Inhaltsverzeichnis
Gemäß § 243 UGB erstellt die Geschäftsführung der Werner & Mertz GmbH & Co KG, Hallein, den nachfolgenden Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025.
1. Bericht über das Geschäftsergebnis
1.1. Erläuterungen zu Geschäft und Rahmenbedingungen
Hauptgeschäftsgegenstand der Werner & Mertz GmbH & Co KG Hallein ist die Produktion und der Vertrieb von chemisch-technischen Produkten, insbesondere Reinigungs-, Pflege- und Waschmittel des täglichen Bedarfs. Die Gesellschaft hält zudem 100% der Anteile an der W&M Holding GmbH.
Als zweiter Produktionsstandort des Werner & Mertz Konzerns, der in vielen europäischen Ländern Vertriebsgesellschaften unterhält, ist das Werk Hallein wichtiger Bestandteil der Konzern- Produktversorgung.
Die hier erzeugten Artikel wurden überwiegend an die Werner & Mertz GmbH, Mainz, aber auch an andere Vertriebsgesellschaften des Konzerns (insbes. Osterreich, Italien, Spanien) geliefert.
Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2025 uneinheitlich. In den USA blieb die Konjunktur robust, das reale Bruttoinlandsprodukt wuchs um rund 2 %, getragen vor allem vom privaten Konsum und einem stabilen Arbeitsmarkt. In China schwächte sich das Wachstum weiter ab und lag bei etwa 4,5%, gebremst durch die anhaltende Krise am Immobilienmarkt und eine verhaltene Konsumnachfrage. Im Euroraum setzte sich hingegen eine moderate Erholung fort; das reale BIP stieg im Jahresdurchschnitt um rund 1,2 %. Haupttreiber des globalen Wachstums waren weiterhin die Dienstleistungen, während sich Industrieproduktion und Welthandel im Jahresverlauf leicht erholten. In diesem Umfeld erhöhten sich die Rohstoffpreise zu Jahresbeginn moderat; im Jahresdurchschnitt blieben sie jedoch volatil.
Die österreichische Wirtschaft hat die Rezession im Verlauf des Jahres 2025 überwunden, die Erholung blieb jedoch insgesamt verhalten. Nach dem realen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,9 % im Jahr 2024 stagnierte die Wirtschaftsleistung 2025 weitgehend bzw. wuchs nur leicht um rund 0,3 %. Die Investitionstätigkeit blieb aufgrund der weiterhin schwachen Nachfrage nach Investitionsgütern und Maschinen gedämpft. Insbesondere die Exporte nach Deutschland entwickelten sich unterdurchschnittlich. Entlastend wirkten hingegen die im Jahresverlauf gesunkenen Zinsen, die zu einer spürbaren Verbesserung der Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und private Haushalte beitrugen und eine allmähliche Stabilisierung der Konjunktur unterstützten.
1.2. Analyse des Geschäftsverlaufes und Geschäftsergebnisses
Die Umsatzerlöse sind im Jahr 2025 um 289 T€ (+0,9%) auf 32.331 T€ gestiegen. Bei leicht gesunkenen Produktionsmengen (-0,8%) stieg der Materialaufwand um 0,9% und der Personalaufwand um 5,6%. Im Jahr 2025 beträgt der Betriebserfolg 530 T€ (Vorjahr: 314 T€). Das Ergebnis vor Steuern im Jahr 2025 beträgt 85.581 T€. Dieses beinhaltet einen Beteiligungsertrag in Höhe von 8.500 T€ und eine Zuschreibung zu Finanzanlagen iHv 76.672 T€ aus verbundenen Unternehmen. Die Exportquote belief sich im Jahr 2025 auf 69%.
Als Ergänzung werden folgende finanzielle Leistungsindikatoren dargestellt.
1.2.1. Vermögenslage
| a) Eigenkapitalquote | Eigenkapital x 100 Gesamtkapital | - | 93,26% (VJ: 80,06 %) | |
|---|---|---|---|---|
| b) Anlagenintensität | - | Anlagevermögen x 100 Gesamtvermögen | - | 92,82% (VJ: 87,88 %) |
| c) Umschlaghäufigkeit der Vorräte | Vorräteeinsatz Durchschnittl. Lager | 5,7 x/Jahr (VJ: 6,4) |
1.2.2. Finanzlage
| a) | Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit | 5.744,4 T€ (VJ: 4.942,0T€) |
|---|---|---|
| b) | Cashflow der Investitionstätigkeit | - 742,7 T€ (VJ: -660,1 T€) |
| c) | Cashflow der Finanzierungstätigkeit | -5.000,0 T€ (VJ -3,999,8 TE) |
| Veränderung des Finanzmittelfonds | 1.691,0 T€ (VJ: 282,1 T€) |
1.2.3. Ertragslage
| a) Personalintensität | Personalaufwand x 100 Betrieblicher Aufwand | - | 22,46 % (VJ: 21,80 %) | |
|---|---|---|---|---|
| b) Eigenkapitalrentabilität | Ergebnis vor Steuern* x 100 Durchschnittl. Eigenkapital | 0,54 % (VJ: 0,45 %) | ||
| c) | Umsatzrentabilität | Ergebnis vor Steuern* x 100 | - | 1,27 % (VJ: 0,53%) |
| Umsatz | ||||
* jeweils ohne Berücksichtigung der Zuschreibung sowie der Erträge aus Beteiligungen
2. Risikobericht
2.1. Allgemeines Risiko
Die Werner & Mertz GmbH & Co KG ist im Rahmen ihrer Tätigkeit folgenden Risiken ausgesetzt:
• Umsatzeinbußen der belieferten verbundenen Unternehmen wirken auf die Kapazitätsauslastung der produzierenden Werke. • Lieferengpässe bzw. –verzögerungen bei den benötigten Vormaterialien. • Starke und schwer prognostizierbare Preissteigerungen für Rohstoffe und Verpackungsmaterialien. • Anhaltende und zunehmende Unsicherheit an den Energiemärkten bezüglich der Versorgung mit Erdgas (Wärmeerzeugung und Dampfkessel) und Strom (100%-Abhängigkeit). • Gefährdung der Konsumenten oder Umwelt durch fehlerhafte Produkte. • Elementarschäden • Ausfall oder Fluktuation von Mitarbeitern (Ressource / qualitativ), nicht kompensierbarer Know How Verlust, vor allem für den Betrieb von Sonderproduktionsanlagen. • Einschränkungen bis Ausfall von Abfüllanlagen, der elektronischen Datenverarbeitung und Kommunikationseinrichtungen.
Die Risiken und ihre potentiellen Auswirkungen werden im Rahmen des Risikomanagements laufend erhoben, analysiert und minimiert. Als Maßnahme gegen sich verknappende und verteuernde Rohstoffe erfolgt der Aufbau modularer Rezeptursysteme und Sortimentsstraffung. Die Einhaltung der definierten Standards wird mittels auditierter Systeme nachhaltig überprüft und durch Kennzahlen nachweisbar dokumentiert.
Die aktive Bearbeitung aller umweltrelevanten Abläufe am Standort Hallein, mittels eines wiederkehrend durch externe und interne Auditoren geprüften Umweltmanagementsystems, sichert ein den Konzerngrundsätzen entsprechend nachhaltiges Arbeiten und Umgang mit Ressourcen. Beispielhaft sei dazu die erfolgreiche Zertifizierung nach EMAS II,DIN EN ISO 14001 und IFS HPC erwähnt. Damit unterstreicht Werner & Mertz die Bedeutung des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit in Produktion und Vertrieb unserer Produkte.
2.2. Verwendung von Finanzinstrumenten
Die Begrenzung der Währungs- und Rohstoffpreisrisiken erfolgt durch folgende Finanzinstrumente:
• Der Einkauf von Fertigwaren, Rohstoffen, Emballagen, Verpackungsmaterialien und sonstiger Betriebsmittel erfolgt fast ausschließlich in Euro und ist über Rahmenverträge geregelt, wodurch Währungskursrisiken ausgeschlossen sind. • Auch die Fakturierung von Warenlieferungen an die in- und ausländischen verbundenen Unternehmen erfolgt ausschließlich in Euro.
3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten führen zu erhöhter Unsicherheit in den globalen Energie- und Lieferkettenmärkten und belasten über steigende Energie- und Transportkosten das internationale wirtschaftliche Umfeld.
Für das Unternehmen ergibt sich daraus ein erhöhtes Risiko volatiler Preise sowie potenzieller Störungen in Logistik und Beschaffung, was eine verstärkte Beobachtung der Entwicklung erforderlich macht.
Das im Jahr 2025 weitergeführte Projekt zur Neuausrichtung des Halleiner Produktionsstandortes wird fortgesetzt. Ziel ist es, die Produktionsanlagen gemessen anhand der Kennzahl OEE (Overall Equipment Efficiency) bestmöglich auszulasten.
Dazu werden eine rüstoptimierte Produktion und optimale Ausnutzung der verfügbaren Kapazitäten am Standort Hallein, unter Berücksichtigung der optimalen Losgrößen, Fertigwarenreichweiten und nachhaltiger Logistikströme (Direktlieferungen) angestrebt. Maßnahmen zur Leistungsverbesserung werden kontinuierlich erhoben und umgesetzt.
Durch die nach wie vor sehr angespannte Situation am Personalmarkt, in Bezug auf Verfügbarkeit und Qualifikation der Angestellten, sowie für gewerbliche Mitarbeiter, ergibt sich zudem die Notwendigkeit sich zunehmend auf Automatisierungstechnik in Herstellung und Abfüllung zu fokussieren. Parallel dazu wird das Qualifizierungsprogramm für Mitarbeiter aus 2025 weitergeführt. Durch eine Systematisierung der Prozesse wird die Wirksamkeit des Programms zunehmend erhöht.
Die Novelle der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten VBF §49 Abs 1 (2) vom 14.2.2023 führte zu einer Neubewertung der Lagermöglichkeiten in den Erdtanks am Standort Hallein (betrifft Behälter hergestellt vor 1985 ohne Leckage System mit Über- oder Unterdruck). Der geforderte Nachweis der Dichtheit der Tanks, für die befristete Weiterbenutzung bis 31.12.2027, wurde erbracht und der Behörde übermittelt. Für eine langfristige Lösung wurde 2025 ein Konzeptionsprojekt für einen Neubau sowie für eine Bestandssanierung der vorhandenen Erdtanks begonnen. Das Ziel ist, 2026 ein entscheidungsreifes Konzept auszuarbeiten, welches 2027/28 zur Umsetzung kommt. Eine Verlängerung der Übergangsfrist ist mit Nachweis der Dichtigkeit nochmals bis 31.12.2029 möglich und wird angestrebt.
Zur Minimierung des Energieversorgungsrisikos wurden 2023 erste Aktivitäten in Richtung Eigenversorgung (PV-Anlage) und Energiereduzierung bzw. -alternativen (beispielsweise Wärme- und Dampferzeugung, Abwärmenutzung) durchgeführt. Erste konkrete Ergebnisse sind bereits in Umsetzung und weitere Schritte für das folgende Geschäftsjahr vorgesehen. Nach Möglichkeit werden dabei die Förderanträge zusammen mit einer Energieberatung eingereicht. Für 2026 wird ein umfassendes Gesamtenergiekonzept angestrebt, um den Anforderungen der Zukunft bestmöglich zu entsprechen und das Versorgungsrisiko zu minimieren.
Werner & Mertz GmbH & Co KG
Lagebericht
4. Forschung und Entwicklung
Zur Sicherung eines langfristigen Unternehmenserfolges wird ständig in Forschung und Entwicklung unserer Produkte investiert. Dies erfolgt durch eine eigene Abteilung in der Unternehmensgruppe. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit wird für alle Gesellschaften innerhalb der Werner & Mertz Gruppe durch die Werner & Mertz GmbH in Mainz durchgeführt.
5. Zweigniederlassungen
Im abgelaufenen Geschätsjahr bestanden keine Zweigniederlassungen.
Hallein, am 30.04.2026
Beilage IV / Seite 5