← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

KAISER Fahrzeugtechnik GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 22. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

Kaiser Fahrzeugtechnik GmbH

1. Wirtschaftliches Umfeld, Jahresrückblick

Die KAISER Fahrzeugtechnik GmbH versteht sich seit Bestehen als Partner der österreichischen Bauwirtschaft mit ihrem Schwerpunkt in den westlichen Bundesländern Tirol und Vorarlberg. Darüber hinaus werden in ganz Österreich und im angrenzenden Ausland zahlreiche Kunden betreut.

Die Gesellschaft darf einen Großteil der Erdbeweger und Bauunternehmen in Westösterreich zu ihren Kunden zählen. Sie betreut im ganzen Bundesgebiet sowohl Kleinunternehmer als auch mittlere und große Unternehmen der Baubranche, darüber hinaus bestehen gute Geschäftsbeziehungen zu multinationalen Baukonzernen sowie Kommunen und der öffentlichen Hand.

Die Kaiser Fahrzeugtechnik GmbH bietet ein breites Spektrum an Baumaschinen und damit zusammenhängenden Dienstleistungen an. Neben den traditioneilen Schwerpunkten im Geschäft mit Mobil-Schreitbaggers und Hochbaukranen vertreibt die Gesellschaft als Fachhändler Raupenbagger, Radlader, Dumper sowie diverse Kleingeräte erstklassiger Hersteller. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Vermietung und der Kundenservice für diese Produkte.

Neben dem Firmensitz in A-6710 Nenzing (V) betreibt die Gesellschaft eine Niederlassung für Verkauf, Vermietung und Service in A-6200 Jenbach (T). Von diesen beiden Standorten werden auch Kunden im übrigen Bundesgebiet und im grenznahen Ausland betreut.

Die Konjunktur der österreichischen Bauwirtschaft konnte sich 2025 auf niedrigem Niveau stabilisieren. Während der Wohnungsneubau einen weiteren Rückgang von ca. -2% verzeichnete, wuchs der Tiefbau um ca. 2.5%, auch der Nichtwohnungsbau legte etwas zu. Die verbesserten Finanzierungsbedingungen aufgrund sinkender Zinsen und durch den Wegfall der KIM-Verordnung stellten eine Verbesserung des Investitionsumfeldes dar. Trotzdem fehlten auch im Jahr 2025 der Bauwirtschaft substantielle Wachstumsimpulse.

Der Anstieg der Baukosten war moderat und unter der allgemeinen Inflation. Der Margendruck für die Bauwirtschaft war mutmaßlich entsprechend hoch. Positiv zu sehen sind Investitionsprogramme der offentlichen Hand aus Vorjahren und der florierende Tourismus. Die Hoffnungen auf ein Anziehen der Baukonjunktur konnten sich 2025 jedoch nicht erfüllen und der Ausblick muss als stabil angenommen werden.

Die bereits seit längerer Zeit zu beobachtende Neuordnung der Bauwirtschaft als Folge von Betriebsübernahmen und Betriebsaufgaben setzte sich fort. Kleinere Bauunternehmungen leiden unverändert unter dem Fachkräftemangel, hohen Lohnabschlüssen und der Nachfolgethematik bei Betriebsübergaben. Der Trend zur Untenehmenskonzentration zu Lasten der mittelständischen Betriebe war 2025 unverändert. Dies betrifft sowohl die Kundeseite als auch die Herstellerseite, wo der Baumaschinenhandel zunehmend starren Geschäftspraktiken multinationaler Konzernen gegenübersteht.

Darüber hinaus musste ein Anstieg der Insolvenzen sowohl von Bauunternehmen als auch Bauträgern festgestellt werden. Eine sorgfältige Bonitätsprüfung von bestehenden und neuen Kunden und ein konsequentes Forderungsmanagement haben an Bedeutung gewonnen.

im Zuge der schwachen Baukonjunktur bleibt der Wettbewerb im Baumaschinenhandel hoch. Die Händler versuchten auch 2025 ihre Lagerbestände zur Verbesserung der Liquidität zu reduzieren. Kurze Lieferzeiten der Hersteller begünstigten dies.

Die Kaiser Fahrzeugtechnik GmbH konnte sich dem allgemeinen Branchentrend nicht entziehen und musste auch 2025 einen Umsatzrückgang verbuchen. Das Kerngeschäft mit Mobil-Schreitbaggern und Hochbaukranen erwies sich erfreulich robust. In den sonstigen Baumaschinensegmenten mussten hingegen Umsatzrückgänge verzeichnet werden, vor allem im Verkauf.

Das Geschäft mit der Vermietung von Baumaschinen entwickelte sich stabil. Auch der Umsatz im Bereich "After Sales" bewegte sich auf Vorjahresniveau.

Das Betriebsergebnis und die Rendite litten wie schon im Vorjahr unter dem verringerten Geschäftsvolumen, ein konsequentes Kostenmanagement konnte dies nicht kompensieren, zumal sich auch die Kosten für Forderungsverluste und Forderungswertberichtigungen erhöhten.

Als erfreulich kann das deutlich verbesserte Finanzergebnis angeführt werden. Dank eines disziplinierten Working-Capital-Managements bei Vorräten und Forderungen wurden Mittel frei, welche die Finanzverbindlichkeiten substantiell reduzierten. Auch die im Jahresverlauf noch einmal sinkenden Zinsen leisteten einen positiven Ergebnisbeitrag.

Die Gesellschaft konnte im Berichtsjahr dennoch ihre gute Marktposition in einem umkämpften Markt behaupten. Wie in den vorangegangenen Jahren gelang es durch Kundennähe, hohe Lösungskompetenz, Flexibilität, Verlässlichkeit und dank eines abgestimmten Produktportfolios das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich abzuschließen.

Die Gesellschaft hält unverändert über eine nicht operative Zwischenholding, die Kaiser America LLC, zwei US-amerikanische Tochterunternehmen, die Kaiser Premier LLC und die Kaiser Rental LLC, beide mit Sitz in Fort Morgan, Colorado. Die beiden Gesellschaften sind für die Produktion und den Vertrieb von Kommunalfahrzeugen und Mobil- Schreitbaggern in Nordamerika verantwortlich. Die Gesellschaften konnten zusammengenommen ein positives Ergebnis erzielen.

Eine weitere Tochtergesellschaft, die Kaiser Technology Pty Ltd. ist für den Vertrieb von Kommunalfahrzeugen und Mobil-Schreitbaggern in Australien und Neuseeland zuständig. Aufgrund der fehlenden Wesentlichkeit für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird auf eine weitere Berichterstattung verzichtet.

II. Geschäftszahlen

Die Verwaltung wird zentral am Unternehmenssitz ausgeführt. Die Ertragslage und die Vermögenslage der Gesellschaft stellen sich wie folg dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Ertragslage20252024 Veränderung
Werte in Tsd. Euro
Umsatzerlöse18.88120.920-2.039
Rohgewinn (Bruttoergebnis)5.2976.530-1.233
Personalaufwand-1.913-1.901-12
Betriebsergebnis9892.037-1.049
Finanzergebnis-521-932411
Ergebnis vor Steuern4671.105-637
Jahresüberschuss360851-491

Die Kaiser Fahrzeugtechnik GmbH erwirtschaftete 2025 einen Umsatz in Höhe von EUR 18,9 Mio., das entspricht einem Rückgang von 10%.

Das Betriebsergebnis belief sich im Berichtsjahr auf EUR 1.0 Mio., der Rückgang zum Vorjahr betrug EUR 1.0 Mio. und war auf das niedrigere Handelsvolumen zurückzuführen. Das Finanzergebnis verbesserte sich aufgrund niedrigerer Finanzverbindlichkeiten und Finanzierungszinsen um EUR 0.4 Mio. Dank des positiven Ergebnisses und der Reduktion des Working Capital konnte wiederum ein positiver Cash-Flow erzielt werden.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Vermögenslage20252024 Veränderung
Werte in Tsd. Euro
langfristige Vermögensgegenstände8.0318.245-214
kurzfristige Vermögensgegenstände50.35155.627-5.276
Summe Aktiven58.38263.872-5.490
langfristiges Fremdkapital2.7133.007-294
kurzfristiges Fremdkapital37.79943.355-5.556
Eigenkapital17.87017.510360
Summe Passiven58.38263.872-5.490

Die Gesellschaft finanzierte sich über Darlehen der Muttergesellschaft, Hypothekardarlehen Und über einen Betriebsmittelkredit. Des Weiteren wurde ein kleiner Teil des Mietparks über Leasing finanziert.

Die Gesellschaft wies per 31.12.2025 einen Eigenkapitalanteil von 31% aus und beschäftigte auf Basis Vollzeitäquivalente wie im Vorjahr 25 Mitarbeiter, davon 3 Lehrlinge. Der Gewinn der Gesellschaft wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Ill.Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Allgemeines Risikomanagement

Die Gesellschaft ist branchentypisch einer Vielzahl von Chancen und Risiken ausgesetzt. Das implementierte Risikomanagement berücksichtigt die notwendigen Planungs- und Entscheidungsprozesse zur Risikoanalyse und Risikobeherrschung.

Geschäftsrisiken

Als das für das Unternehmen größte Geschäftsrisiko wird die allgemeine Baukonjunktur eingeschätzt. Diesem Risiko wird durch die laufende Beobachtung der Baukonjunktur und der gesamtwirtschaftlichen Situation begegnet. Für Westösterreich und den alpinen Raum spielen in diesem Zusammenhang der Tourismus sowie Bau und Erhalt der Infrastruktur eine wesentliche Rolle als Stütze der regionalen Bauwirtschaft.

Ein erhöhtes Risiko geht darüber hinaus vom Arbeitskräftemangel aus, damit einhergehend nicht zuletzt auch die Höhe der Personalkosten. Gute Fachkräfte zu finden ist grundsätzlich eine ständige Herausforderung.

In Folge der schwachen Baukonjunktur bleiben die wirtschaftlichen Unsicherheiten erheblich. Die österreichische Wirtschaft wird sich auch in Zukunft dem Einfluss der unerfreulichen geopolitischen Entwicklungen nicht entziehen können.

In diesem Zusammenhang ist kundenseitig ein erhöhtes Risiko für Forderungsausfälle festzuhalten. Diesem Risiko wird unverändert durch eine umsichtige Vertragsgestaltung und ein aktives Debitoren-Management begegnet.

Das Zinsniveau als wesentlichem Indikator für wirtschaftliche Stabilität sank zwar im Laufe des Jahres 2025 noch einmal substantiell auf in etwa das von der Europäischen Zentralbank angestrebte Niveau, geopolitische Verwerfungen und damit einhergehende Erhöhungen von Energiepreisen stellen hingegen ein großes und nicht unwahrscheinliches Konjunkturund Inflationsrisiko dar. Osterreich und seine Nachbarländer warten immer noch auf ein Ende der Rezession. Dazu kommt, dass sich in Osterreich Bund, Länder und Gemeinden im Rahmen eines EU-Defizitverfahrens zu Sparzielen verpflichtet haben. Der öffentliche Sektor wird daher kaum kräftige Impulse für die Bauwirtschaft leisten können.

Die Bautätigkeiten wird sich 2026 nicht wesentlich ändern, der Ausblick der Wirtschaftsforscher geht von einem Verlauf analog zu 2025 aus.

Es bestehen keine bestandsgefährdenden Risiken aus heutiger Sicht. Für 2026 geht die Geschäftsführung von einem wieder leicht wachsenden Geschäftsvolumen und stabilen Margen aus. Die Belegschaft bleibt unverändert. Die Reduktion des Working Capital wird fortgesetzt, somit sollten die Kapitalkosten weiter sinken. Die weitere mittelfristige Entwicklung ist wie immer schwer abzusehen, die Wirtschaftsprognosen gehen von einer Seitwärtsentwicklung bzw.in bestem Falle von einem verhaltenen Wachstum für 2027 und 2028 aus.

Finanzielle Risiken

Das allgemeine Cash-Flow-Risiko beruht primär auf dem laufend zu finanzierenden Working-Capital-Bestand. Aufgrund der guten Eigenkapitalausstattung, Gewinnthesaurierung und ausreichender Finanzierungslinien innerhalb der KAISER-Gruppe sind die finanziellen Risiken als gering einzuschätzen. Die Gesellschaft geht mittelfristig zudem Von einer Verringerung des Working-Capitals aus, was ebenfails freie Mittel generieren wird.

Für mögliche Risiken in Zusammenhang mit den Darlehensforderungen bzw. Darlehensverbindlichkeiten gegenüber den amerikanischen Tochtergesellschaften Kaiser America LLC, Kaiser Premier LLC und Kaiser Rental LLC tritt die Muttergesellschaft KAISER AG, Liechtenstein ein.

IV. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft betrieb 2025 wie in Vorjahren keine eigene Forschung und Entwicklung. Auch in Zukunft sind keine derartigen Aktivitäten geplant.

V. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage hätten.

VI. Ausblick

Die Gesellschaft geht für das Geschäftsjahr 2026 weiterhin von einem grundsätzlich intakten aber anspruchsvollen Marktumfeld und von einem stabilen bzw. leicht wachsendem Geschäftsvolumen aus.

Nenzing, am 27.04.2026

Markus Kaiser

Klaus Singèr

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.