Inhaltsverzeichnis
1. Lagebericht
Vorbemerkung
Das Jahr 2023 konnte zu Beginn noch den Schwung aus 2022 mitnehmen.
Doch schon bald machte sich der Umsatzrückgang im großen Segment der Gewerbekunden (Zimmerer, Dachdecker) bemerkbar. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, der KIM-Verordnung, der kurzfristige Zinsanstieg, die Investition in ein neues Hobelwerk und die massiven Kostensteigerungen durch die hohe Inflation haben sich schon ab Juli 2022 negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt. Die getroffenen Gegenmaßnahmen reichten nicht aus, um die Firma positiv durch die Krise zu führen.
Mit Ende des ersten Quartals zeichnete sich bereits ab, dass das geplante Ergebnis für 2023 idHv TEUR 150 nicht erreicht werden kann. Letztendlich gab es einen Verlust idHv TEUR -1.928 (Vorjahr TEUR -9.207).
Wirtschaftsbericht
Die Netto-Umsatzerlöse der Weiss GmbH sind 2024 mit TEUR 11.337 gegenüber 2023 mit TEUR 31.388 um 27,0 % zurück gegangen. Der Wareneinsatz hat sich auch von 71,2 % auf 79,2 % verschlechtert.
Vertrieb Inland:
Am Inlandsmarkt ist der Umsatz 2023 gegenüber 2022 um 22,5 % zurück gegangen.
Vertrieb Ausland:
Der Umsatz im Ausland ist gegenüber dem Vorjahr um 34,6 % gesunken.
Zweigniederlassungen
Es werden Zweigniederlassungen (Filialen) an den Standorten 5580 Tamsweg -Bröllsteig 17, 5700 Zell am See – Flugplatzstraße 24 und 4300 St. Valentin – Westbahnstraße 55 geführt.
Die Zweigniederlassungen mussten im Zuge des mit 03.04.2024 eröffneten Sanierungsverfahrens geschlossen werden.
Ertragslage
Der Deckungsbeitrag 1 mit TEUR 9.561 hat sich gegenüber dem Vorjahr mit TEUR 6.617 praktisch halbiert. Die Vorräte wurden auf TEUR 2.099 gesenkt, um die Liquidität zu sichern.
Wegen der stark gestiegenen Inflation, mussten die Gehälter und Löhne aufgrund der KV-Verhandlungen durch die Sozialpartner um 8,5 % für die Angestellten und für die Arbeiter um 8,0 % angepasst werden. Der Personalaufwand betrug TEUR 5.358 (VJ TEUR 6.971). Um dem und den fallenden Umsätzen entgegen zu wirken, wurde der Personalstand reduziert. Der prozentuelle Anteil erhöhte sich trotzdem von 16,2 % auf 23,3 %.
Der sonstige betriebliche Aufwand ist mit TEUR 5.687 im Vergleich zum Vorjahr mit TEUR 4.214 leicht gesunken, prozentuell relativ von 10,2 % auf 14,8 % gestiegen.
Die Höhe der Abschreibungen ist mit TEUR 313 gegenüber dem Vorjahr mit TEUR 4.112 massiv gestiegen. Der Grund dafür ist die außerplanmäßige Abschreibung der neuen Hobellinie um TEUR 3.242 auf einen Buchwert von TEUR 0.
Die Zinsen der EZB stiegen von 2,5 % im Jänner auf 4,5 % im September. Der Zinsaufwand ist daher von TEUR 528 im Vorjahr auf TEUR 134 gestiegen.
Das Ergebnis vor Steuern ist vom VJ mit TEUR -9.207 auf TEUR -1.928 im Geschäftsjahr 2024 abgesackt!
Vermögenslage
Die Bilanzsumme beträgt im Jahr 2024 TEUR 3.734 (VJ TEUR 14.984). Auf der Aktivseite hat sich die Summe der Vorräte auf TEUR 2.099 (VJ TEUR 5.335) verringert. Die Summe der Kundenforderungen hat sich von TEUR 3.388 im Vorjahr auf TEUR 548 verringert.
Finanzlage
Der operative Cash Flow beträgt TEUR -1.360 (VJ TEUR -5.118).
Die Finanzlage hat sich massiv verschlechtert.
| 2024 | 2023 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Barmittel 01.01. | 23 | 550 |
| Nettogeldfluss Ifd. Geschäftstätigkeit | 1.786 | 2.985 |
| Nettogeldfluss aus Investition | -755 | - 2.172 |
| Nettogeldfluss aus Finanzierung | -1.558 | -1.557 |
| Summe | -527 | -318 |
| Summe | 23 | 232 |
Derivative Finanzinstrumente
Keine.
Risikobericht
Ein Großteil der Forderungen ist durch eine Ausfallversicherung gedeckt. Dadurch gibt es fast kein Ausfallrisiko.
Das Produktionsrisiko wird durch eine erweiterte Produktionshaftpflichtversicherung in Grenzen gehalten.
Die Einkaufspreise für die Produkte haben sich wieder eingependelt. Die Volatilität ist wesentlich zurückgegangen.
Mit der durch die FMA vorgegebenen neuen Finanzierungskriterien (KIM) an den klassischen Häuslbauer, Wohnungs- oder Reihenhauskäufer, die ab August 2022 in Kraft traten, wurde ein nachlassender Auftragsneueingang festgestelt.
Eine Entspannung ist nicht in Sicht.
Prognosebericht
Das erste Quartal 2023 war durch Lagerabverkäufe und sinkende Umsätze geprägt. Die geplanten und durchgeführten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Liquidität konnten nicht mehr aufrecht erhalten Am 03.04.2024 wurde beim Landesgericht ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.
Am 03.07.2024 wurde der vorgeschlagene Sanierungsplan bestätigt. Die erste Quote von 5,0 % wurde bezahlt.
Die Planzahlen werden seither laufend angepasst. Es wird über den Winter von 2024 auf 2025 ein vorübergehender Personalabbau geplant. Beim AMS wurde am 02.10.2024 das Frühwarnsystem ausgelöst.
Zusätzlich wird das Lager nochmals reduziert, um die notwendige Liquidität sicher zu stellen.
Die verbliebenen Innendienstverkäufer der geschlossenen Filialen wurden auf Außendienst umgestellt. Das trägt bereits Früchte.
Da der Einkauf der Produktions- und Handelsware seit der Eröffnung des Sanierungsverfahrens vorausbezahlt werden muss, haben wir jedoch wieder den Vorteil einen Skonto von 3 % bis 5 %, je nach Lieferant, zu erzielen. Das hilft bei den Spannen massiv.
Im Herbst 2024 wurde noch eine Hackmaschine angeschafft. Mit der kann man die Oberfläche von Holzbrettern speziell bearbeiten. In diesem Marktsegment sollen neue Kunden akquiriert werden.
Aus jetziger Sicht wird auch die zweite Quote von 7,5 % am 03.07.2025 erfüllbar sein.
Forschungs- und Entwicklungsbericht
Es sind keine besonderen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten geplant.
Flachau am 25.11.2024, Ing. Christian WEISS Geschäftsführer