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Lagebericht 2025

PBS Holding AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 11. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

I. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

A. Geschäftsverlauf

Die PBS Holding AG fungiert als Konzern-Muttergesellschaft der Firmengruppe und stellt neben der Leitungsfunktion und der Beteiligungsverwaltung auch noch einige für die Konzerngesellschaften wichtige Dienstleistungsfunktionen zur Verfügung, die eine Nutzung von Konzernsynergien für alle Konzerngesellschaften ermöglichen.

Es handelt sich dabei um die Bereiche „Internationaler Einkauf", „Supply Chain Management", „e-business/Marketing“, „Konzernfinanzierung" und „Konzerncontrolling“. Weiters werden für die Konzernfirmen in Österreich shared services im Bereich Buchhaltung und Lohnverrechnung/HR durchgeführt.

Der „Internationale Einkauf“ verhandelt bei internationalen Lieferanten die Grundkonditionen für alle Konzerngesellschaften. Wie auch im Vorjahr lag in 2025 ein wesentlicher Schwerpunkt in der Weiterentwicklung der Eigenmarkensortimente (ua Tee, Kaffee) und der Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit mit den lokalen Einkaufsteams. An einer Verbesserung der dafür erforderlichen Datenstrukturen wird durch die Implementierung eines konzernweiten Datenwürfel, der relevanten Artikel-, Lieferanten-, Einkaufs- und Absatzdaten enthalten wird, gestartet.

Im Bereich Supply Chain Management (SCM) wurde neben den zentralen Lösungen für Produktinformationsmanagement sowie Disposition insbesondere an den konzernweiten Vorbereitungen für die regulatorischen Anforderungen der EU- Entwaldungsverordnung gearbeitet, deren Inkrafttreten kurzfristig um ein Jahr auf 01.01.2027 bei jedoch weiterhin noch unklaren Detailanforderungen verschoben wurde.

Die Finanzierung des Konzerns erfolgt fast ausschließlich zentral, was das Risiko in wirtschaftlich unterschiedlichen Umfeldern einerseits verringert, andererseits natürlich eine Gesamthaftung der PBS Holding AG für fast alle Konzerngesellschaften miteinschließt. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung verfügt die PBS Holding AG über die entsprechende Bonität und freie Kreditlinien, um auch größere Projekte sehr kurzfristig in Angriff nehmen zu können.

Das Konzerncontrolling entwickelt Controlling- und Steuerungsinstrumente für alle Konzerngesellschaften und sorgt für ein einheitliches Reporting-System im Gesamtkonzern. In 2025 lag ein Schwerpunkt in der Daten-Integration der Akquisitionen in den Niederlanden und der Slowakei.

Im Bereich Human Ressources wurden in 2025 die in den Vorjahren eingeführten Bausteine in der HR-Arbeit (ua inhouse-trainings im „PBS-Campus", roll-out der Kommunikationsplattform Core in weitere Konzerneinheiten) zur Steigerung der Attraktivität der PBS-Gruppe als Arbeitgeber weiterentwickelt. Daneben wurden weitere Projekte (ua digitale Personalakte) gestartet.

Wie auch in den Vorjahren wurde in 2025 ein Nachhaltigkeitsbericht für die PBS- Gruppe ausgearbeitet, der sich maßgeblich am VSME-Standard orientiert. Bereits in 2023 wurde mit den Vorbereitungen für die Erfüllung der Kriterien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung entsprechend der CSRD-Richtlinie gestartet und bereits viele notwendige Reportelemente dafür entwickelt. Nach aktuellem Kenntnisstand wird der PBS-Konzern erstmals für das Wirtschaftsjahr 2027 einen CSRD-Bericht ausarbeiten müssen, wobei wir sehr zuversichtlich sind, basierend auf dem bereits vorliegenden Fundament und sicherlich noch erforderlichen Anstrengungen diese neuen Berichtspflichten erfüllen zu können.

B. Bericht über Zweigniederlassungen

Im Geschäftsjahr 2025 bestehen analog zum Vorjahr keine Zweigniederlassungen.

C. Finanzielle Leistungsindikatoren

Das Ergebnis vor Steuern beträgt im Geschäftsjahr 2025 +9,8 Mio. EUR (2024 +11,1 Mio. EUR). Der Ergebnisrückgang resultiert dabei vor allem aus Teilwertabschreibungen bezogen auf die Konzerneinheiten in Deutschland und Italien in Höhe von -7,0 Mio. EUR, die durch höhere Beteiligungserträge aus Dividenden und ein verbessertes Betriebsergebnis nur zum Teil kompensiert werden konnten (2025: 18,9 Mio, 2024: 14,1 Mio EUR).

Die operativen Umsatzerlöse der PBS Holding AG resultieren zum überwiegenden Teil aus konzernintern erbrachten Dienstleistungen sowie zentralen Bonusvereinbarungen. Im Wirtschaftsjahr 2025 ist eine geringfügige Reduktion der Umsatzerlöse um -0,2 Mio. EUR auf 7,0 Mio. EUR zu verzeichnen. Das Betriebsergebnis im Wirtschaftsjahr 2025 fällt mit -2,4 Mio. EUR um +1,9 Mio EUR deutlich besser als im Vorjahr 2024 aus, was insbesondere auf in der Größenordnung von 1,0 Mio. EUR geringere im Betriebsergebnis ausgewiesene konzerninterne Verlustabdeckungen zurückzuführen ist.

Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit beträgt TEUR -2.078 (VJ. TEUR - 2.762), der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit TEUR 6.537 (VJ. TEUR 5.893) sowie der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit TEUR -4.381 (VJ. TEUR - 5.340). Die Werte aus er Geldflussrechnung wurden nach der AFRAC-Stellungnahme 36 ermitteln.

Das Eigenkapital der Gesellschaft erhöhte sich im Vorjahresvergleich angesichts der Ertragslage bei weiterhin verhaltener Ausschüttungspolitik um +2,8 Mio. EUR und beläuft sich per 12/2025 auf 95,6 Mio EUR, was einer hervorragenden Eigenkapitalquote der PBS Holding AG von rund 73,1 % entspricht.

Zentrale Ergebniskomponente und Assets der PBS Holding AG stellen die Beteiligungserträge von verbundenen Unternehmen dar, wobei der überwiegende Teil der Beteiligungserträge in Normaljahren aus den Ausschüttungen der beiden Hauptgesellschaften PBS Austria GmbH und Büro Handel GmbH in Osterreich generiert wird, deren wesentliche Eckpfeiler zur Geschäftsentwicklung 2025 nachfolgend kurz zusammengefasst sind:

Die PBS Austria verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang (- 7,6%). Diese Entwicklung spiegelt sich auch ergebnisseitig, indem das EBT auf 1,8 Mio. EUR zurück ging (2024: 2,5 Mio. EUR). Konsequentes Kosten- und Margenmanagement konnten dabei Auswirkungen des Umsatzrückgangs im Ergebnis abmildern. Vor allem der Kernbereich Büroprofi (B2B Händler) wirkte sich überproportional negativ auf die Umsatz- wie auch Ergebnisentwicklung aus.

Die Büro Handel erreichte als Osterreichs Marktführer in der Belieferung von Großkunden einen Umsatz von 48,6 Mio. EUR (2024: 50,8 Mio. EUR) was einem Rückgang in Höhe von -4,4 % entspricht. Der Umsatzrückgang ist im Wesentlichen auf das schwache konjunkturelle Umfeld zurückzuführen, da keine Kunden verloren wurden und die Unternehmensnachfrage aufgrund von Mitarbeiterabbaumaßnahmen und Kostensenkungsprogrammen spürbar rückläufig war. Die Anteile von sogenannten „non-core-Sortimenten", wie etwa Hygiene, Sanitär, Lebensmittel, Büromöbel konnten weiter ausgebaut werden. Das sehr effiziente Kosten- und Margenmanagement sicherte eine weiterhin hohe Ertragskraft. Das EBT betrug im Berichtsjahr 7,4 Mio. EUR (2024: 8,5 Mio. EUR), was einer Umsatzrendite von 15,3% (2024: 16,8%) entspricht.

Weitere wesentliche Beteiligungen der PBS Holding AG zeigten im Wirtschaftsjahr 2025 folgende Entwicklung:

Aufgrund der herausfordernden Marktbedingungen erreichte der Umsatz der PBS Deutschland-Gruppe einen Wert von 87,9 Mio. EUR, was einer Reduktion zum Vorjahr von -4,7% entspricht. Das EBT reduzierte sich aufgrund der Umsatzrückgänge auf einem absoluten Wert von 1,4 Mio. EUR (2024: 1,6 Mio. EUR). Das deutsche Marktumfeld zeigte sich ähnlich herausfordernd wie in anderen westeuropäischen Großhandelsmärkten in der PBS-Gruppe. Starke Nachfragerückgänge, gepaart mit einem verstärkten Preiswettbewerb und kontinuierlichen Kostensteigerungen in den Bereichen Personal und Logistik erhöhten den Ergebnisdruck, wie auch die Notwendigkeit nach Effizienzsteigerungen. Um den notwendigen Reorganisationsmaßnahmen Rechnung zu tragen, wurde mit Juni 2025 ein neuer Gesamtgeschäftsführer für die deutschen Unternehmen bestellt und drei bestehende Geschäftsführer in den Vertriebsorganisationen abberufen.

Die PBS Connect Polska konnte erneut ihre Umsätze steigern, obwohl im letzten Quartal 2025 die Logistikmigration in die neue deutlich erweiterte Lagerstruktur (20.000 m2 Lagerfläche), die operative Performance beeinflusste. Zusätzlich fielen entsprechende Investitionen wie auch erhöhte operative Kosten verbunden mit der Übersiedlung an. 2025 wurde ein Umsatz von 76,5 Mio. EUR (2024: 72,9 Mio. EUR) erzielt, was erneut einem Wachstum von +5% entspricht. Das Ergebnis (EBT) zeigt trotz der operativen Mehrbelastungen einen Wert von 6,0 Mio. EUR (2024: 7,2 Mio. EUR), was eine Umsatzrendite von 7,8% (2024: 9,9%) repräsentiert.

Der Umsatz von Officeo (CZ) erreichte einen Wert von 76,2 Mio. EUR, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von +5% entspricht. Ergebnisseitig wurde ein EBT von 6,9 Mio. EUR (2024: 6,7 Mio. EUR) erzielt, was einer stabilen Umsatzrendite von 9,0% (2024: 9,3%) entspricht

Unser italienisches Tochterunternehmen Desktoo konnte einen Umsatz von 30,0 Mio. EUR erreichen (2024: 28,2 Mio. EUR), was einem Zuwachs von +6% entspricht. Aufgrund umfangreicher Umstellungen im Logistikbereich (Wechsel 3PL Dienstleister und Umbau des Transportnetzwerkes) belasteten deutliche erhöhte Prozesskosten das Jahresergebnis. Das EBT lag bei -0,6 Mio. EUR (2024: -0,8 Mio. EUR).

Veräußert wurde zu Jahresende die Biroprodaja d.o.o (Slowenien) an den Marktführer Extra Lux, an dem sich die PBS Holding AG mit 41% beteiligt hat. Durch diese Transaktion können Synergien am slowenischen Markt umgesetzt werden, die eine Stärkung der lokalen Marktposition und Ertragslage ermöglichen.

D. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Bezüglich der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sei auf den Konzernabschluss der PBS Holding AG verwiesen, in dem ausführlich über die Aktivitäten der PBS-Gruppe im Bereich der Corporate Social Responsibility mit den Schwerpunkten Ökologie/Umwelt, Mitarbeiterförderung und soziales Engagement, Gesundheit/ Familie, Ethik/Compliance/Datenschutz sowie Ethik/Chancengleichheit und Inklusion berichtet wird.

II. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

A. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Aktuell erwarten wir gesamtwirtschaftlich, wie auch branchenspezifisch keine substanzielle Veränderung in den Marktentwicklungen zum Jahr 2025. Traditionelle Sortimentsbereiche, wie auch wesentliche Produktbereiche (wie etwa Kopierpapier), sind weiter organischen Nachfragerückgängen ausgesetzt während neue Sortimente nur mit Verzögerung die entstandenen Umsatzlücken schließen können. Wirtschaftlich wird das anspruchsvolle Umfeld zu einer weiteren verschärften Konsolidierung der Anbieter in der Branche führen und auch die Wettbewerbsintensität aufgrund fehlender Nachfrage wird weiter hoch bleiben.

Die Kostensteigerungen haben sich zwar gegenüber den beiden Vorjahren etwas reduziert, liegen aber weiter über der Inflationsrate und erhöhen den wirtschaftlichen Ergebnisdruck. Unternehmensübernahmen wie auch -zusammenschlüsse werden einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung in der Branche haben. Die PBS Gruppe wird analog zu den letzten Jahren weiter aktiv an diesem Prozess teilhaben und geeignete Akquisitionstargets identifizieren.

Aufgrund des allgemeinen Wettbewerbs- und Margendrucks spielen die angebotenen Eigenmarkensortimente weiter eine bedeutende Rolle. Hierbei wird die PBS-Gruppe die bestehenden Aktivitäten weiter verstärken und ihre Anteile kontinuierlich steigern. Damit werden auch die Direktimporte aus Fernost intensiviert. Der Ausbau unserer Logistikkapazitäten in Warschau unterstützt diese Strategie, da die PBS Polska als primärer Importhub für die Konzerngesellschaften dient.

Aber auch unter diesen Rahmenbedingungen geht die PBS-Gruppe gut gerüstet in die Zukunft und wird dabei den nachhaltigen Umbau und Ausbau ihrer europäischen Strukturen weiter vorantreiben. So werden wir weiter proaktiv mögliche Akquisitionsprojekte, wie auch den Ausbau unserer Logistik- und IT-Strukturen verfolgen. Für diese Themen sind entsprechend Investitionsprojekte und -mittel vorgesehen, die unsere Wettbewerbsfähigkeit auch für die kommenden Jahre sicherstellen sollen.

Auch im PBS-Handel stellt die Digitalisierung der Geschäftsprozesse eine zentrale Herausforderung dar. Die PBS Holding AG und ihre operativen Firmen nehmen hier eine Vorreiterrolle ein, die durch die Entwicklung neuer Vertriebskonzepte und Onlinetools weiter ausgebaut werden soll. Über neue Vertriebskanäle sollen auch neue Kundenschichten angesprochen werden und nachhaltig Umsatzpotentiale ausgeschöpft werden.

B. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Beteiligungsrisiken: Alle Risiken der Tochtergesellschaften wirken sich natürlich auch zusammengefasst in der PBS Holding AG aus. Es sind dies vor allem die üblichen Marktrisiken, aber auch die Liquiditäts- und Kreditrisiken der Tochterunternehmen. Die PBS Holding AG begegnet diesen Risiken durch umfassendes Beteiligungsmanagement in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Management und entsprechendem Berichtswesen (mit differenzierten Inhalten auf Tages-, Monats- und Quartalsbasis) sowie Soll-Ist-Abweichungsanalysen.

Bonitätsrisiken: Die Kundenforderungen der operativen Konzerngesellschaften sind durch Kreditversicherungen oder Delkrederevereinbarungen gegen Kundenausfälle abgesichert. Daneben wird im Rahmen des Risikomanagements großes Augenmerk auf das Mahnwesen gelegt.

Zudem wurde ein konzernweites Paket mit einheitlichen Standards im Bereich Sach-, Betriebsunterbrechung und Haftpflicht abgeschlossen.

Liquiditäts- / Zinsrisiko: Die Finanzierung im Konzern erfolgt weiter fast ausschließlich zentral durch die Konzernmutter PBS Holding AG und ist durch langfristige Vereinbarungen (teilweise mit Fixzinsklauseln) gesichert. Konzernintern gewährte Darlehen werden fremdüblich ausgestaltet und mit entsprechenden Informationspflichten und Kündigungsmöglichkeiten versehen. In der Gesellschaft kommen keine derivativen Finanzinstrumente zur Anwendung.

Fremdwährungsrisiko: Im Falle des Sourcings in Fremdwährung (insbesondere in USD für Warenlieferungen aus Fernost) werden fallweise Devisentermingeschäfte durchgeführt.

Rechtliche Risiken: Um weitgehend rechtliche Risiken vermeiden zu können, wird seit Jahren konzernweit ein einheitliches Compliance-System eingesetzt. Darüber hinaus verfügt die PBS Holding AG in ihrer Funktion als Konzernobergesellschaft über keine nennenswerten Risikopotentiale. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, sind derzeit nicht evident.

III. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden Großteils in den einzelnen Tochterunternehmen statt. Der Schwerpunkt liegt in laufenden Prozessoptimierungen und Weiterentwicklungen in EDV-technischen und logistischen Abläufen.

Wels, am 21. April 2026

Der Vorstand

Mag. Andreas Schachtner

DSRichard Scharmann

Mag. Christian Müller

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