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Lagebericht 2024/25

Österreichische Blechwarenfabrik Pirlo Gesellschaft m.b.H. & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Jän. 2025 · Eingereicht am 30. Okt. 2025

Inhaltsverzeichnis

Österreichische Blechwarenfabrik Pirlo Gesellschaft m.b.H. & Co KG

1. Geschäftsverlauf und Wirtschaftslage

Der gesamtwirtschaftliche Abschwung setzte sich im Jahr 2024 weiter fort. In den Hauptmärkten der Österreichische Blechwarenfabrik Pirlo Gesellschaft m.b.H. & Co KG, Österreich und Deutschland, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt das zweite Jahr in Folge. Das rezessive Umfeld hatte seinen Ausgangspunkt Mitte 2022, geprägt von anhaltend hohen Inflationsraten, geopolitischen Verwerfungen und einer zunehmend restriktiven Geldpolitik. Eine derart lange andauernde Rezession gab es in Österreich in der Nachkriegszeit noch nie. Das produzierende Gewerbe, und insbesondere der Industriesektor, waren besonders betroffen. Schleppender Konsum und rückläufige Exportnachfrage führte zu einem Rückgang der Industrieproduktion im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 4,6%, sowohl in Österreich als auch in Deutschland.

Österreich hat als Industriestandort wesentlich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, ein Trend der schon längere Zeit anhält und sich auch im abgelaufenen Wirtschaftsjahr weiter fortgesetzt hat. Sowohl die Tariflöhne als auch die Lohnstückkosten erhöhten sich in Österreich weit über dem Durchschnitt der EU-Mitgliedsstaaten. Die für die Löhne und Gehälter der Gesellschaft maßgeblichen Tarifverträge der metallverarbeitenden Industrie sind in den letzten drei Jahren kumulativ um 22,2% angestiegen. Ungeachtet der anhaltenden Rezession beinhaltet auch der ab 1.11.2024 gültige Tarifvertrag der Beschäftigten der metallverarbeitenden Industrie in Österreich eine durchschnittliche Erhöhung der Löhne und Gehälter von 4,8 %.

Trotz des rezessiven Marktumfelds konnte die Gesellschaft aufgrund intensiver Marketing-, Vertriebs- und Produktentwicklungsaktivitäten den Absatz gegenüber dem Vorjahr steigern. Starker Wettbewerbsdruck führte jedoch zu Einbußen in der Preisqualität, sodass der Umsatz trotz höheren Verkaufsmengen rückläufig war. Die weiterhin hohen Rohstoff- und Energiepreise und die Inflation in den Lohnkosten wirkten sich negativ auf die Margen und Rentabilität aus.

Die Gesellschaft mietet von der Pirlo Services GmbH eine Liegenschaft in Söll, in der das Werk 2 sowie ein Großteil der Verwaltung untergebracht sind. Im Juni 2024 kam es zu einem wesentlichen Schaden am Gebäude, verursacht durch intensiven Hagel. Die Dachhaut wurde an über 1000 Stellen durchbrochen und ein kleiner Anteil der Photovoltaik Solarpaneele wurde zerstört. Trotz intensiver Bemühungen, das Dach notdürftig abzudichten, kam es über mehrere Monate zu Wassereintritten in die Produktions- und Lagerhalle. Unter hohem Zeitdruck und mit erheblichem Aufwand konnte das Dach noch vor dem Winter generalsaniert werden. Der Jahresgewinn der Gesellschaft ist aufgrund der durch Betriebsunterbrechungen entgangenen Deckungsbeiträge sowie durch die Sanierungskosten, abzüglich der bislang geleisteten vorläufigen Versicherungsentschädigungen, mit ca. EUR 400.000,00 belastet.

Wir fokussierten uns darauf, unsere bereits starke Bilanz weiter zu verbessern. Der operative Cash Flow war ausreichend, um sowohl die Investitionen zur Gänze zu finanzieren als auch die Eigenkapitalquote weiter zu steigern. So konnten wir unser Investitionsprogramm trotz des rezessiven Umfelds uneingeschränkt fortzusetzen.

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren waren zusammengefasst folgende:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
WJ 2024/25WJ 2023/24
Umsatzerlöse TEUR60.52060.866
Jahresgewinn TEUR2.3874.163
Umsatzrentabilität3,9%6,8%
Eigenkapitalquote77,2%71,4%
Fremdkapitalquote22,8%28,6%
Operativer Cash Flow TEUR6.87411.112
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit TEUR-4.323-1.675
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit TEUR-7.011- 12.146
Wesentliche Arbeitnehmerbelangen, sind im Folgenden dargestellt:insbesonderezuUmwelt-und
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
WJ 2024/25WJ 2023/24
Gasverbrauch in GWh8,98,0
Stromverbrauch in GWh5,64,9
Anteil des Stromverbrauchs, der mittels PV-Anlage
selbst produziert wurde18,4%17,0%
Aufwand für betriebliche Sozialleistungen in TEUR317245

Die Gesellschaft betreibt keine Zweitniederlassungen.

2. Voraussichtliche Geschäftsentwicklung und Risiken

Im ersten Quartal 2025 kam es zu einem leichten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und der Industrieproduktion in unseren Hauptmärkten und in der EU insgesamt. Eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung ist jedoch noch nicht gewährleistet. Neue Geopolitische Spannungen stellen ein wesentliches Risiko für die weitere Geschäftsentwicklung dar. Insbesondere der von der US-Regierung initiierte Handelskrieg birgt massive Unsicherheiten. Eine völlig erratische Zollpolitik bedroht den Welthandel, könnte die Inflation wieder anheizen und zu einer globalen Rezession führen. Momentan unterliegen Importe von Stahl- und Aluminiumprodukten in die USA einem Zoll von 50%. Darunter fallen auch die Produkte der Gesellschaft. Darüber hinaus unterliegen Importe fast aller Produkte aus fast allen Staaten einem generellen US-Zoll von 10%. Ein weiterer spezifischer Zoll von 20% auf Einfuhren aus der EU wurde von der US-Regierung angekündigt und wenige Tage später für 90 Tage ausgesetzt. All diese Zölle wirken kumulativ. Einige Staaten haben Vergeltungsmaßnahmen implementiert, die EU hält solche bislang Großteils in Reserve. Fast täglich kommt es zu neuen Ankündigungen und es bleibt unklar, ob die Zölle ein Druckmittel für Verhandlungen sind, oder tatsächlich nachhaltig eingesetzt werden sollen, um die Globalisierung der Lieferketten rückgängig zu machen.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Quartal war zufriedenstellend. Die Auswirkungen dieser neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden jedoch erst in den nächsten Monaten sichtbar werden. Die Gesellschaft beliefert direkt Kunden in den USA und viele europäische Kunden exportieren ihrerseits ihre Produkte in unseren Verpackungen in die USA. Zölle stellen somit ein direktes und indirektes Umsatzrisiko dar, zumal unsere Produkte bzw. die Produkte unserer Kunden durch die Zölle wesentlich teurer werden. Darüber hinaus sind wir unmittelbar von höheren Preisen für Weißblech betroffen. Die Europäische Union verhängte Anfang des Jahres neue Strafzölle auf Importe von Weißblech aus China. Die europäischen Hersteller, von denen wir den Großteil unseres Weißblechbedarfes beziehen, nutzten die Gelegenheit, um höhere Preise für die Jahreskontrakte 2025 durchzusetzen, obwohl die Preise für Vormaterialien, insbesondere für Warmband, auf niedrigem Niveau lagen.

Die Gesellschaft ist mit einer sehr starken Bilanz mit hoher Eigenkapitalquote und keinerlei Bankverbindlichkeiten in einer guten Position, gesamtwirtschaftliche Krisen zu durchtauchen.

Die Gesellschaft setzt Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als originäre Finanzinstrumente ein. Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.

Ein ausgeprägtes Mahnwesen weist frühzeitig auf etwaige Forderungsausfälle hin, um somit zeitgerecht entsprechende Maßnahmen zur Gegensteuerung einzuleiten. Die Finanzplanung stellt sicher, dass es zu keinen Liquiditätsengpässen kommt und die Gesellschaft somit jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Das Fremdwährungsrisiko kann als gering eingestuft werden.

Zudem wurde seit Beginn des Geschäftsjahres 2024/25 ein Cashpooling zwischen den österreichischen Gesellschaften der Pirlo Gruppe implementiert um eine effiziente Nutzung der liquiden Mittel in der Gruppe zu gewährleisten.

3. Forschung und Entwicklung

Im Bereich Forschung und Entwicklung haben wir Innovationen und Sortimentserweiterungen für Nischenmärkte konsequent fortgeführt. Wir arbeiten laufend daran unsere internen Prozesse und Abläufe zu verbessern und weiterzuentwickeln.

4. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Seit dem Abschlussstichtag gab es keine besonderen Vorkommnisse.

Kufstein, am 24. Juli 2025

Der geschäftsführende Gesellschafter Pirlo Holding GmbH

Mag. Wolfgang Schauer Unterzeichner Wolfgang Schauer Datum und unrzeit 27.07.2025, 22:22 (GMT+02:00)

Mag. Peter Stanger Unterzeichner Peter Stanger Datum und Unrzeit 25.07.2025, 09:15 (GMT-04:00)

==*] ID Austria

* ID Austria

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