Inhaltsverzeichnis
Für das Geschäftsjahr 2025
1. Grundlagen der Gesellschaft
Die WEISS Schrott-u. Metallhandel, Autoverwertungs-GmbH ist ein Entsorgungsunternehmen mit Sitz in Hallein. Die Gesellschaft betreibt Standorte in Hallein und Werfen.
Die Anteile der WEISS Schrott-u. Metallhandel, Autoverwertungs-GmbH werden von Herrn Günter Weiß (50%) und der Loacker Recycling GmbH (Götzis, Österreich - 50 %) gehalten.
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt im Recycling von Schrott und Nichteisenmetallen. Daneben ist die Gesellschaft in der Autoverwertung sowie der Erbringung von Dienstleistungen tätig.
II. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union (EU) im Jahr 2025 war von einer moderaten Erholung nach einer Phase der Stagnation geprägt. Das marginal positive Wachstum wurde vor allem durch den privaten Konsum und den Dienstleistungssektor getrieben. Die Bauindustrie stagnierte auf niedrigem Niveau und auch die Industrieproduktion verzeichnete in der gesamten Berichtsperiode negative Wachstumszahlen. Belastend wirkten Handelskonflikte, höhere Zölle und geopolitische Spannungen, während eine Lockerung der globalen Finanzierungsbedingungen und fiskalische Impulse in mehreren großen Volkswirtschaften die Konjunktur stützten. Nach den Herbstprognosen der Europäischen Kommission wird für 2025 ein Wachstum des realen BIP in der EU von etwa 1,4 % erwartet, während für den Euroraum mit einem Wachstum von 1,3 % gerechnet wird. Osterreichs Wirtschaftswachstum bleibt jedoch weiterhin hinter dem EU-Durchschnitt zurück.
III. Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Der europäische Stahlmarkt war im Jahr 2025 weiterhin von hoher Unsicherheit belastet. Die wirtschaftlichen und geopolitische Spannungen, die hohen Energiepreise und eine schwache Industriekonjunktur setzten der Branche zu. Im zweiten Quartal 2025 sank die Produktion in den stahlverarbeitenden Sektoren zum sechsten Mal in Folge, insbesondere aufgrund von Rückgängen im Bau- und Automobilsektor. Für das Gesamtjahr wird ein Minus von 0,5 % erwartet, während erst 2026 mit einer leichten Erholung zu rechnen ist. Die schwache Stahlnachfrage führte zu sinkenden Schrottmengen, rückläufigen Preisen und gedrosselten Produktionsmengen in den Werken.
Die Preisentwicklung für Stahlschrott in Europa im Jahr 2025 war von Volatilität und einem eher moderaten Preisniveau geprägt. Nach einem Anstieg Anfang 2025 fielen die Preise über den Sommer. Zum Ende des Jahres zeichnete sich ein leichter Preisanstieg ab, der auf eine verbesserte Nachfrage und eine leichte Hoffnung auf Aufschwung in der Schrottwirtschaft hindeutet. Laut Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV) betrug der Durchschnittspreis für die Leitschrottsorte 2 im Jahr 2025 rund 296 Euro pro Tonne und lag damit um 42 Euro oder knapp 13 % unter dem durchschnittlichen Wert des Vorjahresvergleichszeitraums (338 Euro pro Tonne).
Der Markt für NE-Metalle war im Jahr 2025 insgesamt von Preissteigerungen an den Rohstoffbörsen geprägt. Die Preise für Aluminium, Kupfer und Zink zeigten einen volatilen Aufwärtstrend, angetrieben durch eine hohe Nachfrage aus der Energiewende, Angebotsengpässe und Handelskonflikte. Nach einem schwankenden Start verzeichneten die Preise besonders ab der zweiten Jahreshälfte 2025 eine steigende Tendenz. So erlebte der Kupfermarkt einen signifikanten Preisanstieg von beinahe 30 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Preise für Aluminium bewegten sich bereits im Vorjahr auf sehr hohem Niveau und legten in 2025 nochmals um ca. 4 % zu. Der Nickelmarkt war von einem deutlichen Überangebot geprägt, was einen Preisrückgang von ca. 6 % zur Folge hatte.
IV. Geschäftsverlauf
Operativer Geschäftsverlauf
Die WEISS Schrott-u. Metallhandel, Autoverwertungs-GmbH war im Geschäftsjahr 2025 mit anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Trotz der weiterhin verhaltenen Konjunkturentwicklung und der damit verbundenen geringeren Verfügbarkeit und Nachfrage von Stahlschrotten und Nichteisen-Metallen blieben sowohl Mengen als auch Umsatz auf einem konstanten Niveau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Bereich Schrott
Insgesamt steht der europäische Stahl- und Schrottmarkt 2025 damit unter erheblichem Druck – geprägt von schwacher Nachfrage, rückläufigen Mengen und angespannten Margen. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds mussten wir lediglich einen Mengenrückgang von ca. 1 % im FE-Bereich verzeichnen. Die Umsatzentwicklung war aufgrund der gesunkenen Mengen und Durchschnittspreise rückläufig.
Bereich Metall
Das Marktumfeld für NE-Metalle war im Berichtsjahr von einer anhaltend hohen Volatilität der Preise an der London Metal Exchange (LME) geprägt. Während die Nachfrage aus dem Bausektor konjunkturell bedingt rückläufig war, wirkte der fortschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien und der Elektromobilität stabilisierend auf den Absatz von Kupfer und Aluminium. So konnten wir die Mengen im NE-Bereich im Vergleich zu Vorjahr um 8 % steigern. Das Umsatzwachstum von 8 % resultiert aus einer positiven Kombination von Mengen- und Preiseffekten im Berichtsjahr.
Ergebnisentwicklung
Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2025 TEUR 19.379 (VJ TEUR 19.451), davon entfielen 23 % (VJ 28 %) auf den Bereich Schrott, 73 % (VJ 67 %) auf Metalle und die restlichen 4 % (VJ 5 %) auf den Wertstoffbereich.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr beträgt der Rohertrag TEUR 4.684 (VJ TEUR 4.970). Die Marge des Rohertrags beträgt 24 % (VJ 26 %).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte ein Betriebsergebnis in Höhe von TEUR 848 (VJ TEUR 1.165) erzielt werden.
V. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Kennzahlen
Ertragslage
Die Umsatzrentabilität II (EBIT/Umsatz) beträgt 4,4 % (VJ 6,0 %).
Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beträgt 8,4 % (VI 12,0 %).
Die Gesamtkapitalrentabilität vor Zinsen und Steuern beträgt 6,0 % (VJ 8,4 %).
Vermögens- und Finanzlage
Das Working Capital beträgt TEUR 464(VJ TEUR 1.059).
Die Nettoverschuldung beträgt TEUR 4.097 (VJ TEUR 4.653).
Die Eigenkapitalquote beträgt 60 % (VJ 58 %).
Der Verschuldungsgrad beträgt 67 % (VJ 72 %).
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Cash-Flow-Kennzahlen
Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit = TEUR 1.359 (VJ TEUR 2.019)
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit = TEUR -932 (VJ TEUR -2.096)
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit = TEUR -463 (VJ TEUR 77)
Personalentwicklung / Talentmanagement
Die Personalentwicklung der WEISS Schrott-u. Metallhandel, Autoverwertungs-GmbH basiert sowohl auf lokalen, spezifischen Maßnahmen als auch auf Trainingsmaßnahmen, die am Zentralstandort Götzis entwickelt und für die gesamte Unternehmensgruppe angeboten werden.
Im Jahresdurchschnitt waren 26 (VJ 26) Mitarbeiter bei der WEISS Schrott-u. Metallhandel, Autoverwertungs- GmbH beschäftigt.
Umwelt und Nachhaltigkeit
Im Konzernverbund der Loacker Recycling GmbH hat das ökologische Sammeln und Behandeln von Abfällen (Wertstoffe) oberste Priorität. Stetig wird an der Weiterentwicklung aller Anlagen gearbeitet, um einerseits diese am aktuellen Stand der Technik zu halten und andererseits die sortenreine Trennung der Wertstoffe zu verbessern. Dies kommt vor allem auch mit dem Aufbau eines umfassenden Managementsystems zum Ausdruck.
VI. Wesentliche Risiken und Unsicherheiten
Allgemeine Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
Bei der Aufbereitung von Abfällen zu Sekundärrohstoffen bedarf es großer Anlagen. Diese Anlagen verursachen Emissionen wie Abluft, Abwasser und Lärm. Durch die Verwendung modernster Abluftreinigungsanlagen und innovativer Abwasserreinigungseinrichtungen sowie durch hohe Aufwendungen für Lärmschutz können alle gesetzlichen Richtwerte unterschritten werden. Dies führt, zusammen mit einem intensiven Informationsaustausch vor Ort, zu einem guten Verhältnis zwischen Unternehmen und Anwohnern an allen Standorten.
Der Explosions- und Brandgefahr bei Produktionsvorgängen wird durch gut ausgebildetes Personal und laufende Aktualisierungen der Brandschutzpläne samt dazugehörigen Übungen, auch unter Einbeziehung der lokalen Feuerwehr, entgegengewirkt. Die durch den zunehmenden LKW-Verkehr verbundenen Restriktionen werden durch die Verwendung eines hochmodernen Fuhrparks bewältigt.
Risikoberichterstattung zu Finanzinstrumenten, Risikomanagementzielen und -methoden
Grundsätzlich ist es das Ziel des Loacker Konzerns, jedes wesentliche Risiko zu quantifizieren und durch geeignete Maßnahmen nach kaufmännischen Grundsätzen zu beschränken. Es besteht in der Gruppe ein Risikofrühwarnsystem, in dem die wesentlichen Risiken laufend bewertet werden.
Das Forderungsausfallrisiko wird durch ein striktes Debitorenmanagement (Mahnwesen, Kreditlimit und Kreditinformationen) und eine Warenkreditversicherung begrenzt.
Die Finanzierungen erfolgen fristenkonform und es bestehen bei den Bankverbindlichkeiten Vereinbarungen mit Zinsanpassungen an den Euribor. Das Finanzierungsportfolio besteht aus einem ausgewogenen Mix aus fixen und variablen Krediten, wobei vor allem die Finanzierung des langfristigen Anlagevermögens mit Fixzinssätzen erfolgt. Das Zinsänderungsrisiko wird laufend überwacht und wenn notwendig durch Zinsabsicherungsgeschäfte begrenzt.
| Lagebericht 2025 | Se | ite |
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Die Betriebsmittelfinanzierung erfolgt durch den Cash Pool der Loacker Gruppe. Somit kann die Gesellschaft auf ausreichend freie Kreditlinien zurückgreifen. Das Liquiditätsrisiko der WEISS Schrott-u. Metallhandel, Autoverwertungs-GmbH ist folglich gering.
Dem Preisänderungsrisiko für Schrott und Metalle wird entgegengetreten indem wesentliche Lagerbestandsmengen vorverkauft sind und somit ein Verlust durch fallende Rohstoffpreise weitestgehend vermieden wird. Außerdem wird der Markt permanent beobachtet, um auf Preisänderungen schnell reagieren zu können. Mit der Begrenzung des Risikos sind auch die Chancen, die sich aus Preisänderungen ergeben begrenzt.
VII. Forschung und Entwicklung
Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft keine Aktivitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung gesetzt.
VIII. Ausblick
Für 2026 wird ein moderates Wachstum von 1,4 % in der EU und 1,2 % im Euro-Währungsgebiet erwartet, gefolgt von weiteren Zuwächsen im Jahr 2027. Die gesamtwirtschaftliche Ausgangslage für das Jahr 2026 ist vor dem Hintergrund geo- und handelspolitischer Unsicherheiten, höherer Zölle und struktureller Faktoren wie einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit, demografisch bedingten Fachkräfteengpässen sowie erhöhten Energie- und Bürokratiekosten weiterhin herausfordernd.
Angesichts anhaltender struktureller Probleme, schwacher Nachfrage in Schlüsselindustrien sowie möglicher Auswirkungen durch Handelskonflikte, gehen wir von einer eher gedämpften wirtschaftlichen Entwicklung aus.
Das Inkrafttreten des europäischen CBAM-Systems (Carbon Border Adjustment Measures) zum 1. Jänner 2026 stellt grundsätzlich eine positive Entwicklung für die europäische Stahlindustrie dar. Dieses System soll eine Gleichstellung auf dem europäischen Markt hinsichtlich CO2-Kosten zwischen importiertem Stahl und in Europa produziertem Stahl bewirken. Infolgedessen hat sich die Stimmung zu Ende der Berichtsperiode verbessert, obwohl die reale Nachfrage aufgrund der weiterhin schwachen Gesamtwirtschaft in Europa kaum verändert niedrig blieb. Wir gehen davon aus, dass der Schrottmarkt im Jahr 2026 von einer stabilen, aber weiterhin eher moderaten Nachfrage angetrieben wird.
Im Metallbereich werden die Entwicklungen im Wesentlichen unverändert bleiben. Für 2026 überwiegt bei den NE-Metallpreisen die Erwartung eines moderaten Anstiegs, vor allem bei Aluminium und Kupfer, während nickelund zinkbasierte Preise eher stabil bis leicht rückläufig eingeschätzt werden.
Das Management erwartet für 2026 einen Jahresgewinn, der leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen wird.
Hallein, 20. März 2026
Josef Gerl
Geschäftsführer
WEISS Schrott-u. Metallhandel, Autoverwertungs-GmbH