Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr 2025 der Firma Paul Lange Austria GmbH 4600 Wels, Schubertstraße 12
1. Darstellung des Geschäftsverlaufes, des Geschäftsergebnisses und Lage des Unternehmens
1.1. Geschäft und Rahmenbedingungen
Die Paul Lange Austria GmbH ist ein Großhandelsunternehmen für Fahrradzubehör, Fahrradteile und Fischereibedarf.
Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2025.
1.2. Analyse des Geschäftsverlaufes
1.2.1. Allgemeine Marktentwicklung
Fahrradmarkt Österreich
Der Gesamt-Fahrradmarkt in Österreich im Jahr 2025 belief sich auf einem Volumen von rund 389.000 Fahrrädern. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von –1,7%. Diese Anzahl umfasst alle Fahrräder, die 2025 an den österreichischen Fahrradmarkt (Sportartikelhandel und Fahrradfachhandel) verkauft wurden. (Sell-In)
2025 konnte das Umsatzniveau noch einmal deutlich über einer Milliarde gehalten werden, und lag bei rund 1,097 Milliarden EUR. Der Anteil der E-Bikes am Gesamtumsatz konnte auf 57% auf einem starken Niveau gehalten werden. 2025 boomen Kategorien wie Gravel, Rennrad aber auch Kinderräder bis 20"! Aufgrund des Wegfalls der Förderungen für Lastenräder und Falträder, sind hier die Verkaufszahlen rückläufig.
Die Jahre 2020-2022 waren durch einen pandemiebedingten und lockdownbedingten höheren Bedarf an Fahrrädern geprägt, daher hat sich das Volumen in die Richtung 500.000 Stück entwickelt. Das Jahr 2025 war ähnlich wir das Jahr 2024 sehr speziell von der höheren Lagerentwicklung des Handels geprägt, daher war der Lagerabverkauf noch sehr dominierend. Die Durchschnittsverkaufspreise stiegen, nach dem Rückgang 2024, im Jahr 2025 wieder an.
Auch das Thema Dienstradleasing entwickelt sich grundsätzlich positiv, auch wenn es regional unterschiedlich ausgeprägt ist. Auschlaggebend ist, wie konsequent die Landesregierungen bzw. die Gemeinden die Fahrradnutzung politisch verankern, und unterstützen. Im Rahmen der Jobrad-Vereinbarungen werden auch Versicherungen über Service und Verschleißteil-Versorgung vereinbart, dass wiederum unser Geschäftsmodell fördert.
Man spricht von ca. 7-7,5 Mio. Fahrrädern als Bestand in Österreich und mittlerweile sind schon mehr als 1-1,5 Mio. E-Bikes regelmäßig unterwegs (Tendenz steigend), die durch das intensive Anbremsen und wieder Anfahren einen höheren Bedarf an Verschleißteilen verzeichnen. In Anbetracht des Rückgangs der Lehrlingsausbildungs- Zahlen setzen wir gerade deshalb weiterhin in unserer Akademie verstärkt einerseits auf die Ausbildung unserer eigenen Fahrradmechatroniker und andererseits auf die Fahrradmechaniker des Fachhandels. Wir bieten weiterhin jährlich im Zeitraum von Jänner bis März wöchentlich Schulungen an.
Allgemein betrachtet ist ein Trend am Markt zu beobachten: Der Absatz der Fahrradhersteller an den stationären Fachhandel ist gestiegen, während der Absatz an den Mass Market (Disconter, bzw. teilweise großflächige Filialisten) gesunken ist. Ein weiterer Trend ist im sportlichen Bereich (Gravel, Rennrad) zu beobachten.
Fischereimarkt Österreich
Der Fischereimarkt hat sich im Jahr 2025 spürbar erholt. Die seit der Corona-Zeit bestehenden Überbestände wurden weitgehend abgebaut und sind größtenteils aus dem Handel verschwunden.
Die jüngsten Sortimentskürzungen seitens Shimano wirken sich jedoch deutlich negativ auf die Geschäftsentwicklung aus.
Unabhängig davon entwickelte sich der Fischereimarkt in Osterreich im Jahr 2025 insgesamt sehr positiv. Vor allem in jüngeren Zielgruppen ist weiterhin ein Anstieg bei den Anmeldungen zur Fischereiprüfung zu verzeichnen. Angeln etabliert sich zunehmend als Trendsport und gewinnt weiter an gesellschaftlicher Akzeptanz.
1.2.2. Geschäftsverlauf Paul Lange Lange Austria
Geschäftsentwicklung
Der coronabedingte Boom in den Stückzahlen ist definitiv vorbei, das heißt der Markt hat sich wieder auf ca. 400.000 verkaufte Räder eingependelt. Die Läger haben sich im Zuge der letzten Jahre des Abverkaufs deutlich reduziert, und mittlerweile auf einem normalen Niveau eingependelt. Parallel dazu sind die Wirtschaftsprognosen sehr gedämpft, das heißt die Kundenfrequenz beim Handel ist saisonabhängig und auch die Kaufkraft beim Endverbraucher sind momentan rückläufig, aufgrund der hohen Erhaltungskosten bzw. der anhaltenden Rezession.
Die Fahrradnutzung steigt weiter, und die Werkstätten sind gut ausgelastet, das heißt, der Bedarf an Verschleißteilen wird auch in den Folgejahren ungebremst hoch sein. Trotz dem Wegfall des Reparaturbonus. Jedoch ist auch das Ersatzteile-Lager im Handel momentan auf einem sehr guten Niveau, jedoch war der Herbst wetterbedingt sehr positiv für das Fahrradgeschäft, somit wurde zwar vorsichtig, aber doch mehr vorgeordert als im Vorjahr.
Im Fischerbereich läuft das Geschäft leider nicht stabil für uns. Wir sind von massiven Streichungen der Bestellungen sowohl von der Produktion der Malaysia- als auch Japan-Rollen betroffen. Nichtsdestotrotz haben die Händler durch die Lieferengpässe erwartungsgemäß mehr vorgeordert.
1.3. Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Durch den Wirtschaftsjahrwechsel im Jahr 2024 vom 30.09. auf den 31.12. sind die
Vorjahreszahlen nur eingeschränkt aussagekräftig.
Im Geschäftsjahr 2025 konnte ein Rohertrag von TEUR 9.090 (Vorjahr - Rumpfgeschäftsjahr TEUR 1.072) erzielt werden. Das Jahresergebnis betrug TEUR 238 (Vorjahr TEUR -705).
Der Cash Flow aus dem Ergebnis hat sich von TEUR -531 auf TEUR 3.705 erhöht, dies liegt vor allem am starken Abbau des Vorratsbestandes. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit betrug TEUR -313 (VJ: TEUR -188) und der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit betrug TEUR -2.981 (Vorjahr +726) und resultiert vor allem aus dem Abbau des Vorratsbestandes. Die liquiden Mittel haben sich von TEUR 4 auf TEUR 402 erhöht.
Das Anlagevermögen beträgt 10 % (VJ: 8,9%) der Bilanzsumme, das Umlaufvermögen 90 % (VJ: 91,1%) der Bilanzsumme.
Die Finanzierung erfolgt zu 73 % (VJ: 61,7 %) aus Eigenkapital und mit 27 % (VJ: 38,3 %) aus Rückstellungen und Verbindlichkeiten.
Die Eigenmittelquote gem. URG beträgt 72,9 % (Vorjahr: 61,2 %), die fiktive Schuldentilgungsdauer gem. URG beträgt 7,4 Jahre (Vorjahr: -13 Jahre). Beträgt die Eigenmittelquote weniger als 8 % und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre, so liegt ein gesetzlich vermuteter Reorganisationsbedarf vor. Aus den Kennzahlen ergibt sich, dass die Vermutung des Reorganisationsbedarfs infolge des Überschreitens der Eigenmittelquote nicht gegeben ist.
Working Capital in TEUR stellt das kurzfristige Finanzierungspotential dar und errechnet sich wie folgt in TEUR:
= kurzfr. Vermögen – kurzfr. Schulden 2025: 11.285 01.10.-31.12.24: 11.077 2023/24: 11.826
Vermögensumschlagskennzahlen:
Vorräte in Tagen: =
durchschn. Vorratsbestand x 365/Handelswareneinsatz/Materialaufwand 2025: 182 01.10.-31.12.24: 1.183 2023/24: 287
Forderung an Dritte in Tagen: =
durchschn. Forderungsbestand (exkl. USt) x 365/Umsatzerlöse 2025: 65 01.10.-31.12.24: 468 2023/24: 78
1.4. Forschung und Entwicklung
Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten fallen bei unserer Gesellschaft nicht an.
1.5. Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
1.6. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres Vorgänge von besonderer Bedeutung, die zu einer anderen Bewertung des Jahresabschlusses hätten führen müssen oder ein anderes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln, sind bis zum Tag der Erstellung des Jahresabschlusses nicht eingetreten.
2. Prognosebericht
Dementsprechend arbeiten wir an den folgenden Themen:
- - - - - - - Hoher Fokus auf Lagerstände bzw. auf Verfügbarkeit Einführung des neuen Webshops noch engere Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Vertrieb und Marketing (neue zuständige Person für die Koordination bzw. Prioritätensetzung der Themen) Erhöhung der Schulungsangebote für Mechaniker in der TL-Akademie bzw. neu für den Verkäufer die Marken-Händlerschulung Ende Februar im Haus. Stabilisierung der Deckungsbeiträge Stabilisierung und Risikominimierung des OEM-Geschäftes Stabilisierung und Risikominimierung des Fishing-Geschäftes (Erhöhung des Umsatzanteils im Bereich Zubehör)
Für 2026 ist unter Berücksichtigung der aktuellen Situation im Fishingbereich ein Plus/ Minus-Null Ergebnis bzw. wenn es optimal läuft, ein leicht positives Ergebnis geplant. Für die weitere Geschäftsentwicklung wird entscheidend sein, welche Auswirkungen die Inflation durch Kriege (Ukraine, Iran etc.…) bzw. die anhaltende Rezession auf das Käuferverhalten hat.
3. Risiken und Ungewissheiten
Haupt-Risiken für Paul Lange Austria
- Situation Lieferengpass im Fishingbereich - Situation im OEM-Bereich (Nachfrage Rückgang der OEM-Kunden) - Allgemeine Branchenentwicklung Lagerstand o Weitere Marktkonsolidierung und Mitbewerb der unter Marktpreis Vorratsbestände abbaut. - Situation im Sporthandel (etwaige Filialschließungen sind zu erwarten) - deutsche Mitbewerber treten aggressiv am Markt auf und erkaufen sich Marktanteile. o Gegensteuerung: Verteidigung unserer Position durch qualitativen Ansatz (Steigerung der Besuchsfrequenz unseres Außendienstes, Service hervorheben, neuer Webshop) o o Etablierung von Vertriebskonzepten, welche den Handel noch enger an uns binden (SSC, SIS, Werkstatt Konzept etc.) Hauptaugenmerk auf Lieferfähigkeit bei Verschleißteilen. - Fremdwährungsrisiko o Gegensteuerung: Kalkulationskurs unter dem Sicherungskurs halten - Wettersituation „Wetter spielt nicht zu"
- Umsatzkompensation des Fishing-Entgangs im Bike-Aftermarket mit Verschleißteilen geht nicht auf. - Unerwartete Schadensfälle (Liquidität bzw. Insolvenz unserer Kunden) Alle Risiken werden permanent überwacht und zeitnahe Maßnahmen getroffen, um diese abzuschwächen.
4. Finanzinstrumente
Zum Bilanzstichtag waren folgende Options- und Devisentermingeschäfte abgeschlossen:
- Devisentermingeschäfte über ein Gesamtvolumen von 250.000.000,00 JPY - Devisentermingeschäfte über ein Gesamtvolumen von 900.000,00 USD
Die Devisentermingeschäfte weisen einen negativen Marktwert in Höhe von 44.362,00 € aus.
wels. P. 4.26.
Mag. Hans-Jürgen Schoder