Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T zum Jahresabschluss der Waagner-Biro Austria Stage Systems GmbH für den Zeitraum 1.1.2025 bis 31.12.2025
1. Vorwort
Die Gesellschaft ist eine 50%ige Tochtergesellschaft der BAST Unternehmensbeteiligungs GmbH, Wien, die wiederum eine 100%ige Tochtergesellschaft der grosso Holding GmbH, Wien, ist. Die restlichen 50% werden seit Juni 2024 von der Herbert Liaunig Privatstiftung gehalten.
Geschäftstätigkeit der Waagner-Biro Austria Stage Systems GmbH:
Bühnentechnik für Opern, Theater und Konzerthäuser, Bühnentechnik für Kreuzfahrtschiffe, Teleskoptribühnen, computergestützte Bühnensteuerungssysteme, Sondermaschinen und Veranstaltungstechnik.
Disclaimer:
Bestimmte Aussagen in diesem Bericht sind „zukunftsgerichtete Aussagen”. Diese Aussagen, welche die Worte „glauben”, „beabsichtigen”, „erwarten” und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthalten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Geschäftsführung wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet, das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen, zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich.
Wir weisen darauf hin, dass es bei der Berechnung von Kennzahlen aufgrund der Verwendung einer unterschiedlichen Anzahl von Dezimalstellen zu Rundunqsdifferenzen kommen kann.
2. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
2.1. Geschäftsverlauf
2.1.1. Rahmenbedingungen
Das Wirtschaftswachstum der Euroländer war (nach der coronabedingten Delle 2020, dem Aufholen 2021 und einem Wachstum von etwas über 3% 2022) in den Jahren 2023 und 2024 unter einem Prozent. Für 2025 wurde das Wirtschaftswachstum der Euroländer ebenfalls nur mit knapp über einem Prozent prognostiziert, für 2026 wird ebenfalls ein Wachstum von etwas über einem Prozent erwartet. Es sind viele Kulturprojekte geplant, manche werden jedoch aufgrund von Budgetverschiebungen überdacht bzw. verschoben.
2.1.2. Unternehmensbezogene Informationen
Berichterstattung/Konsolidierungskreis
Die Waagner-Biro Stage Systems Gruppe erstellt einen eigenen Konzernabschluss.
Geschäftsentwicklung
Für die Waagner-Biro Austria Stage Systems GmbH war 2025 trotz den Erschwernissen durch die Ukraine-Krise operativ ein zufriedenstellendes Jahr.
Bei einem Umsatz von EUR 43,59 Mio. (2024: EUR 71,93 Mio.) wurde eine Betriebsleistung von EUR 42,15 Mio. (2024: EUR 49,68 Mio.) erreicht. Die Umsatzverringerung ist abrechnungsbedingt, in 2024 konnten zwei Großprojekte (Auftragswert > EUR 10 Mio.) abgerechnet werden. Aufgrund von weniger Projekten in der Abwicklungsphase sank die Betriebsleistung. Dennoch konnte ein EBT von EUR 2,64 Mio. (2024; EUR 1,72 Mio.) erzielt werden, das Ergebnis im Vorjahr war durch Kostenüberschreitungen bei einzelnen Projekten beeinträchtigt.
Der Auftragseingang liegt mit EUR 73,68 Mio. deutlich über dem Wert des Vorjahrs (2024: EUR 33,44 Mio.). Die Verschiebungen aus dem Vorjahr konnten somit wettgemacht werden. Der Auftragsstand zum Jahresende 2025 stieg auf EUR 92,03 Mio. (2024: EUR 61,94 Mio.).
Exportgeschäft
2025 betrug der Exportanteil 88,7 %, 2024 lag dieser bei 72,0 %.
Beschaffung
Die Gesellschaft hat eine zentrale Einkaufsabteilung, die auch Aufgaben für einige Tochtergesellschaften übernimmt. Unsere Lieferketten funktionieren wieder ohne wesentliche Einschränkungen. Unsere Beschaffungsstrategie – wir legen Wert auf europäische Qualität und damit regionalere Beschaffung – wollen wir weiter beibehalten. Durch die andauernde Ukraine Krise, die Spannungen zwischen USA und China sowie durch die in jüngster Zeit eskalierenden Handelshemmnisse (Zölle) sind weitere Verknappungen und Verteuerungen beim Material sowie zusätzliche Verlängerungen der Lieferzeiten nicht auszuschließen.
Investitionen
Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen Software für den allgemeinen und technischen Bereich. Die Zugänge bei den Sachanlagen betreffen im Wesentlichen die IT- Ausstattung für den allgemeinen und technischen Bereich.
Finanzierung
Waagner-Biro Austria Stage Systems GmbH verfügt neben dem Eigenkapital über Kreditverträge mit mehreren österreichischen Banken, deren Barrahmen neben den Bankguthaben als Liquiditätsreserve zur Verfügung stehen. Die Finanzierung der Abwicklung von Großaufträgen ist üblicherweise weitgehend durch Anzahlungen und regelmäßige Zwischenzahlungen abgedeckt, wobei Verzögerungen bei diesen Zahlungen kurzfristig die Liquiditätsreserve beanspruchen können.
2.2. Bericht über Tochterunternehmen
Die Waagner-Biro Austria Stage Systems GmbH ist direkt oder indirekt an 9 Gesellschaften in 8 Ländern beteiligt. Die wesentlichsten Gesellschaften sind:
Waagner-Biro Bavaria Stage Systems GmbH, Weiherhammer
Waagner-Biro Bavaria Stage Systems GmbH ist mit zwei Tochtergesellschaft in den Geschäftsbereichen Bühnentechnik und intelligente Gebäudetechnik/Teleskoptribünen mit Fokus am deutschen Markt aktiv. Sie hält jeweils 100% an der Waagner-Biro Germany Stage Systems GmbH und an der Waagner-Biro Turkey Sahne Sistemleri Anonim Sirketi.
Waagner-Biro Luxembourg Stage Systems S.A., Rodange
Waagner-Biro Luxembourg Stage Systems S.A. ist primär im Bereich computergestützter
Bühnensteuerungssysteme tätig.
Waagner-Biro Spain Stage Systens S.A., Madrid
Waagner-Biro Spain Stage Systems S.A. ist primar im Servicegeschaft in Spanien beschäftigt.
Waagner-Biro UK Stage Systems Limited, Bury St Edmunds
Das Unternehmen führt im Wesentlichen Marktbearbeitung für seine lokalen Tochtergesellschaften Waagner-Biro Stage Systems (Shanghai) Co., Ltd. (Sitz: Shanghai] und 000 „Waagner-Biro Moskau Stage Systems” (Sitz: Moskau] durch. An letzterer hält die Waagner-Biro Austria Stage Systems Gmbh einen Minderheitsanteil von 5,01%.
WBB Solutions GmbH, Linz
Geschäftszweck der WBB Solutions GmbH war, das Produktfeld Shading Systems aufzubauen bzw, zu verwerten. Aufgrund geänderter Marktbedingungen, insbesondere der Erhöhung von Produktionskosten, und um dem erhöhten Risiko der zukünftigen Geschäftsentwicklung Rechnung zu tragen, wurde 2022 der aktive Aufbau dieses Geschäftsfeldes eingestellt. Die Marktbedingungen im Bereich Shading Systems werden weiterhin beobachtet und insbesondere bei Anderungen der Kostenkomponenten wird die Situation erneut evaluiert.
2.3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
2.3.1. Finanzielle Leistungsindikatoren in Zahlen
| Kennzahlen Geschäftsentwicklung | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | EUR Mio. | 43,59 | 71,93 | 28.07 | 62,21 | 53,41 |
| Betriebsleistung (BL) | EUR Mio. | 42,15 | 49,68 | 36,88 | 49,45 | 53,58 |
| Materialaufwand, Zukäufe | EUR Mio. | -21,99 | -31,25 | -17,41 | -28,28 | -34,84 |
| Rohertrag | EUR Mio. | 20,16 | 18,43 | 19,47 | 21,17 | 18,74 |
| Rohertrag Marge | % | 47,8 | 37,1 | 52.8 | 42.8 | 35,0 |
| EBT | EUR Mio. | 2,64 | 1,72 | 3,08 | 3,63 | 1,13 |
| EBT-Marge (BL) | 6 | 6,3 | 3,5 | 8,4 | 7.3 | 2,1 |
| Jahresüberschuss / -fehlbetrag | EUR Mio. | 2,21 | 1,39 | 2,43 | 2,92 | 0.95 |
| Investitionen | EUR Mio. | 0,42 | 0,87 | 0,95 | 0,32 | 0,53 |
| Mitarbeiter nach Köpfen | Anzahl zum Stichtag | 110 | 106 | 103 | 100 | 105 |
| Mitarbeiter Vollzeitäquivalent | Jahresdurchschnitt | 104 | 100 | 95 | 96 | 101 |
| Betriebsleistung/Mitarbeiter | TEUR | 405 | 497 | 388 | 515 | 530 |
| EBT/Mitarbeiter | TEUR | 25 | 17 | 32 | 38 | 11 |
| Auftragseingang (AE) | EUR Mio. | 73,68 | 33,44 | 57,20 | 34,51 | 45,86 |
| Auftragsstand (AB) | EUR Mio. | 92,03 | 61.94 | 100,43 | 71,30 | 99.00 |
| Anarbeitungsgrad (N.n.abger. Lstg. zu AB) | 6 | 27,3 | 42,9 | 48,6 | 56,2 | 53,3 |
| AB offene Abarbeitung | EUR Mio. | 66,87 | 35,35 | 51,59 | 31,26 | 46,21 |
| Kennzahlen Bilanz | 31.12.25 | 31.12.24 | 31.12.23 | 31.12.22 | 31.12.21 | |
| Aktiva | ||||||
| Nettoliquidität | EUR Mio. | 20,10 | 12,63 | 8,92 | 7,89 | 15,16 |
| Noch nicht abgerechnete Leistungen | EUR Mio. | 25,16 | 26,59 | 48.84 | 40,04 | 52,79 |
| Passiva | ||||||
| Eigenkapital | EUR Mio. | 11,14 | 10,43 | 10,24 | 9,01 | 6,09 |
| zuzüglich Investitionszuschuss | EUR Mio. | 0,02 | 0,03 | 0,04 | ||
| abzüglich beabsichtigte Dividende | EUR Mio. | -1,50 | -1,50 | -1,20 | -1,20 | |
| wirtschaftliches Eigenkapital | EUR Mio. | 9,66 | 8.96 | 9.08 | 7,81 | 6,09 |
| Bilanzsumme | EUR Mio. | 33,13 | 29,18 | 30.75 | 29.93 | 30,80 |
| abzüglich durch liquide Mittel gedeckte | ||||||
| erhaltene Anzahlungen | EUR Mio. | -10,21 | -5.91 | -8.86 | -4,28 | -10,35 |
| wirtschaftliche Bilanzsumme | EUR Mio. | 22,92 | 23,27 | 21,89 | 25,65 | 20,45 |
| Eigenkapitalquote | 6 | 33,6 | 35.7 | 33,3 | 30,1 | 19.8 |
| wirtschaftliche Eigenkapitalquote | % | 42,1 | 38,5 | 41.5 | 30,4 | 29,8 |
2.3.2. Bericht zu ausgewählten finanziellen Leistungsindikatoren
Umsatz / EBT
Das Jahr 2025 verlief für die Waagner-Biro Austria Stage Systems GmbH zufriedenstellend. Der Umsatz ging abrechnungsbedingt auf EUR 43,59 Mio. zurück (2024: EUR 71,93 Mio.), auch die Betriebsleistung sank auf EUR 42,15 Mio. (2024: EUR 49,68 Mio.), da sich weniger Projekte in der Abwicklungsphase befanden. Trotz der gesunkenen Betriebsleistung konnte ein EBT in Höhe von EUR 2,64 Mio. (2024: EUR 1,72 Mio.) erzielt werden. Das Vorjahr war aufgrund von Mehrkosten bei einzelnen Projekten beeinträchtigt.
Auftragsstand
Der Auftragseingang 2025 liegt mit EUR 73,68 Mio. deutlich über dem Wert des Vorjahrs (2024: EUR 33,44 Mio.). Der Rückstand aus dem Vorjahr, welcher durch die Verschiebung von Zielprojekten verursacht wurde, konnte damit aufgeholt werden. Der abzuarbeitende Auftragsbestand stieg per Jahresende ebenfalls auf EUR 66,87 Mio. (2024: EUR 35,35 Mio.) und bildet damit eine solide Basis für die Geschäftsentwicklung 2026.
Cash-Flow / Nettoliquidität
Zufriedenstellend ist der Cash-Flow aus dem Ergebnis mit TEUR 1.882 (2024: TEUR 959). Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 2025 TEUR 8.632 (2024: TEUR 4.979). Die Nettoliquidität war per 31.12.2025 mit EUR 20,10 Mio. (2024: EUR 12,63 Mio.) auf einem sehr guten Niveau.
Eigenkapital
Das Eigenkapital konnte aufgrund des zufriedenstellenden Ergebnisses auf EUR 11,14 Mio. verbessert werden (2024: EUR 10,43 Mio.), die Eigenkapitalquote reduzierte sich aufgrund der höheren Bilanzsumme um 2,1 Prozentpunkte auf 33,6 % (2024: 35,7 %).
Wesentlich aussagekräftiger ist die wirtschaftliche Darstellung des Eigenkapitals und der
Eigenkapitalquote. Bei der Ermittlung des wirtschaftlichen Eigenkapitals wird eine beabsichtigte Dividende vom Bilanzgewinn abgezogen, da durch die beabsichtigte Ausschüttung das Kapital wirtschaftlich betrachtet nur noch kurzfristig zur Finanzierung des Unternehmens zur Verfügung steht. Bei der Berechnung der Bilanzsumme werden erhaltene Kundenanzahlungen, welche durch liquide Mittel gedeckt sind und noch nicht für die Anarbeitung von Aufträgen verwendet wurden, wirtschaftlich als Finanzverbindlichkeiten betrachtet und daher mit liquiden Mitteln verrechnet.
Das wirtschaftliche Eigenkapital beträgt in 2025 EUR 9,66 Mio. (vorgeschlagene Ausschüttung in Hohe von EUR 1,50 Mio. abgezogen) und ist damit um EUR 0,70 Mio. höher als im Vorjahr (2024: EUR 8,96 Mio.). Die wirtschaftliche Bilanzsumme beträgt 2025 EUR 22,92 Mio. (2024: EUR 23,27 Mio.), die wirtschaftliche Eigenkapitalquote erhöhte sich um 3,6 Prozentpunkte auf 42,1 % (2024: 38,5 %).
Mitarbeiter
In 2025 waren durchschnittlich 104 Mitarbeiter (2024: 100) beschäftigt.
2.3.3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Umweltbericht
Waagner-Biro Stage Systems liefert qualitativ hochwertige Produkte. In unserem Qualitätsverständnis ist Qualität untrennbar mit dem Begriff der Nachhaltigkeit verbunden. Das entspricht auch der Erwartung unserer Kunden. Ein Aspekt der Nachhaltigkeit ist der Umweltschutz. Wir haben daher schon immer die Umweltauswirkungen unserer Aktivitäten betrachtet und angemessen optimiert.
In diesem Sinne soll die Zertifizierung des Umweltmanagementsystems gemäß ISO 14001 sowohl nach innen als auch nach außen ein Zeichen setzen und Ansporn für die ständige Verbesserung der Umweltleistung sein.
Der Verbesserungsansatz betrifft sowohl die Aktivitäten in der Montage und in unserer
Produktentwicklung als auch die Aktivitäten unserer Lieferanten. Die Umweltverbesserungen werden vor allem durch strengere Rahmenbedingungen im Umwelt- und Anlagenrecht, im Baurecht und Energierecht zur Erreichung der Weltklimaziele getriggert, aber auch neue Technologien, Marktdruck und das steigende Umweltweltbewusstsein der Mitarbeiter spielen eine bedeutende Rolle.
Im Rahmen der Produktentwicklung achten wir auf Materialeinsatz, Eignung für den Transport, Lebensdauer und Rückgewinnung von Rohstoffen am Ende der Lebensdauer. Auf der Lieferantenseite nimmt die Zahl der Umwelt- und Energiemanagementsysteme im Bereich der Industrie nach wie vor zu und stößt in den Bereich mittlerer Betriebsgrößen vor. Das hilft uns bei der Beurteilung der Umweltleistung von Lieferanten. Wir haben die Lieferantenaudits systematisiert und standardisiert, um objektivere Bewertungskriterien zu etablieren. Jedenfalls ist die Umweltleistung auch eines von mehreren Kriterien bei der Lieferantenfreigabe.
Wir konnten auch Erfolge im Bereich Infrastruktur am Bürostandort erzielen, die zwar die Gesamtumweltbilanz nicht signifikant verbessern, aber zur Bewusstseinsbildung beitragen und somit durchaus relevant sind. Des Weiteren wurden die Umweltmaßnahmen auf Ebene der strategischen Verbesserungsmaßnahmen abgebildet, wodurch die Wahrnehmung der Umweltleistung zusätzlich geschärft wird.
Wir verfolgen sehr genau die Entwicklung im Bereich ökologischer Nachhaltigkeit und trachten danach, den Maßstäben unserer Kunden und der interessierten Offentlichkeit jedenfalls im Rahmen von vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen, aber auch in Übereinstimmung mit berechtigten Erwartungen unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Randbedingungen gerecht zu werden.
Krankenstandsstatistik
Die durchschnittlichen Krankenstände lagen bei 9 Tagen pro Mitarbeiter (2024: 8 Tage).
Human Resources
Durch die 1x jährlich stattfindenden strukturierten Mitarbeitergespräche der jeweiligen Vorgesetzten mit den Mitarbeiter/innen wird konkretes Feedback gegenseitig gegeben und gemeinsam Pläne zur Weiterentwicklung erstellt, sowie der Schulungsbedarf ermittelt. Zusätzlich wird intern an einer Strategie zur strukturierten Mitarbeiterentwicklung gearbeitet.
Durch einzelne zielgerichtete Trainings, die 2025 hauptsächlich extern zugekauft wurden, decken wir die konkreten Bedarfe ab. Die jeweiligen Vorgesetzten verfolgen dann die neu gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten mit den Mitarbeiter/innen weiter. Wir führen auch spezielle interkulturelle Trainings durch, Fremdsprachkurse werden unterstützt.
Ein Schwerpunkt wurde 2025 in der Ausbildung der Führungskräfte fortgesetzt, hier wurden für die Kern- Führungskräfte der gesamten Gruppe mehrere Trainings-Module durchgeführt.
Compliance
Waagner-Biro Stage Systems verpflichtet sich, nationale Gesetze einzuhalten wie beispielsweise jene zur Korruptionsbekämpfung, zur Förderung der Nachhaltigkeit und zum Schutz der Menschenrechte. Unser eigener Verhaltenskodex soll sicherstellen, dass unser Verhalten diesen Gesetzen entspricht und soll uns dabei helfen, nach den Grundwerten und den allgemeinen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen der Waagner-Biro Stage Systems, ihrer Geschäftsbereiche und ihrer Firmen zu leben und zu arbeiten, Die Werte und Prinzipien des Verhaltenskodex spiegeln sich in den Leitlinien und Weisungen der Waagner- Biro Stage Systems wider. Der „Code of Conduct” wurde an alle Mitarbeiter verteilt und ist regelmäßlig Gegenstand von Trainings und Einschulungen für neue Mitarbeiter.
Einhaltung von Rechtsvorschriften
Bei der Entwicklung und Realisierung von technisch anspruchsvollen Konstruktionen ist die Einhaltung von Rechtsvorschriften und Normen unabdingbare Voraussetzung. Als besonders wesentlich sieht Waagner-Biro Stage Systems dabei auch die Arbeitssicherheit an. Die rechtlich oft komplexe Einhaltung aller relevanten Vorschriften und Standards wird in Zusammenarbeit mit einem internationalen Netzwerk von Rechts- und Steuerexperten, der Arbeitssicherheitskraft sowie vom Qualitätsmanagement überwacht und dokumentiert.
3. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken der Gesellschaft 3.1. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Im abgelaufenen Jahr wurden die Weichen für die nächsten Jahre gestelIt. Die Waagner-Biro Austria Stage Systems GmbH startet mit einem Auftragsstand von EUR 92 Mio, in das Jahr 2026.
Das Geschäftsjahr 2025 war von einer für unsere Kernmärkte nach wie vor abgeschwächten wirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Das mögliche Geschäftsvolumen 2026 wird über dem Niveau von 2025 eingeschätzt. Das Wirtschaftswachstum der Euroländer wird in 2026 voraussichtlich nur etwas über einem Prozent sein. Es wurden viele Kulturprojekte gestartet und diese sollten in den nächsten Jahren realisiert werden. Im asiatischen Raum werden Projekte, die gestoppt waren, nun wieder fortgeführt und bieten eine reelle Chance mit dem Steuerungssystem C.A»T V5 neue Aufträge zu gewinnen.
Wegen des anhaltend hohen Preisdrucks in der Bauwirtschaft sowie knappen Budgets in öffentlichen Haushalten, muss auch weiterhin mit schwankenden Auftragseingängen gerechnet werden. Aufgrund des vorhandenen Auftragsstandes Ende 2025 und der zur Vergabe anstehenden Projekte sehen wir jedoch eine gute Basis für das nächste Jahr. Weiterhin versuchen wir, zielgerichtet auf Märkte in Asien und im arabischen Raum zu gehen, sofern konkrete interessante Projekte realisiert werden sollen. Daran angelehnt erweitern wir unser Netzwerk an Vertretern und lokalen Partnern projektspezifisch und bei Bedarf.
Die andauernde Ukraine-Krise hat keine direkten Auswirkungen auf die Waagner-Biro Stage Systems Gruppe. Wir haben aktuell keine Projekte und auch keine Lieferanten in der Ukraine oder in Russland. Aufgrund der zunehmend verschärften Sanktionen erwägen wir eine Stilllegung unserer
Tochtergesellschaft in Moskau, welche lokale Service-Aufträge abwickelt.
Weitere Auswirkungen auf bestehende und zukünftige Projekte (Änderungen und Verschiebungen in den Budgets, erhöhte Militärausgaben können andere Budgetrahmen kürzen) und auf die Lieferantensituation (Verknappungen, längere Liefertermine und Preiserhöhungen) sind nicht auszuschließen.
Wir gehen in unserer mittelfristigen Unternehmensplanung von einer leicht wachsenden Betriebsleistung aus (bereingt um die von Großprojekten verursachten Schwankungen) und konzentrieren uns auf die Steigerung der Rentabilität und auf die Optimierung der Abläufe.
3.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
3.2.1. Allgemeiner Risikobericht
Waagner-Biro Stage Systems plant und errichtet vor allem anspruchsvolle Anlagen mit hohen Anforderungen an die Ingenieurkapazitäten. Daher ist auch das damit einhergehende technische Risiko als überdurchschnittlich zu bewerten. Risikoerkennung und -management sind somit wesentliche Bestandteile des Geschäftsprozesses von Waagner-Biro Stage Systems.
Waagner-Biro Stage Systems versucht, mögliche Risiken sowohl durch interne und externe Audits und Reviews als auch durch die Beiziehung von Fachexperten frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen. Obwohl die Mitarbeiter zu anerkannten Fachkräften in ihren Bereichen zählen, bleibt dennoch ein Restrisiko bestehen.
Uber wesentliche Risiken wird zusätzlich in den regelmäßigen Managementsitzungen berichtet. Für die Themen Liquidität und Finanzierung besteht ein Standard-Berichtsformat.
Entscheidungen werden entweder direkt in Projektbesprechungen oder in Managementsitzungen getroffen und protokolliert.
Das Risikopotenzial des Projektgeschäfts erfordert auch im Jahr 2026 eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Risikoüberwachung. Sie wird sich weiterhin auf Angebotsprozesse und das interne Kontrollsystem konzentrieren, aber auch auf politische und finanzielle Risiken der Projekte eingehen.
3.2.2. Spezieller Risikobericht
Preisänderungsrisiko
Preisänderungsvereinbarungen werden in Kunden- und Lieferantenverträgen – soweit wie möglich – entsprechend umgesetzt, um hier ein von uns nicht beeinflussbares Risiko zu begrenzen.
Zahlungsausfallsrisiko
Zahlungsausfälle werden möglichst durch entsprechende Versicherungen oder alternative Maßnahmen abgesichert.
Liquiditätsrisiko
Es wird in periodischen Abständen eine Liquiditätsvorschau erstellt und Maßnahmen zur Verbesserung der Liquiditätssitutation – wenn nötig und sinnvoll - eingeleitet. Die operative Tätigkeit der Waagner-Biro Stage Systems begründet die Verwendung von branchenüblichen Avallinien. Diese werden im
Zusammenhang mit der Abwicklung der Projekte in Form von Bietungs-, Vertragserfüllungs-,
Anzahlungs-, Performance- und Gewährleistungsgarantien bzw. -bürgschaften in Anspruch genommen. Die Verfügbarkeit dieser Avallinien ist ein wesentlicher Bestandteil zur Sicherstellung der Liquidität. Aus diesem Grund bestehen verschiedene Vereinbarungen mit mehreren Banken.
Zinsänderungsrisiko
Langfristige Finanzierungsvorhaben werden nach Möglichkeit durch langfristige Darlehen finanziert, die Finanzierung des Umlaufvermögens erfolgt durch kurzfristige Finanzierungen. Wesentliche Zinsänderungen werden bei neuen Offerten eingepreist.
Währungsrisiko
Wechselkursrisiken werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – vor allem Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert und gesteuert. Bei in Fremdwährung fakturierten Verträgen (in 2025 solche in Britischem Pfund, Australischem Dollar, Dänischer Krone, Schwedischer Krone und Norwegischer Krone) wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Termingeschäften gesichert.
Länderrisiko
Auch 2026 gilt es die politischen Entwicklungen permanent zu beobachten und bereits im Angebotsprozess ein etwaiges Risiko zu berücksichtigen.
4. Bericht über Forschung und Entwicklung
Im abgelaufenen Geschäftsjahr widmete sich Waagner-Biro Stage Systems intensiv der Neu- bzw.
Weiterentwicklung von Produkten und Technologien. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, die
Technologieführerschaft zu festigen und die technische Überlegenheit der Produkte nicht nur zu sichern, sondern laufend weiter auszubauen.
Wie in den vergangenen Jahren war auch 2025 die Weiterentwicklung der neuen Steuerungsgeneration C.AT V5 im Fokus. Weiters wurde intensiv an der Produktverbesserung bzw. Weiterentwicklung gearbeitet, sowie neue technische Lösungen für konkrete Projektanforderungen entwickelt.
5. Wesentliche Merkmale des internen KontrolI- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Die Struktur des Risikosystems wird nachfolgend dargestelIt.
Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bzw. die Finanzberichterstattung liegt in der Verantwortung der Geschäftsführung. Dazu hat die Geschäftsführung sowohl für die wesentlichen Geschäftsrisiken als auch für den Finanzberichterstattungsprozess verbindlich anzuwendende Regelungen und Richtlinien verabschiedet.
Das Rechnungswesen und die darin integrierte Finanzbuchhaltung sind dem kaufmännischen Geschäftsführer unterstellt. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen wird sichergestelIt, dass die gesetzliche Vorgabe, dass die Eintragungen in die Bücher und die sonstigen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu erfolgen haben, erfüllt wird. Der gesamte Prozess von der Beschaffung bis zur Zahlung unterliegt strengen Regeln und Richtlinien, welche jegliche damit im Zusammenhang stehenden Risiken vermeiden sollen. Zu diesen Maßnahmen und Regeln zählen u, a. Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen, auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigung für Zahlungen sowie ein strukturierter Rechnungsfreigabeprozess in der Form eines im ERP System dokumentierten Workflows.
Durch ein standardisiertes Finanzberichtswesen sowie durch sofortige, anlassbezogene
Berichterstattung über bedeutende Ereignisse wird die Geschäftsführung laufend über alle relevanten Sachverhalte informiert. Der Beirat wird in zumindest einer pro Quartal stattfindenden Sitzung über den laufenden Geschäftsgang inklusive operativer Planung und mittelfristiger Strategie des Konzerns unterrichtet, in besonderen Fällen wird der Beirat auch unmittelbar informiert.
Finanzielle Risiken
Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings. Kontinuierliches Controlling und regelmäßiges Reporting sollen sicherstellen, dass größere Risiken früh erkannt und - wenn notwendig - Gegenmaßnahmen getroffen werden können.
Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Überwachungs- und Risikokontrollsysteme effektiv genug sind. Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2026 beziehen sich vor allem auf die Abhängigkeit von der allgemeinen Konjunkturentwicklung, den Erhalt von Aufträgen und die Erzielung der entsprechenden Betriebsleistung bei entsprechendem Deckungsbeitrag aus dem bestehenden Auftragsstand. Darüber hinaus stellen bei der Abwicklung von Aufträgen unerwartete
Kostensteigerungen und Schwierigkeiten bei der Erreichung der garantierten Leistungsparameter der von uns gelieferten Anlagen und Gewerke wesentliche Risiken dar.
Weiters stellt eine mögliche Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Zielländern ein Risiko dar. Die Wirtschaftsschwäche könnte zu weiteren Verzögerungen oder Einstellung laufender oder in Akquisition befindlicher Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsbestand negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung auswirken könnte. Auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Beteiligungs- bzw. Firmenwerte könnte die Ergebnisentwicklung beeinflussen, wenn die wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden können.
Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen. Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie durch Abschluss von Exportversicherungen reduziert, jedoch können einzelne Zahlungsausfälle einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung haben. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls versichert.
Cashflow Risiken werden über monatliche Cashflow Berichte überwacht. Um die finanziellen Risiken weiter zu reduzieren und die Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition zu verbessern, passt Waagner-Biro Stage Systems laufend ihre Treasury-Richtlinien und -Informationssysteme an.
Waagner-Biro Stage Systems vermeidet es, von einer einzigen Bank abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanzprodukten (liquide Mittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt. Dennoch würde die Insolvenz einzelner oder mehrerer Banken einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung und das Eigenkapital der Waagner-Biro Stage Systems haben.
Nichtfinanzielle Risiken
•Personal
Im Bereich Personal sind interessante Entwicklungsmöglichkeiten, eine leistungsorientierte Entlohnung und fokussierte Trainingsprogramme wesentliche Erfolgsfaktoren, die hoch qualifizierte Mitarbeiter anziehen. Hohe Qualitätsstandards im Auswahlverfahren gewährleisten, dass die am besten geeigneten Kandidaten eingestellt werden. Im Rahmen der Nachfolgeplanung werden auf Basis standardisierter Leistungs- und Potenzialbeurteilungen für jede Schlüsselposition interne Nachfolgekandidaten identifiziert, um für kurz- und mittelfristige Nachbesetzungen Kandidaten verfügbar zu haben. Durch den pensionsbedingten Abgang von Schlüsselpersonen in den nächsten 5 Jahren muss schon frühzeitig an einer Nachbesetzungsstrategie gearbeitet werden. Auslastungsschwankungen können durch die Zuteilung von Aufträgen auf die einzelnen Standorte sowie lokal durch den Einsatz von Leiharbeitskräften ausgeglichen werden.
•Prozess Angebotslegung
Die Angebotserstellung erfolgt auf Basis standardisierter, kommerziell und juristisch überprüfter Textvorlagen und einer detaillierten Kalkulation. Nach finanziellem Risiko abgestuft, wird neben einer kaufmännischen Prüfung durch einen zeichnungs-berechtigten Personenkreis auch eine verfahrenstechnische Prüfung durch eine nach Produktbereichen festgelegte Personengruppe durchgeführt. Im Zuge der verfahrenstechnischen Überprüfung wird eine Risikoanalyse erstelIt, aus der bei Bedarf Maßnahmen abgeleitet werden.
waagner fin biro
•Prozess Projektabwicklung
Die Leistungserbringung erfolgt in Teams unter Führung eines Projektleiters. In regelmäßigen Teamsitzungen sowie technischen und kaufmännischen Reviews werden auch bestehende Risiken analysiert, Maßnahmen erarbeitet und Berichte an die Geschäftsführung erstattet. Über Risiken mit hohem Bedrohungspotenzial wird die Geschäftsführung unverzüglich informiert.
•Innovation und Entwicklung
Rasche Anderungen der Marktanforderungen verlangen nach ständiger Neu- und Weiterentwicklung von Produkten. Technologische Anderungen und kurze Lebenszyklen von neuen Produkten können dazu führen, dass sich einzelne Entwicklungsprojekte nicht vollständig amortisieren. Zur Risikominimierung werden vor Beginn eines Entwicklungsprojekts nach Möglichkeit relevante Marktdaten zusammengetragen, der Schwierigkeitsgrad der Entwicklung durch entsprechende Kostenbewertung festgelegt sowie eine Abschätzung der absetzbaren Stückzahl durchgeführt. In Quartalssitzungen wird zu den einzelnen Entwicklungsprojekten neben einem Fortschrittsbericht auch ein Risikobericht an das Management abgegeben. Erforderliche Maßnahmen werden mit der Geschäftsführung kurzfristig abgestimmt.
Die Geschäftsführung:
Wien, am 10.3.2026
«DT. Patrick Sonnleithner
Mag. Hefmut Wurzinger