← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

Rettet das Kind Salzburg gemeinnützige GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 31. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensportrait

Die Rettet das Kind Salzburg gGmbH ist eine im Bundesland Salzburg verankerte Sozialorganisation. Schwerpunkte der betrieblichen Tätigkeit sind Angebote im ambulanten und stationären Bereich der privaten Kinder- und Jugendhilfe (Bereiche SELF und SOWO), Angebote im Rahmen der Teilhabe von Menschen mit Behinderung (Bereich WIBA) sowie Angebote in der Betreuung von Menschen auf der Flucht in der Grundversorgung als Sonderprojekt. Alle Angebote werden für das Land Salzburg im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, Teilhabe und Inklusion sowie der Grundversorgung erbracht. Die Rettet das Kind Salzburg gGmbH erbringt diese Leistungen als private, gemeinnützige Sozialorganisation. Eigentümer der Rettet das Kind Salzburg gGmbH ist der Verein Rettet das Kind Salzburg. Ein Aufsichtsrat besteht nicht.

1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1. Das Geschäftsjahr 2025 im Überblick

Zu Beginn des Jahres 2025 stellten sich für die Rettet das Kind Salzburg gGmbH Rahmenbedingungen ein, die maßgeblich den Verlauf des Geschäftsjahres 2025 prägen sollten. Im Bereich SOWO, unserem umsatzstärksten Bereich, erfolgte die Kalkulation der Tag- und Stundensätze bisher auf Basis der Kinder- und Jugendhilfe Wohnformenverordnung. Überraschenderweise wurde diese Vorgangsweise von Seiten des Landes Salzburg im Jänner 2025 ausgesetzt. Stattdessen wurde eine pauschale Erhöhung in Höhe von 2 % für alle Kostenersätze in diesem Bereich vorgenommen. Bis dato ist noch ungeklärt, ob das Aussetzen der Verordnung rechtlich zulässig war. Dazu gibt es naturgemäß unterschiedliche Rechtsauffassungen. Unsere Budgetplanung für das Jahr 2025 wurde mit dieser Entscheidung des Landes Salzburg leider größtenteils hinfällig Aufgrund der kollektivvertraglichen Gehaltserhöhung um 4 % und der inflationsbedingten Erhöhung von Mieten und Betriebskosten, die durch die pauschale Tagsatzanpassung nicht vollständig abgegolten wurden, war bereits mit Beginn des Jahres 2025 klar, dass die Herausforderungen für 2025 groß sein werden und mit einem Verlust im Fachbereich SOWO zu rechnen ist.

Für leichte Entlastung der angespannten Budgetsituation sorgte im Bereich SELF ambulante Einzel- und Familienarbeit eine pauschale Stundensatzerhöhung von 4 %, durch die zumindest die Personalkostenerhöhung in diesem Bereich abgedeckt werden konnte.

Im Bereich WIBA wurden die Tagsätze nach den gesetzlichen Vorgaben um 8,57 % erhöht. Die Betreuungsätze in der Grundversorgung blieben auch 2025 eingefroren auf niedrigem Niveau.

Trotz dieser veränderten Rahmenbedingungen kann auch das Jahr 2025 als solides und produktives Jahr beschrieben werden. Die beiden großen, im Feld der Kinder- und Jugendhiffe tätigen Bereiche SOWO und SELF konnten eine zufriedenstellende Auslastung erzielen und ihre Angebote weiter professionalisieren. SELF nutzte eine Konzeptevaluierung für eine Erweiterung der Zielgruppe und hält an der Qualifikationsstrategie der Mitarbeiterlnnen fest. Dies führt zu einer konsequenten Qualitätssteigerung.

Im Bereich SOWO ist es gelungen, eine neue Wohngemeinschaft für Jugendliche im pinzgauerischen Leogang mit sechs Dauer- und zwei Krisenplätzen zu eröffnen und gut zu etablieren. Im Bereich der WIBA konnte die Anzahl der Auszubildenden wieder leicht gesteigert werden. In Zusammenarbeit mit dem AMS Salzburg und dem Land Salzburg ist es zu einer Erweiterung der Zielgruppe gekommen. Künftig ist die Ausbildungsform der WIBA auch für die Gruppe „Arbeitsfähig bis 25" offen.

Zunehmend finanziell problematisch gestaltet sich der Bereich der Grundversorgung für Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Da weder Bund noch Land zu einer Erhöhung der Betreuungsätze bereit sind, unser Platzangebot beschränkt ist, und die Miet-, Personal- und Betriebskosten inflationsbedingt steigen, ist der Fehlbetrag nicht unerheblich. Sollten sich diesbezüglich die Rahmenbedingungen nicht deutlich verbessern, muss über eine Schließung der Einrichtung nachgedacht werden.

Uber das gesamte Unternehmen gesehen liegt der Umsatz (ohne Nebenerlöse) im Jahr 2025 bei € 15.661.356,60 — mit einem Jahresüberschuss von € 19.007,15.

Umsatzaufgliederung nach Fachbereichen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Bereich SOWO (Stationäre Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen)€ 8.073.072,22
Bereich SELF (ambulante Kinder- und Jugendhilfeangebote)€6.166.776,89
Bereich WIBA (berufliche Integration und Teilhabe)€ 1.126.962,03
Bereich Grundversorgung Ukraine€294.545,46

1.2. Interne Optimierungsmaßnahmen

Unser Dokumentations- und Abrechnungssystem wurde auch 2025 weiterentwickelt, um schneller genauere Auswertungen und Informationen generieren zu können. Hier erfolgte auch eine Modernisierung der Programmierplattform.

Zum Themenbereich Kl, insbesondere zu möglichen Anwendungsformen, wurden im Jahr 2025 erste Überlegungen angestelt.

Eine entscheidende Erkenntnis war, dass es besonders wichtig sein wird, vor einem Einsatz von KI die Mitarbeiterlnnen eingehend hinsichtlich datenschutzrechtlicher Fragestellungen zu informieren und zu schulen. Für das Jahr 2026 haben wir daher einen entsprechenden Schwerpunkt geplant und auch bereits mit der Umsetzung diverser Maßnahmen begonnen.

Es hat sich 2025 auch gezeigt, dass wir unsere EDV-Systeme kontinuierlich weiterentwickeln müssen, um den Anforderungen der Schnelllebigkeit und technischen Entwicklung gerecht Werden zu können. Als wichtige Schritte sind in diesem Zusammenhang vor allem die sukzessive Einführung der 2-Faktor-Authentifizierung für alle User sowie die stetige Modernisierung unserer Hardware und Netzwerkkomponenten (Server und Firewalls) zu nennen.

Einen Überblick über unsere Organisationstruktur bietet Abb. 1. Nach den Veränderungen 2024 bleibt diese in unverändert, da sich die Abläufe und Besprechungsstrukturen auch 2025 sehr bewährt haben.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
RETTETDASKIND SALZBURG
-

Abb. 1: Organisationsstruktur 2025

1.3. Wirtschaftliche Steuerungsinstrumente

Die kurz- und mittelfristige Planung basiert auf unseren internen wirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten. Durch die Nutzung von BMD NTCS finden sämtliche Prozesse in einer modernen Businesssoftware ihre Abbildung. Diese umfassen die Finanzbuchhaltung, Lohnverrechnung, Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung und Planung. Sämtliche Reports für die Unternehmenssteuerung werden über dieses System erstellt. Es erfolgen monatliche Vergleiche zwischen Plan und Ist der einzelnen Fachbereiche sowie eine laufende Beobachtung der Liquidität. Damit ist sichergestellt, dass im Sinne eines Frühwarnsystems reagiert werden kann und Informationen für mittel- und langfristige Entscheidungen oder Weichenstellungen zur Verfügung stehen. Regelmäßige Berichte erfolgen an die Gesellschaftervertreterlnnen und den Vorstand des Landesverbandes Rettet das Kind Salzburg.

1.4. Internes Kontrollsystem

Im Unternehmen wird laufend das interne Kontrollsystem (IKS) analysiert und Optimierungsmaßnahmen des IKS umgesetzt. Die Analyse und Umsetzung erfolgt unter der Federführung des externen Wirtschaftsprüfers und der Teamleiterin Finanzen und Controlling.

1.5. Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden von unserer gGmbH nicht betrieben. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Weiterbildung unserer Mitarbeitenden. Interne Fortbildungen werden forciert, um in den einzelnen Bereichen einen hochwertigen Ausbildungsstandard aller Kolleginnen und Kollegen garantieren zu können.

2. Die Entwicklung der einzelnen Bereiche

2.1. Bereich wirtschaftsintegrative Berufsausbildung (WIBA)

Wie im Jahr 2024 konnte die Anzahl der Auszubildenden auch 2025 gesteigert werden. Mit einer durchschnittlichen Anzahl von 51 Auszubildenden war der Bereich ausgelastet. Dies hat sich auch wirtschaftlich niedergeschlagen.

2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025

Azubi gesamt

– Anlehrlinge— — Teilqualifikant:innen

Abb. 2: 2014-2025: Verhältnis Anlehrlinge / Teilqualifikant:innen, Zahlen absolut

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine Vielzahl von Anstrengungen im Bereich der WIBA unternommen. So wurden etwa im Jahr 2025 40 Kennenlern-Gespräche geführt. In weiterer Folge wurden 29 Schnupperwochen umgesetzt; davon resultierten 27 aus Kennenlerngesprächen des Jahres 2025, 8 Schnupperwochen wurden mit Interessentinnen und Interessenten durchgeführt, die bereits 2024 ein Kennenlernen mit der WIBA hatten.

Das Verhältnis von Kennenlerngesprächen zu Schnupperwochen bleibt 2025 wie im Vorjahr in einem angemessenen Verhältnis.

2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Kennenlerngespräche Schnupperwochen — Aufnahmen

”Abb. 3. 2014-2025: Verhältnis Kennenlernen / Schnupperwochen / Aufnahmen, Zahlen absolut

2025 war mit 18 Aufnahmen das bislang aufnahmestärkste seit Bestehen der WIBA. Zwei Drittel der Schnupperwochen haben zu Aufnahmen geführt.

Mit beigetragen zu kontinuierlichen Verbesserungen in diesem Bereich hat die im Jahr 2025 wieder abgehaltene WIBA-Berufsmesse, die erfahrungsgemäß von mit der WIBA kooperierenden Stellen und deren Klientinnen gut angenommen wird.

Abb. 4: Impressionen von der WIBA-Berufsmesse 2025

Der Hauptanteil der Aufnahmen 2025 erfolgte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsassistenz. Bis 2020 kam der größte Anteil der Aufnahmen durch Kooperationen mit dem Jugendcoaching zustande, ab 2023 vermehrt auch mit den AusbildungsFits. Der hohe Anteil an Empfehlungen von Seiten der Arbeitsassistenz könnte darauf hinweisen, dass bis zur Aufnahme bereits viele andere Möglichkeiten der Integration am Arbeitsmarkt erfolglos ausgeschöpft wurden.

Im Folgenden findet sich eine Übersicht der Ausbildungspartnerschaften und in welchen Bereichen sie 2025 wie viele Ausbildungsplätze ermöglicht haben.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
8
c
T
(f)
SPAR-Supermarkt ReichlPuch 2
SPAR-Märkte Praxmarer (2)Salzburg 3
SPAR-Landmarkt (2)Altenmarkt 2
SPAR-Supermarkt ItzlingSalzburg 1
SPAR-FeurhuberMondsee 1
BILLA PLUS Märkte (2)Salzburg 4
BILLA PLUSBischofshofen 1
BILLA MarktAbtenau 1
BILLA MarktKuchl 1
BILLA MarktWagrain 1
BILLA MarktSchwarzach 1
Denns Biomärkte (2)Salzburg 2
Jet St. JohannSt. Johann 2
Bauhaus WalsSalzburg 2
OBI LengfeldenLengfelden 21
OBI StadtSalzburg 1
Modepark Röther / AdlerSalzburg 3
IKEASalzburg 1
MöbelixOberalm 1
MöbelixEugendorf 11
Arabella Schloss Fuschl, JagdhofHof bei Sbg1
Bildungszentrum St. VirgilSalzburg2
Mensen GmbHSalzburg2
Die WeisseSalzburg2
UrbankellerSalzburg2
Seniorenwohnhaus LieferingSalzburg1
Seniorenwohnhaus BergheimBergheim11
JUFA Hotel Salzburg CitySalzburg31
Schloss LeopoldskronSalzburg12
JUFA AltenmarktAltenmarkt11
Hotel AuerspergSalzburg2
Forsthuber Hausbetreuungs GmbHSalzburg4
Tischlerei FriedrichObertrum
Neue RaumpflegeUrstein2
Neue RaumpflegeSalzburg2 1
MieleSalzburg2
PERROElsbethen
331615

Die untenstehende Übersicht bietet einen Überblick über die Anzahl der Auszubildenden und der Partnerbetriebe. Positiv hervorzuheben ist auch hier die leichte Steigerung der Anzahl an KooperationspartnerInnen.

2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025

Azubi gesamt — — Partner-Betriebe

Abb. 6: 2014 bis 2025 Entwicklung Auszubildende und Partnerbetriebe

Neue Zielgruppe AF 25

Aufgenommen in das Kooperationsmodell von Land Salzburg und AMS Salzburg wurde 2025 letztendlich nur eine Person. Für diesen Fall kann festgehalten werden, dass in der Umsetzung ein erheblicher Mehraufwand für Kommunikation und Administration anfällt. Es muss zusätzlich das administrative System des AMS bedient und der Kontakt zu deren Ansprechpersonen gepflegt werden, es bedarf häufiger einer Beratung und Sensibilisierung des Umfelds im Partner-Unternehmen sowie ausführlicherer Kommunikation mit den Eltern zur Erläuterung der Rahmenbedingungen einer Ausbildung in einem Unternehmen der freien Wirtschaft – es fallen also überdurchschnittlich mehr „Brückenbauer-Leistungen“ zwischen den Beteiligten an. Die Auszubildende selbst benötigt erwartungsgemäß ebenfalls ein hohes Maß an Unterstützung Dieser erhöhte Betreuungsbedarf kann nicht adäquat durch den verrechenbaren Tagsatz finanziert werden, da dieser aufgrund des Teilzeitbeschäftigungsausmaßes vom Auftraggeber gekürzt wird.

2.2. Bereich sozialpädagogisches Wohnen (SOWO)

Der Fachbereich SOWO der Rettet das Kind Salzburg gGmbH hat im Berichtszeitraum zehn Einrichtungen der stationären Kinder -und Jugendhilfe geführt:

• Sozialpädagogisches Kinderwohnhaus „Kontiki“ mit angeschlossenen Krisenplätzen • Sozialpädagogisches Kinderwohnhaus „Avalon“ • Sozialpädagogisches Kinderwohnhaus „Flic-Flac" • Sozialpädagogisches Kinder- und Jugendwohnhaus „Aigenart" • Sozialpädagogisches Jugendwohnhaus „Einstein“ • Sozialpädagogisches Jugendwohnhaus „Salto“ • Sozialpädagogisches Jugendwohnhaus „U-Turn" • Sozialpädagogisches Mädchenwohnhaus „Kleeblatt" • BEWO Wegweiser

Hinzugekommen ist 2025 die:

• sozialpädagogische Jugendwohngemeinschaft „Sonnberg" mit zwei angeschlossenen Krisenplätzen.

O

Abb. 7 WG Sonnberg in Leogang Haus und Wohnzimmer

Der zuständigen Bereichsleitung ist gelungen, eine neue Einrichtung zu begründen und zu etablieren

In Summe konnte damit der Fachbereich im Jahr 2025 68 sozialpädagogische Dauerwohnplätze (24/7/365), vier sozialpädagogische Krisenwohnplätze (24/7/365) und 25 teilbetreute BEWO-Plätze anbieten.

Von den 68 Dauerwohnplätzen befinden sich 30 Plätze in Kinderwohngemeinschaften und 38 Plätze in Jugendwohngemeinschaften. Zusätzlich können 4 Notplätze angeboten werden. Für den wirtschaftlichen Erfolg in diesem Fachbereich ist die Belegung (Auslastung) über das Jahr ausschlaggebend, da die Finanzierung über verrechenbare Tagsätze erfolgt. Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 94 % konnte der Sollwert von 97 % nicht erreicht werden. Trotzdem ist es gelungen, ein wirtschaftlich gutes Ergebnis zu erzielen. Die Auslastung unserer Krisenplätze weicht stark voneinander ab. Während in unserer neu eröffneten Einrichtung Sonnberg die Krisenplätze gleich im ersten Jahr durchschnittlich zu 53 % ausgelastet waren, konnten in unserer Einrichtung Kontiki die Krisenplätze nur zu durchschnittlich 19 % belegt werden.

Ausschlaggebend dafür war unter anderem, dass einer der beiden Krisenplätze im Kontiki aufgrund eines Personalengpasses für mehrere Monate gesperrt werden musste.

In diesem Bereich kommt jedoch die Planauslastung von 97 % nicht zum Tragen, da diese Krisenplätze immer zur Verfügung stehen müssen und damit pauschal finanziert werden bzw. ein Ausgleich über bessere Auslastungen in den Vorjahren erfolgt. Grundsätzlich wird die Auslastung der Kriseneinrichtungen mit 50 % angenommen.

Wie im Vorfeld prognostiziert, schließt der Bereich SOWO mit einem deutlichen Fehlbetrag von € -193.291,79 das Jahr 2025 ab. Es zeigt sich, dass eine pauschale Anhebung der Tagsätze bei 100 % höherer Steigerung der Lohnkosten nicht abgefedert werden kann und sich auf die Substanz der Rettet das Kind Salzburg gGmbH auswirkt bzw. den Bereich SOWO in seiner Entwicklung schwächt.

Auslastung 2025

120% 100% 80% 60% 40

Abb. 8: Auslastung der einzeinen Einrichtungen, Bereich SOWO im Jahresverlauf

Die FICE-Qualitätsstandards für Einrichtungen in der vollen Erziehung wurden auch 2025 weiter in Klausuren und Teamsitzungen durchgearbeitet und erläutert. Prüfungen durch Organe der Volksanwaltschaft und der Fachaufsicht verliefen positiv. Empfehlungen und Vorgaben wurden umgesetzt.

2.3. Fachbereich sozialpädagogische Einzelbetreuung und Familienhilfe (SELF)

Rettet das Kind Salzburg gGmbH bietet die Leistungen von SELF im gesamten Bundesland Salzburg an. Wir sind somit in folgenden Regionen vertreten: Salzburg Stadt, Flachgau, Tennengau, Pongau, Lungau und Pinzgau. Jede Region verfügt über ein Regionalbüro mit diversen Räumlichkeiten für die Mitarbeiterlnnen und die Arbeit mit den KlientInnen. Vor Ort ist jeweils eine Regionalleitung, daran angegliedert sind die sozialpädagogischen Einzelbetreuerlnnen.

2025 wurde das Konzept SELF aus dem Jahr 2019 von der zuständigen Bereichsleitung mit Unterstützung der Regionalleitungen komplett überarbeitet und inhaltlich auf einen zeitgemäßen und modernen Stand gebracht. Im Zuge dieser konzeptionellen Arbeit erfolgte auch eine Erweiterung der Zielgruppe um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und deren Eltern. Aufgrund des hohen Bedarfs und der konkreten Anfragen durch das Land Salzburg erweitert Rettet das Kind 2026 das Angebot der sozialpädagogischen Einzelbetreuung und Familienarbeit um diese spezielle Zielgruppe. Daraus ergibt sich für die Zukunft ein Bedarf an Mitarbeiterlnnen, die entsprechende Kompetenzen für diese Zielgruppe mitbringen bzw. für diese besonderen Anforderungen von uns geschult werden.

In den letzten Jahren hat sich SELF auf ca. 110 Mitarbeiterlnnen und die Betreuung von rund 300 Familien „eingependelt". 70 % unserer sozialpädagogischen Mitarbeiterlnnen verfügen über eine facheinschlägige akademische Ausbildung. Besonderes Augenmerk wird auf ein internes Fortbildungscurriculum gelegt, welches alle Mitarbeiterlnnen durchlaufen müssen.

In Summe wurden im Jahr 2025 85.081 Stunden geleistet. Diese verteilen sich auf direkte Leistungsstunden, indirekte Leistungsstunden und Fahrzeiten.

Leistungsstunden SELF 1-12 2025

9000 8000 7000 6000 5000 4000 3000 2000 1000

ي حي ي ي حي ي ي

•direkt •indirekt • Fahrzeit

Abb 9: Leistungsstunden im Bereich SELF verteilt auf Direkt, Indirekt und Fahrzeit

Diese Leistungsstunden verteilten sich im Jahr 2025 auf durchschnittlich 315 Fälle im gesamten Bundesland Salzburg. Schwerpunkte stellen die Stadt Salzburg und der Bezirk Salzburg Umgebung dar. SELF verfügte im Jahr 2025 über eine gute Auftragslage.

Einen Überblick über die Verteilung der Fälle nach Regionen bietet die folgende Abbildung:

Fälle SELF nach Regionen 1-12 2025

400 350 300 250 200 150 100 50

Salzburg Gesamt • Tamsweg a Sbg Umgebung 3 \equiv Sbg Umgebung Gesamt @ St. Johann • Tennengau Gesamt• Zell am See • GESAMT SELF

Abb 10. Falle Self 2025 nach Regionen

2.4. Grundversorgungsquartiere (Sonderprojekt)

Das Grundversorgungsquartier in St. Gilgen nahm im März 2022 seinen Betrieb auf. Es handelt sich um eine Grundversorgungseinrichtung auf Basis Selbstverpflegung. Die Zielgruppe ist auf kriegsgeflüchtete Kinder, Frauen und Familien aus der Ukraine beschränkt. Am Standort St. Gilgen wurden 2025 51 reguläre Plätze und 2 Notplätze angeboten Die Aufgaben des sehr kleinen Teams von 3 Mitarbeiterlnnen in Teilzeit umfassen vorrangig die Sicherstellung des Lebensunterhalts und Begleitungen in der Zusammenarbeit mit den Behörden und Netzwerkpartnern sowie das allgemeine Quartiermanagement.

Wirtschaftlich war es 2025 nicht möglich, im Bereich der Grundversorgung ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Ausschlaggebend dafür ist eine nicht kostendeckende Finanzierung der Tagessätze durch die Grundversorgung des Landes Salzburg. Als besonders problematisch muss hervorgehoben werden, dass keine Indexierung dieser Sätze stattfindet.

3. Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
20252024
TEUR TEUR
EBITDA261849
EBIT19642
EBT19642
Jahresüberschuss19642
Personalaufwand13 91112 499
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)229220
Personalkosten pro Mitarbeiter61957
Anlagevermögen (ohne FAV)694697
Investitionen ins Analgevermögen (ohne FAV)238216
Bilanzsumme5 9825 866
Eigenmittel4 3364 308
Eigenmittelquote72%73%
Fremdkapital1 6461 558
Fremdkapitalquote28%27%
Eigenkapitalrendite (Jahresüberschuss bezogen auf EK0,4%* 16,1%
Gesamtkapitalrendite (EBIT bezogen auf Bilanzsumme*0,3%” 11,7%
Flüssige Mittel2 1613 088
Umlaufvermögen ohne ARA4 1964 831
Verzinsliches Fremdkapital (Bankverb.)0
Fremdkapital1 646” 1558
Nettoverschuldung (Fremdkapital abz. Umlaufvermöger-2 550” -3 273
Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit-22907
Geldfluss aus Investitionstätigkeit-905-143
Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit00

4. Zukunftsorientierung

Wie die Ergebnisse der einzelnen Teilbereiche zeigen, war der wirtschaftliche Erfolg 2025 sehr unterschiedlich. 2025 ist es noch gelungen, in Summe ein leicht positives Ergebnis zu erzielen.

Diese Situation zeigt jedoch eine Entwicklung, die sich mittelfristig für die Rettet das Kind Salzburg gGmbH zu einem Problem erwachsen könnte.

Wenn rechtliche und kalkulatorische Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Tag- und Stundensätze von der verantwortlichen Politik zum Nachteil der Auftragnehmer angepasst und Verrechnungssätze nur auf niedrigem Niveau pauschal erhöht werden, sind diese Sätze nicht mehr kostendeckend. Ein anschauliches Beispiel dafür zeigt die Tagsatzbildung für das Jahr 2025 im Bereich SOWO. Hier lag die pauschale Erhöhung mit 2 % weit unter der Inflation (3,6 %) und der kollektivvertraglichen Gehaltskostenerhöhung (4 %).

Unsere Produkte sind gut ausgelastet; Angebot und Bedarf sind ausgewogen. In den kommenden Jahren werden wir einen Schwerpunkt auf die qualitative Entwicklung und Verbesserung der von uns genutzten Liegenschaften legen.

Wir sind fest davon überzeugt, dass ein schön gestalteter Wohnraum und eine praktische und zukunftsorientierte Architektur sich positiv auf die sozialpädagogische Arbeit auswirken. Im Fokus stehen dabei jene Liegenschaften, die sich entweder im Eigentum von mit uns verbunden Unternehmen befinden (Verein Rettet das Kind Salzburg), oder durch eine langfristige Mietvereinbarung abgesichert sind. Konkret planen wir 2026 den Neubau der sozialpädagogischen Einrichtung Kleeblatt.

Abb 11. Entwürfe Neubau Kleeblatt

Die Angebote im Fachbereich SELF liegen weiter aufgrund deren ambulanten und präventiven Charakters im Trend und bleiben ein starkes Zukunftsfeld.

Hohes Augenmerk wollen wir auch künftig auf die fachliche Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen, um dadurch Handlungskompetenzen zu fördern, die es möglich machen, auch sehr schwierige und belastende Fallkonstellationen gut begleiten zu können. Als Ziel haben wir uns gesetzt, die Anzahl der Abbrüche weiter zu reduzieren und stabile Betreuungssituationen zu schaffen.

Auch als soziale Organisation setzen wir künftig auf eine verantwortungsvolle Integration von KI. Diese soll uns in Zukunft dabei unterstützen, die administrativen Prozesse zu vereinfachen und mehr Fokus auf den direkten Klientlnnenkontakt legen zu können.

Darüber hinaus wird unsere IT-Sicherheit kontinuierlich ausgebaut, um den steigenden Anforderungen an Datenschutz und Compliance gerecht zu werden. Wir bemühen uns um stetige Modernisierung unserer IT-Infrastruktur sowie die Etablierung neuer Technologien.

5 Voraussichtliche Entwicklung und Risiken

5.1. Entwicklungen und Risiken

Die kritische Entwicklung der öffentlichen Haushalte, aus deren Budgets sämtliche von uns angebotene Leistungen finanziert werden, stellt mit Abstand die größte Herausforderung und das höchste Risiko für die nächsten Jahre dar. Auch in unserem Tätigkeitsbereich spielen Inflation, Preissteigerungen und hohe Energiekosten eine entscheidende Rolle. Wenn die Indexierungen durch die öffentliche Hand nicht den realen Kostensteigerungen entsprechen, wird es mittelfristig zu einem finanziellen Engpass kommen. Besonders heikel wirkt sich das im Bereich der Personalkosten aus. Als Arbeitgeber unterliegen wir zwar dem Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Osterreich, das Land Salzburg als unser Auftraggeber erkennt die Lohnund Gehaltssteigerungen aus diesem Vertrag jedoch nicht an. Nach wie vor wird stattdessen der Gehaltsabschluss des öffentlichen Dienstes (GÖD) für die Kalkulationen herangezogen. Für das Jahr 2027 würde das nach heutigem Wissenstand ein Finanzierungsdefizit von 2 % bedeuten.

Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, wurden die Tagsätze im Bereich SOWO pauschal um nur 2 % erhöht. Dem gegenüber stand eine Steigerung der Personalkosten von 4 %. Daraus resultiert ein finanzieller Fehlbetrag in diesem Bereich. Ein Verbrauch der bestehenden Rücklagen aufgrund der Festsetzung nicht kostendeckender Tagsätze führt dazu, dass notwendige Investitionen in die Erhaltung der Einrichtungen bzw. die Modernisierung von in die Jahre gekommenen Objekten nicht mehr möglich sind. Eine Verschlechterung der Finanzierungsstrukturen führt daher zwangsläufig zu einem Qualitätsrückgang. Insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist das eine besorgniserregende Entwicklung, die der Gesellschaft nur schaden kann. Signifikante Studien belegen seit langem, dass jeder investierte Euro im Bereich der Kinder- und Jugendhiffe sich dreifach rechnet. Bei adäquater – und damit qualitativ hochwertiger — Betreuung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, werden teure Nachfolgeunterbringungen z.B. in Psychatrien oder Gefägnissen oft nicht mehr nötig. Kinder und Jugendliche mit einem Bildungsabschluss von heute sind die Führungskräfte, InnovatorInnen, Pflegekräfte, Mitarbeiterlnnen und aktiven Mitglieder der Gesellschaft von morgen.

Nicht abzuschätzen ist die Entwicklung im Bereich der Grundversorgung. Ein Ende des Krieges in der Ukraine würde zu einer schnellen Beendigung der Betreuungen in der Grundversorgung führen. Sollte dieser Fall eintreten, ist das finanzielle Risiko jedoch sehr gering, da die Mietverträge kurzfristig auflösbar sind und der Personalstand nicht sehr hoch ist.

Im Bereich der EDV und Datenbanken ist es notwendig, die Systeme weiterzuentwickeln bzw. abzusichern. Deshalb wird es auch weiterhin erforderlich sein, diesen Bereich finanziell gut auszustatten und technisch auf aktuellem Stand zu halten, um das Risiko durch einen Ausfall der EDV- und Datensysteme möglichst gering zu halten.

5.2. Finanzinstrumente, Risiken und Strategien

5.2.1. Finanzinstrumente Allgemein

Bei den Finanzinstrumenten handelt es sich um originäre Finanzinstrumente, wozu insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zählen. Das mit den

Finanzinstrumenten dieser Art verbundene Risiko ist gering. Weiters verfolgt das Unternehmen eine sehr risikoarme Veranlagungsstrategie in Form von Sparkonten und Wertpapieren.

5.2.2. Risiken im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Ausfallsrisiken im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gering. Uber 90 % unserer Forderungen entfallen auf das Land Salzburg (Behinderung und Teilhabe, Kinder- und Jugendhilfe, Grundversorgung). Durch die Abrechnung der beiden großen Bereiche Behinderung/Teilhabe und der Kinder- und Jugendhilfe über das Abrechnungsportal des Landes Salzburg (SIS) sind die Zahlungsfristen sehr kurz. Das Mahnwesen geht gegen null.

5.2.3. Risiken im Zusammenhang mit Verbindlichkeiten

Die Risiken im Bereich der Verbindlichkeiten sind aufgrund der Eingangsrechnungsprüfung und dem Vier-Augen-Prinzip gering.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 15
Fax
(DS4 Geschäfts führer„MB

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.