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Lagebericht 2025

"Sulzberger Käserebellen" Sennerei GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 20. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

der Sulzberger Käserebellen Sennerei GmbH für das Geschäftsjahr 2025

1. Unternehmen

Die Sulzberger Käserebellen Sennerei GmbH (nachfolgend Gesellschaft genannt) steht zu 100% im Besitz der Schönegger Käse-Alm GmbH (Muttergesellschaft) mit Sitz in Deutschland.

Der wesentliche Geschäftsgegenstand der Gesellschaft ist die Produktion von Käse, der zum Großteil an die Muttergesellschaft verkauft wird. Die Muttergesellschaft veredelt den Käse und vertreibt diesen auf diversen Absatzmärkten.

2. Erläuterungen über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen

Die Milchwirtschaft im Jahr 2025 war geprägt durch hohe Preise auf den einzelnen Absatzmärkten. Im Herbst und Winter 2025 gab es bereits Preissenkungen, am deutlichsten im Industriebereich, welche auf gesamteuropäische Marktbedingungen zurückzuführen sind. Die Auszahlungspreise für Rohmilchpreis waren im Jahr 2025 auf hohem Niveau.

Die österreichische Wirtschaft verzeichnet 2025 nach zwei Rezessionsjahren eine verhaltene Erholung mit einem prognostizierten realen BIP-Wachstum von etwa 0,3 % bis 0,6 %. Trotz leichter Aufhellung bleibt die Konjunktur schwach, begleitet von einer im EU-Vergleich hartnäckig höheren Inflation von voraussichtlich 3,5%. Die Inflation in Österreich lag im Jahr 2025 bei durchschnittlich 3,6%, was einem Anstieg gegenüber 2024 (2,9%) entspricht. Haupttreiber waren das Auslaufen der Strompreisbremse sowie Preissteigerungen im Bereich Wohnen, Energie, Gastronomie und Nahrungsmittel. Damit verzeichnete Österreich 2025 eine deutlich höhere Teuerung als im restlichen Euroraum.

Die Milch ist der wesentliche Rohstoff für die Käseherstellung. Die Gesamtmilchanlieferung 2025 ist mit ca. 3,7 Mio. to in Österreich um 2,7% gestiegen, der Anteil an Biomilch mit 18,4% war leicht rückläufig. Die Milchanlieferung der EU-27 lag mit 148 Mrd. to. um 1,9% über dem Niveau des Vorjahres.

Die Rohmilchpreise lagen im Berichtsjahr in Österreich im Durchschnitt deutlich über dem Niveau des Vorjahres, wobei ein Rückgang am Ende des Jahres 2025 feststellbar war. Der ife-Rohstoffwert Milch für Industrieprodukte notierte im Durchschnitt des Jahres 2025 um ca. 3% niedriger als im Jahr zuvor.

Der Absatz von Milch- und Milchprodukten in Österreich ist im Jahr 2025 gemäß den Auswertungen der Roll-AMA um 1,1% gegenüber dem Vorjahr gesunken, wertmäßig gab es eine Erhöhung um 3,6 %. Die Konsumenten zeigten im Einkaufsverhalten aufgrund der Preisdebatte mehr Sensibilität, Handelsketten haben ihre Eigenmarken weiter ausgeweitet. Rabattaktionen spielten im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel auch im Jahr 2025 eine große Rolle. Die österreichischen Milchexporte haben im Jahr 2025 auf Basis der vorläufigen Zahlen der Statistik Austria mit 1,95 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr weiter zugelegt (+9,5 %). Bei den Importen

gab es einen Zuwachs auf 1,37 Mrd. € (+12,4 %). Für die österreichische Milchwirtschaft ist der Exportmarkt von hoher Bedeutung, zumal ca. 45 % und damit fast die Hälfte der Milchprodukte im Ausland vermarktet wird.

3. Entwicklung des Geschäftsverlaufes

Das Unternehmen verarbeitet ausschließlich Heumilch und Bio-Heumilch. Heumilch ist aufgrund ihrer hohen Qualität ideal für die Käseherstellung. Die gefertigten Produkte unterliegen einer ständigen Qualitätsüberwachung durch eigene und externe Untersuchungen sowie Prüfungen der zuständigen Behörden und Organe. Die Verwendung von natürlichen Rohstoffen hat für das Unternehmen eine sehr große Bedeutung. Der hohe Qualitätsstandard ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor und wurde immer wieder durch Auszeichnungen und Preise für die Produkte bestätigt, wie auch auf der Homepage der Gesellschaft www.kaeserebellen.com nachgelesen werden kann.

Nach hohen Investitionen in den Vorjahren waren die Investitionen in das Anlagevermögen im Berichtsjahr mit TEUR 665 wieder über dem Vorjahr 2024 (TEUR 67). Wesentlich sind dabei die Investitionen in den Laden Ehrenberg und in einen Milchsammelwagen sowie diverser Technischer Anlagen und Gebäudeinvestitionen. Die Gesellschaft hat derzeit in Sulzberg, Zell und Reutte drei Produktionsstandorte, wobei in Zell und Riezlern eigene Ladengeschäfte geführt werden. In Sulzberg wird das Ladengeschäft von einem Franchisenehmer geführt.

Nachdem im Vorjahr die Betriebsleistung gesunken ist (-1,70 %), konnte im Jahr 2025 wieder eine Erhöhung der Betriebsleistung um 4,96 % verzeichnet werden. Die Muttergesellschaft Schönegger Käse-Alm GmbH ist Hauptabnehmerin der Produkte der Gesellschaft.

Der Rohertrag ist um TEUR 184 (-3,40 %) gegenüber dem Vorjahr gesunken. In Prozent zur Betriebsleistung entspricht dies 14,90 % Rohertrag gegenüber 16,20 % im Vorjahr.

Der Instandhaltungsaufwand ist mit TEUR 507 eine wesentliche Position im sonstigen Betriebsaufwand. Gegenüber dem vergangenen Jahr entspricht das einer Erhöhung um rund TEUR 34 (7,09 %). Es handelt sich dabei im Wesentlichen um laufende Wartungen und Instandhaltungen, damit die Betriebsanlagen in einem für den Betriebsablauf optimalen Zustand gehalten werden können.

Auf betrieblichen und produktbezogenen Umweltschutz sowie bei der Verwertung bzw. Beseitigung von Abfällen wird hohen Wert gelegt und ist gewährleistet. Ebenso wird auf die Einhaltung und Umsetzung der gewerbebehördlichen Maßnahmen großes Augenmerk gelegt. Das Unternehmen und die Betriebsstätten sind nach dem Qualitätsmanagementsystem IFS und dem Umweltmanagementsystem ISO 14001 zertifiziert.

Die Anzahl der Mitarbeiter jeweils zum Stichtag hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Anzahl der Mitarbeiter zum Stichtag:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
31.12.202531.12.2024
Geschäftsführer22
Angestellte1517
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Arbeiter1821
Gesamt3540

Die Mitarbeiter der Gesellschaft verfügen überwiegend vielfach über langjährige Berufserfahrung und eine hohe Qualifikation. Arbeitszeitregelungen und -bedingungen sowie Fürsorgepflicht werden nach den Grundsätzen sozialer Verantwortung verfolgt. Das Unternehmen legt großen Wert auf kontinuierliche Weiterbildungsmaßnahmen sowie auf Maßnahmen zum Gesundheits- und Arbeitsschutz.

Forschung und Entwicklung zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Produktionsverfahren sowie zur Entwicklung neuer Produkte und Rezepturen werden von der Gesellschaft betrieben.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren zur Vermögens-, Finanz und Ertragslage

Nachdem das Anlagevermögen in den vorangegangenen Jahren aufgrund massiver Investitionstätigkeit um über 4 Mio. € angewachsen ist, wurden im Berichtsjahr 2025 wieder höhere Investitionen (im Vergleich zu 2024) getätigt. Das führte gesamthaft dazu, dass sich das ausgewiesene Anlagevermögen insbesondere aufgrund der planmäßigen Abschreibung um 1,1 Mio. € auf 6,6 Mio. € vermindert hat. Der Anteil am Gesamtvermögen beträgt im Berichtsjahr 47,80 % (VJ 55,20 %).

Das Umlaufvermögen beträgt TEUR 7.148 (VJ TEUR 5.722) und hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Maßgeblich dafür sind im Wesentlichen Bestandserhöhungen von EUR 0,31 Mio. sowie die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (EUR 1,70 Mio) zum Stichtag. Die Liquiden-Mittel haben sich um EUR -0,65 Mio. vermindert.

Das Eigenkapital hat sich in absoluten Werten auf TEUR 5.305 (VJ TEUR 5.266) erhöht. Der Eigenkapitalanteil am Bilanzstichtag beträgt nun 38,70 % (VJ 41,20 %). Unter Berücksichtigung der Sonderposition Investitionszuschüsse beträgt der Eigenkapitalanteil iwS (im weiteren Sinn) 45,30 % (VJ 49,50 %).

Das Fremdkapital zum Bilanzstichtag hat sich auf TEUR 7.506 (VJ TEUR 6.450) erhöht. Der Anteil am Gesamtkapital beträgt nun 54,80 % (VJ 50,50 %). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden auf TEUR 3.513 (VJ TEUR 3.055) erhöht. Im Vergleich zum Gesamtkapital beläuft sich dieser Anteil nun auf 25,60 % (VJ 23,90 %).

Das Anlagevermögen ist durch längerfristige Kreditvereinbarungen mit Kreditinstituten und Eigenkapital finanziert.

Für das Geschäftsjahr 2025 wurde ein Cash-Flow aus dem Betriebsergebnis in Höhe von TEUR 968 (VJ TEUR 1.123) erzielt.

Der Jahresgewinn nach Steuern beträgt TEUR 39 (VJ TEUR 100).

5. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Geschäftsverlauf und Ergebnisentwicklung liegen im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2026 in den Erwartungen. Im Gesamtjahr wird eine stabile Umsatzentwicklung und eine weiterhin niedrige Ertragslage erwartet.

Durch die laufenden Investitionen und Wartungen bei den Produktionsanlagen bestehen sehr gute Voraussetzungen, um weiterhin wettbewerbsfähig produzieren zu können. Für die Produktionskapazitäten sollte mittelfristig der Absatz gesichert sein, da sich die Muttergesellschaft als Hauptabnehmer am Absatzmarkt aufgrund der hohen Qualität der Produkte sehr gut durchsetzen kann.

Durch die Teuerung und der Preisdebatten insbesondere in den Medien zeigen die Konsumenten beim Premiummarken hin Kaufverhalten mehr Sensibilität. Der Trend geht von zu Handelsmarken und Preiseinstiegsprodukten. Die Rohmilchpreise haben sich seit Ende letzten Jahres reduziert. Der Industriepreis hat deutlich nachgegeben. Am internationalen Markt ist der Export von Milchprodukten durch die starke Erhöhung der Milchanlieferung unter Druck.

Risiken und Risikomanagement

Bezüglich Risiken in Bezug auf eine ändernde Preis- und Mengensituation auf Rohstoffmärkten sowie der anhaltend hohen Material- und Energiekosten wird vorausschauend versucht, dies auszugleichen bzw. in den einzelnen Absatzmärkten preislich darzustellen.

Im Unternehmen werden gezielt Maßnahmen umgesetzt, um kontinuierliche Verbesserungen in allen Bereichen der Nachhaltigkeitsthemen entlang des Produktzyklus bzw, der Wertschöpfungskette zu erzielen. Mit Hilfe der ISO 14001 Umweltzertifizierung kann eine umfassende Analyse und Darstellung sowie eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung erreicht werden.

Aufgrund der mittel- und langfristigen Finanzierung kann davon ausgegangen werden, dass für bestehende Finanzierungen keine wesentlichen Zinsänderungsrisiken eintreten.

Die Risiken für das Unternehmen sind insbesondere aufgrund der soliden Situation in der Unternehmensgruppe begrenzt. Vorhandene Risiken werden identifiziert, konsequent überwacht und gegebenenfalls durch entsprechende Maßnahmen entschärft. Aktuell sind keinerlei bestandsgefährdende Risiken oder Risiken mit einem wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage bekannt. Auch für die Zukunft können wir solche Risiken nicht erkennen.

An derivativen Finanzinstrumenten sind Zinsoptionsgeschäfte (CAP) zur Zinsabsicherung bei der Finanzierung der Investitionen in die Produktionsstätte in Zell am Ziller eingesetzt.

Sulzberg, 06.07.2026

Ort, Datum

an

Josef Krönauer

Andreas Krönauer

Lagebericht SKR 2025

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