Inhaltsverzeichnis
zum 31.03.2025
Takeda Manufacturing Austria Aktiengesellschaft, Wien
GESCHÄFT, RAHMENBEDINGUNGEN, GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DES UNTERNEHMENS
Die Geschäftstätigkeit der Takeda Manufacturing Austria AG umfasst im Wesentlichen die Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blutplasma und aus rekombinanter Technologie zur Behandlung von seltenen Erkrankungen in den Bereichen Hämatologie und Immunologie. Weiters werden chirurgische Gewebekleber und Medizinprodukte im Lohnauftrag für Baxter produziert.
Alle von der Gesellschaft hergestellten Präparate sind von großer gesundheitspolitischer Bedeutung, dies sowohl in der Intensiv-, Notfall- und Unfallmedizin, als auch bei Produkten, die bei lebensbedrohenden, chronischen Erkrankungen wie z.B. Blutgerinnungsstörungen und Immunmangelerkrankungen Verwendung finden. Wichtige Produkte sind FEIBA, Immunate und Immunine zur Behandlung der Hämophilie (Bluterkrankheit), Aralast im Bereich der Pulmonologie sowie Immunglobuline, Albumin, Fibrinkleber.
GESCHÄFTSERGEBNIS, ERTRAGSLAGE
Im Geschäftsjahr erwirtschaftete die Gesellschaft ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von MEUR 77,1 (VJ MEUR 64,1). Die Eigenmittelquote zum 31.03.2025 beträgt 66,4 % (VJ 69,3 %). Das Jahresergebnis für das Geschäftsjahr wird mit MEUR 61,2 (VJ MEUR 50,7) positiv präsentiert.
Die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis vor Zinsen und Steuern / Eigenkapital) beträgt 12,4 % (VJ 9,3 %) und die Nettoverschuldung wurde mit MEUR 49 (VJ Nettoverschuldung MEUR 77) berechnet.
Im Vergleich zum Vorjahr sank der Bestand an Hilfs- und Betriebsstoffen um 0,8 %.
CASHFLOW-RECHNUNG
Die Takeda Manufacturing Austria Aktiengesellschaft erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettocashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 137.551 (VJ TEUR 191.532), wobei für Ertragsteuern Zahlungen in Höhe von TEUR 20.004 (VJ 12.537) berücksichtigt sind.
Aus der Investitionstätigkeit resultiert ein Mittelabfluss von TEUR 82.012 (VJ Mittelabfluss von TEUR 58.675).
Im Finanzmittelbestand am Ende der Periode ist wie im Vorjahr das konzerninterne Cashpooling enthalten.
VERMÖGENSLAGE
Die Gesamtinvestitionen des Sachanlagevermögens betrugen im Geschäftsjahr 2024/25 MEUR 82,6. Davon wurden Investitionen in der Höhe von MEUR 10,4. für die Errichtung einer mehrstufigen Vakuum-Ethanoldestillationsanlage zur Rückgewinnung und Reinigung von Ethanol getätigt. Zudem wurden Mittel in der Höhe von MEUR 6,5. für eine innovative Wärmepumpe, einem Dampfverdichter sowie Steuerungs- und Regelungstechnik investiert, um nahezu CO2-freien Dampf zu erzeugen und jährlich ca. 1.300 Tonnen CO2 einzusparen (Projektname AHEAD).
PRODUKTION
Die Produktion ist neben der zuverlässigen Versorgung unserer Kunden mit qualitativ hochwertigen Arzneimitteln auf die nachhaltige Sicherung der Kapazitäten und Infrastruktur sowie auf die strategische Ergänzung unseres Produktportfolios konzentriert.
Der Produktionsbetrieb konnte uneingeschränkt aufrechterhalten werden.
Das Fraktionierungsvolumen lag erstmalig bei 4,25 Mio Liter Plasma jährlich.
Die geplanten Albumin Volumen wurden erfüllt. Die neue Verfülllinie wurde von der EMA genehmigt und bei den Chinesischen Berhörden eingereicht. Die sogenannten First Liter Produkte konnten die Planmengen erfüllen und teilweise aufgrund des erhöhten Marktbedarfs und zusätzlichen Tenderaufträgen übertreffen. Dadurch war die Gesamtauslastung und Produktionsleistung auch im Sinne der Produktivität im veranschlagten Zielbereich.
Die First Liter Plasma Produkte zeigen stabile Bedarfsmengen und sogar Steigerungen durch Tender Geschäfte. Für diese Produkte liegt der Fokus weiter auf effizienter Herstellung und Flexibilität für schnelle Reaktion auf Bedarfsänderungen.
Die Mengen bei den in Lohnauftrag für Baxter hergestellten Produkten Tisseel, Artiss, Thrombin und FloSeal weisen insbesondere bei FloSeal und Tisseel ein Wachstum auf, was sich auch in der Auslastung der Produktionen zeigt. Damit ist die Lohnherstellung ein stabiler Beitrag für die Ergebnisse der Takeda Manufacturing Austria AG.
VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS
Um als produzierender Betrieb im Rahmen eines Biotechnologie Konzerns langfristig bestehen zu können, werden die Schwerpunkte weiterhin auf folgende Aspekte gelegt: Sicherheit und Einhaltung von regulatorischen Anforderungen gewährleisten; Zuverlässigkeit bei Produktversorgung, Einhaltung von Zusagen und Projektumsetzung; gezielter Einsatz von Investitionen zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Produktionskapazität für ein breites Produktportfolio; Steigerung der Effizienz bzw. Reduktion der Herstellkosten, Nachhaltigkeit in Richtung einer CO2 freien Produktion und Weiterentwicklung einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung.
Diese operativen Kriterien sind wichtige Voraussetzungen, um im internen und externen Wettbewerb bestehen zu können. Der Markt der wichtigsten Produkte, die von der Takeda Manufacturing Austria AG hergestellt werden, insbesondere Immunglobuline und Albumin, wächst jährlich um über 10 %. Das erfordert eine Vollauslastung und weitere Kapazitätssteigerung in der Fraktionierung, die primär durch Prozessvereinfachungen,
Chargengrößenerhöhung und effizientere Auslastung zu erzielen ist, um gleichzeitig auch eine Kostenreduktion und nicht eine Kostensteigerung durch Neubau zu erzielen. Wir prognostizieren für die kommenden Jahre ein stabiles, hohes Investitionsvolumen bestehend aus Kapazitätserweiterungen in der Fraktionierung und Erneuerungen bzw. Modernisierungen in den anderen Betriebsbereichen.
Die Stärken der Takeda Manufacturing Austria AG liegen in der Produktvielfalt bei der Plasmaproduktion, der effizienten Nutzung von Anlagen und Infrastruktur für mehrere Produkte und in der Zuverlässigkeit und der Qualifikation der Mitarbeiter. Durch Ausbau dieser Stärken kann die Takeda Manufacturing Austria AG die Herstellkosten je Produkteinheit in den nächsten Jahren weiter reduzieren und damit die starke Position als eines der größten Werke im Netzwerk von Takeda kräftigen.
RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Takeda lebt die Werte des Takeda-ism und trifft Entscheidungen gemäß den im Code of Conduct ersichtlichen Prinzipien „Patient – Trust - Reputation - Business".
Außer den bereits im Jahresabschluss und im Anhang gezeigten Risiken bestehen keine weiteren Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Cashflowrisiken.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements des Unternehmens, welches in den Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden seinen Niederschlag findet.
Gegen die Takeda Manufacturing Austria AG sind Ersatzansprüche für Schäden geltend gemacht worden, die angeblich durch die Inanspruchnahme von auf Plasmaprodukten basierenden Therapien hervorgerufen wurden. Die typische Klagsbehauptung besteht darin, dass Hämophile dabei mit HIV oder Hepatitis C infiziert wurden. Keiner dieser Fälle involviert die derzeit von der Takeda Manufacturing Austria AG produzierten Faktorkonzentrate.
Die Takeda Manufacturing Austria AG engagiert sich bei einer österreichischen Stiftung, um diesem Personenkreis Unterstützungsleistung zu geben.
VERANTWORTUNG FÜR UMWELT UND MITARBEITER
Die Entwicklung von lebensrettenden Produkten für seltene Erkrankungen bietet nicht nur attraktive geschäftliche Möglichkeiten, sondern leistet auch einen gesellschaftlichen Beitrag jenseits kommerzieller Interessen. Takeda ist das führende Unternehmen im Bereich von seltenen Erkrankungen und hat sich zum Ziel gesetzt, Produkte zu entwickeln und zu produzieren, die das Leben der Menschen verbessern, gleichzeitig die Umwelt schonen und natürliche Ressourcen so gut wie möglich bewahren. Die EHS Politik von Takeda und die geschäftlichen Ziele tragen der Verantwortung für die Umwelt und Gesellschaft Rechnung. Die Strategie des Konzerns und der lokalen Gesellschaft verfolgt klare Ziele zur Dekarbonisierung und Ressourcenschonung. Takeda Manufacturing Austria AG strebt an, die Treibhausgasemissionen in den eigenen Betrieben (Scope 1 & 2) bis 2035 signifikant zu reduzieren und bis 2040 Net-Zero über die gesamte Wertschöpfungskette (inkl. Scope 3) zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in den vergangenen Jahren umfangreich in moderne und nachhaltige Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Energieeffizienzprojekte investiert, um die Dekarbonisierung der Produktionsprozesse voranzutreiben. Takeda setzt dabei auf wissenschaftlich fundierte Klimaziele und arbeitet eng mit externen Partnern und Lieferanten zusammen, um auch schwer vermeidbare Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu adressieren. Damit leistet Takeda Manufacturing Austria AG Pionierarbeit für eine CO2-freie Industrie in Osterreich und darüber hinaus.
Die Takeda Manufacturing Austria AG bietet höchstqualifizierten Arbeitnehmern Positionen in einer Arbeitsstruktur, die sie zur persönlichen Weiterentwicklung motiviert und fördert. Den Mitarbeitern stehen Fortbildungs- und Entwicklungsveranstaltungen offen, um ihr Potenzial weiterzuentwickeln. Die Gesellschaft ist davon überzeugt, dass die Qualifikation und das Engagement der Mitarbeiter die Basis des geschäftlichen Erfolges bilden. Die Gehaltspolitik und das erfolgsorientierte Bonussystem sowie aktienbasierte Vergütungsmodelle spiegeln diese Einstellung wider.
Diversität und Integration sind bedeutende Werte der Takeda Manufacturing Austria AG. Die Belegschaft ist je zur Hälfte aus Frauen und Männern zusammengesetzt und auch der Gehaltsvergleich zeigt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Von Mitarbeitern initiierte und geleitete Gruppen, sogenannte Resource Groups, widmen sich
den Anforderungen und der Unterstützung von speziellen Mitarbeitergruppen (aktuell: Behinderung, sexuelle Orientierung, Frauen, Early Career Professionals, Kollegen asiatischer Herkunft). Die Gesellschaft unterstützt auch gezielt soziales und gemeinnütziges Engagement der Mitarbeiter durch gezielte Projekte, Aktionstage und Zeitkontingente.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Die Gesellschaft betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
SONSTIGE ANGABEN
Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.
Wien, den 19.09.2025
Der Vorstand:
Eva Maria Löflund
Mag. Karl Kogemüller
Mag. Alexandra Hilgers
Dr. Thomas Rudolf Kreil