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Lagebericht 2024

TREIBACHER INDUSTRIE AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 25. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

1. Wirtschaftliches Umfeld und Umsatzentwicklung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
Umsatz in Mio. EUR20242023
Inland172 81638,4%196 95139,2%
Ausland276 936 61,6%305 572 60,80%
Gesamt449 752 100,0%502.523 100,0%

Das erste Halbjahr ist grundsätzlich positiv verlaufen, wenn auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld. Das Unternehmen hat in dieser Phase profitiert von einer etwas positiveren Absatzentwicklung als gegen Ende des Jahres 2023.

Generell wurde in der Konjunkturentwicklung erwartet, dass sich in der 2. Hälfte des Jahres 2024 eine weitere Erholung einstellt, dies ist jedoch nicht eingetreten. Vielmehr hat sich die allgemeine Absatzlage wieder eingetrübt und für das Unternehmen absatzseitig besonders relevante Rohstoffpreise sind am Weltmarkt weiter zurückgegangen. Zusätzlich hat der Beginn der Inbetriebnahme einer neuen Recyclinganlage und der damit verbundenen Ubergangsphase von der „Altanlage“ die Umsatzentwicklung in diesem wichtigen Bereich negativ beeinflusst.

All dies führte zu einem Umsatzrückgang von 10,5% gegenüber dem Vorjahr.

2. Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
20242023
TEURin %TEURin %
Umsatzerlöse449 752100%502 523100%
Bestandsveränderungen-4 7791,1%7 6091,5%
andere aktivierte Eigenleistungen3 5410.8%2 6390,5%
Sonstige betriebliche Erträge3 1980,7%2 3110,5%
Betriebsleistung451 712 100,4%515 082 102,5%
Materialaufwand-310 771-69,1%-355 660 -69,0%
Personalaufwand-64 392-14,3%-63 298 -12,3%
Sonstige betriebliche Aufwendungen-35 831-8,0%-34 431-6,7%
EBITDA40 7189,1%61 69312,0%
Abschreibungen-20 134-4.5%-16 501-3,3%
EBIT20 5844,6%45 1929,0%
Finanzergebnis11 3942,5%9 4251,9%
Ergebnis vor Steuern31 9787,1%54 61710,9%
Ertragssteuern-4 793-1,1%-10 729-2,1%
Jahresüberschuss27 1856,0%43 8888,7%

Die eingetrübte wirtschaftliche Entwicklung und reduzierter Absatz sowie ein deutlicher Rückgang im wichtigen Recyclinggeschäft führte vor allem im 2. Halbjahr zu geringeren Absatzmengen, gesunkenen Verkaufspreisen und geringerem Umsatz. Weiters belastet die Abschreibung für die neue Recyclinganlage das Unternehmen, wobei im Jahr 2024 das damit erzielte Umsatzniveau noch unter den Erwartungen zurückblieb. Dies und die höheren Personalkosten spiegeln sich in der rückläufigen EBIT- und EBITDA-Marge wider.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
20242023
EBITDA / Umsatzerlöse9,1%12,3%
EBIT / Umsatzerlöse4,6%9,0%

3. Vermögenslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
31.12.202431.12.2023
Sachanlagen und Immat.in TEURin %in TEURin %
Vermögensgegenstände227 99449%190 90940%
Finanzanlagen50 40611%50 40611%
Unterschiedsbetrag gem. § 202 Abs. 2 UGB7 0512%7 0681%
Vorräte118 83026%136 78929%
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen38 7518%35 4067%
Forderungen gegenüber verbundenen und
assoziierten Unternehmen5 7121%4 9731%
Sonstige Forderungen und
Rechnungsabgrenzungen7 8242%14 6103%
Kassenbestände und Bankguthaben7 9632%34 4747%
Aktive latente Steuern00%00%
Summe Aktiva464 530100%474 635100%
Eigenkapital395 57885%388 54182%
Investitionszuschüsse3 0951%3 3121%
Rückstellungen26 7786%21 6155%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten16 3864%00%
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen und17 4214%54 38111%
erhaltene Anzahlungen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen und
assoziierten Unternehmen2720%1 7100%
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungs-
abgrenzungen5 0011%5 0761%
Summe Passiva464 530100%474 635 100%

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände (inkl. Anlagen in Bau) liegen mit 57,5 Mio. EUR (Vorjahr 2023 71,8 Mio. EUR) deutlich über den Abschreibungen des Geschäftsjahres und führen zu einem Anstieg des Sachanlagevermögens um 19%. Die Finanzierung der Investitionen erfolgte zum Großteil aus Eigenmitteln. Daraus resultiert auch die Reduktion der Bankguthaben per Jahresende.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten vorwiegend Steuerverbindlichkeiten, die aufgrund der Gruppenbesteuerung an den Gruppenträger Treibacher Industrieholding GmbH zu entrichten sind und schwanken entsprechend der Steuervorschreibung bzw. der steuerlichen Ergebnisse.

4. Kapitalflussrechnung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20242023
TEURTEUR
Finanzielles Ergebnis aus dem operativen Bereich
Betrieblicher Cash-flow
Jahresüberschuss27 18543 888
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen20 13416 501
Veränderung Sozialkapital-1 257981
Veränderung der langfristigen Rückstellungen9196
Veränderung der latenten Steuern01 883
Verluste aus Anlagenabgängen von immat. und Sachanlagen24776
Gewinne aus Anlagenabgängen von immat. und Sachanlagen-111-82
Auflösung von Investitionszuschüssen-437-417
Cash-flow aus dem Ergebnis45 85262 926
Veränderung der Kapitalbindung im Umlaufvermögen
Veränderung der Vorräte17 959-7 343
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen-3 3455 556
Veränderung der Forderungen an Konzernunternehmen-739-2 534
Veränderung der Sonstige Forderungen und Vermögenswerte6 786-655
20 661-4 976
Veränderung der Ausleihungen an verbundene Unternehmen08
Veränderung
der Aufbringung betriebsbedingter Fremdmittel
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen-36 96010 000
Veränderung der Verbindlichkeiten gegen Konzernunternehmen-1 438-6 176
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten
und Anzahlungen von Kunden-75-849
Veränderung der sonstigen kurzfristigen Rückstellungen6 330-1 044
-32.1431 931
Operativer Cash-flow34 37059 889
Finanzielles Ergebnis aus der Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Anlagen-57 489-71 797
Investitionen in Finanzanlagen00
Finanzierungsforderungen an Konzernunternehmen00
Erlöse aus Abgang Finanzanlagen031
Erlöse aus Abgang Sachanlagen und immateriellen Anlagen150101
-57 339-71 665
Finanzielles Ergebnis aus der Außenfinanzierung
Auszahlung Dividende-20 148-22 028
Veränderung der Finanzverbindlichkeiten16 3860
Zugang Investitionszuschüsse2202 320
-3 542-19 708
Veränderung der flüssigen Mittel-26 512-31 484

Der geringere operative Cash-Flow und die forcierte Investitionstätigkeit bei gleichzeitiger Zahlung einer Dividende von 20,1 Mio. EUR ergibt eine Abnahme der flüssigen Mittel um 42,9 Mio. EUR.

5. Investitionen

Im Jahr 2024 investierte die TREIBACHER INDUSTRIE AG 57,5 Mio. EUR (Vorjahr: 71,8 Mio. EUR) in Sachanlagen, ein Wert der deutlich über den Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 20,1 Mio. EUR liegt.

6. Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung (FuE) der TREIBACHER INDUSTRIE AG konzentriert sich auf die Bereiche Hochleistungskeramik, Umweltkatalyse, Pharmaanwendungen, die Chemie der Seltenen Erden, Hartmetallvorstoffe sowie metallurgische Prozesse zur Herstellung von Ferrolegierungen. Unsere FuE-Projekte sind eng an der strategischen Ausrichtung des Unternehmens ausgerichtet und setzen klare Schwerpunkte auf Energieeffizienz, Medizintechnik, Pharma, Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft sowie die Optimierung chemisch-metallurgischer Produktionsprozesse. Zu den relevanten Kundensegmenten zählen unter anderem die Stahl- und Gießereiindustrie, die Automobilindustrie, industrielle Prozesse, die Halbleiterindustrie, Luft- und Raumfahrtindustrie, Präzisionsoptik, die Wasserreinigung und Spezialchemikalien. Hartmetallindustrie, Biokeramik,

Unsere kontinuierliche Forschungsarbeit trägt maßgeblich zur Entwicklung neuer und innovativer Produkte bei, wodurch sich die TREIBACHER INDUSTRIE AG als strategischer Entwicklungspartner für Schlüsselindustrien etabliert. Gleichzeitig liegt ein wesentlicher Fokus auf der kontinuierlichen Verbesserung bestehender Produkte und Prozesse, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und nachhaltiges Wachstum zu sichern. Die wesentlichen FuE-Aktivitäten folgen dabei der Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und erfahren daher im Zeitverlauf auch eine entsprechende Anpassung, denn Innovation ist ein zentraler Faktor zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Uber einen strukturierten Prozess werden Entwicklungsprojekte sowohl technisch als auch kommerziell intensiv begleitet und gesteuert. Durch eine aktive Innovationskultur fördern wir gezielt die Entwicklung neuer Ideen und deren systematische Umsetzung in Innovationsprojekte. Der eingerichtete „Innovation-Hub" unterstützt diesen Prozess strukturiert und trägt dazu bei, innovative Ansätze in strategisch relevante Geschäftsfelder zu überführen.

7. Umweltschutz

Der nachhaltige Schutz der Umwelt nimmt bei der Geschäftsleitung und den Unternehmenszielen traditionell eine führende Rolle ein. Es werden Emissionen und Immissionen in Wasser und Luft ständig kontrolliert um die Wirksamkeit der gesetzten Umweltschutzmaßnahmen sicherzustellen. Um die Einhaltung aller gesetzlichen und behördlichen Vorschriften zu gewährleisten, werden neue Entwicklungen verfolgt und die notwendigen Umsetzungsmaßnahmen einzelnen Mitarbeitern zugeordnet. Notwendige Risikoanalysen unserer Anlagen werden wiederkehrend durchgeführt.

Die Stoffkreisläufe und Energieverbräuche werden regelmäßig überprüft und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind oft die Basis für Optimierungsprojekte.

Arbeitsschwerpunkte im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagements im Jahr 2024 waren:

• RC2: Aufnahme der RC2 Emissionsstellen für das geplante Umweltmonitoring / Umweltmessungen und andere vorbereitende Tätigkeiten für die Inbetriebnahme • In den Betrieben VO und in der WR fand durch die zuständige Behörde die wiederkehrende routinemäßige Umweltinspektion statt. In beiden Betrieben fand zusätzlich eine Überprüfung gemäß § 338 GewO 1994 statt; weiterhin mit dem Fokus auf die eventuelle Problematik von diffusen Stäuben. Für die IPPC Anlagen wurde weiter ein dreijähriges Inspektionsintervall festgeschrieben. • Im Jahr 2024 fanden Vorbereitungsarbeiten für die Berichterstattung gemäß der CSRD statt. • Die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen für die „ALTLAST K32 Perboratanlage Treibach-Althofen" (Errichtung Sperrbrunnen): Mit der Errichtung der Sperrbrunnenreihe wurde 2024 begonnen und sie wird planmäßig im März 2025 fertig gestellt. • Durch ein zentrales Projekt zur Konsolidierung der Softwarelandschaft werden sämtliche Bescheide samt wiederkehrender Prüfungen aufgrund von Bescheidauflagen oder aufgrund von gesetzlichen Vorgaben mithilfe einer neuen leistungsfähigen Software verwaltet.

8. Mitarbeiter

Der Personalstand zum 31.12.2024 verringerte sich gegenüber dem Vorjahr leicht.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
Personalentwicklung (inki. Lehringe))20242023
Anzahl der Mitarbeiter per 31.12.691718
Personalabgänge (exkl. Pensionierungen)
6074
11 Mitarbeiter auf Basis Vollzeitäquivalente

9. Arbeitnehmerschutz

Arbeitssicherheit & Gesundheit sind feste Bestandteile unserer Unternehmenskultur und fest in unserem integrierten Management verankert. Wir arbeiten intensiv an der kontinuierlichen Weiterentwicklung des betrieblichen Arbeitnehmerschutzes. Das Hauptaugenmerk unserer Tätigkeiten in diesem Bereich wird auf die Prävention gelegt, mit dem Ziel, Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen bereits im Vorfeld zu verhindern.

Im Jahr 2024 gelang es die Arbeitsunfälle im Unternehmen um über 24% zu reduzieren. Im selben Ausmaß hat sich auch die Unfallhäufigkeit (Unfälle pro 1 Mio. Arbeitsstunden) verringert.

Wir haben uns als Ziel gegeben, bis zum Jahr 2028 null Arbeitsunfälle zu erreichen. Um dies zu ermöglichen wurden im Jahr 2024 eine Arbeitssicherheits-Kampagne initiiert, in der die Bedeutung von Sicherheit in den Vordergrund gestellt wird (Bewusstseinsbildung). Den Start der Kampagne bildeten dabei Handlungsgrundsätze, die mit Führungskräften erarbeitet wurden und als goldene Regeln gelten. Diese dienen als Leitfaden für unser Verhalten und unsere Entscheidungen und gelten für uns alle, unabhängig von der Position im Unternehmen oder dem Arbeitsbereich. Auch betriebsfremde Personen haben diese Regeln zu beachten und einzuhalten. Der beobachtbare deutliche Rückgang der Unfallzahlen zeigt die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.

10. Risikomanagement

Die Geschäftsbereiche der TREIBACHER INDUSTRIE AG sind im Rahmen ihrer globalen Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Im Rahmen der vom Vorstand festgelegten risikopolitischen Grundsätze werden die Risiken und ihre potenziellen Auswirkungen frühzeitig identifiziert und aktiv gesteuert. Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Ein wesentliches Risiko sind volatile Rohstoffpreise und die Versorgungssicherheit mit ausreichend Rohstoffen. Bei wesentlichen Rohstoffen sind teilweise nur wenige verlässliche Quellen verfügbar und der Aufbau von Alternativen bzw. zusätzlichen Lieferanten ist aufwändig und zeitintensiv. Es werden daher große Anstrengungen unternommen um diese Risiken zu beobachten und zu adressieren indem die Diversifikation stark forciert wird. Risikobestände, definiert als Mengendifferenz zwischen Beständen sowie Ein- und Verkäufen, werden laufend überwacht und bei Bedarf angepasst.

Aus dem operativen Geschäft ergeben sich für die TREIBACHER INDUSTRIE AG Währungsrisiken. Zur Begrenzung und Steuerung dieser Risiken werden einzelne derivative Finanzinstrumente, in erster Linie Devisentermingeschäfte, eingesetzt. Es werden keine Derivate zu Handels- und Spekulationszwecken verwendet.

Das Ausfallsrisiko bei Forderungen gegenüber Kunden wird durch strikte Kreditlimitüberwachung und die Versicherung von Forderungen möglichst geringgehalten. Die laufende Kontrolle des Working Capitals, die Ertragskraft des Unternehmens sowie, falls notwendig, vertraglich gesicherte Kreditlinien bei Banken gewährleisten ausreichende Liquidität.

Durch kontinuierliche Wartung und routinemäßige Abarbeitung von Wartungsplänen sowie die regelmäßig durchgeführten Großrevisionen wird das Risiko von wesentlichen Betriebsstörungen oder längerem Produktionsausfall gering gehalten.

Für die TREIBACHER INDUSTRIE AG bestehen rechtliche Risiken aus verschärften Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften.

Die weiterhin bestehende signifikant hohe Volatilität der Strom- und Gaspreise erfordert weiterhin einen stärkeren Fokus der Geschäftsleitung auf dieses Thema.

11. Entwicklungen verbundener Unternehmen

Die Tribotecc GmbH entwickelte sich gemäß den Erwartungen und konnte mit einem gegenüber dem Vorjahr um 2,2% gestiegenen Umsatz von 91,3 Mio. EUR ein EBIT von 9,8 Mio. EUR (Vorjahr 9,5 Mio. EUR) und einen Jahresüberschuss von 7,6 Mio. EUR (Vorjahr 7,4 Mio. EUR) erwirtschaften.

Die Leuchtstoffwerk Breitungen GmbH konnte trotz um -7,1% rückläufigem Umsatz von 13,7 Mio. EUR (Vorjahr 14,8 Mio. EUR) erneut ein sehr gutes EBIT von 1,8 Mio. EUR und einen Jahresüberschuss von 1,3 Mio. EUR erwirtschaften.

12. Chemikalienrecht

Die Einhaltung und Umsetzung der europäischen sowie nationalen Gesetze für den Import, die Herstellung und den Vertrieb von Chemikalien ist eine wichtige Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg unseres Unternehmens. Wir beobachten daher die Entwicklungen der rechtlichen Vorgaben und bereiten uns hinsichtlich der abgeleiteten Anforderungen vor bzw. setzen diese um.

Chemikalienrecht International

Die CDR „Chemical Data Reporting" Meldung an die US EPA „Environmental Protection Agency für die Importe unserer Stoffe wurde gemeinsam mit TINA entsprechend dem US Toxic Substance Control Act (TSCA) durchgeführt. Eine Registrierung für REACH Türkei (KKDIK) für Natriumpercarbonat wurde initiiert

14. Ausblick 2025

Es bestehen große Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung, insbesondere in Europa, und die Industrie in Österreich steht vor ihrem voraussichtlich dritten Rezessionsjahr in Folge.

Die zunehmende geopolitische Instabilität bleibt auch im Jahr 2025 ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor und globale politische und wirtschaftspolitische Risiken sind weiter angestiegen: Unser Unternehmen hat in den letzten Jahrzehnten deutlich von zunehmender Globalisierung, Rohstoffverfügbarkeit und freiem Handel profitiert. Mögliche Einschränkungen des globalen Handels wiederum – etwa durch Zoll- und Handelskriege – könnten die allgemeine Konjunktur- bzw. insbesondere die spezifische Geschäftsentwicklung des Unternehmens deutlich negativ beeinflussen. Im Einzelfall können — wenn auch derzeit nicht quantifizierbar – durchaus Chancen durch eine gezielte Positionierung zwischen Wirtschaftsräumen entstehen.

Die erhebliche Zunahme der weltweiten politischen Auseinandersetzungen schaft jedoch jedenfalls weiter ein unsicheres wirtschaftliches Umfeld. Wir erwarten auch vor diesem Hintergrund, dass sich die Schwäche der weltwirtschaftlichen Dynamik aus dem Jahr 2024 zumindest im ersten Halbjahr 2025, vermutlich aber auch darüber hinaus, noch weiter fortsetzen wird, wobei kurzfristige positive wie auch negative Ereignisse auftreten können. Die aufmerksame Beobachtung dieser Entwicklungen und flexible Reaktionen im Anlassfall sind daher angezeigt, da Transparenz und Planbarkeit von relevanten Entwicklungen in den letzten Jahren deutlich abgenommen haben.

Neben diesen allgemeinen, überwiegend negativen Umfeldfaktoren bestehen auch einige relevante unternehmensspezifische Risiken, etwa hinsichtlich der laufenden Inbetriebnahme und Optimierung der neuen Recyclinganlage („RC2“), verbunden mit einer unsicheren Entwicklung der Anlagenperformance und der Kostensituation, sowie nachteilige Einflüsse durch die Reduktion der Versorgung mit Vanadium-Schlacke aus der Stahlproduktion: Bei derartigen Rohstoffen sind weltweit nur wenige Quellen verfügbar und der Aufbau von Alternativen bzw. zusätzlichen Lieferanten ist aufwändig und zeitintensiv. Es wurden daher die Bemühungen zur weiteren Diversifikation der Versorgung mit kritischen Rohstoffen im abgelaufenen Geschäftsjahr noch einmal deutlich intensiviert.

Den offensichtlichen Unsicherheiten wird dadurch Rechnung getragen, dass große Anstrengungen unternommen werden die durch höhere Kosten für Energie, Arbeitskräfte und wichtige Betriebsmittel beeinträchtigte Wettbewerbsfähigkeit wieder auszubauen: Dezidierte Programme zu Erhöhung eines effizienten Personaleinsatzes, zur Umsetzung des „Lean Management"-Gedankens und der Etablierung einer „lernenden Organisation", die kontinuierliche Verbesserungen vorantreibt, werden konsequent umgesetzt und leisten bereits erkennbare Beiträge zur Ergebnisverbesserung. Die rasanten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung im administrativen Bereich aber beispielsweise auch bei Produktionsprozessen, Qualitätssicherung und Instandhaltung. Wir prüfen gezielt den Einsatz entsprechender Technologien, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und interne Prozesse datenbasiert weiterzuentwickeln. Weiters wird die im abgelaufenen Geschäftsjahr neu aufgesetzte Strategiearbeit, verbunden mit der Formulierung neuer wesentlicher strategischer Stoßrichtungen, bei der Ausrichtung des Unternehmens, seiner FuE-Aktivitäten, dem Ausbau der bestehenden Geschäftsfelder und etwaiger M&A-Aktivitäten fortgesetzt und werden sich erste konkrete Umsetzungsschritte allenfalls bereits im Jahr 2025 zeigen. Der weiter bestehende Dekarbonisierungsdruck in vielen Industriezweigen, die strukturelle Verschiebung der Nachfragesituation nach Industriezweigen sowie die Frage der Versorgungssicherheit eröffnen zusätzlich Chancen für unsere Lösungen, etwa im Bereich metallurgischer Additive und Ferrolegierungen oder dem Ausbau unserer speziellen Recyclinglösungen.

Trotz der bestehenden Herausforderungen sind wir auf dieser Basis, dank unserer soliden Kapitalausstattung mit einer ausgezeichneten Eigenkapitalquote und unseres breiten Produktportfolios gut aufgestellt, um den schwierigen Marktbedingungen zu begegnen und neue strategische Initiativen beherzt aufzugreifen. Erhebliche Investitionen in unsere neue Recyclinganlage für die Rückgewinnung von Wertmetallen aus Katalysatoren sind nun weitgehend abgeschlossen. Ein Rückgang dieser erheblichen Investitionstätigkeit wird sich positiv auf die Cashflow-Situation auswirken.

Wir erwarten insgesamt ein anspruchsvolles Wirtschaftsjahr jedoch auch ein, angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen zufriedenstellendes Geschäftsergebnis für das laufende Jahr, das plangemäß – bei jedoch bestehender hoher Volatilitat und relevanten Risiken – sogar etwas uber dem Ergebnis des abgelaufenen Geschaftsjahres llegen sollte.

Althofen, am 31. März 2025

Der Vorstand

Ing. Rene Haberl

MMag. Stefan Greimet, C.M.

(Boston)

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