Inhaltsverzeichnis
Arval Austria GmbH (kurz: ARVAL Austria), ein Mitglied der französischen BNP Paribas Gruppe, bietet ihren Kunden Full-Service-Outsourcing Lösungen für den Fuhrpark. Die Dienstleistungen werden nationalen wie internationalen Flottenkunden angeboten und beinhalten neben dem Leasing von Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen Nutzlast, ein Serviceprogramm für den Fuhrpark sowie dessen Verwaltung. Durch eine auf den jeweiligen Kunden abgestimmte Bedarfsanalyse werden Servicepakete erstellt. Diese umfassen z. B. Wartung und Inspektion, Reifen und Tankkartenmanagement, Unfall- und Schadensabwicklung. Vorrangiges Ziel ist es, die gesamten Fuhrparkkosten inklusive der Prozesskosten gemeinsam mit dem Kunden zu analysieren und in Folge ein Einsparungspotential an administrativem Aufwand bzw. Kosten für den Kunden zu realisieren und einen Consultingansatz zu liefern sowie Best-Practice Lösungen zu implementieren.
ARVAL Austria war bis 2023 am österreichischen Markt ausschließlich im B2B Sektor tätig. Seit 2023 ist Arval Austria auch im Bereich B2C tätig.
1) Bericht über die wirtschaftliche Lage und den Geschäftsverlauf
Wirtschaftliche Lage in Österreich für 2024
Quelle : WIFO/ AMS
Osterreichs Wirtschaftsleistung hat im Jahr 2024 real um 1,2% nachgelassen.
Die Inflationsrate Osterreichs (VPI) ist im Laufe des Jahres 2023 von 4,6% auf 1,8 % im September und Oktober gesunken, um danach im Dezember leicht auf 2,0 % zu steigen. Im Jahresdurchschnitt 2024 lag die Inflation bei 2,9% (7,8 % im 2022). Nach den höchsten Preissteigerungen seit der ersten Olpreiskrise 1974 in den Jahren 2022 mit 8,6 % und 2023 mit 7,8 % ist die Teuerung im Jahr 2024 etwa auf das Niveau des Jahres 2021 gesunken. Seit September 2024 liegt Inflation Osterreichs wieder im Zielbereich der EZB.
Die Arbeitslosigkeit war 2024 mit durchschnittlich 297.851 Personen um 10,0% höher als im Jahr davor.
Geschäftsverlauf
Mit der 100-prozentigen Übernahme der Unicredit Leasing Fuhrparkmanagement GmbH in Oktober 2020 festigte Arval Austria seine Position als ein führender Full-Service-Leasing Anbieter auf dem österreichischen Markt. Teil des Abkommens ist auch eine langfristige Kooperation zwischen Arval Austria und der Unicredit Bank Austria, die es Arval Austria ermöglicht, seine Fuhrparkmanagement- und Mobilitäts-Services allen Unternehmenskunden der Bank anzubieten.
Mit Verschmelzungsvertrag von 17.03.2021 wurde die Gesellschaft mit Stichtag 31.12.2020 mit ihrer 100%Tochtergesellschaft, der Arval Fuhrparkmanagement GmbH verschmolzen.
Der gesamte finanzierte Flottenbestand betrug 15.958 Stück per Ende Dezember 2024. Verglichen mit 14.488 Stück per Ende 2023 erreichte Arval Austria ein organisches Wachstum von +10% bzw. +1.470 Verträge.
Bericht über die Zweigniederlassungen
ARVAL Austria hatte per Ende 2024 keine Zweigniederlassung.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Ertragslage
Mit dem Wachstum der Flotte sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 12,19% gestiegen (2024: TEUR 199.883 vs. 2023: TEUR 178.172). Im Vergleich sind die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen um 9,78% gestiegen (2024:
TEUR 115.475 vs. 2023: TEUR 105.183).
Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 4,55% gestiegen (2024:
TEUR 6.809 vs. 2023: TEUR 6.513).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zu 2023 (TEUR 6.838) um 19,68% auf TEUR 8.184 im Jahr 2024 gestiegen.
Das Betriebsergebnis beläuft sich dadurch im Jahr 2024 auf TEUR 21.262 (2023: TEUR 15.081).
Das Finanzergebnis wird geprägt durch die Zinsen der Darlehen, welche die Gruppe BNP Paribas an ARVAL Austria für die Finanzierung der Geschäftstätigkeit sowie die Ubernahme der Unicredit Fuhrparkmanagement gewährt. Das Finanzergebnis ist insbesondere in Folge der Steigerung der Flotte sowie der Zinssätze auf TEUR -13.610 gesunken (2023: TEUR -7.812).
ARVAL Austria wies im Jahr 2024 einen Jahresgewinn von TEUR 6.007 (2023: TEUR 5.423) aus.
Umsatzrentabilität
Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Steuern und den Umsatzerlösen.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern x 100 | ||
| Umsatzerlöse | 3,8 % | 4,1 % |
Eigenkapita lrentabilität
Die Eigenkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und Z 10) zum durchschnittlichen effektivem Eigenkapital.
| Berechnung: | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und | |||
| Z 10)x 100 | 22,7 % | 25,3 % | |
| Durchschn. eff. Eigenkapital | |||
Gesamtkapitalrentabilität
Die Gesamtkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen undSteuernzum Gesamtkapital.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| durchschn. Gesamtkapital | 4,5 % | 3,9% |
Vermögens- und Finanzlage
| Vermögenslage | ||||
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2024 | 31.12.2023 | +/- | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | ||||
| Vorräte | 9 719 | 8 163 | 1555 | 19,1 |
| Lieferforderungen | 23 962 | 20 827 | 3135 | 15,1 |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 1 356 | 546 | 810 | 148,5 |
| sonstige Forderungen | 21 562 | 29 386 | -7825 | -26,6 |
| flüssige Mittel | 4 609 | 46 598 | -41989 | -90,1 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 501 | 771 | -270 | -35,0 |
| 61 708 | 106 291 | -44584 | -41,9 | |
| kurzfristiges Fremdkapital | ||||
| kurzfristige Rückstellungen | 13 148 | 5 486 | 7661 | 139,7 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 772 | 3 228 | -2456 | -76,1 |
| erhaltene Anzahlungen | 148 | 83 | 64 | 77,0 |
| Lieferverbindlichkeiten | 8 174 | 5 812 | 2362 | 40,6 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 106 302 | 97 306 | 8996 | 9,3 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 4 894 | 4 713 | 181 | 3,8 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 14 563 | 11 601 | 2963 | 25,5 |
| 148 000 | 128 229 | 19771 | 15,4 | |
| Working Capital (Netto-Umlaufvermögen) | -86 292 | -21 937 | -64355 | 293,4 |
| Anlagevermögen | ||||
| Immaterielles Vermögen | 3 536 | 4 828 | -1293 | -26,8 |
| Sachanlagen | 422 276 | 351 070 | 71206 | 20,3 |
| 425 812 | 355 899 | 69913 | 19,6 | |
| langfristiges Fremdkapital | ||||
| langfristige Rückstellungen | 136 | 8 383 | -8247 | -98,4 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 772 | -772 | -100,0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 301 640 | 292 690 | 8950 | 3,1 |
| 301 776 | 301 844 | -68 | -0,0 | |
| Reinvermögen (Eigenkapital) | 37 743 | 32 117 | 5627 | 17,5 |
| Stammkapital | 500 | 500 | 0 | 0,0 |
|---|---|---|---|---|
| Kapitalrücklagen | 21 250 | 21 250 | 0 | 0,0 |
| Gewinnrücklagen | 50 | 50 | 0 | 0,0 |
| Bilanzgewinn | 14 902 | 8 896 | 6 007 | 67,5 |
| Investitionszuschüsse | 1 041 | 1 421 | -380 | -26,7 |
| Summe Eigenkapital | 37 743 | 32 117 | 5 627 | 17,5 |
| Summe Fremdkapital | 449 776 | 430 073 | 19 703 | 4,6 |
| Bilanzsumme | 487 519 | 462 190 | 25 329 | 5,5 |
Nettoverschuldung
Die Nettoverschuldung ergibt sich als Saldo des verzinslichen Fremdkapitals und der flüssigen Mittel.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| EUR | EUR | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 771 761,00 | 3 999 322,00 |
| Darlehen von verbundenen Unternehmen | 407 054 035,26 | 389 763 945,57 |
| - Flüssige Mittel | - 4 608 794,41 | - 46 598 208,61 |
| Nettoverschuldung | 403 217 001,85 | 347 165 058,96 |
Nettoverschuldungsgrad
Der Nettoverschuldungsgrad entspricht dem Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Nettoverschuldung | ||
| Eigenkapital | 10,68 | 10,81 |
Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote ergibt sich aus dem Verhältnis des Eigenkapitals zum Gesamtkapital.
| Berechnung: | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Eigenkapital | ||
| Gesamtkapital | 7,53% | 6,64% |
Kapital & Liquidität
Das Eigenkapital der ARVAL Austria betrug per 31.12.2024 insgesamt TEUR 36.702 (2023: TEUR 30.696). Die Kapitalrücklagen sind im Jahr 2024 stabil TEUR 21.250 geblieben (2023: TEUR 21.250). Eigenund Fremdmittelausstattung ermöglichen Zahlungsverpflichtungen. jederzeit die Erfüllung aller
Geldfussrechnung
Eine vollständige Geldflussrechnung liegt anbei.
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Per 31.12.2024 waren 74 Mitarbeiter bei Arval Austria GmbH angestellt. Qualifizierungen der Mitarbeitern werden laufend vorgenommen. Dies betrifft fachliche Qualifizierungen, rechtlich erforderliche, genauso wie Sprachtrainings, Social Skills und vieles mehr.
ARVAL Austria hat ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem aufgebaut, welches nach ISO9001:2015 im Jänner 2019 zertifiziert wurde. Regelmäßige Re-Zertifizierungen werden durchgeführt. Im Rahmen dieses Systems werden die Kunden-, Fahrer- und Lieferantenzufriedenheit gemessen sowie die Beschwerden analysiert. Auf Basis der Ergebnisse werden laufend Maßnahmen zur fortlaufenden Verbesserung des Systems umgesetzt.
2) Bericht über die Risiken und über die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens Das Risikomanagement von ARVAL Austria umfasst ein Monitoring um alle relevanten Risiken rechtzeitig zu identifizieren, entsprechende Maßnahmen zu setzen und eine mögliche Schädigung von ARVAL Austria oder deren Kunden zu vermeiden. Die Risikostrategie ist verknüpft mit der Strategie der gesamten ARVAL Gruppe, bzw. auch mit jener der BNP Paribas. Folgende spezifische Risiken werden analysiert, verfolgt und in Folge reduziert.
Bonitätsrisiko
Ein professionelles und systematisches Management der Bonitätsrisiken hat weitreichende Auswirkungen auf die Risikokosten von ARVAL Austria. Neukunden werden nach strengen Richtlinien der Gruppe BNP Paribas überprüft. Die Bonität der Bestandskunden wird während der Dauer der Geschäftsverbindung systematisch zumindest jährlich überprüft. Somit können etwaige Risiken frühzeitig erkannt, vermindert bzw. vermieden werden.
Restwertrisiko
Die professionelle Fahrzeugvermarktung ist weiterhin eine der Kernkompetenzen von ARVAL Austria. Dabei haben wir dem Markt Rechnung getragen und die Restwerte für das Neugeschäft mehrmals im Jahr systematisch den bereits erfolgten voraussichtlichen Veränderungen des Marktes angepasst. Die Co2-Reduktion im Straßenverkehr ist jetzt eine Priorität in Europa geworden. Elektroautos werden am Neu- und Gebrauchtwagenmarkt stark nachgefragt.
Wartungsrisiko
Unser Tarif basiert größtenteils auf der voraussichtlichen Inflation, den Wartungsplänen der Hersteller, der bisherigen sowie abschätzbaren Entwicklung der Ersatzteilpreise und der Stundensätze bzw. Vorgaben der Hersteller, sowie auf unseren gewonnenen Erfahrungen. Die Entwicklung der Wartungskosten bei ähnlichen Modellen fließt ebenfalls in die Tarifgestaltung ein. Monatlich werden geplante und tatsächliche Kosten unter Zuhilfenahme statistischer Ansätze
verglichen, um etwaige Abweichungen, die auch durch Veränderungen beim Kulanzverhalten von Werkstätten oder Importeuren ehestmöglich festzustellen und in einem neuerlichen adaptierten Tarif zu berücksichtigen. Auch hier erfolgen Analysen nunmehr länderübergreifend. Mit der heutigen Krise werden die Preise immer höher, was in unserem Pricing für die neuen Leasingverträge berücksichtigt ist.
Liquidität und Zinsenrisiko
ARVAL Austria lässt sich von der BNP Paribas durch fristenkonforme Darlehen über die Kalkulationsbasisdauer refinanzieren. ARVAL Austria trägt somit das Zinsenrisiko nicht selbst. Nichtdestotrotz haben die Zinserhöhungen auf dem Markt eine Auswirkung auf das Pricing für unseren Kunden. Auf Arval-Ebene wurden verschiedene Initiativen vorgenommen, um diese Kostenerhöhung für unsere Kunden zu minimieren.
3) Forschung und Entwicklung
ARVAL Austria betrieb 2024 keine Forschung und Entwicklung.
4) Ausblick
Mit der Übernahme der Unicredit Leasing Fuhrparkmanagement GmbH ist die Arval Leasingflotte auf mehr als 12 000 Fahrzeuge gewachsen. Nach anspruchsvollen Jahren 2020 und 2021, in denen Arval Austria den Fokus auf eine gewisse Konsolidierung und Verstärkung der Marktposition in Österreich gelegt hat, war 2024 wieder ein Jahr des Wachstums.
Im Jahr 2025 hat die finanzierte Gesamtflotte von ARVAL Austria bereits 16.000 Fahrzeuge überschritten. Arval Austria hat damit seine Position zu einem der Top 3 Full Service Leasing-Anbieter auf dem österreichischen Markt weiter gefestigt. Mit der UniCredit Bank Austria besteht eine Kooperationsvereinbarung, dieesArvalermöglicht, seine Fuhrparkmanagement-Services und Mobilitätsdienstleistungen den Unternehmenskunden der Bank anzubieten.
Das verknappte Angebot an Gebrauchtwagen hat in der Vergangenheit zu einem großen Preisanstieg in der gesamten Branche und darüber hinausgeführt. Mittlerweile hat sich die Situation wieder weitgehend stabilisiert, sodass sich die Preise normalisieren. Allerdings wirken sich Preissteigerungen in allen Lebensbereichen weiterhin auf den Gebrauchtwagenmarkt aus. Auch wenn der Preis also weiter rückläufig ist, bewegen wir uns immer noch auf hohem Niveau.
Auch lässt sich wieder eine gewisse Saisonalität mit besonders starker Nachfrage im Frühjahr und Sommer verspüren. Arval versucht dies hinsichtlich der Vertragsoptimierung des geplanten Vertragsende überall wo möglich zu berücksichtigen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Entwicklungen erwartet Arval Austria GmbH für das Jahr 2025 einen siebenstelligen Jahresgewinn.
5) Angaben zu Kapital-, Anteils, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen.
Arval Austria GmbH wurde im Jahr 1999 gegründet; die Eintragung in das Firmenbuch erfolgte am 13. Mai 2000. Alleiniger Gesellschafter mit einer voll geleisteten Stammeinlage von EUR 500.000 ist ab 2019 ARVAL SERVICE LEASE S.A., Frankreich. Gregor Bilik ist seit 1. September 2021 neuer Geschäftsführer von ARVAL Austria. Er führt als Alleingeschäftsführer die Gesellschaft. Es liegen gültige Gewerbeberechtigungen vor.
Wien, am 17.10.2025
Arval Austria GmbH Gregor Bilik (Geschäftsführer)