Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsverlauf
1.1.1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Seit unserer Gründung im Jahre 1927 sind wir auf die Planung, den Verkauf, die Installation und die Wartung von Anlagen der Stark- und Schwachstromtechnik spezialisiert. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot wird in diesen Kerngebieten laufend ausgebaut und vertieft, sowie dem Bedarf der Kunden entsprechend an die neuesten Möglichkeiten angepasst. Als eines der größten und erfolgreichsten Elektrotechnikunternehmen im Westen Österreichs liefern wir Komplettlösungen, darunter Alarmanlagen und Überwachungssysteme, Audio- und Medientechnik, Automatiktüren, Brandmeldetechnik, Telekommunikation, Elektroinstallationen, Photovoltaik, Hotel-EDV und Keycards sowie Kassen- und Schanksysteme. Das Unternehmen ist aus seiner DNA heraus ein Familienbetrieb im besten Sinne: Es wird in Generationen gedacht. Nachhaltiges Wirtschaften ist daher seit langem fixer Bestandteil der Unternehmenskultur.
Diese Vielseitigkeit ist zu großer Stärke geworden – und zum Grundstein für die Philosophie der Firma, ihren Kunden „Gesamtlösungen aus einer Hand” zu bieten.
Beim Auftragseingang und der Betriebsleistung ist der Hauptanteil der Sparte Elektroinstallationstechnik zuzurechnen. Die Sparte Photovoltaik, welche im Jahr 2023 einen massiven Anstieg verzeichnen konnte, hat sich wieder im Niveau davor eingependelt. Neben Großaufträgen, insbesondere im Bereich Elektroinstallationstechnik, teilte sich das Geschäft auf eine Vielzahl von Kunden in sämtlichen Wirtschaftsbereichen auf.
Die Unternehmensgruppe ist nach ISO 9001:2015 zertifiziert, sowie seit April 2018 nach ISO 14001 und nach ISO 27001.
1.1.2. Entwicklung Branche und Gesamtwirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2025 real zu Vorjahrespreisen um 0,60% (VJ: 1,20%) gestiegen.
Zusammenfassend konnte man in der zweiten Jahreshälfte 2025 in Osterreich eine leichte konjunkturelle Belebung erleben. Die Inflation ist leicht rückgängig und es gab eine leichte Entspannung bei den Zinsen, dadurch kam es zu einem leichten Anstieg an Investitionen.
1.1.3. Umsatz-, Betriebsleistungs- und Auftragsentwicklung
Im Jahr 2025 konnten vor allem im Bereich der Elektroinstallationen eine Vielzahl der im Vorjahr begonnenen Großaufträge fertiggestellt werden. Der Auftragseingang in diesem Bereich ist nach wie vor sehr gut. Hier kann wieder ein sehr hoher Arbeitsvorrat mit in das neue Jahr genommen werden. Die gesamte Umsatzentwicklung ist vor allem in diesem Bereich abhängig von der Fertigstellung und Abrechnung von Großprojekten.
Im Jahr 2025 konnte der ausgewiesene Umsatz mit TEUR 114.926 (VJ: TEUR 111.959) wieder gesteigert werden. Im Gegensatz dazu ist die Betriebsleistung zum Vorjahr leicht gesunken. Mit TEUR 113.910 liegt der Wert um 1,14% unter dem Vorjahr.
1.1.4. Beschaffung
Der Anteil an Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen ist gegenüber dem Vorjahresniveau mit 47,56% (VJ: 51,13%) etwas gesunken.
Der Grund dafür liegt vor allem im weiterhin hohen Preisniveau bei den Artikeln. Aufgrund der anhaltend hohen Betriebsleistung mussten die Spitzen wieder vermehrt durch die Beschäftigung von Leasingpersonal vor allem in der Elektroinstallation ausgeglichen werden.
1.1.5. Investitionen
Das Geschäft bedingt, dass die Leistungserbringung beim Kunden bzw. dessen Bauprojekten erfolgt und demgemäß die Anlagenintensität sehr nieder und eher von untergeordneter Bedeutung ist. Neben den üblichen Investitionen in die Geschäftsund Betriebsausstattung wurde weiterhin in die interne IT-Infrastruktur investiert. Die Neuanschaffung im Fuhrpark wurde weiterhin über Barkäufe abgewickelt. Leasingfinanzierungen werden ausschließlich bei der e-mobilität getätigt.
1.1.6. Finanzierungsmaßnahmen und -vorhaben
Das Unternehmen finanziert sich in einem hohen Maße über Eigenkapital. Im Bereich des Fuhrparkes wird sukzessive von Leasingfinanzierung auf Eigenfinanzierung umgestellt.
1.1.7. Personal- und Sozialbereich
Die Mitarbeiter:innen bilden das Fundament des nachhaltigen Erfolgs von Fiegl & Spielberger. Durch gezielte Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung und -bindung konnte der durchschnittliche Personalstand im Jahr 2025 von 541 auf 548 Mitarbeiter:innen erhöht werden. Damit setzt das Unternehmen auch in einem herausfordernden Arbeitsmarkt ein klares Zeichen für Stabilität und Wachstum. Ein besonderer Schwerpunkt der Personalstrategie liegt auf der Aus- und Weiterbildung, insbesondere auf der qualitätsvollen Lehrlingsausbildung. Auch im Jahr 2025 wurden zusätzliche Maßnahmen umgesetzt, um die Lehrausbildung weiter zu professionalisieren und für junge Menschen attraktiv zu gestalten. Die nachhaltige Qualifizierung des eigenen Nachwuchses ist ein zentraler Bestandteil der langfristigen Fachkräftesicherung.
Der Fachkräftemangel stellt eine der größten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Osterreich dar. Im April 2025 wurden rund 140.000 offene Fachkräftestellen verzeichnet, insbesondere in technischen Berufen. Auch die Elektrotechnikbranche ist davon stark betroffen, da Berufe wie Elektroinstallateur:innen und Techniker:innen für Starkstromtechnik weiterhin als Mangelberufe gelten. Fiegl & Spielberger begegnet dieser Entwicklung mit einer langfristig ausgerichteten HR-Strategie, die auf eigene Ausbildung, kontinuierliche Weiterbildung und Mitarbeiterentwicklung setzt. Ziel ist es, Know-how im Unternehmen zu sichern, Beschäftigungsfähigkeit zu fördern und qualifizierte Arbeitsplätze nachhaltig zu erhalten.
Die positiven wirtschaftlichen Perspektiven des Unternehmens werden gezielt genutzt, um in die Weiterentwicklung der Mitarbeiter:innen zu investieren. Das unternehmensinterne Entwicklungsprogramm unterstützt die fachliche, persönliche und soziale Kompetenzentwicklung und stärkt damit Motivation, Bindung und Zufriedenheit. Diese Investitionen leisten nicht nur einen Beitrag zur individuellen Entwicklung der Mitarbeiter:innen, sondern sind auch ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Nachhaltigkeit und des langfristigen Unternehmenserfolgs. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel die bedeutendste strukturelle Herausforderung der kommenden Jahre.
Der Anspruch, Vorreiter in der Branche zu sein, wird von 548 Mitarbeiter:innen getragen, darunter mehr als 80 Lehrlinge, die in den Bereichen Elektroinstallationstechnik, Elektronik, Bürokauf und Informationstechnologie ausgebildet werden. Die gezielte Ausbildung eigener Fachkräfte trägt wesentlich dazu bei, dem zunehmenden Fachkräftemangel verantwortungsvoll zu begegnen. Der Lehrberuf erfährt gesellschaftlich wieder steigende Anerkennung. Fiegl & Spielberger bietet Lehrlingen klare Entwicklungs- und Karriereperspektiven – bis hin zur Übernahme von Führungsverantwortung. Damit leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur sozialen Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit.
Darüber hinaus werden jährlich Lehrlinge aufgenommen, die im Rahmen eines zweiten Bildungsweges eine verkürzte Lehrausbildung im Bereich Elektrotechnik absolvieren. Das in Tirol gemeinsam mit Elektrotechnikbetrieben und der Wirtschaftskammer entwickelte Modell „elevel 2.0” stellt einen nachhaltigen Beitrag zur Qualifizierung Erwachsener und zur Fachkräftesicherung dar.
1.2. Bericht über die Zweigniederlassungen
Zweigstellen bestehen in Salzburg, Längenfeld, Hohenems, Galtür und Ischgl. In Salzburg, Längenfeld, Galtür und Hohenems werden elektrotechnische Stark- und Schwachstromprojekte abgewickelt, Ischgl fungiert insbesondere als Verkaufsstelle. Die Zweigstelle in Langkampfen wird ab 2026 als vollständige Niederlassung geführt werden.
1.3. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
1.3.1. Kennzahlen der Vermögensstruktur
| Anlagenintensität | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Anlagevermögen | 7 126 989 | 5 285 955 |
| Gesamtvermögen | 60 248 162 | 59 290 151 |
| Anlagenintensität | 11,83% | 8,92% |
| Sachanlagenintensität | 2025 | 2024 |
| Sachanlagevermögen | 5 125 589 | 4 489 364 |
| Gesamtvermögen | 60 248 162 | 59 290 151 |
| Sachanlagenintensität | 8,51% | 7,57% |
| Finanzanlageintensität | 2025 | 2024 |
| Finanzanlagevermögen | 1 430 746 | 25 746 |
| Gesamtvermögen | 60 248 162 | 59 290 151 |
| Finanzan lageintensität | 2,37% | 0,04% |
| Lagerintensität | 2025 | 2024 |
| Vorräte | 15 152 317 | 12 633 420 |
| Gesamtvermögen | 60 248 162 | 59 290 151 |
| Lagerintensität | 25,15% | 21,31% |
1.3.2. Kennzahlen der Kapitalstruktur
| Eigenkapitalanteil | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Eigenkapital (adaptiert) | 27 426 076 | 25 707 346 |
| Gesamtvermögen | 60 248 162 | 59 290 151 |
| Eigenkapitalanteil in % | 45,52% | 43,36% |
| Fremdkapitalanteil | 2025 | 2024 |
| Fremdkapital | 32 812 588 | 33 562 559 |
| Gesamtvermögen | 60 248 162 | 59 290 151 |
| Fremdkapitalanteil in % | 54,46% | 56,61% |
| Verschuldungskoeffizient | 2025 | 2024 |
| Eigenkapital (adaptiert) | 27 426 076 | 25 707 346 |
| Fremdkapital | 32 812 588 | 33 562 559 |
| Verschuldungskoeffizient | 0,84 | 0,77 |
| Anlagendeckungsgrad I | 2025 | 2024 |
| Eigenkapital (adaptiert) | 27 426 076 | 25 707 346 |
| Anlagevermögen | 7 126 989 | 5 285 955 |
| Anlagendeckungsgrad I | 384,82% | 486,33% |
| Anlagendeckungsgrad II | 2025 | 2024 |
| Eigenkapital (adaptiert) | 27 426 076 | 25 707 346 |
| Langfristiges Fremdkapital | 4 454 817 | 4 577 933 |
| Eigenkapital + Langfristiges Fremdkapital | 31 880 893 | 30 285 279 |
| Anlagevermögen | 7 126 989 | 5 285 955 |
| Anlagendeckungsgrad II | 447,33% | 572,94% |
1.3.3. Kennzahlen der Kreditstruktur
| Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Kurzfristiges Fremdkapital | 28 357 772 | 28 984 627 |
| Fremdkapital | 32 812 588 | 33 562 559 |
| Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals | 86,42% | 86,36% |
| Anteil des langfristigen Fremdkapitals | 2025 | 2024 |
| Langfristiges Fremdkapital | 4 454 817 | 4 577 933 |
| Fremdkapital | 32 812 588 | 33 562 559 |
| Anteil des langfristigen Fremdkapitals | 13,58% | 13,64% |
1.3.4. Liquiditätsanalyse
| Working Capital | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 52 422 727 | 53 190 784 |
| - kurzfristige Verbindlichkeiten | 28 357 772 | 28 894 627 |
| Working Capital | 24 064 955 | 24 206 157 |
| 2025 | 2024 | |
| Working Capital Ratio | ||
| Umlaufvermögen | ||
| kurzfr. Fremdkapital | 1,85 | 1,84 |
1.3.5. Verschuldungsgrad, Gearing
| Nettoverschuldung (Net Debt) | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| verzinsliches Fremdkapital | 4 412 695 | 4 536 180 |
| - liquide Mittel | 19 266 097 | 12 905 550 |
| = Nettoverschuldung | - 14 853 402 | -8 369 370 |
| Verschuldungsgrad | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Nettoverschuldung | -14 853 402 | -8 369 370 |
| Eigenkapital (adaptiert) | 27 426 076 | 25 707 346 |
| Verschuldungsgrad, Gearing | -54,16% | -32,56% |
1.3.6. Cash-Flow aus dem Ergebnis nach ÖVFA (Österreichische Vereinigung für
Finanzanalyse und Asset Management)
| Cash Flow | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Jahresüberschuss | 5 218 730 | 5 444 880 |
| + Abschreibungen des Anlagevermögens | 2 029 851 | 1 768 192 |
| + Dotierung /- Auflösung | ||
| Abfertigungsrückstellung (langfrist. Rückstellung) | -76 116 | 96 819 |
| + Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen | 3 328 | 714 |
| - Gewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen | -119 541 | -159 767 |
| Cash-Flow aus Ergebnis | 7 056 251 | 7 150 839 |
1.3.7. Gesamtkapitalrentabilität
| Gesamtkapitalrentabilität | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis v. Steuern | 6 783 621 | 7 015 478 |
| + Zinsen | 63 166 | 36 848 |
| Ergebnis v. Steuern und Zinsen | 6 846 788 | 7 052 325 |
| Gesamtkapital | 60 248 162 | 59 290 151 |
| Gesamtkapitalrentabilität | 11,36% | 11,89% |
1.3.8. Eigenkapitalrentabilität
| Eigen kapitalrentabilität | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis v. Steuern | 6 783 621 | 7 015 478 |
| Eigenkapital (adaptiert) | 27 426 076 | 25 707 346 |
| Eigenkapitalrentabilität | 24,73% | 27,29% |
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Der Auftragsstand bzw. Arbeitsvorrat entwickelt sich auch zu Beginn des Jahres 2026 weiterhin stabil und bildet eine solide Grundlage für die Geschäftstätigkeit im laufenden Jahr. Insgesamt wird für 2026 ein moderates Wirtschaftswachstum erwartet, wobei die konjunkturelle Entwicklung nach wie vor von Unsicherheiten geprägt ist.
Risiken ergeben sich insbesondere aus anhaltenden geopolitischen Spannungen, möglichen Schwankungen der Energiepreise sowie aus der insgesamt verhaltenen Investitionsbereitschaft in einzelnen Wirtschaftsbereichen. Für die Bauwirtschaft wird jedoch von einer leichten Erholung ausgegangen, wovon auch die Elektrotechnikbranche positive Impulse erwarten kann.
Trotz dieser grundsätzlich stabilen Rahmenbedingungen bleibt der Fachkräftemangel das zentrale Risiko für die Unternehmensentwicklung. Die eingeschränkte Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter:innen stellt weiterhin eine Herausforderung dar und begrenzt das Wachstumspotenzial.
Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass sich das Jahr 2026 insgesamt stabil entwickeln wird. Die Erwartungen an das Jahresergebnis sind jedoch weiterhin vorsichtig, da die wirtschaftliche Gesamtsituation sowie die angespannten Personalressourcen eine dynamischere Entwicklung dämpfen.
Für Osterreich ist auch im Jahr 2026 mit einer leichten Belebung der Bauwirtschaft und des Baunebengewerbes zu rechnen. Die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum und Infrastruktur – sowohl in urbanen als auch in ländlichen Regionen – sowie der steigende Bedarf an Sanierungen und Renovierungen bestehender Gebäude tragen dazu bei. Insbesondere Investitionen zur technischen Modernisierung und zur Anpassung an neue energetische und technologische Anforderungen gewinnen weiter an Bedeutung.
Technologische Entwicklungen, wie der verstärkte Einsatz digitaler Werkzeuge, modularer Bauweisen sowie erneuerbarer Energien, werden auch im Baunebengewerbe zunehmend an Einfluss gewinnen und einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Modernisierung des Sektors leisten.
Ein besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf der Liquiditätssteuerung. Aus heutiger Sicht ist für das Geschäftsjahr 2026 kein Liquiditätsengpass erkennbar. Dennoch ist angesichts des wirtschaftlichen Umfelds weiterhin mit verzögerten Zahlungseingängen und einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit zu rechnen, weshalb ein umsichtiges Forderungs- und Liquiditätsmanagement weiterhin von zentraler Bedeutung bleibt.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die größten Risiken für das Jahr 2026 ergeben sich weiterhin aus der unsicheren geopolitischen Lage, insbesondere im Zusammenhang mit dem anhaltenden Ukraine-Konflikt, Nah-Ost-Konflikt, sowie aus möglichen Schwankungen der Energiepreise – erhöhte Treibstoffpreise. Darüber hinaus stellt der anhaltende Fachkräftemangel, vor allem in technischen Berufen, nach wie vor eine erhebliche Herausforderung für die Unternehmensentwicklung dar.
Fiegl & Spielberger begegnet diesen Risiken durch gezielte Maßnahmen, insbesondere durch die verstärkte Ausbildung eigener Fachkräfte, die kontinuierliche Weiterqualifizierung der Mitarbeiter:innen sowie durch eine Diversifikation der Lieferketten, um Abhängigkeiten zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Ein wesentlicher Risikofaktor bleibt die Gefahr, dass sich die wirtschaftlichen Ergebnisse von Baustellen – insbesondere bei Großprojekten – ungünstig entwickeln oder negative Tendenzen nicht rechtzeitig erkannt werden. Zur Risikominimierung werden sämtliche Projekte monatlich von den jeweils verantwortlichen Projektleiter:innen bewertet. Dieses Vorgehen wird durch regelmäßige Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen ergänzt, die eine frühzeitige Identifikation von Abweichungen ermöglichen und so eine zeitnahe Einleitung geeigneter Gegenmaßnahmen sicherstellen.
Zur Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit Kundenforderungen werden – insbesondere bei Großaufträgen – nach Möglichkeit Teilrechnungen bzw.
Anzahlungen vereinbart. Ergänzend dazu wird ein konsequentes und strukturiertes Forderungsmanagement betrieben, um Zahlungsausfälle zu vermeiden und die Liquidität des Unternehmens zu sichern.
Den sich aus der laufenden Bewertung von Großbaustellen und offenen Kundenforderungen ergebenden Risiken wird im Rahmen des internen Risikomanagements entsprechende Aufmerksamkeit eingeräumt. Ziel ist es, finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen nachhaltig zu begrenzen.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Das Unternehmen ist in den Bereichen Forschung und Entwicklung nicht tätig.
4. Nachhaltigkeitsbericht
Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie von Fiegl & Spielberger und prägt das unternehmerische Handeln seit Jahrzehnten. Mit Jänner 2025 ist das Unternehmen dem Klimabündnis-Netzwerk beigetreten und hat gemeinsam mit dem Klimabündnis Tirol einen Klimaschutz-Fahrplan für die kommenden Jahre erarbeitet. Dieser Fahrplan definiert konkrete Ziele und Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen sowie zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Unternehmens.
Ergänzend dazu wurde das Fiegl Operating System (fOS) implementiert, das höchste Standards in den Bereichen Qualität, Umweltmanagement, Informationssicherheit und Datenschutz vereint. Mit diesen Strukturen wird Nachhaltigkeit systematisch in Geschäftsprozesse integriert und kontinuierlich weiterentwickelt.
Nachhaltiges Wirtschaften ist seit vielen Jahren tief in der Unternehmenskultur verankert. Der Schutz des Klimas und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen stehen in direktem Zusammenhang mit der langfristigen Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und werden konsequent verfolgt.
Fiegl & Spielberger entwickelt und realisiert intelligente Lösungen für nachhaltige Kommunen in Österreich. Insbesondere im Zusammenspiel von Energiewende und Digitalisierung entstehen neue, zukunftsweisende Geschäftsmodelle, die für eine resiliente Infrastruktur zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Seit Jahrzehnten ist das Unternehmen ein aktiver Partner bei der Planung und Umsetzung erneuerbarer Energielösungen. Eigene spezialisierte Geschäftsbereiche ermöglichen die Umsetzung innovativer Photovoltaiklösungen – von klassischen Aufdachanlagen bis hin zu Speziallösungen im hochalpinen Bereich. Damit leistet
Fiegl & Spielberger einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung und zur regionalen Energieversorgung.
Die strategische Ausrichtung des Unternehmens orientiert sich an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030. Die Unternehmensstandorte werden als Vorzeigeprojekte für einen verantwortungsvollen und ressourcenschonenden Umgang mit Umwelt und Energie geführt.
Fiegl & Spielberger verfolgt den Anspruch, bei potenziell disruptiven Entwicklungen im Energiesektor – insbesondere im Zusammenhang mit Defossilisierung und Digitalisierung – eine aktive Vorreiterrolle einzunehmen und diese Entwicklungen durch intelligente, skalierbare Lösungen mitzugestalten.
Im Bereich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit wurde eine digitale Plattform entwickelt, die Gebäudeleittechnik und Energiesysteme mittels standardisierter Kennzahlen ganzheitlich abbildet. Gerade in Zeiten erhöhter Energiepreise ist Transparenz über Energieverbräuche entscheidend, um Einsparpotenziale systematisch zu identifizieren.
Durch die zentrale Zusammenführung aller relevanten Gebäudedaten werden Energieflüsse sichtbar gemacht und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzer:innen abgestimmt aufbereitet. Diese transparente Informationsbasis ermöglicht fundierte Entscheidungen zur Optimierung von Energieverbrauch, Nutzungsverhalten und Betriebskosten. Vollständige und strukturierte Daten schaffen damit erhebliche Potenziale für Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und nachhaltigen Gebäudebetrieb.
Digitalisierung, Vernetzung und Energieeffizienz sind wesentliche Hebel für nachhaltige Entwicklung. Die Digitalisierung stellt dabei den übergeordneten Rahmen dar, innerhalb dessen Fiegl & Spielberger smarte und nachhaltige Lösungen entwickelt.
Die Umsetzung all dieser Nachhaltigkeitsinitiativen erfordert engagierte und qualifizierte Mitarbeiter:innen. Bildung und Ausbildung bilden daher einen zentralen Pfeiler der sozialen Nachhaltigkeit und des langfristigen Unternehmenserfolgs. Fiegl & Spielberger setzt seit Jahrzehnten Maßstäbe in der Lehrlingsausbildung. Aktuell befinden sich deutlich über 80 Lehrlinge in Ausbildung zu Facharbeiter:innen in den Bereichen Elektroinstallationstechnik, Elektronik, Bürokauf sowie Informationstechnologie.
Die praxisnahe und hochwertige Ausbildung eröffnet jungen Menschen langfristige berufliche Perspektiven und stellt gleichzeitig sicher, dass das Unternehmen auch künftig über qualifizierte Fachkräfte verfügt. Die Entwicklung eigener Talente leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenserfolgs.
Für die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS-Standard (Environment, Social, Governance), welche ursprünglich für das Geschäftsjahr 2026 verpflichtend vorgesehen wurde, wurde bereits ein interdisziplinäres ESG-Team eingerichtet. Dieses Team bildet die Grundlage für eine strukturierte und transparente Berichterstattung.
Im Laufe des Jahres 2025 wurde eine unternehmensweite Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und gleichzeitig der Grundstein für eine ESRS-konforme Berichterstattung gelegt. Ziel ist es, ökologische, soziale und unternehmerische Verantwortung zukünftig noch stärker messbar, vergleichbar und nachvollziehbar zu gestalten.
Innsbruck, im Mai 2026
Die Geschäftsführung
Mag, Johannes Thurner
Leonhad Neuner