro] | [T.Euro] | [%] | |
| Geldfluss aus dem Ergebnis | 7.266 | - 14.681 | 21.947 | - 149 % |
| Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | - 73.906 | - 16.104 | - 57.802 | 359 % |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit inkl Veranlagungen (verb. | ||||
| Unternehmen/Festgelder) | - 311 | - 467 | 156 | - 33 % |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 62.077 | - 8.577 | 70.654 | - 824 % |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | - 12.140 | - 25.149 | 13.009 | - 52 % |
Die positive Entwicklung im Geldfluss aus dem Ergebnis ist auf den Jahresüberschuss zurückzuführen.
Die negative Entwicklung beim Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit kommt aufgrund des überproportionalen Abbaus der Verbindlichkeiten im Vergleich zum Rückgang der Vorräte und der konstanten Entwicklung der Forderungen zustande.
Die Geldflüsse aus der Finanzierungstätigkeit sind im Wesentlichen auf die Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie auf die Entwicklung der Festgelder zurückzuführen.
5. Risikomanagement
Um nachhaltig steigende Unternehmensergebnisse mit einem angemessenen Rendite-Risiko-Verhältnis zu erzielen, sind das laufende Monitoring und die Beherrschung der Core-Risiken wesentliche Aufgabenstellungen der EAA-GmbH.
In diesem Zusammenhang werden die folgenden Risken einer laufenden Evaluation unterzogen:
MARKT- und WETTBEWERBSRISIKEN, KREDITRISIKEN, FINANZRISIKEN, LIQUIDITÄTSRISIKEN, OPERATIVE RISIKEN und.
REGULATORISCHE RISIKEN
Die frühzeitige Identifikation von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil der Unternehmensplanung der EAA-GmbH sowie der operativen Unternehmensführung; sie vor diesem Hintergrund mit allen geschäftlichen Entscheidungsprozessen verbunden.
In einem permanenten Regelkreis werden laufend die aktuellen Risiken identifiziert, einer Analyse und Bewertung unterzogen, Entscheidungen zur Bewältigung bzw. Steuerung der Risiken getroffen und den verantwortlichen Stellen zur Kenntnis gebracht. Durch dieses laufende Risikomonitoring erfolgt die Absicherung und Optimierung der Ertragssituation der EAA-GmbH.
Die Grundsätze der Risikopolitik der EAA GmbH sind im Risikohandbuch der EAA GmbH definiert, welches in der gesamten EAA-Gruppe zur Anwendung gelangt.
In den quartalsweise tagenden Risikoausschüssen werden Risikopolitik, Risikostrategie, und grundsätzliche Fragen der künftigen risikopolitischen Positionierung der EAA festgelegt und den Umfeldanforderungen gemäß weiterentwickelt. Darüber hinaus ist der Risikoausschuss in spezifische Fragestellungen beratend eingebunden. Bei neuen risikorelevanten Themen erarbeitet der Risikoausschuss einheitliche Lösungs- und Entscheidungsvorlagen
Das Risikomanagement der EAA-Gruppe ist - unter der Steuerung der EAA-GmbH – dem Wesen nach dezentral organisiert. Die Überwachung und das Reporting der Vertriebs- sowie Konzernrisiken erfolgt durch den Bereich Finanz- und Risikomanagement, in welchem sich auch das laufende Monitoring und die Berichterstattung konzentrieren.
In den jeweiligen regionalen Vertriebs GmbH & Co KGs sind dislozierte Risikomanager tätig. Zwischen den unterschiedlichen Risikomanagementeinheiten besteht eine enge Zusammenarbeit; darüberhinausgehend vertiefen und vernetzen Arbeitsgruppen ihre Erfahrungen im Hinblick auf die Entwicklung neuer oder Weiterentwicklung bestehender Risikokonzepte.
Im Rahmen des Risikomanagements werden die MARKT- und WETTBEWERBSRISIKEN durch adäquate Risikokennzahlen stetig quantifiziert. Auf Basis der Risikopolitik, der Risikostrategie sowie der Risikokennzahlen werden Limitstrukturen festgelegt und auf täglicher Basis analysiert, bewertet und bei Bedarf entsprechende Handlungsmaßnahmen abgeleitet. Dieser Strategie kommt weiterhin hohe Bedeutung zu.
Das KREDITRISIKO im Energiehandel sowie im Vertrieb wird permanent bewertet und überwacht. Geschäfte werden prinzipiell nur mit Kunden ausreichender Bonität abgeschlossen.
Die Ermittlung des möglichen Geschäftsvolumens erfolgt auf Basis von externen Ratings internationaler Rating-Agenturen (S&P, MOODY’S, FITCH), mit Hilfe von Wirtschaftsauskunfteien (DUN & BRADSTREET bzw. KSV 1870 oder BÜRGEL) und mittels einer internen Bonitätsüberprüfung. Für die Marktpartner werden individuelle Limits und individuelle Laufzeiten festgelegt, welche einer täglichen Überwachung unterliegen. Das potentielle Kundenausfallsrisiko wird zusätzlich durch eine Kreditversicherung minimiert.
Dem FINANZRISIKO wird durch ein straffes Forderungsmanagement und Kundenbonitätsanalysen von Rating-Agenturen Rechnung getragen. Um das Forderungsausfallsrisiko im Gefährdungsfall zu minimieren, werden entweder Barsicherheiten oder die Vorlage einer Bankgarantie gefordert. Zweifelhafte Forderungen werden entsprechend wertberichtigt. Diese straffe Vorgehensweise kommt besonders während der angespannten wirtschaftlichen Lage besonderer Bedeutung zu.
Das LIQUIDITÄTSRISIKO wird durch vereinbarte Finanzierungsrahmen mit Hausbanken und tägliche Pooling-Maßnahmen möglichst geringgehalten. Die Bewertung des LIQUIDITÄTSRISIKOS erfolgt auf täglicher Basis in Form einer tagesaktuellen Liquiditäts-Planung.
Zusätzlich wird ein LIQUIDITÄTSRISIKO-Monitoring durchgeführt.
Die OPERATIVE RISIKEN und Schadensfälle werden in einer Risk-Datenbank erfasst, dokumentiert und in entsprechenden Gremien bewertet. Bei Bedarf werden entsprechende Handlungsmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt.
Den REGULATORISCHEN RISIKEN kommt zunehmend eine größere Bedeutung. Die laufende Beobachtung und Analyse des rechtlichen Umfeldes wird daher zu einer immer wichtigeren Aufgabe des Risikomanagements (vgl dazu auch 2. Rechtliches Umfeld).
Der Energiegroßhandel sowie der Energievertrieb nehmen eine Schlüsselposition in der Wertschöpfungskette der Energiemärkte ein, welche von herausragender Bedeutung für die europäische Wirtschaft und Gesellschaft sind. Die Funktionalität der Energiemärkte basiert in besonderem Maße auf dem Vertrauen der Marktteilnehmer. Aus diesem Grund sind neben den Risikoüberlegungen zunehmend auch solche der umfassenden COMPLIANCE zu berücksichtigen.
Bezüglich der einzelnen Risikoarten wurden folgenden Maßnahmen durchgeführt:
Markt- und Wettbewerbsrisiko: Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde die Prognosequalität des Kundenverbrauchs weiter verbessert, um das Risiko aus Marktpreisschwankungen zu reduzieren. Kreditrisiko: Das Bonitäts-Monitoring zur frühzeitigen Erkennung von Zahlungsausfällen war weiterhin im Fokus. Liquiditätsrisiko: Das Liquiditätsmanagement ist weiterhin von größter Bedeutung Regulatorische Risiken: laufende Beobachtung und Analyse des rechtlichen Umfeldes Das Liquiditätsmanagement ist weiterhin von größter Bedeutung.
6. Ergänzende Angaben
6.1. Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2024/25 führt die EAA-GmbH keine Forschung- und Entwicklungsaktivitäten durch.
6.2.
Personal
Mit Bilanzstichtag 30.09.2025 waren inklusive der Geschäftsleitung 146 (Vorjahr 136) Mitarbeiter mit einem aufrechten Dienstverhältnis bei der EAA-GmbH tätig.
4 Mitarbeiter waren von den Gesellschaftern der EAA-GmbH abgestellt.
6.3. Einsatz von Finanzinstrumenten
Das Unternehmen setzt sowohl originäre als auch derivative Finanzinstrumente ein. Im Rahmen des Risikomanagements werden Richtlinien und Abläufe für die Beurteilung der Anwendung von originären wie derivativen Finanzinstrumenten definiert. Das Unternehmen hält keine fremdfinanzierten Derivate. Für Detailinformationen zum Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten wird auf V.1.1 im Anhang verwiesen.
7. Ausblick Geschäftsjahr 2025/26
Vor dem Hintergrund des kompetitiven Wettbewerbsumfeldes wird der vertriebliche Schwerpunkt der EAA-GmbH weiterhin in Cross-Selling-Aktivitäten und in der Festigung und Entwicklung des Marktanteils in den Kernmärkten liegen. Die Etablierung der Marke Switch wird auch im folgenden Geschäftsjahr weiterhin verfolgt. Risikostreuung und Realisierung von Wachstumschancen stehen im Fokus für das neue Geschäftsjahr.
Im Geschäftsjahr 2025/26 wird im Sinne der Sicherung des künftigen Erfolgs und zur Weiterentwicklung der EAA-GmbH ein Organisationsoptimierungs- und Effizienzsteigerungsprojekt weitergeführt – auch und vor allem um einen markt-adäquaten Multi-Utility-Vertrieb auszubilden. Mit Ende Dezember 2025 zieht sich die EAA-GmbH aus der aktiven Belieferung von Endkunden in Deutschland zurück. Damit kann eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung sichergestellt und mit positiven Ergebnissen in der Zukunft gerechnet werden.
Wien, 3. Dezember 2025