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Lagebericht 2025

GUNZ Warenhandels GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 25. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Geschäftsverlauf

Die Gunz Warenhandels GmbH erzielte auch im vergangenen Wirtschaftsjahr eine weitere positive Entwicklung. Trotz der anhaltenden weltweiten Turbulenzen und Einschränkungen durch den Ukraine-Russland-Konflikt konnte aufgrund eines stabilen wirtschaftlichen Umfeldes der Umsatz des Vorjahres nahezu erreicht werden (-1,3 % zu Vorjahr). Der noch andauernde Nahost-Konflikt im Gazastreifen, die aktuelle weltpolitische Situation im Iran sowie die immer noch unsichere Planung von weiteren möglichen Zöllen in den USA haben so gut wie keine Auswirkungen auf das wirtschaftliche Wachstum des Unternehmens, da diese Märkte nur einen geringen Anteil im Jahresumsatz ausweisen.

Die Umsatzerlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr auf T€ 145.166 (Vorjahr T€ 147.062). Die Exportumsätze (inkl. innergemeinschaftliche Lieferungen) sanken von T€ 138.575 (2024) auf T€ 136.822. Der Hauptanteil des Rückganges kommt aus dem EU-Raum und hat sich durch die hohe Inflation und die daraus resultierenden Sparmaßnahmen der Regierungen zu einem veränderten Kaufverhalten bei den Endverbrauchern entwickelt. Die größten Auswirkungen sind hier in Frankreich und Deutschland zu beobachten. Die Exportquote entsprach 94,3 % und lag damit auf Vorjahresniveau.

Das Ergebnis vor Steuern hat sich von T€ 18.459 auf T€ 18.125 gesenkt.

1.2. Analyse mittels finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren des Geschäftsergebnisses

Der Finanzmittelbestand am Ende der Periode beträgt T€ 28.889 und weist folgende Gliederung auf:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
20252024
Finanzmittelbestand am Beginn der PeriodeT€ +10.364T€ +10.635
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit *)T€ +22.216T€ +10.658
Netto-Geldfluss aus der InvestitionstätigkeitT€ +309T€ +571
Netto-Geldfluss aus der FinanzierungstätigkeitT€ - 4.000T€ - 11.500
Finanzmittelbestand am Ende der PeriodeT€ +28.889T€ +10.364

*) Alle Veränderungen von Intercompany Transaktionen, die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von verbundenen Unternehmen betreffen, werden hier zusammengefasst.

Mit einem ordentlichen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von T€ 17.682 (Vorjahr T€ 18.045) – ohne Berücksichtigung der Beteiligungserträge – hat sich das Vorjahresergebnis um 2 % reduziert.

Die Umsatzrentabilität betrug 12,18 % (VJ 12,27 %).

Der Rohertrag konnte mit 27,8 % auf Vorjahresniveau gehalten bzw. leicht erhöht werden (2024 = 27,7 %). Die unterjährigen Preisschwankungen in der Rohstoffbeschaffung (Rohstoffengpass, Preiserhöhung bzw. -senkung überwiegend im Bereich Kaffee-/Schokoladebohnen/Zucker/Fette) seit dem Jahr 2021 sind auch in den Folgejahren weiterhin ein aktuelles Thema.

Die Mehrkosten bzw. Preisrückgänge wurden in der Kalkulation berücksichtigt und zeitverzögert an die Kunden weitergeben.

Unter Berücksichtigung des hohen Zinsniveaus, der hohen Energiekosten und aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Lage in Europa und Nahost waren auch die Preise im Berichtsjahr nicht stabil. Somit kam es, obwohl für unsere Branche eher untypisch, zu mehreren Preiserhöhungen und -senkungen während des Jahres auf das gesamte Sortiment.

Der Umsatzerlös pro Mitarbeiter lag mit T€ 1.284,7 über Niveau des Vorjahres. Beim Rohertrag pro Mitarbeiter gab es ebenfalls eine Steigerung, er betrug im Berichtsjahr T€ 357 (im Vorjahr T€ 345).

Aufgrund der - trotz der äußeren Einflüsse - sehr zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung konnte ein Eigenkapital iHv T€ 61.862,0 (Vorjahr T€ 51.908,7) - welches einer Eigenkapitalquote von 86,0 % (VJ 84,2 %) entspricht - erreicht werden.

Vermögenslage / Finanzlage:

Der Verschuldungsgrad des Unternehmens (Anteil Fremdkapital am Eigenkapital) konnte gegenüber dem Vorjahr von 0,19 auf 0,16 gesenkt werden.

Als Indikator zeigt das Nettoumlaufvermögen, wie viel Kapital im Unternehmen gebunden ist. Das Working Capital betrug im Berichtsjahr T€ 41.288,0 (im Vorjahr T€ 30.255,7).

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren:

Im Bereich der nicht finanziellen Leistungsindikatoren stehen weiterhin Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit als Erfolgsgaranten im Vordergrund der kontinuierlich guten Geschäftsentwicklung.

Kunden aus aller Welt schätzen den Vorteil eines großen europäischen Sortiments mit interessanten, leistungsstarken Eigenmarken sowie einem adäquaten Anteil an hochwertigen Markenartikeln. Dadurch eröffnen sich für viele Kunden neue, ideale Vertriebschancen. Ob gemischter LKW oder gemischter Container - aus unserem breiten Sortiment können wir die Ladungen nach den Bedürfnissen unserer internationalen Kunden zusammenstellen. Eine höchst effiziente Logistiklösung, optimale Lieferbereitschaft und eine geringe Reklamationsquote sind weitere Garanten für zufriedene und treue Kunden.

Unsere Vertriebsgesellschaften in Deutschland, der Schweiz und in Weißrussland stellen unsere internationale Ausrichtung dar. Dadurch rückt Gunz noch näher an seine Kunden heran und erhöht seine Marktdurchdringung auf diesen ausgewählten Märkten.

Mitarbeitertreue, Mitarbeiterzufriedenheit, Mitarbeiterproduktivität sowie Mitarbeiterweiterbildung sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren im nicht finanziellen Leistungsbereich

1.3. Arbeitnehmer

Die GUNZ Warenhandels GmbH beschäftigte im Abschlussjahr durchschnittlich 44 (im Vorjahr 46) Arbeiter und 69 (im Vorjahr 72) Angestellte.

Auf Grund der sehr geringen Fluktuation im gesamten Angestelltenbereich sind in der Gunz Warenhandels GmbH leitende Positionen (Abteilungsleiter) nachhaltig mit langjährigen Mitarbeitern besetzt.

2. Bericht über die zukünftige Entwicklung und Risiken des Unternehmens

2.1. Zukünftige Entwicklung des Unternehmens

Für das Geschäftsjahr 2026 ist ein Umsatz vor Erlösminderungen von T€ 150.000 geplant. Trotz der immer noch erhöhten Zins- und Inflationssituation in Europa, der politischen Situation in Russland, der Ukraine und Weißrussland sowie der USA und der instabilen Lage im Nahost liegt die Umsatzentwicklung im ersten Quartal nur leicht hinter dem Vorjahresniveau. Hier spiegeln sich bereits die ersten Preiserhöhungen im laufenden Wirtschaftsjahr wider. Zusätzlich zur Umsatzentwicklung wird auch die Mengenentwicklung laufend beobachtet. Diese gilt als Indikator zur Berechnung des zu erwartenden Umsatzes und liegt im ersten Quartal ebenfalls leicht hinter den Vorjahresmengen.

Die Geschäftsführung geht von einem Ergebnis für das Geschäftsjahr 2026 in etwa der Höhe des Berichtsjahres aus. Durch den weiteren Ausbau von Eigenmarken über ein breitgefächertes Sortiment und eine dynamische Sortimentspolitik wird versucht diese Umsatzerwartung mit nachstehenden Schwerpunkten zu realisieren:

 Erweiterung der Messeauftritte in neuen Verkaufsgebieten und Ländern  Personeller Aufbau im Bereich Außendienst.  Verstärkung der Marktdurchdringung durch eigene Tochterunternehmen in Deutschland, der Schweiz und in Weißrussland  Der Ausbau der Personalstruktur in der Zentrale Mäder wird fortgesetzt.

2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten („allgemeiner“ Risikobericht)

Auf Grund der allgemeinen Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten wird in 2026 weiterhin mit wesentlichen Preissteigerungen im Wareneinkauf gerechnet, die sich mindestens bis zum Ende des ersten Halbjahres hinziehen. Durch eine entsprechende Führung und laufende, gezielte Schulung des gesamten Vertriebes wird versucht, eventuelle Preissteigerungen in den Kalkulationen der Verkaufspreise und Aktionen unterzubringen bzw. an die Endverbraucher weiterzugeben. Insbesondere die Volatilität auf den Energiemärkten birgt aktuell Herausforderungen im Einkauf und in der Logistikplanung und bleibt bis zum Ende des aktuellen Iran-Konfliktes ein schwer kalkulierbares Kostenrisiko.

Weitere Risikofaktoren für das Geschäftsjahr 2026 bilden weiterhin die anhaltende hohe Inflation in Europa, sowie die Sanktionen von Weißrussland gegenüber der EU und der aktuelle Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.

Hiervon ist hauptsächlich die Tochtergesellschaft in Minsk betroffen, da zum einen der direkte Import von Lebensmitteln aus der EU von der Regierung in Weißrussland eingeschränkt wurde und zum anderen die Hauptabsatzmärkte in die Kriegsregionen fallen.

Die Geschäftsführung ist bestrebt das Tochterunternehmen mit seinen Mitarbeitern zu halten und versucht über neue Vertriebswege die Umsatzeinbußen zu generieren und neue Chancen zu nutzen. Zum aktuellen Zeitpunkt können die langfristigen Auswirkungen noch nicht verlässlich abgeschätzt werden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass mit Auswirkungen auf das Handelsvolumen, den Cashflow und die Rentabilität gerechnet werden muss.

Die Geschäftsbeziehung zur Tochtergesellschaft in Minsk beschränkte sich im Geschäftsjahr im Wesentlichen auf die Lieferungen von der Gunz Warenhandelsgesellschaft mbH an diese Tochtergesellschaft. Zum 31.12.2025 waren die Forderungen gegenüber dieser Tochtergesellschaft unwesentlich bzw. entsprechend den Vorjahreswerten.

2.3. Finanzielle Risiken insb. „spezieller“ Risikobericht bezüglich originärer und derivativer Finanzinstrumente

Das Unternehmen besitzt zum Bilanzstichtag Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 4.896. Die Veranlagung wurde langfristig geplant, die Risiken entsprechend geprüft und nach den Unternehmensrichtlinien der Nachhaltigkeit (Klimaschutz – Menschenwürde – Solidarität/Fairtrade – Gerechtigkeit) sorgfältig ausgewählt.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine derivativen Finanzinstrumente. Auch für das Geschäftsjahr 2026 ist die Verwendung dieser Finanzinstrumente nicht vorgesehen.

Das Ausfallrisiko im Bereich der inländischen und ausländischen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch eine Globalversicherung bei der Acredia Versicherung AG (vormals PRISMA-Kreditversicherung) im Wesentlichen abgedeckt. Ausfallrisiko besteht lediglich für den 10%igen Selbstbehalt im Schadensfalle bei den mit einem Kreditlimit versicherten Kunden. Kleinkunden mit geringeren durchschnittlichen Außenständen sind nicht versichert.

Die Umsetzung eines konsequenten Mahnsystems hat jedoch dazu beigetragen, die Ausfallsquote so gering als möglich zu halten. Die gesamten Forderungsausfälle einschließlich der Einzelwertberichtigungen und Berücksichtigung der Versicherungsleistungen liegen mit insgesamt T€ 145,3 über dem Vorjahresniveau iHv T€ 51,1. Die Summe der Forderungsverluste einschließlich der Einzelwertberichtigungen erhöhte sich von 0,03% auf 0,10%. Der Anstieg zum Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen aus der Einzelwertberichtigung einer Forderung gegenüber einem Lieferanten. Hier gab es Probleme bei der Einfuhr von bereits bezahlten Waren in die EU.

Die reine Entwicklung der Forderungsausfälle gegenüber Kunden ist weiterhin rückläufig und resultiert daraus, dass seit 2020 vermehrt Augenmerk auf die Kreditfähigkeit der Kunden gelegt wird. Die internen Prüfungen wurden verstärkt und in den regional gefährdeten Gebieten (zB Italien) vermehrt auf die Zahlungskondition „Vorauskassa“ umgestellt. Dies diente auch zur Absicherung von Ausfällen im Zusammenhang mit möglichen Auswirkungen durch Covid-19.

Im laufenden Jahr 2026 rechnen wir bei den Forderungsausfällen der Kunden mit einer ähnlichen Entwicklung wie im Jahr 2025, wobei hier mit keinen weiteren Auswirkungen durch Covid-19 gerechnet wird, allerdings die effektiven langfristigen Auswirkungen durch das hohe Zins- und Inflationsniveau, die Ukraine-Krise und die Konflikte im Nahost noch nicht realistisch bewertbar sind.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die GUNZ Warenhandels GmbH betreibt keine eigenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Im Jahresabschluss sind daher auch keinerlei Aufwendungen

für Forschung und Entwicklung enthalten. In diesem Bereich werden ausschließlich die Ressourcen der Geschäftspartner in Anspruch genommen.

4. Bericht über die verbundenen Unternehmen

4.1. GUNZ Warenhandels GmbH, Lindau (Bodensee), Zweigniederlassung Magdeburg, Deutschland

Für die Betreuung des Verkaufsgebietes Deutschland waren durchschnittlich 20 Angestellte und 34 Arbeiter beschäftigt.

Trotz der negativen Einflüsse durch die politische und wirtschaftliche Situation in Europa konnte die positive Entwicklung der Vorjahre gehalten und der Umsatz des Vorjahres nahezu erreicht werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Umsatz in Höhe von T€ 108.791 (im Vorjahr T€ 109.057) erzielt. Für das laufende Jahr wird ein ähnliches Ergebnis erwartet.

4.2. Gunz Schweiz GmbH, Chur, Schweiz

Die Gunz Schweiz GmbH mit Sitz in Chur beschäftigt 2 (im Vorjahr 4) Mitarbeiter und entwickelt sich weiterhin zufriedenstellend.

4.3. Gunz-Eurasia OOO, Minsk, Weißrussland

Die Gunz-Eurasia OOO mit Sitz in Minsk wurde am 6. März 2017 im Handelsregister in Minsk eingetragen. Mit Gründung einer 100%igen Tochtergesellschaft der GUNZ Warenhandels GmbH, Mäder schaffen wir die Möglichkeit, im eurasischen Raum neue Vertriebswege zu erschließen. In diesem Zusammenhang haben wir im Jahr 2018 die 100%igen Geschäftsanteile an der Gourmet Gallery OOO mit Sitz in Minsk übernommen. Zweck dieser Akquisition war die Übernahme des Kundenstocks der Gesellschaft. Die Gourmet Gallery OOO wurde im Jahr 2019 mit der Gunz-Eurasia OOO verschmolzen.

Die Gunz-Eurasia OOO beschäftigt 6 Mitarbeiter und befindet sich noch in einer Aufbauphase. Die Entwicklung ist bisher zufriedenstellend verlaufen.

Aufgrund der seit Jahresbeginn 2022 geltenden Sanktionen der weißrussischen Regierung gegenüber dem Lebensmittelimport aus der EU sind Lieferungen seitens der Gunz Warenhandelsgesellschaft GmbH nur im eingeschränkten Rahmen möglich. Hier wird versucht – gemeinsam mit der Geschäftsleitung in Weißrussland – neue Liefer- und Bezugsquellen aus den nicht sanktionierten Ländern zu erschließen. Dies konnte im abgeschlossenen Geschäftsjahr bereits teilweise umgesetzt werden.

Zusätzlich wirkt sich der aktuelle Konflikt zwischen Russland und der Ukraine negativ auf die Umsatzentwicklung der Gunz Eurasia OOO aus, da der Hauptabsatzmarkt in den aktuellen Kriegsregionen liegt.

Die Entwicklung für das Jahr 2026 kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht realistisch eingeschätzt werden. Das vorrangige Ziel ist die kostendeckende Entwicklung der Gunz Eurasia OOO unter Forcierung des Inlandsumsatzes in Belarus und dem Kundenkreis in den nicht sanktionierten und nicht kriegsbetroffenen angrenzenden Ländern.

Mäder, 13. Mai 2026

Die Geschäftsführung

Michael Temel eh

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