Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen
Die Edwards Lifesciences Austria GmbH (Edwards) ist ein Limited-Risk-Distributor (LRD) der Edwards Lifesciences AG, Nyon, Schweiz (ELS AG). Sie vertreibt im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, hauptsächlich direkt an Krankenhäuser in Österreich, ein breites Portfolio an Medizinprodukten aus den drei Geschäftsbereichen:
• Transkatheter-Herzklappen (Transcatheter Heart Valve, THV) • Transkatheter Mitral- und Trikuspidal-Therapien (Transkatheter Mitral and Tricuspid Therapies, TMTT) • Chirurgische Herzklappen und minimalinvasive Systeme (Surgical Structural Heart, SSH)
Am 3. Juni 2024 schloss die Muttergesellschaft eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf der Critical Care-Produktgruppe („Critical Care“) an Becton, Dickinson and Company („BD“) in einer reinen Bartransaktion, vorbehaltlich bestimmter üblicher Anpassungen, wie in der Vereinbarung festgelegt. Der Verkauf wurde Anfang September 2024 abgeschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung hat die Edwards mit Wirkung zum 1. Dezember 2024 alle Vermögensgegenstände und Schulden des Geschäftsbereichs Critical Care in Osterreich übertragen. Die Auswirkungen dieser Transaktion spiegeln sich auch im Geschäftsjahr 2025 noch in mehreren Bilanz- und Ergebnispositionen wider.
Im Bereich THV konnte sich die SAPIEN 3 ULTRA Transkatheter-Herzklappe erfolgreich weiter behaupten. Im Jahr 2024 wurde zudem die SAPIEN 3 ULTRA RESILIA Herzklappe in den Markt eingeführt, welche eine noch längere Haltbarkeit verspricht. Insgesamt leistete der Bereich THV einen wesentlichen Beitrag zum Umsatz.
Unser neuer Bereich TMTT wurde 2017 formiert und eine neue minimalinvasive Behandlungsmethode zu Mitralklappenerkrankungen eingeführt. Insbesondere die PASCAL Mitralklappen- und Trikuspidalklappen-Reparatur-Systeme konnten sich in den letzten Jahren erfolgreich auf dem österreichischen Markt etablieren. Im Jahr 2024 wurde zudem das erste EVOQUE Transkatheter-Trikuspidal-Herzklappenersatzsystem (TTVR) in Osterreich eingeführt. Darüber hinaus folgte im Jahr 2025 die Einführung des neuen SAPIEN M3 Systems für den Transkatheter-Mitral-Herzklappenersatz (TMVR). Der Bereich TMTT zeigte im Jahr 2025 die dynamischste Entwicklung und bietet aufgrund des medizinischen Bedarfs auch künftig weiteres Wachstumspotenzial.
Der Umsatz im Geschäftsbereich SSH verzeichnete im Jahr 2025 einen leichten Anstieg. Wesentliche Beiträge dazu leisteten die Produkte INSPIRIS, INTUITY ELITE und MITRIS RESILIA sowie das im Jahr 2025 eingeführte KONECT RESILIA klappentragende Aortenconduit.
Im Jahr 2025 verringerte sich die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl von 29 auf 22 Mitarbeitende. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Verkauf des Geschäftsbereichs Critical Care zurückzuführen.
1.2. Zweigniederlassungen
In Österreich gibt es keine Zweigniederlassungen.
1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren
Erfolgs- und Rentabilitätskennzahlen
Das Ergebnis vor Steuern beträgt 1,7 Mio. EUR (Vorjahr: 4,6 Mio. EUR), dies entspricht einer Umsatzrentabilität von 5,2 % (Vorjahr: 11,9 %). Der Rückgang ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass das Vorjahr durch den Verkauf des Geschäftsbereichs Critical Care positiv beeinflusst war.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme beträgt 15,5 Mio. EUR und ist somit angestiegen (Vorjahr: 15,1 Mio. EUR).
Insbesondere die folgenden Bilanzpositionen sind vom Anstieg betroffen:
- geringeres Anlagevermögen (-0,04 Mio. EUR) - gestiegene Vorräte aufgrund der aufgestockten Konsignationsläger bei unseren Kunden (+1,5 Mio. EUR) - im Jahresvergleich gesunkene Kundenforderungen (-0,3 Mio. EUR); Grund dafür ist der Wegfall der Kundenforderungen aus dem Geschäftsbereich Critical Care; wie schon im Vorjahr bestehen zum Jahresende keine wesentlichen überfälligen Forderungen - Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen lagen leicht unter dem Vorjahresniveau - geringere sonstige Forderungen (-0,8 Mio. EUR) in Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Critical Care - - - einem zur Gänze vorgetragenen Vorjahresgewinn (+1,1 Mio. EUR) Rückgang der Verbindlichkeiten (-0,3 Mio EUR), im Wesentlichen bedingt durch niedrigere Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Critical Care geringeren Rückstellungen (-0,4 Mio. EUR), insbesondere im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Critical Care.
Auch auf der Kapitalseite zeigt sich der Anstieg vor allem in folgenden Bilanzpositionen:
Der Eigenkapitalanteil ist auf 70% gestiegen (Vorjahr: 65%).
Finanzlage
Der Netto-Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit beträgt -0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR), der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit beträgt 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: -1,0 Mio. EUR). Aufgrund der Teilnahme von Edwards an einem konzernweiten Cash Pooling verfügt die lokale Gesellschaft über keine nennenswerten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1 Voraussichtliche Entwicklung
Edwards erwartet eine positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2026 in all seinen
Geschäftsbereichen:
• Im Bereich THV (Transkatheter-Herzklappen Therapien) ist moderates Wachstum im Jahre 2026 geplant. Einerseits gibt es Kapazitätsprobleme in einigen Kliniken und neue internationale Mitbewerber mit ballon-expandierendem System, andererseits sollte der Markt weiterhin durch die Demographie wachsen. • Im Bereich SSH wird für 2026 eine positive Umsatzentwicklung erwartet. Dies soll u.a. durch den verstärkten Einsatz der INSPIRIS und MITRIS Herzklappen erreicht werden. Beide Produkte verfügen über die RESILIA Technologie, die eine besonders lange Haltbarkeit verspricht und daher insbesondere für jüngere Patienten eine attraktive Lösung darstellt. Sie zählen damit zu den Schlüsselprodukten im chirurgischen Edwards-Produktportfolio. 2025 wurde das neue KONECT RESILIA klappentragende Aortenconduit erfolgreich in den Markt eingeführt. KONECT basiert ebenfalls auf der RESILIA-Technologie und ergänzt das chirurgische Herzklappenportfolio von Edwards. • Im Bereich TMTT (Transkatheter Mitral- und Trikuspidal-Therapien) wird auch im Jahr 2026 mit weiterem Wachstum gerechnet. Hierzu tragen insbesondere die PASCAL-MR- und PASCAL-TR-Systeme bei,die zur Behandlung von Mitralund Trikuspidalklappenerkrankungen eingesetzt werden. Das sogenannte Edge-to-Edge- Verfahren hat sich mittlerweile als etablierte Therapieoption entwickelt. Ergänzend wurde im Jahr 2024 die EVOQUE-Trikuspidalklappe und im Jahr 2025 das SAPIEN M3 System in das Produktportfolio aufgenommen. Diese Produkte erweitern das Therapiespektrum im Bereich struktureller Herzerkrankungen. • EDWARDS setzt weiter auf Produktinnovationen, mit denen wir in der Lage sein werden, uns erfolgreich von Mitbewerbern abzuheben. EDWARDS wird vor allem auch durch vermehrten Einsatz von Sales-, Marketing- und Trainingsaktivitäten in den Kerngeschäften erfolgreich auf Wachstumskurs bleiben.
Ausgewählte Fakten zum Gesundheitsmarkt in Österreich bzw. Europa, die auch Edwards betreffen:
• Im Jahr 2025 wurden in Österreich rund 61,3 Mrd. Euro von öffentlicher und privater Seite für das Gesundheitswesen ausgegeben – das sind 3,5 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Auch der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg an: von 11,7 % im Jahr 2024 auf 11,9 % im Jahr 2025. Der Anstieg der Gesundheitsausgaben im Jahr 2025 ist sowohl auf höhere öffentliche als auch private Gesundheitsausgaben zurückzuführen. Die öffentlichen Ausgaben erhöhten sich um 5,9 % auf 46,4 Mrd. Euro, blieben damit jedoch unter dem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6,6 % im Zeitraum 2018 bis 2024. Die privaten Gesundheitsausgaben stiegen um 6,5 % auf 15,0 Mrd. Euro und lagen damit über dem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 5,0 % im selben Zeitraum. Pressemitteilung 14 202-121/26 der Statistik Austria
• Laut dem OECD/EU Country Health Profile 2025 gehört Österreich weiterhin zu den leistungsstärksten Gesundheitssystemen Europas. Die Gesundheitsausgaben liegen deutlich über dem EU-Durchschnitt, während die Krankenversicherung nahezu die gesamte Bevölkerung abdeckt. Gleichzeitig stellen der Fachkräftemangel, der demografische Wandel und regionale Versorgungsunterschiede wichtige Herausforderungen dar. Reformen konzentrieren sich insbesondere auf den Ausbau der ambulanten Versorgung und die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in Österreich auf einem hohen Niveau. OECD/European Observatory on Health Systems and Policies, Country Health Profile 2025: Austria. • Der Forschungs- und Technologiebericht 2025 hebt die Bedeutung von Gesundheitstechnologien und Life Sciences für die Forschungs-, Technologie- und Innovationsentwicklung hervor. Die Förderung innovativer medizinischer Technologien, biomedizinischer Forschung und gesundheitsbezogener Schlüsseltechnologien soll dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen im Gesundheitswesen zu unterstützen. Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung; Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur; Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus: Forschungs- und Technologiebericht 2025.
2.2 Risiken des Unternehmens
Neben leistungsbezogenen Vergütungskomponenten bietet Edwards umfassende Sozialleistungen wie eine Unfallversicherung, eine beitragsorientierte Pensionsvorsorge und die Möglichkeit zum begünstigten Aktienerwerb. Eine attraktive Firmenwagenregelung, eine „Home Office“ Regelung sowie ein anonymes „Employee Assistance Program“ runden das Leistungsangebot ab, mit dem sich Edwards als attraktiver Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt präsentiert.
Die Produkte werden hauptsächlich an österreichische Krankenhäuser verkauft. Wir sehen aufgrund der soliden finanziellen Situation unserer Kunden keine Risiken eines Zahlungsausfalls oder ähnlicher Probleme. Im Jahr 2026 wird der Preisdruck jedoch weiterhin spürbar sein, da die Kostensituation im österreichischen Gesundheitswesen angespannt ist und die Mitbewerber preisaggressiv Marktanteile gewinnen wollen.
Eventuelle globale Patentstreite können immer eine Auswirkung auf den österreichischen Markt haben, werden jedoch aus aktueller Sicht als gering eingestuft.
IT-Risiken können durch die immer größere Vernetzung durch, z. B. Netzwerke, die ausfallen, oder Externe, die in unsere Systeme unrechtmäßig eingreifen, entstehen. Wir sind an das firmeninterne Netzwerk der Edwards-Gruppe angeschlossen. Der Konzern erstellt diverse Sicherungsmaßnahmen zum Backup bei Ausfällen. Vor Ort werden Maßnahmen wie der Einsatz von Virenscannern, verschlüsselte E-Mails und strenge Zugriffskontrollen erstellt. Regelmäßig werden alle Mitarbeiter im richtigen Umgang mit z. B. Phishing E-Mails geschult. Wir schätzen die Eintrittswahrscheinlichkeit daher als gering ein.
Edwards ist nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO14001 zertifiziert, wir sehen keine wesentlichen umweltrelevanten Risiken.
Aufgrund der lokal ausgerichteten Geschäftstätigkeit von Edwards Finanzmarktrisiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist. ergeben sich keine
Bestandsgefährdende Risiken bestanden zum Bilanzstichtag nicht und sind auch für die Zukunft nicht zu erwarten.
3. Forschung und Entwicklung
Am österreichischen Standort wird keine Forschung und Entwicklung betrieben.
Wion, 24.00.2026
DocuSigned by: Patrice Cappelle - 16361 FCBE95 FAF 1. Patrice Cappelle
DocuSigned by:
C9CBD9B5F49B.
Andrew Dahl
linda Park —61EE82C985C24C2... Linda Park