Inhaltsverzeichnis
1. Branchenüberblick
Das lange Zeit die Baubranche sehr positiv beeinflussende Umfeld von niedrigen Zinsen und guten Wirtschaftserwartungen hat sich ab 2022/2023 durch die exorbitanten Preissteigerungen und stark gestiegene Zinssätze deutlich eingetrübt und die Branche in eine mehrjährige Rezession geführt. Zwar hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im Verlauf des Jahres 2025 spürbar gesenkt; im Juni 2026 Wurden die drei Leitzinsen jedoch erstmals seit September 2023 wieder um 0,25 Prozentpunkte angehoben, sodass der Einlagensatz zuletzt bei 2,25 Prozent und der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 Prozent lagen. Das Finanzierungsumfeld bleibt damit anspruchsvoll und die weitere Zinsentwicklung angesichts des erhöhten Inflationsdrucks unsicher.
Die Marktbereinigung der vergangenen Jahre wirkt fort: Zahlreiche in den Boomjahren auf den Markt gekommene Immobilienentwickler sind verschwunden, und viele Marktteilnehmer verhalten sich weiterhin abwartend. Das reale Bauvolumen in Österreich ist von rund 58,7 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf voraussichtlich 51,7 Milliarden Euro im Jahr 2026 gesunken – ein realer Rückgang von knapp zwölf Prozent. Der Tiefpunkt dürfte 2026 erreicht werden; ein kräftiger Aufschwung ist jedoch vorerst nicht in Sicht, und bis 2028 wird nur eine sehr moderate Erholung erwartet.
Anders als in der ersten Krisenphase ist der begrenzende Faktor inzwischen weniger die Nachfrage als die wirtschaftliche Umsetzbarkeit der Projekte. Viele Bauvorhaben scheitern derzeit nicht an mangelnder Nachfrage, sondern daran, dass Kosten, Finanzierung und erwartbare Erlöse häufig nicht zusammenpassen. Besonders betroffen bleibt der Neubau: Zwischen 2021 und 2025 sank das reale Neubauvolumen im Hochbau um durchschnittlich 5,8 Prozent pro Jahr. Hohe Baukosten, anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen und eine über Jahre niedrige Zahl an Baubewilligungen bremsen die Erholung, während der Infrastrukturbau zwar stabilisierend wirkt, die Schwäche im Hochbau aber nicht ausgleichen kann.
Erste Anzeichen einer Bodenbildung sind gleichwohl erkennbar. Die Zahl der Baubewilligungen dürfte 2025 um rund 7 Prozent auf etwa 34.100 Einheiten zugelegt haben, und im Wohnbau wird für 2026 nach den massiven Rückgängen der Vorjahre erstmals wieder mit einem moderaten Plus gerechnet. Mittelfristig steuert der Markt angesichts der stark zurückgefahrenen Neubautätigkeit auf eine deutliche Unterversorgung mit Wohnraum zu, was bei verbesserten Rahmenbedingungen entsprechendes Nachholpotenzial erwarten lässt.
Aufgrund der gegebenen Größe sowie der konsequenten Verfolgung einer guten Marktpräsenz speziell im Zillertal, aber auch im Großraum Innsbruck - Wörgl wird der weiteren Entwicklung positiv entgegengesehen
Lage der Gesellschaft
Vermögenslage
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | +/- | ||
|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | ||||
| Vorräte | 25.738 | 16.837 | 8.901 | 52,9 |
| Lieferforderungen | 9.303 | 5.440 | 3.863 | 71,0 |
| sonstige Forderungen | 8.484 | 9.751 | -1.267 | -13,0 |
| flüssige Mittel | 7.609 | 14.304 | -6.695 | -46,8 |
| Wertpapiere des Umlaufvermögens | 1.802 | 1.983 | -181 | -9,1 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 0 | 227 | -227 | -100,0 |
| 52.937 | 48.543 | 4.394 | 9,1 | |
| kurzfristiges Fremdkapital | ||||
| kurzfristige Rückstellungen | 1.648 | 1.555 | 92 | 5,9 |
| erhaltene Anzahlungen | 21.437 | 12.690 | 8.747 | 68,9 |
| Lieferverbindlichkeiten | 957 | 211 | 745 | 352,7 |
| sonstige Verbindlichkeiten | 9.140 | 9.876 | -735 | -7,5 |
| 33.182 | 24.333 | 8.849 | 36,4 | |
| Working Capital (Netto-Umlaufvermögen) | 19.755 | 24.210 | -4.455 | -18,4 |
| Anlagevermögen | ||||
| Immaterielles Vermögen | 18 | 0 | 18 | >999,9 |
| Sachanlagen | 35.387 | 30.780 | 4.607 | 15,0 |
| 35.405 | 30.780 | 4.624 | 15,0 | |
| langfristiges Fremdkapital | ||||
| langfristige Rückstellungen | 1.398 | 1.375 | 24 | 1,7 |
| Reinvermögen (Eigenkapital) | 53.761 | 53.616 | 145 | 0,3 |
| Komplementärkapital | 592 | 580 | 12 | 2,2 |
| Kommanditkapital | 73 | 73 | 0 | 0,0 |
| Kapitalrücklagen | 50.000 | 50.000 | 0 | 0,0 |
| Den Gesellschaftern zuzurechnender Gewinn | 2.596 | 2.405 | 191 | 7,9 |
| Investitionszuschüsse | 500 | 558 | -58 | -10,4 |
| Summe Eigenkapital | 53.761 | 53.616 | 145 | 0,3 |
| Summe Fremdkapital | 34.581 | 25.708 | 8.873 | 34,5 |
| Bilanzsumme | 88.342 | 79.323 | 9.018 | 11,4 |
Investitions- und Finanzierungsbereich
Investitionen wurden nach Maßgabe der betrieblichen Notwendigkeit getätigt. Einzelheiten sind dem Anlagenverzeichnis zu entnehmen.
Im Finanzierungsbereich wurde mittels Gesellschafterbeschluss 2023 vereinbart, bei den Kommanditisten angesammelte Gewinnzuweisungen der Vorjahre in Höhe von EUR 50 Mio dauerhaft der Firma zur Verfügung zu stellen und nachrangig zu widmen. Dieser Vorgang wurde bilanziell in einer Kapitalrücklage dargestellt. Insofern hat sich die dargestellte Kapitalsituation der Firma massiv verändert (in den Vorjahren waren mangels Nachrangigkeitserklärung diese Beträge als Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern ausgewiesen). Die bisher erfolgte Verzinsung dieser Beträge ist daher 2023 entfallen, insofern ist der Zinsaufwand in diesem Punkt nicht vergleichbar mit den Vorjahren. Dies wurde 2025 unverändert so beibelassen.
Neben der Finanzierung aus dem Gesellschafterkreis erfolgt eine Fremdfinanzierung durch Kreditinstitute.
Kreditbeschaffungsprobleme bestehen nicht.
Im Jahr 2026 erfolgt die Investition in ein fenster- und Türenschiebeelementewerk in Osttiriol mit einem Finanzierungsvolumen von ca EUR 16 Mio.
Finanzlage
- Liquidität und Verschuldungsgrad
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | 31.12.2023 | |
|---|---|---|---|
| Liquiditāt | 0,14 | 0,30 | 0,11 |
| Verschuldungsgrad in % | 64,32 | 47,95 | 49,87 |
- Kapitalflussrechnung
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis vor Steuern | 2.596 | 2.405 |
| Überleitung auf den Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | ||
| Gewinn aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des | ||
| Investitionsbereichs | -218 | -13 |
| Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | ||
| sowie auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | 4.342 | 4.063 |
| Erträge aus der Auflösung von Bewertungsreserven aus | ||
| Investitionszuschüssen | -58 | -78 |
| Geldfluss aus dem Ergebnis | 6.663 | 6.377 |
| Zu-/Abnahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | ||
| sowie anderer Aktiva | -11.089 | 9.010 |
| Zunahme der Rückstellungen, ausgenommen für Steuern vom Einkommen | 116 | 123 |
| Zu-/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie | ||
| anderer Passiva | 9.868 | -5.876 |
| 2.961 | 7.230 | |
| Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern | 5.557 | 9.635 |
Ertragslage
| 2025 | 2024 | +/- | |||
|---|---|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | TEUR | % | ||
| Umsatzerlöse | 59.853 | 68.912 | -9.059 | -13,2 | |
| Bestandsveränderungen | 8.406 | -6.501 | 14.907 | k. A. | |
| andere aktivierte Eigenleistungen | 0 | 956 | -956 | -100,0 | |
| Betriebsleistung | 68.259 | 63.367 | 4.893 | 7,7 | |
| Aufwendungen für Material und sonstige bezogene | |||||
| Leistungen | |||||
| Materialaufwand | 19.644 | 18.196 | 1.447 | 8,0 | |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 15.747 | 12.843 | 2.903 | 22,6 | |
| Skontoerträge, Boni, Rabatte | -900 | -739 | -162 | 21,9 | |
| 34.491 | 30.301 | 4.189 | 13,8 | ||
| Rohertrag I | 33.769 | 33.065 | 703 | 2,1 | |
| Personalaufwand | |||||
| Löhne | 12.043 | 10.868 | 1.175 | 10,8 | |
| Gehälter | 6.639 | 6.630 | 9 | 0,1 | |
| soziale Aufwendungen | 5.143 | 5.535 | -392 | -7,1 | |
| davon Aufwendungen für Abfertigungen davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene | 122 | 191 | -70 | -36,4 | |
| Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und | |||||
| Pflichtbeiträge | 4.942 | 5.240 | -298 | -5,7 | |
| 23.825 | 23.033 | 792 | 3,4 | ||
| Rohertrag II | 9.943 | 10.032 | -89 | -0,9 | |
| sonstige betriebliche Erträge | 945 | 531 | 414 | 78,0 | |
| sonstige betriebliche Aufwendungen | 4.339 | 4.469 | -130 | -2,9 | |
| Finanzerträge | |||||
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des | |||||
| Finanzanlagevermögens | 77 | 79 | -2 | -2,2 | |
| sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 300 | 263 | 37 | 14,3 | |
| 377 | 341 | 36 | 10,5 | ||
| Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen | |||||
| (EBITDA) | 6.926 | 6.435 | 491 | 7,6 | |
| Abschreibungen | 4.104 | 4.116 | -12 | -0,3 | |
| Abschreibungen aus Finanzanlagen | |||||
| Erträge aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen und | |||||
| Wertpapieren des Umlaufvermögens | 0 | 131 | -131 | -100,0 | |
| 181 | -131 | 312 | k. A. | ||
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 2.641 | 2.450 | 192 | 7,8 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 46 | 44 | 1 | 2,6 | |
| Jahresüberschuss | 2.596 | 2.405 | 191 | 7,9 | |
Umsatzrentabilität
Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Zinsen und Steuern und den Umsatzerlösen.
| Berechnung: | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| Umsatzerlöse | 3,80 % | 3,85 % |
Gesamtkapitalrentabilität
Die Gesamtkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern zum Gesamtkapital.
| Berechnung: | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 | ||
| Gesamtkapital zum 1.1.2025 | 3,33 % | 3,02 % |
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluß des Geschäftsjahres
Es haben sich keine derartigen Vorgänge ereignet, die nicht die Wirtschaft im allgemeinen betreffen. Generell verbessert sich die wahrgenommene Auftragslage zusehends.
voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die Prognosen für die folgenden Geschäftsjahre sind zufriedenstellend; das Unternehmen ist in seinem Kerngeschäft durch langjährige Marktpräsenz stabil. Es ist mit einem Anziehen der Baukonjunktur im Jahr 2026 zu rechnen.
Forschung und Entwicklung
Aufgrund des gegebenen Geschäftszweiges fallen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung nur in untergeordnetem Ausmaß an.
GmbH & Co KG
Kaltenbach, am 29.09.2026
6273 Ried im Zillertal
Ing. Alois Rieder (e.h.), Geschäftsführer