Inhaltsverzeichnis
1. Branchenüberblick
Das Jahr 2025 stand im Zeichen der weiteren Konsolidierung und Weiterentwicklung der im Zuge der Transformation der Mediengruppe Wiener Zeitung etablierten Geschäftsbereiche und Strukturen. Der Fokus der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH lag dabei auf der Unterstützung der technologischen Weiterentwicklung der neuen Geschäftsbereiche und der eigenen unterstützenden Betriebseinheiten.
Im Bereich der digitalen Produkte wurden über mehrere Relaunches die Usability und User Experience grundlegend modernisiert, sowie KI-unterstützte Features integriert. Die bereits im Jahr 2024 erarbeitete KI-Strategie wurde in mehreren Ebenen umgesetzt. Basis stellt ein intensives Enablement- Programm für Mitarbeitende dar. Um KI tatsächlich auch in Produkten und Geschäftsbereichen zum Einsatz zu bringen, wurde ein KI-Lab gegründet und diverse KI-Formate umgesetzt.
Die Maßnahmen zur Gewährleistung eines sehr hohen Levels an Informationssicherheit konnten 2025 basierend auf der bereits bestehenden Zertifizierung gemäß ISO 27001 weiter intensiviert und damit der Sicherheitsstandard noch weiter erhöht werden.
Insgesamt sind damit alle Betriebseinheiten und Geschäftsbereiche der Mediengruppe Wiener Zeitung organisatorisch, strukturell und technologisch nachhaltig und zukunftssicher aufgestellt.
2. Entwicklung der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH 2025
Das Jahr 2024 brachte wirtschaftlich für die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH ein positives Jahresergebnis in Höhe von TEUR 476 (2024: TEUR 163).
• Die Eigenmittelquote beträgt 84,96% (2024: 83,24%) • Die liquiden Mittel betragen TEUR 1.445 (2024: TEUR 1.173) • Der Gesamtumsatz beläuft sich auf TEUR 5.621 (2024: TEUR 7.189) • Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit beträgt TEUR 331 (2024: TEUR -122) und aus der Investitionstätigkeit TEUR -60 (2024: TEUR 81) • In Summe ergibt sich ein Mittelzufluss von TEUR 272 (2023: Mittelabfluss TEUR 42)
Die Angaben betreffend den Cashflow erfolgen, sowohl für das Jahr 2025 sowie das vorherige Geschäftsjahr, in Anlehnung an die indirekte Geldflussrechnung gemäß AFRAC-Stellungnahme 36.
Im Wesentlichen wurden in den einzelnen Geschäftsbereichen folgende Schwerpunkte gesetzt:
2.1. Auftrag.at
Die auftrag.at Suche ist seit vielen Jahren ein verlässliches und umfangreiches Service für potenzielle Auftragnehmer, die passende Ausschreibungen für ihr Unternehmen suchen. Die Umsätze konnten im Jahr 2025 trotz der schwächelnden wirtschaftlichen Gesamtsituation in Österreich und den damit verbundenen Einsparungsmaßnahmen in österreichischen Unternehmen stabil gehalten werden. Die Applikation wurde 2025 technologisch grundlegend überarbeitet und mit KI-Features ausgestattet, dies als Vorreiter am gesamten österreichischen Markt. Der Ausblick auf das Jahr 2026 ist somit positiv.
2.2. Auszug.at
Die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH stellt seit 2015 als offizielle Verrechnungsstelle der Republik Österreich das Service auszug.at bereit. Die Umsätze waren 2025 leicht rückläufig. Drei Aspekte spielen hier eine wesentliche Rolle: Die anhaltende Immobilienkrise wirkt sich negativ auf die Erlöse beim Verkauf von Grundbuchauszügen aus, die wirtschaftliche Krise wirkt sich negativ auf den Verkauf von Firmenbuchdokumenten aus und die kostenfreie Bereitstellung des „High Value Data Sets“ konterkariert den Verkauf von Firmenbuchauszügen. Der Ausblick für das Jahr 2026 ist aufgrund eines bereits erstellten Maßnahmenkatalogs trotzdem positiv.
2.3. Wirtschaft.at
Die Plattform wirtschaft.at ermöglicht einen 360° Blick auf österreichische Unternehmen und deren handelnde Personen. Im Jahr 2025 konnte die Sichtbarkeit und die Nutzung der Plattform weiter stark erhöht werden. Die Plattform hat sich als zuverlässige Informationsquelle für Unternehmensinformationen in Österreich weiter etabliert. Für das Jahr 2026 ist eine Teilintegration von Plattformfeatures in andere Applikationen geplant. Der Ausblick ist somit positiv.
2.4. Blattverlag
Die Umsätze des Blattverlags – „Bundesgesetzblätter“, und „Amtliche Veröffentlichungen der österreichischen Finanzverwaltung“ – waren im Jahr 2025 stabil und der Deckungsbeitrag positiv. Das Produkt ist jedoch aufgrund von Technologie und Nachfrage langsam am Ende des Produktlebenszyklus.
3. Risikoberichterstattung
Als österreichisches Unternehmen in der IT-Branche ist die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt. Risikomanagement ist auch weiterhin ein integraler Bestandteil der Führungsstruktur. Die zentral ausgeübten Kontrollfunktionen werden durch die regelmäßige Berichterstattung und das eingerichtete interne Kontroll- und Risikomanagementsystem unterstützt. Im Folgenden wird auf einzelne Risiken, denen die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH ausgesetzt ist, eingegangen:
Rechtliche Risiken: Die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH als Tochtergesellschaft der Wiener Zeitung GmbH unterliegt den gleichen Risiken wie die Muttergesellschaft. Das Risikomanagement der Geschäftsführung widmet sich diesen potenziellen Risiken, ebenso wie anderen allfälligen Ansprüchen, die sich gegenüber der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH ergeben könnten. Entgegengewirkt wurde diesen Risiken mit einer sehr engmaschigen externen rechtlichen Unterstützung.
Liquiditätsrisiko: Das Liquiditätsrisiko ist aufgrund der guten Eigenkapital-Quote der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH zu vernachlässigen.
Kreditrisiko: Ein Kreditrisiko ist für die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH als sehr gering einzuschätzen. Es gibt weiterhin ein sehr gutes und engmaschiges Forderungsmanagement und die Höhe der einzelnen Forderungen ist überschaubar.
für das Geschäftsjahr 2025
Personalrisiken: Die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH unterliegt den üblichen Risiken im Bereich Personal (Personalbeschaffung und -entwicklung, Fluktuation, Krankheit, etc.).
Beteiligungsrisiko: Die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH hält keine Beteiligungen, daher besteht dieses Risiko nicht.
Währungsrisiko: Die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH ist keinem Währungsrisiko ausgesetzt.
Preisänderungsrisiko: In Hinblick auf Lieferantenpreise ist das Preisänderungsrisiko aufgrund der Vielzahl an Lieferanten und der in Verträgen vorgesehenen VPI-Indexierung eher gering einzuschätzen. Inflationsbedingte Preisanpassungen seitens der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH wurden 2025 von Kunden sehr gut angenommen.
Zinsänderungsrisiko: Das Zinsänderungsrisiko bezieht sich nur auf das Finanzanlagevermögen. Die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH hat keinerlei Kredite bei Bankinstituten.
IT-Risiko: Die gesamte IT-Infrastruktur sowie alle IT-Prozesse des Unternehmens sind bereits seit einigen Jahren basierend auf der ISO-Norm 27001 (1. Zertifizierung im Jahr 2021) sehr gut aufgestellt. Die Sicherheitsstandards gemäß ISO 27001 werden jährlich in einer Rezertifizierung geprüft und sichergestellt. Das Unternehmen ist sich damit der möglichen Folgen von Datenverlust bzw. Ausfall der IT-Systeme bewusst und es gibt ein regelmäßiges strukturiertes Controlling der IT-Risiken. Im Jahr 2025 wurden die Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit weiter ausgebaut und der Sicherheitsstandard weiter erhöht.
Gesamtbeurteilung der Risiken: Aus heutiger Sicht zeichnen sich keine den Fortbestand der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH gefährdenden Risiken ab.
4. Ausblick auf das Jahr 2026
Die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH hat im Jahr 2025 mit Fokus auf die Stärkung der bestehenden und zukünftigen Geschäftsbereiche den bereits begonnenen Weg konsequent fortgeführt: Bestehende Geschäftsbereiche wurden modernisiert und transformiert, neue Geschäftsbereiche wurden ausgebaut und am Markt etabliert. Außerdem wurde die bereits im Jahr 2024 erstellte KI-Strategie systematisch und konsequent umgesetzt und das Unternehmen damit auf den modernsten technologischen Standard gehoben. Im Jahr 2026 liegt der Fokus darauf, diesen Weg fortzusetzen.
Mediengruppe Wiener Zeitung
Lagebericht der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH für das Geschäftsjahr 2025
5. Allgemeines
Ausdrücklich wird festgehalten, dass die Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH im Bereich der Forschung und Entwicklung nicht tätig ist. Es wird auch ausdrücklich festgehalten, dass die Wiener Zeitung GmbH keine Zweigniederlassungen betreibt.
Es werden keine derivativen Finanzinstrumente verwendet.
Wien, 20. März 2026
MartFleischhacker, MSc (Geschäftsführer)