Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres 2025/26 waren weiterhin auf globaler, aber auch auf europäischer Ebene von geopolitischen Risiken geprägt. Nach einer starken Rezessionsphase insbesondere in Deutschland und Österreich hat sich die wirtschaftliche Lage im Jahr 2025 wieder verbessert und es wird für die nächsten Jahre ein Wachstum erwartet. Durch die weiterhin anhaltenden internationalen Risiken und die Strukturprobleme im Inland wird allerdings die Wachstumskurve nur moderat ansteigen.
Bereits in den Vorjahren hat die österreichische Exportwirtschaft Marktanteile verloren, letztlich aufgrund der nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit verursacht durch Standortnachteile und bürokratische Hemmnisse.
Die US-Zollpolitik und die handelspolitische Unsicherheit stellen weiterhin Belastungsfaktoren dar. Die realen Warenexporte ab Österreich waren im Jahr 2025 um 2,6% rückläufig. Die Inflationsrate lag im Jahresdurchschnitt in 2025 bei 3,6%.
Die Scheuch Group ist von der aktuellen US-Zollpolitik nach derzeitiger Einschätzung nicht wesentlich betroffen. Dies ist insbesondere auf das lokale Setup in den USA zurückzuführen („local-for-local“-Ansatz), wodurch wesentliche Leistungsbestandteile vor Ort erbracht werden und somit nur in begrenztem Umfang grenzüberschreitenden Zollrisiken unterliegen.
Für die Scheuch Group ergeben sich voraussichtlich keine wesentlichen indirekten Auswirkungen aus den geopolitischen Entwicklungen, da für die größten Absatzmengen sowohl Preis- als auch Mengensicherungen auf vertraglicher Basis bestehen. Insgesamt besteht daher trotz bestehender geopolitischer Risiken eine hohe Planungssicherheit. Marktschwankungen infolge des Konflikts werden sich nach aktueller Einschätzung lediglich im üblichen Rahmen auf das Budget auswirken.
Die Industrie befand sich weiterhin in einer konjunkturellen Schwächephase, geprägt von einer verhaltenen Auftragseingangsentwicklung und einem schwierigen internationalen Umfeld. Zusätzlich belasteten eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten sowie eine allgemein gedämpfte wirtschaftliche Stimmung die gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen konnte die Scheuch GmbH die Betriebsleistung im Geschäftsjahr 2025/26 weiter steigern. Die starke Marktposition als Technologieführer im Bereich der industriellen Luftreinhaltung sowie das diversifizierte Leistungsportfolio trugen wesentlich zur stabilen Geschäftsentwicklung bei.
Für das laufende Geschäftsjahr wird auf Basis eines weiterhin hohen Auftragsstands und einer stabilen Anfrageaktivität grundsätzlich von einer Fortsetzung der positiven Entwicklung ausgegangen. Das Marktumfeld sowie Entwicklungen auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten werden weiterhin laufend beobachtet, um auf Veränderungen frühzeitig reagieren zu können.
Geschäftsverlauf der Scheuch GmbH
Durch das weitreichende Digitalisierungsprojekt in der Scheuch Gruppe „DIGI-X“ wird in den nächsten Jahren eine neue Systemlandschaft geschaffen, die dem Stand der Zeit sehr gut entspricht. Die gezielten Vorarbeiten laufen in der Scheuch GmbH weiterhin sehr intensiv und gut. Gleichzeitig wurde die Ablauforganisation angepasst und werden die IC-Prozesse adaptiert und weiter optimiert.
Trotz der strukturellen Änderungen und des volatilen und schwierigen Marktumfeldes konnte die Scheuch GmbH im Berichtsjahr 2025/26 die geplanten Ergebnisse erreichen bzw. deutlich überschreiten. Diese hohe Zielerreichung bzw. Zielübererfüllung untermauert erneut unsere Lösungskompetenz, und dies nicht nur in den Heimatmärkten der DACH-Region, sondern auch auf allen globalen Märkten.
Mit eigenen Gesellschaften und Niederlassungen in Schweden, Frankreich und auch Thailand stellen wir uns den lokalen Marktanforderungen und unterstützen unsere Kunden bei ihrer eigenen Expansion.
Entwicklung des Ergebnisses 2025/26
Der Exportanteil beträgt dieses Jahr 83,8% (VJ: 80,7%), wobei 17,7% (VJ: 22,0%) in Drittländern erwirtschaftet wurde.
Die Betriebsleistung beläuft sich in diesem Geschäftsjahr auf 186,6 Mio. EUR (VJ: 166,8 Mio. EUR). Das Betriebsergebnis weist einen Gewinn in Höhe von 8,4 Mio. EUR (VJ: 12,5 Mio. EUR) auf.
Das Finanzergebnis lag bei -0,1 Mio. EUR (VJ: 1,2 Mio. EUR), das Ergebnis vor Steuern bei 8,2 Mio. EUR (VJ: 13,7 Mio. EUR).
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
| a) Umsatzerlöse | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Umsatzerlöse | 162.877.153,51 | 157.593.190,12 |
| Betriebsleistung | 186.562.793,43 | 166.777.222,13 |
| b) Ergebnis vor Zinsen und Steuern | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Steuern | 8.229.805,51 | 13.749.619,68 |
| + Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 306.716,52 | 367.733,02 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 8.536.522,03 | 14.117.352,70 |
| c) Umsatzrentabilität (ROS) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 8.536.522,03 | 14.117.352,70 |
| : Umsatzerlöse | 162.877.153,51 | 157.593.190,12 |
| Umsatzrentabilität (ROS) | 5,2% | 9,0% |
| d) Eigenkapitalrentabilität (ROE) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Steuern | 8.229.805,51 | 13.749.619,68 |
| : Eigenkapital am GJ-Beginn | 18.763.607,09 | 16.059.630,27 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 43,9% | 85,6% |
| e) Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | 8.536.522,03 | 14.117.352,70 |
| : Gesamtkapital am GJ-Beginn | 93.355.422,83 | 77.620.516,55 |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | 9,1% | 18,2% |
| f) Nettoverschuldung | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Verbindlichkeiten gg Kreditinstituten | 491.382,00 | 1.816.359,00 |
| Rückstellungen für Abfertigungen | 5.184.336,23 | 5.493.545,14 |
| Rückstellungen für Jubiläumsgelder | 2.691.924,13 | 2.561.368,50 |
| Verzinsliches Fremdkapital | 8.367.642,36 | 9.871.272,64 |
| - flüssige Mittel | -22.612.322,69 | -17.381.493,52 |
| Nettoverschuldung | -14.244.680,33 | -7.510.220,88 |
| g) Working Capital | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Umlaufvermögen | 58.966.597,82 | 64.005.236,69 |
| Rechnungsabgrenzung | 2.851.287,69 | 2.410.008,41 |
| - langfristiges Umlaufvermögen | -49.350,00 | -72.326,60 |
| Kurzfristiges Umlaufvermögen | 61.768.535,51 | 66.342.918,50 |
| Verbindlichkeiten | 57.220.633,01 | 53.987.211,97 |
| - davon langfristig | -508.373,55 | -816.359,00 |
| Rückstellungen | 19.607.391,79 | 20.599.743,76 |
| - davon langfristig | -7.876.260,36 | -8.054.913,64 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 68.443.390,89 | 65.715.683,09 |
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Kurzfristiges Umlaufvermögen | 61.768.535,51 | 66.342.918,50 |
| - Kurzfristiges Fremdkapital | -68.443.390,89 | -65.715.683,09 |
| Working Capital | -6.674.855,38 | 627.235,41 |
| h) Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | ||
|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Eigenkapital | 15.235.287,59 | 18.763.607,09 |
| Gesamtkapital | 92.065.587,39 | 93.355.422,83 |
| Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | 16,5% | 20,1% |
| i) Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | ||
| 2025/26 | 2024/25 | |
| Nettoverschuldung | -14.244.680,33 | -7.510.220,88 |
| : Eigenkapital | 15.235.287,58 | 18.763.607,09 |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | -93,5% | -40,0% |
j) Cashflow
Der Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag bei 20,5 Mio. EUR (VJ: 15,3 Mio. EUR), vor allem bedingt durch die Veränderung der laufenden Forderungen und Verbindlichkeiten.
Der Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit betrug -4,0 Mio. EUR (VJ: -5,4 Mio. EUR) und resultiert im Wesentlichen aus Veränderung der Ausleihungen an verbundene Unternehmen.
Der Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten beläuft sich auf -11,3 Mio. EUR (VJ: -8,2 Mio. EUR). Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer Dividende an die Muttergesellschaft.
k) Investitionsbereich
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 11,0 Mio. EUR (VJ: 6,3 Mio. EUR) investiert. Investitionen flossen in den Erwerb von Sachgüter sowie Ausleihungen.
Im Fuhrpark befinden sich ausschließlich Leasingfahrzeuge.
l) Mitarbeiter:innen
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden 38 Arbeiter:innen (Vorjahr: 36) und 423 Angestellte (Vorjahr: 362) beschäftigt. Es handelt sich hierbei um durchschnittliche Headcounts für das Geschäftsjahr. Es wurde eigenes Personal sowie Leasingmitarbeiter eingesetzt.
Die Mitarbeiter:innen:innen der Scheuch GmbH sind das wertvollste Gut. Die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter:innen:innen wird durch Qualifizierungsmaßnahmen gefördert. Durch den Scheuch Campus, in dem alle Maßnahmen gebündelt sind, ist für jeden etwas dabei. Für Mitarbeiter:innen, Führungskräfte und Key- Player werden individuelle Programme gestaltet und so wird die langfristige Entwicklung und Bindung an das Unternehmen ermöglicht. Um dies möglichst effizient und nachhaltig zu gestalten, setzt Scheuch auf eine Mischung aus Präsenztrainings und e-learning sowie auf bewusstes Training on the job.
Mit einem hoch modernen Ausbildungszentrum bildet Scheuch seit Anbeginn Lehrlinge aus. Dies ist ein wichtiger Eckpfeiler, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auch Schüler:innen und Student:innen erhalten bei Scheuch die Möglichkeit Praktika zu absolvieren sowie Diplomarbeiten zu verfassen und so können auch die Expert:innen von morgen geboren werden.
Zu den zahlreichen Angeboten zählen aber nicht nur die umfassenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, auch ein Gesundheitsprogramm, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Ferienbetreuung, die Möglichkeit zur mobilen Arbeit, flexible Arbeitszeitgestaltung und das gemeinsame Feiern von Erfolgen stehen am Programm. Scheuch wird daher mit diesen Maßnahmen auch künftig in der Lage sein, Schlüsselpersonal überwiegend aus den eigenen Reihen zu besetzen.
m) Derivative Finanzinstrumente
Die verwendeten derivativen Finanzinstrumente werden im Anhang näher erläutert.
n) Struktur des Unternehmens
Die Scheuch GmbH bietet Technologien und Verfahren zur Luftreinhaltung wie Absaug-, Entstaubungs- und Rauchgasreinigungsanlagen schwerpunktmäßig für die Holzwerkstoff-, Metall-, und Energieindustrie sowie Industrial Minerals an.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung der Unternehmensgruppe
Ende 2024 bzw. Anfang 2025 konnte die lange Rezessionsphase beendet werden. Die Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzt, jedoch zu einem geringeren Tempo wie in Jahren davor gewohnt. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie und die verhaltene internationale Konjunktur dämpfen die heimische Wirtschaft weiterhin. Durch die erwähnten
Faktoren erwartet das IHS (Institut für Höhere Studien, Wien) für das laufende Jahr 2026 und das nächste Jahr 2027 eine nur geringe Verbesserung der Wirtschaftsleistung.
Laut der Prognosen des IHS (Institut für Höhere Studien, Wien) ist das BIP im abgelaufenen Jahr 2025 um 0,5% gestiegen. Für die nächsten beiden Jahre wird ein Wirtschaftswachstum iHv 1% im Jahr 2026 bzw 1,1% im Jahr 2027 prognostiziert
Die globalen Rahmenbedingungen sind aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive aber weiterhin mit großen Risiken behaftet, vor allem durch den kürzlich ausgebrochenen Iran-Krieg. Die geopolitischen Spannungen halten die Unsicherheit weiterhin hoch.
Die Anlageinvestitionen sind im Jahr 2025 insgesamt um 0,7% gestiegen. Zudem wird für die kommenden beiden Jahre ein weiterer Zuwachs iHv 1,6% bzw 1,8% prognostiziert. Nach rückläufigen Warenexporten seit 2023 wird für die nächsten Jahre ein Wachstum der Warenexporte erwartet iHv 0,8% - 2% bis 2027.
Durch moderate Kollektivvertragsabschlüsse und ausgelaufener fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen soll lt. IHS die Inflation deutlich zurückgehen und sich im Jahr 2026 durchschnittlich auf 2,5% sowie 2027 auf 1,9% belaufen. Trotz der anhaltend schwachen Konjunktur ist der Arbeitsmarkt stabil geblieben. Durch die erwartete Weiterverbesserung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten Jahren soll die Beschäftigung um 0,5 – 0,6% ausgeweitet werden und ein Sinken der Arbeitslosenquote erreicht werden.
Die Prognosen sind weiterhin mit erheblichen Risiken behaftet – US-Handelspolitik und geopolitische Konflikte – dies belastet weiterhin die Konjunktur. Im europäischen Vergleich ist die Inflation hoch und stellt diese ebenso einen Risikofaktor für die heimische Wirtschaft dar. All die genannten Faktoren könnten eine Trübung der Konsumstimmung mit sich bringen und den Sparkurs fortsetzen bzw das Wachstum bremsen. Es bleibt weiterhin abzuwarten, ob sich durch eine zügige Umsetzung substanzieller Strukturreformen die Rahmenbedingungen verbessern und dadurch ein schnelleres und höheres Wachstum erzielt werden kann.
Durch die anhaltend unsicheren Zeiten wird für das Geschäftsjahr 2026/27 erneut ein schwieriges Umfeld erwartet, jedoch wird trotzdem davon ausgegangen, dass die Betriebsleistung weiter ausgebaut und dadurch ein noch höheres Niveau erzielt werden kann. Die strategischen Ziele gemäß „Elevate 8“ sind weiterhin gültig und realistisch, naturgemäß unter der Voraussetzung, dass sich die wirtschaftliche bzw geopolitische Lage nicht nochmals negativer entwickelt.
Zur Erhöhung der Profitabilität werden die Projekte weiterhin sehr engmaschig getrackt und die strategischen Initiativen konsequent forciert. Die Digitalisierung samt Anpassung von Strukturen, Prozessen und Systemen spielt dabei eine zentrale Rolle. Darüber hinaus steht das Nachhaltigkeitsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Fokus des unternehmerischen Handelns.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Fakt ist, dass nach wie vor große Unsicherheiten und Risiken bestehen. Die schweren geopolitischen Spannungen halten die Ungewissheit international sehr hoch. Würden sich die Konflikte verschärfen bzw weiter eskalieren, könnte dies den Welthandel belasten und die Energiepreise wieder steigen lassen. Der Angriff der USA auf den Iran hat die Gefahr der handelspolitischen Spannungen weiter verschärft. Außerdem besteht weiterhin das Risiko des russischen Angriffskriegs, welcher die Inflation über höhere Energiepreise weiter antreiben könnte.
Die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg stellen einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Die Auswirkungen betreffen vor allem mögliche Preissteigerungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten sowie erhöhte Volatilität in den globalen Lieferketten. Ökonomen erwarten derzeit jedoch lediglich einen moderaten Einfluss auf das Wirtschaftswachstum in Europa, wenngleich steigende Energiepreise die Inflation leicht erhöhen und das Wachstum geringfügig dämpfen könnten. Eine direkte Betroffenheit der Scheuch GmbH durch Projekte in den betroffenen Regionen besteht derzeit nicht.
Durch eine kontinuierliche und engmaschige Beobachtung des Marktumfelds reagieren wir frühzeitig auf Veränderungen und passen unsere Aktivitäten entsprechend an. Der Auftragseingang entwickelt sich derzeit positiv. Der Markt für Luftreinhaltungstechnologien – als wesentlicher Bestandteil des industriellen Klimaschutzes – zeigt sich aktuell stabil und weist weiterhin Wachstumspotenzial auf.
Trotz der weiterhin gedämpften konjunkturellen Entwicklung in Europa setzen viele Unternehmen auf eine schrittweise wirtschaftliche Erholung in den Jahren 2026 und 2027 sowie auf ein unterstützendes Zinsumfeld. Zusätzlich tragen Chancen aus der Expansion in neue, dynamisch wachsende Absatzmärkte dazu bei, die langfristigen Wachstumsperspektiven zu stärken.
Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Stimmungslage in vielen Branchen verhalten. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Produktionsaussichten liegen weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt, was die anhaltende Unsicherheit im wirtschaftlichen Umfeld widerspiegelt.
Durch die intensive Marktbearbeitung in den bewährten und auch neuen Branchen sowie ständigen Produktinnovationen wird alles unternommen, um den Unternehmenserfolg weiterhin zu erreichen. Die hohe technische Kompetenz und langjährige Erfahrung unterstützen dies und zusätzlich wird das Innovationsmanagement weiter gezielt vorangetrieben.
Weitere Risiken könnten sich aus dem Anlagenbau und dem sogenannten Projektgeschäft ergeben. Mit evolutionären Technologien und neuen industriellen Anwendungen, betreten wir oft Neuland, sodass während der Auftragsausführung Kostenabweichungen auftreten können. Durch die Forcierung vom „Budgetbewusstsein“ zum „Kostenbewusstsein“ durch Änderungen der Prozesse, wie z.B. Planung, Genehmigung, Projektcontrolling, target costing etc. werden wir hier noch fokussierter und zeitnaher agieren als in den vorhergehenden Geschäftsjahren.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im Bereich Forschung und Entwicklung wurde weiterhin auf die Entwicklung von Carbon Capture Technologien fokussiert. Sowohl im Bereich Pre-Treatment, als auch bei Trockensorptions- und Aminwäsche-Anlagen konnten große Fortschritte erzielt werden. Im Technologiemanagement lag der Schwerpunkt auf der Optimierung und Weiterentwicklung zentraler Verfahren und Komponenten. Dazu gehörten die Schärfung von Auslegungsgrundlagen (z.B. ESP, Trockensorption), unterstützt durch die Durchführung von Messkampagnen sowie die Standardisierung wichtiger Komponenten (z.B. RTO, Katalysator- und Schlaufenreaktoren). Wesentliche Fortschritte gab es zudem bei der Neuentwicklung von chemischen Nasswäschern und Kunststoff-Nasselektrofiltern. Ein wichtiges Ziel ist die Anpassung unseres Produkt-Portfolios im Bereich Abgasreinigung, damit unsere Kunden die stark verschärften Emissionsgrenzwerte aus der Industrieemissionsrichtlinie (IED) 2010/75/EU einhalten können. Im Berichtsjahr waren 25 Mitarbeiter:innen im operativen Bereich mit F&E Agenden beschäftigt.
4. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
Eine moderne Unternehmensführung erfordert die bewusste Auseinandersetzung mit strategischen und operativen Risiken. Ziel ist es daher, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung einzuleiten.
Das strategische Risikomanagement dient der Evaluierung und Absicherung der strategischen Zukunftsplanungen. Die Strategie wird auf Konformität mit der unternehmensinternen Vision überprüft, um wertsteigerndes Wachstum durch bestmögliche Bündelung von Ressourcen sicherzustellen.
Für die wesentlichen Risikofelder wurden nachfolgend skizzierte Vorsorgemaßnahmen ergriffen:
Beschaffung: Die Lage im Beschaffungsmarkt hatte sich in den letzten Monaten grundsätzlich weiter entspannt. Aus Sicht der Scheuch GmbH bestanden mit wenigen begründbaren Ausnahmen keinerlei Kapazitäts- oder Verfügbarkeitsprobleme. Die preisliche Dynamik der letzten Jahre hat weiter nachgelassen und Zukaufpreise haben sich je nach Abhängigkeit von Rohmaterial, Energie und Personalaufwand stabilisiert. Der Lieferantenmarkt stellt sich nach wie vor leicht rezessiv dar, was sich durch dementsprechende Verhandlungserfolge - insbesondere bei großen „Projektumfängen“ - zeigt und auch objektiv durch einen ganzjährig geringfügig unter der Wachstumsschwelle befindlichen Wert im Einkaufsmanagerindex bestätigt. Der Optimismus kehrt perspektivisch in vielen Branchen erst im Laufe 2026 zurück. Weitere Kostenreduktionen sind in dem Zeitraum bis dahin aufgrund vielfach gestiegener Aufwände, insbesondere beim Personal, nicht zu erwarten. Die weitere Entwicklung muss dennoch genau beobachtet werden, um
einerseits eine etwaig wieder anziehende Konjunktur oder andererseits neue Marktverwerfungen aufgrund geopolitischer Ereignisse früh genug zu erkennen und einzupreisen.
Aus aktueller Sicht bleibt die Lage im Nahen Osten unübersichtlich und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus noch immer kaum planbar. Aufgrund dessen bleibt die Versorgung der globalen Märkte mit fossilen Energieträgern angespannt. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich die globale Energieversorgung in den kommenden Wochen schrittweise normalisieren wird, wodurch auch die Energiepreise kontinuierlich absinken sollten.
IT-Systeme: Zur weitestgehenden Minimierung möglicher IT-Risiken (insbesondere Gefährdung der Datensicherheit sowie Ausfall kritischer Systeme) bestehen unternehmensinterne Mindeststandards in der elektronischen Datenverarbeitung. Die nachhaltige Ablöse durch ein einheitliches ERP-System soll die Datenverfügbarkeit und Effizienz sowie die neuen Marktanforderungen bestmöglich zukünftig abdecken. Produktionskritische Anlagen werden laufend modernisiert, um die Ausfallssicherheit und die Performance zu erhöhen. Präventive Maßnahmen (technisch und organisatorisch) gegen etwaige Cyber-Risiken sind eingeleitet und werden mit höchster Priorität verfolgt. In Zusammenarbeit mit namhaften, externen Cyber- Security-Experten werden laufend Awareness Schulungen ausgearbeitet und für unsere Belegschaft zur Verfügung gestellt, die verpflichtend und ausnahmslos von jedem Mitarbeiter absolviert werden müssen.
Liquiditätsrisiko: Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine zuverlässige Finanzplanung. Anhand der bereichsinternen und bereichsübergreifenden Investitions- und Ergebnisplanungen wird der Finanzbedarf ermittelt. Zur Sicherstellung ausreichender Liquidität werden 12-monatsrollierende Liquiditäts-Forecasts erstelt.
Währungsrisiko: Aufträge werden zumeist in der Hauptwährung (EUR bzwb USD) abgeschlossen. Sofern größere Aufträge in Fremdwährungen abgeschlossen werden, wird der kalkulierte Kurs abgesichert. Gleiches gilt im Falle von nennenswerten Aufträgen an Lieferanten in Fremdwährungen.
Bonitätsrisiko: Für Neukunden bzw standardmäßig bei größeren Aufträgen werden Bonitätsauskünfte eingeholt. Kundenzahlungen erfolgen im Regelfall entsprechend des Projektfortschritts und damit entsprechend der anfallenden Kosten. Darüber hinaus bestehen bankmäßige Sicherheiten wie Garantien und Akkreditive. Überfällige Kundenforderungen werden laufend überwacht und eingefordert.
Aurolzmünster, am 2. Juni 2026
Die Geschäftsführer
Mag. Thomas Eberl
Dipl.-Ing. Thomas Rainer, MBA