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Lagebericht 2025

Hipp Austria GmbH

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Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 27. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Hipp Austria GmbH

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Geschäftsverlauf

In Österreich ist die Geburtenentwicklung 2025 mit -2,0 % gegenüber 2024 im vierten Jahr in Folge negativ. Somit verzeichnet der Markt seit 2021 einen Geburtenrückgang von -12,0 %. Der Gesamtmarkt in Österreich im Bereich Baby- und Kindernahrung geht um -3,1 % zurück und liegt bei MEUR 137.6. Der Hersteller HiPP gewinnt um 0,2 %, bleibt mit 36,1 % weiterhin Marktführer (Marke HiPP +0,5 % auf 33,4 %; Marke Bebivita – 0,3 auf 2,7 %). Die wichtigsten Kunden in Österreich sind die Drogeriemärkte mit 73 % und der Lebensmittelhandel mit 27 %, wobei der Drogeriemarkt gegenüber dem LEH um knapp 0,5 % zulegen kann. Die Bedeutung vom Discount ist rückläufig und liegt bei 5,4 % (-0,8 % zum Vorjahr).

In den asiatischen Märkten gab es im vergangenen Jahr eine weiterhin rückläufige Entwicklung der Geburtenraten. Trotzdem blicken wir in Asien auf ein äußerst erfolgreiches Jahr 2025 zurück, geprägt von starkem Wachstum in zahlreichen Märkten – besonders in Vietnam, Malaysia, Hongkong sowie weiteren Ländern der Region.

In China bleibt die Situation aufgrund der geopolitischen Rahmenbedingungen weiterhin sehr anspruchsvoll. Internationale Marken stehen vor erheblichen Herausforderungen, da die chinesische Regierung lokale Hersteller verstärkt durch umfangreiche Subventionen unterstützt. Diese Entwicklungen wirken sich auch auf die Vertriebsaktivitäten von HiPP aus. Gemeinsam mit unserem Distributionspartner CSFA haben wir daher eine strategische Neuausrichtung beschlossen. Im Rahmen einer selektiven Vertriebsstrategie fokussieren wir uns künftig auf Premiumhändler, die vorwiegend internationale Marken und/oder BIO-Produkte führen, um unsere Position in diesem komplexen Marktumfeld nachhaltig zu stärken.

In den ost- und südosteuropäischen Ländern ist die generelle Geschäftsentwicklung über den Erwartungen. Trotz der herausfordernden Lage in den Märkten durch sinkende Geburtenraten, hohe Regalpreise und große Investments der Mitbewerber konnte HiPP Preiserhöhungen in den meisten Märkten umsetzen.

Babykost im Glas wird ausschließlich von Produktionsstätten der HiPP-Gruppe bezogen. Für die Trockensortimente bestehen langjährige Beziehungen zu Drittlieferanten neben solchen in der HiPP-Gruppe. Die bewährten Lieferantenbeziehungen sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Produktqualität.

Bericht über Zweigniederlassungen

Es bestehen keine Zweigniederlassungen der HIPP Austria GmbH.

Finanzielle Leistungsindikatoren

i) Ertragslage

Das Rohergebnis im Geschäftsjahr 2025 liegt mit 2,6 % stabil über dem Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen mit TEUR 626 um -74,7 % unter dem Niveau des Vorjahres, im Wesentlichen aufgrund einer Kompensationszahlung durch einen Lieferanten in Höhe von TEUR 1.618 im Jahr 2024.

Der Personalaufwand liegt mit TEUR 7.481 um -10,5 % unter dem Vorjahr. Der durchschnittliche Mitarbeiterstand nach Köpfen ist von 88 auf 79 gesunken.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit TEUR 27.536 um 6,4 % über dem Niveau des Vorjahres.

Das Betriebsergebnis (EBIT) beträgt im Geschäftsjahr 2025 TEUR 6.373 und hat sich aufgrund Umsatzsteigerungen um 7,8 % zum Vorjahr erhöht. Die EBIT-Marge (als prozentuales Verhältnis des EBIT zu den Umsatzerlösen) beträgt in 2025 3,6 % verglichen mit 3,6 % im Vorjahr.

Eine wichtige Kennzahl in der Unternehmensgruppe stellt das EBITDA, welches sich aus dem Betriebsergebnis (EBIT) zuzüglich der Abschreibungen auf Immaterielles- und Sachanlagevermögen berechnet, dar. Diese Kennzahl dient der Planung und der Plan/Ist- Vergleiche. Im Geschäftsjahr 2025 liegt das EBITDA bei TEUR 6.577 (VJ: TEUR 6.289). Die EBITDA-Marge (als prozentuales Verhältnis des EBITDA zu den Umsatzerlösen) beträgt in 2025 3,7 % verglichen mit 3,9 % im Vorjahr.

ii) Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen liegt mit TEUR 1.471 um 14,4 % unter dem Vorjahr. Die Vorräte (Waren) sind um 84 % auf TEUR 47 gesunken, die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände liegen mit TEUR 49.624 um 37,1 % über dem Vorjahreswert. Die liquiden Mittel liegen mit TEUR -5.440 um 221 % aufgrund einer Vergabe eines Darlehens unter dem Vorjahr. Wie im Vorjahr bestehen keine Verbindlichkeiten an Kreditinstitute.

Die Eigenmittelquote im Sinne des Unternehmensreorganisationsgesetzes (URG) liegt mit 35 % über dem Vorjahreswert von 33,1 %. Die Rückstellungen in Höhe von TEUR 10.282 sind um 0,6 % gestiegen. Die Verbindlichkeiten haben sich um 44,1 % auf TEUR 24.418 erhöht.

Die Hipp Austria GmbH hat keine derivativen Finanzinstrumente im Einsatz.

Der Nettogeldfluss aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit liegt bei TEUR -9.964,5 (VJ: TEUR 12.549). Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf TEUR 56 (VJ: TEUR: -2) und jener aus der Finanzierungstätigkeit (Ausschüttung) auf TEUR 0 (VJ: TEUR: -8.000).

Das Working Capital beträgt zum Stichtag TEUR 22.713 (VJ: TEUR 17.139), während sich die Nettoverschuldung insbesondere aufgrund des vorhandenen Cashpoolingbestands bzw. des kurzfristigen Darlehens mit TEUR -30.991 (VJ: TEUR -22.173) darstellt.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Das Unternehmen HiPP steht für eine bewusste und sensible Auseinandersetzung mit den Themen Natur, Mensch und Wirtschaft und verankert das ethische Handeln gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Umwelt, dem Markt, Staat und Gesellschaft mit der Implementierung des Ethik- Managements und der Ethik-Charta.

Umweltschutz bei HiPP wird gelebt. Die HiPP-Gruppe setzt sich für den Erhalt der Umwelt und der Schöpfung ein. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, geht HiPP beim Umweltschutz über die gesetzlichen Auflagen hinaus. Das beweisen täglich immer wieder alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HiPP-Gruppe in den verschiedenen Produktionsstandorten, die das ökologische Engagement des Unternehmens mittragen und ständig verbessern. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dazu verpflichtet, die Umwelt zu schützen.

Die Qualität der Lebensmittel hat bei HiPP oberste Priorität. Seit mehr als 60 Jahren stellt HiPP Babynahrung aus organisch-biologischen Rohstoffen her und erfüllt damit den wachsenden Wunsch der Eltern nach gesunder, schadstoffarmer Ernährung für ihre Babys und Kinder. Der Anteil der Bio- Produkte im HiPP-Sortiment wird kontinuierlich erhöht.

Ethisches Handeln steht vor allem aber auch im Personalbereich an oberster Stelle, was sich auch in den im Unternehmen implementierten Verhaltensregelungen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern widerspiegelt. Im Wesentlichen geht es um die korrekte und motivierende Information der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Vereinbarung von Zielen, der Auswahl und die Entwicklung im Personalbereich, die leistungsgerechte Entlohnung sowie flexible Arbeitszeitregelungen, und um die Berufsausübung möglichst in Einklang mit familiären Belangen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Im österreichischen Markt erwarten wir für das Jahr 2026 aufgrund der rückläufigen Geburtenentwicklung sowie des sich verändernden Verbraucherverhaltens zugunsten preisgünstiger Einstiegsmarken lediglich ein moderates Umsatzwachstum.

Zudem hat sich der regionale LEH Kunde Unimarkt vollständig aus dem Markt verabschiedet, und Lidl wird sein Sortiment im Jahr 2026 deutlich reduzieren. Auch der Vertrieb der HiPP-Windeln wurde eingestellt.

Gleichzeitig rechnen wir jedoch im Segment der Säuglingsmilchnahrung mit steigenden Umsätzen. Die aktuelle Cereluid-Thematik beim Wettbewerb dürfte zu einer verstärkten Nachfrage führen. Die SPAR hat aufgrund einer nicht akzeptierten Preiserhöhung (7/2024) einen Großteil der HiPP-Artikel über einen deutschen Großhändler bezogen. Mit SPAR stehen wir aktuell im aktiven Austausch, um den Warenbezug künftig wieder vollständig über HiPP Austria zu steuern.

In den asiatischen Märkten wird aufgrund der starken Verkaufsentwicklung im Jahr 2025 mit weiteren positiven Effekten auf die Umsätze im Jahr 2026 gerechnet. Insbesondere in Vietnam, aber auch in Märkten wie den Philippinen und Malaysia, erwarten wir weiteres Wachstum. Treiber hierfür sind Produktneueinführungen, der Ausbau der Distribution sowie die HALAL-Zertifizierung unserer Produktionsstätte MIG in Herford. Dadurch sind wir künftig in der Lage, die muslimischen Bevölkerungsgruppen gezielt mit unseren Marketingmaßnahmen anzusprechen.

Für China rechnen wir im Bereich Cross-Border-E-Commerce ebenfalls mit einem anhaltenden Wachstum. Dieses ergibt sich einerseits aus den jüngsten Rückrufen von Nestlé und Danone, andererseits aus der positiven Absatzentwicklung der Anfangsmilch im Jahr 2025, deren Dynamik sich nun auch auf die Folgemilchen übertragen dürfte.

Auch im Bereich China Domestic sind wir optimistisch, die geplanten Absatzmengen im laufenden Jahr zu erreichen. Seit Anfang 2025 verzeichnen wir einen stetig steigenden monatlichen Abverkauf, der unsere positive Markteinschätzung bestätigt. In den restlichen asiatischen Ländern wird für die kommenden Jahre weiterhin ein erhebliches Wachstumspotential gesehen.

In den ost- und südosteuropäischen Ländern ist die Entwicklung herausfordernd, da HiPP in den meisten Märkten bereits Marktführer ist bzw. hohe Marktanteile hat. Organisches Wachstum ist somit nur mehr in wenigen Märkten möglich. Im Vordergrund steht daher die Absicherung des aktuellen Geschäftes.

Für 2026 ist gesamthaft mit einer Umsatzsteigerung gegenüber 2025 zu rechnen, welches voraussichtlich zu einem besseren Ergebnis vor Steuern führen wird.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Risiken und Chancen

Die Analyse der wesentlichen Risiken und Chancen im Rahmen des Planungsprozesses ist ein wesentlicher Teil der Unternehmensführung der HiPP-Gruppe. Ziel ist es hierbei, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Die Risikofelder des Konzerns gliedern sich in die beiden großen Risikofelder „finanzielle Risiken“ und „sonstige, nichtfinanzielle Risiken“. Innerhalb dieser Risikofelder wird nach einzelnen Risikoarten unterschieden.

Nachfolgend werden die für die HiPP-Gruppe relevanten Risiken erläutert und in diesen Zusammenhang auf Chancen eingegangen. Auf besonderheiten der Hipp Austria GmbH wird eingegangen.

Finanzielle Risiken

Nichteinhaltung von Finanzkennzahlen:

Es besteht das Risiko, dass bestehende Vertragsverhältnisse aufgrund ausbleibender, nicht rechtzeitiger oder nicht vollumfänglicher Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen gekündigt werden, welche eine negative Auswirkung auf den Geschäftsverlauf von HiPP hat. HiPP ist in wesentlichem Umfang fremdfinanziert. Hierbei wurden Kreditverträge abgeschlossen, in denen HiPP übliche Verpflichtungen zur Einhaltung bestimmter vertraglich festgelegter Finanzkennzahlen (Financial Covenants) übernommen hat. Diese Verpflichtungen wurden von HiPP per 31. Dezember 2025 vollständig eingehalten.

Sollte es HiPP nicht gelingen den vertraglichen Verpflichtungen der Financial Covenants vollumfänglich nachzukommen, besteht das Risiko von schwerwiegenden Auswirkungen. Die Geschäftsführung prüft hierfür die Einhaltung der Vertragsbedingungen fortlaufend und steht in ständiger Kommunikation mit den finanzierenden Banken und anderen Kapitalgebern.

Liquiditätsrisiko:

Es besteht das Risiko, dass der durch mögliche Schwankungen ausgelöste Bedarf an Zahlungsmitteln nicht oder nur zu erhöhten Kosten gedeckt werden kann. Die Geschäftsführung überwacht daher fortlaufend die Liquiditätslage basierend auf einer Liquiditätsplanung.

Zinsänderungs- und Währungsrisiko:

Zum Zinsänderungs- und Währungsrisiko verweisen wir auf den nachfolgenden Abschnitt Finanzinstrumente.

Wertminderungsrisiko:

Bei einer nachteiligen Entwicklung der Ertragslage oder einer wesentlichen Erhöhung des Abzinsungssatzes, der für die Berechnung des beizulegenden Werts der Vermögenswerte herangezogen wird, besteht das Risiko von materiellen außerplanmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens, insbesondere für den entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert sowie die immateriellen Vermögensgegenstände Markennamen, Kundenstämme, Rezepturen und Fertigungstechnologien.

Risiken aus Pensionsverpflichtungen:

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen können sowohl durch eine Änderung der versicherungsmathematischen Annahmen, einschließlich des Abzinsungssatzes, als auch durch Veränderungen an den Finanzmärkten oder eine Änderung in der Zusammensetzung unseres Anlageportfolios beeinflusst werden.

Inflationsrisiko:

Weiter besteht ein Inflationsrisiko in der Türkei, welchem durch stetige Preiserhöhungen entgegengewirkt wird, wobei das Risiko besteht, dass solche Preiserhöhungen am Markt nicht dauerhaft im erforderlichen Umfang durchgeführt werden können. Zudem werden Währungsabsicherungsgeschäfte abgeschlossen, um dem Risiko teilweise zu begegnen.

Kreditausfallrisiko:

Das Ausfallsrisiko bei Forderungen ist gering, da die wesentlichen Kunden der HiPP-Gruppe Drogeriemarktketten und der Lebensmittelhandel sind, die geringe Ausfallwahrscheinlichkeiten aufweisen. Die branchenübergreifende Zunahme von Unternehmensinsolvenzen stellen derzeit keine Auswirkung auf unser Kundenportfolio und damit verbundene, möglichen Forderungsausfällen dar. Darüber hinaus besteht für wesentliche Kunden eine Kreditausfallsversicherung.

Prüfungen von Finanzbehörden sowie Veränderungen in den Steuergesetzen und -regelungen: Als international tätiges Unternehmen agieren wir in Ländern mit komplexen steuerlichen Regelungen, die - insbesondere für grenzüberschreitende Tätigkeiten - unterschiedlich ausgelegt werden können. Künftige Auslegungen beziehungsweise Entwicklungen der Steuersysteme könnten unsere Geschäfts-, Vermögens- und Ertragslage beeinflussen. Wir werden regelmäßig von den Finanzbehörden in verschiedenen Jurisdiktionen geprüft, wobei wir entsprechende Risiken identifizieren und bewerten.

Sonstige, nicht finanzielle Risiken

Geschäftsrisiken:

Die rückläufigen Geburtenraten, höhere Stillquoten sowie die Fokussierung des Handels auf die preisgünstigen Eigenmarken werden im Bereich der Milch und Beikost als Herausforderung gesehen. Diese Entwicklung kann in Absatzrückgängen für die eigenen Marken und in rückläufigen Marktanteilen münden.

Wirtschaftliche und politische Unsicherheiten in den für HiPP relevanten Märkten können das allgemeine Konsumklima eintrüben und damit zu einem geringeren Absatz von Produkten führen. Im Exportbereich bestehen langfristig positive Wachstumsmöglichkeiten (u.a. in Asien). Die HiPP-Gruppe begegnet den Geschäftsrisiken mit Sortimentserweiterung sowie der Verbesserung bzw. Erweiterung der bestehenden Produktpalette. Wir verweisen hierfür auf den Abschnitt III. Bericht über die Forschung und Entwicklung.

Zu den Geschäftsrisiken zählen auch laufende bzw. potenzielle Rechtsstreitigkeiten v.a. mit Lieferanten. Für diese Ereignisse werden entsprechende Rückstellungen gebildet und diese stellen in Summe kein wesentliches Risiko für die Geschäftstätigkeiten der HiPP-Gruppe dar.

Risiken aus Produktionsoptimierungen:

Der Konzern verfolgt kontinuierlich Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in den Produktionsprozessen, einschließlich Standortoptimierungen. Es besteht das Risiko, dass geplante Optimierungen nicht oder nur teilweise den erwarteten Erfolg erzielen. Eine nicht erfolgreiche Umsetzung kann zu erhöhten Fertigungskosten führen. Sofern bestehende technische Anlagen und Maschinen nicht im ursprünglich geplanten Umfang wirtschaftlich genutzt werden, besteht ein erhöhtes Risiko von Wertminderungen.

Zur Risikobegrenzung überwacht die Geschäftsführung die Optimierungsmaßnahmen fortlaufend und führt Wirtschaftlichkeitsanalysen durch.

Geopolitische Risiken:

Im Februar 2022 führte der Ukraine-Russland-Konflikt aufgrund von militärischen Interventionen Russlands zu Sanktionen gegen Russland. Die HiPP-Gruppe ist mit einer Produktionsstätte in Kaliningrad sowie einer Vertriebsgesellschaft in Moskau in Russland vertreten. Weiter besteht eine kleine Produktion im Westen der Ukraine sowie eine Vertriebsgesellschaft in Kiew. Der Anteil Russlands und der Ukraine am Geschäftsvolumen der Hipp-Gruppe ist aktuell gering. Durch die bisher verhängten Sanktionen gegen Russland zeigen sich Einschränkungen für die Betriebstätigkeit und die Lieferketten. Die HiPP-Gruppe beobachtet die Lage laufend und trifft alle möglichen Maßnahmen, um negative Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Die Fortsetzung lokaler Betriebsaktivitäten erfolgt unter höchster Sicherheit für die Mitarbeitenden und strikter Einhaltung der Sanktionen. Es wird geschätzt, dass dieses Risiko auch in den folgenden Geschäftsjahren auf die Geschäftsaktivitäten der HiPP-Gruppe wirkt.

Darüber hinaus können anhaltende (weltweite) geopolitische Spannungen und Unsicherheiten, wie bspw. der Nahost-Konflikt, zu weiteren Volatilitäten bei Energiepreisen sowie zu erhöhten Kosten entlang der Wertschöpfungskette führen und damit die Ertragslage der HiPP-Gruppe belasten.

Reputationsrisiken:

Die Marke HiPP steht für Tradition, Nachhaltigkeit und höchste Qualität und hat eine sehr starke Wirkung am Markt. Das Reputationsrisiko zeigt sich in Form eines Schadens an der Marke HiPP und ist die Konsequenz weiterer, dargestellter Risiken. So kann bspw. die Nichteinhaltung von erforderlichen Umwelt- und Qualitätsstandards oder auch der nicht angemessene Umgang mit externen Ereignissen einen Imageschaden zur Folge haben, was wiederum zu Umsatzeinbußen führt. Daher hat die HiPP-Gruppe eine ganzheitliche Methodik für das Risikomanagement sowie das Interne Kontrollsystem implementiert, um relevante Risiken adäquat steuern zu können.

Nachhaltigkeitsrisiken:

Die stark regulierte Branche, in der HiPP tätig ist, fordert verstärkt die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und den bewussten Umgang mit allen nachhaltigkeitsrelevanten Aspekten. Die hohen Standards, die HiPP an seine Produkte und sein Geschäftsmodell stellt, stellen bei Nichteinhaltung ein Risiko dar. Zunehmende Erfordernisse bezogen auf die Nachhaltigkeit was bspw. Verpackungen angeht, können aber auch eine große Chance für das Unternehmen sein. Durch wandelnde Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden an die Nachhaltigkeitsstandards von HiPP oder auch durch Weiterentwicklungen von Wettbewerben wird HiPP gezwungen, sich aktiv mit diesen Trends auseinanderzusetzen und erhält die Chance, das Produktportfolio und die Geschäftsaktivitäten stetig und grundlegend zu überdenken.

Umweltrisiken:

Die Folgen des Klimawandels werden immer spürbarer – auch für HiPP. Extremwetterereignisse nehmen von Jahr zu Jahr zu und diese können auch signifikante Auswirkungen auf HiPP haben – sei es auf die Produktionsstandorte oder die Rohstoffbeschaffung. Durch bspw. Sturmereignisse oder Hochwasser kann die Infrastruktur der HiPP-Standorte beschädigt werden, was zu Produktionsausfall führt. Extreme Dürren verknappen die Rohstoffe, die zur Produktion der Produkte erforderlich sind. Durch Beschaffungsstrategien und Lieferantendiversifikation steuert HiPP sein Rohstoffportfolio aktiv und berücksichtigt diese Ereignisse in den Beschaffungsprozessen.

IT-Risiken:

Auch die Geschäftsprozesse in der Produktion sowie der Verwaltung und im Vertrieb der HiPP- Gruppe hängen stark von Technologie und Systemen ab. Ein (temporärer) Ausfall (eigen- und fremdverschuldet) der verwendeten Systeme bedeutet eine signifikante Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit der Unternehmensgruppe. Durch ein Notfallkonzept und hohe Sicherheitsstandards im IT-Bereich wirkt HiPP aktiv diesem Risiko entgegen.

Personalrisiken:

Der Kampf um Talente und Fachexperten bekommt in den Märkten, in denen die HiPP-Gruppe geschäftlich aktiv ist, zunehmend an Bedeutung. Das Risiko, perspektivisch qualitative und/oder quantitative Mängel in der Personalausstattung zu haben, ist nicht vernachlässigbar. Bereits in den vergangenen Jahren ließ sich dieser Trend beobachten und eine Verbesserung des Fachkräftemangels ist nicht ersichtlich. Aus diesem Grund hat die HiPP-Gruppe eine Personalstrategie erarbeitet, um diesem Risiko langfristig zu begegnen.

Compliance-Risiken:

Die gesetzlichen Bestimmungen und Regelungen nehmen stetig zu; auch im gesetzlichen Umfeld, in dem sich die HiPP-Gruppe bewegt. Daher steigt die Anzahl an Anforderungen, die die Unternehmensgruppe erfüllen muss, stetig. Insbesondere im Umfeld der Nachhaltigkeit erfordern neue Bestimmungen wie bspw. die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) die Umsetzung der neu verabschiedeten Regelungen. Das Risiko der nicht angemessenen Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen und damit das verbundene Risiko der Non-Compliance ist nicht zu unterschätzen. Durch die Implementierung aufbau- und ablauforganisatorischer Strukturen einer ganzheitlichen, gruppenweiten Compliance-Organisation steuert HiPP dieses Risiko aktiv.

Prozessrisiken:

Alle Planungsaktivitäten der Unternehmensgruppe basieren auf festgelegten Unternehmensprozessen – sei es die Ressourcen-, die Produktions- oder die finanzielle Planung. Daher ist es für HiPP umso wichtiger, alle Geschäftsprozesse in einer einheitlichen Methodik und nach definierten Unternehmensstandards über alle Unternehmensstandorte zu definieren und wo möglich zu standardisieren. In diesem Bereich sieht das Unternehmen die Chance, im Zuge von Prozessdefinition und -dokumentation, Effizienzen zu erkennen und zu heben, sowie Synergien länderübergreifend zu heben, was sich letztendlich auf die Ertragslage des Unternehmens positiv auswirkt.

Risiko Markt Österreich:

Die rückläufigen Geburten sowie die weitere Fokussierung des Handels auf seine Eigenmarken wird gerade im Bereich der Beikost (Glas & Quetschbeutel) als große Herausforderung gesehen. Die Auswirkungen sind als deutliche Absatzrückgänge spürbar und führen zu rückläufigen Marktanteilen unserer Marken. Als Reaktion des Handels werden zunehmend die Sortimente sowie teilweise auch die Regalfläche im Bereich der Beikost reduziert. Mit der Säuglingsmilchnahrung kann HiPP auf Grund der o.g. Thematik wachsen und das vor allem mit den Anfangsnahrungen Nahrungen. Das Segment mit dem stärksten Wachstum bleibt das Segment Knabber & Riegel.

Risiko Ost Export:

Die geopolitische Lage in China wird auch in den kommenden Jahren von anhaltender Unsicherheit und erhöhten Risiken geprägt sein. Angesichts der weiterhin bestehenden Spannungen mit den USA ist davon auszugehen, dass die chinesische Regierung ihre Strategie der wirtschaftlichen Abschottung fortsetzt und lokale Unternehmen weiterhin gezielt durch Subventionen und Lokalisierungsprogramme unterstützt, um die eigene wirtschaftliche Unabhängigkeit weiter zu stärken.

Unternehmen und politische Entscheidungsträger müssen sich auf diese Rahmenbedingungen einstellen und geeignete Strategien entwickeln, um potenzielle Risiken zu begrenzen und gleichzeitig entstehende Marktchancen aktiv zu nutzen.

In den ost- und südosteuropäischen Ländern wird die Realisierung von Preiserhöhungen als Risiko gesehen, da Regalpreise im Vergleich zu westeuropäischen Ländern (insb. Deutschland) überproportional hoch sind und eine geringere Kaufkraft besteht, die zu einem möglichen negativen Mengeneffekt führen kann.

Finanzinstrumente

Der Konzern ist im Rahmen seiner Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit insbesondere Risiken aus Wechselkurs und Zinssatzänderungen ausgesetzt. Die Tochtergesellschaft Hipp GmbH, Pfaffenhofen a.d. Ilm, hat eine zentrale Funktion hinsichtlich des konzernweiten Managements von Finanzmarktrisiken. Die HIPP Austria verwendet keine Finanzinstrumente

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die HiPP-Gruppe hat eine zentrale Stelle für Forschung und Entwicklung. Sowohl für den Inlandsmarkt als auch für unsere Auslandsmärkte werden laufend neue Produkte entwickelt und mit adäquater Marketingunterstützung eingeführt. Ziel ist die Sortimentserweiterung sowie die Verbesserung der bestehenden Produktpalette. Die Hipp Austria GmbH ist an diesen Prozessen aktiv beteiltigt.

Gmunden, am 11.05.2026

Hipp Austria GmbH

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