Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftliches Umfeld
Das wirtschaftliche Umfeld für die Firma Schaufler im Geschäftsjahr 2024/2025 bleibt herausfordernd, zeigt aber auch erste Anzeichen einer allmählichen Erholung – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene.
Nach einer wirtschaftlichen Schrumpfung von 1,2 % im Jahr 2024 verzeichnete Österreich im ersten Quartal 2025 erste Zeichen einer Stabilisierung. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) rechnet mit einer leichten Erholung im Jahresverlauf 2025, getragen durch Reallohnsteigerungen und einen möglichen Anstieg der globalen Industrienachfrage. Osterreich war das einzige Land in der EU mit zwei Rezessionsjahren, 2023 und 2024, in Folge. Auch im laufenden Jahr verharrt die heimische Wirtschaftsleistung in der Stagnation, während das EU27-BIP um 1,2 % im Jahr 2025 zulegen dürfte.
Die besser als erwartete Produktionsentwicklung zu Jahresende 2024 und Jahresbeginn 2025 hat zwar zu einer Verbesserung des Industrieausblicks im Vergleich zur Frühjahrsprognose geführt. Dennoch rechnet das WIFO angesichts der immer noch schwachen Nach-frage aus dem In- und Ausland sowie hohen Lagerbeständen an Fertigwaren mit einem wei-ten Wertschöpfungsrückgang in der Herstellung von Waren im Jahr 2025.
Das Auslaufen der Stromkostenbremse und anderer temporärer Maßnahmen bei den Ener-gieabgaben ist dafùr ursächlich, dass sich die Inflation in Österreich heuer nicht an das EZB-Ziel annähert, sondern bei 2,9 % verharren wird. Da die Eurozonen-Inflation bloß bei 2 % liegen dürfte, weitet sich das Inflationsdifferenzial zur Eurozone somit aus.
Internationale Rahmenbedingungen und Risiken:
Die erratische Zollpolitik der USA belastet den Ausblick für den Außenhandel. Zudem haben österreichische Unternehmen durch den überdurchschnittlich starken Lohnstückkostenanstieg an preislicher Wettbewerbsfähigkeit verloren. Vor diesem Hintergrund wird ein Rückgang der Waren- und Dienstleistungsexporte für 2025 erwartet.
Die Bruttoanlageninvestitionen sinken das dritte Jahr in Folge, wenngleich weniger stark als in den Vorjahren. Die Kapazitätsauslastung und die rückläufige Profitabilität der Unternehmen belasten die Investitionstätigkeit. Der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit sowie die hohe handelspolitische Unsicherheit stellen weitere Investitionshemmnisse dar.
Das WIFO erwartet für 2025 trotz einer anhaltenden ungünstigen Produktivitätsentwicklung erneut überdurchschnittliche Reallohnsteigerungen. In Summe wird ein Anstieg des privaten Konsums prognostiziert.
Trotz der leichten konjunkturellen Belebung in der EU bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten:
• geopolitische Spannungen (Ukraine, Nahost), • mögliche Verzögerungen bei Zinssenkungen aufgrund hartnäckiger Inflation, insbesondere in den USA und EU, • wachsende Risiken durch den Klimawandel.
Fazit:
Für die Schaufler GmbH stellt sich das wirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr 2024/2025 als ambivalent dar: Während das Jahr 2024 noch stark von schwacher Industrienachfrage, einer gedämpften Baukonjunktur und hoher Unsicherheit geprägt ist, könnten sich 2025 erste Erholungstendenzen in Form einer wachstumsfreundlicheren Wirtschafts- und Zinslage zeigen. Eine Rückkehr zu einer stabileren Auftragslage dürfte jedoch von der tatsächlichen Umsetzung der prognostizierten Konjunkturimpulse sowie dem internationalen Umfeld abhängen.
2. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
Unser Unternehmen ist vor allem auf Recycling von Eisen- und Nichteisenmetallschrott sowie auf Abfallmanagement und Logistik spezialisiert. Weitere Geschäftsbereiche sind die Demontage von Industrieanlagen sowie die Montage von Containern. Der Verkauf von Neueisen im Eisenfachmarkt rundet das Portfolio der Firma ab.
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/2025 war von einer Umsatzerhöhung im Vergleich zum Vorjahr von rund 13 % gezeichnet. Das Betriebsergebnis in Höhe von TEUR 444 verbesserte sich deutlich gegenüber dem des Vorjahres (TEUR -460).
Die verkauften Stahlschrottmengen nahmen im Geschäftsjahr um 6,5 % gegenüber dem Vorjahr ab. Die Eisenschrottpreise verringerten sich in diesem Geschäftsjahr um etwa 10 %. Bei den NE-Metallen erhöhten sich die verkauften Mengen um etwa 10 %.
Die Preisentwicklung von Kupfer an der London Metal Exchange verlief im vergangenen Geschäftsjahr sehr volatil. Der Kupferkurs wies Preissprünge von bis zu 20 % auf. Hintergründe lagen in den US-Tarifandrohungen, dem Wechselkurs-Einfluss sowie in der globalen Nachfrage.
Die Preise für Aluminium entwickelten sich ebenfalls volatil, wobei die Preisausschläge jedoch viel geringer ausfielen.
Bei den Nickellegierungen war zu beobachten, dass sich die Preise der Materialien von der Notierung der Ni-Börse entfernt haben und die Börsenwerte nur noch indikativ für die Preisentwicklung herangezogen wurden.
Generell war zu beobachten, dass das Schrottaufkommen aufgrund der geringeren Industrieproduktionen sowie der schwächelnden Bauwirtschaft schwach war. Dementsprechend war die Wettbewerbssituation sehr angespannt.
Das Geschäft des Eisenfachmarktes war geprägt von einer Zurückhaltung der Kunden während des gesamten Jahres 2024. Seit Beginn des Jahres 2025 ist eine merkliche Verbesserung des Geschäftsverlaufes im Eisenfachmarkt spürbar. Die Abteilungen Montage und Demontage hatten zufriedenstellende Auftragseingänge.
Generell war das vergangene Geschäftsjahr geprägt von einer hohen Inflation sowie von hohen Lohnsteigerungen. Besonders im Logistik- und Transportbereich waren wir mit hohen Preissteigerungen konfrontiert.
Finanzielle Leistungsindikatoren:
| Einheit | 2025 | 2024 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Te | 113 538 | 100 212 |
| Betriebsleistung | Te | 114 147 | 100 938 |
| EBITDA | Te | 2 081 | 1 279 |
| EBIT | Te | 444 | -460 |
| Jahresüberschuss/-fehlbetrag | Te | -791 | |
| Materialaufwand u. bezogene Leistungen | Te | 95 518 | 83 860 |
| Materialeinsatzquote 1 | % | 83,7 | 83,1 |
| Personalaufwand | Te | 8 053 | 7 850 |
| Mitarbeiter (Jahresschnitt) | Anzahl | 120 | 118 |
| Personalkosten pro Mitarbeiter | Te | 67,1 | 66,5 |
| Betriebsleistung pro Mitarbeiter | Te | 951,2 | 855,4 |
| Anlagevermögen | Te | 6 640 | 7 276 |
| Anlagendeckungsgrad ² | % | 251,0 | 230,2 |
| Investitionen in Anlagen 3 | Te | 1 023 | 1 818 |
| Bilanzsumme | Te | 28 868 | 32 930 |
| Eigenkapital 4 | Te | 11 336 | 11 419 |
| Eigenkapitalquote | % | 39,3 | 34,7 |
| Eigenkapitalrendite 5 | % | 0,0 | negativ |
| Fremdkapital | Te | 17 532 | 21 511 |
| davon langfristiges Fremdkapital | Te | 5 328 | 5 328 |
| Fremdkapitalquote | % | 60,7 | 65,3 |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer 5 | Jahre | 12,0 | 21,4 |
¹ Materialaufwand und bezogene Leistungen zu Betriebsleistung ² Eigenkapital4 + Ifr. Fremdkapital im Verhältnis zum gesamten Anlagevermögen 3 Anlagenzugänge gemäß Anlagenspiegel, ohne Umbuchungen 4 Eigenkapital inklusive Investitionszuschüsse * Überschuss nach Steuern bezogen auf das Eigenkapital * vgl. § 24 URG
3. Investitionen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die Investitionen ins Sachanlagevermögen ohne geringwertige Wirtschaftsgüter insgesamt TEUR 931 (VJ TEUR 1.708).
4. Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Als nach ISO 9001 und 14001 zertifiziertes Unternehmen gewährleisten wir, dass sämtliche übernommene Abfälle gemäß den geltenden Gesetzen und Normen behandelt, verwertet und transportiert werden.
Die Verwertung bzw. Entsorgung erfolgt nach den gültigen Gesetzen und Normen, wie AWG (Abfallwirtschaftsgesetz), ÖNORM S 2100, S 2101 usw.
Unser Unternehmen verfügt über Verantwortliche für Umweltbelange, den Arbeitnehmerschutz sowie Aus- und Weiterbildung. Ebenso beschäftigt unser Unternehmen eine externe Sicherheitsfachkraft sowie eine Arbeitsmedizinerin.
Großer Wert wurde auf innerbetriebliche und außerbetriebliche Weiterbildung der Mitarbeiter gelegt. Schulungen wurden sowohl für junge Mitarbeiter (Juniorenseminare) aber auch für erfahrene Mitarbeiter (Fortbildungskurse) abgehalten. Weiterbildungsmaßnahmen gab es dabei sowohl im technischen Bereich als auch im Rechnungswesen. Ein mehrtätiges Führungskräfteseminar wurde für alle Abteilungsleiter durchgeführt.
5. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten denen das Unternehmen ausgesetzt ist
Die Gesellschaft ist im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit ihrem untenehmerischen Handeln verbunden sind. Im Rahmen einer grundlegenden Risikobegrenzung werden nur Risiken eingegangen, die mit anerkannten Methoden und Maßnahmen innerhalb der Organisation handhabbar sind.
Beschaffungsrisiko
Den Beschaffungsrisiken hinsichtlich Einkaufspreise bei Rohstoffen und Waren sowie bei der Inanspruchnahme von Leistungen begegnet die Gesellschaft durch eine kontinuierliche Beobachtung und sorgfältige Auswahl ihrer Lieferanten sowie langfristig ausgerichteter Rahmenvereinbarungen.
Die Absicherung des Kursrisikos bei börsennotierten Metallen erfolgt durch Gegenfixierung der Mengen und Preise der Materialien bei den Kunden.
Versicherungsrisiken
Die Gesellschaft ist mit den branchenüblichen Versicherungsleistungen ausgestattet, insbesondere wird auf eine dem Geschäftsvolumen angepasste Betriebshaftpflichtversicherung geachtet.
Personalrisiken
Um hochqualifizierte Fachkräfte mit branchenspezifischen Fähigkeiten zu gewinnen und zu binden, pflegt die Gesellschaft engen Kontakt zu Fachschulen und Universitäten. Für die Mitarbeiter bietet die Gesellschaft attraktive Vergütungssysteme und Möglichkeiten sich fortund weiterzuentwickeln.
Forderungen/Ausfallrisiken
Dem Debitorenmanagement wird größtmögliches Augenmerk geschenkt. Zur Minimierung des Risikos eines Forderungsausfalles aufgrund von Insolvenzen wurde eine Versicherung abgeschlossen.
Liquiditätsrisiken
Liquiditätsmanagement bedeutet für die Gesellschaft, ausreichende Barmittel zu halten. Die notwendigen Geldmittel stehen einerseits durch Barvorlagen anderseits durch langfristige Investitionskredite zur Verfügung.
Risiken der IT-Systeme
Potenziellen Risiken im Hinblick auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der IT- Systeme der Gesellschaft wird durch laufende Anpassungsmaßnahmen begegnet.
6. Finanzinstrumente
Im abgelaufenen Jahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
7. Filialen
Die Schaufler GmbH besitzt neben der Zentrale in Ybbs an der Donau Filialen in St. Barbara im Mürztal, Wien/Strebersdorf und in Itter (Tirol).
8. Forschung und Entwicklung
Die breit aufgestellten Forschungsaktivitäten des Unternehmens stellen die Entwicklung von innovativen Aufbereitungsverfahren für komplexe metallische Verbundstoffe, wirtschaftlich herausfordernde aufzubereitende Metallschrotte sowie die im Zuge der Aufbereitung anfallenden Reststofffraktionen in den Mittelpunkt. Der Fokus liegt hierbei in den Bereichen Eingangscharakterisierung, Energieeffizienz, Ausbringungsgüte sowie Emissionsreduktion. Die Forschungsarbeiten, welche sich von der Zerkleinerung bis hin zur Sortierung erstrecken, werden hierbei sowohl intern im Technikum der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung als auch in grenzübergreifender Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern von Aggregaten der Aufbereitungstechnik abgewickelt. Besonders im Bereich der Aufbereitung von Metalllegierungen (Aluminium, Schwermetalle) werden dabei neue Technologien getestet.
9. Ausblick
Das Geschäftsjahr 2025/2026 ist weiterhin geprägt von einem niedrigen Aufkommen an Eisenschrotten. Die Nachfrage bzw. das Aufkommen an Eisenschrotten ist aufgrund der schwachen Baukonjunktur bzw. der Schwäche in der Industrieproduktion noch immer zurückhaltend. Wir erwarten im Laufe des Herbstes eine Verbesserung der Nachfrage und damit eine Normalisierung des Eisenschrottmarktes. Durch eine rege Vertriebstätigkeit sowohl im Einkauf und verstärkt im Verkauf versuchen wir, die Umsätze bzw. die Deckungsbeiträge zu erhöhen.
Bei den konventionellen Stahlwerken mit Hochofentechnologie wird mit Hochdruck daran gearbeitet, den CO2-Ausstoß in der Produktion zu reduzieren. In Linz soll bis 2027 ein neues Elektrostahlwerk in Betrieb genommen werden. Dies bedeutet steigende Bedarfe an qualitativ hochwertigen Eisenschrotten, welche vor allem aus der Automobilindustrie kommen sollen.
Das NE-Metallrecycling betreffend gehen wir weiterhin von einer positiven Entwicklung aus. Immer mehr Impulse kommen von Hüttenwerken, die bewusst auf den Einsatz von Recyclingmaterial setzen, um den Herstellern von Endprodukten hohe Quoten an Recyclingmaterial garantieren zu können. Speziell bei Aluminium sehen wir diesen Trend. Wir erwarten, dass die Mengen an Aluminiumschrotten in diesem Geschäftsjahr gleichbleiben. Auch beim Handel von Kupferschrotten erwarten wir eine gleichbleibende Tendenz.
Bei den Nickel-legierten Schrotten (V2A, V4A) beobachten wir in den letzten Monaten eine abnehmende Aufkommens- und Preissituation. Bei den anderen Materialien wie Zink, Blei, Elektronikschrott etc. wird mit gleichbleibenden Umsatzerlösen gerechnet.
Der Eisenfachmarkt hat bisher in diesem Geschäftsjahr nur geringe Umsätze erzielt. Wir erwarten insgesamt leicht steigende Erlöse in diesem Geschäftsjahr.
Im Bereich der Containerverladung war die Auslastung jahreszeitlich sehr unterschiedlich. Während im Herbst und Winter die Umschlagszahlen niedrig waren, sind die Aussichten in diesem Bereich positiv.
Bei der Montage von Containern besteht eine Abhängigkeit von den Verkäufen des Produzenten. Die Aufträge werden immer kurzfristiger vergeben.
Die Abteilung Demontage war im vergangenen Geschäftsjahr gut ausgelastet. Mittelfristig sehen wir in der Demontage Wachstumspotentiale auch im Bereich der Umspannwerke (Trafostationen), welche in den nächsten Jahren auf die Energiewende vorbereitet werden müssen.
Die Geschäftsführung:
DI Dr. Paul Losbichler Plant has the
Ybbs an der Donau, am 18. Juli 2025