Inhaltsverzeichnis
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf
Wie schon das vorangegangene Jahr 2024 war auch das Geschäftsjahr 2025 von einem schwachen Absatzniveau geprägt. Projekte im Bereich der Infrastruktur, wie etwa die Belieferung des Bauloses H53 am Brenner Basistunnel, konnten den schwachen Absatz im Basisgeschäft teilweise ausgleichen, aber nicht vollständig kompensieren. Daher wurde die Absatzmenge des Vorjahres in der Sparte Zement um 6,6% unterschritten. Zusätzlich zu den rückläufigen Mengen geriet der Markt aufgrund der aggressiven Preispolitik eines Wettbewerbes auch preisseitig unter Druck. Um keine Kunden zu verlieren, mussten ab Mitte des Jahres Preisnachlässe, sowie diverse Boni gewährt werden. Insgesamt konnte das Umsatzvolumen des Jahres 2024 durch die notwendigen Preisnachlässe und die Mengenreduktion in der Sparte Zement nicht gehalten werden und wurde um 9,8 % reduziert.
Die Absatzvolumina der Sparten Kalk und Spezialbaustoffe lagen im Gegensatz zur Sparte Zement leicht über dem Vorjahresniveau. Analog zum Absatz lagen auch die Umsatzvolumina der beiden Sparten Kalk und Spezialbaustoffe aufgrund von Mengensteigerung und umgesetzter Preiserhöhung über den Werten des Geschäftsjahres 2024. Im Tochterunternehmen Gipswerk Schretter & Cie GmbH zeigt sich in der Sparte Gips aufgrund stark rückläufiger Mengen ein ähnliches Bild wie in der Sparte Zement. Gründe für den Absatzrückgang waren leicht rückläufige Abnahmemengen diverser großer Kunden.
Organisatorisch kann das Jahr 2025 als Übergangsjahr bezeichnet werden. Wie bereits in 2024 aus strategischen und qualitativen Gründen begonnen, wurde auch im vergangenen Jahr Klinker aus der Werksgruppe Süd des Mutterunternehmens SCHWENK bezogen. Diverse Produkte erforderten allerdings zur konstanten Versorgung der Kunden weiterhin den Einsatz von eigenem, in Vils produziertem Klinker, weshalb zusätzlich eine kleinere Menge an eigenem Klinker produziert wurde. Mit Jahresende 2025 wurde die Klinkerlinie aber final außer Betrieb genommen und die Klinkerproduktion am Standort Vils eingestellt. Daraus resultierten eine Sonderabschreibung der Anlagen mit Restbuchwert, die außer Betrieb gingen, sowie die Abwertung der zu der Klinkerlinie gehörenden, auf Lager liegenden Ersatzteile.
Zudem wurde im Zuge von Lieferoptimierungen zwischen der Werksgruppe Süd von SCHWENK und Schretter & Cie zu Beginn des Jahres 2025 eine Optimierung des Produktportfolios vorgenommen. Einzelne Produkte werden daher seit 2025 aus der Werksgruppe Süd direkt an den Endkunden geliefert. Die Abrechnung an den Endkunden erfolgt unverändert über Schretter. Im Gegenzug wurden aufgrund der regionalen Nähe auch diverse Betonwerke von SCHWENK auf die Belieferung aus Vils umgestellt.
Die im Jahr 2024 festgelegte Zielorganisation wurde zum 31.12.2025 umgesetzt. Mit ihr gingen diverse Prämienzahlungen, sowie die Freistellungen von Mitarbeitern einher. Diese wurden bereits im Jahresergebnis 2024 in Form einer Rückstellung berücksichtigt und konnten somit im Geschäftsjahr 2025 ergebnisneutral abgebildet werden.
Durch die teilweise Umstellung der Zementsorten auf zugekauften Klinker wurde die freie Zuteilung an EU- ETS-Zertifikaten nicht vollständig verbraucht. Der Überschuss an frei zugeteilten Zertifikaten wird in der Bilanz zum 31.12.2025 im Umlaufvermögen, sowie in Form eines passiven Sonderpostens ausgewiesen.
Die Produktion verlief größtenteils planmäßig ohne größere Schäden an den Anlagen. Der Teilbetrieb des Drehrohrofens konnte ohne Problem abgewickelt werden. Im Bereich der Herstellkosten wurden im Geschäftsjahr 2025 nur leichte Preiserhöhungen von den Lieferanten vorgenommen, sodass die Herstellkosten auf dem erwarteten Niveau lagen.
Die bereits im Vorjahr begonnen Projekte wurden im Jahr 2025 fortgeführt und sollen spätestens Mitte des Jahres 2026 fertiggestellt werden. Der Bau der beiden neuen Klinkersilos hat das vergangene Jahr maßgeblich geprägt und ist in großen Zügen vorangeschritten. Am Kalkofen wurde ein Erdgasanschluss installiert, welcher im Februar 2026 erstmalig kurzzeitig in Betrieb genommen wurde. Zusätzlich wurden weitere Büroflächen im Altbestand des bestehenden Verwaltungsgebäudes geschaffen und die Erweiterung des Laborgebäudes begonnen. Auf dem Werksgelände wurden Investitionen in die Oberflächenentwässerung getätigt. Ein wesentliches neues Investitionsvorhaben, das im Laufe der kommenden Jahre umgesetzt wird, ist die Implementierung eines neuen Leitsystems zur Steuerung der Betriebsanlagen.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
| Kennzahlen zur Ertragslage | ||
|---|---|---|
| 2025 | 2024 | |
| Umsatzrentabilität | 6,25 % | -1,95 % |
| Ergebnis vor Steuer | 4.151 T€ | -1.240 T€ |
| EBIT | 5.133 T€ | 68 T€ |
| Eigenkapitalrentabilität | 10,58 % | -3.40 % |
| Gesamtkapitalrentabilität | 7,08 % | 0,10 % |
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Nettoverschuldung (Net Debt) | 18.152 T€ | 14.220 T€ |
| Nettoumlaufvermögen | 6.432 T€ | 14.548 T€ |
| (Working Capital) | ||
| Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | 49,43 % | 42,63 % |
| Nettoverschuldungsgrad (Gea- | 44,58 % | 37,66 % |
| ring) |
Cashflow-Kennzahlen
(Berechnung gem. AFRAC-Stellungnahme Nr. 36)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Nettogeldfluss aus der betriebli- | 7.968 T€ | 10.210 T€ |
| chen Geschäftstätigkeit | ||
| Nettogeldfluss aus der | -11.752 T€ | -10.869 T€ |
| Investitionstätigkeit | ||
| Nettogeldfluss aus der | -3.130 T€ | -3.345 T€ |
| Finanzierungstätigkeit |
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die nachhaltige Stärkung des operativen Ergebnisses sowie die Reduzierung der Fixkosten bleiben der Fokus des Handelns, um die weiteren Investitionen für eine klimaneutrale Baustoffproduktion sicherstellen zu können. Mit Ende der Klinkerproduktion können die Weichen für diverse Kostenoptimierungen und steigende Ergebnisse gesetzt werden. Für 2026 stehen der Abschluss diverser Großinvestitionen am Standort, sowie die Optimierung der neuen Organisationsstruktur seit 01.01.2026 im Fokus.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das wirtschaftliche Umfeld und insbesondere die weitere Entwicklung der Energiepolitik stellen aus heutiger Sicht das größte Risiko dar. Die seit Beginn des Kriegs im Nahen Osten stark gestiegenen Energiepreise sind als besorgniserregend einzustufen. Sollte das Niveau anhaltend hoch bleiben, müssen geeignete Maßnahmen zum Umgang mit den entstehenden Mehrkosten geprüft werden.
Zusätzliche Risiken sind der Bereich Arbeitssicherheit, der mit einer Schaffung eines geregelten Werkszutrittes, verbesserter/ erweiterter PSA, (Teil-) Einführung des LOTOTO- Verfahrens, neuem Meldesystem für Risiken und Rückbauaktivitäten von Altanlagen bereits seit 2022 massiv verbessert wurde, aber noch immer Optimierungspotential aufweist. Auch ist der Fachkräftemangel perspektivisch ein kritischer Faktor, dem mit verstarktem Employer Branding für alle Zielgruppen entgegnet wird. Die geplante Fernpassbemautung stelt ebenfalls einen Wettbewerbsnachteil dar, da sich die Kosten für Frachten in das Kernabsatzgebiet erheblich verteuern werden.
Insgesamt ist das Marktrisiko durch diversifizierte Kundenstrukturen mittelfristig abgefedert. Hinzu kommen die langfristigen Infrastrukturprojekte. Die redundante Lieferantenstrukturen sowie Netzwerkeffekte mit der SCHWENK Gruppe in Süddeutschland sichern die Produktionssicherheit doppelt ab.
Die Gesellschaft ist ausreichend finanziert und langfristige Finanzierungsvereinbarungen zur Finanzierung des Investitionsprogramms sind getroffen. Liquiditätsengpässe sind nicht zu erwarten.
Zur Reduzierung des Zinsrisikos bei den langfristigen Finanzierungsvereinbarungen werden zwei Zins-Swaps eingesetzt.
Die wesentlichen Risken sind zudem durch leistungsstarke Versicherungen, u.a. All-Risk-Versicherung bei den Anlagen, abgedeckt.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Mit neuen Zementsorten wie dem CEM IIl, mit noch geringerem Klinkeranteil gegenüber den CEM II Produkten, kann der Gesamtklinkerfaktor für das Unternehmen abermals gesenkt werden.
Mahlversuche für CEM II C Zemente sowie mit anderen Zumahlstoffen haben ebenfalls stattgefunden und werden zukünftig helfen, den CO2- Fußabdruck weiter zu senken.
Zudem lag im Jahr 2025 der Fokus auf der Zementherstellung mit zugekauftem Klinker aus der SCHWENK Gruppe. Der SCHWENK Klinker kommt bereits mit einem deutlich geringen CO2-Fußabdruck, wodurch sich neue klimaschonende Produkte und damit neue Marktchancen ergeben.
Weitere Forschungsthemen sind die Produktentwicklung und -optimierung der Spezialbaustoffe, insbesondere für die Geothermieproduktfamilie und Betoninstandsetzung.
Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontrollund des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Die Verantwortung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess liegt bei der Geschäftsführung. Im Rahmen der Digitalisierung und Neugestaltung der Kerngeschätsprozesse wurden ab 2021 bis Anfang 2023 der Einkaufs- und Verkaufsprozess neu definiert und die Zuordnung bzw. Abläufe geändert. Es gibt in den entscheidenden Prozessschritten ein 4-Augen-Prinzip und, über das Berichtswesen, Quartalsinventuren wie auch über den Wirtschaftsprüfer, eine entsprechende Kontrolle. Zudem werden die Flowsheets im Rahmen des 150 9001:2015 Audits sowie durch Abstimmungen mit der SCHWENK Gruppe regelmäßig besprochen und gegebenenfalls verbessert. Das Risiko wird auf Grund der vorgenannten Maßnahmen als sehr gering eingestuft.
Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Vereinbarungen
Keine Angaben bzw. nichtzutreffend.
Nichtfinanzielle Erklärung
Die Anzahl der Arbeitsunfälle mit mehreren Ausfalltagen sank von fünf im Vorjahr auf zwei im Jahr 2025. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigen sich somit deutliche Erfolge der Bemühungen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. In den Bereichen der Anlagentechnik, Prozessen/ Arbeitsanweisungen und persönlichen Unterweisungen/ Schulungen konnten große Fortschritte erzielt werden.
Im Bereich Umwelt wurden die gesetzlich bzw. behördlich geforderten Emissionsgrenzwerte eingehalten.
Das Qualitätsmanagement Rezertifizierungsaudit zu ISO 9001:2015 wurde erfolgreich ohne Haupt- und Nebenabweichung abgeschlossen und deutliche Verbesserungen attestiert.
Manfred Pirker Vils, 07.05.2026