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Lagebericht 2024/25

Egger Getränke GmbH & Co OG

Original-PDF

Stichtag 30. Apr. 2025 · Eingereicht am 16. Dez. 2025

Inhaltsverzeichnis

A. Darstellung des Geschäftsverlaufs

1. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche

Gesamtwirtschaftliche Situation

• Nach zwei Jahren der Rezession (2023: -1,0%, 2024: -1,1%) wird 2025 nur ein leichter Anstieg des realen BIP um 0,2% erwartet. Hauptursache für das schwache Wachstum ist der anhaltende Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit und ein weiterhin verhaltener privater Konsum. • Belastend für das Wachstum wirken sich zudem die notwendigen fiskalpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung aus. • Obwohl sich der Welthandel 2024 deutlich erholte, schrumpften die österreichischen Gesamtexporte 2024 durch die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit um 3,6%. Im Vergleich zum wichtigsten Handelspartner Deutschland sind die Lohnstückkosten in Osterreich im Zeitraum 2020 – 2024 jährlich im Schnitt um 1,2 Prozentpunkte stärker angestiegen. • Die Einführung der US-Güterimportzölle und die starke Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar führt zu einer weiteren Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit. • Die Arbeitslosenquote It. Eurostat ist im Jahr 2024 aufgrund der anhaltenden Rezession weiter leicht angestiegen und lag bei 5,2%, für 2025 wird mit einem weiteren Anstieg auf 5,5% gerechnet. • Trotz starker Reallohnzuwächse von +3,4% entwickelte sich der private Konsum nur schwach (+0,3%). Dies führte zu einem starken Anstieg der Sparquote. • Das Budgetdefizit bleibt trotz umfangreicher Konsolidierungsmaßnahmen sehr hoch und wird für 2025 bei -4,2% des BIP (nach -4,7% für 2024) erwartet. Ohne das Sparpaket der Regierung würde der Budgetsaldo 2025 bei etwa -4,9% des BIP liegen. • Die Inflationsrate (HVPI) ging im Jahr 2024 deutlich auf 2,9% zurück (2023: 7,7%). 2025 wird mit einem leichten Anstieg auf 3,0% gerechnet. Die Ursache liegt vor allem an der anhaltend hohen Inflation im lohnintensiven Dienstleistungssektor und an den zu Jahresbeginn 2025 gestiegenen Energiepreisen durch das Auslaufen der Strompreisbremse und Rücknahme der Senkung der Elektrizitäts- und Erdgasabgabe. Für 2026 wird durch sinkende Energiepreise mit einem deutlichen Rückgang der Inflation auf 1,8% gerechnet. • Der für die EGGER Getränke Gruppe als Hersteller von Konsumgütern interessante Miniwarenkorb (= wöchentlicher Einkauf: vor allem Nahrungsmittel, Konsumgüter des täglichen Bedarfs und Treibstoffe) weist 2024 einen Anstieg von 3,4% (2023: +6,8%) auf. (Quelle: Wirtschaftsprognose für Osterreich der OeNB per Juni 2025, Statistik Austria)

Branchenentwicklung

• Das im Jahr 2023 durch hohe Inflation und beeinträchtigte Lieferketten sehr schwierige Marktumfeld entspannte sich für die Getränkeindustrie im Jahr 2024 deutlich. Mit Ausnahme des Fruchtsaftmarktes lagen alle Kategorien mengenmäßig über dem Vorjahr. • Mit einem Gesamtausstoß von 10,095 Mio. HL (inklusive alkoholfreiem Bier) verzeichnete die österreichische Brauwirtschaft 2024 ein Absatzplus von 1,1% gegenüber 2023. Der Inlandsabsatz ging um -0,2% zurück, der Export verzeichnete ein erfreuliches Plus von 9%. • Bei der Inlands-Absatzstruktur entfiel 2024 auf den Lebensmitteleinzelhandel ein Anteil von 77%, der Anteil der Gastronomie lag bei 21%, die restlichen 2% entfielen auf Direktverkäufe an Letztverbraucher und Haustrunk. Die Gebindearten haben sich 2024 im Inland im Vergleich zu 2023 wie folgt entwickelt: Fass- und Tankbier -3%, Glas 0,5L Mehrweg +2%, Dose -3%. • Die Verpackungsanteile des österreichischen Bierausstoßes im Inland betrugen 2024 bei Fassbier 16,8%, 0,5L Flaschen 46,6%, Dosen 25,5% und 0,33L Flaschen 10,2%. Insgesamt wurden 2024 67% des Inlandsabsatzes in Mehrweggebinden auf den Markt gebracht (2023: 66%). • Lager-Märzenbier war mit einem Anteil von 70,0% am Gesamtabsatz die mit Abstand stärkste Biersorte im Inland mit weiter steigender Tendenz, gefolgt von Vollbier mit 12,5%. Die weiteren bedeutenden Biersorten waren Radler (3,2%), Spezialbier (3,7%) Schankbier (2,6%), alkoholfreies Bier (3,7%) und Pilsbier (2,7%). Bei den Anteilen gab es Zuwächse bei Lager-Märzenbier und AF-Bier, die restlichen Sorten entwickelten sich leicht rückläufig zum Vorjahr. (Quelle: Verband der Brauereien Osterreichs, Jahresbericht 06/2025) • Der Limonadenmarkt wuchs 2024 um 3,4% und konnte damit den starken Rückgang des Vorjahres wettmachen, wobei der Inlandsabsatz um -5,9% zurückgegangen ist, der Exportabsatz hingegen um 38,5% gesteigert werden konnte. Die Gesamtausstoßmenge lag bei 7,869 Mio. HL. Die mit Abstand stärkste Sorte beim Inlandsabsatz ist weiterhin Cola mit einem Anteil von 43,7% (2023: 44,2%), gefolgt von Orange mit 12,6% (2023: 12,5%), Wellnessgetränken mit 10,9% (2023: 9,5%) und Energydrinks mit 10,2% (2023: 11,3%). • Der österreichische Fruchtsaftmarkt ist nach der negativen Entwicklung im Jahr 2023 im Jahr 2024 mit -5,3% noch einmal deutlich zurückgegangen, der Absatz lag bei 1,617 Mio. HL. Hauptverantwortlich für das Minus ist vor allem die schwierige Rohstoffsituation und die hohen Preise für Orangensaft. Die Unterkategorie „Fruchtsaft gespritzt“ verzeichnete einen leichten Anstieg von 1,8%. • Der österreichische Mineralwassermarkt konnte 2024 einen Zuwachs von 3,1% auf 6,993 Mio. HL erzielen. (Quelle: Verband der Getränkehersteller Österreichs, www.getraenkeverband.at, Abruf vom 1.7.2025) • CO2-Systeme für den Heimgebrauch (Wassersprudler) haben inzwischen eine hohe Marktpräsenz mit einer Vielzahl an Anbietern, konkrete Marktzahlen liegen dazu jedoch nicht vor. • Durch die starke Teuerung der letzten Jahre greift der Konsument verstärkt zu preisgünstigen Produkten. Dies kommt besonders bei alkoholfreien Getränken den Handelsmarken zugute, welche vom Handel weiter forciert werden. Der Druck auf Markenartikel nimmt dadurch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel zu, speziell für Bund C-Marken besteht die Gefahr, abgetauscht und damit ausgelistet zu werden. • Der intensive Verdrängungswettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel setzt sich fort und ist von preisaggressiver Aktionspolitik bei Markenartikeln geprägt. Stützungszahlungen der Industrie wirken sich negativ auf deren Margen aus. Bier gehört als Frequenzbringer des Handels zu den Produktkategorien mit dem höchsten Aktionsanteil.

• Bei neuen Produkten steht neben aktuellen Trends, wie Gesundheit und funktionale Vorteile, auch Natürlichkeit und Nachhaltigkeit bei den Konsumenten im Fokus. • Die Ökologisierung von Getränkeverpackungen in Osterreich wurde durch die Einführung der verpflichtenden Mehrwegquote ab Jänner 2024 und des mit 1. Jänner 2025 in Kraft getretenen Pfandsystems für Einweggetränkeverpackungen vorangetrieben. • Für alle Getränke-Einweg-Kunststoff-Flaschen und Aludosen mit einer Füllmenge von 0,1 bis 3 Liter werden beim Verkauf 25 Cent Pfand pro Verpackung eingehoben, welche der Konsument bei der Rückgabe der leeren Verpackung wieder refundiert bekommt. Ziel ist die Erhöhung der Sammelquote und damit verbunden eine Steigerung der Recyclingquote, sowie die Vermeidung von Littering. • Mit 1. Februar 2025 wurde in Österreich der Pfandbetrag für 0,5L und 0,33L Mehrweg- Flaschen – der größte Teil davon Bierflaschen – von vormals 9 Cent auf 20 Cent erhöht. Diese Anpassung auf Initiative des Verbands der Brauereien war erforderlich, um die seit mehr als 40 Jahren unveränderte Pfandhöhe an den Wiederbeschaffungswert von neuen Flaschen anzupassen.

2. Umsatz- und Auftragsentwicklung

• Im Geschäftsjahres 2024/25 war ein Rückgang bei den Umsatzerlösen von 108,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 97,6 Mio. EUR (-10,4%) zu verzeichnen. • Der Rückgang ist vorrangig auf die Beendigung eines inländischen Handelsmarken- Kontrakts im Zuge einer Ausschreibung zurückzuführen. • Die Exportumsätze konnten von 28,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 28,8 Mio. EUR (+2,1%) gesteigert werden. Der Anteil der Exportumsätze lag im Geschäftsjahr 2024/25 bei 29,5% (2023/24: 25,9%). • Die Betriebsleistung des Geschäftsjahres 2024/25 ist von 108,7 Mio. EUR im Vorjahr um -9,7% auf 98,1 Mio. EUR gesunken. • Die Gesamtabsatzmenge (in Flaschen/Dosen) lag im Geschäftsjahr 2024/25 um -15% unter dem Vorjahr (AF = alkoholfreie Getränke -32%, Bier und bierhaltige Getränke +1%, sonstige Getränke -18%). • Der Bierabsatz konnte durch Forcierung des Exportgeschäfts insgesamt leicht gesteigert werden. • Die wichtigsten Kundengruppen am Getränkesektor sind der klassische Lebensmitteleinzelhandel (Verbrauchermärkte, Supermärkte) und der Diskont, welche mit eigenen Marken und Handelsmarken beliefert werden. Des Weiteren werden Abholgroßmärkte, die Gastronomie sowie der „On The Go“-Bereich (u.a. Tankstellen, Bäckereien, Kantinen) beliefert. • Neben der Belieferung des Lebensmittelhandels stellen Lohnfüllungen für Markenartikler ein wichtiges strategisches Standbein dar. Zuverlässigkeit, hohe Qualitätsstandards und Kundenorientierung sind die Basis für langjährige Partnerschaften in diesem Bereich.

3. Produktion, Qualitätssicherung und Logistik

Eine hohe Anzahl an Produkten, Formaten und Verpackungsvarianten bedeutet eine große Herausforderung für Produktionsplanung, Abfüllung und Logistik.

Um die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung der ständig steigenden Anforderungen zu schaffen, wurde in den letzten Jahren kontinuierlich in den Ausbau und die Modernisierung von Abfüll- und Verpackungstechnik sowie Automatisierung in der Logistik investiert.

In den Bereichen Produktion, Arbeitsvorbereitung, Qualitätssicherung und Logistik wird laufend an Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität sowie der Produkt- und Arbeitssicherheit gearbeitet.

Mit Umsetzung der Digitalisierungsschritte in der Produktionsplanung und des seit Frühjahr 2025 in Umsetzung befindlichen Projekts zur Lagerplatz- und Chargenführung bei Rohmaterialien wurden die Grundlagen für Steigerung der Anlageneffizienz, Optimierung der Lagerreichweiten und Reduktion der Schadensfälle gelegt. Durch vorbeugende Wartungsmaßnahmen und Lagerhaltung aller wichtigen Ersatzteile mit IT-gestützter Ersatzteilverwaltung wird eine höchstmögliche Anlagenverfügbarkeit sichergestellt.

Wiederholt konnte eine Zertifizierung nach IFS (International Food Standard) auf hohem Niveau erreicht werden. Zusätzlich wurden die Egger Getränke GmbH & Co OG und die Privatbrauerei Fritz Egger GmbH & Co KG im Zeitraum April – Juni 2025 erstmals erfolgreich nach ISO 9001 zertifiziert.

4. Beschaffung

Die Entwicklung an den Rohstoffmärkten war im Geschäftsjahr 2024/25 durch geopolitische Spannungen und dem Zollkonflikt mit den USA beeinflusst, was zu Unsicherheit und volatilen Preisen führte. Durch Mengenabsicherung und Mehrlieferantenstrategie bei wichtigen Rohstoffen wird die Versorgung sichergestellt.

Bei den agrarischen Rohstoffen sind die Preise für Malz, Hopfen und für Saftkonzentrate gestiegen. Sehr herausfordernd war die Situation bei Orangensaftkonzentrat. Durch schlechte Ernten gab es Engpässe bei der Verfügbarkeit und enorme Preisanstiege. Rückläufige Preise waren bei Zucker zu verzeichnen. Bei den Verpackungsmaterialien kam es zu leichten Preisrückgängen für PET, Glas und Kartonagen, während für Dosen weiter steigende Preise zu verzeichnen waren. Insgesamt lag das Preisniveau im Geschäftsjahr 2024/25 weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Corona-Krise von 2018 – 2020.

Die politische Entscheidung zur Forcierung des Ausbaus von erneuerbarer Energie und Steigerung der CO2-Bepreisung führten seit dem Geschäftsjahr 2021/22 zu steigenden Preisen für den Bezug von Wärme und Strom. Die durch den Konflikt in der Ukraine ausgelöste drohende Gasknappheit führte ab Februar 2022 sowohl bei den Preisen für den Bezug von Wärme als auch bei den Stromkosten zu einem weiteren sprunghaften Anstieg, welche ihren Höhepunkt Anfang des Jahres 2023 erreichte. Die danach wieder deutlich gefallenen Energiepreise haben sich im Geschäftsjahr 2024/25 stabilisiert, liegen aber im Vergleich zum Vorkrisenniveau weit über den historischen Werten. Deutlich angestiegen sind außerdem die Netzgebühren, belastend hat sich zudem der Wegfall der Förderung der Energieabgabe ausgewirkt. Ein Teil des Strombezugs ist preislich fixiert, der Rest wird über Spotmärkte zugekauft.

Die Tarife für Verpackungslizenzierung wurden in den letzten beiden Jahren jeweils deutlich angehoben. Seit 1.1.2025 ist dies vor allem auf die Einführung des Einwegpfandes und die damit signifikant reduzierten Lizenzierungsmengen zurückzuführen.

5. Investitionen

In Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände wurden insgesamt 4.669 TEUR investiert

Durch die Investition in ein zentrales Ersatzteilmagazin wurde die Effizienz in der Bewirtschaftung und die Verfügbarkeit optimiert. Weiters wurde eine Laugenfiltrationsanlage zur Wiederaufbereitung von Reinigungslauge angeschafft. Neben Ressourceneinsparungen wird damit eine Reduktion der Abwasserbelastung erzielt. Weitere größere Investitionen in Sachanlagen betrafen Optimierungen und Ersatzanschaffungen in den Bereichen Produktion, Logistik, Labor und IT sowie die Anschaffung von Mehrweggebinden.

Bei den immateriellen Vermögenswerten wurde hauptsächlich in Erweiterungen der Funktionalitäten des ERP-, Laborinformations- und Lagerwirtschaftssystems sowie in Bierlieferverträge investiert.

6. Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben

Die liquiden Mittel per 30.4.2025 betragen 5.853 TEUR (VJ: 9.591 TEUR).

Die Finanzverbindlichkeiten betragen per 30.4.2025 9.000 TEUR (VJ: 9.000 TEUR). Die Barvorlagenlinie bei der Egger Corporate Services GmbH in Höhe von 6.000 TEUR besteht in unveränderter Höhe.

7. Personal- und Sozialbereich

• Die Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) betrug im Jahresdurchschnitt 202 (Vorjahr: 209).

Die Personalkosten betrugen 17,5% der Betriebsleistung (Vorjahr 15,5%).

Ziel der HR-Arbeit ist es, langfristig zu den attraktivsten Arbeitgebern in der Region Niederösterreich Zentral zu gehören.

Als Familienunternehmen ist es unser Anliegen, dass sich die Mitarbeitenden an ihrem Arbeitsplatz wohl und wertgeschätzt fühlen und ein Arbeitsumfeld vorfinden, das sie motiviert und in dem sie sich weiterentwickeln können.

Das Geschäftsjahr 2024/25 war personalseitig durch die Restrukturierung des Unternehmens geprägt - damit verbunden war eine Anderung in der Geschäftsführung sowie die Reduktion des Personalstandes durch geplante Freisetzungen und natürliche Fluktuation.

Ausbildung

Die Ausbildung von Fach- und Führungskräften aus den eigenen Reihen genießt höchste Priorität. Im Geschäftsjahr 2024/25 haben 2 Personen eine Lehre sowie 1 Person ein Fachpraktikum bei EGGER Getränke gestartet, mit 10 Auszubildenden konnte die Ausbildungsquote gegenüber dem Vorjahr auf einem stabilen Niveau gehalten werden.

Personalentwicklung

Die Durchführung digitaler Weiterbildungsmaßnahmen, die in den Jahren der Pandemie Einzug gehalten hat, wurde - wo sinnvoll - auch im Geschäftsjahr 2024/25 beibehalten.

Dabei konnte neben der digitalen Weiterbildungsplattform „WiseUp“ auch die digitale MitarbeiterApp „Quickspeech“ für den raschen und unkomplizierten Wissenstransfer genutzt werden.

Freiwillige Sozialleistungen

Um Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen zu binden und zu motivieren, bietet das Unternehmen zahlreiche Sozialleistungen, wie zum Beispiel ein Mitarbeiterrestaurant mit Zuzahlung, Gratisgetränkepakete, Förderung von sportlichen Aktivitäten sowie eine betriebliche Altersvorsorge ab dem 2. Dienstjahr an.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Als verantwortungsvoller Arbeitgeber ist es für uns selbstverständlich, die Gesundheit unserer Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen und deren Erhalt zu fördern. Die Vermeidung schwerer und tödlicher Arbeitsunfälle steht dabei im Vordergrund und spornt uns an, das Thema Arbeitssicherheit in unserem täglichen Arbeiten - hin zum Ziel Null Unfälle - zu fokussieren. Daher wurde auch im Geschäftsjahr 2024/25 die mit dem Führungskreis begonnene Ausbildungsreihe zum Thema Arbeitssicherheit erfolgreich fortgesetzt.

Weitere Angebote, wie die Möglichkeit zur Gesundenuntersuchung, Impfprogramme, Sehund Hörtests direkt im Betrieb wurden von der Arbeitsmedizinerin angeboten und von den Mitarbeitenden gerne angenommen.

Auch im kommenden Geschäftsjahr wird die Sensibilisierung der Mitarbeitenden und Führungskräfte zum wichtigen Thema der Gesundheit und Arbeitssicherheit fortgeführt und der eingeleitete Kulturwandel mit Trainings und fortdauernder Maßnahmenumsetzung weiter vorangetrieben.

8. Umweltschutz

Dem Umweltschutz kommt bei EGGER Getränke eine sehr hohe Bedeutung zu. Das Werk ist mit Abwasser-, Lärmschutz- und Luftreinhaltungssystemen ausgestattet. EGGER Getränke war in die Initiative „Nachhaltigkeitsagenda“ des Umweltministeriums und der Wirtschaftskammer eingebunden. Zur Erfüllung der darin geforderten Recyclingquoten wurde im Geschäftsjahr 2006/07 in Kooperation mit vier weiteren renommierten österreichischen Getränkeabfüllern die „PET to PET Recycling Osterreich GmbH" gegründet. Dieses Unternehmen stellt aus gebrauchten PET-Flaschen hochwertiges Recyclat her, welches bei der Produktion von Neuflaschen beigemengt wird („Bottle-to-Bottle“). Mit Einführung des verpflichtenden Einwegpfands und der Mehrwegquote der Getränkewirtschaft endet die freiwillige Selbstverpflichtung.

Bei EGGER Getränke wird laufend an der Optimierung von Verpackungsmaterialien (u.a. Folien und PET-Flaschen) gearbeitet. Die dadurch bedingte Gewichtsreduktion ist ein wesentlicher Beitrag zur Ressourceneinsparung.

Aufgrund zahlreicher Investitionen in ressourcenschonende Anlagentechnologien, der Energieversorgung durch das Biomasseheizkraftwerk der Egger Holzwerkstoffe sowie Zukauf von Strom aus Wasserkraft ist die Klimaauswirkung des Produktionsprozesses deutlich optimiert.

Mit Inbetriebnahme der neuen Glasanlage im Februar 2020 wurde die Möglichkeit geschaffen, alkoholfreie Getränke in Glas-Mehrweggebinden anzubieten und damit dem Trend in Richtung Nachhaltigkeit durch Reduktion von Einwegverpackungen und Schonung von Ressourcen Rechnung getragen. Neben den eigenen Marken Radlberger, Granny’s und Mix It Sodawasser werden verschiedene Produkte für den österreichischen Handel sowie für Lohnfüllkunden in der neuen 1,0L Mehrweg-Glasflasche und weiteren Flaschenformaten abgefüllt. Bei der Entwicklung des innovativen Kistenformats 6x1,0L wurde bewusst auf ein Branding verzichtet, um den Mehrweggedanken und die Nachhaltigkeit voranzustellen, indem anderen Markenartiklern und dem Lebensmitteleinzelhandel die Möglichkeit geboten wird, diese für eigene Produkte zu verwenden. Der Wasserverbrauch der neuen Mehrweg- Flaschenwaschanlage liegt um rund 50% unter dem der alten Anlage.

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurde die Investition in eine Laugenfiltrationsanlage abgeschlossen. Durch Reinigung und Wiederaufbereitung der Lauge wird eine deutliche Reduktion des Natronlaugen-, Salzsäure- und Wasserverbrauchs erzielt und die Abwasserbelastung reduziert.

B. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

1. Vermögenslage

• Das langfristige Anlage- und Finanzvermögen ist von 30,3 Mio. EUR auf 27,2 Mio. EUR gesunken. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen lagen im Geschäftsjahr bei 7,0 Mio. EUR (Vorjahr: 7,9 Mio. EUR). • Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um -7,6% auf 66,4 Mio. EUR gesunken. • Die Nettoverschuldung (liquide Mittel abzüglich Finanzverbindlichkeiten) ist gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Mio. EUR auf 3,1 Mio. EUR gestiegen. • Die Finanzverbindlichkeiten betragen zum Bilanzstichtag 9,0 Mio. EUR (Vorjahr: 9,0 Mio. EUR). • Die Eigenkapitalquote ist unter Berücksichtigung von vereinnahmten Investitionszuschüssen von 43,6% auf 36,8% gesunken.

2. Finanz- und Ertragslage

• Im Geschäftsjahr 2024/25 lag der Fokus auf der Reorganisation der Unternehmensstruktur und Umsetzung von Maßnahmen zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz, um die Ertragskraft zu stärken und die Rentabilität des Unternehmens wieder herzustellen. • Das Ergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr trotz Belastung durch personalseitige Restrukturierungsaufwendungen und Umsatzrückgang, hervorgerufen durch Wegfall eines großen Handelsmarkenauftrages und bewusste Produktportfolio-Bereinigungen, gesteigert werden.

Aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres lassen sich folgende Kennzahlen ableiten:

- EBITDA 0,374 Mio. EUR = 0,4% des Umsatzes (Vorjahr: -2,385 Mio. EUR = -2,2%) - EBIT -6,637 Mio. EUR = -6,8% des Umsatzes (Vorjahr: -10,294 Mio. EUR = -9,5%) - EBT -7,025 Mio. EUR = -7,2% des Umsatzes (Vorjahr: -9,674 Mio. EUR = -8,9%) • Im Geschäftsjahr 2025/26 wird durch Absatzsteigerungen und Verbesserungen in der Kostenstruktur mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung gerechnet.

C. Forschung, Entwicklung und Innovation

Der Markt ist ständig in Bewegung und langfristiges Wachstum bedarf kontinuierlicher Weiterentwicklung sowie neuer Marktimpulse durch innovative Produkte.

Der seit Jahren etablierte Innovationsprozesses hat das Ziel, Produktideen zu generieren, umzusetzen und bis zur Marktreife zu entwickeln, bestehende Produkte und Produktionsprozesse laufend zu optimieren sowie eine nachhaltige Innovationskultur im Unternehmen zu etablieren.

Aus den vielen Ideen ergaben sich konkrete Produktneueinführungen und Anderungen bestehender Produkte, z.B. Kindergetränke in der 0,35L PET-Flasche und die Neupositionierung der Marke „Radlberger“ in verschiedenen Ein- und Mehrweggebindevarianten. Gemeinsam mit unseren Partnern im Lebensmitteleinzelhandel und in der Lohnfüllung wird laufend an Innovationen neuer Sorten und Produkte gearbeitet.

D. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

1. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Ende des Geschäftsjahres

Mag. Reinhard Grießler scheidet mit 31. Juli 2025 aus der Geschäftsführung aus.

2. Voraussichtliche Entwicklung / Ausblick

Branchenentwicklung

• Die Endverbraucherpreise von Getränken sind seit 2023 aufgrund eines massiven Kostenanstiegs – sowohl auf Seite der Hersteller als auch des Handels – signifikant gestiegen, was in allen Kategorien des Lebensmitteleinzelhandels zu einem geänderten Konsumentenverhalten – hin zu Preiseinstiegsprodukten – sowie zu einer gewissen Kaufzurückhaltung im Handel und in der Gastronomie führt. • Die weiterhin stark ausgeprägte Aktionstätigkeit des Lebensmitteleinzelhandels – vor allem bei Bier – verursacht weiterhin Druck auf die Spannen des Handels und der Industrie. • Mit Einführung der gesetzlichen Mehrwegquote zum 1. Jänner 2024 stieg die Nachfrage nach Produkten in Mehrweg-Glas. Mit Einführung des Einweg-Pfands auf PET-Flaschen und Dosen ab 1. Jänner 2025 verstärkte sich in den ersten Monaten der Trend zu Mehrweg-Glas und pfandfreien Alternativen, wie z.B. Einweg-Glas. • Die aktuellen Trends Gesundheit, Nachhaltigkeit und Regionalität spielen bei der Kaufentscheidung von Konsumenten vor allem im oberen Preissegment weiterhin eine wichtige Rolle.

Marktstellung und Entwicklung

• EGGER Getränke ist durch ein ausgewogenes Produkt- und Kundenportfolio gut für künftige Herausforderungen gerüstet. Es werden Markenartikel im mittleren bis gehobenen Preissegment, günstige Produkte im Preiseinstiegsbereich – vorrangig in Form von Handelsmarken – sowie Lohnfüllungen für Markenartikler angeboten.

• Durch die umfangreichen Investitionen der letzten Jahre in Digitalisierung und Automatisierung, Modernisierung, neue technische Möglichkeiten sowie Einleitung weiterer Kostenoptimierungsmaßnahmen wurde die Basis geschaffen, auch in einem herausfordernden Marktumfeld profitabel zu wachsen und die Auslastung am Standort deutlich zu verbessern. • Durch die vielseitigen technischen Möglichkeiten, hohe Qualitätsstandards und eine starke Kundenorientierung konnten im Geschäftsjahr 2024/25 bereits mehrere namhafte Kunden gewonnen werden, die zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Auslastung am Standort führen werden. • Im Zuge der Reorganisation wurde mit dem neu aufgestellten Führungsteam die Unternehmensstrategie weiterentwickelt. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Marken stellt die Lohnfüllung für Markenartikler ein zentrales Element der Geschäftstätigkeit dar. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres konnten bereits zusätzliche international bekannte Markenartikler als Kunden gewonnen werden. Zusätzlich wird ein starker Fokus auf die Internationalisierung des Kundenportfolios und damit Ausweitung des Exportgeschäfts über alle Produktkategorien gelegt. • Die Identität der Marke „Egger" wird im Laufe des Geschäftsjahres 2025/26 geschärft und durch entsprechende Werbemaßnahmen begleitet. Darüber hinaus wurde zu Beginn des neuen Geschäftsjahres die Marke „Radlberger“ wieder eingeführt. Das Lebensgefühl aus dem „Sommer wie damals" steht im Mittelpunkt der Marketingkampagne. In der Gastronomie hält EGGER Getränke am bewährten Kooperationsmodell mit stabilen und verlässlichen Verleger-Partnern fest und setzt den Fokus auf eine qualitative Ausweitung des Kundenportfolios. • Die internen Prozesse werden durch konsequente Umsetzung weiterer Digitalisierungsschritte im Bereich der Supply-Chain und Produktion kontinuierlich weiterentwickelt. Dadurch ist mit einer weiteren Steigerung der Produktivität, Optimierung der Lagerbestände, Reduktion der Schadensfälle und damit positiven Auswirkung auf das operative Ergebnis zu rechnen.

Beschaffung

• Die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Verpackungsmaterialien ist gut, bei den Preisen wird insgesamt mit einem leichten Anstieg gerechnet. • Eine große Unsicherheit kommt aus der US-Zollpolitik sowie von der weiterhin geopolitisch angespannten Lage. • Bei agrarischen Rohstoffen ist punktuell bei einzelnen Obstsorten mit Engpässen zu rechnen, vor allem bei Ananas und Sauerkirsche. Durch Stilllegung von Anbauflächen ist bei Zucker mit steigenden Preisen zu rechnen. Die Preise für Malz und Orangensaft entspannen sich. • Die Preise für Verpackungsmaterialien zeigen eine stabile Tendenz. • Um die wirtschaftlichen Auswirkungen möglichst gering zu halten, wird die Situation auf den Märkten laufend evaluiert und werden notwendige Maßnahmen ergriffen, wie z.B. Ausschreibungen, Mehrlieferantenstrategie und Preisabsicherungen. Im Falle von Veränderungen kann somit preisseitig rasch reagiert werden. • Bei Strom und Gas wird mit relativ stabilen Preisen gerechnet. Eine Rückkehr zu den Niedrigpreisen auf dem Niveau Mitte 2021 ist nicht zu erwarten.

Investitionen

• Die Schwerpunkte der Investitionstätigkeit des kommenden Jahres liegen in der Optimierung der Produktionsanlagen, der Adaptierung der Gebäude-Infrastruktur und im Bereich der Automatisierung, Digitalisierung und IT-Security.

E. Risikobericht

1. Risikopolitische Grundsätze

Die Egger Getränke GmbH & Co OG ist im Rahmen ihrer Aktivitäten sowie geplanten unternehmerischen Entscheidungen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Der Umgang mit diesen Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag zu erreichen um damit langfristig eine Sicherung der Vermögens-, Finanzund Ertragslage sicherzustellen, sowie Wachstumschancen wahrzunehmen.

Die wesentlichen Risiken werden regelmäßig im Rahmen der Budgetpräsentation sowie des Halbjahresmeetings diskutiert und analysiert. Dabei werden einerseits die vorhandenen Controlling- und Planungsinstrumente zur Erkennung und Uberwachung von Risiken eingesetzt, andererseits werden Entwicklungstendenzen, die für den Geschäftsverlauf negative Auswirkungen haben könnten, frühzeitig identifiziert und analysiert.

Weiters werden in einem strukturierten Risikomanagementprozess jährlich die größten potenziellen Risiken analysiert und bewertet, um geeignete Maßnahmen zur Vorsorge und Absicherung einzuleiten und die Risikotragfähigkeit des Unternehmens zu beurteilen.

Aus heutiger Sicht sind keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Egger Getränke GmbH & Co OG gefährden könnten.

2. Finanzielle Risiken

Zinsänderungsrisiko

Zum Stichtag 30.04.2025 bestehen verzinsliche Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 9,0 Mio EUR, die einer variablen Verzinsung unterliegen, aus der sich ein Zinsänderungsrisiko ergibt.

Währungsänderungsrisiko

Aus der Geschäftstätigkeit der Egger Getränke GmbH & Co OG ergibt sich kein wesentliches Währungsänderungsrisiko.

Liquiditätsrisiko

Zur ausreichenden Sicherstellung finanzieller Mittel wird die Liquiditätslage durch den Einsatz von Tagesfinanzdisposition und Finanzstatus (kurzfristige Verfügbarkeit von liquiden Mitteln), einer rollierenden Liquiditätsplanung für 18 Monate sowie einer Mittelfristplanung für 5 Jahre laufend beurteilt. Der geplante kurz- und mittelfristige Liquiditätsbedarf wird durch Cashbestände sowie ausreichende Barvorlagenrahmen gedeckt.

Kreditrisiko

Das Risiko bei Forderungen gegenüber Kunden kann als relativ gering eingeschätzt werden, da die Bonität neuer und bestehender Kunden laufend geprüft wird. Weiters werden die Forderungen zum Großteil gegen Forderungsausfälle versichert. Bei nicht ausreichend versicherbaren Kunden ist ein exakt definierter Genehmigungs- und Überwachungsprozess einzuhalten.

3. Operative Risiken

Marktrisiken

Durch die hohe Konzentration im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ergibt sich eine starke Abhängigkeit von wenigen großen Handelsketten und Diskontern. Dem wird entgegengewirkt durch die österreichweite Listung eigener Marken und Forcierung des Lohnfüllungsgeschäftes zur Erreichung eines ausgewogenen Produktportfolios (eigene Marken, Handelsmarken, Lohnfüllungen). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Forcierung des Exportgeschäfts.

Im Lebensmitteleinzelhandel findet bei alkoholfreien Getränken aufgrund der Forcierung der Handelsmarken seit Jahren ein Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Markenartikel statt.

Die aggressive Aktionspolitik der Marktführer bei Bier geht vor allem zu Lasten der kleineren Brauereien.

Der Druck der Politik auf den Lebensmitteleinzelhandel nach günstigeren Preisen wird vom Handel an die Produzenten weitergegeben, wodurch sich vor allem bei Handelsmarken ein weiterhin angespanntes Preisniveau ergibt.

Der Sektor Gastronomie, Beherbergungs- und Freizeitbetriebe, der von akutem Personalmangel, weiter steigenden Kosten und einem geänderten Konsumverhalten der Gäste geprägt ist, weist seit 2023 nach Wegfall der Pandemie-Förderungen stark steigende Insolvenzzahlen auf. 2024 gab es eine weitere Zunahme der Unternehmensinsolvenzen.

Da der Lebensmitteleinzelhandel und der Diskont als wichtigste Kundengruppen von EGGER Getränke stabile Absatzzahlen aufweisen, kann das Risiko von Absatzeinbußen insgesamt als relativ gering eingestuft werden.

Die Einführung des Pfandes für Getränke-Einwegverpackungen ab Jänner 2025 führte vor allem bei Getränkedosen zu einem Absatzrückgang. Es besteht das Risiko einer dauerhaften Verschiebung der Konsumentennachfrage nach alternativen Verpackungen. Da EGGER Getränke ein breites Sortiment von Mehrweg- und Einweggetränkeverpackungen anbietet, kann das Risiko eines größeren Absatzrückgangs als relativ gering eingestuft werden.

Trotz deutlicher Realeinkommenszuwächse entwickelte sich der private Konsum 2024 nur schwach. Die fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen der Regierung bergen ab 2025 das Risiko einer weiteren Kaufzurückhaltung. Da EGGER Getränke sowohl Marken als auch günstige Preiseinstiegsprodukte produziert und die nicht zyklische Konsumgüterbranche von einem möglichen Wirtschaftsabschwung weniger stark betroffen ist, kann das Risiko eines größeren Umsatzrückgangs als relativ gering eingestuft werden.

Beschaffungs-, Produktions- und Investitionsrisiken

Die Rohstoffmärkte sind regelmäßig starken Preisschwankungen unterworfen.

Als Verarbeiter landwirtschaftlicher Produkte (u.a. Malz, Hopfen, Saftkonzentrate, Zucker, Wein) ist man entsprechenden Beschaffungsrisiken ausgesetzt, welche ihre Ursache in Witterungseinflüssen und Rohstoffspekulation haben können.

Zur Absicherung der Verfügbarkeit und Preisentwicklung werden verschiedene Maßnahmen gesetzt, wie Abschlüsse von mittel- bis langfristigen Lieferverträgen sowie eine Mehrlieferantenstrategie.

Zur Minimierung der Rohstoffpreisrisiken werden mit den Kunden im Bereich der Handelsmarken teilweise Preisgleitklauseln vereinbart. Bei Lohnfüllkunden werden Rohstoffpreise in der Regel 1:1 weiterverrechnet oder die Rohstoffe durch die Kunden beigestellt.

Die Energieversorgung erfolgt zu großen Teilen durch das am Standort befindliche Biomassekraftwerk der Egger Holzwerkstoffe. Der überwiegende Anteil an elektrischer Energie und 100% der Wärmeversorgung werden durch das Biomassekraftwerk bereitgestellt, der Restbedarf an Strom wird zugekauft. Das Risiko von Engpässen bei der Energieversorgung, insbesondere Gas, kann als gering eingeschätzt werden. Risiken bestehen im Falle eines Gasengpasses allerdings durch mögliche Störungen der Lieferketten. Konkrete Auswirkungen sind aus heutiger Sicht schwer abschätzbar.

Durch laufende Modernisierung und regelmäßige Wartung des Maschinenparks ist das Risiko von längeren Betriebsstörungen gering. Für den Fall von Betriebsunterbrechungen durch Elementarereignisse wurden ausreichende Versicherungen abgeschlossen.

Sämtliche Investitionen und Wachstumsprojekte müssen den definierten Rentabilitäts- und Profitabilitätszielen entsprechen und werden laufend überwacht. Dies wird durch definierte Wertmanagement-Grundsätze, Kennzahlen und detaillierte Investitionsrechnungsmodelle gewährleistet.

Umwelt- und klimabedingte Risiken

Die Zunahme von extremen Wetterereignissen als Auswirkung des Klimawandels sowie die schrittweise Klimaveränderung führen zu einer Erhöhung von umwelt- und klimabedingten Risiken, welche im Risikomanagement in unterschiedlichen Ausprägungen berücksichtigt werden. Beispielsweise sind Naturkatastrophen, die zu Sachschäden oder einer Betriebsunterbrechung führen können, ein Risiko, das vermehrt durch die Auswirkungen des Klimawandels auftreten kann. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang das Hochwasserereignis vom September 2024. Diesem Risiko wird mit entsprechenden Versicherungen und einer Verbesserung der baulichen und organisatorischen Hochwasserschutzmaßnahmen begegnet. Weitere Risiken im Zusammenhang mit klimabezogenen Ereignissen betreffen die mögliche Unterbrechung von Lieferketten mit Auswirkung auf die Versorgung mit agrarischen Rohstoffen. Diesem Risiko wird mit mittel- bis langfristigen Lieferverträgen begegnet. Die identifizierten Risiken hatten im Geschäftsjahr 2024/25 aufgrund einer ausreichenden Versicherungsdeckung keinen negativen Einfluss auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage von EGGER Getränke.

Rechtliche Risiken

Zum Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen Klageverfahren gegen die Gesellschaft.

IT-Risiken

Dem Thema Informationssicherheit wird bei EGGER Getränke aufgrund des hohen Digitalisierungsgrades der Geschäfts- und Produktionsprozesse höchste Priorität eingeräumt, um das Risiko von Betriebsunterbrechungen, Verlust sensibler Daten und Cyber-Betrug zu minimieren. Organisatorische und sicherheitstechnische Maßnahmen werden mit Unterstützung externer Cyber Security-Spezialisten laufend überprüft und angepasst. Ein weiterer Schwerpunkt zur Risikominimierung ist die laufende Information und Sensibilisierung der Mitarbeitenden sowie regelmäßige IT-Security Schulungen.

St. Pölten-Unterradlberg, am 29. Juli 2025

Reinhard Grießler

Klaus Schörghofer() Die Geschäftsführung

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