← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2024

MASTRO Präzisionstechnik GmbH.

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 29. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

2 0 2 4

der

MASTRO Präzisionstechnik GmbH

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Erläuterung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

Das volkswirtschaftliche Umfeld in Österreich:1

Osterreich steckt im dritten Rezessionsjahr. 2024 war Österreich gemessen an der BIP-Entwicklung das Schlusslicht in der EU. Der bereits seit Anfang 2023 beobachtete Rückgang der Industrieproduktion im Euro Raum strahlt noch immer auf Österreich aus. Umfragen unter Industrieunternehmen lassen bislang noch keine wesentliche Trendwende erkennen. Zudem belastet die Zollerhöhung der USA auf Exportgüter der EU die Stimmung. Die Bau- und die Konsumnachfrage legen hingegen tendenziell zu. Die Inflationsrate erhöhte sich Anfang 2025 deutlich, wird jedoch im weiteren Jahresverlauf wieder sinken. Der Arbeitsmarkt erweist sich angesichts der Dauer und Schwere der Rezession als robust, wenngleich die Arbeitslosigkeit auch 2025 steigen wird. Das WIFO prognostiziert für 2025 einen BIP-Rückgang von 0,3 %. 2026 wird die österreichische Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen (+1,2 %).

Die globalen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen:

Die aktuelle, sich fast täglich ändernde Handelspolitik der USA schürt weltweite Unsicherheiten. Zwischen den USA und Kanada scheint ein regelrechter Handelskrieg auszubrechen. Auch auf Importe aus China haben die USA die Zölle neuerlich um 10 %-Punkte auf durchschnittlich etwa 30 % angehoben. Der EU droht Donald Trump mit Zöllen auf alle Arten von Waren. Gleichzeitig werden die betroffenen Handelspartner Gegenzölle auf Importe aus den USA verhängen. Die Wirtschaft der USA wird 2025 aufgrund der Abschwächung des privaten Konsums aller Voraussicht nach weniger dynamischer wachsen als 2024.

Im gesamten Euro-Raum ist die Konjunktur ebenfalls verhalten. Der auf Infrastrukturprojekte fokussierte deutsche Fiskalimpuls wird insbesondere der deutschen Bauwirtschaft zugutekommen. Die in der Prognose unterstellten Zölle der USA treffen allerdings alle Länder der EU und trüben die Aussichten für die krisengeschüttelte Industrie ein. Dementsprechend wird sich das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum im Prognosezeitraum nur wenig beschleunigen. Die Europäische Zentralbank wird die Leitzinsen im Prognosezeitraum voraussichtlich weiter senken. Zwar ist die Inflation Anfang 2025 insbesondere aufgrund höherer Energiepreise vielerorts gestiegen, jedoch dürfte das gemäßigtere Lohnwachstum dazu führen, dass die Inflation im Prognosezeitraum weiter nachlässt.

Die Wirtschaftsleistung Deutschlands ging 2024 neuerlich leicht zurück und stagniert. Insbesondere die Industrie und die Bauwirtschaft stecken weiterhin in einer Rezession, aber auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte sind schwach. Zu Jahresbeginn 2025 dürfte das deutsche BIP einigen Konjunkturindikatoren zufolge zwar leicht zugelegt haben, ein Ende der Konjunkturflaute ist aber bislang noch nicht in Sicht. Zudem dürften die Zölle der USA auf Waren aus der EU die deutschen Exporte bremsen und eine Erholung in der Industrie verzögern, da die USA Deutschlands wichtigster Exportmarkt sind. Die expansive Fiskalpolitik wird der deutschen Wirtschaft ab 2026 jedoch Auftrieb verleihen.

¹ Quellen: WIFO: Konjunkturprognose für 2025 und 2026 (vom Jänner 2025), abrufbar unter:

https://www.wifo.ac.at/wp-content/uploads/ upload-4091/kp_2025_01.pdf

Die wirtschaftliche Situation in der Region und das Konkurrenzumfeld der Gesellschaft:

Die Automobilindustrie, insbesondere in Europa, ist in einer deutlichen Krise. Dies wird unter anderem durch 2-3 mal höhere Energiekosten im Vergleich zu China und USA verstärkt. Risiken durch geopolitische Spannungen (Ukraine Krieg, etc.) für die Lieferketten nahmen zu. Der Automotive Umsatz der MASTRO Präzisionstechnik GmbH ist im Jahr 2024 um 18 % im Vergleich zu 2023 zurückgegangen.

Die Photovoltaik Industrie ist für die MASTRO Präzisionstechnik GmbH differenziert zu betrachten. Der weltweite Photovoltaikmarkt wächst dynamisch. 2024 wurden weltweit 600 Gigawatt zugebaut. Die weltweit installierte Photovoltaikleistung lag damit im abgelaufenen Jahr bei ca. 2,2 Terrawatt. Auch in Deutschland, dem Hauptmarkt der MASTRO Präzisionstechnik GmbH im Bereich erneuerbare Energie, wird Photovoltaik weiterhin gefördert und installiert.2 Die Umsatzerlöse im Bereich Photovoltaik waren im Jahr 2024 ebenfalls rückläufig. Im Wesentlichen ist dies auf die lange Reichweite im Lager unseres Hauptkunden zurückzuführen. Der für die Fertigung notwendige Edelstahl ist jedoch wieder in ausreichendem Maße und zu deutlich gesunkenen Preisen verfügbar. Für 2025 gehen wir von weiter sinkenden Preisen aus.

1.2. Geschäftsentwicklung

Im Vergleich zu 2023 sind die Umsatzerlöse im Jahr 2024 um EUR 32,7 Mio. auf EUR 22,4 Mio. zurückgegangen. Der Umsatzrückgang resultiert nahezu ausschließlich aus dem Bereich der erneuerbaren Energie. Die Betriebsleistung verringerte sich dementsprechend von EUR 56,9 Mio. auf EUR 22,2 Mio. Der Umsatzrückgang resultiert nahezu ausschließlich aus dem Bereich der erneuerbaren Energie. Die Entwicklung der Strompreise, die ausgelaufenen Förderungen sowie die Ungewissheit hinsichtlich zukünftiger Regelungen bewirken einen nahezu völligen Investitionsstopp im Bereich der Eigenheime.

Das EBIT hat sich gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund bestehender fixer Aufwendungen um EUR 6,1 Mio. reduziert und lag bei EUR 0,8 Mio. oder 3,6% der Betriebsleistung. Aufgrund der vertraglichen Regelung mit unserem Hauptkunden aus dem Bereich erneuerbare Energie konnten die Kostensteigerungen weiterhin quartalsweise an den Kunden weitergegeben werden. Im Bereich Automotive war dies nur hingegen nur teilweise möglich. Infolge einer Gewinnausschüttung der Tochtergesellschaft MASTRO d.o.o. betrug das EBT EUR 2,5 Mio. oder 11,4% der Betriebsleistung (Vorjahr: EUR 9,4 Mio. oder 16,6%). Nach Abzug der Steuern vom Einkommen und Ertrag wird für das Geschäftsjahr 2024 ein Jahresgewinn von EUR 2,3 Mio. (Vorjahr: EUR 7,6 Mio.) ausgewiesen.

Vom Bilanzgewinn des Vorjahres wurden EUR 5,9 Mio. auf neue Rechnung vorgetragen. Das buchmäßige Eigenkapital hat sich im Jahr 2024 damit um EUR 6,2 Mio. auf EUR 8,6 Mio. verringert. Die Eigenkapitalquote beträgt 50,2 % des Gesamtkapitals und verringerte sich im Jahr 2024 um 15,2%-Punkte.

1.3. Tochtergesellschaften

Die Umsatzerlöse der 100 % Tochtergesellschaft MASTRO d.o.o. in Muta, Slowenien, lag im Jahr 2024 aufgrund einer geringeren Auslastung im Geschäftsbereich der erneuerbaren Energie um 56 % unter jenem des Vorjahres. Das Jahresergebnis war mit EUR -0,2 Mio leicht negativ.

2 Quellen: https://www.energieforschung.de/de/aktuelles/news/2025/neues-rekordjahr-fuer-die-photovoltaik-

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens

2.1. Voraussichtliche betriebliche Entwicklung

Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2025 werden vom Management der MASTRO Präzisionstechnik GmbH als positiv, jedoch unter dem Niveau von 2024 bewertet. Wesentlicher Grund dafür ist der rückläufige Umsatz mit dem Hauptkunden und dem weiterhin stagnierenden Bereich Automotive. Der in 2022/2023 überhitzte Markt für PV-Dachanlagen führte zu überdurchschnittlich gefüllten Lägern beim Kunden aber auch bei Groß- und Einzelhändlern. Dennoch wird die MASTRO Präzisionstechnik GmbH in 2025 weiterhin in Maschinen und Anlagen investieren, um auch in Zukunft ein stabiler Partner mit hohem Qualitätsanspruch zu sein. So wurde der geplante Hallenzubau fristgerecht umgesetzt. Die Strategie der Anschaffung von neuen bzw, die Modernisierung von bestehenden Maschinen wird konsequent fortgeführt, um weiterhin qualitativ hochwertige Produkte effizient herstellen zu können.

Mittel- und langfristig rechnen wir auch im Automotivbereich mit einer Erholung der aktuellen Situation. Die Elektromobilität ist weiterhin auf dem Vormarsch, was auch der MASTRO Präzisionstechnik GmbH zu weiterem Wachstum verhelfen kann.

Zur Absicherung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dienen die implementierten Risikomanagementsysteme. Aufgrund der soliden Eigenkapitalausstattung ist das Vertrauen der finanzierenden Banken gewährleistet, sodass die Liquidität gesichert ist.

2.2. Wesentliche Risken und Ungewissheiten

Der weiterhin andauernde Ukraine Krieg, der Handelskonflikt mit den USA mit den Auswirkungen auf die Inflation, teilweise lange Materialbeschaffungszeiten sowie die Entwicklung der Kundenbedarfe im Bereich Automotive und bei unserem Hauptkunden im Bereich erneuerbare Energie stellen für 2025 die größten Risiken dar. Auch im Jahr 2024 wurden keine Sicherungsgeschäfte für Rohstoffe oder Geschäfte in Fremdwährung eingesetzt.

Produktionsfehler können zu Rückruf- bzw. Austauschaktionen führen, die mit hohen Kosten und entsprechendem Imageverlust verbunden sind. Deshalb sind bei der Produktion besonders strenge Qualitätskriterien und entsprechende Qualitätskontrollen implementiert. Darüber hinaus wird auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements besonderes Augenmerk gelegt. Bestehende Versicherungsverträge sollen einen tatsächlich auftretenden Schaden minimieren. Ausfälle von Produktionsmaschinen könnten zu Produktionsengpässen und Verzögerungen in der Erfüllung von Kundenaufträgen führen. Durch Redundanzen im Maschinenpark sowie laufende Maschineninstandhaltung kann dieses Risiko minimiert werden.

Im Bereich Human Resources wurde im Jahr 2024 weiterhin ein großer Schwerpunkt gelegt und konsequent fünf Bereiche bearbeitet. 1. Transparenz: Im Rahmen von regelmäßigen Mitarbeiterinformationen wird transparent über die aktuelle Lage des Unternehmens berichtet. 2. Verpflegung: Neben kostenlosen Getränken und Obst wird den Mitarbeitern auch hochqualitative Arbeitskleidung geboten. 3. Weiterbildung: Regelmäßige Schulungen sowie Aus- und Weiterbildungen der Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Mitarbeiter immer am neusten Stand der Technik sind. Seit dem Jahr 2024 besteht auch wieder die Möglichkeit, eine Lehre bei der MASTRO Präzisionstechnik GmbH zu absolvieren. 4. Vernetzung: Insbesondere seit der Übernahme des neuen Standortes in Hirtenberg wird im Rahmen von Ausflügen und Mitarbeiterentsendungen viel in die standortübergreifende Mitarbeiter-Vernetzung investiert. 5. Außenauftritt: Durch eine umfangreiche Oberarbeitung der Homepage soll die Sichtbarkeit der MASTRO Präzisionstechnik GmbH sowie die Vertriebsaktivität deutlich erhöht werden. Weiters werden verschiedene Social-Media Kanäle seit diesem Jahr intensiver genutzt.

Diese Schwerpunkte sollen sicherstellen, dass die MASTRO Präzisionstechnik GmbH ein attraktiver Arbeitgeber in der Region bleibt, die Fluktuations- und Krankenstandsquote niedrig und die Mitarbeiterzufriedenheit hoch bleiben.

3. Bericht über nicht finanzielle Leistungsindikatoren

3.1. Umweltbelange

Ein wesentliches Ziel der MASTRO Gruppe ist es die durch das Unternehmen entstehende Umweltbelastung zu minimieren. So werden zur Beheizung der Betriebsliegenschaft in Wies Wärmetauscher genutzt, welche die Abwärme aus den Kompressoren beziehen. Weiters wird die Logistik stetig optimiert, sodass hier die Emissionen durch den LKW-Verkehr soweit wie möglich reduziert werden können. Um auch im Bereich der elektrischen Energieversorgung zum Umweltschutz beizutragen, wurde 2022 eine 250 kWp Photovoltaikanlage am Standort in Wies in Betrieb genommen. Die Anlage wurde 2023 erweitert und auch am Standort in Muta wurde 2024 eine Photovoltaikanlage errichtet. Darüber hinaus wurde die MASTRO Präzisionstechnik GmbH im Jahr 2024 gemäß Umweltstandards nach ISO 14001 zertifiziert.

3.2. Arbeitnehmerbelange

Die Erreichung der strategischen und finanziellen Ziele der MASTRO Präzisionstechnik GmbH hängen maßgeblich von unseren Mitarbeitern, ihren Fähigkeiten und ihrem Engagement ab. Steigende Komplexität und stark wachsende Produktionsmengen haben zu einem stetig steigenden Bedarf an Fach- und Führungskräften geführt. Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, setzt das Unternehmen neben einer fairen und werteorientierten Unternehmenskultur auch auf persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Eines der wesentlichen Ziele der MASTRO Präzisionstechnik GmbH ist es, die Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu steigern und den Bekanntheitsgrad in der Region zu erhöhen. Vor allem im Bereich der Facharbeiter im Werkzeugbau ist massiver Einsatz gefordert, um auch mittelund langfristig über das notwendige Wissen und die Erfahrung in der Instandhaltung der Werkzeuge zu verfügen. Diese Bemühungen zeigten bisher gute Erfolge. So konnten im Werkzeugbau neue hochqualifizierte Mitarbeiter gewonnen werden.

4. Bericht über Forschung und Entwicklung

Die MASTRO Präzisionstechnik GmbH treibt die Entwicklung der Stanzwerkzeuge weiter voran. Ziel ist es die Standzeiten der Werkzeuge mit unterschiedlichen Maßnahmen, wie Materialien, Ole, Oberflächenbeschichtungen usw., weiter zu erhöhen. Ein weiteres Entwicklungsprojekt betrifft die Optimierung der Produktivität und der Logistik.

Wies,

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.