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Lagebericht 2025

Materials Center Leoben Forschung GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 26. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

der Materials Center Leoben Forschung GmbH zum 31.12.2025

1. Inhalt

1. Inhalt ........................................................................................................................... 1 2. Tätigkeitsbereich des Unternehmens....................................................................... 2 3. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage........................... 2 3.1 Geschäftsverlauf ....................................................................................................2 3.1.1 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.........................2 3.2 Geschäftsentwicklung.............................................................................................4 3.2.1 Entwicklung im COMET Bereich ................................................................... 4 3.2.2 Entwicklung im Non-COMET Bereich ...........................................................5 3.3 Geschäftsführung und Mitarbeiter...........................................................................5 3.4 Sonstige relevante Entwicklungen..........................................................................5 3.5 Zweigniederlassungen............................................................................................6 3.6 Leistungen besonderer Art .....................................................................................6 4. Finanz- und Ergebnissituation .................................................................................. 7 4.1 Ertragslage.............................................................................................................7 4.2 Vermögenslage ......................................................................................................8 4.3 Finanzlage..............................................................................................................9 5. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2025............ 9 6. Risikoberichterstattung ............................................................................................10 6.1 Risiken im COMET Bereich..................................................................................10 6.2 Risiken im Non-COMET-Bereich ..........................................................................11 6.3 Sonstige Risiken...................................................................................................11

2. Tätigkeitsbereich des Unternehmens

Die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) ist ein führendes Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Materialforschung und -technologie.

Ziel des MCL ist es, international als Key-Player der digitalen, nachhaltigen und ganzheitlich integrierten Materialforschung mit Fokus auf kreislauforientiertes Werkstoff-, Prozess- und Produktengineering wahrgenommen zu werden. Dabei geht es um die Verbesserung der Leistungsfähigkeit und die Verlängerung der Lebensdauer von Werkstoffen und nicht zuletzt um die Erarbeitung von Lösungen um Materialien werthaltig wiederzuverwenden.

Zur Erreichung der Ziele führt MCL sowohl langfristige Forschungsprojekte als auch kurz- und mittelfristige Forschungs- und Entwicklungsvorhaben durch und bietet darüber hinaus Dienstleistungen an.

Die langfristigen Forschungsaktivitäten werden überwiegend im Rahmen von kooperativen Forschungsprojekten in multidisziplinären Teams abgewickelt. Dabei liegt der Fokus bei (1) der Entwicklung von experimentellen Charakterisierungs- und Prüftechniken, (2) der Entwicklung von Modellen für Vorgänge, die auf unterschiedlichen Längenskalen ablaufen oder verschiedene physikalische Prinzipien gekoppelt beschreiben, (3) der Entwicklung von Softwaretools zur Nutzbarmachung der Modelle in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, (4) der Anwendung dieser Modelle zur Entwicklung neuer Materialien, Prozesse und Produkte, (5) der Digitalisierung und Virtualisierung von Materialien, von Herstellprozessen und von materialermöglichten Produkten, (6) der Integration von Methoden der künstlichen Intelligenz beim Design von Materialien, Herstellprozessen und Produkten, und (7) der Verwendung von Computermodellen für die modellbasierte autonome Überwachung und Kontrolle von Fertigungsprozessen und Produkten in Echtzeit.

Seit 01.01.2018 ist MCL Träger des COMET-K2-Zentrums „Integrated Computational Material, Process and Product Engineering (IC-MPPE)“. Im Jahr 2021 konnte MCL die erste Förderperiode (01/2018 bis 12/2021) erfolgreich abschließen. Seit 01.01.2022 befindet sich MCL somit in der zweiten Förderperiode (01/2022 bis 12/2026) des COMET-K2-Zentrums IC- MPPE. Das Jahr 2025 stellt das vierte Jahr der aktuellen COMET-Förderperiode dar.

Im sogenannten Non-COMET-Bereich sind alle Aktivitäten zusammengefasst, die nicht im Rahmen des COMET-Programms durchgeführt werden. Dies sind einerseits Dienstleistungsaufträge sowie kurz- und mittelfristige Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, andererseits aber auch längerfristige Forschungsprojekte, die im Rahmen nationaler und internationaler Programme gefördert werden.

3. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

3.1 Geschäftsverlauf

3.1.1 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Allgemeine Wirtschaftslage

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Januar 2026 seine Prognose für das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Jahr 2026 geringfügig angehoben und im April 2026 wieder gesenkt. Es liegt nun beim gleichen Wert wie im World Economic Outlook (WEO) vom Oktober 2025 prognostiziert. Mit einem Plus von 3,1 % liegt es auf dem gleichen Niveau wie in 2025, aber unter dem durchschnittlichen Wachstum der letzten Jahre und es wird besonders auf die aktuell vorherrschenden beträchtlichen geopolitischen

Risiken hingewiesen. Für Deutschland stellt der IWF im Oktober und zu Jahresanfang ein Wirtschaftswachstum in 2026 von 1,1 % und im April von 0,8 % in Aussicht. Deutschland dürfte sich damit den Prognosen zufolge im unteren Mittelfeld der G7-Staaten einordnen. Frankreich steht damit nicht bedeutend besser da und Italien liegt noch darunter.

Obwohl zu Jahresbeginn für alle wichtigen Staaten zumindest ein geringfügiges Wachstum im Jahre 2026 vorhergesagt wird, zeigt sich keine wesentlich positive Entwicklung der globalen Wirtschaftsleistung.

Die wirtschaftspolitische Unsicherheit bleibt hoch. Anhaltende militärische Konflikte sowie die schwer kalkulierbare Handelspolitik der USA wirken weiterhin dämpfend auf den Welthandel. Zusätzlich belasten der aktuelle Iran-Krieg und der damit verbundene Energiepreisschock die globale Konjunktur spürbar.

Eine zentrale Herausforderung bleibt die Begrenzung erhöhter finanzieller Risiken. In vielen Ländern haben die Pandemie und die Energiekrise zu einem deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung sowie zu höheren Finanzierungskosten geführt. Der Abbau von Schuldenständen und Haushaltsdefiziten ist daher wesentlich, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Krisen zu stärken. Österreich ist hiervon besonders betroffen. Die EU- Kommission hat im Sommer 2025 aufgrund eines Budgetdefizits von über 3 % des BIP (2024: 4,7 %, 2025 prognostiziert: 4,5 %) ein Defizitverfahren gegen Österreich eingeleitet. Österreich muss nun einen Pfad zum Schuldenabbau einhalten, um das Defizit wieder unter die EU- Maastricht-Grenze zu senken. Ziel ist es, das Defizitverfahren bis 2028 wieder zu verlassen.

Im Jänner wurde vom IWF erwartet, dass die weltweite Gesamtinflation von geschätzten 4,1 % im Jahr 2025 auf 3,8 % im Jahr 2026 zurückgeht, was einem Gleichbleiben gegenüber der Prognose vom Oktober entspricht. Die vom Iran-Krieg ausgelösten Inflationseffekte lassen nun jedoch eine im Vergleich zum Jahr 2025 steigende weltweite Gesamtinflation erwarten.

Insgesamt ist die Weltwirtschaft im Jahr 2025 laut IHS 3,3 % gewachsen und die Wirtschaft in Europa (EU-27) um 1,6 %.

Die österreichische Wirtschaft legte im Jahr 2025 nach zwei Jahren mit BIP-Rückgang um 0,6 % (IHS/WIFO) zu. Ausschlaggebend war ein starkes Wachstum zum Jahreswechsel 2024/2025, während die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal nur leicht zunahm und zuletzt stagnierte. Getragen wurde der Aufschwung vor allem von öffentlichem Konsum und Investitionen. Auch privater Konsum und Exporte entwickelten sich positiv, während die Bauinvestitionen weiter rückläufig waren. Impulse kamen vor allem aus dem Dienstleistungssektor, insbesondere aus öffentlichen Dienstleistungen; die Industrierezession endete.

Zu Jahresbeginn deuteten die Indikatoren auf eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung in Österreich hin. Mit dem Ausbruch des Iran-Krieges und dem dadurch ausgelösten starken Anstieg der Öl- und Gaspreise haben sich die Unsicherheit jedoch stark erhöht und die Konjunkturaussichten merklich eingetrübt. Daher wurde die Wachstumsprognose für Österreich und das Jahr 2026 auf 0,5 % (IHS) reduziert. Ohne den Iran-Krieg würde das Bruttoinlandsprodukt nach IHS-Prognose im Jahr 2026 um 0,5 Prozentpunkte mehr zulegen. Das WIFO sieht das Wirtschaftswachstum 2026 je nach Entwicklungsszenario im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zwischen +0,2 % und +1,1 %.

Infolge des kriegsbedingten Energiepreisschocks wurde die Inflationsprognose des IHS für das Jahr 2026 zuletzt auf 2,9 % angehoben. Das WIFO geht in seinem Hauptszenario von einer Inflationsrate von 2,7 % aus, sieht im pessimistischen Szenario einen Anstieg auf 4,1 % und im optimistischen Szenario eine Reduktion auf 2,5 %.

Die Arbeitslosenquote in % der Erwerbspersonen (laut Statistik Austria) lag im Jahr 2025 bei 5,7 %. Für das Jahr 2026 wird keine wesentliche Veränderung dieser erwartet, wobei die Prognosen aufgrund der geopolitischen Lage eine große Unsicherheit beinhalten.

Das wirtschaftliche Umfeld für das MCL wird im Jahr 2026 weiterhin herausfordernd bleiben. Die hohe Unsicherheit der wirtschaftlichen Prognosen erfordert eine vorausschauende Planung, die durch regelmäßige Aktualisierungen ergänzt wird.

Forschungsausgaben in der EU / in Österreich

Gemäß EUROSTAT (Aktualisierung März 2026) lag die Forschungsquote (Forschungs- und Entwicklungsausgaben in % des BIP) der EU-27 im Jahr 2024 bei 2,24 %. Dieser Wert bedeutet ein annäherndes Gleichbleiben der F&E-Ausgaben in der EU im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren und er liegt weiterhin weit unter den angestrebten 3 %. Österreich lag laut EUROSTAT im Jahr 2024 mit einer Forschungsquote von 3,26 % hinter Schweden (3,57 %) und Belgien (3,36 %) an dritter Stelle im EU-Vergleich.

Die jährliche Globalschätzung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) für das Jahr 2026 wurde von der Statistik Austria im April 2026 durchgeführt. Dieser Schätzung zufolge wurden in Österreich im Jahr 2025 voraussichtlich rund 17,4 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) ausgegeben. Dies entspricht einer Forschungsquote von 3,39 % für 2025. Die Globalschätzung für das Jahr 2026 liegt bei 3.34 %. Die Forschungsquote Österreichs ist in den vergangenen Jahrzehnten nahezu stetig angestiegen und liegt weit über dem europäischen Durchschnitt. Für die nächsten Jahre ist aufgrund der angespannten nationalen und europäischen Budgetsituation mit einer Verringerung von F&E-Fördermitteln zu rechnen. Die Forschungsförderung in Österreich wird sich thematisch in den nächsten Jahren entlang der 9 Schlüsseltechnologien und Stärkefelder aus der Anfang 2026 veröffentlichten und erstmals erstellten Industriestrategie ausrichten. Der in der Strategie des MCL von 2023 festgelegte Forschungsfokus beinhaltet mehrere der dort definierten Schlüsseltechnologien.

3.2 Geschäftsentwicklung

3.2.1 Entwicklung im COMET-Bereich

Das Jahr 2025 ist das vierte Jahr der zweiten Förderperiode (01/2023 bis 12/2026) des COMET-K2-Zentrums für „Integrated Computational Materials, Process and Product Engineering (IC-MPPE)“.

Insgesamt wird im Jahr 2025 ein COMET-Volumen von rund 8,2 Mio. EUR erreicht (2024: 10,15 Mio. EUR). Dies entspricht einer Unterschreitung des Budgets (BU 2025: 8,9 Mio. EUR) um ca. -8 %. Nach heutigem Planungsstand geht das MCL von einer Ausschöpfung des maximal möglichen COMET-Volumens zum Ende der Förderperiode mit Ende 2026 aus.

Die Entwicklung im COMET-Bereich verlief im Geschäftsjahr 2025 insgesamt stabil und im Wesentlichen im Einklang mit der strategischen Planung. Derzeit werden 23 aktive Projekte bearbeitet. Auf Projektebene, insbesondere bei den schon mehrere Jahre laufenden Projekten, werden aufgrund der Teuerung seit Projektplanung nach Bedarf Anpassungen vorgenommen. Auf Zentrumsebene ist aus derzeitiger Sicht eine erfolgreiche Umsetzung des übergeordneten Forschungsprogramms nicht gefährdet

3.2.2 Entwicklung im Non-COMET-Bereich

Im Non-COMET-Bereich werden sowohl nicht geförderte als auch geförderte Aktivitäten durchgeführt.

Die geförderten Aktivitäten umfassen national und international geförderte Forschungsprojekte. Im geförderten Non-COMET-Bereich (inklusive Kooperationen in Basisprogramm- Projekten) betrug das Projektvolumen 2025 3,7 Mio. EUR (inkl. Eigenanteile), was ziemlich genau dem budgetierten Wert und einer Steigerung um ca. 14 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht (2024: 3,3 Mio. EUR). Dies ist darauf zurückzuführen, dass 2025 mehrere Projekte gestartet sind, darunter auch ein Christian-Doppler-Labor.

Die nicht geförderten Aktivitäten umfassen Forschungsaufträge, die von den Auftraggebern voll finanziert werden, sowie Dienstleistungsvorhaben mit Gewinnaufschlag. 2025 betrug der Umsatz in diesem Bereich rund 2,8 Mio. EUR (2024: 2,64 Mio. EUR). Dies entspricht einer Erhöhung von ca. 7 % im Vergleich zum Vorjahr. Die neuerliche Steigerung trotz der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation (s. Punkt 3.1) ist ein Zeichen für das hohe Kundenzufriedenheitsniveau und die positive Wirkung der gesetzten Maßnahmen in Bezug auf Marketing und Akquisition.

3.3 Geschäftsführung und Mitarbeiter

In der 56. Generalversammlung am 18.06.2024 entschieden sich die Gesellschafter des MCL gegen eine Ausschreibung der offenen Position der kaufmännischen Geschäftsführer:in. Herr Ecker bleibt alleiniger Geschäftsführer und soll dabei von zwei Prokurist:innen unterstützt werden. In der 57. Generalversammlung am 17.12.2024 wurde eine dementsprechend adaptierte Geschäftsordnung der Geschäftsführung beschlossen, in der auch die Umsetzung eines Vier-Augen-Prinzips hinsichtlich rechtsgeschäftlicher Vertretungshandlungen festgelegt ist. Mit Wirkung zum 10. Februar 2025 wurden Frau Wolfger und Herrn Marsoner die Gesamtprokura erteilt. Gemäß den internen Vorschriften sind sie befugt, das MCL gemeinsam zu vertreten, falls die Geschäftsführung abwesend oder verhindert ist.

Die Anzahl der Mitarbeiter:innen im Dezember 2025 betrug 136 Personen (Vollzeitäquivalent: 105,32) (Vorjahr: 146 / VZÄ 108,32).

Von der Gesamtanzahl der Mitarbeiter:innen entfielen 103 (VZÄ: 79,81) auf den wissenschaftlichen Bereich (inkl. studentischer Mitarbeiter), 16 (VZÄ: 14,93) auf den technischen Bereich (Techniker) und 17 (VZÄ: 10,58) auf die Administration.

Der Anteil der Mitarbeiterinnen lag im Dezember 2025 bei 28,7 % bei den Köpfen und 25,1 % bei den VZÄ.

3.4 Sonstige relevante Entwicklungen

• Eines der wesentlichen Ziele des MCL ist die Steigerung der Sichtbarkeit der österreichischen Forschung durch Publikation der Ergebnisse, durch Patentanmeldungen, durch Lizenzvergaben, aber auch durch Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs. Die relevanten Zahlen des COMET-Zentrums und des Non-COMET-Bereichs des MCL dazu sind: a.) Die Publikationstätigkeit im Jahr 2025 konnte trotz des planmäßig abnehmenden COMET-Volumens mit insgesamt 116 Publikationen auf einem hohen Niveau gehalten werden (2024: 123; 2023: 106).  COMET-Bereich: 64 Beiträge in Fachzeitschriften und Fachbüchern (davon 64 referiert); 19 referierte Veröffentlichungen in Tagungsbänden;

 Non-COMET-Bereich: 28 Beiträge in Fachzeitschriften (davon 26 referiert); 5 referierte Veröffentlichungen in Tagungsbänden. b.) Im Jahr 2025 wurden vier MCL-Patente erteilt, die im Rahmen von COMET- Projekten entstanden sind:  „SPOT-WELDING ELECTRODE CAP“ (international);  „Verfahren zur Herstellung eines Sensors und hiermit hergestellter Sensor (Method of manufacturing a sensor and sensor manufactured thereby)“ (jeweils in Japan und Korea);  „Messsonde zum Untersuchen von Oberflächenbereichen“ (in Europa). c.) Für das wissenschaftliche Softwarepaket (INARA) wurden 2025 weitere kommerzielle Lizenzen vergeben. d.) Im Jahr 2025 wurden im Rahmen von Projekten im COMET-Bereich 15 Dissertationen und 7 Diplom-/Master-Arbeiten abgeschlossen. Im Non-COMET- Bereich des MCL wurde 2025 3 Dissertationen und 1 Masterarbeit abgeschlossen. Weiters wurden 2025 im Rahmen von MCL-Projekten 4 Bakkalaureatsarbeiten betreut. Zum Stichtag 01.03.2026 waren weitere 38 Dissertationen, 14 Diplom-/ Master-Arbeiten und 7 Bakkalaureatsarbeiten am MCL in Arbeit. • Ein weiteres wesentliches Ziel des MCL ist es, national und international geförderte Projekte außerhalb von COMET einzuwerben. Im Jahr 2025 war MCL an 33 Projekteinreichungen (20 national und 13 international geförderte) beteiligt. Zum Stichtag 01.04.2026 wurden 10 (6 national und 4 international geförderte) Projekte genehmigt. Weitere Projektanträge wurden bereits eingereicht oder befinden sich in der Vorbereitung für Antragseinreichungen im Jahr 2026. • Ein Highlight in diesem Bereich ist der kürzlich bewilligte ERC-Starting-Grant in Höhe von 1,5 Mio. Euro für den MCL-Mitarbeiter Max Hodapp (Titel: Machine-learned Atomic Descriptors combined with TENSOR Networks unlocks predictive computational design of alloys (MAD-TENSOR); Projektbeginn: 01.01.2026). ERC-Grants zählen zu den renommiertesten europäischen Forschungsförderungen. Für das MCL ist dies bereits der zweite ERC-Grant und darüber hinaus ist das MCL als assoziierter Forschungspartner noch an einem weiteren ERC-Grant beteiligt.

3.5

Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassungen.

3.6

Leistungen besonderer Art

• Zertifizierung o Seit 2012 ist der Service Bereich des MCL nach ISO 9001 zertifiziert. Seit März 2019 betreibt der Servicebereich eine nach ISO 17025 akkreditierte Prüfstelle. o o Am 27.01.2025 und 28.01.2025 fand das Behördenaudit (1. Überwachungsaudit) nach ISO 17025 statt. Dabei wurde ein neues Verfahren eingereicht, welches im Anschluss erfolgreich bewertet und mit einem positiven Bescheid bestätigt wurde. Am 31.03.2025 fand das 1. Überwachungsaudit im Zertifizierungszyklus 2024-2027 nach ISO 9001 für Services im Bereich Werkstoff- und Bauteilanalyse,

Werkstoffauswahl, Charakterisierung mikroelektronischer Komponenten, Berechnung & Simulation und Schadensanalytik statt. Durch den außerordentlich positiven Verlauf dieses Audits wurde die Konformität und Wirksamkeit des Managementsystems bestätigt, wodurch die Zertifizierung aufrechterhalten blieb.

• Öffentlichkeitsarbeit

o Im Jahr 2025 wurden die Aktivitäten im Bereich PR weiter gesteigert. MCL wurde in mindestens 392 Medienbeiträgen genannt (2024: 383). Des Weiteren nutzt MCL Social-Media-Kanäle (LinkedIn, Facebook, YouTube & Instagram), um die Erfolge der einzelnen Projekte stärker nach außen zu kommunizieren. Durch das regelmäßige Posten von hervorragenden Videos und relevantem Content steigt die Anzahl der MCL-Follower stetig.

• Veranstaltungen

o MCL organisierte im Jahr 2025 u.a. folgende Veranstaltungen bzw. Symposien: • Organisation des internationalen Meetings der „European Galvanized Autobody Partnership“, 13.1.2025, Leoben Österreich • Organisation eines Messestands und Vortrag bei der nanoTech 2025, 29.01.2025 – 31.01.2025, Tokyo, Japan, • Organisation eines Messestands beim “International Symposium on Applications of Ferroelectrics” 13.7.2025 – 18.07.2025, Graz, Österreich • Co-Organisation eines Workshops zum Thema „KI-Anwendungen in der Werkstoffentwicklung und -produktion“, 20.8.2025, Alpbach, Österreich, • Organisation eines Messestands bei der internationalen Konferenz „Electronic and Software Based Systems 06.10.2025 – 10.10.2025, Graz, Österreich Conference (EBSCON)“ • Co-Organisation eines Workshops des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF): „Gaining Advantage Through Prevention / Vorsprung durch Prävention“, 16.10.2025, Klagenfurt, Österreich • Co-Organisation des internationalen Symposiums “Leoben IoT Sensor Systems Symposium (IoT S3 2025), 27.11.2025, Leoben, Österreich.

4. Finanz- und Ergebnissituation

4.1 Ertragslage

Die Umsatzerlöse 2025 in Höhe von 2,85 Mio. EUR (VJ: 2,64 Mio. EUR) und die Bestandsveränderungen in der Höhe von -0,03 Mio. EUR (VJ: -0,004 Mio. EUR) betreffen ausschließlich den Non-COMET-Bereich.

Im Jahr 2025 betrugen die Finanzierungsbeiträge der Partnerunternehmen und wissenschaftlichen Partnern 4,11 Mio. EUR (VJ: 5,27 Mio. EUR).

Die Förderungen betrugen für den COMET-Bereich 4,50 Mio. EUR (VJ: 5,58 Mio. EUR) und für den Non-COMET-Bereich 2,67 Mio. EUR (VJ: 2,38 Mio. EUR).

Dazu kamen Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen von rund 14,8 TEUR (VJ: 14,8 TEUR), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie aus dem Abgang vom Anlagenvermögen in der Höhe von 0,49 Mio. EUR (VJ: 0,34 Mio. EUR) und 0,89 Mio. EUR (VJ: 0,81 Mio. EUR) übrige Erträge. In den übrigen betrieblichen Erträgen ist unter anderem die Forschungsprämie in der für das Geschäftsjahr 2025 zu erwartenden Höhe enthalten.

Der Aufwand für bezogene Leistungen und Material betrug 3,57 Mio. EUR (VJ: 5,31 Mio. EUR). Der Personalaufwand betrug 8,95 Mio. EUR (VJ: 8,83 Mio. EUR).

Die Abschreibungen betrugen rund 1,07 Mio. EUR (VJ: 0,95 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 1,68 Mio. EUR (VJ: 1,63 Mio. EUR). Das Finanzergebnis lag bei 205 TEUR (VJ: 183 TEUR).

Das Ergebnis nach Steuer betrug 0,44 Mio. EUR (VJ: 0,49 Mio. EUR).

4.2 Vermögenslage

Das in der Bilanz ausgewiesene Anlagevermögen betrug 4,30 Mio. EUR (VJ: 3,31 Mio. EUR). Der Anlagenzugang hat im Geschäftsjahr 2025 rund 2,1 Mio. EUR betragen. Die größten Einzelinvestitionen waren die Anschaffung der Wasserstoffprüfanlage und die Umbauarbeiten für die Zusammenlegung bzw. Erweiterung der Standorte.

Das Umlaufvermögen betrug 2025 15,13 Mio. EUR (VJ: 16,00 Mio. EUR) und ist somit im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die liquiden Mittel haben sich in 2025 um +0,37 Mio. EUR weiter erhöht (s. Cash-Flow 2025 unter Punkt 4.3). Zudem haben sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände per 31.12.2025 im Vergleich zum 31.12.2024 um rund 25 % reduziert. Dies ist insbesondere auf eine Reduktion bei offenen Forderungen aus Geldund Sachleistungen von Partnerunternehmen sowie bei sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen zurückzuführen.

Der Jahresüberschuss per 31.12.2024 in der Höhe von 495.869,10 EUR wurde 2025 zur Gänze einer nicht gebundenen Gewinnrücklage zugeführt, die per 31.12.2025 einen Wert von 9,06 Mio. EUR (VJ: 8,56 Mio. EUR) aufweist und eigenkapitalstärkend zur Sicherung zukünftiger Forschungsvorhaben und Schwerpunktsetzungen dient.

Der Bilanzgewinn 2025 betrug 0,44 Mio. EUR (VJ: 0,49 Mio. EUR).

Das Eigenkapital des Unternehmens konnte im Geschäftsjahr 2025 auf 9,79 Mio. EUR (VJ: 9,35 Mio. EUR) erhöht werden.

Die Eigenmittelquote nach § 23 URG beträgt:

Berechnung: (Eigenkapital*100) / (Gesamtkapital abzgl. mit Vorräten verrechenbare Anzahlungen und abzgl. Sonderposten)

Werte in TEUR

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
31.12.202531.12.2024
Eigenkapital9.7909.349
Gesamtkapital19.60719.397
Eigenmittelquote49,9 %48,2 %

Die Fiktive Schuldentilgungsdauer nach § 24 URG beträgt:

Berechnung: (effektives) Fremdkapital / Mittelüberschuss aus der Geschäftstätigkeit (effektives) Fremdkapital = Rückstellungen zzgl. Verbindlichkeiten abzgl. liquider Mittel

Werte in TEUR

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
31.12.202531.12.2024
(effektives) Fremdkapital00
Mittelüberschuss aus der Geschäftstätigkeit1.5251.428
Fiktive SchuldentilgungsdauerK.A.K.A.

4.3 Finanzlage

Der Cash-Flow 2025 zeigt folgende Entwicklung:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Nettogeldfluss aus dem laufenden GeschäftTEUR2.468
Nettogeldfluss aus der InvestitionstätigkeitTEUR-2.094
Nettogeldfluss aus der FinanzierungstätigkeitTEUR0
zahlungswirksame Veränderung des FinanzmittelbestandesTEUR375

Die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes hat 2025 375 TEUR betragen (VJ: 1,318 TEUR). Dadurch hat sich der Finanzmittelbestand des MCL am 31.12.2025 auf 11,48 Mio. EUR erhöht.

5. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2026

• Die Betriebsleistung lt. Budget 2026 (Stand Dez 2025) ist mit 14,86 Mio. EUR für den COMET und den Non-COMET veranschlagt. o Im COMET-Bereich ist ein Volumen von ca. 7,7 Mio. EUR budgetiert. Das Jahr 2026 ist das fünfte und letzte Jahr der zweiten Förderperiode (01/2022 bis 12/2026) des COMET-K2-Zentrums für „Integrated Computational Materials, Process and Product Engineering (IC-MPPE)“. o Im Non-COMET-Bereich bei den nicht geförderten Aktivitäten, das sind die beauftragten Forschungsprojekte und Aufträge, hat sich das MCL nach mehrmaliger Steigerung nun ein Halten des geplanten Umsatzes auf ca. 2,8 Mio. EUR vorgenommen. In den nächsten Jahren sollen vor allem die durchgeführten und geplanten Maßnahmen im Bereich Business Development und Internationalisierung eine Umsatzsteigerung im Bereich Entwicklung & Optimierung und Services unterstützen. o Bei den geförderten Aktivitäten im Non-COMET-Bereich liegt der Budgetwert erlösseitig bei rund 4,2 Mio. EUR. Im Erlösbereich sind sowohl die Förderungen als

auch die Ausfinanzierung eines Teils der Projekte durch die an diesen Projekten beteiligten Unternehmenspartner inbegriffen. Die FFG/Basisprogramm Projekte sind hier ebenfalls enthalten. MCL geht von einem Anstieg des Projektvolumens (inkl. Eigenanteil) um ca. 35 % im Vergleich zum Jahr 2025 aus. Neben neuen national geförderten Projekten, wurden kürzlich beziehungsweise werden in 2026 mehrere neue EU-Projekte gestartet und das mit 1.1.2025 gestartete Christian Doppler Labor wird weiter hochgefahren.

• MCL plant im Jahr 2026 ca. 2,9 Mio. EUR zu investieren. Dabei sind rund 2,3 Mio. EUR Verschiebungen aus 2025. Die Finanzierung einer Investition im Bereich Mikroelektronik, das „Röntgenmikroskop (XRM)“, ist überwiegend (90 %) über EFRE-Förderung geplant. • Mit Stand März 2026 sind 131 Mitarbeiter:innen am MCL beschäftigt. Auf Basis der Personalplanung 2026 werden Ende 2026 voraussichtlich 136 Mitarbeiter:innen am MCL tätig sein.

6. Risikoberichterstattung

6.1

Risiken im COMET-Bereich

Das COMET-Projektvolumen prägt die Geschäftstätigkeit des MCL wesentlich. Bei COMET- Förderungen handelt es sich um zeitlich begrenzte Förderungen. Das derzeit größte Risiko des MCL birgt daher die Neuantragstellung für die nächste COMET-Förderperiode, welche im November 2025 im Rahmen der Ausschreibung für COMET-Zentren eingereicht wurde. Trotz eines zukunftsorientierten Forschungsprogramms, sorgfältiger Planung und eines starken Konsortiums besteht das Risiko, dass der Antrag negativ beurteilt wird. Der Antrag ist aktuell in Begutachtung, am 12.05.2026 findet das zugehörige Hearing statt und für 2. Juni ist eine Förderentscheidung angekündigt. Im Falle einer Ablehnung des Antrages besteht die Möglichkeit, sich für eine maximal 1 Jahr dauernde Phasing-Out-Phase zu bewerben.

Es ist geplant, dass das Projektvolumen der laufenden Förderperiode (2022-2026) voll ausgeschöpft wird. Das Risiko einer Unterschreitung des genehmigten Volumens wird als gering eingestuft, aber aus den bundesländer-spezifischen Vertragsbestimmungen ergibt sich ein gewisses Risiko für Förderausfälle. Eine Planungsschwierigkeit stellen die immer wieder und auch während einer laufenden Förderperiode geänderten und teilweise nicht klar definierten Vorgaben durch den Fördergeber dar, welche das Risiko für einen Ausfall von Förderungen mit sich bringen. Es wird versucht durch laufende Abstimmung und Abklärungen im Zuge der jährlichen Prüfungen durch die FFG sowie durch ein laufendes Projektcontrolling das Risiko für die nachträgliche Nichtanerkennung von Kosten so gering als möglich zu halten.

Die internationale, europäische und österreichische Konjunkturentwicklung – wie unter Punkt 3.1 beschrieben – ist auch für das MCL wesentlich. Die Steigerung der Kosten aufgrund anhaltend erhöhten Inflation – insbesondere der Personal- und die Betriebskosten – ist eine große Herausforderung für das MCL. Im COMET-Bereich ist keine Indexierung für die aktuelle Förderperiode vorgesehen, was auf Projektebene Anpassungen notwendig macht. Aus derzeitiger Sicht ist allerdings eine erfolgreiche Umsetzung des Forschungsprogramms nicht gefährdet.

Weiters – wie im Punkt 3.1 erläutert – haben vergangen und anhaltende Krisen und im Zusammenhang damit getroffenen Entscheidungen für die meisten Länder eine höhere Staatsverschuldung und höhere Kreditkosten nach sich gezogen. Um künftige Krisen zu bewältigen, ist ein Abbau der Staatsverschuldung und der Defizite entscheidend. Kurzfristig ist eine Senkung der Forschungsförderungsmittel zu erwarten und mittelfristig besteht die

Gefahr, dass sich die öffentlichen Ausgaben für Forschungsförderung auf einem niedrigeren Niveau einpendeln könnten.

Langfristig geht das MCL aktuell aber davon aus, dass sowohl die Wirtschaft als auch der Staat in zukunftsorientierten, produktivitätserhöhenden Bereichen wie Bildung, Digitalisierung und Forschung weiterhin mit höherer Priorität investieren werden.

6.2 Risiken im Non-COMET-Bereich

Aufgrund der strikten Vorgaben bei national und international geförderten Projekten hinsichtlich Ist-Kosten-Abrechnung für Anlagen- und Personalkosten besteht das Risiko, dass nachträglich Kürzungen der förderbaren Kosten erfolgen. Um das Verlustrisiko zu reduzieren, werden Anlagenkosten und Ausnutzungsgrad der Anlagen laufend verfolgt und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen gesetzt. Sorgfältige und vorsichtige Abrechnungen begleitet von laufendem Projektcontrolling sollen das Risiko in diesem Bereich weiter minimieren. Auch das Unterschreiten der Projektkosten von Projektpartnern kann in bestimmten Konstellationen zu Förderausfällen führen.

Sonstige Non-COMET-Projektrisiken werden durch entsprechende Maßnahmen wie

• definierte Abläufe (für den Bereich Services gemäß ISO 9001) • Projektcontrolling • Mahnwesen

minimiert.

Die Kostensteigerungen stellen bei den geförderten Non-COMET-Projekten ebenfalls eine Herausforderung dar. Sobald ein Projekt genehmigt ist, ist das Projektbudget fixiert. Obwohl MCL bei der Projektplanung mit Indexierung rechnet, wurde zum Zeitpunkt der Projektplanung bei manchen aktuell schon länger laufenden Projekten nicht von einer derartig großen Personalkostenerhöhung ausgegangen. Daher werden voraussichtlich Anpassungen der Kostenkategorien innerhalb des Budgetrahmens bei den laufenden Projekten notwendig werden. Dabei besteht das Risiko, dass dem Antrag auf Umkategorisierung der Kosten seitens der Fördergeber nicht stattgegeben wird. Das würde zu für die Förderung nicht anerkannten Kosten führen.

6.3 Sonstige Risiken

Die Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) haben in letzter Zeit weiter an Dynamik zugenommen. Die thematische Ausrichtung des MCL beinhaltet die Einbindung von KI in der Entwicklung von u.a. Werkstoffuntersuchungsmethoden, Zustandsüberwachungslösungen und Materialbeschleunigungsplattformen. Das MCL erzielt dabei gute Fortschritte. Aufgrund der extrem raschen Entwicklung von KI-basierter Materialforschung besteht jedoch ein Risiko im internationalen Kontext in Rückstand zu gelangen, wenn keine überkritische Größe erreicht bzw. erhalten werden kann. Aktuell liegt der Fokus auf der Einwerbung von Projekten zur Anwendung und Entwicklung KI-basierter Methoden.

Der verstärkte Einsatz von KI im Material-, Prozess- und Produktengineering wird auch die Forschungsprozesse und -bedarfe nachhaltig verändern. Darin liegen für das MCL sowohl Chancen als auch Risiken. Es gilt daher die Entwicklung genau zu beobachten und unsere Forschungs- und Methodenschwerpunkte entsprechend vorausschauend anzupassen.

Methoden der generativen und agentischen Künstlichen Intelligenz verändern vielerorts auch die Arbeitsweise beim Verfassen von Projektanträgen. Das hat eine Vervielfachung der Zahl der eingereichten Anträge, eine damit einhergehende Reduktion der Erfolgsquoten und auch eine zunehmende Schwierigkeit den eigenen Wissens- und Methodenvorsprung erfolgsbringend darzulegen zufolge.

Im Gebiet der Mikroelektronikforschung in Osterreich wurden in den letzten Jahren die Silicon Austria Labs (SAL) als zentrale Forschungseinheit aufgebaut und institutionalisiert. Das MCL ist im Thema Materialien für die Mikroelektronik mit Fokus auf Advanced Materials, Advanced Analytics und Multiskalensimulation additiv zu SAL aufgestellt und auf internationalem Niveau fest verankert und erfolgreich. Die sehr hohen Mittel die direkt in SAL investiert werden verringern die wettbewerblich verfügbaren Forschungsgelder u.a. auf dem Gebiet der Advanced Materials für die Mikroelektronik drastisch, was zu einer zunehmenden Monopolisierung der angewandten Forschung in diesem Bereich führen könnte. Dies hätte insbesondere auf den Mikroelektronikbereich des MCL aber aufgrund der Ressourcenteilung zwischen den jeweiligen Anwendungsfeldern auch auf das gesamte MCL substanzielle negative Auswirkungen. MCL setzt in diesem Bezug und im Interesse des Forschungsstandortes Steiermark bzw. Osterreich auf aktive Kooperation mit SAL.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus dem Bereich IT-Sicherheit. Wie auch schon die Jahre zuvor, werden und wurden die Sicherheitseinstellung und -lösungen am MCL laufend an die aktuellen Herausforderungen im Bereich IT-Sicherheit und Cyber-Crime angepasst. Dazu werden laufend interne Sicherheitschecks durchgeführt und es fließen Informationen aus diversen Informationsquellen und Sicherheitsschulungen der zuständigen Mitarbeiter:innen ein. Besonders große Herausforderungen stellen weiterhin die neuen Aktivitäten im Bereich Softwareentwicklung aber auch einzelne Sicherheitsvorfälle bei Kunden und Partnern und die damit verbundenen IT-Sicherheitsrisiken dar.

Es besteht eine Haftpflichtversicherung, über die mögliche Risiken abgesichert sind.

Risikobehaftete Finanzinstrumente und allfällig damit verbundene Währungs- und Zinsrisiken sind am MCL nicht im Einsatz.

Leoben, 28. April 2026

Len

DI. Dr. Werner Ecker Geschäftsführer

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