Inhaltsverzeichnis
I. Darstellung des Geschäftsverlaufs im Geschäftsjahr 2024
1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Laut „Eurostat“ lag im Jahr 2024 in Österreich erneut ein negatives reales Wirtschaftswachstum von -1,0% vor, während in der Euro-Zone ein positives reales Wirtschaftswachstum von +0,7% vorlag. Die Inflation schwächte sich im Jahr 2024 erneut deutlich gegenüber den beiden Vorjahren ab und lag im Durchschnitt bei 2,9% (2023: 7,8%; 2022: 8,6%).
Der Arbeitsmarkt zeigte 2024 ein unterschiedliches Bild. Während die Anzahl der unselbständig Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr einen minimalen Rückgang auf 3,941 Mio. aufwies, nahm die Anzahl der offenen Stellen deutlich um -15,8% auf 173.800 erneut ab.
2. Entwicklung des Ergebnisses im Geschäftsjahr 2024
Im Jahr 2024 schwächte sich ab dem 2. Quartal die Nachfrage spürbar ab, das auf das gesamte Jahr gerechnet zu einem Umsatzrückgang von -16% bzw. EUR -4,8 Mio. auf EUR 25,0 Mio. führte. Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich ebenfalls der Bestand an unfertigen und fertigen Erzeugnissen um EUR -0,87 Mio. sowie der Materialaufwand und die bezogenen Fremdleistungen um EUR -5,4 Mio. (-24,1%). Der Personalaufwand erhöhte sich hingegen um +4,6%, das trotz Personalabbaus auf die hohen Lohnabschlüsse zurückgeführt werden kann. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich um -9,7% vor allem durch geringeren Aufwand für beigestelltes Personal, Ausgangsfrachten und Rechts- & Beratungsaufwand. Durch den massiven Umsatzrückgang sowie den sinkenden Rohmargen wurde ein negatives Betriebsergebnis in Höhe von EUR -1,8 Mio. erzielt.
3. Organisatorische Veränderungen
Im Dezember 2024 wurde einerseits aufgrund des anhaltenden Preisdrucks seitens Kunden und andererseits aufgrund der signifikant gestiegenen Lohnkosten beschlossen, im Jahr 2025 eine Teilschließung des Produktionsstandortes in Frankenmarkt in die Wege zu leiten und umzusetzen. Die Maßnahmen sollten durch einen Sozialplan für die Belegschaft entsprechend begleitet werden.
4. Finanzielle Leistungsindikatoren 2024
| Bilanzanalyse | 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|---|
| % | % | |||
| Umsatzrentabilität (ROS) | -7,2 | -13,0 | ||
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern*100 / Umsatzerlöse | ||||
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | -21,0 | -35,3 | ||
| (EBT+Zinsaufwand)*100 / durchschnittliches | ||||
| Gesamtkapital | ||||
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 97,2 | -452,2 | ||
| EBT*100 / durchschnittliches Eigenkapital | ||||
| Eigenmittelquote | -75,2 | -28,2 | ||
| Eigenkapital*100 / Gesamtkapital - Anzahlungen | ||||
| Verschuldungsgrad | 175,1 | 128,1 | ||
| Fremdkapital*100 / Gesamtkapital | ||||
| Anlagendeckungsgrad | -1.265,5 | -511,1 | ||
| Eigenkapital*100 / Anlagevermögen | ||||
| Mobilität (Working Capital Ratio) | 55,7 | 76,3 | ||
| kurzfristige Aktiva*100 / kurzfristiges Fremdkapital | ||||
| Fiktive Schuldentilgungsdauer | negativ | negativ | ||
| Rückstellungen + Verbindlichkeiten - liquide Mittel / | ||||
| Mittelüberschuss gem. § 24 (2) URG | ||||
| Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | T€ -2.201 | T€ | +385 | |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | T€ | -27 | T€ | -816 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit *) | T€+2.272 | T€ | +434 | |
*) Cash-Pool Verbindlichkeiten erhöhten sich um T€ +2.819 (Vorjahr: Verminderung T€ -20) im Jahr 2024.
II.
Lage des Unternehmens
1. Kundenstruktur
Die Firma GPV Austria GmbH, Frankenmarkt samt Tochtergesellschaft ist spezialisiert in den Bereichen Medizintechnik, Mechatronik, Kabelkonfektionierung, Elektronik und Assemblierung tätig. Der dafür verwendete Oberbegriff „Systemintegration“ stellt den Mehrwert für unsere Kunden dar. Dadurch kann das Unternehmen eine sehr breite Dienstleistungspalette im Sonderfahrzeugbau, Energie & Umwelttechnik, Maschinenbau, Automatisierungstechnik, Medizintechnik, und vielen anderen
Anwendungsbereichen komplexer Mechatronik-Anwendungen am Markt realisieren. Daneben sind die Qualität der Produkte, aber auch die Kundenbetreuung wichtige Erfolgsfaktoren der GPV Austria GmbH, Frankenmarkt.
2. Marktentwicklung
Im Dezember 2024 wurde einerseits aufgrund des anhaltenden Preisdrucks seitens Kunden und andererseits aufgrund der signifikant gestiegenen Lohnkosten beschlossen, im Jahr 2025 eine Teilschließung des Produktionsstandortes in Frankenmarkt in die Wege zu leiten und umzusetzen. Die Maßnahmen sollten durch einen Sozialplan für die Belegschaft entsprechend begleitet werden.
Ausgenommen von der Teilschließung ist der Bereich der Medizintechnik, welche aber auch aufgrund der zahlenmäßig geringeren mittelgroßen Unternehmen in Österreich und die Marktentwicklung ebenfalls herausfordernd ist.
3. Personalentwicklung
Der durchschnittliche Personalstand im Jahr 2024 betrug 103 FTE, welcher sich damit gegenüber dem Jahr 2023 um -28,5 FTE reduzierte. Der Personalabbau ist auf den signifikanten Umsatzrückgang und die Einsparungsmaßnahmen zurückzuführen.
4. Umweltschutz und Arbeitnehmersicherheit
Im laufenden Geschäftsjahr erfolgte die jährliche Überwachungsprüfung der ISO-Standards. Dies betraf die Zertifizierungen nach ISO 9001:2018 (Standardzertifizierung), ISO 14001:2018 (Umweltmanagement), ISO 45001:2018 und ISO 13485:2018 (Medizintechnik).
5. Forschung und Entwicklung
F&E-Aktivitäten sind nicht Fokus des Geschäftsmodells.
6. Risikobericht
Die Eigenkapitalquote hat sich aufgrund des neuerlichen Jahresverlustes in Höhe von EUR -2,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr von -28,2% auf -75,1% markant verringert.
Ständige Veränderungen in der Markt- und Produktstruktur bewirken laufende Maßnahmen in der Unternehmensstruktur. Die Auslegung und Anpassung der Unternehmensdimensionierung & -kapazitäten stehen hier im Fokus, um frühzeitig in die Kostenstruktur einzugreifen und an die Marktverhältnisse zu adaptieren.
Der sukzessive Anstieg der Geldmarktsätze im Zusammenhang mit der Entwicklung des Leitzinses der Europäischen Zentralbank (EZB) hat im Wesentlichen Auswirkungen auf den variabel verzinsten Darlehensrahmen aus der Unternehmensgruppe sowie die Personalrückstellungen.
Im Geschäftsjahr 2024 mussten Forderungen in Höhe von EUR 0,1 Mio. wertberichtigt werden, welche aber im Jahr 2025 einbringlich waren und somit aufgelöst werden konnten.
Es bestehen keine derivativen Finanzinstrumente.
Im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten bestehen keine wesentlichen Preisänderungs-, Währungs- , Ausfalls- oder Liquiditätsrisiken.
III. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
1. Kundenstruktur
Im Rahmen der geplanten Teilschließung des Produktionsstandortes ist die Verlagerung der Kunden zu Produktionsstandorten innerhalb der GPV Gruppe geplant.
2. Vorschau 2025/2026
Die Teilschließung des Produktionsstandortes Frankenmarkt wurde mit 30. Juni 2025 abgeschlossen. Die Verlagerung der restlichen Produktion wurde im Frühjahr 2026 durchgeführt. Seitdem ist nur ein Verwaltungsbereich in dieser Gesellschaft tätig.
Die Geschäftsführung geht davon aus, dass aufgrund der vorhandenen liquiden Mittel und der durch den Cash Pool in der GPV-Gruppe zur Verfügung stehenden Rahmen, ausreichend liquide Mittel zur Verfügung stehen. Zudem wurde seitens der GPV-Gruppe wie im Vorjahr eine Patronatserklärung für die kommenden 13 Monate ausgestellt.
Aufgrund ausreichend vorhandener Mittel besteht aus heutiger Sicht kein Risiko für die Weiterführung des Unternehmens. Der Fortbestand im Sinne des Going-Concern-Prinzips ist aus heutiger Sicht sichergestellt.
Frankenmarkt, am 29. Juni 2026
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Henrik Tornbjerg
Geschäftsführung